ehe am ende mit zwei kindern?!

    • (1) 13.01.19 - 11:28

      hallo zusammen

      ich bräuchte mal eine orientierungshilfe von aussenstehenden...
      ich bin seit fast 12 jahren mit meinem mann zusammen und verheiratet seit 4 jahren. zusammen haben wir zwei kinder, einen 4 jährigen sohn und eine 1 1/2 jährige tochter.
      in den letzten 4 jahren hatte mein man 3 verschiedene jobs. auch bei seiner aktuellen stelle läuft es nicht so, wie er sich das vorstellt. er ist momentan wieder auf stellensuche und jammert mir tagtäglich vor, wie ihn die arbeit stresst und anwidert. er sagt auch immer wieder, dass diese arbeit und seine kollegen nicht mehr ertrage. dabei stellt er mir immer wieder die frage, ob er einfach kündigen soll. natürlich sage ich ihm klar, dass er dies nicht so einfach tun kann. schliesslich seien wir alle betroffen.
      momentan hat er ca. 5 bewerbungen am laufen. eine stelle, die ihn sehr interessieren würde, befindet sich aber ziemlich weit weg (fahrzeit ohne verkehr etwa 1 h). ich muss hier noch erwähnen, ich arbeite ebenfalls 50% und unsere kinder gehen in eine kita in der nähe meines arbeitsortes und wir holen unsere kinder oft zusammen ab. nun redet sich mein mann die stelle bzw. die fahrstrecke schön. er glaubt, wir können, sollte er diese stelle annehmen, eifach mit einigen veränderungen des alltags so weitermachen wie bisher. für mich ist klar, dass unser familienleben und die gemeinsame zeit darunter leiden wird. bereits jetzt erträgt er es nicht, wenn unser sohn zu laut ist oder mal einen schwierigen tag hat.
      ich möchte hier ein beispiel nennen: unser sohn sass in der badewanne und planschte herum. das wasser schwappte über den rand hinaus. als mein dies sah, sagte er unserem sohn, er solle dies nicht machen. unser sohn hörte nicht und machte weiter. mein mann wurde wütend und holte schimpfend unseren sohn aus der wanne. was mich wirklich beunruhigte war, dass mein mann zu unserem sohn sagte: „du bist doch nicht normal!“ ich griff natürlich in die situation ein und sagte meinem mann, dass er so nicht mit unserem sohn reden darf.
      manchmal glaube ich, mein mann hat eine depression. ich schlug ihm bereits mehrmals vor, sich psychologische hilfe zu holen. er meldete sich schon öfters krank bei der arbeit, obwohl ihm nichts fehlte. oder dann jammert er über verspannungen im rücken und geht deshalb nicht zur arbeit.
      ich bin verunsichert, wie ich weitermachen soll... ich kann mich doch nicht um ein 35 jähriges kind kümmern!
      bevor wir geheiratet haben, war er nicht so (sonst hätte ich ihn nicht geheiratet). er war zufrieden im job, traf sich ab und an mit freunden, freute sich über die kleinen erfolge unseres sohnes... von diesem mann von damals ist nichts mehr zu spüren. so wie er jetzt ist, liebe ich ihn nicht mehr. mir ist klar, dass auch ich mich verändert habe. das gehört zum leben. aber mit seinen veränderungen komme ich nicht klar. ich habe auch angst, dass meine gefühle oder die launenhaftigkeit meines mannes negativ auf unsere kinder abfärbt.

      was soll ich bloss tun? hat jemand einen ratschlag für mich? oder befindet sich jemand in einer ähnlichen situation?

      liebe grüsse
      jospie

      • (2) 13.01.19 - 11:40

        Ich finde eine Stunde Fahrzeit zur Arbeit nur halb so wild. Wenn es dann dann tatsächlich der Job ist, den er sich wünscht und er dann gerne zur Arbeit geht. Spaß an der Arbeit und ohne Bauchschmerzen dahin zu gehen wiegt für mich mehr als die Fahrzeit!

        Hmmm, die Situation mit der Badewanne ist so eine Sache. Ich finde es auch nicht lustig wenn meine Kinder nach Ermahnung weiter alles um sich rum nass plantschen! Ich würde eine solche Äußerung von deinem Mann nie von mir geben oder auch nur denken - aber vielleicht ist er wirklich einfach nur unzufrieden? Klar darf er das nicht auf sein Kind projizieren, aber er ist auch nur ein Mensch!

        Ich würde mich mit meinem Mann in einer ruhigen Stunde abends hinsetzen und um ein Gespräch bitten. Dabei würde ich sagen, was ich früher an ihm geliebt habe und was er heute anders macht. Und darum bitten mal in sich zu gehen und nachzudenken was da los ist! Frag ihn was passieren muss, damit er wieder „der Alte“ wird. Davon würde ich weitere Entscheidungen abhängig machen.

        • Sehr schön geschrieben! Dein letzter Absatz ist wirklich gut - unterschreibe ich zu 100%. Es ist von außen auch immer schwer einzuschätzen, wie "schlimm" die Situation wirklich ist. Sind, wie gesagt, immer nur Denkanstöße und die TE kann sich aussuchen, was passt :-).

          (4) 13.01.19 - 11:54

          danke für deine antwort!

          betreffend dem arbeitsweg: es ist mindestens eine stunde fahrzeit (mit verkehr eher 1 1/2 stunden ein weg). die ganze verantwortung mit den kindern - also kita, kindergarten etc. ebenso haushalt, essen kochen etc. - würde bei mir liegen. es kann sein, dass er in diesem job zufriedener sein könnte. aber er hatte so viele stellenwechsel die letzten jahre und der grund war schlussendlich immer derselbe. ich weiss nicht, ob er seinem urteil trauen kann. mir ist klar, dass ich wahrscheinlich wie ein kontrollfreak rüberkomme. aber seine entscheidungen betreffen auch mich. auch ich arbeite und auch bei mir ist nicht immer alles ponyhof!
          zu der badesituation: ich bin deiner meinung! ich finde es auch nicht toll, wenn mein kind einfach weiter macht. ich bin auch sehr konsequent, ich sag es einmal, vielleicht noch ein zweites mal mit
          der option, dass es konsequenzen gibt. sollte einfach weitergemacht werden, bin ich konsequent. da lasse ich mich auch von tränen oder geschrei nicht beeindrucken😏
          und es stimmt auch: er ist nur ein mensch, ich bin nur ein mensch! auch ich bin nicht aus stahl und schreie mal rum. aber es darf einfach nicht zur tagesnorm werden!

          • (5) 13.01.19 - 11:59

            "die ganze verantwortung mit den kindern - also kita, kindergarten etc. ebenso haushalt, essen kochen etc. - würde bei mir liegen."

            Normal für mich in der Zeit, in der mein Mann arbeitet.
            Warum gehst du nicht Vollzeit arbeiten und er trägt die o.g. Verantwortung, wenn sie für dich belastend ist? Habt ihr nicht vor den Kindern darüber gesprochen?

            (6) 13.01.19 - 12:39

            Mein Mann arbeitet näher an uns als deiner eventuell in Zukunft. Dennoch bleibt alles „an mir hängen“. Er muss nämlich sehr früh hin, abends oft mit Kunden zu Veranstaltungen (auch am Wochenende) und ist normal in der Woche mit Glück um 19/20 Uhr zu Hause. Meist dann, wenn alle drei Kinder satt und geduscht im Bett liegen.
            Dafür ist er glücklich in seinem Beruf, geht gerne hin. Ich finde das soooo wichtig! Ich hatte mal den gleichen Job wie mein Mann und bin todunglücklich hin (vor den Kindern), mit Bauchschmerzen. Da wäre ich lieber 1,5 Stunden zur Arbeit gefahren.
            Das machen hier im Umkreis übrigens ziemlich viele, obwohl (oder weil) wir in Köln wohnen. Du bist es nur anders gewohnt.

            Du darfst dich selber nicht vergessen, das ist ganz klar. Ihr beide müsst glücklich und zufrieden sein. Dazu müsst ihr offen und ehrlich - ohne Vorwürfe - sprechen. Ihr müsst euch sagen, was ihr von dem anderen wünscht oder erwartet.

          • (7) 13.01.19 - 13:32

            Warum hat er denn so oft den Job gewechselt? Wenn der Grund in ihm selbst liegt, kann er ja sämtliche Stellen in erreichbarer Nähe abklappern und wird nie zufrieden sein.

          (9) 13.01.19 - 16:11

          Also das ist schon Jammern auf hohem Niveau, ich kenne keine Familie in der beide arbeiten die es sich zeitlich leisten können die Kinder zusammen abholen zu können. Und ich finde es ehrlich normal dass wenn der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau nur Halbtags dass dann eben die Kita-Abholerei und Essen kochen übernimmt, Du hast immerhin 4 h weniger jeden Tag. Haushalt macht man dann halt zusammen am Wochenende.

          Und wer im Job latent unzufrieden ist ist auch zu Hause unmotiviert. Ich kann Dir nur erzählen wir es mir ging, ich hab meine erste lange Beziehung in den Sand gesetzt, war total unzufrieden, mein damaliger Freund sagte auch ich sei nicht mehr die die er kennengelernt habe, ich sei nur noch am nörgeln, nur noch unmotiviert und "verbot" mir auch meinen Traumjob mit ner dreiviertel Stunde Fahrzeit. Das Ende vom Lied, er war weg, ich nahm den Job an, und ein halbes Jahr später sagte er mir ich sei ja sowas von aufgeblüht und er hätte das nie gedacht dass ich trotz Pendelei und eigentlich viel stressigerem Job so viel ausgeglichener wäre.

          War da nicht auch mal was von wegen "in guten und in schlechten Zeiten" ... von "nur bei kurzem Arbeitsweg stand in meinem Eheversprechen ehrlich gesagt nix drin.

          (10) 13.01.19 - 22:30

          Ich bin ganz bei dir. Die urbia-Hausfrau kann das vielleicht nicht verstehen, für sie ist es normal, Kinder und Haushalt allein zu wuppen und dem Göttergatten "den Rücken freizuhalten". Bei euch ist es aber anders und auch wenn du "nur" halbtags arbeitest, hat dein Mann eine wichtige Rolle in eurem Familienleben, die leidet, wenn er den Job weiter weg annimmt.

          Vor dem Hintergrund, dass er recht häufig seinen Job wechselt, wäre ich auch überhaupt nicht begeistert. Wahrscheinlich wird ihn der nächste Job auch nicht auf Dauer glücklich machen, weil es gar nicht am Job, sondern an ihm selbst liegt.

    Hallo jospie,

    das hört sich wirklich nicht gut an .. und ich kann deine Sorgen und Gefühle verstehen. Ob es eine Depression ist, kann man als Laie und von außen schlecht bis gar nicht beurteilen, aber irgend etwas hat sich offensichtlich grundsätzlich verändert.

    Da es aber euer Zusammenleben massiv beeinträchtigt, würde ich dir zu einem ernsthaften Gespräch mit deinem Mann raten. Ihr seid schon ziemlich lange zusammen und mit Trennung zu "drohen", wäre eigentlich nicht so meine erste Wahl, aber mitunter hilft Betroffenen nur ein massiver Schuss vor den Bug, damit sie sich aufraffen können.

    Schildere ihm das, was du auch hier geschrieben hast, inkl. deiner geschwundenen Gefühle. Unterbreite ihm Vorschläge, falls du welche hast und sollte sich innerhalb einer (von dir) festgelegten Spanne gar nichts ändern und ist er dann auch nicht bereit, sich Hilfe zu holen, hilft wahrscheinlich wirklich nur eine - vielleicht zunächst nur räumliche - Trennung.

    Überlege dir vorher bitte auch ganz genau, was du im Negativfall im Stande bist zu tun. Ist dir eine räumliche oder generelle Trennung überhaupt möglich, wie würde es danach weitergehen usw. usw. Klar, es gibt immer Wege, aber nur du kannst einschätzen, was davon du umsetzen kannst. Bedenke bitte auch, dass die Kinder unter solchen Umständen leiden - eine Änderung sollte also in jedem Fall her - im Notfall suche zuerst du dir Unterstützung und Beratung. Im Forum kann es eben doch nur Denkanstöße geben.

    (12) 13.01.19 - 11:49

    Bei uns ist es auch so. Ich würde deinen Mann machen lassen. Vielleicht wird es besser, wenn er länger außer Haus ist. Am WE wird er ja bestimmt zu Hause sein oder? Manchmal tut der Abstand gut.

    Wir sind früher jeder 1,5 Std. zur Arbeit gefahren (ein Weg). 1 Std. geht noch.

    Brobiert es mal aus.

    (13) 13.01.19 - 11:50

    Hi,

    1 Std. Arbeitsweg ist doch nun wirklich kein großes Ding!

    Und ja, ich finde, ein 4Jähriger hat zu hören, wenn ich sage, dass das Wasser IN der Wanne bleibt. Er dürfte anschließend aufwischen und würde bei der 2. Ermahnung auch aus der Wanne steigen. Den blöden Spruch hätte sich dein Mann verkneifen können, ja.

    Grüsse

(15) 13.01.19 - 11:52

Dein Mann klingt chronisch unzufrieden und überfordert.
Allerdings solltest du ihn auch ernstnehmen, ein „du kannst nicht kündigen, denk an uns“ ist zu wenig.
Wenn mein Mann mal Kündigungsfantasien hat, weil grad alles nur noch stresst und nervt, dann sag ich ihm: „wenn du wirklich kündigen willst, dann finden wir einen Weg.“
Das nimmt meist viel Druck raus, weil er merkt, dass er von mir gehört und ernst genommen wird.
Da du diese Situation nun aber schon länger hast, kann ich auch verstehen, dass deine Nerven auch nicht mehr die Besten sind.
Daher würde ich auch raten, externe Hilfe zu holen. Das kann erstmal der Hausarzt sein, eine Familienberatung oder natürlich auch eine Paartherapie.
Ich denke nicht, dass es damit getan ist, dass dein Mann da alleine gräbt. Ihr beide müsst euch wieder Ernst nehmen und echtes Interesse füreinander entwickeln.

  • Generell teile ich deine Ansicht! Aber, mich stört die Tatsache, dass der Mann die TE fragt, ob er kündigen soll. Damit übt er selbst Druck auf seine Frau aus und schiebt ihr die Verantwortung in die Schuhe. So geht das nicht. Es ist auch für die Frau eine Umstellung, wenn der Partner ständig im Job wechselt... da wird immer ein geregelter Tagesablauf über Bord geworfen und alle müssen sich neu „sortieren“ einige können das besser, als andere. So ganz ohne ist das nicht. Die TE arbeitet immerhin auch zu 50% und muss auch schauen, dass sie alles auffangen kann, wozu ihr Mann durch einen Jobwechsel nicht mehr in der Lage ist. Das ist auch nicht immer so selbstverständlich... aber generell hast du recht... (ich finde nur den Umstand der vielen Jobwechsel anstrengend. Nicht weil es mal ein Wechsel gibt, nur dieses ständige hin und her, würde auch mich irgendwann nerven, sollte es zu sehr ins Familienleben eingreifen)
    ☺️

    • Du hast Recht. Aber deswegen schrieb ich, dass er für mich überfordert klingt.
      Er versucht Verantwortung abzuwälzen, sie versucht ihn irgendwie bei der Stange zu halten, aber Verständnis sehe ich auf keiner Seite wirklich. Die Fronten sind verhärtet. Daher mein Rat, eine Fachperson von aussen draufsehen zu lassen.

    (19) 13.01.19 - 15:42

    „ ob der kündigen solll“ kann auch schlicht und einfach auch der Beginn eines Gespräches sein.
    Miteinander das Für und Wider, wieso, weshalb warum besprechen. Den Partner versuchen zu verstehen, etc. etc. etc.

    Von Verantwortung abschieben würde ich hier nicht sprechen
    Ich habe auch schon den Job gewechselt wo ich absolut unzufrieden war. .und vorher mit meinem Mann drüber diskutiert und auch andere Ansichten dadurch erhalten.

    Hier muss ein Konzept hin, warum er ständig unzufrieden ist. Vielleicht auch mal zum Arbeitsamt sich beraten lassen, vielleicht steht eine komplette Änderung ins Haus, eine neue Orientierung, Fortbildung, etc.

    lg
    lisa

(21) 13.01.19 - 17:55

Na ja, ich bin aktuell selbständig. Als ich von einer Festanstellung in die Selbständigkeit geprescht bin, hab ich meinen Mann auch gefragt, ob ich kündigen soll...& wir haben gemeinsam das für und wieder besprochen. Es betrifft ja beide!
Nun ist mein Mann in der Situation, er möchte von seiner Festanstellung in die Selbstständigkeit, als unser „Vollverdiener“. Er trägt also eine Riesen Last auf seinen Schultern, denn sein Gehalt ist aktuell für uns elementar. Ja, auch er fragt „soll ich kündigen“. Nicht damit ich entscheide, aber damit wir gemeinsam entscheiden.
Das bedeutet bei uns nämlich, dass er noch mehr arbeitet als eh schon...aber er erfüllt so seinen Traum! Da wäre ein 1/1,5-Stunden Fahrtweg einfach lächerlich gegen. Und ein „ich muss dann das mit den Kindern alleine machen“ auch.

Das hat nichts mit „in die Schuhe schieben“ zu tun. Da fände ich ein einfach-so-kündigen krasser!

  • (22) 13.01.19 - 21:18

    „er sagt auch immer wieder, dass diese arbeit und seine kollegen nicht mehr ertrage. dabei stellt er mir immer wieder die frage, ob er einfach kündigen soll.“

    Er nörgelt immer wieder...
    Er stellt ihr immer wieder die Frage..., dass liest sich für mich eben nicht nach, wir setzen uns hin und besprechen das vernünftig. Für mich klingt es so, als würde er im Grunde einfach von ihr die Bestätigung haben wollen, zu kündigen. Wenn er immer wieder fragt und sich ständig beschwert, hätte er sich mit ihr vernünftig hinsetzen können...
    für mich ist da eben eine unterschwellige Aufforderung lesbar, die mir nicht gefallen würde.
    Vielleicht versteife ich mich auch zu sehr auf das geschriebene Wort, aber mehr steht mir ja nicht zur Verfügung...
    ich denke, man hat viele Möglichkeiten solch ein Thema zu beginnen und mit seinem Partner zu sprechen. Aber die Art der Frage, die Formulierung irritiert mich und liest sich für mich halt so. Es ist eine direkte ja oder nein frage, soll ich kündigen. Nicht, was hälst du davon, was denkst du, Was können/könnten wir machen... Das hat für mich schon die Qualität von Verantwortung abschieben, besonders, wenn ich die „Geschichte“ dazu im Auge behalte.

    Wenn ich was möchte, was unser Familienleben beeinflussen könnte, steht es zunächst in meiner Verantwortung, dass ich mir Gedanken mache, wie die von mir gewünschte Veränderung realisierbar wäre. Wie ich es mir vorstelle, was ich tun könnte, zumindest, dass ich meinen Partner mit ins „Boot“ nehme und mit ihm das Thema vernünftig bespreche. Aber wenn ich was möchte, muss ich auch etwas dafür tun, mich hinsetzen und mir Gedanken dazu machen und Verantwortung übernehmen. Meinen Partner immer wieder fragen, ob ich einfach kündigen soll, klingt für mich in diesem Kontext nicht nach, Verantwortung übernehmen.

    Bei euren beiden (ich beziehe die Antwort mal auf beide antworten, da sie identisch sind) ist die Situation, in meinen Augen, eine andere.
    Natürlich berät man sich mit dem Partner, fragt auch klar, was würdest du tun, was soll ich machen. Das ist völlig verständlich und normal, aber das empfinde ich beim Text der Teilnehmerin nicht so! Da rücken für mich andere „Schlüsselworte“, Reaktionen in den Vordergrund, die mich zu dieser Annahme verleiten.
    Hier handelt es sich auch nicht um eine tragende Entscheidung (wie z.b von „euch“ berichtet) sondern um eine immer wiederkehrende Situation, einem sich wiederholenden Muster.
    Bei euren antworten sprecht ihr von „gemeinsam“, das tut die Teilnehmerin nicht, hier ist der Mann regelmäßig mit seinem Job unzufrieden und teilt es ihr nörgelnd mit und schiebt eine Frage in den Raum, anstatt sich mit seiner Frau vernünftig an einen Tisch zu setzen...
    Aber, ist alles auch nicht in Stein gemeißelt, alles kann, nichts muss. Ich kann mich auch irren. Ich berichte nur meine Ansicht des geschriebenem.

    Lg

    • (23) 13.01.19 - 21:59

      So ist das mit Geschriebenem. Deswegen mag ich auch lieber telefonieren, als zum Beispiel Schreiben per what’s app. Letzteres lässt Raum für Spekulationen, und man liegt oft falsch.

      Ich lese aus dem Geschriebenen mehr „mimimi“ der Frau raus, als einen schwer depressiven Partner.

(24) 13.01.19 - 13:19

Die Frage ist, um wie viel besser ist der neue Job.

Ein kurzer Fahrtweg zu einem miesen Job kann krank machen.
Ein sehr langer Fahrtweg zu DEM Job mit super Kollegen kann aufblühen lassen.

Warum hat er die letzten Jobs gewechselt?
Kollegen
Arbeitsbedigungen
befristete Arbeitsstellen

Wenn er in dem ersten Job glücklich war, was hat sich verändert?


Eine Freundin wurde durch schlechte Arbeitsbedigungen krank. Überwiegend waren es Probleme mit Kollegen. Sie biss die Zähne zusammen. Dann kamen Probleme mit Arbeitszeiten dazu, die Krankheitsfälle häuften sich und die wenigen, die noch da waren, sollten das alles auffangen.

Außenstehende dachten, sie hätte nichts. Bis sie zusammengebrochen ist. Im Krankenhaus hieß es auch, sie könnten nichts finden. Letztlich war es aber ein Burn Out und beim zweiten Zusammenbruch bekam sie dann auch Hilfe.


Wenn der neue Arbeitsplatz nur eine Flucht ist, wird der zusätzliche Fahrtweg ihn stressen.
Wenn der aktuelle Arbeitsplatz ihn so sehr belastet, wird er daran auch kaputt gehen.

Wenn der neue Arbeitsplatz für ihn bessere Arbeitsbedingungen bietet, dann wird die Stunde Fahrtzeit nervig sein für ihn, aber unter'm Strich würde er Entlastung bekommen.

Kann der Arzt ihn auch längere Zeit krank schreiben? So, dass er in die Phase kommt, rauszukommen, weg von den Arbeitsbedingungen?
Wenn es ihm dann besser geht, könnte ein Jobwechsel reichen.
Wenn es ihm dann weiterhin nicht besser geht, müsste der Arzt auch weitere Therapiemöglichkeiten vorschlagen. Von Blutwerten und co bis hin zu Therapie, Reha etc.

Wenn er völlig zusammenbricht, würde sich euer Alltag auch umstellen.


Ist es bei ihm Branchenbedingt, dass der Druck zugenommen hat?
Wie geht es anderen bei seinem Arbeitgeber?

(25) 13.01.19 - 13:32

Hallo,

kann es sein, dass Dein Mann Angst hat, dass "nichts mehr kommt"? Sein Leben läuft auf festen Gleisen: Er hat einen Beruf gelernt, hat eine Ehefrau, Kinder, einen Job und bis zur Rente noch 32 Jahre Arbeit vor der Brust. Ändern im Sinne von neu gestalten kann er von all dem nur eins, und das ist der Arbeitgeber. Wenn aber drei Arbeitsstellen in vier Jahren immer nur doof waren, wird ihm auch die vierte Anlass zum Meckern bieten. Kurz gesagt: Man macht es sich leichter, wenn man sich auch einfach mal für Zufriedenheit bzw. zumindest für Akzeptanz ENTSCHEIDET.

Wenn das sein Problem ist, muss er sanft eingenordet werden, denn er hat sich für dieses Leben entschieden. Frag ihn, was passieren muss, damit er wieder das Schöne darin sehen kann. Und sag ihm auch das, was Du hier so schön schreibst: Auch bei DIR ist nicht immer alles Ponyhof, und einen ständig nörgelnden und jammernden Mann würde ich auf meinem Ponyhof nicht ertragen!

LG, andiamo

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