Vater schmeißt Mutter raus - Kind bleibt bei ihm

    • (1) 29.01.19 - 22:15

      Hallo Ihr Lieben....
      Bin gerade etwas aufgewühlt. Hier ein paar Eckdaten. Mir der Kindsmutter bin ich verwandt.
      Mutter und Vater mit einem 3 jährigen Kind. Der Vater ist aufgrund einer überstandenen Krankheit arbeitsunfähig (arbeitet nur noch im Ehrenamt), die Mutter hat Vollzeit gearbeitet und hat aufgrund der Überlastung von Beruf/ Haushalt / Partnerschaft ein Burnout bekommen und wurde in einer Klinik behandelt.
      Wohnen tun die drei in einer eigenen Wohnung in der Nähe seiner Eltern.
      Sie hat wohl zu ihm gesagt, dass sie das mit ihm nicht mehr schafft, daraufhin hat er sie rausgeworfen (die Whg gehört ihm), und das Kind hat er behalten.
      In der Regel war sie arbeiten und das Kind wurde hauptsächlich von ihm versorgt.
      Sie ist zu ihren Eltern gegangen(ca 15 km weiter) , fängt nächste Woche mit einer ambulanten Behandlung für wenige Wochen in einer Tagesklinik an.
      Er behauptet jetzt, sie hätten schon lange besprochen, dass das Kind nicht aus dem kiga rausgerissen wird und er es unter der Woche hat und sie es am Wochenende haben kann.
      Sie ist jetzt natürlich fix und fertig und weiß nicht, was sie machen soll. Eine Einigung im Guten scheint es da nicht zu geben. Sie war mit ihren Eltern beim Anwalt (ohne Kindsvater) und der sagt, dass der Vater die Bezugsperson ist.
      Hat die Mutter noch irgendeine Chance auf ihr Kind? Vielleicht auch nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung????
      Danke fürs Lesen
      Andrea

      • Ja, natürlich. Sie könnte ganz regulär den Umgang regelmäßig wahrnehmen und das möglichst schnell. Außerdem sollte sie Interesse an ihrem Kind bekunden und bei allem dabei sein. Vielleicht sucht sie sich ja eine Wohnung in der Nähe des Vaters und vielleicht ist irgendwann ein Wechselmodell möglich. Das vom Vater vorgeschlagene Umgangsmodell Woche ... Wochenende ist eigentlich für sie in ihrer Situation optimal. Wäre es der Mutter denn lieber sich um das Kind während der Tagesklinik zu kümmern? Gerade jetzt in der Zeit, wo Kinder so oft krank werden? Ich sehe jetzt nicht, wo hier keine Einigung im Guten möglich ist bezüglich des Kindes.

        Nur, dass er sie rauswirft, ist eigentlich nicht möglich. Sie hätte sich da wehren können und müssen. Das war ihr eigentlicher Fehler. Nur jetzt hat sie schon Tatsachen geschaffen.
        Der Anwalt hat Recht - der Vater ist die Bezugsperson. Im umgekehrten Fall (also wären Mann und Frau vertauscht) würde hier niemand annehmen, dass die Mutter nicht die Hauptbezugsperson wäre.

        • Schwierig.... Wenn ich mir vorstelle, mein Mann würde mich raus werfen, ich würde niemals ohne meine Kinder gehen. Vielleicht konnte sie sich in dem Moment einfach nicht wehren, aufgrund ihres Burnouts. Ich weiß es nicht.
          Ich dachte immer, dass in so einem Fall beide Elternteile zum Anwalt gehen und dann hin und her verhandelt wird.
          Während ihrem Aufenthalt in der TKL macht das mit den Wochenenden jetzt bestimmt Sinn.

          • Sie könnte doch das Kind ohnehin nicht in dem Umfang betreuen, den der Vater bislang geleistet hat, warum sollte sie es denn dann mitnehmen?

            Die Regelung, dass das Kind bei der/demjenigen, der/die das Kind bislang hauptsächlich betreut, lebt, ist doch praktisch Standard und eine andere Lösung ist doch weder jetzt, noch in absehbarer Zeit realistisch und sinnvoll.

            Es muss jetzt nur noch eine Umgangsregelung für Mutter und Kind gefunden werden, sei es die klassische Jedes-Zweite-Wochenende-Regelung oder etwas Ähnliches.

            Gruß
            W

                • Ja das stimmt.... Beide Elternteile werden ihr Kind lieben. Somit wäre das einzig gerechte das Wechselmodel!

                  • Gerecht für wen? Für die Mutter? Für beide Eltern?

                    Ich schrieb unten schon, dass ich das Wechselmodell wirklich mag. Nicht weil beide Eltern dann gerecht behandelt werden, sondern weil das Kind beide Elternteile gleich oft sieht. Noch besser wäre ein Umgang, bei dem keine festen Größen festgelegt werden müssen. Wenn das Kind zum Papa möchte, darf es ihn auch außer der Reihe besuchen.

                    Das funktioniert aber nur, wenn beide Eltern nicht mehr verletzt sind und den anderen nicht verletzen wollen. Wenn sie einander vertrauen und den anderen als gute/n Mutter/Vater sehen können. Solange Rosenkrieg herrscht, wird das Kind leiden, erst Recht, wenn es jede Woche zum anderen Elternteil MUSS, ohne Rücksicht auf seine Gefühle. Das Wechselmodell ist auch nicht für jedes Kind das Richtige. Behalte das Kind im Blick, nicht die Wünsche deiner Verwandten.

          Und genau da liegt dein Denkfehler.
          1. Es ist illegal jemanden „auf die Straße“ zu setzen. Das darf weder ein Vermieter, noch ein Exfreund.
          2. Es ist genauso illegal bei GSR ohne Zustimmung des anderen Elternteils den ständigen Wohnsitzes des Kindes zu ändern. Du könntest also gar nicht mit Kind gehen ohne Zustimmung des Vaters.

          Der Punkt, wo die Mutter hätte ansetzen müssen, war der „Rauswurf“ - dagegen hätte sie sich wehren müssen.

          Dass du eine emotionale Entscheidung im Sinne der Mutter triffst (und wir Mütter wohl alle so treffen würden, wenn wir selbst betroffen wären), ist logisch - du bist mit ihr verwandt. Nichtsdestotrotz ist der vom Vater vorgeschlagene Umgang sehr entgegenkommend für die Mutter. Sie könnte es doch eh nicht anders. Derzeit kann sie sich noch nicht einmal richtig um sich selbst kümmern. Sie muss erstmal ihr eigenes Leben wieder geregelt bekommen, dann kann sie sich um umfangreichere Umgangszeiten bemühen. Eigentlich sollte sie dem Vater dankbar sein, dass er das Kind nehmen und betreuen kann - das würden nicht alle Väter machen.
          Die Entscheidung, wo ein Kind lebt, wird prinzipiell im Hinblick auf das Kindeswohl getroffen. Es geht hier nicht um die Gefühle von den Eltern.

    Aber - zumindest momentan - ist diese Lösung für das Kind doch am Besten.

    Die Mutter
    a) hat keine eigene Wohnung
    b) ist wegen Überlastung krank. Die Überlastung wird doch nicht weniger, wenn sie sich jetzt um ihre Therapie, alleine um's Kind kümmern und eine neue Wohnung suchen muss.

    Der Vater ist
    a) Hausmann
    b) primäre Bezugsperson für's Kind
    c) derjenige, dem die vertraute Familienwohnung gehört

    Und: Die Mutter verliert ihr Kind doch nicht. Ich finde die Regelung 'Jedes Wochenende bei ihr' unter den gegebenen Umständen durchaus ok.

    Grüsse
    BiDi

    • Mit den Punkten, die Du zum Vater schreibst, hast Du durchaus recht. Allerdings soll das anscheinend dauerhaft so bleiben. Ich weiß es auch nicht. Um die Wohnung würde es nicht mal gehen. Sie ist bei ihren Eltern. Das ist eine riesen Landwirtschaft mit Mehrgenerationenhaus. Da könnte sie theoretisch mit 5 Kindern einziehen. Da ist nie einer allein.
      Hätte er sie aber so einfach rauswerfen können, und das Kind behalten können???

      • Was heißt denn "das Kind behalten"? Das Kind ist da, wo es immer war, bei dem Elternteil, der es bis jetzt hauptsächlich betreut hat und die Mutter ist ohnehin zur Zeit überfordert.
        Es ist doch nett, dass er das Kind nicht auch auf die Straße setzt und SIE hat doch gesagt, dass sie "es mit ihm nicht mehr schafft", worauf immer sie damit hinaus wollte.

        Merkst du eigentlich, dass du über das Kind schreibst, als wäre es eine Sache? Ein Kind ist doch nichts, was man "behalten" kann. Würdest du auch so denken, wenn sie das Kind einfach "mitgenommen" und aus seinem gewohnten Umfeld gerissen hätte?

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