Sollen wir was sagen?

    • (1) 03.02.19 - 19:32
      Bibiblocksberg18765

      Guten Abend,

      wir haben ein befreundetes paar das zwei jungen hat. 9 und 4 Jahre. Wir sehen uns ca 1x im Monat und man bekommt immer mehr mit. Zum Beispiel, hat man den großen schon sehr grob am Arm gepackt weil er nicht still gesessen ist so, dass er weinen musste, der kleine gar schon ein Klaps auf den Po bekommen und man hat ihm den Stift aus der Hand geschlagen weil er nicht hören wollte.
      Die Kinder werden ins Zimmer geschickt wenn sie nicht "gehorsam" sind. Das Essen ist beendet wenn jemand nicht brav isst und Quatsch macht. Hausaufgaben eskalieren ständig und sie werden oft angeschrieen.
      Heute haben sie zu dem großen gesagt er ist peinlich und er ist schon wieder so doof, dass man nicht mit ihm spielen will.
      Sie werden schon oft angeschrieen und runter gemacht. Es wird oft gesagt, du bist selbst schuld wenn du nicht laufen kannst - hör auf zu heilen, du hier peinlich, Schweine dürfen nicht am Tisch essen, du kommst gleich in dein Zimmer, du nervst, sei nicht so geizig usw.

      Wir haben jetzt wirklich viel gesehen und jedesmal bin ich fassungslos wie man mit seinen Kindern umgehen kann. Es sind Kinder und keine Monster.
      Ich habe ihnen schon Mal vorgeschlagen, eine Familienhilfe zu holen aber sie möchten das nicht. Wir sind am überlegen einfach Mal knallhart alles zu sagen und wie wir es sehen - das sie die Bindung zu den Kindern kaputt machen, das Selbstwertgefühl und uns die Kinder einfach nur leid tun. Ich habe schon viele Tipps, Bücher und ähnliches vorgeschlagen aber sie wollen nichts ändern.

      Würdet ihr einfach Mal knallhart sagen, was ihr von ihnen im Thema Kindererziehung haltet,? Vermutlich werden sie danach nichts mehr mit uns reden aber wir fühlen uns irgendwie auch schlecht wenn wir nichts sagen.

      • (2) 03.02.19 - 19:53

        Ja, das würde ansprechen. Man kann das ja sogar ohne Vorwurfshaltung hinbekommen, sondern Beobachtungen schildern und nachfragen, was sie sich davon versprechen.
        Wenn ich ein Verhalten sehr irritierend finde, aber erst Recht, wenn ich Kindeswohl gefährdet sehe, spreche ich das an. Wir hatten das auch schon im Freundeskreis und sind immer noch befreundet. Es gibt Leute, die sind gar nicht mal so undankbar für eine Außenperspektive, mich selbst eingeschlossen. Eure Bekannten klingen allerdings nicht so, als ob sie sich darüber freuen.
        Aber mal im Ernst: Was ist denn die Alternative? Zuschauen? Könnte ich nicht....

        Ihr habt ihnen ja schon vorgeschlagen, dass sie sich Hilfe holen sollen. Viel mehr könnt ihr nicht machen. Wie sie ihre Kinder erziehen ist ihre Sache.
        Wenn ihr meint, dass die Kinder gefährdet sind, könnt ihr es dem Jugendamt melden.

        Du schreibst es hier so dass es so dramatisch klingt, aber die Dinge die du hier aufzählst sind teilweise gängige Erziehungmethoden.
        Z. B. Wer sich nicht benimmt muss eben in sein Zimmer gehen.
        Das kommt auch immer auf die Kinder an. Es gibt Kinder bei denen solche Konseqenzen nie notwenig sind weil sie immer "brav" sind. Bei anderen eben schon.

          • Ja, wenn z.B. mein Sohn mir gegenüber in der Öffentlichkeit eine große Klappe hat oder sich gegenüber anderen Wichtig tut, sage ich ihm ehrlich, dass ich das peinlich finde.

            Und wenn meine Tochter sich nach mehrmaliger Aufforderung ihre Haare beim Essen nicht zusammenbindet und diese in die Suppe hängen, kann es vorkommen, dass ich sie Schwein nenne.

            • (6) 03.02.19 - 21:41

              "Du nervst","Schweine dürfen nicht am Tisch essen", "so doof dass man nicht mit Ihnen spielen will", "Stift aus der Hand schlafen".

              Das klingt normal ?!

              • (7) 03.02.19 - 21:58

                Genau das ist das gutschigutschieitetei Verhalten!

                Wenn sich ein Kind in dem
                Alter am Tisch wie ein Schwein verhält, darf man das nicht sagen? Was denn? Zum Millionsten mal „schnuckimucki, nimmst du bitte deine Flösschen aus der Soße, machst dein Schnütchen beim Kauen zu und malst keine Bilder auf den Tisch mit Pürree?“ Was ist an der Aussage schlimm?

                Ja, wenn sich ein 9-jährige völlig daneben benimmt, darf ich ihm auch sagen, dass das ziemlich blöde ist, und so sicher niemand mit ihm spielt. Dieses „Justin Hasi, schön ist das aber nicht, wenn du Chantale anspuckst und ihr an den Haaren ziehst. Mach das mal liebe nicht, sonst ... ach nichts sonst! Mach ruhig weiter - ist süß! Keine Ahnung warum die Chanti nicht mit dir spielt!“ ist doch völlig sinnfrei.

                Ja, und wenn ein Kind zB immer und immer wieder dazwischen quatscht, nervt das. Da gäbe es noch viele Beispiele. Findest du es besser es dann einfach reden zu lassen?

                Stift aus der Hand schlagen?! Hmmm, das ist relativ. Aus der Hand „schlagen“ hört sich bei dieser Art der Schilderung ziemlich übersramatisiert an.

                Man kann auch ehrlich, streng, konsequent UND liebevoll sein. Die TE bekommt nur einen Tag von 30 mit. Unrelevant!

                • Oh je...

                  (9) 04.02.19 - 10:20

                  Genau welches Verhalten? Ich habe gar kein Verhalten beschrieben. Sei´s drum:

                  Es besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Erziehen eines Kindes und dem Beschimpfen und Anschreien eines solchen.

                  Auch bei uns wird am Tisch gegessen und zwar vernünftig. Ich würde meine Kinder aber nie als Schwein bezeichnen. Ebenso würde ich meine Kinder nicht als peinlich oder "zu doof" bezeichnen. Und schon gar nicht anschreien.

                  Und zwar aus einem einfachen Grund: Ich will nicht, dass meine Kinder so sprechen. Ich erziehe meine Kinder sicherlich nicht , in Deinen Worten, "gutschi-gutschi-mäßig". Es wird bei uns zB ausschließlich am Tisch gegessen und getrunken. Es gibt nur Essen und Trinken in der Küche (bzw. auf der Terrasse im Sommer) am Esstisch. Es wird nach jedem Spielen aufgräumt und so weiter und so weiter.
                  ABER: Ich beschimpfe meine Kinder nicht. Und ich schreie sie sicherlich nicht an.
                  Schreien und beschimpfen ist ein Ausdruck des eigenen Scheiterns.
                  Ich schreie auch nicht meinen Mann an oder meine Kollegen. Wieso sollte ich meine Kinder anschreien?

                  Kein Kind wird "nervig" oder "peinlich" geboren. Wenn man also seine Kinder als "peinlich" oder "nervig" empfindet, oder den Umgang der Kinder mit Mitmenschen missbilligt, kann man sich bei sich selbst bedanken.

                  Bin gerade geschockt wie viele Befürworter der Beitrag hat. Dann darf man sich ja wohl nicht wundern, wenn diese Kinder später den Kontakt zu den Eltern meiden. Die Psychotherapeuten werden auch nicht arbeitslos.
                  Leute, Kinder sind keine Soldaten, die Befehle zu befolgen haben. Sie haben die gleichen Rechte wie Erwachsene mit dem einzigartigen Unterschied, daß sie paar Jahre weniger Lebenserfahrung haben. Aber sogar genau deswegen sind Kinder in vielerlei Hinsicht kompetenter als wir, weil sie eine unvoreingenommene Herangehensweise in manchen Sachen haben und von unserem kranken System noch nicht infiziert sind. Man kann sich viel von den Kindern angucken: ihre Lebensfreude, Dankbarkeit, Spontaneität, Neugierde, Begeisterung, Lernfähigkeit, hohe Frustrationstoleranz, Hingabe und und und...
                  Empfehle das Buch vom Caspar Juhl "Mein kompetentes Kind"

                (13) 04.02.19 - 19:18

                Und wie irrelevant ist ein Kind so grob am Arm packen, dass es weint, Klapse auf den Po und häufiges Anschreien?

                Ganz ungeniert übrigens, im Beisein anderer?

                Ich kann es mal wieder nicht glauben, wie sehr physische und auch psychische Gewalt nach wie vor als gängige, normale Erziehungsmethodik und dann noch mit beschönigenden Worten wie ehrlich, streng, konsequent und liebevoll hierzulande geduldet wird.

                Das sah man ja schon an den Reaktionen auf den Film Elternschule - und daran, wie viel Sternchen du für diesen verharmlosenden und nicht einmal sonderlich witzigen Beitrag erhalten hast. Da nutzt auch die ganze Chantal-Satire nichts, die mittlerweile doch sowas von abgelutscht sein dürfte....

      "Gängige Erziehungsmethoden"?? Wo bist du denn aufgewachsen? Im Knast? Möchte nicht dein Kind sein

Ich würde etwas sagen. Vorwurfsfrei und ihnen versichern, dass Kindererziehung harte Arbeit ist und du es verstehen kannst, dass man manchmal an seine Grenzen kommen kann und du als Außenstehender objektiv xy dazu sagen kannst. Wenn man in seinem Trott steckt, bekommt man vielleicht einiges nicht mehr mit usw.

Ich hab nicht rausgelesen, ob ihr auch Kinder habt? Weiß nicht, ob man als nicht-Mutter ernstgenommen wird.

Ihre Regeln sind eigentlich nicht schlecht. Aber der Ton macht halt die Musik.

Hier ist es auch so, dass das Essen beendet ist, wenn jemand Mist macht und nur mit dem Essen spielt. Aber natürlich respektvoll und nicht erniedrigend. Und natürlich mit Vorwarnung.

Schlimm finde ich, dass die Kinder erniedrigt werden (du bist peinlich usw) das geht gar nicht und schadet womöglich mehr als der Klaps (nicht das ich des verherrlichen würde)!

(16) 03.02.19 - 20:14

Das ihr die Erziehung eurer Freunde nicht für richtig haltet mag sein aber solange es den Kindern soweit gut geht ist es ihre Sache . Ich finde es immer schwierig. Du glaubst das ihr viel mit bekommt bei 1 X im Monat kennst du die Kinder aber so gut auch nicht . Ich finde z. B. das man mit 9 und 4 Jahren erwarten kann das die Kinder vernünftig essen und nicht rumkaspern . Hausaufgaben hast du selber ein Schulkind ? Eskalierende Hausaufgaben kommen in vielen Familien vor . Habt ihr zwei Jungs ? Jungen sind etwas anderes wie Mädchen bei zwei davon geht die Post manchmal ordentlich ab . Deswegen müsst ihr die Erziehung nicht gut heißen aber was ich sagen wollte ich finde es noch schwieriger etwas zu sagen wenn man nicht richtig mitreden kann .

  • Psychische Wunden machen sich erst spät bemerkbar. Das Selbstwertgefühl der eigenen Kinder zu zerstören ist keine Erziehung, sondern Straftat.
    ****vom urbia-Team editiert****

    • (18) 04.02.19 - 09:17

      Mädchen sind anders als Jungs.
      Wer behauptet, Jungs wären nicht anders als Mädchen, hat keine Ahnung. Sorry.

      Wir haben eine 11-jährige Tochter und einen 9-jährigen Sohn und kennen somit auch diverse andere Mädchen und Jungs.

      Jungs sind allgemein wilder und weniger leicht zu lenken. Die brauchen ganz klare Ansagen und Konsequenzen, sonst laufen sie aus dem Ruder.
      (Das ist bei unserer Tochter zwar auch so, aber sie ist damit eine Ausnahme unter den Mädchen.)
      Jungs streiten eher körperlich, Mädchen eher mit Worten. Unter Brüdern geht es teilweise ganz schön ab mit Prügeleien. Deswegen bin ich froh, dass wir nur einen Jungen haben. #schwitz

      Um die armen Jungs nicht völlig nieder zu machen, muss ich aber sagen, dass Jungs meistens offen vorgehen und nicht hinten herum Intrigen spinnen, wie viele Mädchen.
      Das finde ich wiederum sympathischer an ihnen.

      • (19) 04.02.19 - 09:22

        Wer heute immer noch in alten Rollen feststeck und damit auch noch versucht verbale Gewalt zu normalisieren, dem empfehle ich mal zum warm werden z.b. folgende Doku: https://www.zdf.de/dokumentation/no-more-boys-and-girls

        • Brainwash - The gender equality paradox
          https://www.youtube.com/watch?v=tiJVJ5QRRUE

          Wikipedia: Hjernevask (norwegisch für „Gehirnwäsche“) ist eine mehrteilige Fernsehdokumentation des norwegischen Soziologen und Medienschaffenden Harald Eia aus dem Jahre 2010. Sie beschäftigte sich vor allem mit dem Thema „nature versus nurture“, also der Frage, ob vorrangig die Natur das Wesen eines Menschen bestimmt oder vielmehr die Kultur und Erfahrungen es prägen.
          In der ersten Episode geht Eia vom sogenannten Gleichstellungsparadox aus. Das Gleichstellungsparadox („gender equality paradoxon“) bezeichnet den Umstand, dass sich die meisten Frauen trotz intensiver staatlicher Fördermaßnahmen immer noch für andere Berufe entscheiden als die meisten Männer – und umgekehrt.

          Großartige, absolut sehenswerte Doku!

      (21) 04.02.19 - 12:48

      Da ist mein Sohn wohl eine Ausnahme. Bei uns klappt alles ohne Ansagen, auf eine liebevolle und entspannte Art und Weise.

      • Anscheinend hab ich hier auch Ausnahmen. Mein Sohn ist ein eher ruhiger Typ, bei dem man mit liebevoller Konsequenz weit kommt. Meine große Tochter hingegen... hui. Und meine kleine Tochter, neun Monate, wird mal genauso wie die Große, da gehe ich jede Wette ein.
        Ich stimme übrigens all deinen Beiträgen in diesem Thread zu. Ich schreie auch manchmal und ja, habe auch schon mal mein Kind am Arm gezogen, aber so fest, dass es weint, noch nie. Jedes Mal, wenn ich aus der Haut gefahren bin, entschuldige ich mich.
        Und klapsen? Beleidigen? Finde es krass, wie viele das hier als normal empfinden.

    (23) 04.02.19 - 19:17

    Genau dieses denken bewirkt diese Unterschiede. Es ist eine sich seibsterfüllnde Prophezeiung . Wenn man dieses "Jungs sind so und so" lebt, werden die Kinder selbstverständlich auch so. das ist aber nicht im Kopf der Kinder, sondern die Prägung.

(24) 03.02.19 - 20:22

Ob man bei einmal sehen im Monat den Alltag beurteilen kann, wage ich zu bezweifeln.

Vieles davon finde ich nicht dramatisch. Aufs Zimmer schicken findest du schlimm?
Hausaufgaben können schon mal eskalieren - sehr kinderabhängig. Seid ihr schon sei weit?
Das Essen beenden wenn Quatsch gemacht wird ist für dich echt so ungewöhnlich? In dem Alter der Kinder sollten die vernünftig essen können - wenn nicht wäre das auch bei mir beendet. Schweine gehören nicht an den Tisch.
Wenn man sich blöd benimmt, möchten andere nicht mit einem spielen. Wahre Aussage!

Ich finde, du hörst dich überdramatisch an.

Ich finde es eher ein Unding, wenn in Familien Kinder (in dem Alter) essen dürfen wie Schweine, sich benehmen dürfen wie der Teufel, alles gutschigutschieiteitei ist & man immer schön knuffig miteinander spricht, auch wenn sich das Kind voll daneben benimmt,...
Keine Konsequenzen sind (für mich) eher schlecht, als konsequent und streng zu erziehen.

  • (25) 03.02.19 - 23:55

    >>>In dem Alter der Kinder sollten die vernünftig essen können - <<<

    Und die Eltern der Kinder sind in einem Alter, in dem sie einen vernünftigen Umgang mit ihren Kinder pflegen sollten.

    Warum wird so oft von Kindern mehr erwartet/verlangt als von Erwachsenen?

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