Ehemann hat anscheinend ein Alkoholproblem

    • (1) 10.02.19 - 11:37

      Hallo Ihr Lieben,

      Ich bin neu hier und bräuchte mal einen Rat. Vllt könnt ihr mir ja helfen.

      Folgendes:

      Ich 34 bin seit 3 1/2 Jahren verheiratet. Wir haben 4 Kinder (2 aus früheren Beziehungen) und zwei gemeinsame Kinder.

      Mein Problem ist, mein Mann trinkt gerne mal Alkohol, was für mich grundsätzlich kein Problem darstellt. Fakt ist aber das , wenn er trinkt hört er nicht mehr auf und beläuft sich, so das er nix mehr mitbekommt. Er ist berufstätig und trinkt auch ab und an sein Feierabendbierchen( was wie gesagt für mich kein Problem darstellt) .

      Erst neulich war ich bei einer Freundin und haben ihren Geburtstag gefeiert,wo ich dann auch MAL ( was ich sonst NIE mache) ,getrunken.
      Nun ist er der Meinung mir dieses vorzuhalten und mich vor anderen Leuten so dermaßen bloßzustellen.
      Als Rache kam er dann heute früh 8.00 Uhr sturzbetrunken nach Hause und ist der Meinung ich seie der Grund warum er trinkt/säuft.

      Das kann doch nicht normal sein? Mit ihm kann man aber auch nicht sprechen darüber.. da wird er dann auch gleich ausfallend.

      Was kann ich tun damit er versteht das es nicht gut ist für ihn und für die Familie?

      Bitte dringend um Rat.

      Lg

      • Hallo,
        Alkohol ist ein Lösungsmittel.
        Es löst einen von der Familie, vom Job...
        Die meisten kapieren es erst, wenn sie alles Wichtige verloren haben. Leider.
        Alles Liebe

        Huhu...also ohne Einsicht seinerseits wird es schwer sein etwas zu ändern.

        An wie viel Tagen pro Woche trinkt er denn? Verlaufen die alkoholfreien Abende entspannt? Hast Du ihn so kennengelernt oder hat sich das Verhalten verschlimmert?

        Für mich klingt das nach einem starken Alkoholproblem (da Kontrollverlust, Null Einsicht etc.). Es ist nur die Frage, ob er da an sich selbst arbeiten kann bzw. WILL oder externe Hilfe benötigt.
        Fakt ist, dass Du ohne seine Einsicht nichts machen kannst.
        Aber ich würde das Verhalten keinesfalls weiter unterstützen oder tolerieren!!!
        Liebe Grüße

        Am besten du wendest dich an eine Beratungsstelle für Angehörige, z. B das blaue Kreuz oder die Caritas.
        Es gibt online einige selbsttests zum Thema alkohol, z. B. Kenne dein Limit (oder so ähnlich), da kannst du mal einen machen für deinen Mann, um das Problem besser einschätzen zu können.

        Alles Gute

      • Arme Kinder ... muss schlimm sein das mitzuerleben- du hast Handlungsbedarf!

        Hi,

        meiner Meinung nach hat er ein Alkoholproblem. Ich würde an deiner Stelle zu einer Beratung für Familienangehörige gehen.

        Niemand ist dran schuld, wenn der Partner säuft! Das ist die Ausrede schlechthin - aber die braucht so ein Mensch, um das Saufen vor sich selbst zu rechtfertigen. Was er (oder sie) der Familie/den Kindern damit antut ist ungeheuerlich. Aber wie gesagt, solche Menschen sind uneinsichtig in der Situation. Daher musst DU handeln! Denn wenn du es nicht tutst, bist DU dann aber wirklich daran schuld und zwar im Bezug darauf, welches Leben du deinen Kindern zumutest. Für dich selbst auch! Denn wenn du nichts aktiv dagegen unternimmst, stellst du dich auf die gleiche Stufe wie dein Säuferpartner! Dann suchst du nämlich AUCH nach Ausreden, warum das so ist und "nur ein Feierabendbierchen" - im gleichen Satz wie "er kann nicht aufhören wenn er angefangen hat" - ja was nun? Du suchst Ausreden, um nichts unternehmen zu müssen, um weiter in der Illusion leben zu können, dass alles in Ordnung ist.

        Wach auf!!!! Heb deinen Hintern, auch deinen Kindern zuliebe, hoch und stelle wenigstens DU dich dem Problem. Suche dir Hilfe bei der Suchtberatung. Sei stark!

        VG
        Gael

        • Vielen Dank für eure Meinungen, ich werde es mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen und in den kommenden Tagen mir Hilfe suchen.

          Besten Dank

          Lg

          • Das ist gut.
            Und auch wenn immer direkt gegen den Alkohol trinken so extrem gehetzt und verurteilt wird (was ich traurig finde).....
            Man sollte nicht vergessen, dass es eine Sucht ist, eine ernst zu nehmende Krankheit.
            Diese Menschen handeln (in den meisten Fällen) nicht bewusst - sie KÖNNEN nicht anders.
            Man kann da schneller reinrutschen als man denkt.
            Ich würde nicht immer gleich VERurteilen. Das sind dadurch keine schlechteren Menschen (evtl. nur schwächere).
            Es gibt immer eine Ursache für die Alkoholsucht und die sollte man zuerst versuchen herauszufinden.
            Kein Alkoholiker möchte freiwillig seine Familie zerstören oder seinen Job verlieren etc.
            Natürlich brauchen die meisten erst mal Druck und müssen fallen um den Ernst der Lage zu verstehen, aber das kann man auch gemeinsam schaffen.
            Natürlich nicht ohne Einsicht. Aber ich finde es trotzdem traurig, dass Alkoholiker immer direkt als böse Menschen dargestellt werden.
            Alkohol auch keine Ausrede, diese Menschen haben ein ernsthaftes psychisches Problem. Alkohol ist das Mittel zum Zweck - weil sie nicht anders KÖNNEN! Diese Reaktionen sind reiner Selbstschutz
            - weil sie sich ihre Sucht nicht eingestehen können. Aber es hat sicherlich nichts mit WILLEN zu tun. Wenn es nur mit WILLEN gehen würde, gäbe es das weit verbreitete Problem mit dem Alkohol nicht. Ich würde daher versuchen zu unterstützen und die Ursache herauszufinden. Und natürlich das Verhalten nicht mehr dulden. Gerade wenn die Kinder dabei sind. Die leiden mit (auch wenn ihr das nicht bemerkt).

            • Die Ursache herauszufinden für die sucht ihres Mannes ist aber nicht die Aufgabe der Frau. Sondern die Aufgabe des alkoholkranken.

              Ansonsten bin ich bei dir.

              • Nein, natürlich kann das nur der Mann selbst. Aber es kann vieles erleichtern wenn man eine starke Schulter hat, die hinter einem steht. Wenn man versucht gemeinsam Wege zu finden.... Natürlich ist der Wille bzw. die Einsicht da absolute Voraussetzung.
                Aber nur mit Druck wird es nicht unbedingt einfacher. Schließlich sind ja auch Kinder im Spiel und gemeinsam ist man normalerweise immer stärker.... Liebe Grüße

                • Klar, sollte auch Verständnis da sein und nicht nur Druck.

                  Daran, eine starke Schulter zu sein zerbrechen aber auch viele Angehörige.

                  Ich denke, der erste Schritt sollte sein, sich klar zu machen, das man weder Schuld daran trägt, dass der Angehörige trinkt, noch das es in der eigenen Macht läge, ihn zum aufhören zu bewegen ( oder ihn auf ein erträgliches Maß zu bringen).

                  • Nein, da hast Du recht. Das kann man alles nicht pauschal sagen. Es kommt wirklich auf den Ausmaß des Alkoholkonsums bzw. das Stadium des Alkoholismus und die Einsicht an.
                    Ich kenne wirklich Fälle, die es ohne fachmännische Hilfe mit Unterstützung der Familie geschafft haben. Aber ich kenne natürlich auch Fälle, wo die Familie daran zerbrochen ist. Ich würde mich auch als erstes fachmännisch beraten lassen.

      Hi,

      wenn bei ihm keine Einsicht vorhanden ist, dann kannst du das vergessen.
      Bei uns war das so, dass mein Mann und ich immer fiesen Streit bekam, wenn wir was getrunken hatten. Er wurde extrem fies und warf mir immer uralte Klamotten vor, die sich wohlgemerkt VOR unserer Beziehung abspielten (also ehemalige Liebschaften von mir). Irgendwann war ich es leid und warf ihm das Telefonbuch aufs Bett (ja, ja, ist schon lange her #schwitz) und habe ihm gesagt, dass er sich einen guten Scheidungsanwalt raussuchen soll und habe angefangen, meine Sachen zu packen.
      DANN hatte er es kapiert und es ist nie wieder so eskaliert.
      Mein Mann und ich haben gerne Alkohol getrunken, bis wir gemerkt haben, dass es uns gesundheitlich nicht gut tut. Wir trinken nun seit 6 Monaten keinen Tropfen mehr--aber wir stehen auch beide dahinter und sind uns einig. Wir sehen ja beide, dass es uns nicht gut tut.
      Du kannst ihm also anbieten mit ihm gemeinsam auf den Alk zu verzichten oder eben die Konsequenzen aufzeigen, wenn er nicht einsichtig ist.

      lg

      Hallo,

      Du kannst ihn nicht ändern, nur Deinen Umgang mit ihm.

      Überlege Dir, ob Du seine Trinkerei ertragen kannst - dann schweige dazu und lass ihn machen. Kannst Du es nicht ertragen, überlege Dir Deine Konsequenzen (Auszug, getrennte Schlafzimmer, offenes Reden im Bekanntenkreis über seine Trinkerei...), nenne sie ihm und sei in der Durchführung konsequent.

      Entschuldige ihn nicht mit Ausreden beim Arbeitgeber, wenn er nach zuviel Alkohol nicht aus dem Bett kommt - das ist seine Sache. Kann er Freizeitverabredungen nicht einhalten, weil er betrunken ist, ist das keine Erkältung, sondern Du gehst ohne ihn, weil er betrunken ist. Kurzum: Sein Suff, seine Verantwortung. Sprich nicht abwertend über ihn, aber nenne die Dinge beim Namen. Das ist erst schwer, aber Du wirst staunen, auf wie viel Verständnis Du triffst.

      Übrigens: Dass er Dich anzickt, weil Du ein Mal getrunken hast, ist eine Strategie und sollte Dir sagen, dass ihm sein Problem bewusst ist. Dich anzumotzen, lenkt von ihm ab.

      LG, andiamo

      "Was kann ich tun"

      Wende dich an eine Suchtberatungsstelle.

      Es gibt Beratung für Angehörige
      und wie diese damit umgehen können.

      Informiere dich zum Thema Co-Abhängigkeit
      und wie du als Angehörige damit umgehen kannst. Für dich und für deine Kinder.


      Wenn ein Termin nicht reicht, gehe immer wieder hin.
      Das Thema ist so komplex!


      Und dann kommt es darauf an:
      ist er bereit einen Entzug/Therapie zu machen?
      ist er es nicht?
      Welchen Grat hat er bereits erreicht?

      Welche Auswirkungen hat es bereits auf euer Familienleben?
      Bist du schon an dem Punkt der Co-Abhängigkeit oder darüber?

      usw.

      Das Thema ist komplex. Lass dich beraten, was für eure Situation passt und wie du (für dich und für eure Kinder) damit umgehen kannst.

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