Bitte um Meinungen

    • (1) 10.02.19 - 16:31

      Hi,ich brauche mal euren rat bzw eure Meinung zu einem Thema was uns sehr beschäftig und wo wir uns sehr unsicher sind. Es geht um folgendes : letzte Woche ist ganz unerwartet ein Kumpel von meinem Mann verstorben. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Eine schlimme Geschichte die uns sehr beschäftigt und traurig macht. Ich versuche mal unsere Bekanntschaft zu beschreiben den mir geht es darum das ich gerne von euch wissen möchte ob wir seiner Frau unsere Hilfe anbieten sollen/können oder ob das zu viel des guten ist und völlig unangebracht ist. Er und mein Mann kennen sich schon sehr lange,erstmal früher aus der Schule,dann ist der Kontakt irgendwann abgebrochen und durch einen gemeinsamen Freund dann geschäftlich wieder zustande gekommen. Mein Mann war geschäftlich alle 3 Wochen für oft 1-2 Stunden da über knapp 4 Jahre. Bei den treffen haben sie natürlich auch oft und viel privat gesprochen. Es kam aber von derer Seite nie zu privaten Einladungen zu Geburtstagen oder zum Grillen oder so.Ich war vielleicht 2/3 mal im Jahr dabei. Dazu kommt das wir die beiden kennen weil unsere Kinder zusammen zur selben Tagesmutti gegangen sind und sich sehr gut verstanden haben. Sie waren auch bei unserem großen auf dem Geburtstag und mein Mann hatte ihn zur Pinkelparty unseres kleinen eingeladen. Als die Kinder dann in unterschiedliche Kitas kamen haben wir am Anfang versucht uns Frauen mit Kids mal auf dem Spielplatz zu treffen was auch 2/3 mal zustande gekommen ist,ist dann aber aus Zeitgründen leider eingeschlafen. Mein Mann hat unseren großen aber ab und an mal mit genommen so das die Kinder spielen konnten. Für meinen Mann war er ein Kumpel und er hat sich ihm definitiv Freundschaftlich verbunden gefühlt. Wir sind so geschockt und traurig darüber. Als wir die Nachricht von einem gemeinsamen Freund hörten war es schrecklich. Wir wollten seine Frau erst anrufen haben uns dann aber überlegt ihr Ruhe und Zeit zu geben. Mein Mann wollte ihr bei der Beerdigung dann ein paar persönliche Worte sagen aber sie war wohl sehr kühl zu ihm (verständlich in so einer Situation). Wir überlegen jetzt ob wir ihr nicht nochmal etwas schreiben sollen und unsere Hilfe anbieten sollen ? Mir lässt das momentan einfach keine ruhe,sie tut mir so leid. Oder ist das nicht angebracht weil der Kontakt dafür vielleicht doch zu wenig war ? Danke fürs lesen . Ich hoffe ihr könnt das etwas nachvollziehen.

      • Hi, ich würde einen Brief schreiben mit lieben Worten. Was ihr Mann für deinen Mann bedeutet hat, wie er war so ein paar Worte. Es Euch sehr leid tut und auch wenn der Kontakt etwas eingeschlafen ist o.ä. Dass ihr gerne unterstützen würdet und Du auch gerne mal die Kinder sonst mit zu einem Ausflug nehmen würdet, damit sie mal Zeit für sich hat oder in ruhe was erledigen kann. Aber auch, wenn sie jemanden zum reden oder schweigen oder ablenken braucht, ihr da seid. Ihr könnt auch verstehen, wenn sie das nicht möchte, aber sie kann sich jederzeit und sei es erst in einem Jahr, bei euch melden.
        So das so inhaltlich und dann halt in schön geschrieben.

        • Die konkreten Vorschläge find ich gut.
          Nur niemals die Floskel verwenden "melde dich, wenn du was brauchst" Ich finde die einfach nur schrecklich nichtssagend. Niemand, der in Trauer ist, kann damit wirklich was anfangen. LG Moni

      Die Frage ist, ob ihr überhaupt für sie da sein könnt / wollt.

      Als meine Eltern starben hatte ich so viele Angebote wie "meld dich mal", "bin für dich da", "du kannst dich jederzeit melden".

      Das meiste waren nur Floskeln und von denen, die das sagten oder schrieben, war dann keiner da. Alltag, keine Zeit, schon so lange her usw.

      Es gab einige, die NICHTS versprochen haben. Diese waren einfach da.

      Auch heute noch wende ich mich zuerst an diejenigen, die nichts versprechen oder so. Vielleicht auch aus dieser damaligen Erfahrung heraus.

      Nette Worte schreiben finde ich ok. Zeig einfach, dass ihr da seid. Nicht, was ihr vorhabt sein zu können (oder auch nicht).
      Alternativ mit konkreten Angeboten. Aber nur solche, die euch in eurem Alltag wirklich möglich sind!

      Leere Versprechungen sind verletzend. Nur weil ihr hinterher merkt, dass euer Alltag weitergeht, wenn sie wirklich die Hilfe annehmen, dann tut eine Abweisung echt weh.

      Überlegt euch auch, warum ihr helfen möchtet. Aus Mitleid? Aus Angst, dass es eure Familie treffen könntet?
      Weil ihr sie nett findet?

      Mitleid ist oft kein guter Ratgeber.
      Nehmt sie ernst. Ihre Situation. Prüft was ihr realistisch geben/leisten könnt. Dann erst entscheidet.

      Ehrlichkeit fand ich in der Situation der Trauer viel angenehmer als vorgeheuchelte Hilfsbereitschaft, die dann nur Schall und Rauch war und sich manche trotz schriftlich nicht mal mehr daran erinnern konnten.

    • Oft getroffen habt ihr euch nicht. Somit ist es keine innige Freundschaft. Verstehst du was ich meine?Sollte sie wirklich Hilfe benötigen wird sie sich vermutlich bei Personen melden, die ihr näher stehen.
      Ich denke eine Trauerkarte mit ein paar lieben Worten reichen aus.

      Ich finde das schwierig. Der Mann war locker freundschaftlich mit deinem verbunden. Aber zum engen Freundeskreis gehörtet ihr nicht und mit der Frau bzw. ihr Frauen untereinander seid auch nicht befreundet. Der Kontakt bestand eher wegen der Kinder oder über deinen Mann.

      Ich fände es befremdlich, wenn mir eher entfernt befreundete Menschen in so einer Situation ihre Hilfe anbieten würden. Denen würde ich weder mein Herz ausschütten wollen noch die Kinder jetzt wieder zusammen bringen wollen - zumal eure und ihre im Grunde keine Berührungspunkte mehr haben und ebenso nicht eng befreundet sind.
      Womöglich seid ihr nicht die einzigen, die aus Mitleid plötzlich helfen wollen. Ich würde mich bedrängt fühlen. Ist aber nur meine Meinung.

      Bei solchen Schicksalsschlägen hält man sich meist an die Familie und an enge Freunde oder will sogar eher allein sein, um sich zu sortieren.

      Wenn es anders herum wäre und die Frau wäre verstorben, hätte dein Mann als Freund/Bekannter eine andere Verbindung zum Hinterbliebenen. Und du bist ganz, ganz weit weg. Sich 2-3 mal gesehen zu haben im Jahr, rechtfertigt m. E. kein Hilfsangebot in so einer Situation.

      Ein persönlicher Brief mit aufrichtiger Anteilnahme sollte genügen.

      • Vielen Dank an euch alle für eure Meinungen :-)

        Bei mir war es umgekehrt.

        Die meiste, effektivste Hilfe bekam ich von "entfernteren" Personen. Eben weil sie nicht so involviert waren. Weil sie nicht selbst in der Trauer steckten. Weil sie mich nicht sooo gut kannten und daher weniger Berührungsängste hatten.

        Freunde waren zwar da, waren aber auch befangener.


        Beides war irgendwie wichtig.

        Hilfsangebote aus Mitleid fand ich furchtbar. Egal von wem.
        Ernst gemeinte Hilfe, spontane Begebenheiten waren hilfreich. Auch besonders, wenn sie von außen kamen.

    Aus Erfahrung hab ich festgestellt, daß Angehörige in solchen Situationen dankbar dafür sind wenn sie jemanden zum Reden haben, auch wenn man dabei nur zuhört und nichts anderes sagen kann als "ich bin sprachlos und bestürzt".
    Es gibt natürlich auch Menschen, die sich zurück ziehen und erstmal nicht darüber reden wollen, aber das merkt ihr wenn ihr euch meldet. Ich würde auf alle Fälle anrufen/vorbei kommen und der Frau sagen, daß sie sich auf euren mentale Unterstützung verlassen kann. Wenn sie es aktuell nicht möchte, dann evtl paar Tage später - das würde ich ihr anbieten.
    Alles Gute

Top Diskussionen anzeigen