Fürbitten für Taufe

    • (1) 13.02.19 - 22:28

      Hey ihr Lieben 🙋🏼‍♀️

      Wir haben am Samstag die Taufe unserer Tochter und heute hatten wir das Taufgespräch. Ich hab mich bisschen gewundert warum das so spät ist aber der Geistliche meinte heute damit das Kind sich noch an seine Stimme erinnert. Soweit so gut das tut ja jetzt eigentlich nichts zur Sache.

      Er meinte dann die Fürbitten für die Taufe sollen wir uns selbst aus denken so macht er das immer. Ja das Internet ist voll mit Fürbitten für Taufen, nur ist es so ich möchte nicht genau die aus dem Netz nehmen weil ich das er was unpersönlich finde. Nur hab ich keine Ahnung wie man Fürbitten selbst entwirft 😅.

      Hab ihr vielleicht ein paar Ideen für mich mit denen ich arbeiten könnte 🤗

      Sag jetzt schon mal danke und einen schönen Abend noch

      Liebe Grüße Karo mit Anna

      • (2) 13.02.19 - 23:01

        Alles, was man Dir hier rät, ist doch auch „aus dem Internet“, von beliebigen Menschen nach deren Geschmack zusammengestellt. Ohne jeglichen Bezug zu Dir oder Deinem Kind.

        Wenn Du einigermaßen regelmäßig in der Kirche wärest, dann hättest Du sicherlich schon öfters Fürbitten mitbekommen und automatisch eine Vorstellung, wie die ungefähr meistens so lauten.

        Wenn Du so gar keine Vorstellung von Fürbitten hast, scheinst du keine regelmäßige Kirchgängerin zu sein (was vollkommen ok ist, jeder wie er mag).

        Warum dann aber der Perfektionsanspruch, dass diese ganz besonders sein sollen?
        Klingt so als ob Du das Rad neu erfinden möchtest und dann bitte noch perfekter als die Profis.

        Täte es nicht schon, etwas aus dem Internet als erste Inspiration zu kopieren und selbst bisschen umzuformulieren und anzupassen?
        Aus mehreren Versionen kann man doch „Bausteine“ zusammen suchen und stückweise für sich zusammenfügen.

        Die Überlegungen und Beweggründe, warum ihr euer Kind Gott anvertrauen und taufen wollt, müsst ihr schon selbst reflektieren. Das ist sehr persönlich und auch emotional, das kann hier kein Forenschreiberling für euch machen.

        Insgesamt sind es ja nur 4-6 Fürbitten, je nachdem wie viele Familien gleichzeitig ihre Kinder taufen lassen.
        Wenn Ihr alleine seid, könnt Ihr noch paar mehr machen.
        Starre Vorgaben gelten nicht, da ist viel Freestyle erlaubt und das ist das schöne daran.

        (3) 13.02.19 - 23:07

        Ein Taufgespräch so kurz vor knapp finde ich sehr seltsam und unprofessionell. Auch, die Eltern so alleine zu lassen mit dem Gebet.

        Sollt ihr das gesamte Fürbittengebet übernehmen, oder nur einen Teil davon?
        Soll es ein Gebet im konkreten Kontext der Taufe, oder das "ganz normale" nach der Predigt sein?

        Ganz allgemein kann man ein Fürbittengebet (normalerweise das Dankgebet unmittelbar davor) ungefähr so gliedern:
        - auf die Predigt eingehen (für die entsprechenden Themen bitten)
        - auf die konkrete Gemeinde eingehen
        - auf die weltweite Kirche eingehen
        - auf die gesellschaftliche, politische, etc. Lage eingehen
        - Überleitung zum Vater Unser

        Wenn also das "normale Fürbittengebet" sein soll, ist der Täufling nur ein Teil davon.

        Wie man das formuliert? Wie ein ganz normales Gespräch;-)
        Stell dir vor, was du Gott bitten würdest, wenn er dir direkt gegenüber stehen würde.

        Gedanken, die mir spontan kommen:
        - Bitte, dass Anna Gott erfahren kann - in großen und kleinen Dingen
        - Bitte, dass der Glaube in Anna Früchte trägt, dass sich der kindliche Glaube zu einem festen Glauben entwickeln kann
        - Bitte, dass Anna in schweren Situationen Gott an ihrer Seite spürt, dass sie Kraft erfahren kann, dass sie ihren Glauben bewahren kann
        - Bitte, dass Gott euch als Eltern und die Paten segnet und ihnen Kraft und Weisheit gibt, Anna im Glauben (und allgemein) zu erziehen, dass sie die richtigen Worte im richtigen Moment finden
        - Bitte, dass Anna ihre Taufe als sichtbares Zeichen von Gottes Liebe und Gegenwart erkennen und wertschätzen kann
        => Das wird allein dadurch persönlich, dass du es in deinen eigenen Worten formulierst und ggf. auch auf konkrete Situationen eingehen kannst

        Zwei weitere Dinge finde ich schön:
        1) Wenn man auch alle andere "Täuflinge" miteinbezieht
        -> die meisten, die in der Kirche sitzen, wurden zu irgendeinem Zeitpunkt getauft. Die Bitte, dass jeder (auch man selber) sich dessen noch mal neu bewusst wird und Gott neu erfahren kann, etc. Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes/Gottesnähe, der Vergebung der Sünden und der Neugeburt. Das alle Anwesenden sich dessen neu bewusst werden

        2) Wenn man noch einmal explizit auf den Taufspruch eingeht
        -> Beispiel: Ps 27,1: Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?
        => Herr, ich bitte dich, dass Anna auch in dunklen Zeiten erfahren darf, dass du ihr Licht bist. Zeige ihr dann den Weg und begleite sie. Sei ihre Kraft, wenn sie in schwierige Situationen gerät, sei ihr Mut, steh ihr bei, wenn ihr das Leben Angst bereitet.

        Vielleicht hilft dir das schon weiter;-)

        • (4) 13.02.19 - 23:25

          Hier mal ein paar Taufgebete aus dem evangelischen Gottesdienstbuch – die sind alle für den unmittelbaren Taufkontext, also kürzer. Beim „normalen“ Fürbittengebet würde man ein paar Bitten mehr nehmen.

          Wir bitten dich, unser Gott
          Bewahre alle, die in den Tod deines Sohnes Jesus Christus getauft sind in dem Leben,
          dass sie kraft seiner Auferstehung empfangen haben.
          Durch ihn, unseren Herrn Jesus Christus,
          der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert
          von Ewigkeit zu Ewigkeit.

          Gott, unser Vater,
          du hast uns duch die Taufe zu deinen Kindern gemacht,
          und wir erfahren immer wieder, dass wir zu dir gehören.
          Gib, dass wir im Glauben bleiben und wachsen
          Und Zeugen deiner Lieben sind alle Zeit.

          Lieber Vater im Himmel,
          du hast uns dieses Kind [oder schlicht Anna] geschenkt und es mit der heiligen Taufe nun auch der Gemeinde anvertraut.
          Wir bitten dich:
          Beschütze es mit deiner Liebe und gib, dass wir ihm helfen,
          in seinem Leben die Antwort auf deine Zusage zu geben.
          Durch unseren Herrn Jesus Christus.

          Herr Gott, himmlischer Vater,
          du hast uns in der heiligen Taufe als deine Kinder angenommen.
          Wir bitten dich für Anna, dass deine große Zusage sie auf ihrem Weg der Nachfolge Christi froh und gewiss mache,
          und für uns als deine Gemeinde,
          dass wir ihr helfen, ihren Glauben zu bewahren.
          Durch unseren Herrn Jesus Christus.

          Oder du sprichst einfach mal jemanden aus der Gemeinde an. Im Gemeindebrief findet man in der Regel ein paar Nummern, oder du fragst den Pfarrer.

          • (5) 14.02.19 - 09:12

            Also, ich als Atheist in sehr katholischer Schwiegerfamilie kenne Fürbitten anders. Das ist kein ganzes langes Gebet. Wenn ich mich recht erinnere, war es sowohl bei unserer Hochzeit als auch bei der Taufe von Nichte und Neffe so, dass die Fürbitten jeweils ein Satz waren und von verschiedenen Verwandten vorgetragen wurden. Zum Beispiel: “Bitte lass XY auch in schwierigen Zeiten einen Halt in seinem Glauben finden.“ Dann kommt von den Anwesenden meines Wissens nach noch “Herr, wir bitten dich, erhöre uns.“

            Bei der Cousine meines Mannes ging es zur Hochzeit sogar lustig zu.
            “Lass ihre Liebe so beständig sein wie (Brautname) Hunger zur Mittagszeit.“ 😂 Da ist man also eigentlich recht frei. Dass man das selbst macht und nicht der Pfarrer, ist normal und euer persönlicher Beitrag.

            • (6) 14.02.19 - 11:29

              Ewig lang ist das Fürbittengebet bei uns auch nicht;-)

              Was ich geschickt habe, waren ja jetzt vier verschiedene Gebete. Wenn ich selber formulieren würde, wäre die Fürbitte zur Taufe insgesamt wohl so lang wie 3 dieser Gebete - Pi mal Daumen.

              Fürbitte mit Bittruf (oder -gesang) der Gemeinde (bei uns auch oft "Herr, erbarme dich") sind optional - ich erlebe es wohl ca. 2/3 ohne, 1/3 mit Bittruf.
              Wenn bei uns in der Gemeinde die Eltern oder Paten des Täuflings die Fürbitten machen (kommt durchaus regelmäßig vor), ist das Gebet immer ohne Bittruf - zumindest kann ich mich nicht daran erinnern, es mit Bittruf erlebt zu haben;-)

              Wie humorvoll es wird, hängt wohl vom Beter ab. Ich hab mal einen erlebt, der gereimt hat, das war auch war dann im Ergebnis auch witzig;-)

              • (7) 14.02.19 - 11:32

                Das "unprofessionell" bezog sich auch aufs Alleinlassen mit dem Gebet, sprich: Das die Eltern gar nicht so wirklich wissen, was sie da sagen sollen. Wenn die Eltern/Paten das Gebet übernehmen, dann muss man sie m. E. so an die Hand nehmen, dass sie eine Vorstellung haben, wie so ein Gebet ist.

                • (8) 14.02.19 - 13:53

                  Wenn man so völlig ahnungslos ist, dann stellt sich schon die Frage wozu dann die Taufe in der Kirche überhaupt.
                  Man könnte jede andere Kulisse nehmen und einen freien Redner.

                  Man hat in der Gesellschaft zunehmend den Eindruck, dass die Taufe nur gemacht wird, um eine „schöne Feier“ machen zu können und
                  die Kirche stellt die Show dafür ganz kostenlos zur Verfügung, und kommt daher als billigster Anbieter zum Zug.

                  • (9) 14.02.19 - 14:16

                    "Wenn man so völlig ahnungslos ist, dann stellt sich schon die Frage wozu dann die Taufe in der Kirche überhaupt."

                    Ja, das ist dann die nächste Frage;-)

            (10) 14.02.19 - 13:19

            Hallo!

            In aller Regel sind Fürbitten aber so aufgebaut, wie Sato sie formuliert hat. Ein Einleitungssatz und dann die eigentliche Bitte.
            Wenn allerdings ein separater Trau- oder Taufgottesdienst gehalten wird, werden die Fürbitten mitunter etwas knapper gehalten.
            Ich hab mir die Fürbitten jeweils von meiner Schwester schreiben lassen - als Diplomtheologin und Pastoralreferentin kann die das besser als ich #schein.

            LG

    Ich war letztens auch auf einer Taufe wo alle Paten und ein paar Gäste eigene Fürbitten vorgetragen haben. Ich fand es wunderschön denn es war sehr persönlich. Leider kann ich mir das inhaltlich nicht merken aber ich hab sowas vorher bei keiner Taufe gehört und fand es toll.
    Das waren auch sehr unterschiedliche Dinge die gewünscht wurden, mal mehr mal weniger Bezug zu Gott.
    Ich denke, man ist da sehr frei und kann sie so schreiben, wie sie für einen selbst richtig und gut sind.

    Hallo an alle die hier geantwortet haben

    Wir haben uns heute mit den Paten zusammen gesessen uns auch selbst Fürbitten erstellt.

    Aber ich möchte mich bei allen die geantwortet haben bedanken

    Viele Grüße Karo 🙋🏼‍♀️

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