Ist euer Leben bisher nach Plan oder besser/ schlechter gelaufen? - ein Zwischenresumée

    • (1) 15.02.19 - 08:23

      Guten Morgen ☺

      Heute ist mein 26. Geburtstag und er lässt mich irgendwie wehmütig innehalten und zurück blicken auf meine letzten Jahre - wie ich sie mir vorgestellt habe und wie sie tatsächlich gelaufen sind.
      Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust das auch zu machen 🙂

      Beruflich habe ich gedacht, dass ich mit Mitte 20 studiert habe und gerade in den Job starte.
      Tatsächlich habe ich eine Ausbildung im Einzelhandel gemacht, war da aber super unglücklich. Inzwischen habe ich eine zweite Ausbildung als Erzieherin begonnen, pausiere die aber.
      Es ist jetzt so, dass ich umständlich zu dem Beruf komme und wenn ich es nochmal machen könnte, würde ich direkt die zweite Ausbildung machen, aber ich habe auch liebe Freunde gefunden, die ich sonst nicht hätte. Und die sind mir auch den Umweg wert.

      Was die Liebe betrifft habe ich gedacht, dass ich jung heiraten würde und zwar einen Mann, der ein paar Jahre älter ist als ich (ich habe mich mehr für ältere Männer interessiert).
      Tatsächlich habe ich jung geheiratet (mit 22), aber mein Mann ist sogar 8 Monate jünger als ich 😁 wir haben uns zum Abi ungefähr kennengelernt.
      Ich bin sehr glücklich mit meinem Mann und freue mich ihn getroffen zu haben. Er ist aber vom Charakter her ganz anders, als ich mir früher meinen Traummann vorgestellt habe. Besser.

      Was das finanzielle betrifft, so habe ich mir vorgestellt eher in der oberen Mittelschicht zu sein und mir keine Gedanken über Geld machen zu müssen (kurz gesagt das, was ich von zuhause kenne).
      Tatsächlich sind wir finanziell nicht so super gestellt (auch wenn es definitiv schlechter sein könnte) und bei manchen Sachen überlegt man es sich zwei mal, ob man es sich wirklich holt.
      Es ist ganz anders, als ich dachte, aber dafür sind wir beruflich glücklich, was für mich einen viel höheren Stellenwert hat. Außerdem konnten wir uns bisher noch alles leisten, was uns wirklich wichtig war. Natürlich muss man anfangen Prioritäten zu setzen, aber ich bin gar nicht so unzufrieden damit. Den Wert des Geldes kann ich besser schätzen (meine Eltern konnten beide nicht so mit Geld umgehen, deshalb hatte mein Vater zum Beispiel dauernd neue, teure Hobbys und Essen gab es irgendwie immer nur Marken und so etwas) und bin sehr viel genügsamer geworden.

      Was die Kinderplanung betrifft, so wollte ich gerne mit ungefähr 21 das erste Kind. Dann noch zwei weitere und mit spätestens Ende 20 durch sein mit der Kinderplanung.
      Ich war tatsächlich mit 21 (ungeplant) schwanger, aber unsere Tochter ist in der 21. Ssw gestorben, weil sie einen Gendefekt hatte. Danach haben wir 2 Jahre gewartet mit dem Kinderwunsch und dann hat es noch einmal 1,5 Jahre und 2 Fehlgeburten gebraucht, bis ich den positiven Test von meinem Sohn in der Hand hielt. Er ist inzwischen knapp 3 Monate alt. Wir wollen noch weitere Kinder, aber sind der Überzeugung, dass wir einen größeren Altersabstand wollen und genießen die Zeit mit unserem Sohn sehr.
      Dieser Weg war recht steinig, aber ich habe gelernt wie stark ich tatsächlich sein kann. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass unbedingt unser Kleiner zu uns wollte und in jedem anderen Zyklus wäre ein anderes Kind dabei raus gekommen und deshalb war es richtig, dass es jetzt so gedauert hat. Und auch wenn ich schon manchmal sehr wehmütig bin, weil alles so viel anders gelaufen ist als geplant, so entschädigt mein Sohn wirklich alle Strapazen und ich bin unfassbar glücklich ihn zu haben.


      Nun seid ihr dran 🙂
      Was habt ihr euch für euer Leben vorgestellt und wie ist es tatsächlich verlaufen? Seid ihr froh oder eher weniger?

      Ich habe wie gesagt das Resumée, das vieles komplett anders gelaufen ist als gedacht, aber letztlich bin ich froh darüber und glücklich mit meinem Leben wie es ist.

      • (2) 15.02.19 - 08:50

        Uih... was einige mit Mitte 20 schon so durch haben....

        Ich hatte eigentlich nur den groben Plan, dass ich mit 30 Mann, Haus, Hund würde haben wollen, in einem Konzern arbeiten würde, wo Kinderpause etc. kein Problem ist.

        Nun als ich 30 wurde war ich in einer Fernbeziehung und von Haus, Hund und Kindern noch ziemlich weit weg und auch nicht in einem vermeintlich sicheren Konzern tätig.

        Inzwischen werde ich bald 39. Ich habe es geschafft, zumindest jobtechnisch sehr zufrieden zu sein. Kurz nach meinem 31. Geburtstag bin ich zurück in die Heimat, habe in einem großen Konzern angefangen zu arbeiten und bin mir meinem Freund zusammen gezogen.

        Inzwischen habe ich einen 5jährigen Sohn, bin vom Vater getrennt und wohne in einer, wenn auch schönen, 2-Zimmerwohnung. Ich verdiene gar nicht schlecht, aber durch die Umstände bin ich weit von der oberen Mittelschicht weg.
        Das ist aber okay.

        Es ist anders als gedacht, aber ich würde gar nicht sagen, dass es schlechter ist. Klar, könnte es einem immer besser gehen, aber was ich hier zum Teil so lesen muss zeigt mir, dass es mir doch sehr gut geht.

        Hey.
        Interessanter Beitrag 👍

        Beruflich ist alles so gekommen wie 'geplant'. Mit 16 Realschulabschluss, 1 Jahr FSJ und dann die Ausbildung. Feste Anstellung, liebe Kollegen.

        Privat hatte ich mir immer vorgestellt, einen netten Typen in meinem Alter kennen zu lernen, so mit 23/24/25 ein Kind zu bekommen und irgendwann mit 30 zu heiraten.
        Tatsächlich lernte ich mit 21 einen 11 Jahre älteren Mann kennen, noch verheiratet, aber schon getrennt lebend, mit 2 Teenager Kindern, wovon der Sohn bei ihm lebte. Auf einmal war ich mit 21 eine 'Stiefmutter' von Teenagern, auch wenn das so nie kommuniziert wurde. Wir hatten immer ein recht freundschaftliches Verhältnis, trotzdem war ich in der Konstellation eben eine 'Mutterfigur'.
        Wir haben dann in den darauf folgenden Jahren viel gemeinsam als Familie und Paar durchgestanden und als ich 25 war, haben wir dann den Entschluss gefasst, das nun gerne Nachwuchs kommen kann. Auch das stellte sich nicht als so einfach dar, wie wir gedacht hatten. Jetzt nach 4 Jahren, mehreren OPs, einer Blitzhochzeit, Kinderwunschbehandlung und einer frühen Fehlgeburt, hat sich unser Traum endlich erfüllt und wir erwarten bald unsere Zwillinge.

        Als Resümee kann ich nur sagen, dass ich mir mein Leben sicher etwas anders vorgestellt habe, in vielen Dingen auch einfach einfacher. Aber ich bin keinen Tag unglücklich, dass alles so gelaufen ist, wie es ist. Natürlich ist man manchmal sauer, wenn es bei vielen so reibungslos zu laufen scheint und einem selber immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Aber man muss einfach das Beste daraus machen und aufhören zu jammern. Sonst hätte ich zum Beispiel nicht so einen tollen Mann an meiner Seite, hätte nicht meine lieben 'Stiefkinder' und wäre auch bestimmt nicht mit Zwillingen schwanger geworden.🍀

        • Ach ja ich hab gerade noch gesehen, das du ja heute Geburtstag hast 🤦‍♀️
          Natürlich wünsche ich dir alles alles Gute und dass vielleicht doch vieles von dem was du dir so wünschst in Erfüllung geht 🍀🎂🍾

      Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!!

      Ich bin 28, werde in zwei Monaten 29 und vor 10-15 Jahren waren meine Träume:
      - nach der mittleren Reife eine Ausbildung machen, denn ich wusste einfach nicht was ich studieren sollte, wollte kein Abitur machen
      - jung heiraten
      - mit 25 Mama werden und ab dann von zu Hause aus arbeiten
      - ein kleines freistehendes Haus haben, wo der Dachboden oder die Dachspitze ein Kinderspielbereich ist.

      Heute sieht es wie folgt aus:
      - habe tatsächlich nach der mittleren Reife eine Ausbildung im Büro gemacht mit der Aussicht, auch später im Home office zu arbeiten. Aber jetzt fallen mir so viele tolle Studiengänge ein, die ich doch gerne gemacht hätee.
      - habe meinen Mann mit 20 kennengelernt, mit 22 waren wir verheiratet, er ist auch 8 Monate jünger aus ich :-D er war also noch ein paar Monate 21, als wir geheiratet haben. Er ist einfach toll *schwärm*
      - ich bin das erste mal Mama geworden mit 24 (3 monate später wurde ich 25) und 17 Monate später mit 26 Jahren wurde ich zum zweiten mal Mama, habe wunderbare total verschiedene Mädels. (Unser Plan war 2 Kinder mit geringem Altersabstand und einen "Nachzügler")
      - wir haben ein altes kleines freistehendes Haus gekauft und kernsaniert, das Geld hat für Garten und Dachboden leider nicht ganz gereicht, aber wir wollen wirklich ein Spielbereich für sie Kinder dort einrichten...
      Arbeiten gehe ich ab Juni, wenn die kleine 3 wird, leider bieten sie mir jetzt doch keine Heimarbeit an, sind gerade am klären wie viele Stunden ich arbeiten werde (in der Nachbarstadt)

      LG Sally

      (6) 15.02.19 - 09:03

      Ich hatte nie einen Plan. Ich lebe einfsch so dahin 😊
      Grob wollte ich bis 25 ein Kind. Kurz vor dem 25ten hab ich meine Tochter bekommen. Familienplanung abgeschlossen.
      Ich wollte Heiraten, einen großen, schlanken Mann mit langen Fingern und längeren, wuscheligen Locken.
      Ich hab geheiratet, mein Mann is so groß wie ich, ein "Kleiderschrank" mit Glatze und Vollbart. 😂 Aber er hat lange Finger 😍
      Ich wollte einen Hund, habe aber 4 Katzen.
      Beruflich puh... nen richtigen Plan hatte ich nie. Mehrere Lehren angefangen, Landschaftsgärtnerin, Bäckerin, Metzgereifachverkäuferin, im Endeffekt bin ich Verkäuferin und das mit Leib und Seele und glücklich in meinem Job.
      Am Haus mit Garten arbeiten wir noch 😉
      Ich würde sagen ich bin glücklich. Zwar total planlos, wie immer, aber zufrieden.
      Ea gibt eine Anekdote von John Lennon. Sein Lehrer hat ihn gefragt: "Was möchtest du mal werden?" Er antwortete "Glücklich". Der Lehrer gab ihm dafür eine schlechte Note. Lennon meinte, der Lehrer habe das Leben nicht verstanden. So sehe ich das auch. ❤

      • (7) 15.02.19 - 09:12

        "Ich wollte Heiraten, einen großen, schlanken Mann mit langen Fingern und längeren, wuscheligen Locken. 
        Ich hab geheiratet, mein Mann is so groß wie ich, ein "Kleiderschrank" mit Glatze und Vollbart. 😂 Aber er hat lange Finger 😍"

        Toll geschrieben #pro #freu!

    Herzlichen Glückwunsch!

    Witzig - ich bin über 20 Jahre älter als Du und mir ist bis jetzt noch nicht in den Sinn gekommen, ein Resümee zu ziehen....Das hätte ich mir dann für später aufgehoben.;-)

    Aber wenn ich so darüber nachdenke: Bei mir ist viel passiert; geplant war das nicht, aber ich war schon immer eher spontan und habe vieles auf mich zukommen lassen.

    Schule, Studium gut absolviert, erfolgreich im Traumberuf gewesen. Durch die Welt getingelt, viel Spaß gehabt. War mit 30 eigentlich auf dem absoluten Höhepunkt; dann hat mein Körper die Notbremse gezogen und ich habe mein Leben geändert.
    Ich habe geheiratet und wurde sesshaft, Mitte/Ende 30 kamen die Kinder; meinen Beruf habe ich mehr oder weniger aufgegeben und habe mich anderweitig selbstständig gemacht (auch erfolgreich, nur nicht mehr ganz so stressig wie früher).

    Die Prioritäten ändern sich, ich bin ruhiger und gelassener als früher. Der Wandel vom hibbeligen, karrieregeilen Großstadtmädel zur ruhigen "Landfrau" ist durch, aber ich denke, da wird in Zukunft schon noch einiges kommen.
    Aber ich mache keine Pläne, es kommt sowieso immer alles anders. Und ich denke, die Kunst ist, damit umzugehen, alles als Chance zu betrachten, und nicht eventl. unerfüllten Träumen hinterherzujammern, wie es manche machen.

    LG

    (10) 15.02.19 - 09:32

    Schöner Beitrag! Ich wollte mit spätestens 29 mehrere Kinder (am besten 4) und ein großes eigenes Haus, beruflich hatte ich weniger konkrete Vorstellungen, Studium ja und Zufriedenheit . Das Leben hat mir dann was anderes gebracht: Erfolg im Beruf aber mit langen Arbeitszeiten und vielen Dienstreisen und das über Jahre. Gleichzeitig steckte ich 7 Jahre in einer Fernbeziehung in der keiner den nächsten Schritt wagte. Da war ich also Ende 30 und andauernd ‚on the road‘ beruflich, in der Beziehung, für Hobbies und viele Urlaube. Vom einen auf den andren Tag war dann alles anders: habe meinen jetzigen Mann kennengelernt: es gab kein zögern, wir wussten wir gehören zusammen. Schon bald wurde unser Sohn geboren, wir sind zusammen gezogenund ich habe überhaupt kein Bedürfnis mehr ständig unterwegs zu sein. Ich habe nun einen Job mit wenig reisen und geniesse diese Routine jeden Tag. Wegen unseres Alters bleibt es allerdings bei einem Kind und wir wohnen noch zur Miete.

    Guten Morgen,

    erst einmal alles Gute zum Geburtstag für Dich.

    Ich bin erstaunt, wie konkret viele hier ihr Leben geplant haben oder wie konkret doch die Vorstellungen waren/sind.

    Konkret habe ich keine Vorstellungen gehabt. Ich habe mir lediglich als das "eigene Leben" losging (sprich: als ich von daheim auszog) im Laufe der ersten Zeit Ziele gesetzt, die ich anpeile und die ich erreichen möchte - aber ohne konkrete Zeitangaben.

    Ich wollte einen Mann, ein/zwei/drei Kinder, einen Job der mich zufrieden stellt, viele Länder sehen und finanziell so sicher leben, dass ich mich deswegen nicht nachts schlaflos im Bett wälze.

    Über die Jahre war ich in so vielen verschiedenen Lebenssituationen und meine Wege zu diesen Zielen haben sich immer wieder verändert. Zusammengefasst kann ich aber eins sagen: ich hätte mit 20 NIEMALS gedacht, dass ich mit 31 heute so lebe.

    Die Ziele sind insoweit erfüllt, dass ich meinen Mann mit 22 gefunden und mit 23 geheiratet habe, wir eine 2-jährige Tochter haben mit Option auf Nummer 2 in 2,3 Jahren, mein Job mich sehr erfüllt und sehr glücklich macht und ich mehr Geld verdiene, wie ich mir jemals erträumt hätte - wir sind weiß Gott nicht reich, aber ich denke eine gute obere Mittelschicht. Am Bereisen der Länder arbeiten wir jedes Jahr aufs Neue: ein Ziel, das wohl niemals komplett erreicht sein wird ;-)

    Prinzipiell bin ich sehr stolz, dass ich meine grundsätzlichen Ziele erreicht habe. Noch stolzer bin ich, wenn ich sehe, dass sich meine Arbeit ausgezahlt hat. Durch die 20er, die sehr prägend sind, eine Ehe zu führen mit einem Partner, der sich wie man selbst permanent weiterentwickelt, war oft sehr schwer. Unsere Tochter ist nach langer Kinderwunschbehandlung entstanden. Meinen tollen Job habe ich durch diverse Jobwechsel und damit verbunden viele Tränen und viel Frust und letztlich einem berufsbegleitenden Studium, was mich ebenfalls sehr viel Mühe gekostet hat. Das macht mich sehr glücklich: es kam nichts selbstverständlich auf mich zugeflogen, sondern es ist alles mit einem Weg verbunden gewesen, sodass ich es heute alles enorm zu schätzen weiß.

    LG
    Walnuts

    Ich hatte bis 25 überhaupt keinen Plan. Alles lief schief, alles war Scheiße.

    Ewig streitende Eltern, Schule abgebrochen, diverse Jobs geschmissen, Tod meines Bruders, Trennung der Eltern, Alkoholismus der Mutter, selbst Drogenprobleme, wechselnde Partner, keine Ausbildung, kein Geld, keine Perspektive.
    Kinder kriegen? Nicht mal dran gedacht..

    Dann wurde ich ungeplant schwanger. Und das hat mich gerettet.

    Heute, 12 Jahre später:

    Glücklich verheiratet, 3 Kinder, Leben am schönsten Ort der Welt, Mama und ich clean, Ausbildung und Abitur nachgeholt, Arbeit, die Spaß macht, keine Geldsorgen,...

    Ich bin sehr dankbar.

    LG Claudi

    • (13) 15.02.19 - 10:34

      Wow. Beim Lesen deiner Geschichte hatte ich kurz Tränen in den Augen. Nicht aus Mitleid, sondern aus Rührung! Mir gehen solche starken Persönlichkeiten immer sehr nahe. Menschen, die nicht aufgeben und die zeigen, wie sehr Kämpfen sich lohnen kann!

      Hut ab und ich wünsch dir und deiner Familie alles erdenklich Gute für die Zukunft. Du hast es dir mehr als verdient! #herzlich

      "Das Schicksal stellt uns nur vor Aufgaben, von denen es weiß, dass wir stark genug sind, diese auch zu bewältigen!"

      Liebe Grüße

      Hut ab! Das hast du gut hinbekommen! Du bist eine starke Frau, sei stolz auf dich!

Ich lebe immer ziemlich im Jetzt und Heute, bin ein spontaner Mensch, kann nicht einmal für eine Woche einkaufen, weil ich mich nie festlegen will, worauf ich in 2 Tagen Hunger habe. Aber so ein wenig Ideen von meiner Zukunft hatte ich auch. Wollte ins Ausland und hab das auch mit 23 durchgezogen und ein halbes Jahr in Spanien gelebt. Haken dran. war toll.
Wollte immer vor der 30 mein erstes Kind. Hat geklappt, bin mit 28 Mama geworden. 3,5 Jahre später nochmal. Kinderplanung abgeschlossen. Glücklich damit.
Dass ich eines Tages aber mit 2 Kindern, dafür ohne Mann dastehen würde, nun, das habe ich mir allerdings auh nicht vorgestellt. Bis auf wenige Momente finde ich aber, dass das gut zu mir und meinem Leben passt. So Tage wie gestern nerven dann, weil einem suggeriert wird, dass man als Single nicht komplett zu sein scheint. Aber da steh ich drüber. Ich liebe meine Freiheit, dass ich niemanden fragen muss, ob mein Plan auch mit seinem übereinstimmt. Auch wenn man als Single auch mal Nachteile hat, voll klar. Aber damit komm ich gut klar.
Finanziell hatte ich nie Wünsche. Ich habe als Alleinerziehende nie viel Geld auf der Kante, aber wir kommen gut über die Runden. Machen Urlaub, brauche dabei aber keinen Luxus. Haben eine gemütliche Wohnung, die allerdings nicht riesig ist.
Beruflich hatte ich nie den großen Plan, aber das hat sich so entwickelt. Und ich bin mit meiner Selbstständigkeit sehr glücklich. Hätte für mich nicht besser laufen können. Klar, Verdienst ist nicht riesig, aber das ist mir nicht wichtig. Was wir brauchen, können wir uns leisten. Und wir brauchen jetzt nicht soooo viel zum Glücklichsein. Jedenfalls nichts Materielles.
Allerdings habe ich mir immer gewünscht, mit meinen Kindern in einem Haus mit Garten zu wohnen. Das kann ich mir so nicht realisieren, aber vielleicht kommt das später. Ein Haus in der Innenstadt gibt es eh nicht, dafür müssten wir rausziehen aufs Land. Und nee, das kann ich mir gerade so überhaupt nicht vorstellen. Liebe meine kurzen Wege und die Möglichkeit, in 5 Minuten im Kino, bei Freunden oder in einer der vielen tollen Bars zu sein.
Meine Pläne für die Zukunft sind erstmal grob: Wenn die Kinder aus dem Haus sind, ziehe ich wieder zurück an die Küste. Vielleicht wird es dann dort ein kleines Haus. Und ich hätte gern wieder einen Hund irgendwann. Mal sehen, ob das zu meinem Leben mal wieder passt. Ich mag es ja wild und unruhig, auch wenn ich zwischendurch gern mal abschalten kann.
Insgesamt bin ich ein sehr glücklicher Mensch und bin mit dem zufrieden, was ich habe. Meine Kinder und ich sind gesund, meinen Eltern geht es gut. Wir haben einen großartigen Freundeskreis, können uns die Miete in einer wunderschönen Stadt leisten und zwischendrin immer mal was Besonderes, ohne dass wir jeden Tag irgendwelchen Luxus brauchen. Den wissen wir dann aber auch umso mehr zu schätzen (mit Luxus meine ich die Freiheit zu reisen, mal ohne Nachdenken was Tolles zu essen bestellen, nicht im Billig-Discounter einkaufen zu müssen etc.). Materielle Dinge waren mir immer schnuppe. Wichtiger sind mir schöne Momente. Und die habe ich häufig. Man muss nur auch die kleinen Dinge zu schätzen wissen. Zu hohe Ziele und Erwartungen stehen einem selbst immer im Weg. Vielleicht lebe ich mit meiner spontanen Art da auch gesünder als wenn ich mir vorher so viel ausgemalt hätte, was ich am Ende nicht erreiche und dann die "Umwege zum Glück" nicht gefunden hätte, weil ich zu sehr auf ein Ziel fokussiert gewesen wäre.

  • (16) 16.02.19 - 00:24

    Krass, wie sehr du nur von dir sprichst, wenn du hier rechtfertigst, wie toll es doch eigentlich ist, alleinerziehend zu sein. Für deine Kinder wäre ein geordnetes Leben mit beiden Elternteilen sicherlich besser.
    Natürlich hab ich keine Ahnung, wie, wo, warum du geschieden bist. Fest steht, du bist Mutter und da interessiert deine "Freiheit" leider lange nicht so, wie das wohl deiner Kinder.

    • Klar, daß eine vollständige Familie, die in Slowmotion händchendhaltend in den Sonnenuntergang laufen, eine optimale Umgebung für die Kinder ist.
      Aber lieber eine alleinerziehende happy Mama, als beide Eltern, die sich nur noch in die Haare kriegen.

      Glückliche Mütter haben glückliche Kinder

      Sorry, aber nicht alle legen Wert auf Mann-Ring-Haus-Hund.

      ...und wenn du zu dem stehst was du schreibst, wozu die Maske?

      • (19) 16.02.19 - 10:26

        Kinder legen da sehr wohl wert drauf😂aber die sind ja (wie so gerne heutzutage) total egal und laufen eh schon mit.

        • (20) 16.02.19 - 10:56

          Wie einfältig. Kinder brauchen vorrangig Liebe und Geborgenheit.

          (21) 16.02.19 - 15:09

          Was für ein Quatsch
          Als wäre es Kindern wichtig, ob sie im Eigenheim leben oder ob Mama und Papa, Papa und Papa oder wer auch immer verheiratet sind. Hauptsache sie werden geliebt

          • (22) 19.02.19 - 11:19

            Dein schwarznick ist wohl Programm 🤣😂 kennst wohl nicht viele Kinder...
            "Was wünschst du dir"
            "nur liebe und Geborgenheit! Alles andere ist mir egal"
            Klappt vielleicht die ersten Monate😅

    wow. Deine Antwort ist sehr anmaßend.

    Gibt es bei den unterschiedlichen Lebenswegen denn ein Richtig und ein Falsch?
    Wer bist du, dass du dir das Recht heraus nimmst, dies abzustempeln?
    Ja, auch alleinerziehende können ein erfülltes, glückliches Leben führen und OH Wunder auch rundumglückliche und tolle Kinder erziehen denen es an nichts mangelt.
    Und das sage ich nicht als alleinerziehende Mami.

    Und jetzt mal ehrlich. Du weißt selbst, dass diese Antwort von dir alles andere als Fair ist, ansonsten würdest du nicht in schwarz schreiben...

Alle Liebe zum Geburtstag! :-)

"Das Leben ist das, was passiert während wir unsere Pläne machen".

Diesen Satz hab ich früh verinnerlicht und seit dem einfach nach Bauchgefühl improvisiert. Als ich mit 21 schwer verliebt hab, wünschte ich mir 2-3 Babys mit ihm und wir wollten auf einem Boot leben. Ich hatte vor Kunst zu studieren und stellte mir vor später auf unserem Boot als Freiberufler zu arbeiten und mich um die Kiddis kümmern. Und ich dachte, daß ich mit 30 eine weise Frau sein würde...
In Wirklichkeit bekam ich mit 23 unsere Tochter, wir sind nie zusammen gezogen, es waren 7 Jahre "Fernbeziehung" (trotz der gleichen Stadt). Also nix mit Boot, sondern ich allein mit Kind und Studium.
Mit 30 war ich alles andere als weise - komplett verwirrt, von der Männerwelt enttäuscht und überlegte ernsthaft das Ufer zu wechseln. Stellte dann nach ein paar Experimenten fest, daß ich definitiv hetero bin. Das Kunststudium tatsächlich abgeschlossen, da ich aber keinen Kundenstamm und kaum Aufträge hatte, bin ich in die Gastronomie. Meinen zweiten Mann getroffen, kurz darauf mit ihm und meinen Eltern in ein Zweifamilienhaus gezogen (hab mich von meinem Partner überreden lassen - war ein Fehler) Mit 33 unseren Sohn bekommen. Das Leben mit meinen Eltern war reine Katastrophe. Ich stellte fest, daß es nicht mein Leben ist und ich mich nach Erwartungen anderer verbogen hab. Die Beziehung funktionierte nach 7 Jahren wie bei zwei Mitbewohnern, das einzige was uns noch verband - war unser Sohn. Also bin ich mit 36 ausgebrochen: Mann und Eltern verlassen (sie waren richtig wütend), neuer Job in der Pflege, neue Wohnung, kurz darauf neuer Freund - alles innerhalb von zwei Monaten. Das war turbulent und hat mich ziemlich umgehauen.
Dann bekam ich eine schwere Depression, war kurz vom Suizid, Klapse, Pillen - 2,5 Jahre reiner Horror. Mein Freund stand mit trotzdem tapfer zur Seite und wir haben diese schwere Zeit zusammen überstanden.
...heute bin ich für alles dankbar, denn alles was mir passierte machte mich zu der Person, die ich jetzt bin. Bin hier angekommen und bin glücklich.
Möchte weder noch mal 20 oder 30 sein. Heute weiß ich wer ich bin und genieße jeden Tag. Was noch kommt? Ich lasse mich überraschen!

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