Warum ist es so unvorstellbar, dass man auch ohne Kinder wirklich glücklich sein kann?

    • (1) 06.03.19 - 16:04

      HI :-)
      Ja ja, ich weiß. Die anderen wissen immer alles besser. Allerdings habe ich das Gefühl, es gibt kein anderes Thema, bei dem die Menschen so penetrant sind.
      Es geht um meine Schwester.Anfang 40. Eine gestandene Frau, in nicht so ganz typischem Beruf.
      Sie wollte noch nie Kinder. Das hat sich auch nicht geändert, als sie älter wurde. Es liegt nicht an einer fehlenden Partnerschaft, an den Finanzen, an medizinischen Gründen,... Sie möchte einfach keine Kinder bekommen. Sie hat viele Neffen und Nichte, Freunde mit Kindern und darunter auch Patenkinder. Diese liebt sie, die Kinder lieben sie auch extrem, und das reicht ihr völlig. Ihr aktueller Beruf war immer ihr Traum. Sie machte erst eine Ausbildung und arbeitete in dem Beruf, dann hat sie umgesattelt und ist seitdem sehr glücklich. Da fangen die Fragen auch schon an. So langsam müsste sie dort aufhören, das geht doch so mit Kindern nicht (Auslandseinsätze usw.) #kratz Sagt sie dass sie keine Kinder will, kommt auch jetzt noch: "Ach, das haben wir doch alle mal gesagt. Wirst schon sehen!" und so geht es ewig weiter. Schon fast verletzend sind Aussagen in die Richtung "Ohne Kinder weiß man doch überhaupt nicht, was Glück ist".
      Unsere engste Familie, wie unsere Eltern, sind zum Glück nicht so. Die nehmen uns alle, wie wir sind:-)! Ansonsten wird sie aber von überraschend vielen Menschen damit "belästigt". Auch von Menschen, die sonst so absolut nicht sind. Es ist nur dieses eine Thema.
      Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

      Grüße

      • Hallo,
        ich finde es überhaupt nicht unvorstellbar! Nicht jeder ist für Kinder gemacht und das isz völlig okay. Mir persönlich würde etwas fehlen ohne meine Kinder, aber ich erinnere mich auch sehr gerne an das ungebundene Leben davor, viel reisen, ausschlafen am Wochenende, nur für sich selbst verantwortlich zu sein, das war auch toll. Ich kann mir schon vorstellen, dass so mancher dies ungerne aufgibt, vielleicht Karriere macht, ungebunden bleiben will.
        Es sollte jedem selbst überlassen bleiben, jedoch sehr (!) wohl überlegt. 2 Vollzeitarbeitende, Karrieremachende, dazu Kids in Vollzeitkrippe, -kiga, -hort, das finde ich persönlich nicht gut, aber das ist meine Meinung.
        Gegen blöde Sprüche sollte deine Schwester sich Kontersprüche überlegen, würde mich auch ärgern, stets gefragt zu werden. Kinder zu haben ist ja kein Muss :-).

        Hallo,
        solches Gejammer kenne ich von meiner Familie auch. Es entspringt der egoistischen Vorstellung die sich viele von Kindern machen.

        Da fällt mir immer das schöne Gedicht ein: "Eure Kinder sind nicht eure Kinder"
        Eure Kinder sind nicht Eure Kinder.

        Es sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.

        Sie kommen durch Euch, aber nicht von Euch, und obwohl sie mit Euch sind, gehören sie Euch doch nicht.

        Ihr könnt ihnen Eure Liebe geben, aber nicht Eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

        Ihr könnt ihrem Körper ein Heim geben, aber nicht ihrer Seele, denn ihre Seele wohnt im Haus von morgen das Ihr nicht besuchen könnt, nicht mal in Euren Träumen.

        Ihr dürft Euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie Euch ähnlich zu machen.

        Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es beim Gestern.

        Ihr seid die Bogen, von denen Eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden.

        Khalil Gibran (1883-1931)

        Ich glaube ich würde mich jedes mal übergeben, wenn ich immer wieder das selbe hören würde.

        Meine Tochter ist mein größtes Glück doch verurteile ich die Menschen ohne Kinder nicht... ich beneide die sogar manchmal.

        Man hat immer und überall Vor- und Nachteile.

        Schön, dass die Familie hinter euch steht, das ist sehr wichtig.

        Alles Gute deiner Schwester :)

      • (5) 06.03.19 - 16:51

        Hallo,

        ich finde es nicht so unvorstellbar und kenne niemanden, der sich da reinhängt. Höchstens die eigenen Eltern, die vielleicht traurig sind, aber Außenstehende? Das ist frech, auch wenn manch einer es nur gut meint.

        Wahrscheinlich muss deine Schwester mal auf den Tisch hauen und gerade raus sagen, dass sie das nervt.

        LG

        Hiho, ich kann mir sehr gut vorstellen auch ohne Kinder glücklich zu werden oder zu sein. Mein Mann und ich wollten auch nie welche... Naja, jetzt habe ich zwei 🤔. Dafür bin ich sehr dankbar, aber ich habe auch Freude die keine Kinder haben und wollen, find ich völlig OK. Ich würde auch niemals sagen, daß sie dadurch was verpassen. Mit Kindern ist es nun mal ein ganz anderes Leben. Ich denke, es hat beides seine guten und schlechten Seiten.
        Auf blöde Sprüche würde ich nichts geben. Jedem das seine 😁

      • Ich kenne auch einige Frauen über 40, die keine Kinder haben.
        Bei einer weiß ich sicher, dass sie nie welche wollte (also auch nicht Opfer der Umstände geworden ist (fehlender Mann, Unfruchtbarkeit)).
        Mir selbst völlig egal. Jeder soll so glücklich werden, wie er meint.

        Allerdings hat auch meine Mutter eine kinderlose Freundin, die mit 40 genauso gedacht hat, wie deine Schwester.
        Jetzt ist die Frau 70, ihr Mann schon verstorben, die eigenen Eltern sowieso, sie selbst war Einzelkind, keine weitere Verwandtschaft.
        Nun bereut sie es, sagt rückblickend, dass das mit der Kinderlosigkeit im Alter doch sehr einsam macht.
        Das gibt einem hin und wieder doch zu denken, denn der Mensch kann ja sehr oft seine Meinung und Ansichten ändern, aber in Bezug auf Kinder ist der Zug irgendwann abgefahren.
        Man muss sich also für ewig entscheiden ab eine gewissen Punkt.

        • >>>Nun bereut sie es, sagt rückblickend, dass das mit der Kinderlosigkeit im Alter doch sehr einsam macht.<<<

          Einsamkeit im Alter liegt meiner Meinung nach nicht (allein) an der Kinderlosigkeit, sondern daran, dass man zeitlebens soziale Kontakte zu wenig gepflegt hat.

          Ich habe sehr guten Kontakt zu meinen Kindern (und Anhang), aber ich erwarte nicht, dass sie für mich die Entertainer sind.

          • Die Freundin meiner Mutter ist nicht einsam, hat viele Interessen und genug Freunde.
            Trotzdem gibt es immer Situation, in denen man, egal wie viele Freunde und Sozialkontakte man hat, diese Kinderlosigkeit merkt.
            Heiligabend zum Beispiel.
            Auch hat sie ein Haus, einen großen Garten und fragt sich nun: wozu das alles, nichts hiervon wird weitergegeben werden, alles wird irgendwann entsorgt, niemand der erbt und etwas behalten, um sich ihrer zu erinnern....

            Mit Einsamkeit ist hier gemeint, dass man eben nichts weitergeben kann, weder im materiellen, noch im geistigen Sinne.
            Wenn Menschen sehr alt werden (über 90), dann überleben sie in der Regel auch ihren Freundeskreis und sind die letzten Jahre trotz vorheriger sozialer Kontakte allein. Familie kann da helfen...

            • (11) 06.03.19 - 21:29

              Im materiellen Sinne gebe ich Dir Recht, wenn man im geistigen Sinne nix weitergeben konnte liegt das aber definitiv NICHT an der Kinderlosigkeit. Für mich war das ein Thema als ich dachte ich könne keine Kinder bekommen, und die Antwort auf meine Frage war eigentlich dass man GERADE kinderlose jede Menge weitergeben kann! Das Zauberwort heißt soziales Engagement. Als Betreuerin der Kindergottesdienste in der Kirchengemeinde, als Pfadpfinder, als Führer von Naturwanderungen im Ökohaus, als Übungsleiter im Sportverein ...

              Allerdings ... meine Uroma und meine Tante waren beide 100, und sie waren trotz Grossfamilie vereinsamt. Kinder leben zum Teil schon nicht mehr, Enkel haben selber Familie und keine Zeit, man konnte sich kaum mehr mit ihnen verständigen. Jeden zweiten Sonntag im Monat zum Anstandstee ... ob das aus der Einsamkeitsfalle hilft?

        Wir sind 6 Geschwister, mittlerweile haben alle außer sie (mehrere) Kinder. Das älteste Kind ist jetzt schwanger. Auch unsere Eltern haben mehre Geschwister. An Verwandten mangelt es nicht. Ich denke ehrlich gesagt das ist bei ihr auch ein Grund, warum sie keine Kinder will. Also so wie Einzelkinder z.B. aus ihrer Erfahrung unbedingt viele Kinder wollen.
        Freunde hat sie sehr gute und sie ist, so gut es mit ihrem Job geht, in Verein und beim Sozialen Engagement tätig. Da mache ich mir bei ihr 0 Sorgen.

        • (13) 07.03.19 - 06:21

          Ich möchte dir wiedersprechen 😉 mein Mann und ich sind Einzelkinder, wir wollten aber beide nie Kinder.
          Meine Cousine hatte 4 Geschwister, alle bis auf die haben sich für Einzelkinder entschieden. Ich kenne viele Einzelkinder die dann später auch nur 1 Kind wollten weil sie einfach die Vorteile kannten.

          LG
          Visilo

          • (14) 08.03.19 - 13:01

            #kratz
            Warum möchtest du mir wiedersprechen? Das war keine allgemeingültige Antwort, sondern eine Möglichkeit der Entscheidungsfindung, die auf meine Schwester zutrifft. Um alle möglichen Varianten aufzuführen, fehlte mir schlicht die Zeit ;-)

    Ich verstehe das auch nicht. Mir persönlich ist es völlig egal, ob jemand Kinder hat oder nicht. Kinder kriegen, nur weil es sich gehört oder damit man ins gesellschaftliche Schema passt, wäre ja so etwa das Dümmste, was ich mir vorstellen könnte.

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