Mutter gestorben... Ich bin einfach so unfassbar wütend

    • (1) 16.03.19 - 20:12

      Guten Abend,
      meine Mutter ist im Oktober an den Folgen einer Op-Komplikation verstorben.
      Sie war eigentlich mein ganzes Leben lang krank und ich dachte ehrlich gesagt, wenn der Tag mal kommt, dass ich darauf gefasst bin. Aber ich kann es einfach nicht glauben, dass sie nicht mehr da ist. Mein Vater ist gestorben, als ich ein Kleinkind war. Meine Mutter und ich hatten kein einfaches, aber trotzdem ein inniges Verhältnis. Allerdings war es die letzten beiden Jahre sehr schwer mit ihr. Sie war neben ihren körperlichen Erkrankungen auch stark depressiv und wollte sich leider lange nicht behandeln lassen. Das hat dazu geführt, dass ich mich einfach zurückziehen musste. Ich konnte das nicht mehr aushalten. Jetzt hat sie sich endlich behandeln lassen und es ging ihr so viel besser und wir kamen uns endlich wieder näher und dann das. Ich habe einen zweijährigen Sohn, der ständig nach Moma fragt. Ich kann meine Trauer nicht zulassen. Bzw. fühle ich mich ehrlich gesagt innerlich tot. Ich kann mich über nichts richtig freuen. Mir ist eigentlich alles gleich. Hausbau, erneute Schwangerschaft... Alles zieht an mir vorbei. Das einzige Gefühl in mir ist unglaubliche Wut. Wut auf meinen Mann, weil ich mich von ihm alleine gelassen fühle in meiner Trauer. Wut auf die Welt. Mich nerven alle Menschen. Am liebsten wäre ich alleine und würde mich verkriechen. Oder einfach die Welt anhalten. Dieses Gefühl, dass einfach alles so weiter geht als wäre nichts passiert. Ich will das einfach nicht akzeptieren. Ich weiß auch gar nicht warum ich das hier schreibe. Ich weiß nur einfach nicht, wie ich da wieder raus kommen soll.
      Meine Freunde sagen alle, dass es wieder besser wird. "Zeit heilt alle Wunden", ganz toller Spruch. In meiner Vorstellung dachte ich immer, dass ich unendlich traurig bin und ganz viel weine. Ich kann aber nicht weinen, ich bin einfach nur wütend. Das macht mir ein total schlechtes Gewissen. Kennt das vielleicht jemand.

      • Es tur mir sehr leid, was dir passiert ist.

        Ich denke, dass es nun an der Zeit ist, dass du dir professionelle Hilfe suchst, um über deine Trauer/Wut hinwegzukommen. Bist gerade dabei auf eine echte Depression zuzusteuern.

        Ich wünsche dir alles alles Gute, ganz viel Kraft und trotzdem eine wundervolle Zukunft mit deiner Familie. Deine Mutter würde sicher wollen, dass es dir gut geht und du dein Lebens genießen kannst

        Liebe Grüße, youngmum

      Ich denke jeder trauert auf seine eigene Art und Weise.
      Vielleicht ist es aktuell noch einfacher mit Wut umzugehen, als die Trauer zu zulassen?

      Auf was bist du denn wütend?
      Dich? Deine Mutter? Dein Umfeld?
      Andere, die ihre Mütter noch haben?

      Dass du hier schreibst ist doch der erste Schritt zum Verarbeiten.
      Ich persönlich finde es einfacher zu schreiben, als zu reden....

      Deshalb: lass raus was sich in dir angestaut hat.

      • Hallo,
        vielen Dank für deine Antwort.
        Mit dem Zulassen hast du wohl recht. Ich wehre das immer noch ab und möchte gar nicht, dass es wahr ist. Dann kommt meist auch die Wut. Ich bin über so vieles wütend. Dass es ausgerechnet jetzt passieren musste, wo es besser wurde. Darüber, dass ich jetzt gar keine Eltern mehr habe und bin auch eifersüchtig auf andere, die das nicht erleben. Ich bin wütend, dass ich an der Situation nichts ändern kann. Ach einfach so vieles und auch ganz diffus. Ich finde schreiben tatsächlich auch einfacher. Habe mir schon überlegt eine Art Tagebuch anzufangen.

    Hallo Marienkäfer ,
    klingt für mich , als würdest du dich gerade in der zweiten von fünf Phasen der Trauer befinden ! Google das vielleicht Mal !? Ich wünsche dir und deiner Familie das beste , DU wirst das schaffen ! DU bist stark !

Ich habe innerhalb eines halben Jahres meine seelenverwandte beste Freundin und meinen Mann verloren, ich kenne diese traurige Wut. Ich hatte sie besonders bei meiner Freundin, einer unglaublich herzensguten Frau, die vom Leben richtig betrogen wurde und dann eineinhalb Jahre einen unmenschlichen Kampf gegen die Leukämie kämpfte - und verlor. Gerade, als sie wenige Monate vorher so glückliche Oma geworden war.
Dass Du aber nach doch etlichen Monaten keine Trauer zulassen willst..... warum nicht?
Wieso ist in Dir nur Wut und keine Trauer? Auf wen bist Du so wütend? Auf Deine Mutter, Dich, das Schicksal?
Bitte geh zu jemand, der Dir bei der Trauerbewältigung helfen kann, wenn es Deine Familie nicht kann. Es kann nicht angehen, dass Du Dich nicht mal über Dein Kind freuen kannst, das hätte Deine Mutter ganz sicher nicht so gewollt.
Ich mag den Satz auch nicht, dass die Zeit alle Wunden heilt, dafür ist es ohnehin noch viel zu frisch. Aber man muss es zulassen können, dass der Schmerz stiller wird und sich nicht in Wut verlieren, die hilft Dir nicht weiter und blockiert jedes andere Gefühl.
Liebe Grüße von Moni

  • Hallo Moni,
    vielen Dank für deine Antwort.
    Hm wenn ich die Trauer zulassen würde, dann würde es ja Wirklichkeit werden und das will ich einfach nicht akzeptieren. Ich erlebe mich da wie ein trotziges Kind. Ich will einfach nicht, dass es so ist. Auch wenn ich rational natürlich weiß, dass es keine Rolle spielt und es nunmal so ist und ich damit klarkommen muss.
    Ich stecke einfach noch in dieser Abwehr fest. Ich habe auch Angst, dass ich mit der Trauer nicht umgehen kann und darin "ertrinke" wenn ich sie erstmal zulasse. Ich habe auch ziemlich mit Schuldgefühlen zu kämpfen. Dass ich gesagt habe, es sollen keine Lebenserhaltenden Maßnahmen ergriffen werden. Dass ich die Zeit nicht besser genutzt habe. Ach irgendwie ganz viel. Ich denke ich werde mich an eine Selbsthilfegruppe wenden. Vielleicht ist es einfacher mit Menschen zu reden mit den gleichen Erfahrungen.
    Lg

    • Ich habe auch entschieden, dass mein Mann keine weiteren Therapien/Operationen mehr erhalten soll, gem. seiner Patientenverfügung.
      Er wäre auf dem Tisch geblieben mit seinen 53 kg, die er noch hatte. Er sollte zuhause sterben dürfen, was ich schaffte. Es war der letzte Liebesdienst, den ich leisten konnte. Du hast Deiner Mutter längeres Leid erspart, das war ein wunderschönes Geschenk von Dir an sie. "Zeit nutzen" ist eine Phrase, klappt nicht, wenn es Derjenige nicht mehr will. Mein Mann wollte nicht reden, das hatte ich zu akzeptieren, ich kannte ihn ja sehr gut.
      Ich könnte Dir jedes Wenn und Aber zerpflücken, aber Du musst selber drauf kommen.
      Probiere es mit einer SHG. Wenn Du aber merkst, dass das nichts für Dich ist, geh nicht mehr hin. Ich war nur einmal in der Trauergruppe, dann nie wieder.
      Trauer musst Du zulassen können, sie kommt sowieso. Je länger Du sie absichtlich blockierst,desto schlimmer kann es kommen - und Dein Kind leidet dann auch noch drunter. LG Moni

Auch ich kenne dieses Gefühl. Als meine Mutter starb war ich 21. Sieben Jahre drauf musste ich meinen Vater beerdigen. Seit dem Tod meiner Mutter sind inzwischen 17 Jahre vergangen und ich denke immer noch fast täglich an sie. Sei es z. B. bei alltäglichen Dingen, die ich einfach von ihr übernommen habe.
Meine Kinder konnten sie leider nicht mehr kennenlernen, aber ich habe meine Töchter nach ihr benannt.

Die erste Zeit nach ihrem Tod ging es mir ähnlich wie dir. Eine Mischung aus Wut, Trauer und Ungerechtigkeit, aber mir war immer klar, dass meine Mutter es bestimmt nicht gewollt hätte, dass ich wegen ihrem Tod untergehe.Also blieb nur aufstehen und weiter leben.
Ich bin mir sicher, dass deine Mutter auch nicht möchte, dass du wegen ihr leidest.
Ich habe mich bewusst mehr mit Freunden getroffen, auch wenn es anfangs schwer war, aber mit der Zeit konnte ich mich immer besser ablenken. Es stimmt, es dauert seine Zeit. Aber es wird wieder gut.
Das musst du dir vor Augen halten, auch wenn du jetzt noch nicht daran glauben kannst. Die Zeit wird deinen Schmerz lindern.
Ich wünsche dir alles Gute.
Scheu dich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du sie brauchen solltest.

Erstmal möchte ich Dir mein Beileid aussprechen. Es ist schwer einen lieben Menschen loszulassen. Als mein Bruder gestorben ist (er war grad Papa geworden) war ich auch wütend auf Gott und die Welt. Ich konnte keine Paare sehen, das hat mich wütend und traurig gemacht. Wut ist erstmal eine normale Trauerreaktion. Wenn sie allerdings länger anhält, kann die Trauer auch pathologisch werden. Ich kann das nicht beurteilen, wie es bei Dir ist, aber es klingt sehr danach, als wenn die Trauer Dich lähmt und Dich z. T. am Leben hindert. Ich würde eine Trauerbegleitung und/ oder Therapie in Anspruch nehmen. Beides hat mir sehr geholfen. Und falls nicht geschehen, versuch mit Deinem Mann einen Weg zu finden, dass Du Dich verstanden fühlen kannst und er mit dem, was er dafür tun müsste okay ist.
Alles Gute und ja, die Zeit heilt alle Wunden, aber Wunden hinterlassen Narben....
Es kommt der Tag, an dem lernst Du mit diesen Narben zu leben.

(14) 17.03.19 - 07:53

Meiner Oma ging es nach dem Tod von meinem Opa auch so. Sie sagte, dass Unfassbarste daran war, dass sich die Welt einfach weiter gedreht hat. Allerdings war sie mehr in Wut denn in Trauer gefangen. Entgegen vieler Ratschläge hier, meine ich nicht, dass du zu einem Trauerberater musst. Ich finde es eher schade, dass den Menschen in der heutigen Gesellschaft nicht individuellen Raum zum Trauern gegeben wird. Viele haben schon eine Meinung darüber, wer wie lange und in welcher Intensität trauern darf, wie lange schwarz tragen sollte etc. Ich finde, man sollte da mehr Toleranz zeigen. Dennoch finde ich deine Wut aus biologischer Sicht bedenklich, ob sie dein Ungeborenes hormonell beeinflussen könntest. Kannst du die Wut vielleicht durch Sport etwas abbauen? Vielleicht könnte Dir auch der Gedanke an Reinkarnation helfen? Vielleicht geht es ihr ja nun besser? Vielleicht ist auch ein Teil von ihr in deinem Kind wieder zu finden

  • Vielen Dank für deine Antwort. Das stimmt, man hat immer das Gefühl, dass man schnell wieder funktionieren muss. Dabei ist es ja noch gar nicht so lange her. Das mit dem Baby habe ich auch schon gedacht, da hast du Recht :-( Ich hoffe natürlich, dass es nicht so sein wird.

Lieber Marienkäfer,
der Tod deiner Mutter ist noch nicht lange her. Diesem Zeitraum von wenigen Monaten gegenüber steht dein ganzes bisheriges Leben, in welchem du mit ihr verbunden gewesen bist.
Es gibt keine Regel dafür, wie lange du diese Gefühle ertragen "musst". Jeder geht anders mit dem Tod einer Bezugsperson um, jeder verarbeitet das anders, jeder durchlebt das anders.
Entscheidender finde ich die Frage, wie sehr es dich belastet, dass du denkst, du könntest ein bisschen Entlastung und Unterstützung von außen benötigen? Was ist es, was du brauchst? Was ist es, was dir gut tun würde? Was würde dir helfen?
Vielleicht würde es dir helfen, deine Wut herauszulassen. Ich kann es dir nicht sagen, du entscheidest dabei. Der Satz deiner Freunde ist sicher gut gemeint, aber nicht gut durchdacht. Zeit heilt nicht immer alle Wunden. Manche Wunden bleiben und schmerzen ein Leben lang, aber wichtig ist, zu lernen, dass man den Schmerz aushalten kann, ohne, dass das eigene Leben davon zu sehr beeinträchtigt wird.

Wenn du von Freunden, deinem Mann zu wenig Empathie für deine Gefühlszustände bekommst (was sicherlich nicht einmal böswillig ist, sie stecken nur nicht in deiner Situation drin, können überfordert sein, etc.) dann such dir bitte, wie hier bereits geraten wurde, Hilfe von außen. Aber ein möglicher erster Schritt wäre, der vielleicht schon einmal zu deiner Erleichterung beitragen kann, deine Gefühle, das, was du durchmachst, zu akzeptieren und nicht an dich noch Erwartungen zu stellen, dass du doch anders fühlen oder reagieren müsstest. Das musst du gar nicht.

Es tut mir sehr leid für dich. Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe. #klee

  • Vielen DAnk für deine Antwort!
    Ja, ich werde mir wohl eine SHG oder eine Trauerbegleitung suchen. Ich denke, dass würde mir schon helfen. Auch anderen zuzuhören und somit leichter ins Gespräch zu finden oder auch einfach im Stillen parallelen zu finden.
    LG

Hallo.

Mir ist aufgefallen, dass du auch über dein schlechtes Gewissen schreibst und darüber, dass du nicht weinst.

2012 ist mein Papa gestorben. Ich bin frühes Scheidungskind in einer gestörten Familie. Mein Papa war immer der Geldesel. Ich habe gelernt, ihn in dieser Rolle zu sehen, obwohl er der einzig vernünftige Verwandte von mir war. Aber ein inniges Verhältnis war leider nicht herzustellen, da er zudem ein Eigenbrödler war. Später räumliche Distanz. Selten kam es mal zu vertrauten Gesprächen. Aber ich habe ihn geliebt und er mich, er hätte immer alles für mich getan. Das wusste ich immer.

Als er starb brach wochenlang Arbeit auf mich herein, Wohnung auflösen, Autos finden, Apotheke und zahllose Verpflichtungen regeln und auflösen. Keiner konnte mir mit Rat und Tat helfen, das war wochenlang sehr stressig.

Dann erbte ich einen sehr großen Geldbetrag. Ein Teil von mir fühlte Freude und Erleichterung, weil mir das Geld sehr half. Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen deswegen, zumal ich auch noch nicht geweint hatte. Es war ganz eigenartig.

Aber dann gab es zweimal Situationen, Monate später, in denen mich schöne Erinnerungen überraschend überfluteten und ich auch weinen musste. Diese Momente haben mir emotional sehr geholfen, weil ich merkte, dass in mir ehrliche Trauer über den Verlust meines geheimnisvollen Vaters mit dem weichen Kern war. Heute vermisse ich ihn und meine Verhältnis zu ihm und seinem Tod fühlt sich gesund an.

Lass es einfach auf dich zukommen. Nur die Wut auf deinen Mann solltest du irgendwie ablegen. Die hilft euch beiden nicht.

Alles Liebe für dich

Ich kenne das leider auch......und unsere Geschichten ähneln sich.

Meine Mutter verstarb 2011 nach einem Jahr der Krebs-Odyssee. Heilung war von Anfang an unwahrscheinlich, und recht bald ausgeschlossen. Sie war gerade 50 Jahre alt. Wir standen uns immer sehr nahe, allerdings waren die letzten Jahre schwierig. Sie hatte ebenfalls Depressionen, und wollte nicht in Behandlung. Nach der Diagnose kam der totale psychische Absturz (natürlich verständlich). Es war unerträglich für ihr Umfeld.

Ich war auch so unglaublich wütend. Und konnte es nicht fassen das alles weitergeht ohne sie. Bis heute habe ich Momente wo ich denke das es doch nicht wahr sein kann......Für mich war und ist das Gefühl der Machtlosigkeit am schwersten auszuhalten. Ich kann einfach nichts daran ändern, und ich möchte doch so sehr!

Es wird besser, es wird anders. Nach etwa einem Jahr wich die Wut der Traurigkeit. Und irgendwann fing ich an mich an die schönen Dinge zu erinnern, nicht mehr nur an die schrecklichen letzten Monate. Meine Mama war ein großer Fan von Peter Maffay, ich habe schon als kleines Kind gern Tabaluga gehört. Das mache ich nun noch manchmal und bin jedes Mal überwältigt von den Erinnerungen die es wachruft.

Die Zeit heilt NICHT alle Wunden. Manche vernarben nur, und man trägt sie ein Leben lang mit sich. Aber man lernt damit zu leben. Gib dir Zeit.

"Wut auf meinen Mann, weil ich mich von ihm alleine gelassen fühle in meiner Trauer. Wut auf die Welt. Mich nerven alle Menschen. Am liebsten wäre ich alleine und würde mich verkriechen. Oder einfach die Welt anhalten"

Wir war die Trauer als Kleinkind?
Warum fühlst du dich von deinem Mann alleine gelassen?
Manchmal "wiederholt" es sich, manchmal ist es auch eine eigenständige Trauer. "Wiederholen", dass die Gefühle von damals mit reinspielen.

Bei einer verstorbenen Person fühlte ich Wut und mich allein gelassen. Die Person die verstorben war, war sonst die Person, die in solchen schwierigen Situationen da war. Deswegen fühlte ich mich alleine gelassen. Andere dachten nicht mal daran ein Kind zu begleiten, da Kinder noch nicht trauern würden :-[


"Meine Freunde sagen alle, dass es wieder besser wird. "Zeit heilt alle Wunden"," :-[

Kein Wunder, dass du dich allein gelassen fühlst.
Mag sein, dass es ein Spruch aus Hilflosigkeit heraus ist, weh tut der Spruch trotzdem.

Wenn sie es nicht verstehen können, rede mit ihnen.
Wenn sie es nicht verstehen wollen, .... kein Kommentar.

Wenn Eltern/Bezugspersonen sterben ist es... keine Beschreibung möglich.
Ausnahmesituation.....


Trauerbegleitung fällt mir ein.
Selbsthilfegruppe wäre noch ein Schritt mehr.
Trauerbegleitung.... beim Bestattungsunternehmen fragen, ob sie Adressen kennen. Menschen kennen, die das kennen, da sind, verstehen, zu hören....

wenn Freunde es nicht verstehen können (ist es schwierig mit ihnen darüber zu reden), wenn sie es nicht verstehen wollen, wären sie nur Bekannte oder so....

Manchmal braucht man Menschen, die verstehen/zu hören, da sind, die Themen kennen mit denen Freunde/Angehörige überfordert sind. An diese würde ich mich wenden.
Wenn dein Mann unsicher ist, weil er auch nicht weiß wie er damit umgehen kann, vielleicht bekommt er auch ein paar Tipps....

in erster Linie erst mal für dich. Einen Platz für deine Gefühle, ohne alleine sein damit....


Trauer braucht seine Zeit, manchmal sofort, manchmal später,
Wege gibt es viele....
Menschen, die diese Wege begleiten auch manchmal. Unterstützung herauszufinden, was du jetzt brauchst, um für dich damit umzugehen.....

Hallo,

erst mal möchte ich dir sagen, wie leid mir das tut. Wirklich.
Ich befinde mich in einer ähnlichen und doch anderen Situation. Mein Mann starb vor wenigen Wochen und ich funktioniere momentan fürs Töchterchen und verdränge massiv.
Da ich professionelle Hilfe annehme (Termin in einer Woche und Akutbetreuung, als es passiert war), möchte ich dir folgendes mitgeben:
Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg zu trauern, nur deinen Weg für dich. Wut zu empfinden, ist normal, auch dieses „Mir ist alles egal“-Gefühl ist normal. Nichts wird gut, aber irgendwann wird es vielleicht besser. Zeit heilt alle Wunden ist ein Scheißspruch.
Such dir einen Weg, wie du damit klar kommst. Du kannst dir professionelle Hilfe suchen (Diakonie, Caritas, muss gar nicht der Psychologe mit ner ewig langen Warteliste sein) oder aber eine Kur zur Trauerbewältigung machen oder viel darüber sprechen, mit Menschen, die deine Mutter gekannt haben.
Briefe schreiben an deine Mutter kann auch helfen.
Finde deinen Weg, sei stark für deine Familie, aber lasse auch schwache Momente zu, in denen du weinen und den Schmerz zulassen kannst.

Liebe Grüße.
nudelsuppn

(22) 17.03.19 - 20:04

Hallo,

mein Beileid zum Tod deiner Mutter. Deine Gefühle sind völlig normal. Wut ist ein Stadium im Trauerprozess. Jeder, der trauert durchläuft das Stadium der Wut. Manche sind wütend auf den Verstorbenen weil er zu früh gegangen ist, andere sind wütend auf sich selbst, weil sie die Zeit nicht genutzt haben, wieder andere sind wütend auf das Umfeld wegen irgendwelchen Dingen. Häufig kommen dann Gedanken wie hätte ich/er/sie..., wäre dies und das gewesen, würde er/sie dies und das machen... etc. Diese "hätte, wäre, würde"-Gedanken verstärken die Wut. Aber auch das ist völlig normal im Verarbeiten und in der Trauer. Diese Wut gehört zum gesunden Trauern dazu. Google mal nach Stadien der Trauer und du kannst es dort psychologisch erklärt genau nachlesen.

LG
Michaela

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