Psychotherapie - nur wie?

    • (1) 12.04.19 - 08:35
      -Zum-Durchdrehen-

      Guten Morgen. Vorab - mir ist bewusst, dass ich mit der Frage eigentlich ins Forum Gesundheit gehen müsste. Da ich aber hier immer gerne mitlese und oft auch davon lese, dass sich jemand in therapeutischer Behandlung befindet, frage ich mal hier...
      Kurz und knapp - ich bräuchte eine Therapie. Aus verschiedenen Gründen, das wurde mir mehrfach ans Herz gelegt - auch von Fachleuten, wie zb. Familienberater. Es geht mir mal besser, mal schlechter - in letzter Zeit schlechter und letzte Woche hatte ich wohl einen kleinen Zusammenklapper, ich konnte mich nicht mehr regulieren.
      Jetzt bin ich auf der Suche - und verzweifle. Ich habe hier eine Liste, schon die unterschiedlichen Bezeichnungen überfordern mich.... Nervenarzt, Artz mit Zusatzausbildung, ärztlicher Psychotherapeut, Psychologischer Psychotherapeut.... ja Himmel, was ist denn da bitte das was ich brauche? Ich hab jetzt einfach mal wahllos angefangen, alle Frauen, die auf der Liste aufgeführt sind , anzurufen. Eine haben sie scheinbar gemeinsam. Sie haben 1.die merkwürdigsten Telefonerreichbarkeiten, 2.die Praxis über die Ferien geschlossen und wenn man sie doch erreicht keinen Platz und ein halbes Jahr Wartezeit um aber auf die Warteliste zu kommen braucht es ein Gespräch mit Termin, den ich nach den Ferien vereinbaren soll🤔 Die Therapeuten nach dem Heilpraktikergesetz zahlt die Kasse nicht (privat mit Beihilfe) und eine hatte ich sogar am Apparat, die nimmt gar keine Privatpatienten. Und Selbstzahler kann ich mir auf Dauer nicht leisten. Und jetzt? Wer hat das schon erlebt? Habt ihr Tipps? Ich bin kurz davor, das einfach wieder zu verwerfen. Ich weiß nur, dass es dadurch nicht besser wird... Im Voraus danke für eure Erfahrungen 💜

      • Ich würde mich bei der örtlichen frauenberatungsstelle informieren.

        Wenn hier immer so schnell geschrieben wird "mach eine Therapie" dann weise ich genau auf diese Problematik hin, glauben nur viele nicht.
        Du hast ja nun auch noch das Problem, dass ein Nervenarzt noch lange keine Psychotherapie macht....er kann auch nur körperliche Nervenstörungen neurologischer Art behandeln, solche haben wir auch.
        Es sollte unbedingt der Begriff Psychotherapeut oder Psychiatrische Behandlung o.ä. dabeistehen.
        Du bist Privatpatient? Ich denke, da geht alles besser? Wenn Du tel. nicht durchkommst, dann vielleicht per Mail versuchen? Mit Hinweis, dass Du privat versichert bist. Viel Glück!
        LG Moni

        • (4) 12.04.19 - 09:32

          Vielen Dank, Moni. Ja, ich bin privat versichert mit Beihilfe in diesem Fall ist das aber scheinbar kein Vorteil, wie geschrieben, eine Psychotherapeutin sagte mir sogar gleich, sie nimmt keine Privatpatienten.
          Das was du über die Neurologen geschrieben hast dachte ich mir schon und hab dort nicht angerufen, nur bei denen, bei denen explizit Psychotherapie dabei stand. Die Liste hab ich von meinem Hausarzt.
          Ich konnte es selbst nicht glauben, aber die meisten haben keine Homepage und von denen, die doch eine haben und denen ich eine Email geschrieben hab, bekomme ich keine Antwort, das habe ich schon vor längerer Zeit mal gemacht.
          Dir Telefonzeiten sind so kurz (zb. 5 Minuten vor der vollen Stunde) dass ich es mit Job und 2 Kindern kaum schaffe da anzurufen.
          Bei Caritas und Familienhilfe wurde ich nur auf Listen und Telefonnummern verwiesen, mit dem Hinweis, dass ich selbst auf die Suche gehen muss. Irgendwie kostet mich das gerade Energie die ich nicht habe😔 Liebe Grüße

          • Das weiss ich sehr gut, dass einem dafür die Energie fehlt. Ich habe mir eine Heilpraktikerin mit Psychotherapieausbildung (und weiteren Qualifikationen) leisten können, als ich dringend jemand brauchte. 85% zahlte meine Zusatzversicherung, so gings. Sie konnte mir wirklich helfen.
            Ich dachte, die Beihilfe zahlt das auch - aber da hat sich wohl auch was geändert.
            Du wirst es weiter über die blöden Telefonzeiten probieren müssen oder Du kannst jemand beauftragen, für Dich anzurufen, wenigstens um einen Ersttermin zu vereinbaren.
            LG

            Hallo,

            schau mal auf Therapie.de, da kannst du nach Ort und nach Kassenzulassung sowie nach freien Plätzen filtern.

            Viel Erfolg!

      (7) 12.04.19 - 09:25

      Guten Morgen,
      Zuerst: ich kann gut nachempfinden wie du dich gerade fühlst. Die Therapeutensuche kann schon sehr frustrierend sein, vor allem wenn es einem aktuell eh schon nicht gut geht.
      Dass du eine Liste hast ist schon mal gut. Hast du sie selbst erstellt? Auf Therapie.de gibt es zB die Möglichkeit nach Therapeuten in deiner Stadt zu suchen und sie nach gewissen Kriterien zu sortieren.

      Ich würde wie folgt vorgehen und deine Liste sortieren:
      Zuerst wäre wichtig dir zu überlegen, welche Therapieform für dich in Frage kommt. Je nach Problematik wäre zB eher eine Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologische Psychotherapie möglich.
      Was genau soll behandelt werden? ZB Angststörung, Depression, Trauma etc. Danach kannst du dir die Therapeuten suchen die auf dein Problem spezialisiert sind.
      Therapeuten mit Kassenzulassung sind häufig sehr voll, ich würde evtl zuerst bei denen ohne nachfragen, die haben zumindest in meinem Umfeld oft noch Plätze frei.
      Und zuletzt, aber das ist nur meine persönliche Empfindung, fühlte ich mich bei einem Psychologischen Psychotherapeuten am besten aufgehoben. Die haben Psychologie studiert und eine meist 2 jährige Therapeutenausbildung gemacht.

      Wenn du dann deine Liste nach den für dich wichtigen Kriterien sortiert hast geht es ans Telefonieren. Das ist oft der langwierigste Schritt. Am besten ist es sich die jeweiligen Sprechzeiten zu notieren und dann mit den Therapeuten persönlich zu sprechen.

      Hast du sonst evtl jemanden in deinem Umfeld der dir dabei etwas unter die Arme greifen könnte?
      In vielen Städten gibt es an den Unikliniken auch psychiatrische oder psychosomatische Ambulanzen. Die beraten auch (evtl mit Überweisung) zu solchen Themen.

      Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche und hoffe du findest bald jemanden der dir helfen kann 🍀

      • (8) 12.04.19 - 09:48

        Lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Die Liste ist vom Hausarzt.
        Das Thema ist wohl schon ein oder mehrere Trauma(ta) aus der Kindheit, dazu noch ein paar harte letzte Jahre, von denen ich mich irgendwie nicht erholt habe.🙄
        Ich habe leider niemanden, der mir das Telefonieren abnimmt, eine sehr gute Freundin unterstützt mich mit Kontakten, wohnt aber leider zu weit weg. Ewig lange Wege sind eben leider auch ein Hindernis, irgendwie muss der Alltag ja hier auch weiter gehen.
        Ich hatte einen sehr netten psychologischen Psychotherapeuten am Telefon, das ist wohl ein gemeinsam praktizierendes Ehepaar. Dort soll ich nach den Ferien nochmal anrufen, was ich auch machen werde. Uniklinik
        Ganz lieben Dank für all deine Tipps und deine Zeit! Viele Grüße

    Also ich habe mich an Verhaltenstherapeuten gewandt und dort auch eine sehr nette Frau gefunden.

    Ich wusste vorher schon, dass es nicht so einfach ist einen Platz zu bekommen und hatte ziemlich große Angst davor am Telefon mit Ablehnung konfrontiert zu werden. Ich habe dann meinen Problem per E-Mail geschildert und an unterschiedliche Praxen geschickt. So konnte ich auch das Problem mit den Öffnungszeiten umgehen. Ich hatte Glück und habe nur 4 E-Mails schreiben müssen. Zwei Therapeuten haben direkt geschrieben dass die Wartezeit bis zum Erstgespräch bei min. 6 Monate liegt, eine Therapeutin hätte geholfen mich an einen Kollegen zu vermitteln oder mich bei Terminausfall einzuschieben und meine jetzige Therapeutin hat mich abends noch zurückgerufen. Ich bin mir aber im Klaren darüber, dass ich Glück hatte dass wir zueinander passen.

    Meine Voraussetzungen sind ähnlich wie bei dir, denn ich bin privat abgesichert.

    • (10) 12.04.19 - 09:40
      -Zum-Durchdrehen-

      Danke für deine Antwort - so ist es natürlich ideal und so hätte ich mir das auch gewünscht. Aber bei mir klappt das irgendwie so nicht 😣 Ich habe mich in den letzten Jahren mit verschiedenen Heilpraktikertherapien über Wasser gehalten. Aber ich habe das Gefühl, da ist jetzt eine Grenze des Möglichen erreicht.
      Alles Gute dir. Viele Grüsse

      • Hast du mal versucht über die Krankenkasse anzufragen? Manche helfen bei der Vermittlung. Ansonsten war meine erste Anlaufstelle ein Krankenhaus in der Nähe, die haben einen psychologischen Notdienst und konnten mir zumindestens am Anfang helfen. Da kam der Tipp von meinem Hausarzt. Die hatten außerdem noch eine umfangreichere Liste mit Psychologen .
        Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

        • (12) 12.04.19 - 11:17
          -Zum-Durchdrehen-

          Meine Krankenkasse hat mir eine Therapeutin ca 60 km entfernt vermittelt. Leider wohnen wir im Ballungsraum, zu manchen Zeiten brauche ich da 1 1/2 Stunden. In die anderen Richtung wäre die Fahrt machbar. Aber direkt durch den Großstadttrubel...😳 Da weiß ich jetzt schon, das halte ich nicht durch. Das mache ich 1 oder 2 mal und dann bin ich zu flegmatisch, das wieder alles zu organisieren, mit Arbeit und Kindern. Vielleicht bin ich auch nicht flexibel genug😔
          Das mit dem Notdienst und dem Krankenhaus werde ich mit mal merken. Danke schön💖

Das klingt kompliziert. Ich kann dir nur berichten, dass ich über Umwege bei einer Kinesiologin mit Zusatzausbildung Familiengefüge gelandet bin und mich sehr gut aufgehoben fühle. Vielleicht wäre das auch eine Überlegung, wenn es bei dir auch um Familienprobleme geht.

  • (14) 12.04.19 - 10:02

    Danke auch dir für die Antwort. Ich habe mich die letzten 3 Jahre auch mit verschiedenen alternativen Möglichkeiten beschäftigt und auch einiges gemacht... Familienstellen, Akkupunktur, Homöopathie... letztendlich ist nichts nachhaltig. Ich falle immer in uralte Muster - meine Ehe steht extrem auf der Kippe und mein Mann lässt mir auch keine große Wahl mehr, es muss jetzt eine längere Therapie sein. Vielleicht ist das auch der A....tritt den ich brauche.
    Alles Gute auch dir!

(15) 12.04.19 - 10:12

Ich bemühe mich seit Ende 2016 um einen Therapieplatz. Und habe bis heute EINEN Therapeuten mit weniger als einer Stunde Anfahrt gefunden. Dort hatte ich jetzt 2 Termine und finde ihn höflich ausgedrück "ätzend". Soll ich jetzt von vorne anfangen? Wenn ich am Ball geblieben wäre, dann wäre es vielleicht ein halbes Jahr schneller gegangen. Ich stand Anfang 2017 auf 7 Wartelisten. Zurück gemeldet hat sich niemand. Letzten Herbst (September) habe ich dann hinterhertelefoniert. Es wurden Listen aufgelöst, auf anderen bleibt man nur wenn man sich alle drei Monate meldet zu diesen kuriosen Telefonzeiten an denen immer besetzt ist, eine Praxis hatte ganz geschlossen. Einen Termin habe ich daraufhin bekommen, siehe oben. Mit einer Wartezeit von September bis April für das Erstgespräch.

Da ich es zwischenzeitlich nicht geschafft habe selbst zurecht zu kommen, habe ich eine zeitlang privat eine Therapie bezahlt. Kostenpunkt für 10 Stunden knapp 1000 Euro. Das ist viel Geld, aber ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten.

Mein Tipp ist, lass dich auf so viele Wartelisten setzen wie möglich, frage dort alle paar Monate spätestens penetrant nach. Wenn es dir möglich ist, dann überbrücke die Wartezeit mit einem privaten Angebot oder suche eine Selbsthilfegruppe.

Es ist extrem frustrierend und ich kann gar nicht aufhören mich darüber zu ärgern.

Alles Gute!!!!

  • Hast du Buch über deine Bemühungen geführt? Es gibt Therapeuten die über das Kostenerstattungsverfahren abrechnen können. Dann musst du eben auflisten, was du schon alles gemacht hast. Da sind hier die Termine leichter zu bekommen. Leider bin ich zu kraftlos das in Angriff zu nehmen.

    (17) 12.04.19 - 11:34

    😥 Ach herrje😞 Deine Odyssee tut mit leid. Vielen Dank für deine Erfahrungen und deine Ratschläge.
    Mir wurde jetzt mehrfach angeraten, dass ich mich jederzeit an eine Klinik wenden kann, oder in ein Bezirkskrankenhaus einweisen lassen kann. Dazu fühle ich mich aber ehrlich gesagt zu "gesund" und zu "klar". Ich muss also warten. Warten bis ich entweder mit Eigeninitiative und Geduld Hilfe bekomme oder bis ich wirklich richtig krank werde. Und so wie es aussieht geht es jedem so, der mit seiner psychischen Gesundheit ringt.
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.🍀

    • Denk bitte nicht, dazu bist du zu „gesund“ und „klar“. Das ist der größte Fehler den viele machen, weil es hier üblich ist, dass man erst einen Jakobsweg gehen muss, um sagen zu dürfen, ich bin krank, ich brauche Hilfe. So eine Therapie dauert Jahre, bei einigen sogar ein ganzes Leben... es ist Dir nicht damit geholfen, wenn du so zusammenbrichst, dass man dich die ersten Jahre erstmal aufpäppeln muss, damit man mit der eigentlichen Arbeit beginnen kann... glaube mir, das verlängert und verdoppelt das Problem nur. Am Ende fällst du nur viel länger aus. Das ist das Problem mit dem „warten auf Tag Zero“. Dann geht nichts mehr! Gut ist es mit einer Arbeit anzufangen, wenn du klar genug bist, um an deine Probleme zu kommen, sie reflektieren zu können, wenn diese Klarheit in einer Depression untergeht, dauert alles nur länger und macht es die unnötig schwerer. Viele kranke denken ihnen ginge es doch im Grunde gut genug... das Dir die ganzen Telefonate schon Zuviel sind, zeigt ja schon, dass negativ Symptome arg vorhanden sind. Und wenn es dir „gut genug“ gehen würde, würden dich 1-1,5 Std einmal die Woche zum Therapeuten auch nicht abschrecken... du würdest nicht denken, dass schaffe ich nicht, dass ist zu anstrengend...

Hallo, aus welchem Bundesland kommst du denn? In Niedersachsen gibt es zum Beispiel Care - eine Beratungsstelle die auch weitervermitteln- speziel für Landesbedienstete, da wir ja seitens der Krankenkasse keine Ansprechpartner haben...vielleicht gibt es so was ja bei euch auch?

LG Uedde

Ja, das ist leider wirklich so. Den Tipp mit der Kasse hast du ja schon bekommen. War bei mir das gleiche Problem - vermittelte Praxis 50km auf der anderen Seite von Hamburg. Danke auch. Wenn es einem nicht gut geht, ist diese Entfernung einfach nicht machbar.

Man muss ja eh erst mal dieses Erstgespräch führen. Ich habe dann eine Therapeutin gefunden, die zwar gesagt hat, Warteliste 6 Monate, aber Erstgespräch ist möglich. Und dann könnte sie mir immerhin unregelmäßige Termine alle 2-3 Wochen anbieten.

Das mit den Telefonzeiten musst du durchziehen. Liste schreiben und alle Psychotherapeuten bzw. Psychiater abtelefonieren in deren Zeitfenster. Nicht auf Rückrufe hoffen. Keine Mails schreiben.

Ergebnisse notieren. Bei 10 Ablehnungen übernimmt die Kasse die Kosten für nicht kassenzugelassene Therapeuten.

Viel Erfolg!

Hallo,
Deine Situation tut mir furchtbar leid!
Ich würde dir empfehlen deinen Radius nach kreativ-Therapeuten zu erweitern. Kunst, Musik, Bewegung...diese haben meist auch den Hp-psych... durch jahrelangem Studium mit Selbsterfahrung sind die krea-Therapeuten meist ganz gut aufgestellt. Einige haben auch die Zusatzausbildung zum Trauma-Therapeuten, dass wäre für dich natürlich sehr gut. Wo wohnst du denn? Gibt es bei dir irgendwo ein Institut was Therapeuten ausbildet? Meist ist es so, dass Therapeuten für ihre Abschlussarbeit einen freiwilligen als Fallbeispiel brauchen und dafür kein oder sehr sehr wenig Geld nehmen, weil sie noch nicht fertig sind... wäre das evlt eine Option für dich, bis du was anderes findest? Einige kennen sich auch untereinander, können Dir vielleicht sogar Kollegen empfehlen. Es gibt auch Gruppen, da wird die eicenleistung durch alle geteilt. Dort hast du zwar keine 1:1 Betreuung, aber dort wird keiner fallen gelassen und in Kombination mit einem kostengünstigen Studenten, wärst du schon mal in „Behandlung“
Es gibt auch die Möglichkeit, dass die Kasse einen Therapeuten bezahlt, wenn du niemanden finden kannst. Dafür brauchst du eine gewisse Anzahl an absagen. Auch sind in einigen angeboten, die die Krankenkassen anbieten, gewisse Freibeträge für Therapien. Da musst du mal schauen, was deine Krankenkasse so anbietet. Und wenn alle Strike reißen, dann lass dich einweisen, da müssen sie dich behandeln. Ich weiß aber, dass keiner diesen Schritt gehen mag, gerade Eltern mit kleinen Kindern scheuen diesen Weg, weil sie um die Betreuung der Kinder fürchten oder denken „naja, so schlecht geht es mit ja noch nicht“. Aber eine Mama die zudammengebrochen ist, bringt niemanden mehr etwas. Manchmal kann ich auch nur noch mit dem Kopf schütteln wie wenig Therapeuten in Deutschland von der Kasse getragen werden, dabei Ist die Nachfrage so groß und das Studium verdammt teuer! So viele sitzen bei diversen Supermärkten an der Kasse,um sich mit einem „zweitjob“ die fixend kosten zu bezahlen, während Menschen die Hilfe brauchen keinen Therapeuten finden... verrückt.
Ich wünsche dir alles gute!

Ja, das kenne ich, von verschiedenen Facharztformen.

Ich rufe dann einfach die Liste der Reihe nach an.
Die erste Praxis, die ich an die Strippe bekomme, frage ich dann ganz direkt:

ich habe Problem xy, welcher Facharzt ist zuständig!
Hausarzt sagt so, Krankenkasse so, ich bin Laie.

Dann bekomme ich meistens auch Auskunft
a) die Bezeichnung ist relativ egal, es kommt auf den Inhalt an
b) oh, da sind sie hier falsch. Sie sollten es bei den Ärzten mit Bezeichung 1 / 2 / 3 / 4c probieren. Wir sind Bezeichnung 4a, deswegen geht es nicht.
c) ja, hier sind sie richtig. Dann geht es weiter zu den anderen Fragen wie Wartezeit, Termin, Überweisung usw.

Inzwischen frage ich mich fast nur noch auf diese Weise durch.
Selbst Hausärzte wissen manchmal nicht, an welche Fachrichtung sie überweisen sollen, da sich die Fachrichtungen in Feinheiten unterscheiden - oder auch nicht.

Zur Überbrückung von Wartezeiten kannst du dich vielleicht auch an Sozialberatungen der Kirchen wenden. Die sind sicher nicht für Langzeittherapien zuständig aber evtl. für ein paar Gespräche, die dich weiter bringen.

Die komischen Telefonzeiten sind dem Umstand geschuldet, dass kaum ein Therapeut ne Vorzimmerdame beschäftigt. Und in der Therapiesitzung hat das Telefon auch zu schweigen...

Hallo

ich hatte auf dieser Seite nach einer Therapeutin gesucht.

https://www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/nc/patienten/psychotherapeutensuche/

da kann man schon einiges vorfiltern.

Die Suche im Vorfeld war wirklich schrecklich.... das abtelefonieren der Liste... dafür muß man sich dann schon extra Zeit nehmen. Ich habe mir die Liste ausgedruckt und dann immer dahinter geschrieben, wann ich angerufen habe, wie die Sprechzeiten sind und was gesagt wurde. Damit man nicht durcheinander kommt.

Dann hab ich mit allen Leuten Termine gemacht, ie sie mir angeboten haben. Man muß dann nämlcih auch noch schauen, ob man mit dem Therapeuten menschlich kalr kommt und ob einem die Art und Weise liegt, wie gearbeitet wird.

Mir war z.B. klar, dass mir Verhaltenstherapie nicht ausreicht, da ich auch die Hintergründe erfahren wollte und nicht nur rein das verhalten ändern.

Alles in allem hat es etwa ein halbes jahr gedauert, bis ich die Therapie beginnen konnte.... und das halbe Jahr Wartezeit geht schneller rum, als man denkt. Anfach anfangen und loslegen, nicht locker lassen.

Du bist privat versichert? Kann ir vielleicht auch deine Krankenkasse bei der therapeuten suche undTerminvergabe helfen?

Also ich habe damals auch einige diverse Therapeuten abtelefoniert, bis ich bei meiner gelandet bin. Mir wurde immer wieder widersprüchliches gesagt, "Sie brauchen eine Verhaltenstherapie, keine tiefenpsychologische behandlung", die nächste sagte genau umgekehrtes...
Meine Therapeutin war für tiefenpsychologie ausgelegt. Sie empfahl mich nach einem erstgespräch an einen Psychiater, denn sie selbst durfte keine Medikamente verordnen und Rezepte ausstellen. Dadurch habe ich erfahren, das wohl viele sich erst bei einem Psychiater melden, der sie dann nach einem erstgespräch an die passenden Fachleute weiterweist.
Mein Psychiater und meine Therapeutin arbeiten Hand in Hand, sie sehen sich jeden Monat und tauschen sich über die Patienten aus. Gegebenenfalls werden die Medikamente anders eingestellt oder man zieht andere Behandlungen (z.b. stationär) in Betracht.

Ich an deiner Stelle würde mich zunächst bei einem Psychiater melden, der dir ein erstgespräch anbieten kann.

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