Gefühlswirrwar zum zweiten Kind

    • (1) 12.04.19 - 09:18

      Hallo zusammen,

      Kennt ihr das, wenn ihr euch einfach nicht entscheiden könnt, welche Emotion ihr jetzt Grade für ein Thema habt?
      Es ist so, wir sin schon seit 7 Jahren ein paar und haben einen gemeinsamen Sohn. Er ist 3 Jahre alt.
      Nun haben wir uns dazu entschlossen es mit einem zweiten Kind zu probieren.
      Es war ganz locker und unkompliziert. Wurde direkt schwanger. Nach schlimmen kotzenden 3 Monaten hat sich herausgestellt dass das Kind nicht mehr lebt. 2. Fehlgeburt. Vor unserem Sohn hatte ich auch schon eine.
      D.h. ich war jetzt 3 mal schwanger und hab irgendwie gar nicht mehr den drang danach.
      Ich will noch ein baby, ja auf jeden Fall, aber irgendwie denke ich mir auch es wäre ohne auch nicht schlecht. Bin ich dadurch böse? Mein freund wünscht sich so sehr ein zweites Kind. Ich mir ja auch. Aber ich wäre gerne noch schwanger. Ich will die ersten Monate nicht nochmal und nochmal durchmachen. Ich will dass unsere Pläne die wir bei der Schwangerschaft hatten auch passieren. Aber das geht nicht mehr. Weil das Baby tot ist. Ich weiß auch nicht. Ich schwanke ständig zwischen Vorfreude auf eine intakte neue Schwangerschaft und Traurigkeit vom Verlust bzw. Ablehnung einer neuen Schwangerschaft.
      Geht es jemanden ähnlich?

      Dort das musste mal raus.

      LG
      Sterni

      • Hallo Fehlgeburten sind nicht leicht wir mussten bei kind nr 2 auch 2stück ertragen und zu allem übel wurde ich nach der 2. Fehlgeburt knapp 3 Jahre nicht mehr Schwanger.
        In diesen 3 Jahren gab es viel hoch und tiefs von aufgeben bis zum letzten tropfen kraft kämpfen war alles dabei.
        Ich war ein paar mal an dem Punkt aufzugeben doch mein Mann wollte das nie.
        Und ich bin ihm sehr dankbar dafür im dezember letztes Jahr nach knapp 4 Jahren Kinderwunsch einer echt schlimmen Schwangerschaft erblickte unsere Tochter das licht der welt.
        Sie berreichert mich jeden Tag.
        Ich weiß ja nicht wie lang die fehlgeburt her ist aber gib dir etwas zeit zu entscheiden.

        Liebe Grüße

        Es tut mir immer sehr leid, wenn manche soviele Fehlgeburten ertragen müssen obwohl sie sich sehnlichst ein Baby wünschen.
        Vielleicht wäre eine Adoption was für euch?
        Irgendwo da draußen gibt's bestimmt ein Kind, dass sich fürsorgliche Eltern wünscht.
        Alles Gute!

        Also "böse" bist Du ganz sicher nicht!

        Du hast viel durch gemacht, musstest schlimme Verluste ertragen. Da bist Du doch kein schlechter Mensch, wenn du auch mal den Gedanken hast, ob es nicht ohne zweites Kind auch ganz schön wäre.

        Ich finde es sogar gut und wichtig sich auch damit auseinander zu setzen, ob man nicht auch mit einem Kind zufrieden ist.

        Ich würde sagen, gib dir selbst Zeit. Du musst das jetzt nicht entscheiden. Und dass Du auf der einen Seite einen Kinderwunsch hast und auf der anderen Seite Angst vor einer erneuten Schwangerschaft finde ich genauso normal wie die Tatsache, dass du die Trauer noch nicht verarbeitet hast.

        Mein Eindruck ist, du brauchst gerade Zeit, um zu verarbeiten. Das ist ok. Nimm sie Dir und sprich darüber auch mit Deinem Mann.

      • Ja, mir geht es auch so. Ich finde es gerade interessant, wie viele Parallelen wir haben. Nur, dass es bei uns nicht so einfach klappt.
        Nach langem Kinderwunsch kam unsere Tochter 2016 nach ICSI zur Welt. Wir lieben sie über alles. Der Kinderwunsch, den wir damals hatten, ist mit nichts zu vergleichen. Ich wusste nicht, wie ich mir ein Leben ohne Kinder hätte vorstellen können. Es war immer schon mein größter Wunsch, Kinder zu bekommen. Am liebsten zwei. Unsere Tochter hat uns so viel Glück gebracht, dass ich es selbst heute kaum glauben kann, dass sie da ist.

        Irgendwann kam weiterer Kinderwunsch, aber er wurde nie wieder so intensiv wie vor dem ersten Kind. Wir haben ja bereits eins, die Angst vor endgültiger Kinderlosigkeit ist abgewendet. Noch dazu fordert ein Kind natürlich viele Resourcen. Wir hatten neben Berufstätigkeit und Kind gar nicht mehr die Zeit, unsere ganzen Gedanken um den Kinderwunsch drehen zu lassen. Trotzdem war der Wunsch nach dem Zweiten natürlich da, aber ganz ehrlich, nach vier erfolglosen ICSIs bin ich gerade am Ende meiner Kraft. Mein Mann noch nicht. Dann wurde ich im Dezember überraschend spontan schwanger. Wir waren überglücklich! Allerdings verloren wir dieses Kind in der 13.Woche. Von ganz oben nach ganz unten.

        Wir haben noch vier Kryos, und ich starte gerade in den ersten Kryozyklus. Ich glaube ehrlich gesagt nicht an den Erfolg. Warum sollten vier ICSIs erfolglos bleiben und die Kryos dann klappen? Ich gewöhne mich im Moment sehr an den Gedanken an ein Einzelkind und sehe viele Vorteile dabei.
        - Ein Kind hat unsere volle Aufmerksamkeit. Wir können alles für dieses Kind tun und auch finanziell viel mehr ermöglichen als mit zwei Kindern, angefangen bei schulischer Hilfe bis hin zu Hobbies oder anderen Wüschen
        - wir haben sehr schnell viele Freiheiten zurück
        - ein Kind kann man schnell mal "unterbringen" wenn etwas ist; Oma und Opa freuen sich und können sich auf das Mäuschen konzentrieren ohne sich aufzureiben, was bei zwei Kindern schon schwieriger wäre

        Wir hätten es uns anders gewünscht und keiner kann uns vorwerfen, wir hätten es nicht versucht. Aber es hat auch Vorteile nur ein Kind zu haben, und darauf müssen wir uns wohl zwangsläufig konzentrieren. Im Moment bin ich wirklich so weit, sehr viel Positives daran zu sehen das alles so ist wie es ist, und kann gut damit leben, wenn es nicht mehr klappt. Ich schaffe nur den Sprung dahin nicht, endgültig abzuschließen.

        Hallo,
        Ich kann dich verstehen, ich hatte auch 2 Fehlgeburten. Vielleicht brauchst du einfach noch ein bisschen Zeit, das Geschehene zu verarbeiten? Und ihr startet einfach nochmal, wenn es dir besser damit geht?!
        LG

      • (7) 12.04.19 - 19:10

        Hallo, ich weiß auch nicht so genau ob ich ein zweites Kind möchte oder nicht, obwohl wir uns seit Anfang an einig wsren das wir zwei Kinder wollten. Ich musste zum Glück noch keine fehlgeburt verkraften, aber möglicher Weise eine Biochemische Schwangerschaft letztes Jahr. Test positiv, aber bluttest negativ bzw hcg zu niedrig. Wir sind jetzt fast 17 Jahre zusammen und wir wollten immer zwei Kinder unter 30. Jahre lang klappte es nicht. Erst nach fast 10 Jahre haben wir den weg in die Kinderwunschpraxis genommen. Ergebnis mein Mann ist zeugungsunfähig. Nach längerer Zeit haben wir uns entschieden nicht auf Kinder zu verziehten. Mit der ersten Behandlung wurde ich schwanger, da war ich 34. Die kleine ist jetzt 2. Letztes Jahr hatten wir mehrere negative Versuche. Ich liebe die kleine Maus sehr, sie kann aber auch sehr sehr anstrengend sein und sie schläft sehr selten durch. Die Behandlungen schlauchen mich sehr und kosten mich sehr viel Kraft, auch die negativen Ergebnisse sind hart für mich. Deswegen zweifle ich auch oft ob noch ein zweites oder nicht. Mein Mann möchte sehr gerne noch ein zweites, aufgeben ist für ihn noch keine Option obwohl das alles sehr viel Geld kostet.
        Eine icsi mach ich noch, meinem Mann zu liebe, mal schauen wie es ausgeht. Sind alle Eizellen aufgebraucht oder ich dann 38 bleibt es bei einem Kind.

        Hallo du

        Kann dich sehr gut verstehen. Das man vergebens diese schlimme Anfangszeit mit Erbrechen durchmachen muss ist körperlich die Hölle vom seelischen ganz zu schweigen. Wir haben für unsere Wunder fünf und sechs Jahre gebraucht. Ich bin unglaublich froh, dass wir trotz dieser unglaublich langen Zeit und Leid nicht aufgegeben haben. Mein Wunsch war immer da, aber ich brauchte dazwischen Pausen um zu sortieren wie weiter und um wieder aufzutanken, ansonsten wäre ich psychisch zu stark abgerutscht.
        Je nach Alter lass dir einfach etwas Zeit.
        Gesundheitlich könntest du mal abklähren ob du an einer HPU leidest. Wenn ja dann müsstest du Zink, Mangan und Vitamin B6 zuführen. Vorallem Zinkmangel ist in den ersten 12 Wochen falls der Fötus ein Junge werden sollte ein Grund für einen Abort.
        Bei mir war das das letzte Puzzleteil welches schlussendlich zum Erfolg führte.
        Viel Erfolg!

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