Meine Mutter ist überfordert, weil mein Vater plötzlich krank ist

    • (1) 13.04.19 - 06:21
      Anonym1622

      Hallo,
      mein Vater war noch nie beim Arzt und ist vor wenigen Tagen nur knapp dem Tod von der Schippe gesprungen. Er hat mehrere bisher unbekannte Leiden, unter anderem wird vermutet, dass er auch ein vererbliches schweres Leiden hat. Meine Mutter ist jetzt aufgrund der psychischen Belastung für 2 Wochen krank geschrieben und total überfordert. Die ersten Tage war sie von morgens bis abends bei ihm, er hat sich erstaunlich gut erholt bisher. Ich war in diesen 5 Tagen erst einmal dort, weil ich arbeite und selbst zwei kleine Kinder habe. An dem Tag kam ans Licht, dass mein Vater wahrscheinlich eine schwere vererbliche Herzmuskelerkrankung hat. Das hat mich völlig aus der Bahn geworfen, weil ich eine 50% Chance hätte, diese auch zu haben. Er hat nie davon erzählt, dass nicht nur sein Vater, sondern auch dessen Mutter früh gestorben sind. Ich wusste nur von seinem Vater. Ich mache mir unendlich Sorgen - vor allem um meine Kinder. Da er dieses Wissen für sich behalten hat, fällt es mir sehr schwer ihm liebevoll zu begegnen. Unser Verhältnis war noch nie das allerbeste. Meine Mutter ist eigentlich noch voll berufstätig und einen gewissen Grad der Eigenständigkeit hätte ich ihr zugetraut. Aber sie bekommt nichts auf die Reihe. Sie braucht für alles Hilfe. Z.b. dachte sie anfangs, dass mein Mann sie immer ins Krankenhaus fahren könnte. Der arbeitet aber auch und die Bahnfahrt dauert viel kürzer als wenn er sie abholt und hinbringt. Ich hab ihr alles herausgesucht. Jetzt geht es ums einkaufen. Obwohl sie jeden Tag zwei Mal an einem Supermarkt bei ihr um die Ecke vorbei läuft, hat sie noch nichts gekauft. Die Waren sähen ihr nicht frisch aus. Zum Glück wollte ihre Schwester heute eh kommen und hilft ihr dann dabei. Sie beklagt sich, dass sie Wäsche waschen müsse, was immer mein Vater gemacht hat und dass sie zu nichts käme. Ich kümmere mich neben Arbeit und Kindern um den ganzen Papierkram und sie hat den ganzen Tag frei und schafft nichts. Wahrscheinlich wird mein Vater nach der OP am Montag schon bald entlassen. Am Montag ist bei uns die Personalsituation total schlecht, aber ich weiß nicht, ob meine Mutter das psychisch aushäl. Im Prinzip ist er ja momentan auf der Intensivstation und bestens versorgt. Mir graut es vor den Tagen nach der Entlassung, bevor er in die Anschlussheilbehandlung kann. Im Prinzip gehört meine Mutter in irgendeiner Form psychologisch betreut und in diesen Tagen nach Entlassung wäre wahrscheinlich ein ambulanter Pflegedienst gut. Aber mein Vater hat ja keine Pflegestufe und bräuchte wahrscheinlich nur wenig Hilfe. Meine Mutter ist aber überfordert. Was würdet ihr machen? Handle ich egoistisch, wenn ich weiter arbeite (Probezeit ist erst knapp rum)

      • Hallo,

        ich finde jetzt nicht das du egoistisch handelst. Aber sehr liebevoll hörst du dich auch nicht an.

        Ihr hattet nie ein gutes Verhältnis, dann kommt das wohl davon, aber ein bisschen Verständnis für deine Mutter wäre vielleicht möglich?

        Sie befindet sich ja aktuell in einer Ausnahmesituation und nicht jeder kann das nebenbei händeln. Die Einen stürzen sich in Arbeit, die Anderen sind total gelähmt. Ich kann das durchaus verstehen.
        Intensivstationen sind total grässlich und sie wird sich große Sorgen machen.

        Es gibt natürlich Anlaufstellen für Seelsorge etc. Vielleicht kann sie da was im Anspruch nehmen?
        Hat sie Freunde, die sie unterstützen können?

        Dann, dein Ärger darüber, das dein Vater nicht erwähnt hat das er einen vererbte Herzmuskelerkrankung.
        Wusste er das denn überhaupt und würde das für dich etwas ändern wenn du es früher erfahren hättest?

        Also ich weiß ja nicht, wie das bei euch in der Familie läuft, aber als mein Papa vor drei Jahren an Krebs erkrankte und starb haben meine Schwester und Ich meine Mutter unterstützt, wo wir nur konnten und sind zu meinem Papa gefahren, obwohl es sehr schwierig war.
        Und ich habe auch 4 - damals teilweise sehr kleine Kinder.
        Das war mein Bedürfniss. Da hätte ich nicht überlegen müssen.
        Ich habe meiner Mama gekocht ohne das sie fragen musste.

        Aber das ist bei uns in der Familie so, in anderen Familien wird es anders geregelt. Du musst halt für dich entscheiden wieviel du dich einsetzten möchtest.

        Alles Gute für dich!

        (3) 13.04.19 - 09:06

        Schließe mich efeu in allen Punkten an.
        Ich verstehe auch gar nicht, was du deinem Vater übel nimmst. Er hat wahrscheinlich eine vererbbare Krankheit, also weiß bislang niemand etwas sicheres, vor allem er selbst auch nicht.
        Was hätte er dir denn vorher sagen sollen? Dass sein Vater und seine Oma früh gestorben sind? War in den Generationen nicht so ungewöhnlich. Was hättest du mit dieser Info gemacht? Hättest du dann keine eigenen Kinder bekommen?

        • (4) 13.04.19 - 09:10

          Hallo,
          das Problem ist, dass ich ihm jahrelang in den Ohren lag, zum Arzt zu gehen, aber er hat sich stur geweigert. Jetzt sieht man das Ergebnis. Einige Leiden hätte man viel eher behandelt und bei ganz normalen Check ups erkannt. Die Herz Geschichte wäre auch mit ziemlicher Sicherheit aufgefallen und ja dann hätte ich mir dreimal überlegt, ob ich Kinder bekomme.

          • (5) 13.04.19 - 09:54

            Vielleicht ist er genau deswegen nicht zum Arzt gegangen?
            Vielleicht wollte er unbeschwert leben ohne das Damoklesschwert des Wissens es könnte sein/dass es sehr wahrscheinlich ist.

            Ich kenne einige, die nie zum Arzt gegangen sind. Aus Angst vor der Diagnose, warteten sie ab, bis die Diagnose das Todesurteil war.
            Angst vor der Diagnose
            Angst vor dem Leidensweg, den sie aktiv mit ansehen mussten an Menschen, die ihnen nahe waren
            Angst vor dem Krankenhaus und nicht mehr rauszukommen.
            Lieber noch 3 Jahre unbeschwert (ohne Wissen) als 10 Jahre im Krankenhaus unter Medikamenten oder so.


            Manche gingen auch sehr früh zum Arzt, wurden nicht ernst genommen
            erst als es zu spät war: warum haben Sie sich nicht früher gemeldet?

      (6) 13.04.19 - 09:51

      Die Überforderung deiner Mutter kann ich voll und gnz verstehen.

      Mein Vater war in seinen letzten Jahren sehr viel im Krankenhaus. Es war eigentlich schon Routine für uns alle. Dennoch war jeder einzelne Aufenthalt eine neue Herausforderung. Kommt er durch? Auch wenn klar war, dass er durchkommt, war es jedes mal "neu", anders. Routiniert und belastend zu gleich.

      Unterlagen, Tasche, stand alles dauergepackt bereit.

      Hausarzt war gute Stütze.
      Überweisungen, Medikamente, Vollmachten (Rezepte abholen), AHB usw.

      Psychologische Betreuung wäre sehr gut.
      Im Krankenhaus fragen, ob es einen Sozialdienst gibt. Dort gibt es oft Adressen oder Tipps, wie es weiter gehen kann. Für den Patienten, für Angehörige manchmal auch.

      Biete deiner Mutter an, sie dorthin zu begleiten.
      Bedenke aber, dass du nicht für alles Vollmachten hast. Manches kannst du erfragen und ihr vorschlagen, manches wird schwieriger.


      Zur Erbkrankheit:
      ich bin froh, dass mir meine Eltern vieles erst kurz vor ihrem Tod gesagt haben.
      Ja, ein bisschen habe ich Angst. Aber genau wegen dieser Angst, bin ich froh, dass ich es erst später erfahren habe. So hatte ich unbeschwertere Jahre
      - meinetwegen
      - weniger Angst meine Eltern betreffend.

      Sie sagten mir, was ich wissen MUSS. Bspw. das, was ich bei Arztbehandlungen direkt sagen kann. Diabetis ist ein kleiner Pieks, der mit jedem Bluttest bei mir mitgemacht wird. Bei fast jedem.

      Alles andere könnte sein, dass ich es habe oder auch nicht. Behandlung oder Angst, ich könnte Träger dessen sein, würde mich u.U. einschränken. Ich weiß jetzt, was an Wahrscheinlichkeit da ist, ich kann es ansprechen, falls es Symptome gibt. Ich behellige aber ganz sicher nicht mein Kind damit.
      Sie weiß, dass es Unterlagen gibt / wissen vor allem Erwachsene. Die Angst ob oder ob nicht, ist noch viel zu früh für mein Kind.


      Wenn dich die Situation belastet - auch wie du dich deinem Vater verhalten kannst, die Sitution mit deiner Mutter, die überfordert ist, dann suche dir selbst auch Hilfe.

      Streit oder Missverständnisse, unterschwellige Vorwürfe, whatever könnt ihr jetzt nicht auch noch brauchen!
      Suche dir jemanden zum Reden, bestenfalls vom Fach oder für Angehörige. Drösle dort deine Gefühle auf,
      damit du für DICH entscheiden kannst, was DU für dich/deine Familie entscheiden kannst, musst, brauchst.

    • Ich bin geschockt wie hilflos die Frau ist.
      Hallo??? Sie ist erwachsen und kriegt es nicht hin einkaufen zu gehen?
      Na jetzt aber mal ab in die Puschen!!!
      Ja, der Mann ist im Krankenhaus. Ja, er wär fast gestorben. Aber dadurch zum Embryo zu werden ist doch übertrieben!
      Unsereins muss mit Kindern auch funktionieren, egal was los ist.
      Ich wäre auch ordentlich angekratzt, wenn sich meine Eltern so dumm anstellen würden. Einkaufen, wäsche waschen, busfahrplan raussuchen. Sowas macht man halt. Und wenns ihr nicht frisch genug ist, muss sie ihre ansprüche runterschrauben.
      Hier gehts um den vater und nicht um die Mutter. Der gehts doch bestens!

      Ich denke, es wäre sogar heilsam für sie, wenn du sie mal machen lässt und sie ihre eingeschlafenen Kompetenzen weckt.

      Allerdings finde ich deine Haltung auch übertrieben. Du gehst doch rechtzeitig zum Arzt. Und deinen Kindern die Existenz verweigern zu wollen, weils die möglichkeit einer vererbbaren erkrankung gibt, kann doch auch nicht dein Ernst sein!
      Dein Vater ist krank. Das ist alles nur SEIN problem. SEIN umgang mit dem leiden ist SEINE sache. Er hat da dir gegenüber keine rechenschaft abzulegen.
      Pass auf, dass du nicht die selben komischen Verhaltensweisen an den Tag legst, die du deinen Eltern vorwirfst. Du bist anders! Du kannst das anders!
      Um deinen Vater gehts grad. Der liegt auf der Intensivstation. Nicht um dich. Nicht um seine Frau. Nicht um deine Kinder.
      Für seine Gene kann keiner was!

      Du wirfst deiner Mutter Überforderung vor, machst aber einen auf Dramaqueen, weil dein Vater eine Herzschwäche hat die möglicherweise vererbt worden sein könnte, an dich und er nicht alles unternommen hat, dass er (und dadurch du) davon Kenntnis hat.
      Bist du immer so egomanisch drauf?

      Ach ja, bei der Genetik ist es immer so, dass nebst allem anderen auch Krankheits- und Sterberisiken vererbt werden. Die wenigsten haben eine Verwandtschaft bei der jeder bis 99 gesund und munter ist und dann sanft entschläft.

      Ganz ehrlich, wenn ich deine Mutter wäre, dann hätte ich auch ganz andere Sorgen als einkaufen,wenn das Leben meines Mannes auf dem Spiel steht.
      Sie ist in einer emotionalen Ausnahmesituation.
      Da hilft man einfach ohne wenn und aber.
      Weißt du woran seine Vorfahren gestorben sind? Hatten die ebenfalls einen Herzfehler?
      Wenn du schon solche Panik schiebst und deinem Vater die Schuld dafür gibst, dann geh doch mit deinen Kindern zum Arzt und lasst euch untersuchen.
      Selbst bei deinem Vater steht die Diagnose noch nicht eindeutig fest.
      Also erstmal abwarten und hoffen, dass sich alles zum Guten wendet im Sinne deines Vaters. Worüber hätte er dich informieren sollen, wenn er es selbst nicht wusste?
      Wie schon eine Userin hier schrieb gibt es keine komplett gesunde Ader der Familie. Jeder kann jederzeit von etwas betroffen sein. Das ist das Risiko des Lebens. Wir sterben alle irgendwann mal an irgendwas.

      Meine Mutter starb an Krebs. Einige ihrer Verwandten auch. Mein Vater an Herzversagen . Nie hätte ich einen von beiden einen Vorwurf gemacht.
      Eine Tante von mir ist taubstumm. Ein Onkel, der mittlerweile auch verstorben ist war geistig behindert und hatte MS.

      Wäre es jetzt besser gewesen keine Kinder zu bekommen? Ein tristes Dasein zu leben bis zum Tod um vielleicht kurz davor festzustellen was man alles verpasst hat?

      Ich leb mein Leben hier und jetzt. Was kommt oder nicht kommt weiß ich nicht.

      Denk lieber darüber nach wie du deinen Eltern in dieser schweren Zeit beistehen kannst, denn Eltern hat man auch nur 1 mal.

      Alles Gute für euch!

      Wie egozentrisch und dumm-verurteilend kann man eigentlich noch sein? Will dich mal sehen, falls dein Mann mal lebensbedrohlich erkrankt sein sollte. Dein Posting ist wirklich ekelhaft ichbezogen, man kann es nicht anders sagen.

      (11) 13.04.19 - 21:01

      Manchmal wird man eben halt darein
      katapultiert. Steh deiner Mutter halt beiseite und fertig. Vor vielen Jahren
      hatte mein Bruder einen Bandscheibenvorfall. Und meine Mutter brauchte zu diesem Zeitpunkt sehr viel Hilfe mit ihrem ganzen Tagesablauf. Und da musste ich mit
      ran trotz Schwerbehinderten Kind. Außer nachmittags, da brauchte bzw.
      wollte ich nicht ran, weil ich auch noch zwei Kinder hatte, die mich brauchten. Gut ich arbeitete auch nicht. Sollte ich meine Geschwister in
      Stich lassen? Nein, ganz bestimmt nicht. Meine Schwester war fast nur am Arbeiten und der Bruder war krank. War keine lustige Zeit, einen alten Menschen zu pflegen und die ständige Auseinandersetzung mit meiner Schwester wegen
      Nachmittags um die alte Mama kümmern. Was eben halt nicht ging.
      Unterstütze deine Mutter so gut es geht auch wenn du arbeitest.
      Lg nachdenkliches Hinzwife

      (12) 14.04.19 - 06:37

      Ich bin schockiert mit wie vielen Vorwürfen man hier konfrontiert wird anhand eines vielleicht nicht perfekt formulierten Textes.
      Na ja schade um diese Forengemeinschaft. Ich kann verstehen , dass meine Mutter überfordert ist, das Ausmaß ihrer Hilflosigkeit ist jedoch schwer zu ertragen. Ihre Schwester hat ihr gestern den ganzen Tag beigestanden und ihr ist das auch stark aufgefallen. Jetzt kommt einfach ans Licht, dass meine Mutter nicht viel gemacht hat im Haushalt und was Papierkram angeht.
      Ja ich habe ambivalente Gefühle meinem Vater gegenüber, auch wenn ihr mir da Vorwürfe macht, ich wäre egoistisch und würde ihm Vorwürfe machen, wobei er doch nichts dafür könnte. Wenn ich diese Krankheit habe, wird sie spätestens in ein paar Jahren ausbrechen und mich umbringen. Wenn ich sie habe, haben meine Kinder auch ein 50% Risiko und sie kann auch viel früher ausbrechen, wenn Pech hat. Ich glaube da fehlt einigen von euch hier die Fähigkeit sich einzufühlen und das Verständnis, dass da auch Mal Wut aufkommen kann, wenn jemand aus Gründen des Verdrängens nie beim Arzt war. Natürlich kümmere ich mich trotzdem. War gestern da, fahre heute, am Montag habe ich doch Urlaub nehmen dürfen. Ja es geht um ihn, aber wenn ihr erfahren hättet, dass euer und das Leben eurer Kinder wahrscheinlich viel zu früh enden wird, dann geht es eben auch um mich und um sie. Auch wenn das egoistisch rüber kommt.

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