Emotionaler Konflikt "Stiefoma" - Achtung, sehr lang

    • (1) 14.04.19 - 10:55
      Ichwillnichtsofuehle

      Guten Morgen,

      Ich bin emotional irgendwie im Konflikt mit mir. Was ich von euch erwarte weiß ich gar nicht. Vielleicht Ratschläge wie ich damit umgehen kann.

      Ich habe echt Probleme mit der Freundin meines Vaters und seit mein Sohn geboren ist, bin ich erst recht überfordert.

      Unsere Beziehung hat schon nicht gut begonnen. Das liegt vor allem daran, dass sie einer der Gründe/ Auslöser für die Trennung meiner Eltern war und ich sie damals schon als äußerst übergriffig empfunden habe.

      Ich wollte lange keinen Kontakt zu ihr haben und auch nicht viel zu meinem Vater (mit ihm ist es nie einfach gewesen), was sich aber in der Schwangerschaft geändert hat. Um guten Willen zu zeigen habe ich auch sie kennen gelernt und war freundlich zu ihr und habe versucht die Vergangenheit auszublenden.

      Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich mich immer schwer getan habe mich zu behaupten vor allem gegen meinen Vater. Seit ich meinen Mann kenne ist das besser, aber es fällt mir noch immer schwer so richtig resolut zu sein und meine Grenzen zu wahren.

      Ich habe mich auch nicht so recht wohl mit ihr gefühlt, weil sie sehr.... Überenthusiastisch ist, nett ausgedrückt. Sie meint es echt gut, aber es überfordert mich schon sehr. Zum Beispiel habe ich erwähnt, dass ich später noch nach unserem ersten richtigen Treffen Badezusatz kaufen will, weil mir das in der Schwangerschaft gut tut.
      Als ich das nächste Mal meinen Vater getroffen habe, hatte er von ihr mehrere Bäder, sowie ein Babybauchöl von einer teuren Marke.
      Es war nicht böse gemeint, aber mir war das viel zu viel irgendwie. Vor allem weil wir uns ja erst einmal richtig getroffen haben. Und wie ich das so mitbekommen habe schießt sie auch bei meinen Geschwistern gern über das Ziel hinaus.

      Vor allem meine Schwester von mir kann sie nicht leiden (weil sie unseren Bruder wohl bevorzugt an ihren Papawochenenden) und das kann die Freundin meines Vaters absolut nicht verstehen oder akzeptieren. Sie bedrängt meine Schwester wohl richtig.
      Und sie kann jemanden generell ziemlich bequatschen. Vor allem seit der Geburt bin ich da irgendwie empfindlicher.,obwohl wir uns so oft nicht sehen.

      Und was mir aber dann so richtig zu viel war, war bei meinem Geburtstag. Ich habe sie ebenfalls eingeladen. Da alle sehr vernarrt in unserenSohn (5 Monate alt) sind, haben wir gesagt, dass wir ihn einer Person geben und nach einer Zeit sagen wir dann, dass er weiter gereicht wird, damit jeder ihn auch mal halten kann. So kann es keinen Streit um ihn geben. Das erschien uns eine gute Lösung.

      Zufällig hat zuerst die Freundin meines Vaters ihn bekommen und betüddelt. Nach einer Weile habe ich sie dann gebeten ihn weiter zu reichen. Sie hat mich dabei angesehen und dann wieder meinem Sohn zugewandt und komplett ignoriert was ich gesagt habe.
      Weil es etwas lauter war, habe ich noch überlegt, ob sie mich vielleicht einfach nicht gehört hat. Also habe ich sie erneut angesprochen und lauter geredet und es hat sich wiederholt. Sie hat mich völlig ignoriert.


      Wie gesagt fällt mir Grenzen wahren und resolutes Durchsetzen echt nicht leicht und ich war echt überfordert damit, dass sie da nicht auf mich gehört hat. Aus dieser überforderung heraus habe ich meinen Mann um Hilfe gebeten, weil er ein Händchen dafür hat Konflikte zu umgehen und ich einfach einen ruhigen Geburtstag haben wollte.

      Letztendlich hat sie auch ihn so lange ignoriert, bis er ihr unseren Sohn aus der Hand genommen und selbst weiter gegeben hat. Wie er das geschafft hat ohne dass es zum Konflikt kam ist mir heute noch ein Rätsel.

      Aber ich fand es einfach nur respektlos und Übergriffig, dass sie da unsere Bitten ignoriert hat. Aber auf der anderen Seite frage ich mich, ob ich auch komplett überreagiere, wenn ich mich darüber aufrege, weil ich Probleme mit ihr habe. Dann wieder denke ich, dass das einfach nur ein Punkt von vielen ist, wo sie ein Muster zeigt.

      Was ich vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass sie selbst keine Kinder hat und trotzdem super vernarrt in Kinder. Aber weil sie auf ihre Nichten und Neffen aufgepasst hat ist sie trotzdem der Meinung auf dem gleichen Erfahrungsstand wie eine Mutter zu sein. Auch das stößt mir, wenn sie mir versucht meinen Sohn zu erklären, manchmal echt auf, obwohl ich versuche mich da zurück zu nehmen, weil sie es ja nicht böse meint.

      Was denkt ihr dazu? Wie sollte ich auch in Zukunft darauf reagieren? Und kann vielleicht auch jemand meinen Ärger ein wenig verstehen?
      Ich versuche echt diese Gefühle nicht zu haben, aber manchmal ist es einfach echt schwer...

      • Euer Verhältnis ist generell brüchig, daher stören Dich auch Dinge, die normalerweise unter „Kleinkram“ abgefrühstückt werden.

        Aber es ist Dein gutes Recht diese Gefühle zu haben.

        Solche Situationen müssen ja nicht gleich ausarten. Du hättest ganz freundlich das Kind nehmen können, mit der freundlichen aber bestimmten Ansage, dass jetzt die nächste Person dran ist mit Betüddeln. Wollen ja alle mal bisschen Baby Knuddeln und dran kommen, nicht wahr.

        Und bei Belehrungen auf Durchzug schalten und gut ist es.

        Hallo

        Ich weiß nicht, ob ich alles verstanden habe, aber ich versuche trotzdem mal zu antworten.
        1. Finde ich es komisch, die Freundin deines Vaters dafür verantwortlich zu machen, dass deine Eltern sich getrennt haben. Dazu gehören mehrere Personen und ich denke als Tochter wirst du nicht den Einblick in das Gefühlsleben haben, um die Situation objektiv beurteilen zu können.
        Wenn du dir einen entspannten Umgang wünschst, solltest du hier ansetzen und versuchen, alle Perspektiven zu verstehen.
        2. Das Problem mit den Badezusätzen habe ich ehrlich gesagt gar nicht verstanden. Jemand versucht dir eine Freude zu machen, aber deine emotionale Abneigung dieser Person gegenüber, verbietet dir sich zu freuen. Das ist irgendwie Kindergarten...
        3. Warum willst du, dass dein Kind bei einer Feierlichkeit herumgereicht wird? Und warum willst du das takten? Das arme Kind. Solche Feste sind eh schon eine Herausforderung für so kleine Babys und da reiche ich bestimmt nicht mein Baby nach einem Schema herum, sondern schaue zuerst danach, wie sich mein Baby fühlt. Da stehen die Bedürfnisse des Kindes doch vor meinen persönlichen Befindlichkeiten einer Person gegenüber. Der kleine war bei ihr und fühlte sich pudelwohl. Ich hätte da wahrscheinlich auch verständnislos geschaut an der Stelle der Stiefoma.
        Was das Ganze allerdings mit ihrer Kinderlosigkeit zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht. Sie scheint sehr kinderlieb. Vielleicht haben die Umstände eigene Kinder verwehrt. Darf sie deshalb nicht die Kinder ihrer Angehörigen lieben und verwöhnen? Oder eine Meinung zu Erziehungsfragen haben? Ich muss doch auch nicht Politiker sein, um eine Meinung zu Politik zu haben!
        Sorry, wenn ich so direkt bin, aber dein Post klingt sehr kindlich. Versuche mal all deine Ansichten nochmal von einer andern Seite zu beleuchten. Das kann zu mehr eigener Gelassenheit führen.
        Alles Gute

      Ich finde es eigenartig, das ihr euer Baby nach Regeln und Plan weiterreicht. Das ist alles andere als ungezwungen. Über so etwas würde ich mir gar keine Gedanken machen. Sowas passiert doch spontan.

      Und den Rest finde ich Baby Kram. Aber dadurch, das das Verhältnis nicht das beste ist, fällt sowas ins Auge.

      Sieh es gelassener. Wenn du wirklich denkst, dass sie es nicht böse meint.

      Das mit den Badezusätzen finde ich sehr nett.

    • Die Frau tut mir leid, sie wird es dir nie recht machen können. Du solltest im Übrigen erwachsen genug sein, dass du weißt, dass bei einer intakten Beziehung KEIN Mensch "Grund" für eine Trennung sein kann - daher solltest du deine kinische "ich bin Scheidungskind und DIE ist Schuld dran" mal schleunigst beiseite packen.

      An dem Geschenk für dich sehe ich nur den Versuch, Nähe zu dir aufzubauen.

      Und das mit dem Kind "weiterreichen" ist ja wohl mal albern hoch zehn. Dein Kind ist keine Trophäe, die es rumzureichen gilt. In anderen Familien werden die Kinder rumgereicht, sind dann knötterich wegen der Unruhe und - prompt ist es der holden Frau Mamá auch wieder nicht recht.

      Komm mal klar und werde erwachsen - du bist Mutter!

      Nur ganz kurz: Ja, du reagierst so, weil du ein Problem mit ihr hast.

      Wenn ich das auf mich übertrage, würde ich so nur fühlen, bei Personen mit denen ich nicht kann.

      Niemand kann ein gutes Miteinander erzwingen. Wir sind Menschen und unheimlich facettenreich. So facettenreich, dass es manchmal zwischen zwei Personen einfach nicht klappt. Wir schwimmen nicht mit jedem auf einer Wellenlänge. Zudem habt ihr eine Vorgeschichte. Da ist das Verhältnis ganz klar vorbelastet.

      Vielleicht schafft ihr es, euch anzunähern. Sie scheint es gut zu meinen. Gib dir einen Ruck.

      Hallo.

      Ich kann mich nur anschließen. Die Stiefoma ist sicherlich nicht der einzige Trennungsgrund und du solltest ihr eine reelle Chance geben.
      Das mit dem Badezusatz.... DU bezeichnest es als "übergriffig" (warum erschließt sich mir nicht...). ICH bezeichne es als "sehr nette Geste".

      Nachdem du von "Papawochenenden" deiner Geschwister sprichst, gehe ich davon aus, dass du auch noch etwas jünger bist, richtig? Du solltest etwas gelassener werden und diese Rivalität unter den jüngeren Geschwistern nicht mitpushen.

      Das mit dem "durchgetakteten Rumreichen" finde ich.... naja..... Aber das wirst du ja evtl. selber schon bemerkt haben.;-)

      Alles in allem kann ich dir nur raten:
      Versuche alles etwas cooler anzugehen und gib den Leuten, die es dir scheinbar gut meinen, einfach eine Chance!;-)#winke

      Du musst aufpassen, nicht in einen Teufelskreis zu geraten: sie gibt sich Mühe weil sie die Ablehnung von euch Kindern spürt, möchte sie überwinden und gibt sich dadurch noch mehr Mühe. Für mich hört es sich auch so an, dass deine Gefühle ihr gegenüber dich da sehr triggern. Vielleicht versuchst du, den Kontakt etwas zu reduzieren (weiß ja nicht wie oft ihr euch seht) oder dich mal nur mit deinem Vater zu treffen, um zu schauen wie es dir damit geht.
      Das mit dem Rumreichen finde ich ehrlich gesagt auch etwas seltsam, hat was von speeddating der Gedanke#gruebel
      Ich denke, jeder deiner Gäste wäre doch sicher in der Lage gewesen, darum zu bitten, das kind halten zu dürfen?!#kratz

      (11) 14.04.19 - 13:46

      Du bist echt kompliziert!

      Sie will dir eine Freude mit Badezusätzen machen, und du findest das übergriffig? Ungewöhnlicher Gedankengang. Es waren bloß Badezusätze, und kein Ferrari.

      Du machst sie verantwortlich für die Trennung deiner Eltern? Meinst du nicht, dein Vater ist da „mehr schuld“ dran, als eine andere Frau?

      Du taktest das Festhalten deines Sohnes? Das finde ich echt gruselig! Hab ich noch nie gehört - und ich bin froh, dass ich es bei meinen drei Kindern ohne Takten geschafft habe. Wow!
      Und dann holst du deinen Mann, weil du Hilfe brauchst. Das ist ein ganz schöner Kindergarten, den du da lebst.

      Du stellst dich ziemlich als Opfer dar, das bist du nicht. Du magst diese Frau einfach nicht. Sie hat aber laut deinen Erzählungen nichts schlimmes gemacht. Mich wundert eher, dass sie bei deinem Verhalten ihr gegenüber noch nett zu dir ist. Ich würde dich meiden.

      (12) 14.04.19 - 13:49

      Erst einmal vielen Dank für die Beiträge.
      Ich habe übrigens schon damit gerechnet, dass ich nicht viel Zuspruch erhalte, aber ein paar Sachen muss ich einfach klarstellen, weil es mich fuchst, dass die so falsch verstanden wurden.

      1. Ich mache sie nicht alleine verantwortlich für die Trennung. Bei meinen Eltern ist wahnsinnig viel falsch gelaufen und die Trennung war unvermeidlich. Leider habe ich da zu viel mitbekommen, da viele Konflikte vor mir (ich bin deutlich älter als meine Geschwister) ausgetragen wurden.
      Aber dass sie da einen Einfluss auf die Trennung hatte (und auch vorher schon mit meinem Vater angebandelt hat) weiß ich eben leider auch.

      2. Die Konflikte zwischen ihr und meinen Geschwistern pushe ich ganz gewiss nicht. Ich versuche da zu schlichten, damit es meinen Geschwistern gut geht. Aber den Ballast daraus nehme ich dann natürlich mit.

      3. Ich versuche wirklich ihr meine Probleme nicht zu zeigen, weil ich das Gefühl habe, dass das nicht zielführend ist. Ich versuche wirklich nett und offen zu sein und vom Feedback meines Vaters her gelingt mir das auch meistens.

      4. Das Geschenk empfand ich nicht als Übergriffig (falls ich das so geschrieben habe, war das ein Versehen), aber als viel zu viel. Da mag ich auch anders sein als andere, aber egal wen ich kennenlerne und wie gut ich ihn leiden kann, wenn ich von der Person nach dem ersten Treffen ein Geschenk für über 50€ bekommen würde, dann würde ich das als unangenehm viel empfinden.
      Und ich denke irgendwo, dass diese Situation den Kern des Problems gut gezeigt hat. Nämlich, dass sie direkt versucht hat mitten in die Beziehung einzusteigen und ich keine Zeit hatte mich in diese Beziehung zu finden. Und weil ich da nichts gesagt habe, um sie nicht zu verletzen (und weil sie es ja nur gut gemeint hat), ist unsere Beziehung an einem Punkt für den ich gar nicht bereit bin, weswegen da bei mir auch viele nicht verarbeitete Gefühle unter der Oberfläche sind. Und ich frage mich wie ich das für mich lösen kann. Weil ich will sie nicht damit verletzen, wenn ich jetzt um ein Gespräch bitte und ihr da Sachen an den Kopf haue, die entweder schon Jahre her sind oder die sie nicht wissen kann. Das ist doch auch blöd.

      5. Das mit dem rumreichen war schlecht erklärt, aber ich wusste nicht genau wie man das am besten erklären kann. Es war so, dass da viele Leute waren, die ihn auch nicht unbedingt oft sehen und ihn gerne halten wollen, aber einige von denen (meine Eltern) können so gar nicht miteinander. Für mich haben sie sich bemüht (was ich ihnen hoch anrechne), aber damit jeder ihn haben darf ohne dass Konfliktpotential höher werden zu lassen, haben wir beschlossen das ganze zu moderieren. Und da habe ich es als Übergriffig empfunden, dass sie sich geweigert hat auf uns zu hören.


      So. Auch wenn das nicht unbedingt das Verständnis erhöht war es mir wichtig das klarzustellen.

      • Diese Ausführungen sind jedenfalls hilfreich, um die Einzelsituationen besser nachvollziehen zu können.
        Ich denke deine komplette Wahrnehmung dieser Frau gegenüber wird stark davon beeinflusst, wie deine Eltern die Trennung vollzogen. Auch wenn die zwei vor der Trennung miteinander anbandelnden, ist sie nicht die Ursache. Du solltest dringend für dich die Dinge aufarbeiten, damit du die Emotionen, die der Krieg deiner Eltern mit sich brachte, nicht auf sie überträgst.
        Du hältst dich daher auf Distanz, die sie wahrscheinlich nicht mehr fühlt. Du bist das Kind des Mannes, den sie liebt. Sie sieht dich als Teil von ihm und vielleicht als das Kind, das sie nicht hatte (haben durfte). Wahrscheinlich hat dein Vater schon viel über dich erzählt, sodass sie dir emotional schon viel näher ist und ein Geschenk für 50 Euro nicht als too much empfindet. Du magst diese Nähe nicht zu lassen. Das ist dein gutes Recht. Dennoch kannst du durch Einnehmen der anderen Perspektive lernen, dich über solche Situationen zu ärgern. Das ist unnötiger seelischer Ballast.
        Was den Konflikt bei deinem Geburtstag betrifft, kann ich nun besser nachvollziehen. Aber da deine Eltern keine saubere Trennung hinbekommen haben, würde ich wahrscheinlich gar nicht die beiden Teile zusammen einladen, solange sie keine
        Aussöhnung hinbekommen haben. Denn dieses moderieren müssen, wer mein Kind wann halten darf, ist für alle Beteiligten keine schöne Situation. Haben deine Eltern mal eine Mediation versucht? Ich denke, sie gehören mal zusammen an den Tisch, um die alten Verletzungen anzusprechen und endlich bei Seite zu räumen, damit ihr Kinder auch eine Chance habt, damit abzuschließen.
        Und last but not least. Sei froh, dass beide Elternteile noch leben und du sogar noch Bonuseltern dazugewonnen hast. Jetzt müsst ihr nur noch lernen, erwachsen miteinander umzugehen...

        • Ich meine: lernen sich NICHT zu ärgern.

          (15) 14.04.19 - 15:05
          Ichwillnichtsofuehle

          Dass die beiden vorher schon angebandelt haben ist natürlich nicht der Grund für die Trennung. Das ist nur ein weiterer Punkt, wegen dem es mir schwer fällt unvoreingenommen mit ihr umzugehen, deshalb habe ich das erwähnt.
          Und ich möchte nicht ins Detail gehen was sie so gemacht hat, dass es die Trennung voran getrieben hat, aber meiner Auffassung nach war das schon Stalking. Das kann ich nicht anders sagen, tut mir leid.

          Und ich glaube schon auch, dass ich leider Wut, die ich eigentlich auf meinen Vater habe, auf sie mit übertragen habe. Mit ihm habe ich nämlich trotzdem versucht umzugehen, aber offen reden ging halt nie so recht. Bei meiner Mama konnte ich halt alle Probleme mit ihr offen ansprechen und klären. Bei meinem Vater ist da denke ich sicher viel angestaut. Aber auch heute noch würde ich mich nicht trauen ehrlich mit ihm zu sein. Das stimmt mich schon traurig.

          Ich glaube halt auch, dass sie generell ein Mensch ist, der super distanzlos ist. Aber ich bin eben jemand der generell eine hohe Distanz anderen Menschen gegenüber fühlt. Das ist auch ohne Vorgeschichte keine leichte Konstellation. Aber ich will sie auch nicht verletzen und deshalb lasse ich sie das nicht merken.

          Bei meinem Geburtstag muss ich halt sagen, dass ich nicht bereit bin Abstriche zu machen, sondern sie haben sich da zurück zu nehmen. Und grundsätzlich hat das auch gut geklappt. Nur was das betrifft ist es auch so, dass meine Schwiegermutter zum Beispiel super vernarrt in ihren Enkel ist, aber darauf wartet, dass man ihn ihr gibt. Das hat sie schon immer so kommuniziert und auch das wollten wir damit einbinden. Deshalb erschien uns das in dem Moment einfach eine gute Lösung und alle haben dem auch zugestimmt. Und wie gesagt, das klingt hier auch dramatischer als es war.
          Es hat mich halt in erster Linie geärgert, dass da eine Absprache war, die ignoriert wurde und oben drauf, dass ich mich als Mutter des Kleinen nicht ernst genommen gefühlt habe. Aber auch da kann es sein, dass ich etwas auf sie projiziere, was ein Problem zwischen meinem Vater und mir ist - nämlich das ich nicht ernst genommen werde. Auch jetzt erwachsen nicht.

          Und wegen der Mediation rennst du bei mir offene Türen ein. Meine Mama wäre dazu bereit, wenn auch eher widerwillig. Mein Vater weigert sich komplett dagegen. Er schießt nur wo er kann gegen meine Mama und tut alles um sie überall schlecht darzustellen. (Ich habe da ein paar anwaltliche Schreiben mit haarsträubenden Lügen gelesen). Deswegen ist das im Moment wohl noch nicht so machbar.
          Aber ich werde nicht müde es vorzuschlagen, weil vor allem ich da viel zu sehr zwischen beiden stehe und als ihr Kind in einer Position bin, die ich nicht haben sollte.

      Könnte es nicht auch sein, dass Dein Vater etwas schenken wollte und sie ihn beraten hat?
      Bei uns bin ich auch für Geschenkeauswahl verantwortlich auch wenn mein Mann eigentlich der Schenkende ist.
      Vielleicht wollte Dein Vater ihren Anteil beim Aussuchen nicht schmälern und hat es als ihr Geschenk abgegeben.

      Bei Feiern in großer Gesellschaft waren unsere Kinder im Babyalter bei uns und nur punktuell bei vertrauten Personen. Etwas weiter Bekannte (aus Babysicht) haben die Babys in ruhigerer Runde mal zum Kennenlernen gehalten. Das mussten alle gleichermaßen akzeptieren. War nicht leicht, ging aber nicht anders.
      Mit Herumreichen haben wir nur blöde Erfahrungen gemacht, dann sind wir zu dem beschriebenen Prozedere übergegangen.

      danny0903

      • (17) 14.04.19 - 15:12
        Ichwillnichtsofuehle

        Ich denke nicht. Bei dem Weihnachtsgeschenk für den Kleinen wurde nämlich extra betont, dass es von beiden ist und bei meinem Geburtstagsgeschenk habe ich erst im Nachhinein erfahren, dass es ihre Idee war. Da besteht mein Vater schon immer auf seinen Anteil.

        Mit dem Rumreichen hat er gar nicht so Probleme tatsächlich. Am Abend schmust er dann meist mehr und auch wenn es ihm zu viel wird kann er das schon gut signalisieren.
        Dass es ihm damit gut geht war uns natürlich wichtig und da haben wir auch drauf geachtet.

(18) 14.04.19 - 14:01

Also noch mal ganz kurz gefasst: Ich habe einen inneren Konflikt was das ganze Thema betrifft und würde den gerne loswerden ohne andere (und vor allem die Freundin meines Vaters) damit zu belasten und bin überfragt wie ich das am besten tu.

  • (19) 14.04.19 - 14:53

    Ich habe das Gefühl sie gibt sich Mühe.
    Aber ihr habt Geschichte und sie eine etwas dominante Art.
    Solange bei Dir jede Aktion nur triggert macht ein näherer Kontakt
    aus meiner Sicht gar keinen Sinn. Sie weiter zu meiden wäre eigentlich das Sinnvollste solange Du so auf sie anspringst...

    Wenn viel los ist, macht es eigentlich Sinn das Kind eben nicht durch alle Arme zu reichen sondern bei den Elterm zu behalten. Wird dir dein Kleiner denke ich bald selber signalisieren....

Also ich hab ja schon vieles gelesen, aber das Weiterreichen eines Babys nach Plan und auf Befehl war noch nicht dabei. Habe ich auch im realen Leben so noch nicht erlebt. Man schaut, dass sich ein Baby wohlfühlt - und fertig.
Das mit dem Bademittel finde ich auch eher lieb gemeint als übergriffig oder was weiß ich.
Aber gut, es gibt Schwiegertöchter, (egal, ob mit "Stief" oder ohne) da kann die Oma sich auf den Kopf stellen und mit dem Hintern Fliegen fangen, man macht es immer falsch.
So ist es auch bei Dir, Du magst sie einfach nicht und Dir wird nie was gefallen, was sie macht oder sagt.
Du hast überhaupt keinen Grund, irgendwas "resolut durchzusetzen". Halt Dich am besten zurück, dann ist wohl allen am Besten eholfen.
LG Moni

  • Da habt ihr alle aber ganz schön Glück, dass ihr das Rumgereiche nicht kennt. Mein erster Sohn war nach den Großelternbesuchen immer total konfus und hat viel geschrien, weil ihn das gerechte Hinundherreichen immer ganz verrückt gemacht hat. Ich wär ja so froh gewesen, wenn ihn Oma oder Opa oder Tante oder Großtante einfach mal eine Weile auf dem Arm behalten hätte...

    Sonst unterschreib ich mal bei dir.

    • (22) 14.04.19 - 18:35

      Wir sind das auf Feiern direkt umgangen und unsere Kinder waren da im Babyalter von vorneherein im Tragetuch bei mir oder auch meinem Mann. So konnte jeder mal schauen und Köpfchen streicheln, es gab aber kein Herumgereiche :-). Ich mochte das noch nie und für unsere Kinder war das Stress pur selbst im ganz kleinen Kreis mit z.B. Freunden. LG

      • (23) 14.04.19 - 18:47

        Auf Feiern haben wir das auch so gemacht.

        Aber mit der Oma (meiner Schwiegermutter) wars halt schwierig, weil meine Eltern den Kleinen häufiger gesehen haben...da wollte ich nicht gleich auf Konfrontationskurs.
        Wir haben das dann auch runtergefahren. Ich wollt bloß sagen, es gibt sowas ;).

Huhu,
Ich kann das gut nachvollziehen, obwohl meine Situation ein wenig anders ist. Mein Vater ist verstorben und meine Mutter hat einen neuen Partner. Ich bin aktuell wieder schwanger, mit unserem zweiten Kind und ich bin auch sehr empfindlich und frag mich manchmal, ob ich das jetzt wirklich so fühle oder es einfach nur an der Schwangerschaft liegt. Wenn du dich austauschen möchtest, kannst du mir gerne eine PN schicken.
LG Cheryl

Hallo,
ich kann Dich total verstehen.
Es gibt nunmal Menschen mit denen kann man nicht, begründet oder nicht.

Immerhin reden wir hier von Emotionen und die lassen sich nunmal nicht mit harten Fakten belegen.

Die Situation mit den Badezusätzen ist genauso etwas. Für die meisten ist das eine harmlose Geste und sachlich von außen betrachtet ist es das auch, aber für Dich ist es das eben nicht und das muss man akzeptieren und dich nicht als „überdreht“ abtun.
Ob man ein Baby rumreicht oder nicht, kann man bewerten, hat aber nichts damit zu tun, dass sie Dich ignoriert und das geht einfach garnicht!
Und Ratschläge zu erteilen ist grundsätzlich in Ordnung, aber Du möchtest es eben nicht. Etwas unschön von Dir ist aber schon, Ihr eine Meinung abzusprechen nur weil sie keine eigenen Kinder hat.

Ich kann Dich verstehen, aber was kannst Du tun? Du wirst nur in der Situation reagieren können. Lass Dich nicht ignorieren, sag ihr, wenn Du das Gefühl hast „belehrt“ zu werden. Sag ihr vielleicht einfach auch, dass Dir das zu nah ist.
Vielleicht klärst Du aber auch erstmal das Verhältnis zu Deinem Vater, denn das hindert Dich vermutlich auch ein Stück weit an einem normalen Umgang.

Top Diskussionen anzeigen