Ignorieren? Verbieten? Meine Nerven...

    • (1) 15.04.19 - 20:40
      Mamaherzlos

      Hallo.

      Ich muss mich in schwarz auskotzen, auf die Gefahr hin als herzloseste Mutter überhaupt aufgenommen zu werden.

      Ich habe eine sehr, sehr betreuungsintensive 6 Jährige Tochter. Sie ist sehr wissbegierig, Vielen voraus, also erwartet man ggf auch mal zuviel von ihr. Sie ist einfach überdurchschnittlich verständig, da bleibt Verständnis für besonders kindisches Verhalten manchmal auf der Strecke.

      Nun gut. Ich bemühe mich wirklich, ihr immer gerecht zu werden, bin zwar streng und konsequent, aber wo immer es geht positiv, liebevoll, gehe auf ihre Bedürfnisse ein usw usf aber es ist ihr nie genug ohne jetzt ins Detail zu gehen. Es ist einfach sehr anstrengend, das möchte ich damit sagen.

      Aktuell wurde sie operiert. Ein kleiner Eingriff wg chronischen Paukenergusses, der Schleim wurde abgesaugt und die Polypen in der Nase abgeschält. Es kam heraus, dass sie wohl seit etwas über 2 Jahren nur noch 50 Prozent hört. Aufgrund ihrer lupenreinen Sprache schon mit 3 (damals war die U7a bereits auffällig) hat der Kinderarzt das heruntergespielt und es fiel auch mir leider damals nicht weiter auf. Man kann also vermuten, dass sie keinerlei aktive Erinnerung mehr daran hat, richtig zu hören, was ja aber jetzt wieder der Fall ist. Die Nachuntersuchung war auch ohne Beanstandung.

      Die OP liegt nun 5 Tage zurück. Meine Tochter ist sehr sensibel um nicht zu sagen, sie stellt sich für Vieles furchtbar an. Natürlich nehme ich sie ernst, wenn sie wirklich etwas hat, da bekommt man ja ein Gespür für. Sie klagt extrem über Nackenschmerzen, das sehe ich ihr auch an,, also reagieren wir nun darauf, da es sie sogar beim Essen beeinträchtigt. Auch klagt sie noch über Halsschmerzen, was ja aufgrund der Überstreckung und der Beatmung durchaus sein kann. Ich versuche sie zu trösten, egal, was sie hat, aber wenn man immer eine Dramaqueen vom aller feinsten zu Hause hat, fällt das irgendwann schwer. Nun hat sie sich seit dem ersten Tag angewöhnt, ohne Atmung zu reden. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber sie redet mittlerweile original wie der aufgrund von Gaumenspalte sprachbehinderte Sohn einer Freundin. Bereits am zweiten Tag habe ich das versucht zu korrigieren. Selten klappen die ersten Worte des Satzes normal (unmittelbat nach der OP redete sie ja auch noch normal), aber dann spricht sie sofort wieder so extrem nasal, mit vollkommen falscher Atmung und das wird immer schlimmer. Und ganz ehrlich? Es macht mich wahnsinnig. Wir versuchen übers Singen mit dem Geschwisterkind, über Ignorieren, über Gespräche, Erklärungsversuche, verbieten... Ich weiß nicht mehr, ob sie nicht will oder aufgrund ihrer Gewohnheit nicht mehr richtig sprechen kann. Und was ich dabei am allermeisten empfinde ist Frust und Wut. Dieses Kind ist seit jeher so dermaßen betreuungsintensiv. Ich habe momentan keine Zeit. Alles steht immer hinten an, weil mit ihr immer etwas ist. Es macht mich so wütend, wenn mein Kopkino anspringt und ich mich nun auch noch mit ihr zum Logopäden rennen sehe, alles, weil sie sich immer so dermaßen anstellen muss!

      Nein, vorher muss ich böse Mama ja erstmal zum Kinderarzt um abzuklären, ob sie nicht doch vielleicht nichts dafür kann? Aber die Nachubtersuchung war ja gut und sie kann ja normal sprechen, aber nach drei Worten fällt ihr selbst ja auf, dass sie nicht nasal redet und stellt es dann wieder an. Ich drehe bald durch....

      Kennt das Jemand? Haltet ihr es für möglich, dass das wieder von allein aufhört? Ich habe ja versucht, es zu ignorieren, aber heute war es wieder so extrem, ich halte es nicht aus. Und ja, sie tut es auch im Kindergarten oder bei Spielbesuch. Es hat also nichts mit Ablenkung zu tun.

      Verzweifelte Grüße

      • (2) 15.04.19 - 21:15
        dannebenauchinschwar

        Ich verstehe dich ehrlich gesagt überhaupt nicht!
        Dein Kind mag anstrengend sein aber nach DER Geschichte kannst du doch nicht jetzt ausgerechnet so genervt reagieren. Geht zu nem anständigen HNO-Arzt oder Logopäden. Es wird doch nur schlimmer / verfestigt sich...
        Das du an anderer Stelle beginnst deine Erziehung / Reaktion auf ihr Verhalten zu überdenken ist sicher nicht verkehrt... Aber bei so einem Problem würde ich schleunigst die Arschbacken zusammenkneifen und Hilfe suchen...

        Hallo,
        Ich halte dich nicht für eine schlechte Mama, mal vorweg. Auch Mamas dürfen mal motzen und alles mal blöd finden. Wir sind auch nur Menschen.
        Aber, deine Tochter ist 6 Jahre alt und hatte vor kurzem eine op. Das was du schilderst, ist für ein kleines Kind wirklich etwas viel und anstrengend. Für uns ist das vielleicht ein kleiner Eingriff, für ein kleines Kind ein ganz großes Ding. Sie stand wohlmöglich unter Narkose, war vielleicht etwas desorientiert, als sie wach wurde... das sind alles Faktoren, die auf eine kindliche Psyche eine Zeit lang drücken können ohne, dass sich eine ernsthafte Störung entwickelt. Grade, wenn man unter Narkose steht passiert oft etwas völlig seltsames... da wird der Körper gegen seinen natürlichen Rhythmus und Instinkt lahm gelegt, für den einen keine große Sache, ein anderen haut das vielleicht aber um und kleine Kinder erst recht. Der ganze Organismus stäubt sich ja in erster Linie gegen diese erzwungene „einschläferung“ nun ja, dass nur wegen „kleiner Eingriff“.
        Deine Tochter hatte nur 50% Hörvermögen vor dem Eingriff? Dann kann es sogar sein, dass sie so spricht, weil sie sich selber nun sprechen hört und es seltsam findet!? Vielleicht hörte sie sich vorher selber eher nasal sprechen und empfindet die eigene Sprache gerade total fremd. Stell dir vor du könntest nicht richtig hören und hörst dich auf einmal selber sprechen? Oder man hört sich auf dem ab und ist völlig irritiert, versucht zig neue Aufnahmen und verändert dabei immer die Stimme automatisch, weil man anders klingen will...
        nichts desto trotz, glaube ich nicht,
        Dass deine Tochter dich ärgern will. Sie hatte eine nicht ganz leichte Zeit, so wie du/ihr als Familie. Wenn sie nun spürt, dass sie Dir auf die Nerven geht, setzt sie das evtl. noch mehr unter Druck. Damit wird es nur schlimmer. Versuch etwas runter zu fahren, bevor ihr euch in eine echt blöde Lage manövriert. Könnt ihr vielleicht ein paar Tage wegfahren als Familie? Einen Ortswechsel, raus aus dem Alltag, der Situation? Einfach mal einen Schritt zur Seite machen? Abstand gewinnen!?.
        Versuche vielleicht auch mal was völlig einfaches. Verzieh dich mit deiner Tochter alleine ins Bett und mach eine Hörspiel Cd an, nur ihr beide. Etwas kuscheln. Sie is vielleicht gut entwickelt und erweckt dadurch den Eindruck ihr könntet mehr von ihr erwarten, aber dass ist ein Fehler. Sie ist ein kleines 6 jähriges Kind, dass dich gerade braucht und merkt, dass da etwas ist, dass ihr Verhalten gerade „wegstößt“. Vielleicht spricht sie so, weil sie von Dir dann einfach Aufmerksamkeit bekommt, die sie gerade braucht und nur so bekommt? Ach negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit. Davon musst du dich frei machen. Ok, es nervt, wenn sie so redet, aber so what, lass sie doch. Liebe sie wie sie ist. Ich weiß, sie kann auch anders, aber jetzt gerade eben nicht. Wie würdest du es z.b finden, wenn dein Mann sagt, ich liebe dich nur, wenn du so und so bist, so redest und mir keine Arbeit bereitest? Ist doch ein schlechtes Gefühl, was da in der Luft liegt. Das spüren Kinder. Also versuche für dich etwas Tempo raus zu nehmen. Vielleicht kannst auch du mal für einige Tage raus? Ein Wochenende nur für dich, Kraft tanken. Es wirkt, als wärst du einfach ko. Wie kannst du dich selbst mehr entlasten, arbeiten abgeben? Delegieren?
        Ich hab auch ein kleines anstrengendes Mäuschen zuhause. Wir haben auch schon viel durchgemacht und so einiges steht auch noch an. Von einer Untersuchung zur nächsten... immer ist etwas. Aber, wenn sie sich abends an mich kuschelt und sagt „Mama liebe dich“ ist Ende. Zum Teufel mit, es nervt... das ist mein kleines Mäuschen und ich bin ihre Mama, es ist hart, es ist anstrengend, es nervt oft und ich bin müde. Aber wir sind ihre Mamas, wenn nicht wir für sie kämpfen, wer dann? Natürlich ist diese Angst im Nacken, was kommt jetzt... natürlich ist da dieses schlechte Gewissen, weil man nicht alles bedienen kann, weil man da vielleicht zu streng war? Dort vielleicht gemein? Weil man nicht immer alles wissen kann und dann einfach wütend ist, weil man als Mutter einiges einfach selber nicht gesehen hat. Aber davon muss man sich frei machen. Betrachte es mal auch von einem anderen Blickwinkel. Was hast du für ein tolles Kind, dass trotz Gehörschwäche so gut sprechen konnte. Was für ein tolles Kind muss du haben, dass deine Tochter so gut entwickelt ist. Sie ist anstrengend, weil sie so gut entwickelt ist und dich auf diese Ebene anspricht. Klar ist es total anstrengend und es gibt leider kein Handbuch für Eltern. Aber es gibt bedingungslose Liebe und ein Urvertrauen, dass es wieder gut wird. Versuche dich mal daran, zu akzeptieren, dass es jetzt gerade schieße ist, mit einem Vertrauen, dass es auch wieder besser wird! Wieviel von Dir siehst du in deiner Tochter? Ist da etwas, dass dich anstößt? Wie war das Verhältnis zu deiner Mutter? Gibt es evlt. Etwas, dass dich so fertig macht und im Grunde nicht mit deiner Tochter zusammenhängt? Hat du ihr gegenüber schon immer so empfinden? Wie ist dein anderes Kind? Gibt einfach Themen, die wir in uns tragen, die auf unsere Kinder schwappen oder wir in ihnen sehen und damit nicht gut umgehen können. Vielleicht kannst du das alles auch ausschließen.
        Und im Zweifelsfall, geh zum HNO und lass das mal überprüfen.

        Ich wünsche euch viel Kraft.

        • (4) 15.04.19 - 21:43

          Hallo.

          Ich möchte das alles gar nicht herunterspielen. Nichtsdestotrotz ist es doch eher so, dass Kinder idR operative Eingriffe wesentlich besser wegstecken, als Erwachsene. Und der HNO sagte mir nach der ambulanten OP, ich solle sie am gleichen Tag nach Möglichkeit schonen. Natürlich dürfe sie spielen, aber nicht Trampolin springen. Nunja, wie ich sagte, ist sie sehr sensibel und war selber in Schonhaltung und wäre nie auf Idee gekommen, sich viel zu bewegen. Wie gesagt, habe ich auch da Verständnis für. Ich halte es im Nachhinein sogar für möglich, dass sie auf Grund ihrer Saugglockengeburt größere Nackenbeschwerden hat, sie ist ja oft empfindlich im Rücken und Nacken. Also ich mache mir schon stets Gedanke um sie und sorge mich auch. Aber diese Sprachgeschichte wurmt mich gerade immens, weil ich NOCH MEHR Termine auf mich einschwappen sehe und das eben ohne wirklichen Grund. Sie sprach ja normal, klagte über Halsschmerzen und nahm dann aus ihrer Sicht absichtlich eine sprachliche Schonhaltung ein. Und die hat sie sich so schnell manifest angewöhnt. Das nervt mich und das muss ich auch nicht psychologisch hinterfragen ob es einen unterbewussten Grund hat. Hart ausgedrückt mag ich einfach keine Heulsusen. Ich habe Verständnis auch für emotionale Probleme, entwicklungsbedingte Phasen, wirklich für vieles. Aber es gibt nunmal unbestritten Charaktere, die einfach in Situationen übertrieben reagieren und alles dramatisieren. Und dieses Anstellen in Sachen Sprache ist für mich einfach zuviel.

          Für alles andere habe ich Verständnis. Ich habe soviel mit ihr in den letzten Tage gegammelt, gespielt, sie alles aussuchen lassen, sie gestreichelt, massiert, getröstet, ich sehe ihr ja auch an, wenn plötzlich etwas unangenehm ist, aber auch hier könnte ich kritisieren, dass sie zB einfach Bescheid sagen könnte und aufhören zu essen, wenn sie merkt, ihr Kiefergelenk schmerzt. Ich sehe dann, sie stockt, greift sich an den Kiefer, ich sage, sie muss nicht aufessen, wenn der Kiefer wieder wehtut und Zack, sind die Schleusen auf. Auch da schlucke ich herunter ihr zu sagen, dass sie nicht sofort und immer weinen muss. Schließlich tut doch ihr Hals angeblich so weh, die ständige Heulerei macht es da auch nicht besser. Und ja, sie heult auch ohne OP viel. Aber ich wiederhole mich. Das Sprechanstellen ist mir einfach zuviel.

          • Die Nackenschmerzen deiner Tochter würde ich ernst nehmen. Auch die Sprache, geht doch mal mit ihr zum Pädaudiologen. Für den Nacken gehe zu einem Spezialisten, der sich mit KISS-Syndrom auskennt. Und selbst wenn deine Tochter Logopädie bekommen sollte wegen ihrer Sprachsymtomatik, es hilft. Deine Tochter hat es im Moment nicht einfach. Das dich das nervt, kann ich schon verstehen, aber da muss man eben halt durch. Und wenn es eben alles halt Zeit kostet. Mach es deiner Tochter zuliebe.


            LG Hinzwife

            • (6) 16.04.19 - 09:02

              Natürlich nehme ich die Nacken- und Kieferschmerzen ernst. Osteopath ist gebucht, auch, falls ich kein Rezept bekommen sollte. Den Rest warte ich noch ab. Aber natürlich mache ich meiner Tochter zuliebe alles, was nötig ist. Ich schrieb ja auch nirgends, dass sie mich ärgern möchte. Aber der Zustand an sich ärgert mich einfach, weil es immer soviel mehr erfordert, als leistbar ist. Vor allem, weil ich selbst seit geraumer Zeit alles für mich verschieben muss. Und ich bröuchte wirklich gabz dringend mal wieder eine Physio oder Osteo Behandlung, eeil ich mich kaum mehr bewegen kann. In diesem Fall empfinde ich es als so unnötig oder vermeidbar, wenn sie einfach mal nicht so sehr sensibel wäre (nur auf die Sprache bezogen).

              Aber du hast ja gar nicht vorwurfsvoll geschrieben.

              LG

              • " Aber der Zustand an sich ärgert mich einfach, weil es immer soviel mehr erfordert, als leistbar ist. Vor allem, weil ich selbst seit geraumer Zeit alles für mich verschieben muss. Und ich bröuchte wirklich gabz dringend mal wieder eine Physio oder Osteo Behandlung, eeil ich mich kaum mehr bewegen kann."

                Warum soll ich dir Vorwürfe machen. Das steht mir nicht zu und wäre sicher auch keine Hilfe für dich. Ich selber habe zwei Kinder mit Besonderheiten. Mein Großer hat Legasthenie, AVWS (auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung) und als Kind KISS-Syndrom. Und mein Kleiner ist frühkindlicher Autist (fast nonverbal) und hatte als kleines Kind auch KISS-Syndrom. Und hatte teilweise mit beiden Kindern zusammen bis zu drei Therapien in der Woche. Das waren Ergotherapie, Logopädie beim Kleinen, manuelle Therapie KISS-Syndrom, Legasthenietherapie, , Autismustherapie. Wobei der Große mit allen drum und dran nach zwei Jahren mit durch war und beim Kleinen steht immer noch Logopädie an. Mein Großer ist mittlerweile 20 Jahre und der Kleine 15 Jahre alt.

                Und so gut es ging, half mir mein Mann dabei indem er auch Therapietermine abnahm, damit ich auch für mich Zeit hatte, Arzttermine, selber manuelle Therapie wahrnehmen zu können. Was ich damit sagen möchte, ich selber habe auch heute noch Probleme mit dem Rücken und mach trotzdem was dagegen.

                Therapien bei deiner Tochter sind ja vom Zeitraum her absehbarer als wenn man ein Kind mit einer Schwerbehinderung hat. Und mein Großer hat für ein normalentwickeltes Kind recht große Baustellen gehabt und war mit dem ganzen Therapiekram relativ schnell durch, nach zwei Jahren. Und falls deine Tochter wirklich in der nächsten Zeit Therapien wie Logopädie bekommen sollte, dann spanne doch deinen Mann mit ein oder vielleicht geht einer der Großeltern (notfalls mit Vollmacht )mit dahin. Dann denke ich, dass du immer noch genügend Zeit hast, dich um deine gesundheitlichen Belange zu kümmern.


                Aber letztendlich entscheidest du was möchtest oder nicht. Das kann dir keiner abnehmen.


                LG Hinzwife

          Tut mir leid, Kinder stecken sowas mitnichten besser weg, als erwachsene. Das erzwungene einschläfern des eigenen Organismus ist nichts, was ein Kind oder ein erwachsener locker wegsteckt! Tatsächlich ist es eher so, dass dich jeder Therapeut bei der Anamnese, neben vielen anderen fragen auch fragen würde, ob du kürzlich operiert wurdest. Das ist eben nicht mal eben so locker weggesteckt und kann ein Auslöser für viele psychische Störungen sein und ist gar nicht so selten, wie du denkst.

          Warum schwappen da noch mehr Termine auf dich, ohne wirklichen Grund? Woher weißt du, dass es da keine Gründe gibt? Was macht dich da so sicher?
          Nur weil sie anfänglich vernünftig sprach? Es gibt Kinder die sprechen völlig normal und plötzlich fangen sie an zu stottern, einfach so, weil sie es können (Ironie off) kein Kind macht etwas so mit Kalkül und mit solch einer listigen Absicht, um die Mütter so auf die Palme zu bringen, wie du gerade bist.

          Du bist sauer auf deine 6 jährige Tochter, für etwas, wofür sie überhaupt nichts kann! Denkst du etwa, sie macht das um dich zu ärgern? Einfach weil sie da Bock drauf hat?

          Du magst keine Heuelsusen, ergo magst du deine Tochter nicht? Hast du ihr das mal so gesagt? Dann wundert mich so einiges nicht wirklich!
          Deine Tochter hat schmerzen, mir klar, dass auch Dir das nicht gefällt, aber wenn du mit ihr so redest, wie du dich hier gerade anstellst, dann wundert mich nicht, dass die Schleusen aufgehen. Du hast eben eine sensible Tochter, sie ist so, dass ist ihr Wesen, dass kann sie nicht ändern, aber du kannst ändern, dass du sie dafür ablehnst. Ich würde als 6 jähriges kleines Mädchen auch heulen, wenn meine Mutter so reagieren würde, weil ich eben sensibler bin, als ihre Erwartungen an mich!
          Du wirst es nicht ändern, dass sie so ist. Was erwartest du von ihr? Etwas, dass sie überhaupt nicht kann und sie weiß, dass sie es nicht kann und das erzeugt nur noch mehr Druck. Was fällt dir so schwer sie so zu akzeptieren?

          Und übrigens, gar nicht mal so ungewöhnlich für eine Saugglocken Geburt. Dein Irrtum, wenn du denkst, dass Kinder alles einfach so wegstecken, während du selber es nicht mal ertragen kannst.

          Herzlichen Glückwunsch, wenn du so weiter machst, hast du bald mit ihr noch mehr Probleme, als eine blöde Stimmlage und aus der Nummer kommst du dann nicht so schnell raus und das kostet dich dann richtig Zeit und viele Termine!!!

          überleg mal, warum ausgerechnet du ein emotionales übersensibles Kind bekommen hast... dann kannst du dir ja mal Gedanken machen und deinen Graunick nochmal überdenken.... fürchterlich, wenn man sich schon selbst so betitelt.

          Und um einen drauf zu setzen, witzig, dass sie solch einen Eingriff hatte, im Kommunikationsorgan eine Störung entwickelt, die dich so auf die Palme bringt, dass du damit gar nicht klarkommst??? Vielleicht solltest du mal bei dir schauen, ob deine Kommunikation so stimmig ist und damit mal in Resonanz gehen, bevor du alles auf die kleine schiebst!

          Zwingt dich aber auch keiner dazu! Es ist doch dein Kind, deine Verantwortung und dein Gewissen, dem du irgendwann Rechenschaft schuldig bist. Wenn du meinst,
          Dass es eben nicht psychisch hinterfragt werden musst, dann nicht, dass musst du ja wissen und einschätzen. Bisher hatte deine Methode ja Erfolg, deshalb der Thread, also weiter so! Alles gute👋🏼

          Du magst keine Heulsusen?

          Dann sei jetzt selber keine, wegen zusätzlicher Termine und bring Deine Tochter dorthin wo ihr geholfen wird!

          Wat mut, dat mut

          (10) 16.04.19 - 07:29

          Hallo Mamaherz(los),

          ich habe lange überlegt ob ich antworten soll, nachdem ich gestern Deinen Thread gelesen habe und habe mich nun dazu entschlossen. Ich kenne Dich nicht und es ist nur mal ein anderer Blickwinkel, der Dich hoffentlich zum Nachdenken anregt.

          Zum Einen: Ich kann Dich zu 10000% verstehen, dass du nervlich am Ende bist. Du gibst und gibst und gibst und gibst... und wie bekommst du es gedankt? In dem du noch mehr geben musst und noch mehr geben musst und noch mehr geben musst.

          ABER das Problem bei dieser ganzen Thematik ist NICHT deine Tochter. Das Problem bei der ganzen Sache bist DU.

          Du schreibst du magst keine Heulsusen?! Durftest du selbst als Kind nicht weinen? Hast du selbst das Gefühl von Dir erwartet immer jeder stark zu sein und keine schwäre zu zeigen? Das du funktionieren musst, weil sonst nichts funktioniert?

          Ich glaube deine Tochter zeigt dir in einem übertragenen Sinne wie schön es wäre, wenn du mal die ganze Zeit heulen/piensen könntest und es gäbe jemanden, der sich so um Dich kümmert. Das was du für Deine Tochter empfindest ist keine Wut und auch kein Nerven, weil Deine Tochter Dich nervt, es ist eine Art von Eifersucht, weil Du niemanden hast der sich so für Dich aufopfert und Du gerne selbst mal heulen möchtest. Aber das durftest Du wahrscheinlich nicht oder hast es zumindest schon immer so im Gefühl, dass Du das nicht darfst.
          Sprich: Du brauchst vielleicht einfach mal jemanden, der sich so um Dich kümmert um Dir mal das Gefühl zu geben, dass Du auch schwach sein darfst und nicht immer funktionieren musst.
          Wenn Du niemanden hast, der das für Dich macht, dann öffne Dich vielleicht mal Deinem Mann oder einer guten Freundin, dass Du am Ende bist und einfach nicht mehr kannst.

          Deine Tochter ist der letzte Mensch, der Dir weh tun will oder will, dass es dir schlecht geht. Deine Tochter will einfach nur ihre Mama, weil es niemanden gibt den sie mehr liebt und dem sie mehr vertraut. Missbrauche dieses Vertrauen nicht damit, dass du sie für etwas verurteilst, was du selbst so dringend bräuchtest: Hilfe!

          Alles Gute für Dich und deine Tochter.

          • (11) 16.04.19 - 12:26

            Genau das dachte ich auch...

            Das Kind kann ja nix dafür, wenn sich die Mutter nicht wirklich um sich selbst kümmern kann. Die macht das ja nicht mit Absicht.

            Ich hatte selbst eine OP mit 6 und bin mit 32 bei meiner Therapeutin weinend wegen der OP und dem drumerum zusammen gebrochen.... war auch nur ein kleiner Eingriff Polypen und Mandeln entfernen.... aber das ist eben für ein Kind sau scheiße und man kann damit schnell überfordert sein. Man hat damals mein Vertrauen mißbraucht.... das vergisst man nicht so leicht.

            Das mit dem "sie spricht vielleicht so, weil sie sich selbst anders hört, als vorher" kann gut ein... ich würde schnellstmöglich zu einem Arzt gehen, damit sich das nicht verfestigt und auf jeden fall mich um mich selbst kümmern...

            Das ist das allerwichtigste, man muß selbst auf dem Damm sein, um seinen Lieben helfen zu können... die tolle Vera Birkenbihl brachte da das Beispiel mit dem Flugzeug.... wem soll man als allererstes die Sauerstoffmaske aufsetzen? Immer sich selbst... dann kann man klar denken und den anderen helfen in ihrer Not.

            (12) 16.04.19 - 22:09

            Hallo.

            Erstmal danke für dein Verständnis und deine nette Nachricht.

            Du hast recht, dass mein Problem ist, dass es nie reicht, was ich gebe. Allerdings steckt da meiner Meinung nach kein tiefenpsychologisches Mysterium, begründet in meiner Kindheit hinter, sondern schlicht und einfach mein Frust, dass ich ihr gerne viel gebe, es ihr aber nicht reicht. Dabei geht es mir nichtmal um Dankbarkeit, die sie mir zeigen soll, sondern einfach mal um Zufriedenheit, die ich mir für sie wünsche. Ich wünschte, sie würde einfach abends nach viel Zeit mit mir ohne Gemotze zu Bett gehen. Ich wünsche mir, dass sie zufrieden ist nach einem tollen Tag und für mich Frieden als Belohnung.

            Ich bin bereits lange aufgrund anderer Dinge in professioneller Betreuung mit den Kindern. Dort wird mir oft bestätigt, dass mein Bauchgefühl gut ist, dass ich oft richtig reagiere, sowohl in emotionalen Situationen aber auch in Konsequenten Situationen. Überfordert bin ich aus weiteren Gründen trotzdem.

            Das Augenhöhethema ala Juul halten die Psychologinnen(!) und ich als selten sinnvoll an, aber genauso auch das Thema inneres Kind in mir. Das ist mir durchaus geläufig, da unser Kiga erstmals einen ausführlichen Selbstbehauptungskurs für die Vorschüler anbietet. Nach dem ersten Block wurden wir Eltern ausführlich informiert. Der Kurs an sich war super für die Kinder. Einzelne, wirklich schüchterne Kinder haben ganz tolle Fortschritte gemacht, das war sehr rührend.

            Allerdings ist dieses Thema Kind in dir aus meiner Sicht Quatsch. Am Beispiel von oben, begründet meine Unzufriedenheit, wenn meine Tochter nach einem für sie tollen Tag abends immernoch bockt, anstatt einfach mal glücklich zu Bett zu gehen, einfach mein Frust, dass sie nie zufrieden ist. Erstens möchte ich einfach, dass sie glücklich ist, zweitens möchte ich einfach mal einen mühelosen Abschluss abends, nachdem ich ihr alles zu geben versucht habe, was sie möchte. Eine tiefere Begründung, dass das eigentliche Problem ist, dass mein inneres Kind geliebt werden möchte, ist mir zu hoch. Ich möchte einfach, dass sie glücklich ist und dass ich (deshalb) meine Ruhe habe. Und da brauche ich auch meine Sicht nicht zu ändern. Ist mein Kind glücklich, freue ich mich. Ist es traurig oder bockig, leide ich mit oder bin halt genervt, ohne tiefere Erklärung. Ein Lächeln steckt halt an, ein Heulen, je nach Beweggrund löst halt keine Freude im Gegenüber aus. Ist doch eigentlich ganz simpel.

            LG

            (15) 17.04.19 - 15:54

            "Ist mein Kind glücklich, freue ich mich. Ist es traurig oder bockig, leide ich mit oder bin halt genervt, ohne tiefere Erklärung. Ein Lächeln steckt halt an, ein Heulen, je nach Beweggrund löst halt keine Freude im Gegenüber aus. Ist doch eigentlich ganz simpel. "

            Aber der Lebenssinn von dir kann ja nicht sein, dass dein Kind glücklcih ist und du nur Glücklich bist, wenn es dein Kind ist.
            Das ist eine enorme Belastung für das Kind... wenn du dein Seelenheil davon abhängig machst, wie es deinem Kind geht.

            Wenn es traurig oder bockig ist, dann solltest du es begleiten, aber nicht selbst davon genervt sein. Sondern in deiner eigenen Ruhe bleiben.

            Ansonsten ist das eine symbiotische Beziehung, und die tut weder dem Kind noch der Mutter wirklich gut.

            • (16) 17.04.19 - 16:11

              Wieso siehst du das so absolut?

              Es nervt mich, weil das Kind trotz aller Liebe und Mühe so sehr selten zufrieden ist und in der logischen Konsequenz ich soviel Stress habe. Willst du wirklich bestreiten, dass es einem mal verständlich zuviel wird, wenn die lieben Kinder eben so oft bocken anstatt mal leicht bedienlich zu sein?

              Dass ich mir einfach auch mal pflegeleichte Tage wünsche, heißt doch nicht gleich, dass ich mein Seelenheil am Glück meiner Kinder festmachen und ihnen damit eine untragbare Verantwortung aufbürde. Ich möchte einfach mal eine etwas leichtere Zeit haben, aber leider scheint es nur schwerer und schwerer zu werden.

              Übrigens ist Symbiose etwas gutes. Wenn du den Vergleich ziehen willst, empfinde ich dauerhaft anstrengende Kinder eher parasitär, natürlich nur biologisch gesprochen ;-)

(17) 15.04.19 - 21:28

Sorry, ich muss das jetzt loswerden, auch auf die Gefahr hin, dass alle mich scheiße finden und urbia meinen Kommentar löscht, aber ich kann das nicht mehr lesen. Die überdramatischen Anfänge und Ende eines solchen Textes „ihr werdet mich verurteilen....“ „....verzweifelte Grüße“ und du sagst deine 6(!!) jährige Tochter ist eine Dramaqueen?! Na, das scheint sie wohl von dir zu haben! Du nimmst dir das Recht raus, dass dir das alles zu viel ist, schon mal überlegt, dass es dem KIND vielleicht auch einfacher zu viel ist?! Es ist nicht jeder gleich, einige sind härter, einige weicher, einige sensibler usw. Mich nervt das mittlerweile hier so dermaßen. Rumheulen, die Kinder als Dramakünstler hinstellen, obwohl man selbst der Drama Hauptakteuer ist. Man man man, ihr habt einen an der Waffel.

  • (18) 15.04.19 - 21:46

    ...du schreibst selbst eine solche Einleitung

    • (19) 15.04.19 - 21:52

      Sure, aber ich heul auch nicht rum, ist mir egal, wie es ankommt. Genauso wenig weine ich über meine Kinder, die phasenweise durchaus Dramaqueens sein können, so wie jedes Kind. Also so what.

(20) 15.04.19 - 21:40

Mein Bruder hatte mit 2 Jahren die gleiche OP. Obwohl ich da selbst erst 3 war, kann ich mich sehr gut an sein Gebrüll erinnern. Wochenlang. Plötzlich hat er wieder gehört und war einfach komplett mit den ganzen Eindrücken überfordert. Er hat vorher einfach glücklich in seinem Stummfilm gelebt. Gibt ihr Zeit :)

(21) 15.04.19 - 23:17

" Hart ausgedrückt mag ich einfach keine Heulsusen.

Auch da schlucke ich herunter ihr zu sagen, dass sie nicht sofort und immer weinen muss. "


Auf Grund dieser zwei Sätze habe ich eine Frage an dich : ist das dein ernst? . Du beschwerst dich so dermaßen über deine Tochter das macht mich wütend und sprachlos. Ich habe das Gefühl sie kann dir nichts Recht machen und ihre OP sind nur noch mehr Probleme für dich. Es geht im Text nur um dich ( ich muss sie zum Logopäden fahren, wieder zum Kinderarzt usw.) Was ist mit deiner kleinen sie leidet ja überhaupt nicht macht alles extra nur um die noch mehr Mühe zu bereiten böses kleine Mädchen. Natürlich macht sie das alles extra nur um dich in den wahnsinn zu treiben (Ironie). Mal in den Sinn gekommen das sie egal wie sehr du es versuchst merkt das du sie im Grunde gar nicht magst? Ihren Charakter abscheulich findest? Kalt ist das und ich hoffe das deine Tochter später nicht auch so ein ich bezogener eisklotz wird wie du. Mal auskotzen das kann ich verstehen aber dich sry. Das geht gar nicht.

(22) 15.04.19 - 23:29

Ich finde es gerade seeeehr schade, wie alle hier auf dich losgehen.
Fühl dich mal gedrückt.

Ich denke, wenn du deine Tochter nicht lieben würdest, würdest du so einen Text gar nicht verfassen.
Für mich klingt das so: meine Tochter braucht mich gerade extrem, aber ich habe keine Kraft, für sie da zu sein.

Sei erst mal egoistisch: Nimm abstand. Vllt ein Tag Wellness? Eine Übernachtung irgendwo ohne Familie? Eine Fahrradtour ganz allein? Hast du Unterstützung? Komm erst mal zur Ruhe, tanke Energie und überlege dir, wo du dir im Alltag Ruheinseln schaffen kannst. Hier 5min Zeitung blättern, da 10min Kaffee trinken und aus dem Fenster schauen, 10mim Sudoku lösen...

Wenn du wieder Energie hast, kannst du deine Einstellung ändern, und ich bin mir sicher, es wird automatisch leichter!!! (Nein, es wird nicht leichter, aber leichter zu handhaben;)

Guten Morgen,

Schon mal in Erwägung gezogen, dass sie versucht, das Lautbild in ihrem Kopf wieder herzustellen, dass sie bis vor Kurzem hatte (also so wie es war, als sie kaum hören konnte)?

Versuche liebevoll mit ihr die neue Welt der Töne zu entdecken. Da kann sicher auch ein Logopäde helfen. Klar sind zusätzliche Termine anstrengend, aber auf lange Sicht ermöglichen sie euch beiden ein gutes Leben. Meines Wissens nach soll mm LS Elternteil gar nicht mit in die Behandlung. Nutze doch den Termin für eine halbe Stunde Auszeit in einem Café oder so.

Außerdem könnte es helfen ein etwas größeres Netzwerk zu haben. Niemand sagt, dass zwingend DU mit ihr zur Therapie musst. Vielleicht findet sich zumindest mittelfristig jemand, der das übernehmen kann (Familie, Freunde, ...)

Versuche deinen Frust abzulegen und sieh die Bedürftigkeit deiner Tochter: ihre Welt wurde quasi auf den Kopf gestellt. Nimm sie an die Hand und entdecke sie mit ihr gemeinsam statt so zu tun als wäre alles beim Alten und sie auch noch dafür abzustrafen, dass sie die Veränderung wahrnimmt, die du verdrängst.

Viele Grüße
Soley

Schreib mich bitte mal über VK an.
LG Moni

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