Kindheit heute vs. früher

Hey,
Leider ist mir keine passende Überschrift eingefallen.
Mein Kleiner ist jetzt bald 7 Monate alt und ich merke immer mehr, dass ich mich mit ihm überhaupt nicht so verhalte wie ich gedacht hätte bzw wie ich vorher war.

Zur Erklärung: ich war schon immer sehr unerschrocken und draufgängerisch. Wir haben als Kinder fast nur draußen gespielt und weil ich in einem kleinen Dorf aufgewachsen bin wo es außer mir nur ein Mädchen gab, haben wir halt einfach auch viel mit den Jungs gespielt. Also auch mal getauft oder andere Dinge getan die nicht so typisch für Mädchen sind. Ich bin schon früh Motorrad gefahren, hab ein bisschen an meinem Auto geschraubt, hab Buden gebaut. Wir sind ohne Führerschein (Frisörtest) Mofa gefahren, später auch mal mit dem Auto ne Runde über abgelegen Straßen. Wir waren mit dem Fahrrad im 3 km entfernten Ort um Süßigkeiten zu kaufen, haben Buden gebaut und im Bach versucht Fische zu fangen, meistens mit den Händen 😂. Handy gab es natürlich nicht und wir kamen abends nach Hause wenn es dunkel wurde oder wenn sich mal wieder jemand verletzt hatte und ein Pflaster brauchte. In den Urlaub sind wir zu viert mit einem kleinen Opel gefahren, nicht angeschnallt und ohne 2000 Spiele. Wir haben uns irgendwie beschäftigt auf den 1800 km.

Worauf ich hinaus will: so etwas wäre heute für mich undenkbar wenn mein Sohn das machen würde. Ich hätte viel zu viel Angst dass etwas passiert. Es ist eigentlich schrecklich denn man nimmt den Kindern eine unbeschwerte Kindheit. Ich weiß überhaupt nicht wie unsere Eltern das damals machen konnten. Wie konnten sie entspannt ihre Dinge erledigen und wussten nicht wo die Kinder sind und ob alles in Ordnung ist? Wir hatten eine tolle Kindheit und es tut mir leid dass ich meinem Sohn wohl nicht das gleiche ermöglichen kann.
Oder wird man entspannter wenn sie älter werden?
Wie ist es bei euch? Habt ihr "Angst" um euer Kind? Wie viel Freiheit haben Kinder heute?

Deine Frage finde ich super und ich bin auf Antworten gespannt. Über solche Sachen denke ich nämlich auch nach.

Ich bin viel lockerer als meine Eltern und lasse Vieles zu.

Da gibt es so nen Spruch:
Wir wollen, dass unsere Kinder das dürfen und erleben wie Pippi Langstrumpf, erziehen sie aber wie Tommi und Annika.

Ich erziehe meine wie Pippi Langstrumpf.
Pippi ist mutig, umsichtig, vorsichtig ohne ähnlich zu sein, löffelt die Suppe aber auch aus, wenn sie mal was eingebrockt hat, beherrscht Umgangsformung ohne überkandiedelt zu sein. Sie kann sich oft selbst helfen und wenn nicht, weiß sie, wo
sie Hilfe bekommt. Gut multiplizieren kann sie nicht....

Musste gerade schmunzeln😃
Toll geschrieben!

Lg Thommy04

Hi,

ich verstehe Dich gut und wahrscheinlich tun das hier die allermeisten.

Gleichwohl... das ist der Job!

Das bedeutet neben vielen anderen Dingen eben auch Mutter zu sein. Auszuhalten, dass man die Risiken kennt, auszuhalten, dass man jedes denkbare Unheil voraus ahnt und auszuhalten, dass das eigene Kind ein Recht auf eigene Erfahrungen und nicht nur auf gute, sondern auch auf eigene Verletzungen und eigene Rückschläge hat.

Als mein Sohn knapp 2 war, kam ich in die Kita und er stand freihändig oben auf so einer Plastikkinderrutsche, die im Sandkasten stand. Er eierte ganz schön. Aber noch bevor ich zu ihm fliegen und ihn da runter fischen konnte, griff eine seiner Erzieherinnen, die neben mir stand, meine Hand und sagte ganz leise: "Lächeln und winken, lächeln und winken!" Das hab ich gemacht. Er ist ohne zu stürzen da runter gerutscht.

Diese Szene steht mir bis heute so oft vor Augen! Wenn eines der Kinder fast 4 Meter hoch im Baum sitzt, wenn eines alleine mit dem Zug fährt, wenn eines alleine im See schwimmen will und dann stundenlang "weg" ist. Wenn sie alleine spazieren gehen oder nach Einbruch der Dunkelheit in der Stadt rum laufen. Und immer will ich laut aufheulen und rufen: "Stop! Ich bin noch nicht so weit!" Und anstatt dessen befolge ich den besten Rat, den ich je bekommen habe. "Lächeln und winken!"

Und ja, es geht auch schief. Bisher waren es zum Glück nur Platzwunden, schief geschlagene Zähne, verletzter Stolz und tiefe Verunsicherung. Nichts schlimmeres. Aber auch aus diesen Erfahrungen sind sie bestärkt heraus gegangen. Nur ich nicht so oder nur teilweise. Ich vertraue ihnen und ich zeige ihnen das. Aber manchmal moppere ich auch darüber wie es in Wahrheit ist. Ich werde nie soweit sein! Ich war noch nicht soweit als sie geboren wurde und ich bin heute nicht so weit. Sie sind mir immer einen Schritt voraus, von Anfang an. Seit ich sie geboren habe, wollen sie nur eins: sich (von mir und meiner Obhut weg) entwickeln. Sie wollen groß werden, eigenständig werden, sich und die Welt ausprobieren, erleben, dass sie selbstwirksam sind usw..

Ich bin sehr stolz auf die beiden, weil sie mich dann zärtlich eine Angsthäsin nennen und mir liebevoll, aber resolut erklären, dass ich da halt durch muss. Dein Sohn und Du werdet auch eine Beziehung führen und ihr werdet verhandeln. Und es wird nicht immer nach Deiner Nase gehen. Aber das hat alles noch Zeit und Dein Zwerg wird Dich da langsam aber bestimmt heran führen. Versprochen!

Liebe Grüße
die Landmaus

Das hast Du toll geschrieben.
Als ich letztens am Kindergarten vorbei spaziert bin und alle Kinder draußen waren und auf den Geräten rum turnten, hab ich sie vor meinem geistigen Auge schon alle fallen sehen. Ich glaube das wird noch sehr schwer für mich falls er nach mir kommt 🙈

Sehr toller Text! Den solltest du mal irgendwo einreichen!!!

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Hallo!

Ich habe mir mit einem kleinen Baby auch noch nicht vorstellen können, wie es später ist. Warte mal ab, die Kinder fordern Freiheit und Selbstständigkeit ein (meistens).
Du wirst sehen, das deine Kinder, (sorry, habe zwei, daher Mehrzahl), groß werden und auch solche Dinge, wie du sie aufgezählt hast, bewältigen können. Dann kannst du üben los zu lassen, immer ein kleines Stück mehr.

Mein Erstklässler geht inzwischen allein zur Schule. Erst ein kleines Stück, dann immer etwas mehr, jetzt den ganzen Weg.

Du schaffst das schon;) erstmal mit 3 Jahren in die „ich kann das schon alleine Phase“ - und dann weiter :)

Ich denke, das ist ein sehr Vielschichtiges "Problem", wobei der wichtigste Knackpunkt für mich ist, dass meine Eltern nicht so viel wussten:
1. Darüber, Was ich genau draußen gemacht habe... und
2. Was dabei alles passieren kann...
Wir sind heute viel zu informiert über Unfälle und Unglücke, als das man diese ausblenden könnte...
Hinzu kommt das Kontrollbedürfnis und die ständige Erreichbarkeit mit / durch das Smartphone. Bei uns gabs Anfang der 90er noch nicht mal Festnetz. Meine Eltern mussten sich auf mich verlassen und ich mich wiederum auch darauf, dass meine Eltern wissen, wo ich bin...

Man kann die Entwicklung nicht stoppen oder gar rückgängig machen aber eine unbeschwerte Kindheit versuche ich meiner Tochter dennoch zu ermöglichen. Das geht im Kleinkindalter los, wenn sie mit Oma und Opa unterwegs ist und dort einfach deren Regeln gelten. Zu viel Süßes? Gern! 😉 Wir sind viel in der Natur unterwegs und im Sommer ganztags im Garten draußen.... Spontan zu den Nachbarskindern? Gern. Mal vom Ast fallen? Passiert. Sand essen - wahrscheinlich eine einmalige Erfahrung.

Dennoch wächst unsere Tochter auch bewusst mit Medien auf und soll auch die Kommunikationstechnik kennenlernen. Ich verteufle das nicht, bin mir nur über deren Nutzen und Schaden bewusst...

Hallo,

mein Sohn lebt solch eine Kindheit in Freiheit. Klar gibt es und gab es natürlich immer Absprachen, welche auch beschnitten werden können.

Gestartet sind wir in den Pfingstferien als er vier 1/4 Jahre war auf dem Campingplatz in Frankreich, wo er alleine auf dem Spielplatz war. Im Sommer in Tarifa an der Düne ein Haufen Kinder verschiedener Nationalitäten, bei Sonnenuntergang steuerten sie ihre Wohnmobile an. danach durfte er sich bei uns in der Siedlung frei bewegen. Mit fünf rauf ins Dorf einkaufen, da dort auch die Bushaltestelle ist, war dies eine gute Übung vor dem Schulstart. Ab der Einschulung sprangen immer mehr Kinder selbständig durch die Gegend. Im Herbst ( 4. Kl.) hatte er Schuluntensilien in der Schule vergessen, da habe ich ihn die fünf Kilometer mit dem Rad hingeschickt. Wie soll er lernen das ich nicht immer parat stehe? Im Sommer geht es in die weiterführende Schule in die Kreisstadt, 18 km entfernt in eine Schule mit 1000 Schülern da muss er dann auch zurechtkommen. Und meiner Meinung nach geht dies am Besten, wenn er da nicht vollkommen unvorbereitet hinkommt. So werden wir sicherlich Stadtübungseinheiten starten ab Mai.


LG Reina

Hallo
Es wird sich mit jeder Generation etwas ändern. Manches war früher sicher besser, manches nicht. Dann hat man wenn man erwachsen ist einfach nochmal eine andere Sicht, manche eben gerade wenn sie Kinder haben.
Dein Kind ist ja noch recht klein. Warte einfach mal ab wie es ist, wenn er nicht mehr das kleine Baby ist. Er wird viel lernen und gerade in den ersten Jahren unzählige Entwicklungsschritte machen.
Passieren kann viel, aber das Leben ist kurz. Geht das Kind zB. alleine zum Bäcker, gibt es etliche Dinge die passieren könnte. Aber es fängt ja schon damit an, dass man nicht ein völlig unvorbereitet Kind vor für Tür schubst und sagt mach mal und schau wie du klar kommst. Vieles wird im Alltag mitgenommen, einiges kann man gezielt erklären und üben,... und dann fängt man klein an.
Auch dann könnte noch irgendetwas passieren. Aber das Risiko kann/muss man eingehen.
Bis es soweit ist, wirst du auch deutlich mehr Verantwortung an dein Kind abgeben. Jetzt seid ihr als Eltern alleine dafür verantwortlich „dass alles in Ordnung ist“. Aber wird das Kind älter, wird es immer mehr selbst dafür sorgen können dass im Bereich des Möglichen „alles in Ordnung ist“ bzw. entsprechend zu reagieren wenn etwas ist.

LG

Hallo,
ich bin Mutter ein3s 13jährigen und eines 3jährigen. Ich selber bin ähnlich wie du aufgewachsen und wohne nun in einer Großstadt. Ich finde es oft schade, dass meine Jungs bestimmte Erfahrungen nicht machen, die ich als Kind gemacht habe. Aber das ist nicht unbedingt nur der veränderten Zeit geschuldet sondern wahrscheinlich dem krassen Unterschied zwischen Stadt und Land geschuldet der meine und ihre Kindheit trennt. Allerdings habe ich für mich fest gestellt, dass ihre Kindheit deshalb nicht weniger schön ist, was ich tatsächlich mitunter befürchtet habe als mein grosser noch klein war.
Klar, die Rahmenbedingungen sind andere, aber sie erleben eben ihre Kindheit in ihrer Zeit und mittlerweile sehe ich auch viele schöne Dinge die hier in der Stadt möglich sind.
Einfach macht es mir, dass unsere Stadt sehr sehr grün ist und die Stadtteile fast wie kleinstädte sind. Mit Teilchen, riesigen Parks, die wie Wälder sind, freibädern die mit dem Rad err3ichbar sind.
Ja, meine Jungs haben per de weniger Freiheiten als ich damals. Ich steuere aber auch auf meine Art dagegen. Aber sie haben auch ganz andere Möglichkeiten. Kino zu fuss in 10mminuten erreichbar, Vereine, bademöglichkeiten im Sommer, andere Angebote im Winter.... und Natur gibt's trotzdem. Entweder in ein3m der schon erwähnten riesigen parkwäldern oder aber bei unseren vielen Ausflügen.wir sind viel in Dr Natur, leben günstig, dass wir viel in kurzer Zeit erreichen können. Mit dem Rad kann man kilometerweit radeln, am Fluss entlang. Ausserdem wohnen wir in einem Haus mit 12 Wohnungen und 13 Kindern. Wir haben einen riesigen Innenhof, verwachsenen Garten, indem die Kids alle gemeinsam spielen. Von Frühjahr bis Herbst Rennen die draussen rum und spielen die Spiele, die ich auch als Kind geliebt habe. Bauen Buden, klettern, Bolzen, spielen fange und verstecke. Und sooo oft holen wir dann abends für alle Pizza, 5 Minuten von hier zu fuss, und essen die alle im Garten, die Kinder fragen schon seit 2 Wochen wann es wieder losgeht.
Mein grosser fährt seit 2,5 Jahren alleine mit der Bahn zur Schule. Durch die halbe Stadt. Zu ausflügen.... macht er alles alleine. Er kennt sich mitunter besser im bahnnetz aus als ich. Klar hat er ein Handy, aber man darf es nicht verteufeln und die Vorteile sehen. Ich persönlichmöchte gerne wissen wenn er sich verspätet. Unsere Eltern hatten diese Möglichkeit schlichtweg nicht. Also hinkt da auch der Vergleich. Was nicht möglich war, würde auch nicht vermisst. Ausserdem waren gefahren für unsere Eltern auch weniger präsent wie für uns. Durch die Medien, die digitale Vernetzung haben wir das Gefühl es lauern überall gefahren. Unseren Eltern ging es einfach nicht so. Die grösste Gefahr ich ich als Kind dachte, die es gibt, ist Munition aus dem Weltkrieg. Gefühlt würde ich alle 3 Monate belehrt Munition etc. Nicht anzufassen, wenn ich drüber stolpere. Oder tollwut. Ist mir so im Kopf, dass ich tatsächlich heute noch Wildtiere ggü skeptisch bin#schein

Gib dein bestes, Versuch deinem Kind die Freiheit zu lassen, die es sich verlangt.

Lg

Ich bin auch so aufgewachsen wie Du! Da ich immer ein freiheitsliebener Mensch war (auch schon als Kind), hätte das heutige Geglucke der Mütter mir viel genommen von dem, was ich früher alles hatte.
Ich habe versucht, meiner Tochter so etwas auch zu ermöglichen. Was mir nur sehr wichitig war, sie sollte nicht allein draußen an den Entensee, zum Kioak usw. Wenn eine Freundin dabei war, hatte ich keine Angst, da konnte wenigstens immer jemand Hilfe holen.
Das eine ist das Geglucke, das andere die äußeren Einflüsse. Videospiele, Handys usw. spielen heute eine wichtige Rolle. Das war früher GsD nicht so.
Frag doch mal Deine Mutter, warum sie früher keine Angst um ihre Kinder hatte. Ich glaube, das Gesellschaftsbild war ein anderes.

Das mit dem Gesellschaftsbild ist glaube ich genau das ... ich denke auch früher gab es gluckende Mütter. Ich weiß von einigen Schulfreundinnen die nicht mit in die Stadt durften ... vor 30 Jahren. Aber irgendwie schaffen es 2 "Helikoptermütter" immer 4 "leichtsinnige" in ihren Bann zu schlagen. Weiß nicht wie ich es sagen soll. "Vorbild" ist oft der aktivere Elternteil, und beim Thema Überbehüten ist eben der Behütende der Aktive?

Ich hab hier das Glück in einer Gegend zu wohnen in der 50% der Häuser inzwischen von den "Kindern" von damals übernommen wurden ... und was soll ich sagen ... wir halten unsere Werte gegenseitig noch hoch, die Kinder von damals sind die Elterngesellschaft von heute, unterstützt von den Grosseltern die ja die Eltern von damals sind ... hier ist noch vieles einigermaßen so wie es war. Vermutlich weil wir "die Mehrheit" sind und immer einer sagt "denk doch mal dran, wir damals ..." wenn einer schwache Nerven kriegt.

Hallo

meine ist gerade 6 Monate und das erste Mal krank. Die Nacht war für mich der Horror, weil sie niesen musste, schlecht schlief und natürlich gnatschig ist.
Aber beim nächsten Schnupfen bin ich schon etwas entspannter, ich weiß was kommen wird, dass es gut ausgeht und es noch zahlreiche schlimmere Krankheiten kommen werden.

Nicht nur die Kinder lernen das Leben, aondern auch wir Eltern. Und es ist ja Gott sei Dank nicht so, dass sie mit 3 plötzlich am Fahrrad ins nächste Dorf zum Eis essen radeln. Sie machen ja auch kleine Schritte in die große Welt. Da gehts mal um alleine rutschen und nicht mit dem Mofa irgendwo rumheizen. Man wird sich daran gewöhnen und die eigene wiedergewonnene Freiheit vielleicht sogar genießen?

Jetzt geben wir ihnen mal die Wurzeln damit sie nacher ihre Flügel ausbreiten können.

lg lene

Hallo, ich glaube der Unterschied liegt darin, dass sich unsere Mütter nicht so sehr über ihre Kinder definiert haben. Sie konnten einen Teil der Erziehung auch an andere abgeben, z. B. Schule, Nachbarn etc. Heutzutage wollen die Eltern alle perfekte Kinder, die sie erzogen haben. Und wenn etwas nicht klappt, dann werden Fehler gesucht, meist bei anderen. Erhält das Kind wegen einem fehlenden I-Punkt eine Note schlechter, sind die Eltern sofort in der Schule. Unsere Eltern haben uns mehr Verantwortung gegeben, ich kannte z. B. viele Kinder, die in der Schule einmal sitzen geblieben sind oder vom Gymnasium runter auf die Realschule sind. Da haben die Eltern sich nicht so einen Kopf gemacht, da mussten die Kinder halt das nächste Jahr mehr lernen. Jetzt wird ein Drama veranstaltet. Die Zukunft des Kindes wird in Frage gestellt etc.
Ich bin auch in einem Dorf aufgewachsen und wir wurden nicht nur von unseren Eltern erzogen, eben auch von Nachbarn und älteren Kindern. Die älteren Kinder haben immer gut auf uns aufgepasst, aber wenn wir nicht folgten, haben wir schon mal eine Ohrfeige bekommen. Dann klappte es wieder. Die Kinder schauten aufeinander, übernahmen Verantwortung füreinander. Wenn heutzutage ein Kind von einem anderem Kind eine Ohrfeige erhalten würde, wäre der Teufel los. Ich will jetzt hier kein Plädoyer für Schläge halten, aber wir haben als Kinder gewusst wie wir uns in einer Gruppe zu verhalten haben, die Großen waren verantwortlich und wir Kleinen mussten halt auf sie hören.
LG Leah

Hallo
Ich bin derzeit mit dem 6. Kind schwanger , mein ältester ist mittlerweile 21 gefolgt von einer knapp 18jährigen. Zwischen dem ältesten und der derzeit jüngsten (2,5j) gibt es schon himmelweite Unterschiede! Früher lebten wir auf einem kleinen Dorf wo ich auch geboren bin und jeder jeden kannte ! Da wurden die Kinder auch von anderen „ miterzogen „! Einer hat sie immer irgendwo gesehen und man musste sich nicht so große Sorgen machen ! Für die Kinder bedeutete das auch ein großes Stück Freiheit! Da gab es noch kein Handy für Kids und „Helikoptermamas“ kannte ich auch keine! Heute ist das anders , wir wohnen in einem Kaff wo ich mich schwer mit anfreunden kann und wenn die mittleren (10+12j) nicht pünktlich zuhause sind , fängt das Herz schonmal schneller an zu schlagen! Einfach weil ich mich selber nicht hier wohlfühle! Das beeinträchtigt die Kinder natürlich auch in ihrer Selbstständigkeit, obwohl ich es eigentlich nicht will! Ich lasse sie trotzdem sofern möglich an der langen Leine , weil sie wissen das sie sich wenn’s brennt auf mich verlassen können! Meine Nichte hat trisomie 21und ihre Mutter lässt sie überhaupt nichts machen ! Das Kind will alleine die Rutsche rauf ? No Chance...
da zieht es mir innerlich die Fußnägel hoch weil das Kind es sich ja zutraut aber ihr die Möglichkeit genommen wird !
Ich könnte noch ewig weiterschreiben ... 🙈😂
Lg und alles gute 🍀

Obwohl meine Tochter selber ein baumkletternder Rabauke war, der ständig wo runterfiel und die eine Zeitlang ein Abo hatte aufs Schädelröntgen, war sie bei ihrer Tochter furchtbar ängstlich. Vielleicht waren auch die Frühchen- und schweren Hüftprobleme über 2 Jahre mit schuld. Dann habe ich ihr allerdings peu a peu klargemacht, dass sie ihr Kind nicht unter der Käseglocke aufwachsen lassen kann. Als Leonie dann in die Kita kam, besserte sich das sehr - und irgendwann bekam sie auch auf dem Spielplatz keinen Herzinfarkt mehr, wenn Leonie auf dem Klettergerüst ganz oben hing.... allerdings erinnerte ich sie schon sehr oft daran, dass Leonie nichts anderes macht wie damals ihre Mama ;-)
Heute ist Leonie 12 Jahre alt und sagt schon selber "Mamaaaa, ich bin kein kleines Kind mehr":-D
LG Moni

Sehr schöner Text. Ich wurde in den 70er Jahren groß. Da gab es einen ähnlichen Text:

https://www.luziapimpinella.com/du-weisst-dass-du-in-den-70er-jahren-aufgewachsen-bist-wenn-du/
"Du weißt, dass du in den 70er Jahren aufgewachsen bist, wenn du…
• Wenn du sofort an eine Pocket-Kamera mit rotem Knopf denkst, wenn ich „ritsch-ratsch“ sage.
• Wenn du zwar jede Woche Lieutenant Ohura in Raumschiff Enterprise im Fernsehen gesehen hast, aber keine Ahnung hattest, wie sie mit Vornamen heißt. (Weil du nämlich erst seit 2009 weißt, dass sie Nyota heißt.)
• Wenn du gritzegrüne Gummibärchen mit ganz vielen künstlichen Farbstoffen essen durftest und trotzdem nicht daran gestorben bist.
• Wenn du dich früher immer gefragt hast, wer wohl die Wäsche auf der Kilometer langen Wäscheleine des Weißen Riesen wieder abnehmen soll.
• Wenn du den Bach neben dem Haus noch mit Stöcken und Steinen umgeleitet und gestaut hast und kein Erwachsener hat es dir verboten.
• Wenn eines deiner Fernseh-Highlights einmal im Monat „disco“ mit Ilja Richter war – nicht nur wegen der Musik, sondern weil dann auch immer am Wohnzimmertisch zu Abend gegessen werden durfte.
• Wenn du als Kind Fahrrad ohne Helm fahren durftest und deine Eltern hatten trotzdem keine Angst.
• Wenn beim Pommes-Essen am Kiosk ganz selbstverständlich eine Zigaretten-Reklame vor deiner Nase stand
Wenn du mit deinem Papa am am Ostseestrand gigantische Sandburgen bauen durftest, ohne dass irgend eine doofe, deutsche Spielverderber-Behörde dies verboten hätte.
• Wenn du mexikanische Springbohnen und Urzeitkrebse aus dem YPS-Heft als Haustiere hattest… und einen Wellensittich.
• Und wenn du auf längeren Autofahrten auf der Rückbank des Wagens schlafen durftest… liegend, in eine Decke gekuschelt und ohne Sicherheitsgurt.
• Wenn du noch regelmäßig in einem winzigen VW Käfer mitgefahren bist oder in einem gigantischen Opel Commodore.
• Wenn du noch weißt, was eine Revolver Schaltung beim Auto ist.
• Wenn deine Mama ab und zu mit Perücke herum gelaufen ist und eine andere Haarfarbe oder plötzlich Locken hatte und keiner fand das irgendwie seltsam.
und und..." (wird sonst zu lang hier)

Manche Mütter von heute würden Schreikrämpfe kriegen, wenn ihre Kinder so etwas machen würden.

Meinen Großen erzog ich auch zur Selbständigkeit. Dazu gehörte es nach ein paar Tagen den Schulweg ab der ersten Klasse allein zu bewältigen. Wurde von einigen Müttern für verrückt erklärt. Das war mir aber piep egal.

70er Jahre waren eine schöne Zeit.

LG Hinzwife

Ohne Führerschein Auto und Mofa fahren war auch in unserer Kindheit schon ein Straftatbestand... das halte ich nicht für erstrebenswert ! Und unangeschnallt Auto fahren hat nichts mit gelungener Kindheit zu tun- auch wenn ihr Glück hattet und nichts passiert ist, damals gab es viel mehr Verkehrstote!
Das hat auch eine andere Qualität als „Buden bauen im Wald“...

Man muss ja nun nicht gleich mit dem erhobenen Zeigefinger kommen.

Ein paar gesunde Relationen sind oft hilfreich... dass eben nicht gleich die Welt untergeht, weil Schwiegermama das Kind nicht/falsch angegurtet hat (vor kurzem hat sich eine Mutter beschwert, dass SM dem Kind nicht die Jacke ausgezogen hat und das Kind deswegen nicht optimal gesichert war...) oder der Kindersitz um 2kg die falsche Gewichtskategorie hat.

Sicherheit ist wichtig, keine Frage. Aber von Angst gestorben bringt doch nun auch keine Unbeschwertheit ins Leben...

Wir sind in meiner Kindheit auch oft gegen alle Verkehrsregeln unterwegs gewesen. 10 Kinder, 1 Mama mit 1 Auto, die freundlicherweise die umliegenden Nachbarskinder die 10 Minuten mitnimmt zum Badesee... tja, da muss man halt zusammenrücken. ;-)

Wenn die schwiegermama dann aber mit dem nicht oder falsch angeschnallten kind einen unfall baut, geht die welt schon unter! Zumindest für die mama, deren kind dann schwer verletzt oder tot ist!
Und wenn das kind wegen 2kg in der falschen sitzkategorie sitzt, dann bezahlt die Unfallversicherung nicht mal die Behandlung!

Also sorry, ich gehöre auch zu den müttern die sagen früher war vieles besser, aber DAS gehört nicht dazu! Im Bereich Sicherheit im Straßenverkehr hat sich viel getan und das ist auch verdammt richtig so! Damals sind viel mehr kinder im Straßenverkehr gestorben als heute und ich bin dankbar, dass wir im hier und jetzt leben und eltern ihre kinder vernünftig sichern können, sofern sie wollen. Das sagt dir eine mama, die mit ihrem kind einen unverschuldeten unfall hatte, den der kleine in den 70er Jahren wohl nicht so gut weggesteckt hätte...

Man sagt zwar immer, dass früher alles lockerer und unänglichster war, aber man war gerade diese Kinder-Genaration , die jetzt als Eltern so überängstlich mit den eigenen Kindern sind...dazu, wer sagt, dass die Eltern früher nicht auch besorgt waren.
Unsere Kinder selbst wären genauso, wenn die Eltern nicht soviel ausbremsen würden und mit Multimedia den Drang nicht spüren. Früher ist man bei Langeweile raus, heutztage wird es durch Multimedia gestillt. Andere Zeiten und dazu andere Erziehungssichten.

Hi,

mach dir nicht so viele Gedanken und genieße die Babyzeit ;-)
Lass dein Kind mal machen.
Meine Jungs sind 9, 13 und 16 und grad der Kleine wächst so auf wie ich früher--frei und unbeschwert.

Hallo,

bei mir ist es ein tägliches Arbeiten an mir selbst ;-)

Ich denke wir sind ZU informiert. Wir kennen für jede Eventualität und wenns der Blutegel im Nasenloch ist der Hep C übertragen hat beim Baden im Bach eine Quelle. Den Fall gabs vor 50 Jahren bestimmt auch schonmal, aber unsere Eltern wussten nix davon. Sie hatten 4 Minuten Radionachrichten, 1 davon war Wetter, 15 Minuten Tageschau oder 20 Minuten Heute und 20 Seiten Tageszeitung.

Was hilft? Ich frag mich immer wie wahrscheinlich was ist und ob das was mich umtreibt nur wieder so aufgebauscht wurde weil das Onlinemagazin nur viele Klicks für ihre Adds wollten.

LG
WuschElke

Hi,

ich bin fast 47 Jahre alt und genau so aufgewachsen, wie du geschrieben hast (Dorfkind). War weder ein typisches Mädchen (klettern, Fußball spielen, mit Autos spielen, etc. war eher meins als Puppen) noch besonders ängstlich. Auch ich hatte viele Jungs als Freunde, aber auch viele Mädchen.

Wir waren eigentlich immer draußen unterwegs. Der Radius vergrößerte sich mit zunehmendem Alter automatisch. Die Ausgehzeiten "wenn es dunkel wird kommst du nach Hause" waren klar geregelt und man hielt sich dran - falls nicht, gabs ein Donnerwetter. Deshalb konnten unsere Eltern wohl auch entspannt sein - sie wußten, mit wem wir unterwegs sind, die grobe Richtung war auch bekannt und wann wir heimkommen (Hunger, Durst, Pflaster, Dunkel). Blödsinn haben wir auch gemacht - das gab beim Erwischt werden ein Donnerwetter (auch von anderen Erwachsenen), aber mehr auch nicht. Naja, manchmal mussten wir auch "Schadenersatz" im Sinne von "beim reparieren helfen" oder so leisten. Mit dem Rad zum See zum Schwimmen - waren ja nur 8km über die Felder.

Ich denke, bei unserem Sohn (16) war es nicht soooo viel anders. Er ist ebenfalls ein Dorfkind, sehr viel draußenn, hat mit Kumepls "Baumhäuser" gebaut, Fußball gespielt, Radtouren gemacht etc. ABER: je älter er wurde - so ab 11 etwa - umso häufiger saßen seine Kumpels vor der Konsole. Und er war nicht so frei wie ich. Er darf bis heute nicht alleine durch unsere Felder zum Nachbarort fahren - nicht, weil er es nicht könnte, sondern weil selbst dort gerast wird (je nach Weg). Von unseren Straßen (gerade im Sommer - mittelbare Umgebung des Nürburgrings) ist es nicht ungefährlich.

Allerdings... er lernt gerade Auto fahren :-) auf unseren Feldwegen mit meinem Auto ;-). Das durfte ich damals nicht...

Ich war ansonsten auch immer sehr entspannt. Ich wusste, mit wem er unterwegs ist, wo sie hin wollen, dass er nicht alleine stehen gelassen wird (je nach Begleitung gab es Einschränkungen). Klettergerüst ganz nach oben mit 3 Jahren, alleine? Klar - gerne. Nur nicht, wenn Papa dabei war #rofl

Ich denke, seine Kindheit und Jugend ist genauso schön wie meine - nur eben "elektronischer". Vielleicht habe ich aber auch das Glück, dass meinem Sohn Handy & Co nicht so wichtig sind wie Sport, frische Luft und unsere Hunde.

VG
Kim

Ich bin auch mit so ziemlich allen Freiheiten aufgewachsen, wie du. Als der Sohn dann größer wurde und ebenfalls seine Erfahrungen machen wollte, hatte ich tagtäglich Schweißausbrüche... Inzwischen ist er 9 und ich kann ihm durchaus vertrauen, wenn er alleine zur Schule, zum Einkaufen und zum Eisessen/Fußball/Fahrradfahren mit Freunden geht oder wandern im Wald oder Angeln und anschließendem Lagerfeuer mit den größeren Cousins geht. Natürlich kommt er mit blauen Flecken und mehr oder weniger größeren Blessuren Heim, aber braungebrannt, stolz, glücklich :) in den Ferien sehe ich ihn nur zum Essen und schlafen, aber bin froh, dass er eine schöne und aktive Kindheit hat und nicht täglich an der Konsole hängt.
Loslassen ist schwer, aber nun mal nicht vermeidbar.

So eine ähnliche Kindheit hatte ich auch und das möchte ich meinen Kindern auch ermöglichen.
Sie sind erst 6, aber so langsam bekommen sie auch ihre Freiheiten und dürfen auch mal außer Sichtweite zum Spielen gehen. Und allein in den Kindergarten natürlich auch und ab Sommer zur Schule werden sie nicht gefahren, sie dürfen allein laufen.

Außerdem dürfen sie unangeschnallt im Hänger vom Traktor sitzen und mit dem Opa Runden drehen.

Klar bekomm ich auch Herzklopfen,wenn sie mal etwas später vom Kindergarten heim kommen, aber wir besprechen regelmässig die Gefahren und ich vertraue einfach, daß sie dann wissen , was zu tun ist..

Ich befürchte aber, daß ich später, wenn sie teenager sind und in die Stadt zum Feiern wollen, nicht mehr so entspannt sein#zitter

Ich bin alles andere als behütet aufgewachsen, hatte aufgrund dessen enorm viele Freiheiten - meiner Mutter war es ja egal. Aber ich habe die Zeit, die ich draußen sein konnte, sehr genossen! Ich erinnere mich daran, wie ich eine hohe pappel immer wieder raufgeklettert bin, dieser Baum war echt verdammt hoch, aber ich habe es so sehr genossen, von dort oben aus über die Dächer des Viertels zu schauen! Ich hab so einiges in dem Stil gemacht. Aber ich hab mich immer umsichtig heran getastet. Die pappel habe ich nicht an einem Tag bis nach ganz oben bestiegen, es war jedes mal ein bisschen weiter. Und das möchte ich meinen Kindern beibringen: sich selbst gut einschätzen und zu wissen, wie viel man wagen kann, ohne dass man eine Gefahr eingeht.

Ich denke, heute greifen viele viel zu schnell ein. Wenn mein großer Sohn (20 monate) fällt, dann springe ich nicht auf. Ich warte, schaue, wie er reagiert und wenn er nicht weint und weiterspielt, ist auch für mich alles okay. Wenn er weint, dann biete ich ihm Trost an, aber ich dramatisiere nichts.

Mein Mann sieht es ebenso. Unsere Krümel dürfen vieles ausprobieren, sie sollen von Anfang an die Möglichkeit haben, sich selbst zu erproben und so die Welt zu erkunden.

Ich möchte meinen Kindern die gleichen Freiheiten geben, sie ich sie hatte. Aber mit einer anderen Basis. Sie sollen wissen, dass wir Ihnen vertrauen und das es okay ist, Dinge zu probieren und zu machen, auch wenn andere dabei evtl die Hände über den Kopf zusammen schlagen.

Hallo,

unsere Eltern konnten uns laufen lassen, weil wir als Kinder selbstverständlicher Bestandteil der Familie waren. Wir waren keine Prinzen und Prinzessinnen und keine "Wunder". Unsere Eltern sahen nicht in jedem von uns einen Einstein, eine Marie Curie oder einen Mozart. Sie gingen nicht mit uns zum Arzt wenn wir uns die Knie aufgeschlagen hatten. Arzt war nach einem Sturz angesagt, wenn a) Verdacht auf einen Knochenbruch bestand oder b) das Loch um Kopf tief genug war, um genäht werden zu müssen.

Wir waren Kinder und durften wie Kinder leben. Prinzen, Prinzessinnen und Wunder leben standesgemäß.

LG, andiamo
die ihren Eltern einen Sturz vom Heubalken mit anschl. Bewusstlosigkeit verheimlicht hat. Eine Röntgenaufnahme vor wenigen Jahren zeigt zwei alte Wirbelbrüche, die damals passiert sein müssen.