Kindheit heute vs. früher Seite: 2

      • Obwohl meine Tochter selber ein baumkletternder Rabauke war, der ständig wo runterfiel und die eine Zeitlang ein Abo hatte aufs Schädelröntgen, war sie bei ihrer Tochter furchtbar ängstlich. Vielleicht waren auch die Frühchen- und schweren Hüftprobleme über 2 Jahre mit schuld. Dann habe ich ihr allerdings peu a peu klargemacht, dass sie ihr Kind nicht unter der Käseglocke aufwachsen lassen kann. Als Leonie dann in die Kita kam, besserte sich das sehr - und irgendwann bekam sie auch auf dem Spielplatz keinen Herzinfarkt mehr, wenn Leonie auf dem Klettergerüst ganz oben hing.... allerdings erinnerte ich sie schon sehr oft daran, dass Leonie nichts anderes macht wie damals ihre Mama ;-)
        Heute ist Leonie 12 Jahre alt und sagt schon selber "Mamaaaa, ich bin kein kleines Kind mehr":-D
        LG Moni

        (27) 16.04.19 - 10:20

        Sehr schöner Text. Ich wurde in den 70er Jahren groß. Da gab es einen ähnlichen Text:

        https://www.luziapimpinella.com/du-weisst-dass-du-in-den-70er-jahren-aufgewachsen-bist-wenn-du/
        "Du weißt, dass du in den 70er Jahren aufgewachsen bist, wenn du…
        • Wenn du sofort an eine Pocket-Kamera mit rotem Knopf denkst, wenn ich „ritsch-ratsch“ sage.
        • Wenn du zwar jede Woche Lieutenant Ohura in Raumschiff Enterprise im Fernsehen gesehen hast, aber keine Ahnung hattest, wie sie mit Vornamen heißt. (Weil du nämlich erst seit 2009 weißt, dass sie Nyota heißt.)
        • Wenn du gritzegrüne Gummibärchen mit ganz vielen künstlichen Farbstoffen essen durftest und trotzdem nicht daran gestorben bist.
        • Wenn du dich früher immer gefragt hast, wer wohl die Wäsche auf der Kilometer langen Wäscheleine des Weißen Riesen wieder abnehmen soll.
        • Wenn du den Bach neben dem Haus noch mit Stöcken und Steinen umgeleitet und gestaut hast und kein Erwachsener hat es dir verboten.
        • Wenn eines deiner Fernseh-Highlights einmal im Monat „disco“ mit Ilja Richter war – nicht nur wegen der Musik, sondern weil dann auch immer am Wohnzimmertisch zu Abend gegessen werden durfte.
        • Wenn du als Kind Fahrrad ohne Helm fahren durftest und deine Eltern hatten trotzdem keine Angst.
        • Wenn beim Pommes-Essen am Kiosk ganz selbstverständlich eine Zigaretten-Reklame vor deiner Nase stand
        Wenn du mit deinem Papa am am Ostseestrand gigantische Sandburgen bauen durftest, ohne dass irgend eine doofe, deutsche Spielverderber-Behörde dies verboten hätte.
        • Wenn du mexikanische Springbohnen und Urzeitkrebse aus dem YPS-Heft als Haustiere hattest… und einen Wellensittich.
        • Und wenn du auf längeren Autofahrten auf der Rückbank des Wagens schlafen durftest… liegend, in eine Decke gekuschelt und ohne Sicherheitsgurt.
        • Wenn du noch regelmäßig in einem winzigen VW Käfer mitgefahren bist oder in einem gigantischen Opel Commodore.
        • Wenn du noch weißt, was eine Revolver Schaltung beim Auto ist.
        • Wenn deine Mama ab und zu mit Perücke herum gelaufen ist und eine andere Haarfarbe oder plötzlich Locken hatte und keiner fand das irgendwie seltsam.
        und und..." (wird sonst zu lang hier)

        Manche Mütter von heute würden Schreikrämpfe kriegen, wenn ihre Kinder so etwas machen würden.

        Meinen Großen erzog ich auch zur Selbständigkeit. Dazu gehörte es nach ein paar Tagen den Schulweg ab der ersten Klasse allein zu bewältigen. Wurde von einigen Müttern für verrückt erklärt. Das war mir aber piep egal.

        70er Jahre waren eine schöne Zeit.

        LG Hinzwife

        (28) 16.04.19 - 10:47

        Ohne Führerschein Auto und Mofa fahren war auch in unserer Kindheit schon ein Straftatbestand... das halte ich nicht für erstrebenswert ! Und unangeschnallt Auto fahren hat nichts mit gelungener Kindheit zu tun- auch wenn ihr Glück hattet und nichts passiert ist, damals gab es viel mehr Verkehrstote!
        Das hat auch eine andere Qualität als „Buden bauen im Wald“...

        • Man muss ja nun nicht gleich mit dem erhobenen Zeigefinger kommen.

          Ein paar gesunde Relationen sind oft hilfreich... dass eben nicht gleich die Welt untergeht, weil Schwiegermama das Kind nicht/falsch angegurtet hat (vor kurzem hat sich eine Mutter beschwert, dass SM dem Kind nicht die Jacke ausgezogen hat und das Kind deswegen nicht optimal gesichert war...) oder der Kindersitz um 2kg die falsche Gewichtskategorie hat.

          Sicherheit ist wichtig, keine Frage. Aber von Angst gestorben bringt doch nun auch keine Unbeschwertheit ins Leben...

          Wir sind in meiner Kindheit auch oft gegen alle Verkehrsregeln unterwegs gewesen. 10 Kinder, 1 Mama mit 1 Auto, die freundlicherweise die umliegenden Nachbarskinder die 10 Minuten mitnimmt zum Badesee... tja, da muss man halt zusammenrücken. ;-)

          • Wenn die schwiegermama dann aber mit dem nicht oder falsch angeschnallten kind einen unfall baut, geht die welt schon unter! Zumindest für die mama, deren kind dann schwer verletzt oder tot ist!
            Und wenn das kind wegen 2kg in der falschen sitzkategorie sitzt, dann bezahlt die Unfallversicherung nicht mal die Behandlung!

            Also sorry, ich gehöre auch zu den müttern die sagen früher war vieles besser, aber DAS gehört nicht dazu! Im Bereich Sicherheit im Straßenverkehr hat sich viel getan und das ist auch verdammt richtig so! Damals sind viel mehr kinder im Straßenverkehr gestorben als heute und ich bin dankbar, dass wir im hier und jetzt leben und eltern ihre kinder vernünftig sichern können, sofern sie wollen. Das sagt dir eine mama, die mit ihrem kind einen unverschuldeten unfall hatte, den der kleine in den 70er Jahren wohl nicht so gut weggesteckt hätte...

      Man sagt zwar immer, dass früher alles lockerer und unänglichster war, aber man war gerade diese Kinder-Genaration , die jetzt als Eltern so überängstlich mit den eigenen Kindern sind...dazu, wer sagt, dass die Eltern früher nicht auch besorgt waren.
      Unsere Kinder selbst wären genauso, wenn die Eltern nicht soviel ausbremsen würden und mit Multimedia den Drang nicht spüren. Früher ist man bei Langeweile raus, heutztage wird es durch Multimedia gestillt. Andere Zeiten und dazu andere Erziehungssichten.

    • Hi,

      mach dir nicht so viele Gedanken und genieße die Babyzeit ;-)
      Lass dein Kind mal machen.
      Meine Jungs sind 9, 13 und 16 und grad der Kleine wächst so auf wie ich früher--frei und unbeschwert.

      (33) 16.04.19 - 14:47

      Hallo,

      bei mir ist es ein tägliches Arbeiten an mir selbst ;-)

      Ich denke wir sind ZU informiert. Wir kennen für jede Eventualität und wenns der Blutegel im Nasenloch ist der Hep C übertragen hat beim Baden im Bach eine Quelle. Den Fall gabs vor 50 Jahren bestimmt auch schonmal, aber unsere Eltern wussten nix davon. Sie hatten 4 Minuten Radionachrichten, 1 davon war Wetter, 15 Minuten Tageschau oder 20 Minuten Heute und 20 Seiten Tageszeitung.

      Was hilft? Ich frag mich immer wie wahrscheinlich was ist und ob das was mich umtreibt nur wieder so aufgebauscht wurde weil das Onlinemagazin nur viele Klicks für ihre Adds wollten.

      LG
      WuschElke

      (34) 16.04.19 - 16:14

      Hi,

      ich bin fast 47 Jahre alt und genau so aufgewachsen, wie du geschrieben hast (Dorfkind). War weder ein typisches Mädchen (klettern, Fußball spielen, mit Autos spielen, etc. war eher meins als Puppen) noch besonders ängstlich. Auch ich hatte viele Jungs als Freunde, aber auch viele Mädchen.

      Wir waren eigentlich immer draußen unterwegs. Der Radius vergrößerte sich mit zunehmendem Alter automatisch. Die Ausgehzeiten "wenn es dunkel wird kommst du nach Hause" waren klar geregelt und man hielt sich dran - falls nicht, gabs ein Donnerwetter. Deshalb konnten unsere Eltern wohl auch entspannt sein - sie wußten, mit wem wir unterwegs sind, die grobe Richtung war auch bekannt und wann wir heimkommen (Hunger, Durst, Pflaster, Dunkel). Blödsinn haben wir auch gemacht - das gab beim Erwischt werden ein Donnerwetter (auch von anderen Erwachsenen), aber mehr auch nicht. Naja, manchmal mussten wir auch "Schadenersatz" im Sinne von "beim reparieren helfen" oder so leisten. Mit dem Rad zum See zum Schwimmen - waren ja nur 8km über die Felder.

      Ich denke, bei unserem Sohn (16) war es nicht soooo viel anders. Er ist ebenfalls ein Dorfkind, sehr viel draußenn, hat mit Kumepls "Baumhäuser" gebaut, Fußball gespielt, Radtouren gemacht etc. ABER: je älter er wurde - so ab 11 etwa - umso häufiger saßen seine Kumpels vor der Konsole. Und er war nicht so frei wie ich. Er darf bis heute nicht alleine durch unsere Felder zum Nachbarort fahren - nicht, weil er es nicht könnte, sondern weil selbst dort gerast wird (je nach Weg). Von unseren Straßen (gerade im Sommer - mittelbare Umgebung des Nürburgrings) ist es nicht ungefährlich.

      Allerdings... er lernt gerade Auto fahren :-) auf unseren Feldwegen mit meinem Auto ;-). Das durfte ich damals nicht...

      Ich war ansonsten auch immer sehr entspannt. Ich wusste, mit wem er unterwegs ist, wo sie hin wollen, dass er nicht alleine stehen gelassen wird (je nach Begleitung gab es Einschränkungen). Klettergerüst ganz nach oben mit 3 Jahren, alleine? Klar - gerne. Nur nicht, wenn Papa dabei war #rofl

      Ich denke, seine Kindheit und Jugend ist genauso schön wie meine - nur eben "elektronischer". Vielleicht habe ich aber auch das Glück, dass meinem Sohn Handy & Co nicht so wichtig sind wie Sport, frische Luft und unsere Hunde.

      VG
      Kim

      (35) 16.04.19 - 16:49

      Ich bin auch mit so ziemlich allen Freiheiten aufgewachsen, wie du. Als der Sohn dann größer wurde und ebenfalls seine Erfahrungen machen wollte, hatte ich tagtäglich Schweißausbrüche... Inzwischen ist er 9 und ich kann ihm durchaus vertrauen, wenn er alleine zur Schule, zum Einkaufen und zum Eisessen/Fußball/Fahrradfahren mit Freunden geht oder wandern im Wald oder Angeln und anschließendem Lagerfeuer mit den größeren Cousins geht. Natürlich kommt er mit blauen Flecken und mehr oder weniger größeren Blessuren Heim, aber braungebrannt, stolz, glücklich :) in den Ferien sehe ich ihn nur zum Essen und schlafen, aber bin froh, dass er eine schöne und aktive Kindheit hat und nicht täglich an der Konsole hängt.
      Loslassen ist schwer, aber nun mal nicht vermeidbar.

      (36) 16.04.19 - 20:56

      So eine ähnliche Kindheit hatte ich auch und das möchte ich meinen Kindern auch ermöglichen.
      Sie sind erst 6, aber so langsam bekommen sie auch ihre Freiheiten und dürfen auch mal außer Sichtweite zum Spielen gehen. Und allein in den Kindergarten natürlich auch und ab Sommer zur Schule werden sie nicht gefahren, sie dürfen allein laufen.

      Außerdem dürfen sie unangeschnallt im Hänger vom Traktor sitzen und mit dem Opa Runden drehen.

      Klar bekomm ich auch Herzklopfen,wenn sie mal etwas später vom Kindergarten heim kommen, aber wir besprechen regelmässig die Gefahren und ich vertraue einfach, daß sie dann wissen , was zu tun ist..

      Ich befürchte aber, daß ich später, wenn sie teenager sind und in die Stadt zum Feiern wollen, nicht mehr so entspannt sein#zitter

      (37) 16.04.19 - 23:01

      Ich bin alles andere als behütet aufgewachsen, hatte aufgrund dessen enorm viele Freiheiten - meiner Mutter war es ja egal. Aber ich habe die Zeit, die ich draußen sein konnte, sehr genossen! Ich erinnere mich daran, wie ich eine hohe pappel immer wieder raufgeklettert bin, dieser Baum war echt verdammt hoch, aber ich habe es so sehr genossen, von dort oben aus über die Dächer des Viertels zu schauen! Ich hab so einiges in dem Stil gemacht. Aber ich hab mich immer umsichtig heran getastet. Die pappel habe ich nicht an einem Tag bis nach ganz oben bestiegen, es war jedes mal ein bisschen weiter. Und das möchte ich meinen Kindern beibringen: sich selbst gut einschätzen und zu wissen, wie viel man wagen kann, ohne dass man eine Gefahr eingeht.

      Ich denke, heute greifen viele viel zu schnell ein. Wenn mein großer Sohn (20 monate) fällt, dann springe ich nicht auf. Ich warte, schaue, wie er reagiert und wenn er nicht weint und weiterspielt, ist auch für mich alles okay. Wenn er weint, dann biete ich ihm Trost an, aber ich dramatisiere nichts.

      Mein Mann sieht es ebenso. Unsere Krümel dürfen vieles ausprobieren, sie sollen von Anfang an die Möglichkeit haben, sich selbst zu erproben und so die Welt zu erkunden.

      Ich möchte meinen Kindern die gleichen Freiheiten geben, sie ich sie hatte. Aber mit einer anderen Basis. Sie sollen wissen, dass wir Ihnen vertrauen und das es okay ist, Dinge zu probieren und zu machen, auch wenn andere dabei evtl die Hände über den Kopf zusammen schlagen.

      (38) 17.04.19 - 12:22

      Hallo,

      unsere Eltern konnten uns laufen lassen, weil wir als Kinder selbstverständlicher Bestandteil der Familie waren. Wir waren keine Prinzen und Prinzessinnen und keine "Wunder". Unsere Eltern sahen nicht in jedem von uns einen Einstein, eine Marie Curie oder einen Mozart. Sie gingen nicht mit uns zum Arzt wenn wir uns die Knie aufgeschlagen hatten. Arzt war nach einem Sturz angesagt, wenn a) Verdacht auf einen Knochenbruch bestand oder b) das Loch um Kopf tief genug war, um genäht werden zu müssen.

      Wir waren Kinder und durften wie Kinder leben. Prinzen, Prinzessinnen und Wunder leben standesgemäß.

      LG, andiamo
      die ihren Eltern einen Sturz vom Heubalken mit anschl. Bewusstlosigkeit verheimlicht hat. Eine Röntgenaufnahme vor wenigen Jahren zeigt zwei alte Wirbelbrüche, die damals passiert sein müssen.

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