Probleme mit dem Mann wg Erziehung

    • (1) 22.04.19 - 16:04
      Author

      Zwischen meinem Mann und mir eskaliert es bald und ich weiß nicht weiter. Wir sind seit 11 Jahren liiert, unser beider Wunschkind ist 9 Monate alt und nicht ganz pflegeleicht. Er war ein Schreikind und braucht auch jetzt noch viel Ruhe, Routine und Körperkontakt. Schlafen geht tagsüber nur auf mir, Auto und Kinderwagen toleriert er nur wenn er nicht müde ist. Ich finde dass ich den Alltag gut im Griff habe, trotz Stillen alle 2 Stunden oder öfter, bin ich täglich mit dem Kleinen draußen und wenn mein Mann um 19 Uhr heim kommt, ist geputzt und meist auch gekocht. Er spielt dann 30 Minuten mit unserem Sohn, dann bringe ich ihn ins Bett. Am Wochenende übernimmt mein Mann die erste Stunde damit ich noch etwas schlafen kann- aber auch nur wenn er eh schon wach ist. Der kleine spielt dann und er hängt am PC.
      Am Wochenende ist mein Mann regelmäßig mindestens ein mal abends weg, außer dieser einen Std morgens bin ich ansonsten 24/7 für unser Kind da. stört mich auch nicht, ich liebe es Mama zu sein und komme gut klar.
      Vor ein paar Wochen war mein Mann nun übers Wochenende bei seinem Bruder und seither knallt es nur noch zwischen uns. Ich gehe davon aus dass der Bruder einen Spruch gemacht hat, denn mein Mann meint nun ich mache ein weichei aus unserem Kind. Ein Beispiel: heute waren wir zum essen eingeladen, es wurde alles sehr spät und der kleine war hundemüde und knatschig. Ich lief also mit weinendem Kind auf und ab während mein Mann genüsslich aß. (Wie an bisher allen Essenseinladungen um die Mittagszeit) obwohl vorher abgesprochen war dass er mal übernimmt und ich ausnahmsweise mal warm essen darf. Ich wollte dann vor den Anderen keine Szene machen also kümmerte ich mich. Als er fertig mit essen war wollte ich ihm den kleinen geben und er sagte nur "setz ihn doch ab!" wollte unser Sohn nicht weil er übermüdet war und kuscheln wollte. Mein Mann hat das weinen und klatschen so lange ignoriert bis ich dann mit Baby auf dem Arm gegessen habe. Dafür bekam ich einen dummen Spruch in Richtung Helikopter.
      Auf der heimfahrt weinte der kleine dann im Auto ganz bitterlich und war schon ganz rot vor schreien. Ich sagte meinem Mann er soll anhalten damit ich mich nach hinten setzen kann. Da zickte er erst rum, ich verhätschele wieder usw. Zuhause brauchte ich eine Stunde bis das übermüdete baby einschlief und er saß wieder schön am PC. Ich könnte platzen vor Wut und weiß nicht was ich noch tun soll. Ich sehe unsere ehe kaputt gehen, denn ich werde definitiv das wohl meines Kindes vor seinen Egoismus setzen.

      übertreibe ich? Oder findet ihr das auch völlig daneben, nur weil jemand einen dummen Spruch machte? Er ist erwachsen, das ist sein Sohn!!! Wie kann er so sehr seinen Charakter ändern wollen?

      • (2) 22.04.19 - 16:53

        hm..schwierig.

        ich würde wohl auch dazu tendieren ab und zu einfach mal das Kind nicht zu betteln...aber da ich die Situationen nicht persönlich kenne, finde ich dass aus der ferne schwer zu beurteilen.Generell formt ihr zu dieser Zeit den Charakter, der ist nicht per se so oder so und so wie es erzählst scheint euer Sohn dich ziemlich im griff zu haben...auch hier wieder: kann ich natürlich nicht aus der Ferne beurteilen

        Was für mich wiederum gar nicht geht, ist die Attitude deines Mannes bezogen aufs Vater sein. Ich krieg das kotzen wenn ich von solchen Vätern lese, die eigentlich nur die Frau machen lassen und sich selbst rausnehmen. Hast du ihm anfangs vieles nicht zugetraut oder war es von vornherein so?

        Ich würde das Gespräch suchen und wenn es dann kracht vielleicht einfach mal gemeinsam zur Familien und Paarberatung???

        • Betteln= betüteln

          (4) 22.04.19 - 19:54

          Wir haben eine sehr klassische Rollenverteilung und das ist für mich auch okay. Ich finde es nur nicht okay wenn er unsere Erziehungsideale über den Haufen wirft weil jemand was zu ihm gesagt hat. Als würde er sich für seinen Sohn schämen und nun müsse auf einmal knallhart reagiert werden. Bis vor kurzem waren wir uns noch einig was den Umgang mit unserem Sohn angeht
          klar hat er mich gut im Griff. Aber das finde ich ehrlich gesagt nicht schlimm. Er ist ein Baby, er muss seine Bedürfnisse nicht zurück stecken

      (5) 22.04.19 - 16:57

      Dein Sohn ist noch ein Baby, 9Monate , er kann noch nichts alleine , wie sollst du ihn da verweichlichten.....

      (6) 22.04.19 - 17:10

      Ich sehe keine relevante Beteiligung deines Partners als Vater.

      Habt ihr darüber geredet?

      • (7) 22.04.19 - 19:56

        Ja das ist das andere Thema... Wie oben geschrieben ist es für mich okay. Ich finde es schade weil er sehr viel verpasst, auch was die Bindung angeht. Aber das muss mein Mann selber entscheiden. Ich kam immer sehr gut zurecht bis er auf einmal meint, alles besser zu können ohne einen Plan von unserem Alltag zu haben

    Verwöhnen oder verweichlichen kann man ein Baby nicht. Es fordert halt was es braucht. Wir kuscheln doch auch, wenn wir es möchten. Klar können wir uns gedulden und es nicht sofort fordern, aber das versteht nun mal ein Baby nicht.
    Und wenn dein Mann meint, dass man ein weinendes und müdes Baby auf den Boden setzen kann, dann wäre ich an deiner Stelle auch ziemlich sauer. Und vor allem hätte ich vor den anderen was dazu gesagt und deutlich gemacht, dass das mit Helikopter überhaupt nichts zu tun hat.
    Beim Essen wechseln wir uns ab, wenn sowas ist. Damit jeder in Ruhe und warm essen kann. Finde das Verhalten deines Mannes ziemlich daneben und egoistisch. Ihr solltet definitiv nochmal darüber reden und leg ihm mal nahe, dass er sich über bedürfnisorientierte Elternschaft informieren soll und nicht auf antiquierte Bemerkungen von Verwandten oder Freunden hören soll.
    Alles Gute

    (10) 22.04.19 - 17:29

    Du übertreibst nicht. Ein Baby hat Bedürfnisse und die stehen über deinem Mann. Dein Mann kann sich selbst helfen. Dein Baby nicht.
    Du machst das schon richtig. Ein Baby kann man nicht verwöhnen.

    Hallo,

    sag deinem Mann, er kann in der Kindererziehung mitreden, wenn er sich daran beteiligt...!

    Zu der Szene im Restaurant: da hätte ich tatsächlich in Ruhe gegessen. Wenn das Kind klatscht und weint kriegt es nicht gleich einen Schaden, wenn Papa es nicht gleich hoch nimmt. Aber alle anderen sind irgendwann genervt. Da du das Kind gerade lange getragen und dann vor aller Augen an den Papa übergeben hättest sollte das mal eine Mahlzeit lang nicht dein Problem sein.

    Bei uns gab es, als die Kinder schon etwas älter waren, klare "Absprachen" bzw Ansagen von mir: wer den Fernseher anmacht, bringt die Kinder ins Bett. Mein Mann hatte nämlich auch früh die Idee, dass man sich die Betreuung ja leicht machen kann... Bis er gemerkt hat, dass zwei Kleinkinder nach nur einer halben Stunde fernsehen tatsächlich schlechter einschlafen. Und natürlich, da er wusste, dass er in jedem Fall"dran" ist, wenn er sie vor den Fernseher setzt.

    Also: blöde Bemerkungen über Erziehung kann sich nur der erlauben, der selbst ein Kind erzieht. Soll er dir doch vormachen, wie es besser klappt. Natürlich nur, wenn er das Kind nicht ewig schreien lässt oder sonst wie vernachlässigt. Aber danach sieht ja ja nicht aus,oder?

    Viel Erfolg...

    • (12) 22.04.19 - 20:05

      klatscht sollte übrigens knatscht heißen. autokorrektur
      die Situation war so: der kleine saß weinend auf dem Boden und streckte beide Ärmchen nach oben zu uns. Das ignoriere ich nicht und esse stoisch weiter.
      Dein Ansatz über das Mitspracherecht finde ich super. In der Theorie weiß mein Mann es besser aber praktisch zieht er sich dann raus. legt das Feuer und löschen darf ich. Das nervt mich.

      sag deinem Mann, er kann in der Kindererziehung mitreden, wenn er sich daran beteiligt...!

      Den Satz unterschreibe ich glatt. Genau das habe ich mir nämlich auch gedacht.

(14) 22.04.19 - 17:51

Ich erkläre meinen Mann jeden Schritt wenn nötig, da ich elementar Pädagogin bin und mittlerweile Leitu g eines 5 gruppigen Hauses, nimmt er mich sehr ernst was das angeht. Und mittlerweile sehe ich, dass er einiges selbst von sich aus umsetzt und auch gegen andere spricht, wenn die dumme Sprüche lassen.

Koopf hoch, es wird. Er hat nicht deinen Alltag und vielleicht ist in der Arbeit gerade sehr viel Stress

(18) 22.04.19 - 19:06

Meist reagieren Männer so ignorant , da sie es meist ihren Frauen eh nicht Recht machen können...wo die Frauen immer dazu sagen, nee er mag es so und du musst es so machen , nee, so nicht... etc. da vergeht manchen Papas schon die Lust, vorallem vor Gesellschaften, wenn sie stets vor allen , des besseren belehrt werden.
Knatschige Kinder haben meist die Mütter , zwecks nonstop alltäglichen Umgang und Erfahrung, besser im Griff, daher ziehen sich Männer gerne von diesem Situationen aus Machtlosigkeit oder Bequemlichkeit heraus und wenn sie stets belehrt werden, dann schon zweimal.

  • (19) 22.04.19 - 20:07

    Mein Mann darf liebend gerne Zeit mit dem Kleinen verbringen und ich finde es auch gut und wichtig dass er Dinge auch anders macht als ich. Aber ich finde es nicht richtig wenn er grundsätzliche Erziehungsentscheidungen wie ob wir unser Kind weinen lassen, über Bord wirft weil sein Bruder behauptet wir würden ein weichei erziehen. alleine so eine Aussage über ein Baby zu treffen...

    komisch, dies ist doch auch immer die Ausrede der Männer warum diese sich nicht an der Erziehung beteiligen.
    Nicht ehr hilfreich.

Dein Baby und du, ihr seid ein eingespieltes Team und die weißt genau, was es braucht, weil du die meiste Zeit mit dem Kind verbringst. Dein Mann hat diese enge Verbindung und das Gespür nicht. Lass ihn seine Erfahrungen sammeln.
Heißt: Setz dich im Restaurant hin und iss und wenn das Kind weint, lass auch mal deinen Mann ran. Er wird es wohl kaum ewig brüllen lassen. Spring aber nicht gleich auf, wenn dein Kind sich nicht so schnell beruhigt wie bei dir. Die beiden müssen sich auch erst einspielen und das Kind geht nicht kaputt, wenn es auf dem Arm von Papa weint.

Ich war früher selbst so als das Kind klein war; heute mit mehr Abstand denke ich, die Frauen sollten ihre Männer auch mal machen lassen und nicht ständig sich selbst aufopfernd springen, sobald etwas mit dem Kind ist. Wenn man ständig seine Bedürfnisse hinten anstellt, ist man natürlich irgendwann sauer auf den Partner, der das nicht tut und nicht tun muss, weil Frau das ja schon macht.
Wenn dein Kind morgens in der Stunde, wo dein Mann es hütet ruhig ist, während er PC spielt, ist das doch fein. Dann scheint es ja mit der Situation zufrieden zu sein und deinen Mann nicht mehr zu fordern.
Vielleicht solltest du auch mal wieder in Ruhe einen Kaffee trinken und Zeitung lesen und das Kind neben dir rumbrabbeln lassen. Aktiv werden musst du ja erst, wenn es Bedürfnisse anmeldet...

Ich verstehe, wie schwer es als Mutter auszuhalten ist, wenn man genau weiß, zu welchen Situationen das Unterlassen von XY später führt. Aber dein Mann MUSS die Chance haben, sich selbst im Umgang mit dem Kind zu üben, ein ähnliches Gespür zu entwickeln und dazu gehört, dass man verdammt noch mal hin und wieder innerlich bis 10 zählt und Mann machen lässt. Die sind ja in der Regel nicht doof.

  • (22) 22.04.19 - 20:12

    Grundsätzlich Stimme ich dir voll zu. Aber dazu muss auch die bereitschaft vom Vater da sein. Leider hat er von Anfang an viele Dinge nicht tun wollen (Kind ins Bett bringen, trösten wenn er weint), da hat er mir den kleinen immer direkt gebracht. Klar dass er jetzt bei vielem außen vor ist. Aber wenn ihn das nicht stört, stört es mich auch nicht. Mich stört es nur wenn wir uns absprechen (er übernimmt damit ich zuerst essen kann) und er dann einfach stur weiter isst während das Kind am Boden weint. Das finde ich auch dem Gastgeber gegenüber nicht sehr höflich weil kein Gespräch bei Tisch mehr möglich war vor lauter Brüllen...

    • (23) 24.04.19 - 12:58

      Gegenüber den Mitmenschen ist ein dauerhaft brüllendes Kleinkind beim Essen unzumutbar.

      (24) 25.04.19 - 09:21

      Weißt du ich war mit einem ähnlichen Exemplar verheiratet. Ehrlich gesagt wurde es erst besser als wir getrennt waren und er sich alleine kümmern musste. Manchmal hat er mich dann verzweifelt angerufen und ich hab ihm versucht Tipps zu geben, aber auch darauf bestanden, dass er da durch muss. Ergebnis: unsere beiden Kinder lieben es bei Papa zu sein und er meistert mittlerweile jede Aufgabe.
      Ihr müsst euch nicht trennen, aber du kannst ihm mehr Verantwortung geben. Unser jüngerer Sohn hat trotz stillen seit er vier Monate alt war dort übernachtet. Geh doch einfach mal abends weg und lass ihn das Kind ins Bett bringen. Nur so können die beiden eine Bindung aufbauen.
      LG

(25) 22.04.19 - 20:03
Ich finde nicht

Ich finde du übertreibst nicht.
Mich würde das auch wirklich stören.
Hat er denn mit dem Auto angehalten? Ich glaube, v ich hätte mir verkneifen müssen ins Lenkrad zu greifen. Und nicht nur, v weil das Kind schreit.

Und ich hätte das Kind auch nicht abgestellt, um Mal zu essen. Wie unentspannt, da kann man sich das Hinsetzen auch sparen. Da hätte ich auch ganz klar den Vater gesehen.

Top Diskussionen anzeigen