Wie mit Undankbarkeit umgehen?

Hallo zusammen,

ja, ich weiß, Dankbarkeit von seinen Kindern darf man nicht erwarten, aber meine 8jährige hat das Maß heute morgen echt voll gemacht und ich zittere immer noch vor Wut, weil ich so stinkig bin. Das Kind habe ich - Asche auf mein Haupt - gerade erst mal bei der Oma abgeliefert, weil ich sie nicht um mich haben mag und muss mir hier erst mal Luft machen.

Was ist passiert?

Zur Vorabinfo: Ich bin alleinerziehend und habe noch eine 5jährige Tochter, die gerade im Kindergarten ist. Ich bin Lehrerin und habe also derzeit gemeinsam mit der Großen Ferien.

Die liefen bislang so ab, dass ich vormittags, wenn die Kleine im Kiga war, meinen Haushalt erledigt habe und auch noch eine ordentliche to-do-Liste abgearbeitet habe, mit allem wozu ich normalen Alltagswahnsinn nicht so komme. Meine große Tochter hat sich in der Zeit immer entweder selbst beschäftigt, oder sie war halt anwesend und wir haben nebenbei geplaudert. Alles im grünen Bereich.


Die Wochenenden und Nachmittage ab 14 Uhr, wenn die Kleine vom Kiga kam, haben wir IMMER etwas unternommen: Kino, Eisessen und Bücherei, sie hat drei Nachmittage einen Theaterworkshop mitgemacht und wir waren in zwei verschiedenen Freizeitparks und gestern Nachmittag im Schwimmbad.

Nun darf ich mir von ihr heute morgen anhören, was sie für Scheiß-Ferien hat und ALLE anderen machen viel tollere Sachen oder verreisen, nur sie nicht. Da ist mir echt der Kragen geplatzt. Und nachdem ich ihr dann aufgelistet habe, dass wir wirklich jeden Nachmittag Programm hatten, meinte sie, das wäre ja auch ok, aber sie wollte, dass wir morgens auch was tolles machen und ich soll mit ihr spielen und nicht immer nur langweilige Sachen wir Kochen und Einkaufen und Putzen.
Dass diese Sachen nun mal aber auch erledigt werden müssen - null Einsicht. Stattdessen krieg ich zu hören, ich bin eine doofe Mutter und böse Hexe und sie will eine andere Mutter und ausziehen und, und, und...

Sie ist generell schwer zu händeln, hat nach oben einen IQ jenseits von Gut und Böse, was es auch nicht unbedingt leichter macht und wir sind auch regelmäßig bei einer Psychotherapeutin, die ihr helfen soll, ihre Wutanfällle in den Griff zu kriegen. Ich bin da schon hinterher, von mangelnder Erziehung kann man da sicher nicht sprechen, den Schuh ziehe ich mir nicht an.

Aber heute hat sie den Bogen mit ihren Vorwürfen echt überspannt. Als Alleinerziehende strampele ich mich sowieso jeden Tag an und bin permanent am Anschlag (aufgrund verschiedener Versicherungen wohl ohne jede Aussicht auf eine Kur) und trotzdem bemühe ich mich, den Kindern in den Ferien auch was zu bieten. Ích meine: Es sind ja auch meine Ferien und ich würde ehrlich gesagt lieber ein paar Gänge runterschalten statt Bespaßungs-Programm, was mir am Ende keiner dankt. Über Ostern waren die beiden drei Tage beim Papa, die habe ich genutzt um Aufsätze zu korrigieren und meine Steuererklärung zu machen. Soviel zu meiner "Erholung".


Was mache ich denn jetzt, wenn sie nachher zurück kommt? In Moment würde ich ihr am liebsten sämtliche Privilegien streichen, damit sie mal sieht, was langweilige Ferien wirklich sind. In meiner ersten Wut habe ich ihr auch gesagt, ich könne sie in Zukunft auch gerne jede Ferien bis 16.00 Uhr in der OGS-Betreuung anmelden, dann hätte sie ja genug Kinder zum Spielen, wenn es ihr mit mir zu langweilig ist. Dort musste sie bislang nur einmal hin und sie hat es gehasst.

Ich hab mir grad erst mal ein Ströphchen geheult, langsam geht's wieder.

Danke schon mal fürs Dampf ablassen und gerne her mit guten Ratschlägen!


LG

Liest Du vielleicht nicht gerne, aber die Situation hast Du selber erzeugt ;-) - indem dass Dein Kind gewöhnt ist, von Mutti dauerbespasst zu werden. Wann lernen Mütter mal, dass sie nicht der Animateur ihrer Kinder sind? Meine Kinder haben von klein auf, wenn auch der finanziellen Not geschuldet, gelernt, dass man nicht überall hin kann, nicht dauernd beschäftigt wird und nicht alles kriegt. Umso mehr freuten sie sich über unsere Unternehmungen, die möglich waren.
Schick sie doch in die Betreuung, dann lernt sie am schnellsten, wie gut sie es doch hat. Sie hasst es? Tja, ihr Problem.
Meine 12jährige Enkelin hatte auch mal eine Phase, wo sie bei mir öfter sagte, ihr sei soooo langweilig, wenn ich auf sie aufpasste, weil Mama arbeitete. Ich schaute sie nur grinsend an und sagte "tja, dann hast DU ein Problem, ich nicht" und machte meinen Haushalt weiter. Sie hätte nur rausgehen müssen, da warteten Hängematte, Bücher und auch Kinder auf sie. Sie merkte schnell, dass es einfach nicht dauernd Bespaßung gab.
Ich war auch mal alleinerziehend und weiß sehr gut, dass man dauernd meint, Kinder für irgendwas "entschädigen" zu müssen, das ist aber Quatsch, sie werden leicht maßlos verwöhnt; das dann wieder runterzufahren, ist schwierig.
Man muss auch nicht dauernd am Anschlag sein, wieso denn? Streich mal ganz kritisch alles raus aus dem Plan, was nicht unbedingt sein muss und ich bin sicher, dass es dann Freiräume gibt. Ich war lebenslang in Vollzeit berufstätig, zog 2 Kinder auf und half meinem Mann auch noch im Gewerbe.....ich weiß, was gute Organisation bringt. Hör auf, perfekt sein zu wollen, schaffst Du eh nicht:-D und nun zieh Deiner Tochter mal ein paar Zähne.....und zwar ganz ohne Betäubung#cool Zudem würde ich ihr deutlichst klarmachen, in welchem Ton sie mit mir zu sprechen hat oder sie muss das Echo vertragen können!
LG Moni

Vielen Dank für deine Antwort. Ja, wahrscheinlich spielt das schlechte Gewissen bei mir zu sehr rein. Ich muss mir irgendwie ein dickeres Fell zulegen.

LG

Nein - ein breites Lächeln im Gesicht ist viiiiel wirkungsvoller. Früher hab ich auch leichter getobt, der Stress....wenig Geduld.
Heute strahle ich meine Enkelin nur in einer gewissen, leicht ironischen Weise an, wenn sie mal wieder was von sich gibt, mit dem ich nicht einverstanden bin. Recht schnell kommt dann von ihr ein verlegen grinsendes: "is ja guuuuuut" :-D Sie ist übrigens sehr taff und diskussionsfreudig, auch ein sehr helles Mädelchen. Aber sie weiß ganz genau, wo bei Oma Schluss ist, auch wenn wir uns wirklich sehr liebhaben. #schein
LG

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Hm, meine Jungs können noch nicht sprechen, insofern hab ich keine eigenen Erfahrungen als Mutter. Wenn ich aber mal gaaaanz weit zurückdenke, dann würde ich das Verhalten Deiner Tochter als ziemlich normal für ein Kind einordnen. Gerade der Vergleich mit den anderen Kindern, die alle viiiiiiel tollere Ferien haben.

Ich glaube, Du bist einfach nur sehr gestresst und hast das alles zu persönlich genommen.

Ja, vielleicht hast du Recht. Weiß auch nicht, warum ich heute so dünnhäutig bin.

LG

Jetzt hast du Dampf abgelassen, jetzt komm bitte wieder runter. Deine Tochter ist ein KIND! Wie kommt es, dass du dich dermassen über so einen Blödsinn aufregst? Wie willst du jemals die Pubertät überstehen, wenn solche Aussagen an der Tagesordnung sein werden?

Ich würde vorschlagen, dass du sie nie wieder abschiebst (egal zu wem auch immer), wenn du wütend bist, und dass du daran arbeitest, wieder zu mehr innerlicher Ruhe zu finden. Dein Ferienprogramm hört sich echt anstrengend an. Warum kann deine Tochter nicht mehr Tage zum Vater oder an einer Ferienfreizeit teilnehmen oder zu den Großeltern oder ganz einfach etwas mit Freunden unternehmen?

Du wirkst viel zu verkrampft und solltest dringend etwas für dich tun! Sport, Fahrradfahren im Grünen, Schwimmen, Lesen, sonst. Hobby, Therapie, Meditation - irgend etwas.

Ja, ich glaube, da triffst du den Punkt: ICH bin mit meiner Kraft am Ende. Zeit für mich selbst habe ich nämlich wirklich nicht. Daran muss ich arbeiten, danke für den Denkanstoß.

Die Freunde meiner Tochter sind tatsächlich fast alle verreist, und der Vater hat "Männerschnupfen" und mir schon das Umgangswochenende zum Start in die Ferien abgesagt, weil es ihm soooo schlecht ging. Das macht mich noch zusätzlich wütend, weil ich hier auch immer den Laden am Laufen halten muss, egal ob ich krank bin oder nicht.

Vielleicht neige ich deshalb heute zum Drama....

LG

"Abschieben" und durchatmen ist aber besser als die Situation komplett eskalieren zu lassen. Omas können dann ganz gut vermitteln, habe ich auch schon durch. ;-) Danach haben meine Enkelin und ihre Mutter wieder vernünftig miteinander reden können.
LG

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Nimm es nicht persönlich, sie ist ein Kind... Und die sind dazu da, uns an die Grenzen zu bringen und wir müssen dann sehen, wie wir damit umgehen. Sie ist ein Kind und du bist eine tolle Mama und Frau.

Vielen Dank, das tat jetzt gut!

Oh je, ich verstehe, dass du dich ärgerst und alleinerziehend mit zwei Kindern-hut ab!
Allerdings kann man von einem Kind nicht erwarten, dass es deinen Stress mitdenkt. Kinder sind egozentrisch. Den Neid, wenn Freunde verreisen, kann ich schon nachvollziehen. Wenn sie eh Schwierigkeiten hat mit ihren Emotionen umzugehen, ist es kein Wunder, dass du die Wut abbekommst. Wut ist ja immer ein nachrangiges Gefühl, das aus anderen Gefühlen entsteht. Vielleicht wünscht sie sich auch exklusivzeit mit Dir, am Nachmittag ist ja immer die Schwester dabei. Alles gute

Ja, bestimmt wünscht sie sich mehr Exklusivzeit. Die Frage ist aber: Wo ist da die Grenze? Eine Geschwisterrivalität ist in der Psychotherapie auch Thema, wir hatten auch schon Sitzungen mit beiden Kindern. Sie hat mich ja den ganzen Vormittag für mich, es ist ja nicht so, dass ich sie hier ignoriere. Eine Partie UNO oder 20 Minuten von ihr was Vorlesen lassen ist ja immer drin. Da denke ich dann eher, die Kleine kommt zu kurz, weil ich sie in den Kindergarten schicke, obwohl ich zu Hause bin.


LG

Das heußt ja auch nicht, dass du diesem Wunsch nachkommen kannst und musst (wobei es euch vielleicht beiden gut täte). Oft hilft es jedoch, wenn man versteht und aufdeckt, was eigentlich los ist. Dann kann man darüber sprechen und der Knoten platzt, die eigentlichen Gefühle treten hervor und die Wut verschwindet. Kinder müssen lernen mit Frustration umzugehen. Es ist sicher nicht gut, jeden Wunsch zu erfüllen. Enttäuschung oder Neid sind aber normale Gefühle, die ja da sein dürfen. Die Frage ist nur, wie sie damit umgeht. Darüber würde ich mit ihr ins Gespräch gehen und ihr auch sagen, was ihre Beleidigungen mit Dir gemacht haben.

Vielleicht hat sich deine Tochter such insgeheim gewünscht, mal etwas mit dir alleine zu unternehmen, Vormittags wo ihre Schwester im Kiga ist und sie dich mal ganz alleine für sich hat 🤔

Hallo,
Ich hoffe, du konntest dich wieder ein bisschen beruhigen...🤗

Es hört sich so an, als wäre deine Tochter neidisch (z.B. auf den Urlaub einer Freundin) und hat es heute an dir ausgelassen.
Und du hast es zu persönlich genommen.

Ich erinnere mich, dass ich im etwa gleichen Alter meiner Mutter auch mal was ganz Furchtbares (verbal) an den Kopf geworfen hatte.
Meine Mutter hatte daraufhin geweint und ich erinnere mich, dass ich geschockt war. Weil mir bis dahin gar nicht richtig bewusst war, dass meine Mutter auch Gefühle und Bedürfnisse hat.

Deine Tochter wird auch noch nicht richtig einschätzen können, wie viel Macht ihre Worte haben können und dass dich sowas verletzt.

Außerdem wird sie noch kein richtiges Verständnis für Dinge haben, die eben getan werden müssen (Haushalt, Steuererklärung etc.) Kann sie auch noch nicht.

Versuche es nicht so persönlich zu nehmen. Ihr ist nicht bewusst, dass dich ihre Worte so angreifen können...

Für die nächsten Ferien würde ich sie bei einer Jugendausfahrt mitschicken. Z.B ins Zeltlager oder so.... Da lernt sie andere Kinder kennen und wird eine tolle Zeit haben!
Und DU kannst dann auch mal nen Gang zurückschalten.

Alles Gute #blume

Danke für deine Antwort. Ich weiß, dass ich früher auch eine Freundin hatte mit eigenem Schwimmbad im Keller. Das mussten sich meine Eltern auch des Öfteren von mir vorwerfen lassen....

Ich bin heute wohl einfach etwas dünnhäutig.

LG

Wow hut ab soviel Programm bekommen meine nicht geboten. Ich hatte die Woche frei alle 3 Kinder sind zu hause (bin auch alleinerziehend) und bei uns sah die Woche so aus das ich vormittags den Haushalt machte und nachmittags sind wir auf dem spielplatz. Das war's gemeckert hat bisher noch kein kind nur heute wollte ich statt zum Spielplatz mit den Kindern zu Oma und Opa fahren da meckert nur der große (11). Ich lass ihn meckern Kinder sind so. Ich durfte mir heute auch schon die tollsten Sachen anhören von wegen alle Kinder haben viel schönere Ferien als er und kein kind muss noch mit zu den Großeltern nur er und überhaupt dürfen ja alle Kinder soviel und so lange Playstation spielen wie sie wollen nur er nicht.

Ja, wahrscheinlich ist das Gemecker auch ein Stück weit normal. Vielleicht sollte ich es wirklich schon mal als Training für die Pubertät ansehen...

Immerhin komme ich dank eures Feedbacks so langsam wieder runter. Danke

Meine Erfahrung ist, dass sie so einen Ausbruch gut abkönnen - und der auch mal nicht schadet. Mein Zehnjähriger hat auch große Ansprüche und ich kenne die Schuldgefühle, die man Trennungskindern gegenüber hat, sehr gut. Als er vor ein paar Monaten mal eine Riesenmeckertirade abgelassen hat, die darin endete, dass er ja das beklagenswerteste Kind der Welt sei, weil er nur einen doofen nicht leistungsfähigen Computer hätte, ist mir auch der Faden gerissen - ich hab ihn erst angetobt und dann geheult. Das hat ihn unglaublich aus dem Konzept gebracht, er hat sich entschuldigt und gesagt, dass es ihm hier sehr gut geht. Ich denke, manchmal brauchen sie eine Erinnerung daran, dass ihre Eltern keine Roboter, sondern Menschen mit Gefühlen und Nerven sind.

Danke für deine Antwort!
Sie hat gerade angerufen und sich entschuldigt. Denke, es ist einigermaßen angekommen.
LG