Großeltern wenden sich ab von der Familie

    • (1) 26.04.19 - 10:46
      Inaktiv

      Hallo,

      dies ist mein erster Text im Internet, nachdem ich keinen Rat oder keinen Gedanken mehr habe.

      Meine Großeltern:
      waren für mich als Kind das größte! Alles haben sie mit mir gemacht und ich habe viel durch sie gelernt.

      Meine Oma war schon immer sehr rechthaberisch und bestimmend aber alles in einem normalen Rahmen.

      Vor 7 Jahren suchten mein Mann und ich unsere ersten 4 Wände zum wohnen. Wir schauten uns Wohnungen und Häuser zum Kauf an. Schnell kam die aussage meiner Großeltern, dass sie ihr Haus altersbedingt kaum noch schaffen zu erhalten und es wäre ihnen eine freude es mir zu verrerben.

      Gesagt getan, die beiden zogen 10 km weit weg in eine kleine Stadt, schicke Wohnung. Wir zogen in das Haus.

      Jetzt kommts: seit diesem Moment kamen sie kaum bis gar nicht mehr zu besuch. Wenn dann mit warum ist die Wand weg? Warum steht der Baum woanders? Die Tapete war doch noch gut. Auch telefonate waren sehr patzig. Warum rufst du um die Uhrzeit an, es laufen Nachrichten wir wollen unsere Ruhe! In vielen Kleinigkeiten wurden wir regelrecht angemacht und schluckten nur runter!

      Die Krönung: als ich mit meinem Baby zu besuch gefahren bin um sie zu überraschen, war ihr erster Satz: und DAMIT kannst du gleich wieder gehen, unangekündigt wollen wir keinen besuch und wir wollen Mittagsschlaf machen. Das und noch viele weitere böse Momente. Dann reichte es mir, sagt beiden meine Meinung und ich werde hingestellt wie eine böse Enkeltochter die sich nicht benehmen kann. Jetzt war 6 Monate Funkstille!!!!! Weder zum Geburtstag noch zu Weihnachten kam was von ihnen! Jetzt schrieb meine Oma meiner Mama, die übrigens genauso mies und herzlos behandelt wurde, wir sollen doch bitte den ersten Schritt machen und uns entschuldigen, dass wir uns damals einfach umgedreht haben....

      Was sagt ihr als Fremde / Außenstehende zu dieser Situation?????

      • Hallo :) die Situation scheint echt festgefahren. Evtl haben die beiden sich deinen Einzug in das Haus anders vorgestellt? Ihr habt Veränderungen vorgenommen - was ja absolut verständlich ist - aber vielleicht haben die beiden den Eindruck gewonnen, ihr "altes Zuhause" sei nicht gut genug für euch?
        Ich hab lernen müssen, dass ich, so wie ich bin, mit einigen Menschen einfach nicht zusammenpasse... Frag dich, ob du den Kontakt um jeden preis möchtest, oder ob du auch damit leben könntest, wenn er einschliefe...

        • (3) 26.04.19 - 11:09

          Erstmal lieben Dank für deine Antwort!
          Das ist eigentlich die einzige Frage die sich hier stellt. Kann ich es mit meinem Gewissen vereinbaren wenn einer oder beide nicht mehr sind? Ich weiß es wirklich nicht, meine alten Großeltern fehlen mir jeden Tag, die jetzigen bösen aber nicht.

          Das wir ein Haus umbauen, indem das Bad noch von 1970 war, hätte den beiden vollkommen klar sein müssen. Dennoch hat meine Mama immer für uns gekämpft und ihnen eingeredet das wir es nur schöner machen und den Grundwert erhalten und pflegen. Nichts half. Aber als Mama ist für mich das aller schlimmste, dass mein Kind abwertend behandelt wurde. Für mich eig unverzeichlich

          • Dann fahr bitte mal, wenn es geht, einmal alleine hin und sag Deinen Großeltern, wie es Dir gerade damit geht. Frag sie, warum sie so zu Dir sind, wo ihr doch früher ein so tolles Verhältnis hattet. Irgendwas muss ja bei ihnen los sein, dass sie plötzlich so sind.
            Vielleicht sagen sie es ja und ihr könnt euch aussprechen.
            Wenn nicht, hast Du es wenigstens versucht. Aber einfach nur immer gleich den Kontakt abbrechen ist so unendlich schade. Wenn ihr euch noch nie gut verstanden hättet, könnte ich es eher verstehen - aber so?
            Wenn einer plötzlich wegstirbt, ist es zu spät....
            LG Moni

            • (5) 26.04.19 - 11:41

              7 Jahre lang haben wir ihre Launen ertragen. Vor 6 Monaten kam von meiner Seite aus die Frage...warum oma??? Warum kommt ihr auch nicht mehr zu besuch? Es kam nur, es tut uns nur weh das wir dort nicht mehr wohnen. Warum sie allerdings so zu uns sind wie sie es sind, wollte und konnte sie es mir nicht sagen. Es gab unzählige Telefonate zum schluss, wobei sie immer nur einfach aufgelegt hat. Ich stand weinend im Flur und machte meiner Wut und trauer platz, sie schickte mich wieder nach Hause. Ich schrieb viele Nachrichten mit meinen Gedanken und Gefühlen, es kam nie eine Antwort.

              Ich bin kein Dummer Mensch, kann Menschen auch recht schnell lesen und verstehen aber aus den 2 werde ich nicht schlau. Warum unsere Liebe zueinander nicht über Materielles überwiegen kann...

                • (7) 26.04.19 - 12:11

                  Mein Opa hat Demenz, aber meine Oma nicht. Sie kann noch einen Laptop bedienen, hat Whatsapp auf ihrem Smartphone und löst jedes Kreuzworträstel binnen sekunden. Sie ist im Kopf noch gesund und munter, nur Körperlich wird es schwer, was klar ist für dieses Alter

                  Das war auch mein erster Gedanke.... #zitter

              (9) 26.04.19 - 12:26

              Genau da liegt der Hund begraben, dass es sie zu sehr schmerzt ihr altes zu Hause zu sehen.
              Leider sehen oft ältere Menschen die Notwendigkeit zum Umbau nicht. Für sie hat ja immer alles gepasst.
              Dennoch war es ihre Entscheidung euch das Haus zu vererben.
              Ich glaube sie bereuen ihre Entscheidung und geben euch unterschwellig die Schuld dafür, obwohl ihr nichts dafür könnt.
              Sehr schade, dass sie deshalb so verbissen reagieren.
              Irgendwie musst du ihnen klar machen, dass sich die Lebensverhältnisse ändern und ihr das Haus euren Bedürfnissen anpasst. Sie haben das Haus auch nach ihren Bedürfnissen gebaut oder gekauft.
              Mit der Sanierung steigert ihr den Wert des Hauses und somit auch die Lebensdauer.
              Sag ihnen ruhig, dass du ihr Juwel sehr zu schätzen weißt, aber ohne Arbeit daran verfällt es irgendwann. Vielleicht bringt sie das zum Umdenken.

              (10) 26.04.19 - 17:18

              Mh.. schwierig.

              Ich analysiere mal etwas plakativ ohne tatsächliches Hintergrundwissen:

              Deine Oma lebt mit einem Demenzkranken Mann zusammen. Das heißt ihr Ehemann, das Leben das sie mit ihm hatte und das was sie sich gemeinsam im Alter vorgestellt haben, gibt es nicht.
              Alles ist und kam anders als gedacht.
              Dann hat deine Oma dir auch noch das Haus gegeben.
              Das war lange ihr zu Hause.
              Die Welt mit ihrem Mann. Dem Mann den es jetzt nicht mehr gibt. Die Beziehung zwischen ihnen wird sich weiter und weiter verändern. So wie das haus nun auch.
              Nichts hatte am Ende irgendwie Bestand.

              Vielleicht schmerzt das deine Oma einfach massiv. Macht sie wütend.
              Am Ende bleibt sie mit einem Mann der sie vielleicht sogar vergisst, zurück. Und nichts erinnert sie selbst noch an alte Zeiten... Weil das haus ja auch quasi weg ist.

              Ihr Umgang damit und der mit dir ist vielleicht nicht richtig/gut etc.. aber im Moment ist es so.

              Vielleicht kannst du das mal bei ihr abfragen?

              • Sehr sehr gute Antwort. Wollte ich zuerst ähnlich schreiben, riet aber erstmal zum Reden.....die alte Dame kann wirklich auch einfach unendlich traurig und frustriert sein. Aber wenn sie nicht drüber redet......schwierig.
                Über Telefon ist es auch schwierig zu reden; wenn man sich gegenübersäße, wäre es besser.
                LG Moni

    (12) 26.04.19 - 11:40

    Guten Morgen.

    Du schreibst ja selbst, dass deine Oma schon immer sehr dominant war. Meine war auch so. Ich bin bei ihr aufgewachsen und hätte es auch immer als mit normal oder "im Rahmen" beschrieben. Aber solange man jünger und in einer weniger selbstbestimmte Position in diesem Familiengefüge ist, fällt das vielleicht auch einfach weniger auf. Nun bist du erwachsen und selbst Mutter. Hinzu kommt die übernommene Immobilie.

    Es kann einfach nur sein, dass ihr sowieso schon dominanter Charakter altersbedingt stärker durchkommt und dir auch wie gesagt mehr auffällt.

    Es kann aber auch sein, dass sie sich vielleicht unwohl fühlen und den Auszug aus ihrem vertrauten Heim bereuen und deshalb noch zusätzlich verbittert sind.

    Was es auch ist, ich halte nichts davon, so respektloses Verhalten mit Alter/Kind/gestresst/Hormone/Hamster gestorben... herunterzuspielen. Jeder Mensch sollte sich Gewissen Grenzen bewusst sein und genießt keine Sonderrechte auf unverschämtes Verhalten.

    Wenn es dir dennoch weh tut, könntest du nochmal ein Gespräch suchen, indem du signalisierst, dass du dir eine Klärung wünschen würdest, dich aber nicht für ihr Fehlverhalten entschuldigen wirst.

    LG

    • (13) 26.04.19 - 11:50

      Dein Text ist bisher sehr perfekt. Sie war immer die Anführerin der Familie, 3 Kinder, die eigene Mutter und mich als Kind mit meiner Mama unter einem Dach. Sie hatte immer das sagen! Altersbedingt mit rund 75 Jahren, kommt das bestimmt hin, mit den Eigenschaften. Sie kann schlecht abgeben und fühlt sich immer noch in der Position zu urteilen und zu mahnen, obwohl das keiner mehr braucht. Hierbei habe ich immer aber versucht ihre Ratschläge als lieb anzusehen.

      Jeder Satz von dir beschreibt sie genau! Sie selber war mit ihrer eigenen Mutter genauso! Hat sie oft beleidigt, angemotzt und mit dem Altersheim gedroht, dass ist mir als Kind oft aufgefallen. Oft hat sie mich auch versucht gegen ihre eigene Mutter aufzuhetzen, was man als Kind natürlich nicht versteht.

      Also NOCH einen Versuch wagen??? Wie glaube ich schon geschrieben, hat sie gestern verlangt, dass wir den ersten Schritt zu machen haben, nicht sie als Ältere!

      • (14) 26.04.19 - 12:28

        Weißt du, ich hätte früher meine Kindheit als schön beschrieben. Ich hatte materiell mehr als genug, fühlte mich geliebt, was ich auf verquere Weise auch wurde, aber heute betrachtet war meine Kindheit eigentlich sehr vergiftet durch emotionale Erpressung ohne Ende, wirklich krankhaftes gesamtfamiliäres Gefüge plus Alkoholismus usw. geprägt. Als Kind war das alles normal.

        Dennoch habe ich meine Oma irrational geliebt, weil sie doch die Mutterrolle für mich übernommen hat.

        Ich habe später über vieles hinweggesehen. Ich habe aber keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, sie ist wirklich schlimm. Meine Oma hat immer wieder versucht, mich zu zwingen, zu tun, was Oma wollte und mich bei meiner Mutter zu entschuldigen, obwohl sie es doch war, die sich unter aller Sau verhielt. Als es aber nichts mehr gab, womit Oma mich unterdrücken und zwingen konnte, wurde sie ganz ekelhaft böse. Also habe ich auch den Kontakt eingestellt.

        Aber sowohl Mutter alsauch Oma habe ich nochmals eine Chance gegeben, den Enkeln zuliebe. Ich habe eingeladen bzw bin persönlich hin, ohne Vorwürfe, aber es wurde dennoch von beiden absolut gemein abgebügelt. Seither war's das für mich. Ich habe gesagt, meine Tür steht offen, wenn sie etwas klären möchten, aber dieses Angebot nehmen sie seit über 4 Jahren nicht wahr. Gleichzeitig beklagen sie unter falschen Tatsachen in ihrer Umgebung, dass sie darunter leiden, meine Kinder nicht sehen zu dürfen, was ja gar nicht stimmt.

        Aber es zeigt, dass ihnen ihr Stolz wichtiger ist, als ihr Schmerz, über den familiären Verlust.

        Du kannst nur selbst beurteilen, ob das Ausmaß bei deinen Großeltern ein ähnliches Niveau hat. Man schreibt ja hier nie alles. Wenn nicht, würde ich durchaus nochmal zeigen, dass sie mir wichtig sind, wie ich ja schon schrieb, aber mich nicht entschuldigen. Wenn es so schlimm ist, lass es sein, wenn es dir damit besser geht.

        Allerdings würde ich dir raten, solltet ihr wieder Kontakt haben, dass du keine totale Wendung erwartest. Sie werden weiterhin sticheln, das sind so eingeschleifte Muster, sie bemerken es so ehrlich nichtmal. Nur meine Reaktion wprde ich ändern, ein kleiner Runninggag bei uns ist das tausendfach wiederholte "Echt jetzt?". Irgend so einen Schmarrn würde ich auf jeden Immobilienkommentar erwidern und mich nicht weiter ärgern.

        Ich wünsche euch, dass ihr es hinkriegt.

        LG

        • (15) 26.04.19 - 12:41

          Ich glaube wir sind ähnlich aufgewachsen =)
          Opa hat mehr als über den Durst getrunken und war nicht gerade zum scherzen gegenüber meiner Oma aufgelegt. All das bekommt man mit, egal in welchem Alter. Deswegen auch meine heutige Einstellung zum Alkohol-- keinen tropfen.

          Ich bin absolut nicht der Typ der sich einer Therapie unterziehen würde, aber in meiner Familie hätte hier und da eine Sitzung auf dem Ledersofa gut getan. Beide geprägt vom Leben, verbittert und verärgert, über sich selbst und den anderen.

          Wie du schon sagst, eine totale Änderung wird es leider nicht geben, auch wenn es für uns alle Wünschenswert ist. Ihre kaltschnäuzige Art ist ja allen bekannt, aber ihre abweisende und verletzende Art kann und will ich meiner kleinen Tochter ungern zumuten.

          Tja, ich glaube man muss neue, alte Menschen akzeptieren wie sie sind, ob wann damit dann klar kommen kann und will, ist dann ein anderes Buch.

          Lieben Dank für deine klaren und lieben Worte!

(16) 26.04.19 - 11:41

Ich nehme an deine Großeltern sind inzwischen schhon älter. Leider kommen da oft die schlechten Eigenschaften zum tragen. Hinfahren würde ich nicht. Ihnen aber einen Brief schrieben und ein paar Fotos dazutun. Und natürlich zu Geburtstagen etc. gratulieren.

(17) 26.04.19 - 12:02

Ich wäre froh, dass der Kontakt so selten wäre. bei der Meckerei deiner Großeltern. Wenn ihr sie selten seht, können sie sich auch nicht beschweren, was ihr in ihrem Haus, das aber IHR jetzt bewohnt, macht oder nicht macht.

Das mit dem Stören, weil ne Fernsehsendung läuft oder grade Zeit für den Mittagsschlaf ist kenne ich auch. Ich schüttel da zwar hier leicht den Kopf, aber akzeptiere es. Warum auch nicht?

Dich entschuldigen würde ich nicht. Und da deine Großeltern anscheinend kein Interesse an ihrem Urenkelkind haben, würde ich da auch den Kontakt seeehr, seeehr locker lassen. Und wenn die Großeltern ihn verärgert einschlafen lassen, tja, dann ist das wohl kein großer Verlust, oder.

(18) 26.04.19 - 12:05

Vermutlich bereuen sie den Auszug und geben euch die Schuld dafür. Wenn auch zu Unrecht).

(19) 26.04.19 - 13:28

Oje, dass ist ja eine sehr unschöne Situation.
Ich glaube ich würde nicht hinfahren, sondern einen Brief schreiben. Dann müssen sie nicht sofort in Abwehrhaltung gehen und du sagst kein unbeachtetes Wort, weil sie deine Meinung erst mal ignorieren wollen und doch nicht ausreden lassen. Zusätzlich würde ich ein Foto von Urenkel reinlegen und sagen, dass ist übrigens xy, denn ihr nicht kennenlernen wolltet.

Ich hatte letztes Jahr so eine Situation mit meinem Vater. Ich habe irgendwann geblockt, nachdem er Mist gebaut hat. Hatte ihm aber zum Geburtstag noch gratuliert und dann abgewartet was passiert. 5 Monate später zu Weihnachten habe ich ihm kommentarlos eine selbstgebastelte Karte und Kinderfotos geschickt. Seitdem reden wir wieder alle paar Wochen miteinander.

(20) 26.04.19 - 13:46

Wie alt sind die Leute denn? ich sehe bei meinen Großeltern dass sie mit dem Alter immer eigener und immer festgefahrener in ihren Routinen werden. Ein Überraschungsbesuch oder Anruf während den Nachrichten wirft hier auch jeden aus der Bahn..

  • (21) 26.04.19 - 13:50

    Knapp 75 Jahre sind beide. Nachrichten hin oder her, wenn man anruft um zu sagen was beim Ultraschall raus gekommen ist un was für ein Geschlecht, sagt man doch nicht einfach: na bitte und legt auf?!

(22) 26.04.19 - 14:11

Der Tonfall ist furchtbar. Verstehen kann ich sie trotzdem.

Auch, wenn sie freiwillig aus Vernunftsgründen ausgezogen sind und sicher froh sind, dass das Haus in Gute Hände kommt,

emotional ist es trotzdem hart, wenn sich alles verändert.
Natürlich könnt ihr es so gestalten, wie ihr es wollt. Emotional bleibt es für sie eine Herausforderung.

Mein Vater sagte oft: sollte er das Haus mal abgeben müssen, würde er es nicht wieder sehen wollen. Die Veränderung würde ihn schmerzen.

Ich bin da teilweise ähnlich. Einerseits freut ich mich über (selbstbestimmte) Veränderungen, andererseits brauche ich sehr lange, Veränderungen am eigenen zu Hause zu akzeptieren - auch, wenn ich sie selbst geschaffen habe. Ich brauche das Vertraute.

Einen alten Baum verpflanzt man nicht.
So gesehen finde ich den Schritt, dass sie selbst umgezogen sind, sehr mutig.



Der Spruch mit dem Baby ist ein No Go, also die Betonung.
Andererseits kenne ich auch viele Jüngere, die unangekündigten Besuch nicht mögen.

Zu einer Bekannten ging die Bekanntschaft in die Brüche, weil es ihr wichtig war, dass
- Besuch sich über E-Mail zum Telefontermin ankündigt (Kinder könnten ja gerade schlafen, obwohl jeder im Umkreis deren Schlafenszeiten wussten)
- per Telefon besprochen wird, wann Besuch in Ordnung ist
- vor der Tür stehend bitte nicht klingeln, sondern via Handy anrufen, es könnte ja sein, dass sie nicht zu Hause sind.

Das war mir zu anstrengend. Ansonsten war sie ganz nett.

Umgekehrt bekomme ich gerne Besuch, schicke unangekündigten mal weg, mal nicht. Damit rechnen alle unangekündigten.

Standard ist aber, dass inzwischen fast alle vorher anrufen, weil sie selbst keine unangekündigten Besucher mehr möchten. Die meisten sind super, aber die wenigen, die sich furchtbar aufregen, wenn sie gerade nicht herzlichst willkommen werden und gerade Termine sind, diese sind soooo anstrengend, dass viele nur noch general: nur noch mit Ankündigung machen.

Überraschungen finde ich heute anstrengender als früher. Mehr Termine und co.
Mein Vater fand Überraschungen im Alter anstrengender, weil er gesundheitlich nicht mehr so gut konnte. Besuch fand er toll, aber seit es ihm nicht mehr so gut ging, brauchte er mehr Vorlauf.



Generell bin ich der Meinung, dass ich mir nicht alles gefallen lasse!

Andererseits bin ich mit vielen Generationen aufgewachsen.... meine Oma erzählte noch, wie ihre Oma deren Mutter noch siezte.

"Jetzt schrieb meine Oma meiner Mama, die übrigens genauso mies und herzlos behandelt wurde, wir sollen doch bitte den ersten Schritt machen und uns entschuldigen, dass wir uns damals einfach umgedreht haben..."


Wenn mir Kontakt wichtig ist, mache ich den ersten Schritt. Ob ich nun im Recht bin oder nicht, ist mir dabei nicht wichtig. Wenn keiner den ersten Schritt macht, gibt es kein aufeinander zu. Auch kein Gespräch zum Klären.

Bei Älteren gilt noch die Regelung mit der ich aufgewachsen bin: je älter jemand wird, desto schwieriger wird ein Umdenken / umso mehr greifen deren Erziehungslerneffekte.
In dem Fall: Jüngere entschuldigen sich zuerst, Jüngere rufen an usw.

Damit bin ich aufgewachsen. Ich übernehme es nicht 1:1 . Bei Freunden, die 10 Jahre älter sind, mache ich es nicht. Bei Verwandten, die mir wichtig sind und die schon in der Phase stecken, dass ihre Erziehung mehr greift, mache ich es. Was soll's, ich bin jung, ich passe mich leichter an.
Einige Verwandte denken schon seit Jahren um. Sie machen auch den ersten Schritt. (Wobei sich das mit zunehmendem Alter schleichend ändert zurück zum früh erlerntem).

Meinem Kind bringe ich das nicht so bei. Daher habe ich Kapazität um bei Älteren flexibler zu sein.



Wenn ihr unter der Funkstille leidet oder es euch belastet, dann macht den ersten Schritt. Klären / Grenzen setzen könnt ihr immer noch, wenn derKontakt aufgebaut ist.

Wenn euch die Funkstille gut tut, weil viel vorgefallen ist, dann ist es eben so.
Wobei ich da dann schon das Haus nicht angenommen hätte. Aber das ist meine eigene Art von Moral, nicht die von anderen. Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Also etwas anzunehmen, wenn der Kontakt sowieso schon bescheiden ist.


War früher alles ok und dann kam es, dass die Funkstille gut tut, müsste ich es für mich erst mal überdenken: was brauche ich, usw.


Ich sage keinesfalls, dass deren Ton in Ordnung ist.
Gefallen lassen müsst ihr euch nichts!
Ich sage nur, dass es schwieriger wird mit zunehmendem Alter mit Veränderungen umzugehen und vieles noch schwieriger werden kann, was früher schon 'nicht leicht' war.
Also momentan noch flexiblere Persoen zu erwarten, macht es nicht einfacher....

Da überlege ich es mir, ob es mir das wert ist, über meinen Schatten zu springen. Zumindest so lange ich es 1. will (das Ergebnis, Kontakt mit den Menschen) 2. so lange ich noch jung und fit genug bin, mental hüpfen zu können.

(23) 26.04.19 - 16:08

Wenn Dein Opa Demenz hat, ist Deine Oma sicherlich ziemlich frustriert und vielleicht auch überfordert. Ich denke, es ist eine Mischung aus ihrem Charakter, dem Umzug, Wehmut nach dem „alten Leben“, ein wenig Neid? Schwierige Situation, aber ich würde es maximal noch einmal versuchen, ein sinnvolles Gespräch mit ihr zu führen- auch mal fragen, wie es ihr eigentlich geht mit der Krankheit Deines Opas und ob sie vielleicht Hilfe braucht - aber wenns nicht fruchtet und wieder böse Antworten gibt, dann musst Du es wohl einfach akzeptieren. Menschen ändern sich... vor allem, wenn ihr Leben sich nicht zum Besseren gewendet hat.

Kann auch sein, dass sie zu stolz ist zuzugeben, dass es ihr nicht gut geht. Da vergraulen manche Leute lieber alle.

Meine Mutter ist übrigens fortgeschritten dement und behandelt gerade ihre alten besten und engsten Freundinnen mittlerweile sehr unfreundlich, ich glaube, es ist Selbstschutz und Frustration. Da hilft nicht viel, leider!

(24) 26.04.19 - 17:21

Hier wurde ja schon viel geschrieben. Ein Umbau im Haus hätte ich wohl zumindest angekündigt, nicht jeder reagiert darauf freudig, ggf. hatten sie es schlicht nicht erwartet. Wahrscheinlich schmerzt es sie einfach, das zu sehen. Für manch einer war es das Lebensziel ein eigenes gemütliches Heim einzurichten mit viel Mühe, Erinnerungen etc. und dann wird das einfach "weggeschmissen" (auch wenn ihr das natürlich nicht beabsichtigt habt, aber ggf. so von deinen Großeltern empfunden wurde). Meine Schwiegereltern sind so ähnlich, v.a. wenn Nachbarn ihr Haus umbauen und somit die Umgebung "verschandeln". Es ist eben Geschmackssache.
Aber etwas würde mich auch echt nerven an eurer Situation: Unangekündigte Besuche oder Telefonate zu Zeiten, die fest verplant sind (Mittagsschlaf, Nachrichten, ...). Mich persönlich stört sowas tierisch, auch wenn es lieb gemeint ist. Wenn Zeiten bekannt sind, die schlecht sind, dann respektiert man das. Ich kenne auch genug Leute, die solche Überraschungen gar nicht leiden können.

(25) 27.04.19 - 13:19

Ich kann das gut verstehen.
Die Großeltern scheinen den Verlust des Hauses nicht gut überwunden zu haben und lassen ihren Frust an euch aus.

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