Übergriffige Mutter

    • (1) 28.04.19 - 12:37

      Mich beschäftigt gerade eine Aussage meiner Mutter so, dass ich mir Luft machen muss (sorry, das wird ein wenig dauern ...) und vielleicht eine Idee von außen brauche, um damit umzugehen. Zuvor aber: Ich liebe meine Eltern sehr und weiß es zu schätzen, dass sie mir viel ermöglichen und immer für mich da sind.
      Folgendes: Meine Eltern wohnen 200 km von mir entfernt. Seit Jahren steht ihre Überlegung, in meine Nähe zu ziehen, damit sie mehr von ihren Enkeln haben, sie mich unterstützen können (ich bin allein erziehend und selbstständig) und ich sie im Alter auch öfter besuchen und unterstützen kann und mich nicht genötigt fühle, dafür immer gleich 200 km (ein Weg) zu fahren, was ich gar nicht so häufig könnte, wie ich wollte. Meine Mutter liebt die Stadt, in der ich wohne. Es ist ihre Geburtsstadt, aus der sie als Jugendliche weggezogen ist. Sie kennt sich hier aus und fühlt sich wohl.
      Problem an der Sache: Meine Mutter ist eine sehr übergriffige Frau, die meint, mir hier ständig helfen zu müssen, ohne dass ich das für nötig halte. Auch meine Kinder (7 und fast 11 Jahre) gehen ihren Weg und werden ihre Großeltern und auch mich in Zukunft eher weniger brauchen und ihr Ding machen wollen. Meine Ma fasst so etwas aber immer gleich als Ablehnung ihrer Person und als Angriff auf (niedriges Selbstwertgefühl), wir würden sie nicht mögen und sie nicht in unserer Nähe wollen. Einmal hat sie mit meiner Kleinen einen Tag lang nicht ein Wort gesprochen, weil meine Tochter meinte, sie würde in dem Moment lieber bei mir sein, statt die 10 Minuten bei ihrer Oma zu bleiben. Und wenn meine Mutter weiterhin mir ihren Weg und ihre Vorstellung von Sauberkeit und Alltagsdingen als einzig wahren Weg aufdrängt, entferne ich mich tatsächlich immer weiter von ihr. Ich kann es einfach gerade nicht mehr hören. Wir sind sehr unterschiedlich. Das kann man doch aber einfach mal akzeptieren???
      Ich muss mal noch weiter zurückgehen: Meine Mutter hat mir immer schon, auch als Kind, alles hinterhergeräumt. Ich mach das ja eh nicht richtig und schnell genug, so wurde es mir vermittelt. Meine Mutter hat einen absoluten Putzfimmel. Den habe ich nicht von ihr vererbt bekommen. Ich hab eher das Geordnete-Chaos-System meines Vaters verinnerlicht. Hier sieht es nie geleckt aus, dafür arbeite ich auch zu viel und muss den Alltag mit Kindern stemmen. Und in meiner Prioritätenliste kommt klinische Sauberkeit im Haushalt recht weit unten. Ich habe meine ungeordneten Ecken in der Wohnung, sicherlich. Ich ärgere mich auch manchmal darüber und hätte es gern anders. Aber ganz bestimmt ist das weit entfernt von Chaos. Die Wäsche ist gewaschen (aber nie gebügelt, was meine Mutter nie verstehen wird ...), Bad wird jede Woche geputzt, die Wohnung spätestens jeden 2. Tag gesaugt (seltener gewischt, außer unterm Esstisch, in der Küche und im Bad). Dreckiges Geschirr steht selten lange rum.
      Als ich mal eine Woche Urlaub brauchte, um vom stressigen Alltag runterzukommen, haben meine Eltern in meiner Wohnung gewohnt und auf die Kinder aufgepasst. Als ich wiederkam, hat mich fast der Schlag getroffen. Meine Bude sah aus wie im Möbelkatalog. Ich hab nichts mehr wiedergefunden, selbst die Schubladen waren aufgeräumt. Und ausgeräumt: Meine Nachbarin meinte, meine Mutter hätte ständig Abfallsäcke vor der Tür stehen gehabt. Meine Mutter behauptet, sie hätte nichts weggeworfen, aber das stimmt so nicht. Alle Klamotten waren gewaschen. Seitdem ist meine Wohnung für meine Eltern allein tabu.
      Jetzt sagte sie mir aber wieder, nachdem sie Ostern hier waren, sie wüsste nicht, wie sie es verdient hätte, dass sie ein Messie als Kind hätte. Und dass es wohl besser wäre, sie zögen nicht in unsere Nähe, ich würde das ja auch nicht wollen (das habe ich nie gesagt, sie legt mir das immer in den Mund, damit ich die Böse bin). Sie meinte es vielleicht mit einem Augenzwinkern, aber ich hatte so eine Wut im Bauch wegen dieser abschätzigen Bemerkungen, dass ich das Telefonat sofort beendet hätte, sonst wäre mir was rausgerutscht. Wir haben schon so oft Diskussionen darüber geführt, dass ich solche Einmischung in mein Leben nicht wünsche, aber sie drückt immer wieder einen hinterher.
      Prima austeilen kann sie, aber nicht einstecken. Jedes noch so ruhige Gespräch dreht in Sekundenbruchteilen, sobald ich nur einen kleinen Einwand gegen ihre Bemerkungen mache. Sofort fühlt sie sich angegriffen und entgegnet, dass wir sie nicht mögen würden. Das ist so frustrierend, vor allem weil es tatsächlich dazu führt, dass ich in dem Moment meine Mutter auf den Mond schießen könnte.
      Echt, ich bin fast 40, habe mir in einem harten Feld eine Selbstständigkeit aufgebaut, erziehe meine Töchter zu selbstständig denkenden und wundervollen Wesen, bin ständig auf Achse und hab ein ausgefülltes Leben. Und meine Mutter vermittelt mir, unbewusst, dass ich mein Leben nicht auf die Kette bekomme und ich sie bräuchte, damit ich nicht im Müll versinke. Wenn ich ihr sagen würde, dass ich es tatsächlich nicht für die beste Idee halte, dass sie in unsere Stadt ziehen, wird sie mir das ankreiden und ewig wie ein Kleinkind bocken. Ich bin dann wieder die Blöde, die ihre Eltern nicht liebt. Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Thema umschiffen sollte, wenn es tatsächlich mal auf den Tisch kommt. Mein Vater sagte mir auch mal, als wir allein waren, dass er Bedenken hätte, dass es zwischen uns ratzfatz knallen würde, weil meine Mutter versuchen wird, in meiner Wohnung "für Ordnung zu sorgen" und ich sie irgendwann rausschmeißen würde, weil ich es nicht abkann, wenn in meinen Sachen rumgewühlt wird.
      Kennt ihr solche Situationen? Wie geht ihr damit um? Ich kann partout nicht mit ihr reden, das ginge sofort nach hinten los. Und nochmal: Ich liebe meine Eltern. Aber das drückt echt auf die Stimmung und bringt gerade einen Keil zwischen uns, den ich nur schwer ertragen kann.
      Danke fürs Lesen.

      • (2) 28.04.19 - 13:08

        Du schreibst, Du willst/kannst nicht mit ihr reden oder ihr wenigstens mal deutlich sagen, dass Du ihre Übergriffigkeit als Grund für die Ablehnung ihres Umzugs empfindest. Gleichzeitig möchtest Du aber, dass sie begreift, dass es nicht ihre Sache ist, wenn Du unordentlicher bist, als sie.

        Das hat viel von "wasch mich, aber mach mich nicht nass". Am Ende sagst Du nichts, die Eltern ziehen wirklich um und dann hast Du ein noch größeres Problem, als jetzt schon. Denn dann wollen sie euch ja häufiger besuchen und Du kannst Dir ihre Kritik noch öfter anhören.

        Einen Tod musst Du sterben. Entweder setzt Du eine Grenze, mit dem Risiko, dass sie eine Weile beleidigt ist. Oder Du schweigst und leidest weiter, mit dem Risiko, sie bald noch intensiver an der Backe zu haben.
        Ich für meinen Teil ziehe in solchen Situationen immer den ersten Weg vor, habe auch schon mal mehrere Monate mit meiner Mutter den Kontakt abgebrochen. Immerhin bin ich schon groß und muss mir nicht mehr alles vorschreiben lassen. Und es gibt halt nicht nur "richtig und falsch", sondern meistens einfach nur "anders".

        Manchen hilft auch Khalil Gibrans Von den Kindern, wenn sie ihren Eltern zu vermitteln versuchen, dass man zwar immer das Kind bleibt, aber nicht lebenslang so behandelt werden möchte.

        • (3) 28.04.19 - 13:39

          Vielleicht kam das nicht deutlich rüber, aber wir hatten schon häufiger die Diskussion, dass ich ihre "ratschläge" nicht möchte, meinen eigenen Weg gehen werde und das auch tu und ihre Vorstellung von Sauberkeit und Leben eben nicht meine ist – was ja nicht schlimm ist.
          Allerdings führte das immer dazu, dass meine Mutter beleidigt reagierte ("du magst mich eben nicht", "dann helf ich dir eben nicht mehr"), wobei ich ihr entgegnete, dass ich sie sehr wohl mag und das durchaus zu trennen ist. Und ja: Ich brauche deine Hilfe nicht. Das hab ich klar genug und häufig so gesagt. Das hält dann mal ne Weile, aber irgendwann kommt dann wieder ein Spruch von ihr. Drehen uns da total im Kreis.
          Dankefür den Buchtipp, den werde ich mir mal genauer ansehen.
          Mit meinem Vater habe ich bereits geredet. Er hat auch Zweifel, ob es gut wäre, wenn sie zu uns ziehen. Und ich habe ihm gesagt, dass ich diese Bedenken sehr teile.

          • (4) 28.04.19 - 14:04

            Dann würde ich sie einfach mal direkt fragen, wieso sie immer wieder damit anfängt damit. Es belastet sie, okay. Aber indem sie es immer wieder erwähnt belastet es auch Dich und schlussendlich führt es jetzt dazu, dass Du nicht willst, dass sie näher bei Dir wohnt. Auch wenn sie immer wieder damit anfängt kannst Du ihr immer wieder sagen, dass sich an Deiner Einstellung nichts ändern wird, außer Du möchtest das irgendwann von selbst.

            Dein Vater wird sie ja davon hoffentlich auch abhalten, wenn er selbst das nicht will und weiss, er würde auch Dir keinen Gefallen mit dem Umzug tun. Aber es kann nicht die Lösung sein, ihn in diesen Konflikt einzubeziehen, denn es ist eine Sache zwischen Dir und Deiner Mutter, die Du klären musst und nicht er. Sonst gibt es noch jemanden, der darunter leidet.

            Vielleicht schreibst Du ihr mal einen wohlwollenden Brief dazu, auf den Du dann immer verweisen kannst, wenn sie wieder das Thema auftut.

            • (5) 28.04.19 - 14:40

              Danke für deine konstruktiven und guten Ideen. Der Text von Gibran ist übrigens grandios. Da werde ich mir mal Teile davon ausdrucken und ihr weiterleiten. Das öffnet vielleicht auch ihre Augen.
              Mein Vater leidet sowieso immer unter den Auseinandersetzungen zwischen mir und meiner Ma. Er sitzt da zwischen den Stühlen und ich will ihn damit auch gar nicht belasten. Aber er bekommt das ja zwangsläufig mit. Wir sind uns sowieso sehr nah, mein Dad und ich. Das wird uns auch gern vorgeworfen (wobei ich nie verstehen werde, wieso man einem Kind vorwirft, so zu sein wie sein Vater – der Mann, den man liebt und mit dem man verheiratet ist... und ja, meine Eltern lieben sich, auch wenn sie hin und wieder ihre Meinungsverschiedenheiten haben).

              • (6) 28.04.19 - 14:51

                Deine Mutter hat offenbar einige Baustellen, also psychischer Art. Eifersucht scheint ja auch ein Thema zu sein. Vielleicht hat sie Angst, sie könnte irgendwann überflüssig und unwichtig für Dich sein? Selffulfilling Prophecy, denn wenn sie so weiter macht, treibt sie Dich immer weiter weg.

                Da helfen wohl wirklich nur klare Worte. "Mama, ich hab Dich unheimlich lieb, aber wenn Du so mit mir sprichst dann tust Du mir weh."

                • (7) 28.04.19 - 15:01

                  "Deine Mutter hat offenbar einige Baustellen, also psychischer Art. Eifersucht scheint ja auch ein Thema zu sein. Vielleicht hat sie Angst, sie könnte irgendwann überflüssig und unwichtig für Dich sein?"

                  you nailed it. Sie hat so einige Ängste. Und braucht es wahrscheinlich, gebraucht zu werden. Aber das kann sie mir halt nicht aufzwingen. Ich wiederum hasse es, wenn ich auf andere angewiesen bin. Und auf meine Mutter bin ich nunmal mit 40 Jahren nicht mehr angewiesen. Das versteht sie nur schwer und begreift es als Ablehnung. Aber so kommen wir eben nicht weiter.

          (8) 29.04.19 - 11:21

          Mein Vater ist ähnlich. Er hat ständig an mir und meiner Ordnung rumgemäkelt.
          Tatsächlich wohne ich keine 2 Minuten von ihm entfernt. Es hat zig mal bei uns geknallt. Wort wörtlich das der eine die Wohnung des anderen mit Türe knallen verließ. Ich hab ihm einfach immer wieder gesagt, dass es meine Sache ist. Ihm gesagt er könne gehen wenn es ihm nicht gefällt usw.
          Aber am Ende ist er mein Vater und ich seine Tochter. Wir lieben uns. Manchmal kommt hier und da noch eine kleine Bemerkung. Aber grundsätzlich hat er verstanden, dass ich mir da nicht rumpfuschen lasse.

          Da hat echt nur Konfrontation geholfen. Immer wieder und wieder!

    (9) 28.04.19 - 13:29

    Also wenn du keinen Zoff heraufbeschwören möchtest, aus Liebe zu deiner Mutter, würde ich mit deinem Vater irgendwie reden, dass er sie von der Idee, in eure Stadt zu ziehen, abhält. Alles andere wird ja früher oder später zum Knall führen .

    • (10) 28.04.19 - 13:44

      Ja, das habe ich heute früh nach dem Telefonat mit meiner Mutter, was er aber nicht mitgehört hat, getan. Ich hab ihm eine Mail geschrieben und ihm gesagt, dass ich befürchte, dass eine räumliche Nähe zwischen meiner Mutter und mir schiefgehen könnte. Und auch er hat hat mir letzte Woche unter 4 Augen erzählt, dass er vor einer Auseinandersetzung Angst hat und er daher lieber nicht zu uns ziehen würde.
      Er tut mir da aber auch leid, weil er so zwischen den Stühlen sitzt und die schlechte Laune meiner Mutter dann abbekommt ("du und deine Tochter haltet ja immer gegen mich zusammen" kommt dann immer, und dann redet meine Mutter mal gern 2 Tage eiskalt nicht mit ihm, auch wenn ich den "Streit" angefangen habe. Sippenhaft eben).
      Jetzt hört es sich an, als wäre meine Mutter ein Drache. Ist sie eigentlich nicht. Sie meint es "nur gut" (oh, ich hasse diesen Satz mittlerweile ...). Aber sie kann einfach keine Grenzen wahren und reagiert durch ihr niedriges Selbstwertgefühl schnell völlig über.

      • (11) 28.04.19 - 15:09

        Könnte meine Mutter sein. Und versuche es dir nicht schönzureden. Sie ist ein Drache. Emotionale erpressung ihr Metier. Und lässt euch tanzen wie Marionetten. Ich habe meine Mutter hochkant aus der Wohnung geschmissen als sie mich und meine damals 7jährige Tochter meinte beschimpfen zu müssen weil bei uns so ein dreckstall ist. Ich halte den kontakt beschränkt. Ich habe mir genug gefallen lassen müssen. Lass dich doch nicht so erpressen!

        • (12) 28.04.19 - 16:05

          Ja, ist schon verzwickt. Sie kann eine unglaublich warmherzige Frau sein und ich weiß, wie sehr sie mich und die Kinder liebt. Aber dann hat sie völlig aus dem Nichts kommende Ausraster, die so alle paar Jahre eskalieren. Jetzt gerade wieder.
          Die Ursachen weiß ich, die sind psychischer Natur. Ich selbst habe meine Ängste, aber im Gegenteil zu meiner Mutter stelle ich mich denen und lass mich nicht unterkriegen. So stark ist sie halt nicht.
          Seit Ende letzten Jahres ist sie in Rente gegangen und seit sie nicht mehr arbeitet, muss sie sich mit sich selbst beschäftigen. Sie sucht sich allerdings kein Hobby, schiebt ständig was vor. Das ist auch Teil ihrer Angst (soziale Ängste, sie fühlt sich anderen immer unterlegen und traut sich nichts zu). Außerdem hat sie ein paar körperliche Baustellen und dadurch verstärkt Ängste. In solchen Momenten handelt sie oft völlig unüberlegt und teilt in ihrer Panik links und rechts aus. Gerade erhalte ich eine Nachricht von meinem Vater, dass sie sich in ihrem Zimmer eingeschlossen hat, nach einem völlig banalen Zwischenfall. Mir tut sie auch leid, weil sie nicht aus sich raus kann. Aber ich kann ihre Ungerechtigkeit und ihr häufig übergriffiges Verhalten gerade nicht ertragen.

      (13) 28.04.19 - 17:37

      Die Frage ist, kann man das noch ändern? Sie klingt nicht so, als wenn sie einer gesprächstherapie zustimmen würde. Obwohl ihr das durchaus helfen könnte - aber das muss sie auch wollen.

      • (14) 28.04.19 - 17:51

        Ohne ihre eigene Einsicht ändert sich mal so gar nichts. Ich kann sie ja nicht zu einer Therapie zwingend. Und überhaupt: Sie hat ja gar keine Probleme ...
        Auch hab ich meine Zweifel, ob das nicht eh schon zu spät ist. Das sind jahrzehntelang eingeschliffene Muster. Meine Mutter ist Ende 60. Und sie war einfach schon immer so von ihren Ängsten und Selbstzweifeln besessen. Allerdings herrschen "gute Zeiten" vor. Die schlimmen Ausraster sind selten, aber da möchte man halt echt nicht in ihrer Nähe sein ... Und ich fürchte, dass wir häufiger aneinandergeraten, wohnen wir nahe aufeinander. Mit dem Alter und jetzt ohne Berufsleben wird das alles halt nicht einfacher.

        • (15) 30.04.19 - 13:44

          Eben, genau das eine ich. Wer nicht will, dem wird das nichts bringen und zwingen geht eh nicht.

          Meine Mutter ist ein anderes Kaliber, aber man hat ihr schon vor 27 Jahren (als ich 3 war) mehrmals geraten, in Therapie zu gehen. Da war sie 24. Es ist nur schlimmer geworden, sie hat es nie eingesehen, ist eine schreckliche Frau. Hier half nur der Kontaktabbruch. Von daher kann ich es gut nachfühlen... Es ist ein Kampf gegen einfühlen, den man eigtl immer verliert. Da würde ich auch lieber auf Abstand bleiben.

    (16) 29.04.19 - 15:47

    Gut gemeint ist der kleine Bruser von Scheisse!

    Du versuchst es seit Jahr und Tag im guten. Funktioniert nicht. Was passiert wenn du ein letztes Mal sagst dass du Dir XYZ verbittert und es dann Mal richtig knallen lässt?
    Es könnte helfen. Wenn nicht kannst und solltest du Ihr ins Gesicht sagen was sie schon spürt. Dass du sie nicht da haben willst weil sie permanent übergriffig ist.

    Bei mir wäre die Hölle zugefroren wenn meine Mutter meine Schubladen entrümpelt und umgeräumt hätte. Aber so richtig!

(17) 28.04.19 - 15:11

Ich fühle mit dir. Meiner Mutter wohnt leider nur 25 km entfernt. Ansonsten sind unsere Mütter sich sehr ähnlich.
Wenn man meiner Mutter sagt das sie etwas falsch macht und sich zu sehr einmischt droht sie mit Selbstmord.
Meine Mutter musste einmal Handwerker in die damalige Wohnung lassen. Mein jetziger Mann und ich hatten 60 Stunden Wochen, 51qm und der Handwerker war erst für drei Tage später geplant. Auf der Arbeit bekam ich einen Anruf von ihr das sie in unserer Wohnung war. Sie hat mich als Schlampe und Messi bezeichnet. 3 Monate später war ich nicht sicher ob sie zu meiner Hochzeit kommt.
Du hast Erfolg, zwei tolle Kinder. Sei stolz auf dein Leben.
Wenn sie eine Bemerkung macht das du nicht willst das sie in die Nähe ziehen, sag ihnen das es nicht so ist aber du dein Leben trotzdem so weiterleben wirst.
Schluck nicht alles runter. Ich habe das lange gemacht und jedesmal wurde die "Liebe" zu meiner Mutter kleiner.

  • (18) 28.04.19 - 16:08

    Ja, dieses Runterschlucken macht es nicht besser. Sie lässt einen immer wieder ankriechen und gibt einem das Gefühl, dass man sie schlecht behandelt hat. Darauf lass ich mich schon nicht mehr ein, zum Glück hab ich da 200 Kilometer dazwischen. Nur dadurch kann ich das aushalten, sonst wären wir wahrscheinlich schon länger nicht mehr im Kontakt.
    Diese Ausraster kommen zum Glück nur alle Jubeljahre mal vor, dann aber umso heftiger. Wie ein Vulkan bricht dann aus ihr alles raus, was sich angestaut hat.
    Wenn sie so drauf ist wie jetzt, werde ich diese Diskussion über einen Herzug nicht führen, das bringt nichts. Zumal es gerade eh nicht Thema ist.

    (19) 28.04.19 - 22:33

    Hallo,

    Beließ dich mal zum Thema narzisstische Mutter. Meine alte Dame hat mehrfach gedroht sich was anzutun. Ihre direkte nachbarin ist den weg ohne Ankündigung gegangen. Ich habe den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen und arbeite das alles auf. Oft habe ich mich gefragt warum und fand keine Antwort . Meinen Schwiegereltern sind auch nicht einfach, da holen wir uns jetzt professionelle Hilfe.
    Wir können die anderen Menschen nicht ändern, aber wir können uns verändern.

    Alles gute für euch

    • (20) 29.04.19 - 01:26

      Vielen Dank für deine Anregung. Narzissmus sehe ich bei meiner Mutter nicht, denn sie zeigt mir sehr oft und manchmal auch erdrückend doll, dass sie mich liebt. Aber sie kann eben auch nicht verstehen, warum ich so anders bin als sie und denkt, sie hätte etwas falsch gemacht. Oder meint, ich würde sie nicht lieben, weil ich ihre Hilfe ablehne. Wenn sie dann explodiert, dann geschieht das immer aus einer übersteigerten Angst heraus. Sie ist dann total in sich gefangen.

(21) 28.04.19 - 15:58

Bekomme gerade eine Mail von meinem Papa zurück. Meine Mutter dreht gerade total frei.

"Seit Mama wieder zu Hause ist, ist sie ziemlich gereizt, weil sie meint, sie sei überflüssig und würde nicht mehr geliebt und für alle nur eine Last. Ich versuche zwar, sie mit Ruhe zu besänftigen, aber damit erreiche ich meistens das Gegenteil. Wenn ich sage, dass du dein Leben nach deinen Vorstellungen einrichtest, versteht sie das so, dass sie alles verkehrt gemacht hat. Vernünftige Argumente sind dann nicht hilfreich; in solchen Situationen kommt man nicht an sie ran. Vorhin war wieder so eine Situation, da ist ein kleines Hufeisen ohne konkreten Anlass von der Schrankwand gefallen. Das war der Beweis, dass sie kein Glück im Leben hat und besser tot wäre. Als ich sagte, sie solle aufhören mit dem Scheiß, ist sie wütend in ihr Zimmer geflüchtet und hat sich eingeschlossen. [...] Manchmal habe ich Angst, dass sich hinter allem eine Krankheit verbirgt und dass ihr geholfen werden müsste, aus ihrem zeitweiligen Gefängnis rauszukommen. Denn natürlich leidet sie.
[...] Ich weiß, wie sehr sie dich und die Kinder liebt. Sie muss nur wieder aus diesem Gefühlsstrudel herauskommen."

Das Pulverfass ist also mal wieder explodiert. Und ich sitze 200 km entfernt und könnte laut schreien. ;-)

  • (22) 28.04.19 - 16:02

    Das mit der Krankheit scheint offensichtlich. Ich dachte, das wäre für dich und deinen Vater klar?

    • (23) 28.04.19 - 16:12

      Für mich ist das schon lange klar, zumal ich auch diese Ängste hatte (die haben sich offensichtlich gut auf mich übertragen) und im Gegensatz zu ihr aber rechtzeitig psychologische Hilfe aufgesucht habe. Aber ihrer Meinung nach ist ihr Verhalten total normal, sie will sich das nicht eingestehen. Und ohne diesen Prozess braucht man gar nicht erst in Behandlung zu gehen. Wobei das schon so eingeschliffen ist bei ihr, keine Ahnung, ob man da noch was drehen könnte bei einer Frau mit fast 70 Jahren.
      Ich hatte darüber auch schon mit meinem Vater gesprochen, dass ich ihre Ängste kenne und mich manchmal in ihr spiegele. Aber so richtig wahrhaben will er das auch nicht, glaube ich. Kommt ja auch nur alle paar Jahre vor, dass sie explodiert. Dann aber richtig. Und dann ist wieder Ruhe und sie ist die tollste und liebevollste Mutter und Ehefrau überhaupt. Na gut, austeilen kann sie immer mal mit bissigen Bemerkungen, ohne einstecken zu können. Aber geschenkt. Gegen diese Ausbrüche, wie sie jetzt wieder zutage treten, ist das echt Pipifax.

(24) 28.04.19 - 16:00

Du bist für deine Mutter nicht perfekt genug.
Und mehr Nähe würde es verschlimmern.
Es wäre für alle Beteiligten besser den Abstand Aufrecht zu erhalten.

  • (25) 28.04.19 - 16:15

    Wir würden alle leiden wie die Hunde. Mein Vater zu allererst. Meine Mutter aber auch, denn sie liebt mich abgöttisch und tut eigentlich alles für mich. "Nur" dass sie nie gelernt hat, sich von mir richtig abzunabeln. Und auch ich liebe meine Mutter, weil sie zu 90 % eben eine herzensgute Frau ist. Und dann kommen wieder ihre Ängste hoch und ihr knallt ne Sicherung durch. Dann teilt sie aus. Und mit diesen Phasen kann ich nicht umgehen.

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