Problem mit lauter Nachbarschaft - wie künftig mit umgehen? (leider extrem lang)

    • (1) 30.04.19 - 18:36
      Stille gesucht

      Hallo liebe Gemeinde,

      ich schreibe hier, weil ich mir ehrliche Ratschläge, Meinungen und ein wenig Input erhoffe.

      Mein Mann und ich sind mit unseren Kindern vor wenigen Jahren ins Eigenheim gezogen. Es ist das geerbte Elternhaus meines Mannes, in dem er auch aufgewachsen ist. Es ist eine klassische Einfamilienhaussiedlung auf dem Land, die Häuser sind so in den 60-ern gebaut worden. Die Nachbarschaft besteht seitdem quais unverändert. Sprich, keine Neukäufe sondern die Häuser wandern von Generation zu Generation. Man kennt sich also.
      Ich bin "die Neue, die Zugezogene" aber mein Mann ist hier, wie gesagt aufgewachsen.

      Über die Jahre sind natürlich auch die anderen "Kinder" großgeworden und mittlerweile setzt sich die Nachbarschaft überwiegend aus Mehrgenerationenhäusern zusammen. Also klassisch: Die älteren Herrschaften unten, die Söhne mit den Ehefrauen oben oder im Anbau.
      Wir sind quasi die große Ausname, dass wir allein, ohne Eltern, in unserem Haus leben.
      Wir sind Ende dreißig, zwei Kinder im Schulalter.
      Die anderen Nachbarn sind ebenfalls um die dreißig, nahezu alle noch kinderlos, deren (Schwieger)Eltern im Rentenalter.

      Soviel zur sozialen Zusammensetzung.

      Unser Problem ist nun die extreme Feierfreude der Nachbarn. Es geht hier nicht um ein einzelnes Paar, das wäre leicht freundlich zu regeln. Es betrifft wirklich das gesamte Wohngebiet, auch andere Straßenzüge wo wir die Leute nicht persönlich kennen.
      Hier wird regelmäßig groß im Garten gefeiert. Jeder Geburtstag, jeder Anlass, egal was...
      Es wird dann meist ein großes Zelt im Garten aufgebaut oder der Partykeller aktiviert, ein Bierwagen hingestellt und dann geht die Post ab. Das große Problem dabei ist, dass dann so ab 22 Uhr die Musik voll aufgedreht wird. Ja, dann geht es erst los und wird nicht LEISER gemacht sondern LAUTER!
      Ab dann hat man die volle Beschallung des Grauens, oft bis zwei, drei Uhr morgens. Gerne so Perlen wie "Morgens, Mittags, Abends saufen" usw. Lieder, die ich erst hier kennen gelernt habe. #zitter
      Sehr gerne wird das ganze Treiben auch noch von einem Feuerwerk begleitet. Spätestens dann ist für Kinder und Tiere alles vorbei.
      Die Musiklaustärke bei diesen Feiern ist so extrem, dass ich selbst bei geschlossenen, mehrfach verglasten, modernen Fenstern den Fernseher nicht mehr verstehen kann.
      So etwas kommt, wie gesagt, nicht nur einmal im Jahr vor, sondern mehrfach.

      Im Februar hatten wir eine Feier, bei der meinem Mann versprochen worden war, dass es nicht so laut wird und am Ende saß unsere Tochter stundenlang weinend im Bett und dann gab es natürlich auch noch wieder ein Feuerwerk.
      Auch an Ruhetagen wie Karfreitag wird gefeiert, wenn da jemand Geburtstag drumherum hat. Dieses Jahr auch, allerdings ohne die extreme Musik. Aber schon laut!
      Oft ist es auch so, dass die anderen erwachsenen Kinder der älteren Leute, die woanders wohnen, den Garten oder Keller ihrer Eltern für ihre eigenen Partys nutzen und ihre Feiern dann auch hierher verlegen.

      Mittlerweile bin ich mit den Nerven vollständig am Ende. Ich selbst gehe zwischen 20-21 Uhr ins Bett (was Gründe hat!) und leide massiv unter meiner Nachbarschaft. Es ist auch ohne Feiern sehr, sehr laut hier.
      Nicht nur die üblichen Gartengeräte usw. Laute Gespräche, auch Abends spät auf der Straße, unerträglich laute Motorroller zu unmöglichen Zeiten... Der Bruder eines Nachbarn kommt jeden Tag mit seinem Roller Abends her gefahren und fährt spät Abends wieder weg. Er wohnt 4 Häuser weiter!! #gruebel

      Das sind alles Dinge, die wir hinnehmen müssen, schon klar.

      Die Frage ist, wie wir künftig mit diesen Partys umgehen.
      Ich leide mittlerweile sogar psychisch massiv unter der Belastung. Selbst wenn wochenlang nichts stattfindet rechne ich im Hinterkopf permanent damit, dass es ja am Wochenenende wieder los gehen könnte und zucke jedes Mal zusammen, wenn Besuch kommt oder ein Laster in die Straße fährt, weil es ja der nächste Zeltverleih, Bierwagen oder Toilettenhäuschen (hatten wir letztes Jahr zwei mal hier stehen) sein könnte.

      Ich kann absolut verstehen, wenn das jemand übertrieben findet. Aber nächtliche Ruhestörung ist wirklich das Schlimmste, was man mir auf dieser Ebene antun kann.
      Und dafür gibt es doch gesellschaftliche Regeln, oder? Der eine ist sehr empfindlich, der nächste krank, der übernächste hat kleine Kinder und wieder ein anderer arbeitet im Schichtdienst und muss Sonntagsmorgens früh raus... Es gibt immer andere Gründe. Dafür gibts doch Regeln. Warum halten sich immer weniger Menschen an diese Regeln des sozialen Zusammenlebens? #schmoll

      Oder es ist in unserer Straße alles ruhig und ich öffene Abends das Kinderzimmerfenster zum Lüften und höre dann zwei Straßen unter uns das laute Gelächter und weiß: Wenn es dunkel wird, wummern die Bässe, knallen die Böller oder was weiß ich.

      Mittlerweile ist unsere Ehe sogar deswegen belastet, obwohl mein Mann und ich uns lieben und ansonsten ein gutes Team sind.
      Ich bin todunglücklich in dieser Umgebung und mache ihn irgendwie dafür verantwortlich mich "hierher geschleppt" zu haben. Wir haben für die Sanierung des Hauses einen Kredit aufgenommen, es hat ewig gedauert die Kinder hier einzuleben, es gab nach dem Tod meiner Schwiegereltern familiäre Absprachen zum Haus.

      Ich hänge hier fest. Umziehen geht nicht mehr. Unser Geld, monatelange Eigenarbeit und alles steckt hier drin. Mein Mann liebt dieses Haus und ist glücklich hier. Aber er versteht voll und ganz das Problem und wollte auch mit den Nachbarn sprechen.

      Das Problem ist aber nunmal, dass es nicht nur EINE Familie ist, sondern das ja reihum geht.
      Vermutlich sind für die anderen WIR das Problem.
      Wobei offenbar auch andere Leute nicht ganz glücklich sind. Vor einiger Zeit hat sich mal jemand anonym in einer Facebook Gruppe beschwert. Wir wissen nicht wer es war, aber derjenige ist dermaßen beschimpft und nieder gemacht worden, dass seitdem wohl niemand mehr den Mund aufmacht. Das ist ohnehin übliche Herangehensweise. Ein regionales Problem. Durch Facebook Ortsgruppen usw erfährt man, dass es in den anderen Dörfern und Wohngebieten ähnlich zugeht und immer wieder mal jemand anonym Dampf ablässt.
      Offen traut sich längst niemand mehr. Dann kommt direkt die gesammelte Meute und innerhalb kürzester Zeit hat so ein Post 50 und mehr bitterböse Kommentare.
      Von fiesem Spott bis hin zu Drohungen und dem typischen "Dann hau doch ab" ist hier alles dabei.


      Mein Mann hatte mir im Winter versprochen, dass er mit den beiden ärgsten Nachbarn mal ein Bier trinken und das Thema ganz freundlich und kameradschaftlich persönlich ansprechen will. Uns geht es erstmal nur um die laute Partymusik.
      Bis jetzt hat er das aber nicht gemacht und nach der letzten Party kürzlich haben wir deswegen bis aufs Blut gestritten, weil ich morgens um drei völlig übermüdet, krank und mit den Nerven am Ende war.

      Ich habe gesagt, dass ich in Zukunft jedes einzelne Mal die Polizei rufen werde, wenn nach 22 Uhr noch gelärmt wird.
      Das hab ich wie gesagt mitten in der Nacht gesagt und ist aber natürlich auch keine Lösung. Wir wären auf ewig Aussätzige.
      Die Nachbarn sind menschlich ganz in Ordnung, aber sobald es um saufen und feiern geht werden sie primitive Viecher ohne jegliches Sozialverhalten.
      Entschuldigung, ich kann es nicht mehr charmanter ausdrücken, seit mir nach dem letzten Straßenfest eine gesamte Familie so sturzbesoffen entgegen gekommen ist, dass keiner mehr auch nur halbwegs laufen konnte. Der Familienvater krabbelte schließlich auf allen vieren bei den die Feier ausrichtenden Nachbarn die Einfahrt hoch.
      Ich bin davon massiv angewidert. Aber gut, ich muss da nicht teilnehmen. Aber ich MUSS schlafen können.


      Was würdet Ihr tun?
      Das Gespräch wenigstens mit den direkten Nachbarn aus der eigenen Straße suchen und hoffen?
      Jedes Mal auswärts schlafen, wenn möglich? Ich bin letztes Jahr schon mehrmals zu meiner Familie gefüchtet, aber das kann ja nicht die Lösung sein, oder?
      Die harte Tour gehen und regelmäßig Ordnungsamt/Polizei rufen und damit zu absoluten Aussätzigen werden?
      Meinem Mann ist die gute Nachbarschaft extrem wichtig und natürlich möchte auch ich keinen Dauerkrieg hier. Das wäre ja furchtbar...

      Umziehen ist leider, wie gesagt, in den nächsten Jahren keine Option. Weder finanziell, noch familiär, noch beruflich...

      Ich werde allmählich richtig krank hier... Entschuldigt, dass es so lang geworden ist. Ich bin davon selbst überrascht. Aber irgendwie musste das anscheinend raus.

      Danke für Meinungen. Ich lese und antworte wenn erwünscht morgen.


      LG

      • (2) 30.04.19 - 19:00

        Ich würde das Ganze nicht so hinnehmen, zuerst mit den nähesten Nachbarn reden und auch auf die Kinder verweisen.
        Sollte dies nicht fruchten, würde ich rigoros die Polizei rufen. Mag sein, dass das einige hier unmöglich finden, aber ich muss mich bei mir Zuhause wohl fühlen, wenn das durch Andere nicht geht, brauche ich Hilfe.
        Ich denke mal, dass nach 2-3 Einsätze ein Lerneffekt eintreten sollte. Die Polizei ist außerdem nicht verpflichtet zu sagen, wer sie angerufen hat.

        • (3) 30.04.19 - 20:26

          Na ja, wir wohnen auf dem Dorf. Ein Großteil der Nachbarn ist in der freiwilligen Feuerwehr, jeder Mann bis hoch zum Bürgermeister ist im Schützenverein usw.
          Auf Anonymität kann ich hier nicht hoffen. Auch nicht von Polizisten. Ich selbst kenne einen Polizisten - den Vater einer engen Freundin meiner Tochter.

          Ich würde aber auch dazu stehen. Ein Denunziant bin ich eigentlich nicht.
          Aber ich weiß ganz ehrlich nicht, ob ich/wir dauerhaft mit den unweigerlichen Konsequenzen leben könnten.

          Danke Dir!

          Wie gesagt, mit Polizei rufen und solchen Sachen wäre ich bei einer solch eingeschworenen Meute sehr(!) vorsichtig.

          Das ist eine gewachsenen Nachbarschaft, die diese Lebensweise verteidigen wird.

          Die "Spießer" werden bevorzugte Opfer von Kinderstreichen und offenem Mobbing. Ich bin mir sehr sicher, dass sich die Lage der TE massiv verschlechtern würde. Die TE hat nicht mal Rückhalt vom eigenen Mann, die wird gegen das nachbarschaftliche Kollektiv den Kürzeren ziehen. Oft werden auch die Kinder der "komischen Leute" ausgegrenzt.

      Sorry aber ums umziehen wirst du in deiner Lage wohl nicht drum rum kommen. Es gibt IMMER eine Lösung. Haus verkaufen z.B. Du hast alle anderen Optionen selbst schon genannt.

      Das mit der Polizei rufen jedes Mal habe ich selbst schon durch (Nachbar-Teenies die jedes Wochenende Freitag und Samstag sturzbetrunken mit dem letzten Nachtbus nach Hause kamen und mitten in der Nacht noch randalierten, johlten und brüllten) und weisst du was passiert ist? Die Bullen kamen gar nicht mehr! Die wussten nach ein paar Wochen genau WER da um diese Uhrzeit schon wieder anruft. Als die Polzistin am Telefon schon genervt war wusste ich, das hat keinen Sinn mehr. Mir ging es wie dir, schon fast Angstzustände bekommen nur beim Gedanken jetzt ins Bett zu gehen und wieder durch Gebrülle wach zu werden.

      Die Eltern der Teenies liessen übrigens nicht mit sich reden: Ja lasst doch die Kinder, wir schreiben denen nichts vor die sollen ohne Zwänge erwachsen werden. Ah ja vielen Dank auch...

      • Genervt? Auch Polizisten haben Vorgesetzte und wenn ich dann schon einmal das Arschloch bin, dann bin ich es auch richtig! Es ist ihr verdammter Job und ich weiß, wovon ich rede ;-) Und wenn die Eltern es nicht auf die Kette kriegen, ihren Blagen Einhalt zu gebieten, dann muss es eben ein anderer tun.

    Ja, ein langer Text....

    Ganz klar ist mir nicht, ob deine Nachbarschaft wirklich ständig absolut unerträglich laut ist oder du einfach etwas empfindlich bist und insgeheim sauer, weil du die Gegend, in der du nun den Rest deines Lebens verbringen sollst, nicht magst?

    Wie oft sind denn diese Feste mit Feuerwerk und Diskomusik?
    Und die Feiern ohne Feuerwerk, wie nah sind die wirklich?

    Gegen laute Gespräche oder Nachbarn, die einen Roller benutzen wirst du nichts tun können.

    • (8) 30.04.19 - 20:43
      Stille gesucht

      Ja, ich bin empfindlich. Dazu stehe ich und ich schrieb ja auch, ich habe Verständnis wenn jemand mich übertrieben findet.

      Unter anderem bin ich zum Beispiel chronisch krank. Eine Begleiterscheinung sind heftige Schlafstörungen. Deswegen schlafe ich schon dauerhaft von meinem Mann getrennt, was absolut nichts mit unserer Ehe zu tun hat, sondern ausschließlich an mir liegt.

      Es ist natürlich nicht jede Woche Remmidemmi. Das schrieb ich ja. Aber zu oft. Und dann eben jedes Mal so ausufernd.
      Ich möchte niemandem seinen Spaß verderben und habe auch nichts gegen Grillpartys oder wenn man im Sommer eben lange draußen sitzt, auch gern mit Gästen. Dafür hat man ja Garten usw.
      Ich bin auch bereit Abstriche zu machen.
      Dann mache ich eben auch im Hochsommer die Fenster zu, wenn sich mal wieder 10 Leute bis mitten in der Nacht auf der Terrasse unterhalten.
      Und wenn mal wirklich ein besonderer Anlass ist bestehe ich auch nicht darauf, dass um Punkt 22 Uhr alles mäuschenstill ist.
      Letztes Jahr war hier ein Polterabend, angekündigt war. Da bin ich direkt zu meiner Familie geflüchtet. Mein Mann ist hier geblieben und bestätigte mir, dass es die beste Entscheidung war.

      Meine Familie lebt aber in einem anderen Landkreis und es ist echt eine üble Fahrerei jedes mal. Und ich kann und will mich nicht ständig aus meinem eigenen Haus vertreiben lassen.

      Die Häufigkeit variiert, um auf Deine Frage einzugehen.
      Das letzte Feuerwerk war vergangenen Samstag, eine Straße tiefer. Die letzte große Party der direkten Nachbarn an Karfreitag.
      Die anderen direkten Nachbarn haben Ende Februar mit Zelt, Feuerwerk und Kirmesmusik bis 3 Uhr morgens gefeiert. Der Anlass war übrigens Babypinkeln. (Ich wusste bis ich hierher kam nicht mal, was das sein soll)
      Inzwischen weiß ich: Der frisch gebackene Vater besäuft sich bis zum Morgengrauen mit Freunden und Familie, beschallt die Nachbarschaft bis morgens mit Schlagermusik und die Gäste pinkeln in meine Blumen. Toller Brauch.

      Dazwischen gab es kleinere Sachen. Die nächste große Party ist jetzt im Mai, das große Straßenfest dann im Juni. Da wird sogar mit Luftgewehren der "Straßenschützenkönig" ausgeschossen. Ein weiterer Polterabend steht demnächst noch an (auch da ist der Gastgeber nur ein woanders lebender Sohn, der die elterliche Location nutzt) und halt die üblichen Geburtstage. Und das sind nur die Feiern, von denen ich weiß. Manchmal erscheint das weiße Zelt oder der Bierwagen auch als nette Wochenendüberraschung einfach so vor meinem Fenster.

      Feuerwerke gibt es übrigens tatsächlich regelmäßig. Mal ganz nah, mal ferner. Hier werden ohne Übertreibung bei jedem zweiten Geburtstag ein paar Raketen abgeschossen und Böller gezündet. Natürlich ist das nicht angemeldet. Interessiert auch niemanden.

      Manchmal ist gefühlt ewig nichts und dann geht es wieder Schlag auf Schlag.

      Die Belastung für mich ist inzwischen dauerhaft, wie ich oben schon schrieb. Zum Beispiel habe ich mir heute den ganzen Tag Gedanken gemacht, ob ich heute Nacht schlafen "darf", weil morgen der 1. Mai ist.
      Ich habe jegliches Wohl - und "Sicherheits" gefühl in meinen eigenen vier Wänden verloren, was Schlaf an/vor dem Wochenende/Feiertagen angeht.
      Ich möchte einfach nur, dass die gesetzlichen Ruhezeiten eingehalten werden und bin auch, wie gesagt, bereit selbst Abstriche zu machen.

      Danke für Deine Antwort!

      • So, wie du das beschreibst, wirdst du nichts tun können. Das Problem sind ja nicht einzelne Nachbarn, die sich nicht an die Ruhezeiten halten, sondern das ganze Dorf. Und du wirst die Lebensgewohnheiten im Dorf nicht ändern können.


        Dazu kommt noch, dass du offensichtlich krank bist, dazu noch psychisch sehr belastet und deshalb so extrem reagierst. "Normale" Menschen sind vielleicht auch sehr genervt, verlieren aber nicht ihr komplettes Sicherheitsgefühl.

        Im Prinzip gibt es genau zwei Möglichkeiten. Entweder du gewöhnst dich daran, isolierst richtig, schläfst im Keller oder mit Oropax.
        Oder aber ihr zieht um und überlegt diesmal genau wohin.

        Das, was du beschreibst, ist einfach Dorfleben. Ich hab jetzt wirklich nachgedacht, aber im Prinzip feiert bei uns auch ständig irgendwer irgendwas, entweder privat oder eben so Dinge wie maibaumaufstellen, Starkbierfest, Feuerwehr fest, Seefest usw unf...
        Das würde dich genauso stören, fällt hier aber niemanden groß auf, außer es ist wirklich neben an. Dann regt man sich mal auf, vergisst es aber wieder.

        Aber wenigstens haben wir nicht ständig Feuerwerk, jedenfalls nicht alle 2 Wochen oder so. Das ist nämlich wirklich nervig.
        Dafür wird bei uns aber Samstag früh um 5 zu den Hochzeiten geböllert:-[:-[, auch ganz toll...

Auch wenn du es nicht hören willst ist wegziehen die einzige Möglichkeit. Ich versteh aber ehrlich gesagt nicht wie ihr das Haus sanieren und euch einleben konntet, die Parties waren in dieser Zeit ja auch, oder?

Oje, ich kann dich richtig gut verstehen! Vor allem der Teil, wo du schon Beklemmungen und Schweißausbrüche bekommst, wenn du meinst es sei was im Gange auch wenn Ruhe herrscht.
Mir ging es damals in unserer hellhörigen Mietwohnung so, da waren weniger die Partys das Problem, sondern die ständigen Umzüge. Und da wurde bis 22 Uhr gebohrt und gehämmert.
Wir leben auch in einem Dorf, aber die "heftigen" Zeiten hier sind schon 20 Jahre her. Da war meine Nachbarin immer der Buhmann, weil sie strikt ab 22 Uhr die Polizei gerufen hat. Sie hat das ausgehalten, dass damals keiner mehr mit ihr geredet hat, aber sie hat auch keinen Mann, der da aufgewachsen ist (sie sind beide zugezogen, so wie wir).
Steter Tropfen hat den Stein gehölt und irgendwann gab es eh einen großen Streit in der Nachbarschaft und die Partybase war da Geschichte. Unser Glück! Jetzt ist hier zwar ab und zu mal eine Party, aber dann schlafe ich in der Nacht halt mit zugestöpselten Ohren und geschlossenen Fenstern--die Jungs pennen wie Steine.
Aber das ist auch nur 2-3 mal im Jahr, damit kann ich leben. Bei dir sieht das schon anders aus! Feuerwerk z.b. geht ja mal überhaupt nicht, bzw. muss für teuer Geld angemeldet werden und das wird da kein Nachbar gemacht haben.
Bei FB ist das übrigens auch ähnlich, wenn sich mal einer beschwert, dann wird er aufs übelste beschimpft.
Tja, was würde ich machen...#kratz Entweder mir die Ohren verstöpseln und mit den Kindern im ruhigsten Raum schlafen oder halt konsequent die Spaßbremse spielen und die Polizei rufen. Die Polizei wird da irgendwann auch keinen Bock mehr drauf haben und du solltest dich bloß nicht abwimmeln lassen! Wenn die da ein paar Mal auf den Tisch gehauen haben, dann kehrt hoffentlich Ruhe ein.
Du kannst auch dokumentieren, wann die Ruhestörung war und eine Meldung ans O-Amt schicken. Vielleicht kannst du auch mit den Nachbarn einen Kompromiss schließen, z.b. ab 22 Uhr nur noch im Garten reden. Ich wünsche dir gute Nerven!!

Ich finde, dein Mann macht es sich recht einfach, nur nichts entscheiden, nur nirgends anecken.

Da wäre sicher zumindest hilfreich, mal einen Standpunkt zu verlangen. Vielleicht hat er Schiss vor den Nachbarn und traut sich nicht es zuzugeben.

Wenn Auszug nicht möglich ist, sehe ich nur 2 Optionen: Polizei oder versuchen, einen Notschlafplatz zu haben. Entweder auswärts oder vielleicht im Keller?

Ich würde aber eher umziehen, wenn es irgendwie machbar ist. Ich hatte auch schon eine Wohnung mit ständiger Lärm- und Geruchsbelästigung und fand es unglaublich, wie mürbe und aggressiv das macht.

(13) 30.04.19 - 19:19

Wie oft sind diese Belästigungen? Vielleicht doch einmal im Monat woanders uebernachten? Ich haette jetzt unsere Gegend nicht als besonders laut bezeichnet. Aber Fenster auf Kippe waere fuer mich wegen Laermbelaestigung nicht moeglich. In anderen Räumen uebernachten, wie Keller?

Hallo.

Ein Feuerwerk muss/sollte man vom Ordnungsamt genehmigen lassen und dazu braucht man in der Regel einen "triftigen Grund". Vielleicht probierst du es mal auf diese Weise und rufst dort an, um nett nachzufragen, ob es in dieser Gegend so üblich ist so extrem zu feiern? #zitter
Gut, wenns ziemlich ländlich ist und man sich kennt..... Könnte durchaus sein, dass schnell durchsickert WER anruft, um WEN anzuschwärzen. Aber mit dem Polizei-Anrufen ist es ja genau so.

Sch.... Situation..... Fürchte, dass "reden" mit den Nachbarn - wenn überhaupt - nur für kurze Zeit Abhilfe schafft. Besser wird es sicher erst, wenn die jungen Partymacher selber Kinder haben. Aber da musst du wahrscheinlich noch Jahre aussitzen.

Da ist wirklich guter Rat teuer.#schwitz

(15) 30.04.19 - 19:51

Puh, das klingt ja furchtbar. Aber jetzt mal unter uns, ist es wirklich so schlimm oder empfindest nur du es so extrem? Deinen Mann stört es nicht?

Ich wohne auch auf dem Dorf, hier wird hin und wieder gefeiert, aber alles im Rahmen finde ich. Notfalls mache ich halt Ohropax rein.

Habt ihr nicht die Möglichkeit im Keller zu schlafen oder so?

LG

  • (16) 30.04.19 - 20:46
    Stille gesucht

    Doch, meinen Mann stört es auch.
    Sogar unsere Kinder und gerade die Jüngere ist eigentlich eine Schläferin Typ "Da kann ne Bombe explodieren" wenn sie einmal richtig schläft.

    Da wir "mittendrin" wohnen kriegen wir es immer ungefiltert ab, den vollen Schall.
    Ich hab schon jedes Zimmer ausprobiert. Sogar das Bad, das nach hinten zum Wald rausgeht, ohne Witz! Ab einer bestimmten Dezibel Zahl machste da nichts mehr.
    Vor allem, wenn Bässe wummern. Das geht eben einfach durch und durch.
    Da helfen mir auch keine Kopfhörer usw mehr. Alles schon versucht.

Möchtest Du vielleicht Trompete lernen? Oder Schalmei? Auch Geige ist nett, da empfehle ich aber eine E-Geige mit Verstärker.

Geübt wird natürlich im Garten oder auf der Terasse, morgens ab halb 8. Konsequent.

Vielleicht merkt die liebe Nachbarschaft, was sie Dir da eigentlich antut.

Liebe Grüße und alles Gute!

  • #rofl Gute Idee!!!! ;-)#pro

    (19) 30.04.19 - 20:23

    Mein jüngstes Kind spielt seit Kurzem Blockflöte.
    Und was mache ich? Ich achte immer darauf, dass die Fenster geschlossen sind, wenn geübt wird. #klatsch
    Überhaupt sorgen wir dafür, dass wir unsere Freiheiten was Kinderlärm betrifft keinesfalls ausnutzen. Wir halten Ruhezeiten ein, die Kinder toben nicht schon morgens früh im Garten herum, wir sorgen dafür, dass nicht ständig laut geschrien wird usw...
    Vermutlich sind wir zu rücksichtsvoll.

    Ich hatte allerdings in einem verzweifelten Moment auch schon den Gedanken, dass jemand von uns unbedingt Schlagzeug lernen müsste... #rofl Danke für den Lacher!

ab 22 Uhr konsequent die Polizei rufen... so oft wie es eben notwendig ist. Wenn du Anzeige wegen Ruhestörung stellst, erfährt der andere deinen Namen, sonst nicht. Aber ehrlich gesagt wäre es mir egal. Nicht jeder hamstergeburtstag muss gefeiert werden wie die Krönung der Queen. Insbesondere hatte ich für lauten Lärm nach null Uhr absolut kein Verständnis ... nicht mal ein bisschen.

Hallo,

das klingt ja wirklich schlimm.
Ich bin eigentlich ein Gegner von 'wie du mir so ich dir', aber lass doch mal deine Kinder am Morgen nach der Party in ungezwungener Lautstärke im Garten toben, wenn die anderen ihren Rausch ausschlafen wollen ;-)
Im Idealfall beschweren die sich dann bei euch und es kommt endlich ein Gespräch zustande über Lärmbelästigung in der Nachbarschaft.
Ich würde an deiner Stelle versuchen, erstmal Ich-Botschaft-mäßig klarzumachen, wie sehr dich das belastet - mit Mitleid hast du bessere Chancen auf Rücksichtnahme als mit einem Spielverderber-Image.
Und Dir Ausweichmöglichkeiten schaffen zum Übernachten woanders oder evtl. im Keller falls schalldichter.
Natürlich sollst du dich nicht vertreiben lassen und musst dir auch nicht alles gefallen lassen, aber vielleicht geben Dir Ausweichräume etwas von dem Handlungsspielraum zurück, der Dir im Moment fehlt. Die Ohnmacht dem Lärm gegenüber ist sicher sehr belastend für dich.

Alles gute und ruhige Nächte, c

(23) 30.04.19 - 21:55

Ich kann dich so gut verstehen! Wir haben ähnliches durch. Es war zwar nur ein Nachbar, dafür aber täglich.
Wir hatten alles durch : Polizei, Ordnungsamt und natürlich persönliche Gespräche en masse. Das einzige, was uns geholfen hat, war der Umzug! Wir hätten in der damaligen Wohnung NIEMALS Ruhe bekommen. Wir haben so viel Nerven gelassen für nichts.
Ich kann dir sagen, das Leben ist jetzt schön! Wir haben unsere Ruhe bekommen und genießen sie in vollen Zügen! Es ist so viel wert!
Verkauft das Haus, lasst die Leute feiern und lebt euer Leben in Ruhe und Frieden!
Nur Mut! Es gibt eine Lösung!

Hallo,


Auf dem Dorf bist du als neudazugekommene immer außen vor. Ich schreibe da aus Erfahrung.

Die Idee mit den lauteren Instrumenten hast du schon bekommen. E- Pianos sind auch noch was tolles. Wir haben so ein Ding mit 40klassischen Liedern.
Mein Mann ist auch kein ruhiges Wesen, aber wenn es ihm zu viel wird gibt es nur zwei dinge und zwar früh zu einer Zeit wo der Rest noch schläft: klassische Musik zum Frühstück oder die kettensäge. Der Erfolg ist zumindest mittags da.
Alternative: gibt es bei euch außerhalb Kleingärten zur Pacht? Wäre wenn eine gescheite Hütte drin ist eine wohnortnahe fluchtmöglichkeit. Ich habe auch so eine Oase der Ruhe 😉

Viele Grüße

Mal ein ganz anderer Ansatz, weil ich vermute, an der Nachbarschaft lässt sich nichts ändern:

Wie wäre es, wenn du dir ein neues, wirklich schallgeschütztes Schlafzimmer einrichtest? Vielleicht im Keller?

Manche tun das, um Schlagzeug üben zu können. Du vielleicht, um IMMER in Ruhe schlafen zu können, wann DU willst.

Deine Töchter könnten im Extremfall auch bei dir schlafen.

Lg

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