Problem mit lauter Nachbarschaft - wie künftig mit umgehen? (leider extrem lang) Seite: 3

      • Vorab: Ich finde eure Nachbarschaft sehr sympathisch. Da tut sich was, da wird gemeinsam gelebt. In Mehrfamilienhäusern fände ich sowas explizit nicht ok, in Einfamilienhäusern aus den 60ern mit vermutlich entsprechend großen Grundstücken und Baumbewuchs finde ich das ok.

        Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Lärmbelästigung trotz geschlossener Fenster so heftig ist.

        Du scheinst überdurchschnittlich ruhebedürftig zu sein. Das ist natürlich ok, aber nun mal dein Problem, nicht dass der Nachbarn.

        Mit Polizei rufen und solchen Späßen solltest du echt vorsichtig sein. Du hast ja bereits gemerkt, dass die Mehrheit da sehr negativ auf den "Störenfried" (in dem Fall du) reagiert. Oft werden solche Leute dann absichtlich geärgert - oder auch offen gemobbt. Da wird dann täglich im Garten Holz oder Steine geschnitten, etc...

        Tipps für dich:
        - in den stillen Wald ziehen (scheidet für euch aus, wie du sagst)
        - darum bitten, vor Feierlichkeiten der angrenzenden Nachbarn gewarnt zu werden, damit du woanders schlafen kannst
        - Geld in gute Schallisolierung stecken. Zur Not zumindest einen Raum schalldicht machen für dich
        - Kopfhörer, Oropax,...
        - frag mal die Nachbarschaft in Wacken, wie die mit dem jährlichen Metal-Festival umgehen)

        • Also ich weiß nicht ob eine Nachbarschaft mit besoffenen und grölenden Nachbarn unbedingt so sympathisch ist. Mir sind ja so Leute zu blöd.

          Es gibt eine Ruhezeit, die meines Wissens nach von 22-06 Uhr einzuhalten ist. Das gilt auch für Feierfreudige Dorfbewohner.

          Und der Vergleich mit Wacken hinkt gewaltig. Sorry aber das Festival ist einmal im Jahr und wird eine eine bestimmte Zeit vorher angekündigt.

          - frag mal die Nachbarschaft in Wacken, wie die mit dem jährlichen Metal-Festival umgehen)


          Mein Wacken-Schlaf ist der beste im ganzen Jahr ;-)

          aber hilft ja hier nicht weiter

      (54) 01.05.19 - 20:15

      Danke bis hierher für die zahlreichen Antworten und unterschiedlichen Meinungen.
      Ich habe aufmerksam mitgelesen und das ein oder andere für mich mitgenommen.

      Vielleicht sollte ich noch zwei, drei Dinge erwähnen:

      Ich bin nicht "aufs Land gezogen". Ich komme von Land. Schon immer. Bin selbst auf dem Dorf groß geworden und kenne die Gepflogenheiten. Lediglich die Region wurde gewechselt. Auch in meiner Heimat gibt es Schützenfest, Dorffest usw.
      Aber das, was hier abgeht, habe ich nie erlebt.
      Auch mein Mann, der hier wie gesagt von Geburt an bis Mitte 20 gelebt hat, sagt ganz klar, dass es früher anders war. Auch ein anderer ruhiger Nachbar bestätigt das.
      Es ist wohl erst so schlimm geworden, als die Generation, die jetzt so um die 30 ist, hier hier wieder hergezogen ist.

      Auch mein Mann und meine Kinder fühlen sich zum Teil massiv gestört. Mein Mann sagte nach der großen Party im Februar, dass mittlerweile jegliches Maß überschritten ist und das überhaupt gar nicht mehr so geht.
      Der Unterschied ist, dass mein Mann so eine schlaflose Nacht ganz gut wegsteckt, während ich da gesundheitlich wirklich drunter zu leiden habe.
      Meine Kinder sind nicht mehr klein, schon im Schulalter, das älteste Kind bereits am Gymnasium.
      Wir müssen unter der Woche alle sehr früh raus (ich bin morgens um halb sechs die Erste) und brauchen am Wochenende Erholung.
      Wir haben sogar schon eine Einladung Sonntags zum Frühstück absagen müssen, weil hier bis morgens um drei die Bässe dröhnten, niemand schlafen konnte und keiner von uns in der Lage war am nächsten Morgen um 8 Uhr aufzustehen.

      Ich möchte, wie gesagt, niemandem eine Feier verbieten sondern lediglich die Ruhezeiten eingehalten haben - und das auch nur in Bezug auf Musik und Feuewerk.

      Das heißt, eine normale Feier nehme ich kommentarlos hin.
      Ich selbst habe meinen 30. vor einigen Jahren groß gefeiert. Und da wir auch nicht alle ab 20 Uhr Tee trinkend gestrickt haben, habe ich... Trommelwirbel... für diese Party das örtliche Vereinsheim gemietet. Ab vom Schuss, mit Fenstern und Türen, die man schließen kann und ohne Störung von Anwohnern.
      Und so kenne ich es auch sonst. Normale Geburtstage feiert man zu Hause, im Garten usw.
      Wenn man richtig Party machen will geht man in die örtliche Schützenhalle, ins Vereinsheim des Fußballclubs oder was halt gerade so günstig zu mieten ist.

      Mir ist klar geworden, dass ich vor allem die regelmäßigen Feuerwerke nicht mehr hinnehmen werde und da mit meinem Mann gemeinsam versuchen werde, eine friedliche Lösung zu finden.
      Ich bin absolut bereit Abstriche zu machen und Dinge einfach zu akzeptieren.
      Ich bin aber definitiv nicht bereit erhebliche finanzielle Verluste hinzunehmen, meine Kinder erneut aus der Schule zu nehmen und "umzutopfen" und meinem Mann seinen Lebenstraum kaputt zu machen, weil andere Menschen nicht in der Lage sind, sich an gesetzliche Regelungen zu halten.
      Und notfalls werde ich auch in einem gewissen Rahmen für mein Recht kämpfen. Das ist mir in den letzten Tagen klar geworden.
      Was mir durch das ein oder andere Gespräch auch klar geworden ist, ist, dass ich anscheinend mit meiner Meinung doch nicht so ganz allein in der Nachbarschaft da stehe. Es fehlt wohl inzwischen wirklich der Mut und auch der Leidensdruck, sich wirklich mal zusammenzusetzen.
      Vielleicht kann ich da mal ansetzen.

      Vielen Dank Euch allen.

      • Hast du selbst schon mal das Gespräch mit den lauten Nachbarn gesucht? Ward ihr schon mal dort und habt sie nachts darum gebeten leiser zu machen.

        Ist es wirklich die ganze Nachbarschaft die das toll findet? Hast du schon mal mit ein paar Nachbarn gesprochen die nicht mit feiern. Vielleicht stört es mehrere Nachbarn nur hat sich bis jetzt genau wie ihr noch keiner getraut wirkliche Maßnahmen zu ergreifen. Würde mal versuchen ob man nicht ein paar zusammen trommeln kann.

        Ich kann dich voll und ganz verstehen. Wir leben auch auf dem Dorf und hier wird auch gefeiert. Aber im Normalfall kann ich da zumindest mit Ohropax schlafen obwohl ich auch ein eher empfindlicher Schläfer bin. Wirklich ganz laute feiern gibt es hier vielleicht 2 - 3 mal im Jahr und damit müssen wir eben leben bzw sind wir da meist mit dabei. Aber hier ist der Publikum sehr gemischt, die totalen Suffköpfe gibt es auch aber auch die normalen die wissen wo ihr Limit ist.

        Feuerwerk gibt es hier auch nur an Silvester oder mal an nem ganz besonderen Anlass. Aber die Regel ist das sicherlich nicht.

        Was ich noch als Tipp habe, lass dir Ohropax anpassen. Die sollen super sein und viel mehr Schutz als die üblichen bieten. Hat eine Freundin von mir machen lassen da ihr Mann wohl extrem schnarcht.

        Ich wünsche dir alles Gute!

    Meine Frage richtet sich jetzt mal eher an diejenigen die sagen die TE soll umziehen oder es eben hinnehmen usw

    Mal ganz neugierig: Wenn ihr die Nachbarn wärt und eine Familie käme auf euch zu und würde euch bitten in Zukunft auf ausufernde Partys zu verzichten und die Musik ab 22 Uhr auszumachen oder drinnen qeiterzufeiern: würdet ihr es machen?
    Würde das bei euch was bringen?
    Ganz ehrlich und aufrichtig?


    Jetzt mal Butter bei den Fischen: Die TE hat Recht und Gesetz ganz klar und unmissverständlich auf ihrer Seite.
    Es ist völlig egal ob sie total überempfindlich ist, krank, alt, kleine oder große Kinder hat oder jeden Abend still betend auf die Wand guckt.
    Sie hat das absolut uneingeschränkte Recht auf ihre ungestörte Nachtruhe. Ohne Ausnahme.
    Jetzt ist sie bereit Abstriche zu machen wie sie schreibt.
    Wo sind da die Abstriche der Nachbarn? Was ist mit GEGENSEITIGER Rücksicht?

    Und das Thema Feuerwerk. Also ich hätte da längst Anzeige erstattet. Wir diskutieren in Deutschland darüber Silvesterfeuerwerk zu verbieten aber sowas ist dann ok? Gerade auf dem Dorf wo viele Tiere sind?
    Finde ich höchst asozial.

    Ich rate der TE tatsächlich zum offenen Gespräch mit den näheren Nachbarn und ansonsten wirklich zur Polizei. Denn nach einigen Antworten hier muss man ja wirklich das schlimmste für sie befürchte.

    Und ganz ehrlich? Im Keller schlafen? Neben der Waschmaschine oder zwischen den Konserven pennen?
    Zimmer schalldicht machen?
    Ganze Hütte verscherbeln? Weil andere sich nicht benehmen?

    Das gäbe mit mir nicht. Aber die TE scheint da zu harmoniebedürftig.

    • (57) 02.05.19 - 22:33

      Du hast natürlich absolut Recht, mit allem was du sagst. ABER: Was nützt der TE das Recht auf Ihrer Seite, wenn sie danach dafür von den anderen geschnitten, gemobbt oder sonst wie angefeindet wird? Das wird dann evtl. auch auf ihre Kinder übertragen. Und dann? "Hey die Nachbarn werfen faule Eier an unsere Fassade aber 'ich bin im Recht!'" "Schon wieder ein neuer Kratzer im Auto aber 'ich bin im Recht!'" "Mein Kind wird zwar auf keine Geburtstagsfeier mehr eingelade aber hey 'ich bin im Recht'"

      Ist ja nicht böse gemeint aber sowas kann dermassen zermürben dass man irgendwann trotzdem freiwillig geht..

      (58) 04.05.19 - 15:19

      Wir wohnen in einem Ort mit knapp 350 Einwohnern, jeder kennt jeden und auch hier wird heftig gefeiert (Bauern halt). Im Umkreis von 400 Metern befinden sich drei Kneipen, der Dorfplatz und ein Schützenhaus in dem alle möglichen Feiern inklusive ungenehmigtem Feuerwerk statt.
      Mein Mann und ich haben direkt nach dem Hauskauf in schallisolierte Fenster investiert weil zusätzlich eine Bundesstraße mach Frankreich (1,3km) an unserer Haustür vorbei führt über die am Tag geschätzt 80 -150 LKW vorbei fahren, ohne die Traktoren und sonstiges. Jeder hat hier einen großen Garten, schneidet sein Holz selber und ist Mal ne Stunde am Rasenmähen.

      Innerhalb von vier Jahren haben hier 3 Familien Häuser in der Nachbarschaft gekauft wegen des "ruhigen Dorflebens" und innerhalb eines Jahres wieder verkauft weil sie mit dem Lärmpegel nicht klar kamen. Wenn die Polizei gerufen wird weiß jeder direkt wer es war, der nette Mann vom Ordnungsamt lebt hier und feiert mit wenn irgendwo was los ist.

      Schießt du hier gegen die Dorfgemeinschaft hast du nichts zu lachen, das fängt bei harmlosen Kinderstreichen an und geht bis zur geplanten und abgesprochenen Lärmbelästigung von 6-22 Uhr. Hatte Mal bei den Nachbarn nachgefragt, warum alle nacheinander und abwechselnd den Rasenmäher, die Kettensäge, den Häcksler ect angeschmissen haben weils mich langsam nach Tagen selbst genervt hat, die hatten sich tatsächlich abgesprochen wer von wann bis wann Lärm macht um die komplette Zeit abzudecken um jemanden rauszuekeln.

      Es bringt dir nichts Recht zu haben wenn du hinterher absolut nichts mehr zu lachen hast und jeder dich im "legalen" Rahmen drangsaliert. Und so lange du nicht voll integriert bist, ändert sich da auch nix.
      Wenn ich nachts um zwei beim Dorffest nachfrage ob sie leiser machen können weil ich Frühschicht hab krieg ich ein Bier und wenn ich gehe wird im meinem Beisein die Musik runter gedreht, macht das der "Fremde" wird die Belastungsgrenze der Boxen getestet und er ausgelacht.

      Also entweder bei den "Primitiven" integrieren oder den Schwanz einziehen, viel mehr wird nicht bleiben. Alles andere zermürbt die Nerven nur noch mehr und bringt am Ende doch nix.

      • (59) 06.05.19 - 10:12

        Amüsante Anekdote am Rande, bzgl. organisierter Lärmbelästigung:

        Der eine Nachbar stellt sich den Wecker auf Punkt 6 Uhr, stellt den laufenden Rasenmäher (ein alter, lärmender 2-Takter) an die Gartengrenze und geht dann wieder in seinen Keller weiterschlafen...

        Nachbarschaftskriege sind so zermürbend, das zahlt sich überhaupt nicht aus!

        (60) 08.05.19 - 16:32

        Schön das du geantwortet hast.

        Was du schreibst klingt wirklich grauenhaft. Da sieht man mal wie Egoismus die Gesellschaft zersetzt. So ein gezieltest Mobbing das schon an Psychoterror grenzt und alle machen mit. Ich hoffe für die TE das ihr sowas erspart bleibt.
        Für den Ottonormalverbraucher ist der Wiederverkauf eines Hauses, erneutet Umzug usw ja mit erheblichen Mehrkosten und Verlusten verbunden. Wenn Kinder im Spiel sind wird es noch mal schwieriger wegen Schule, Kita, Vereinen usw. Von der emotionalen Belastung und dem Stressfaktor braucht man gar nicht zu reden.

        Traurig das gerade auf dem Land ruhigeren zurückgezogeneren Menschen das Leben so krass erschwert oder sogar zerstört wird.
        Jemand wie die TE will ja gar nicht viel. Einfach nur das nicht mehr bis mitten in der Nacht laute Musik gespielt wird und sie schlafen kann.

        Wenn sich jemand in der Stadt nicht wohlfühlt mit der Enge, den Abgasen, dem Gewusel und allem und es auf dem Land so abgeht... wo sollen denn da wirklich ruhebedürftige Menschen noch hinziehen frage ich mich?
        Die wenigsten können sich ein Haus in Alleinlage irgendwo am Waldrand bauen. Da muss man schon nen Bauernhof kaufen oder so.

        Mir hat die TE hier wirklich leid getan. Vor allem weil sie das wohl dauerhaft ertragen wird müssen wenn ein Umzug finanziell und aus anderen genannten Gründen nicht drin ist, wie sie schreibt.

Noch was zum Thema Feuerwerk. In Österreich muss ein Privates Feuerwerk behördlich genehmigtnwerden, zudem ist der Abschuss von Raketen nur Personen erlaubt, die einen Pryotechnikausweis vorzeigen können.
Außerdem ist der Abschuss solcher in Ortsgebieten ohnehin verboten !

Ich nehme mal an dass sich unter den Nachbarn kein Pryotechniker befindet und die Feuerwerke sicher nicht angemeldet werden.

  • (62) 02.05.19 - 08:54

    Ist in Deutschland nicht anders. Und ergänzend dazu: In fast ganz Deutschland herrscht gerade erhöhtes Waldbrandrisiko. Die Gefahr, mit einem unsachgemäßen Einsatz von Pyrotechnik nicht nur Nachbars Garten, Schuppen oder Dachstuhl in Brand zu setzen, sondern ggf. auch angrenzende Wiesen oder Wälder, ist zur Zeit immens.

Ich habe nun nicht alles gelesen.
Aber beim Thema Feuerwerk fällt mir ein, dass sowas doch genehmigt werden muss?! Kriegen die so oft eine Genehmigung? 🤔
Vllt.mal das Ordnungsamt darüber informieren (sind die für sowas zuständig?!).

Und ich komme selbst aus dieser Art Siedlung/ vom Dorf und da wird nun mal jeder Furz genutzt, um zu feiern und zu saufen 🤷🏼‍♀️.

Und die „anderen Siedlungsgeräusche“, die du meinst sind leider normal und auch keine Überraschung wenn man in eine Siedlung zieht 🤷🏼‍♀️...

Ich vermute da bleibt euch nur ein Umzug.

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