Ist er zu geizig oder habe ich unmögliche Erwartungen? (Achtung länger)

    • (1) 01.05.19 - 22:23
      Geldfragen

      Das leidige Thema Geld in der Beziehung 😬 Inspiriert durch ein Post in Partnerschaft wäre es für mich mal interessant, eure Sichtweise zu hören!
      Ich ärgere mich nämlich insgeheim öfter über meinen Partner (noch nicht verheiratet), weil ich ihn für zu geizig halte.
      Einige Freunde allerdings halten mich für bequem und zu anspruchsvoll.

      Bei uns ist das Verhältnis tatsächlich eher 1:10, er verdient ein Vielfaches von mir (er Ingenieur, ich selbstständig mit Kleingewerbe seit einem Jahr, vorher Angestellte). Muss fairerweise sagen, dass er um einiges mehr Stunden arbeitet als ich. Er ca 50-60 Stunden/Woche, ich 15-35 (je nach Projekt).

      Bald bekommen wir ein Kind und mir graust es jetzt schon ein wenig vor der Geldfrage... wir haben ein gemeinsames Konto, auf dass er ca. 500-700€ monatlich einzahlt, ich 200-400 €. Je nach Bedarf/Verdienst. Manche Monate verdiene ich ganz gut, andere sehr wenig. Man muss dazu sagen, dass wir mietfrei in meinem Eigentum wohnen (Erbe)!
      Er zahlt also ca. ein Sechstel seines Nettoverdienstes ein, ich fast die Hälfte meines.

      Als „Taschengeld“ hat dann halt jeder noch sein eigenes Geld auf seinem eigenen Konto - was bei mir meist eher gegen Null geht, während er eine knapp sechsstellige Summe (Ersparnisse, Aktien) zur Verfügung hätte. Er gibt aber generell sehr wenig für „sich“ aus. Fast nie Klamotten oder anderes Privates. Sagt immer, er müsse sparen, weil man nie wisse, ob nicht mal schlechte Zeiten kommen. Auch will er eine eigene Firma gründen, für die er das Geld dann verwenden will. Mir fehlt da irgendwie die Familie... wir, was ist mit uns? Er will eigentlich alles für sich behalten. Steht ihm zu, weil er es ja verdient?

      Essen gehen wir ab und zu, was wir meist gemeinsam bezahlen, manchmal läd er mich ein. Wenn wir reisen, zahlen wir meist alles vom gemeinsamen Konto.

      Ich glaube, er hält mir (unausgesprochen) vor, dass ich halt zu wenig verdiene und mehr arbeiten könnte und selber Schuld bin, wenn ich kaum Geld übrig habe. Dass er praktisch mietfrei wohnt durch mich, scheint er als selbstverständlich anzunehmen, denn ich habe mir die Wohnung ja nicht selber verdient, sondern geerbt. Die Nebenkosten für die Wohnung zahlen wir auch vom gemeinsamen Konto.

      Ich krieg jetzt schon kalte Füsse, wenn ich an die Elternzeit denke... werde nur den Mindestsatz Elterngeld + Kindergeld bekommen und kann mir kaum vorstellen, dass er plötzlich großzügiger wird. Knapp 1000€ im Monat für drei (meine 300€ eingerechnet)? Klar, geht, aber nur das Nötigste.

      Sehe ich das falsch, bin ich irgendwie dreist zu erwarten, dass er mehr Geld für uns als Familie ausgibt? Ich glaube, er denkt auch, ich würde Geld für Unsinniges raushauen, weil ich mir ca. alle drei Monate mal eine Klamotte kaufe. Er würde sogar lieber fünf Kilometer zu Fuss gehen, als ein Ubahnticket zu zahlen. Macht mich wahnsinnig manchmal.

      Das Problem ist wohl auch, dass ich von zuhause aus kenne, dass mein Vater immer sehr gut verdient hat und alles auf ein gemeinsames Konto eingezahlt- meine Mutter konnte verwalten, wie sie wollte. Klassisches Modell halt. Sie Hausfrau, er im Büro.

      Mein Partner dagegen kommt aus eher einfachen Verhältnissen, in denen beide Eltern gearbeitet, aber sehr wenig verdient haben. Urlaub gab es nie und die Kartoffeln wurden abgezählt. Er hat sich alles selbst erarbeitet.

      Uns ist bewusst, dass wir da aus zwei verschiedenen Welten kommen, aber wir finden die Mitte nicht so recht. Ich will das unbedingt mit ihm klären, bevor das Kind kommt und wir uns deshalb in die Haare kriegen.
      Bis auf die Geldfrage haben wir eine sehr harmonische Beziehung. Aber die Frage ist leider existentiell wichtig :/

      Auf lange Sicht werde ich wohl mein Arbeitspensum aufstocken müssen und einen Weg finden, mehr zu verdienen. Mein Beruf ist leider allgemein keine Goldgrube (künstlerischer Bereich).

      Was denkt ihr?

      • (2) 01.05.19 - 22:31

        Mir fehlt da irgendwie die Info, wie er sich das vorstellt, wenn das Kind da ist. Darüber sagst du überhaupt nichts. Habt ihr darüber überhaupt schon mal geredet? Wenn nein, wäre das das allererste, was ich an deiner Stelle tun würde. Es bringt doch gar nichts, sich vorher den Kopf zu zerbrechen.

        • (3) 01.05.19 - 22:36

          Du warst schneller..

          (4) 01.05.19 - 23:00

          Ja, das frage ich mich auch! Deshalb habe ich mir fest vorgenommen, mich dieses Wochenende mit ihm zusammenzusetzen und es wirklich im Detail zu besprechen, das haben wir nämlich nie wirklich getan bis jetzt. Ich sehe da auch viel Konfliktpotenzial, das möchte ich vermeiden - wenn möglich!
          Daher möchte ich vorher einfach noch ein paar allgemeine Meinungen sammeln.

      Uff.da liegt viel streigpotential in der Luft. Das ist DEIN Partner. Warum setzt ihr euch nicht zusammen und sprecht über die Situation und eure Bedenken?

      (6) 01.05.19 - 22:39
      schmetterling5156

      Hallo

      Ich kann dich vollkommen verstehen. Ich würde evtl nochmal mit ihm das Gespräch suchen. Vllt schreibst du deinen Verdienst und deine Ausgaben auf. So kann er sehen das bei dir unterm Strich nicht mehr viel übrig bleibt.
      Sage ihm das du Traurig bist, dir nicht einfach mal eine neue Jeans etc zu kaufen ohne Angst zu haben dein Konto zu überziehen. Vllt kannst du ihn ja bitten wenigstens die Nebenkosten zu Zahlen, sodass du weniger aufs gemeinsame Konto packen musst.
      Ich finde es zwar gut, dass dein Mann sparen möchte, aber man muss halt auch glücklich sein.
      Wenn das nicht fruchtet würde ich auf das minimalste nur noch einkaufen gehen. Einfach oft nudeln mit Ketchup machen, keine teuren Rezepte. würde ihn unter der Dusche anmeckern, dass er sich beeilen soll, damit du durch geringere Nebenkosten etwas Geld zur Verfügung hast. Also in dem Sinne extrem sparen. Wenn dein Mann fragt was los ist, würde ich ihm klipp und klar sagen, das du es auf anderem Wege ja nicht schafft zu sparen. Vllt lenkt er dann ein.

      Liebe Grüße

      • Hi,
        wenn ich recht lese, dann seid ihr schon so lange zusammen, dass er deinen Schritt in die Selbstständigkeit begleitet hat. Habt ihr denn nicht besprochen wie es perspektivisch weitergehen soll?
        Ich kann schon verstehen, dass er wenig Lust hat eine Partnerin mit durchzubringen, die sich, freiwillig, mal gerade so über Wasser halten kann. Wie schon geschrieben wurde, sowas muss man sich leisten können. Jetzt hat er sich aber nunmal drauf eingelassen und ihr werdet immer verbindlicher, jetzt gilt es eine Lösung zu finden, die finanziell für euch beide passt, ggf. mit Unterstützung von Profis.
        Aber sich in die finanzielle Abhängigkeit eines solchen Knausers zu begeben, ist natürlich äußerst unclever.

        vlg tina

    (8) 01.05.19 - 22:46

    Hey!

    Also ich finde schon dass es so klingt als wär er geizig. Mein Mann und ich machen alles halbe halbe. Wir verdienen beide ca gleich viel. Auch die Wohnung ist alles geteilt. Und ich bezahle momentan alles fürs Baby weil ich die Kinderbeihilfe bekomme. (170€ pro Monat, geht sich locker aus für essen, Windeln, Gewand und Medikamente sollte er was brauchen) behalte Dir auf jedenfall deine Unabhängigkeit. Bzw finde ich es gut wenn du mehr verdienen willst... Fianzielle unabhängigkeit find ich sehr wichtig. Auch wenn es bei deinen Eltern anders war. :) ps: ein Baby kostet am Anfang nicht viel Geld. (Wir haben viel geschenkt bekommen). Lg

    • (9) 01.05.19 - 23:11

      Stimmt, am Anfang kostet ein Baby nicht so viel und wir haben auch schon einige Sachen von Freunden bekommen. Das ist natürlich gut, aber es fängt schon mit der Frage an, welches Bettchen wir kaufen - oder organisieren, denn er möchte am liebsten gar kein Geld dafür ausgeben 😔 So wird das dann mit jedem Teil weitergehen! Er ist sonst wirklich ein sehr fürsorglicher und lieber Mann, aber in Geldfragen gar nicht zum Ausgeben bereit. Manchmal braucht man aber Zeug! Ist für ihn alles purer Luxus.

Wenn ihr alles so strickt trennt dann muss er eben regulär Unterhalt für das Kind bezahlen. Und/Oder auch Miete für die Wohnung.

„Nur“ kleingewerblich zu arbeiten und nicht auf einen Vollzeitjob angewiesen zu sein ist dennoch etwas das man sich leisten können muss.
Damit machst du es dir schon sehr einfach.

Für mich geht da irgendwie beides nicht.
Weder seine Einstellung noch deine...
Das klingt für mich alles „unrund“ 🤷🏼‍♀️

  • (11) 01.05.19 - 23:02

    Danke für Deine Antwort, wahrscheinlich hast Du Recht, wir haben beide wohl etwas extreme Einstellung, leider in die gegengesetzte Richtung. Wir müssen uns in der Mitte treffen, das wird nicht ohne Kompromisse von beiden Seiten gehen.

    • (12) 01.05.19 - 23:04

      Stimmt auch, als ich noch Vollzeit angestellt war und dreimal soviel wie jetzt verdient habe, gab es eigentlich nie Ärger. Da haben wir alles 50:50 aufgeteilt (auch wenn er immer mehr verdient hat), aber da hatte ich trotzdem noch genug für meinen Kram übrig.

Einerseits liest er sich geizig, andererseits könntest Du auch mehr arbeiten. 15 Stunden pro Woche- da kann man sich dann auch nichts leisten.

Hallo



Ich denke.... Rede mit deinem Partner!!!

Wir können dir jetzt alle erzählen wie es bei jedem einzelnen läuft und das bringt dich in deinem Problem keinen mm weiter.


Ob das nötig ist alle 3 Monate iwas zum anziehen zu kaufen ist etwas das muss eben jeder für sich wissen.
Ich kaufe dann was neues wenn was altes kaputt ist aber mir ist Mode auch herzlich egal.


Bei uns geht alles auf ein Konto wir besitzen keinen anderen Konten.
Allerdings war mein Mann auch ewig alleinverdiener. Aber auch Kindergeld und nun mein Einkommen geht alles darauf. Davon wird alles bezahlt eine sparrate auf ein soarbuch umgebucht und der Rest ist für Lebensmittel etc.

Alles andere fänd ich seltsam wir leben mit und füreinander.

Ich verdiene weniger weil ich mich auch um seine Kinder kümmer. Also ist es (für uns) logisch das er mich da mit auffängt.
Wäre er in Elternzeit gegangen und ich dafür arbeiten gehen, würde ich ihn auch mitfinanzieren da er UNSERE Kinder betreut und erzieht.
Wir habe aber halt das klassische gewählt. Und bis unsere jüngste in die Schule geht werde ich nur auf 450€ Basis arbeiten. Erst danach kann ich aufstocken bzw mich beruflich verändern um mehr Einkommen zu erzielen.
Wobei das nicht bei Geld nötig wäre zum Überleben. Aber ich mache die Arbeit um mal von zu Hause weg zu kommen.


Rede mit ihm. Einen anderen Tipp habe ich nicht.


Alles gute

  • >>Alles andere fänd ich seltsam wir leben mit und füreinander.

    Ich verdiene weniger weil ich mich auch um seine Kinder kümmer. Also ist es (für uns) logisch das er mich da mit auffängt.
    Wäre er in Elternzeit gegangen und ich dafür arbeiten gehen, würde ich ihn auch mitfinanzieren da er UNSERE Kinder betreut und erzieht. <<

    Sehr gut und treffend formuliert! Da kann ich dir nur zustimmen und so ist es bei uns auch!
    Unser Kleiner kommt nächsten Sommer mit 2,5 Jahren in den Kindergarten. Da mach ich auch ein paar Stunden (wird wohl auch auf Mini-Job rauslaufen) aber hauptsächlich für mich! Für den Lebensunterhalt wäre es nicht notwendig. Langfristig will ich aber nicht aus dem Beruf raus, da ich nicht auf ewig abhängig sein möchte und man auch nie weiß was passiert. Es kann auch schnell ganz anders sein und dann findet man den Anschluss nicht mehr...

Hallo,

ich finde es ehrlich gesagt von beiden Seiten her nicht "perfekt".
Es klingt wirklich danach als wäre er etwas geizig. Ein Großteil seines Geldes sparen zu wollen ist ja nicht schlecht und sein "gutes Recht".
Du arbeitest deutlich weniger wie er. Warum? Bist du gerade noch im Aufbau deiner Selbstständigkeit. Ist es abzusehen, dass das eben nach und nach mehr wird und demnach auch mehr Geld reinkommt? Dann fände ich es ok, sowas braucht ja durchaus auch etwa Anlaufzeit. Wenn die (persönlichen) Fixkosten trotzdem gesichert sind, keine Thema. Große Sprünge gehen dann eben nicht und man muss Prioritäten setzen - für sich selbst!
Was euch als Paar angeht... wenn er da so gut verdient, kann er dich doch auch zum Essen einladen. Da habt ihr doch beide gemeinsam was davon! Wenn er dir keine neue Handtasche, Schuhe oder dergleichen kaufen möchte, dann ist das so. Dann muss man eben mehr verdienen oder vorerst noch einen 450-Euro Mini-Job dazu?

Was Miete, Nebenkosten etc. angeht... Er wohnt Mietfrei, das sollte er sich durchaus mal bewusst machen. Zeig ihm doch mal was eine vergleichbare Wohnung in eurer Umgebung kosten würde. Was er dadurch schon spart!
Nebenkosten 50:50 machen, wenn einer deutlich mehr verdient. Ist Ansichtssache! Muss man persönlich entscheiden. Die einen sagen so, die anderen so... Ich frage mich eher, steht er hinter dir und deiner Selbstständigkeit. Weiß er was du da machst? Was sind deine Ziele? Wie soll/könnte das in der Zukunft mal aussehen (auch finanziell)? Ich denke, wenn der Partner dahinter steht, unterstützt er doch auch gerne. Und übernimmt in der Aufbauphase wo unregelmäßig bzw. unterschiedlich viel Geld reinkommt auch mal den Teil der Partnerin mit!?

Was das Kind angeht, würde ich auch ganz offen über alles sprechen! Es stehen ein paar Anschaffungen an und da solltet ihr wohl vorher mal sprechen was euch da wichtig ist. Will er alles so günstig wie möglich, nur Second-Hand oder beim Discounter im Angebot oder ist euch bei einigen Dingen auch die Qualität und Langlebigkeit (ggf. für weitere Kinder) wichtig? Darf auch der persönliche Geschmack mal mehr kosten, weil einem eben der blaue Kinderwagen besser gefällt wie der braune aber man den braunen nehmen "muss", weil er 200 Euro günstiger ist?
Das ganze eben auch für die laufenden kosten!

Mein Mann und ich sind schon lange zusammen, er hat noch studiert als ich mit der Ausbildung fertig war und Voll verdient habe (Erzieherin / Ba-Wü). Wir sind dann zusammengezogen (haben über meinen Onkel eine sehr günstige Wohnung bekommen). Er hatte "nur" einen Aushilfsjob und konnte somit seine Fixkosten bezahlen (Monatsticket Bahn, Versicherungen, Handy usw.). Den Großteil habe ich bezahlt. Ich war einkaufen usw.! War für mich kein Problem! Wir haben sehr gut gehaushaltet, hatten kein Auto usw. und konnten so auch immer etwas sparen. Hauptsächlich haben wir unsere Bausparer gefüllt. Inzwischen wohnen wir in unserem eigenen Haus zu dem "ich" den größeren Teil per Bausparer beigetragen haben - habe ich zur Geburt von meiner Oma (wie alle Enkel) bekommen und da wurde von ihr immer gut einbezahlt und als ich dann verdient habe, habe ich selbst viel einbezahlt (auch Einmalzahlungen durch Steuerrückerstattungen etc.). Er hatte auch einen von seiner Oma, aber nicht ganz so voll.
Inzwischen haben wir zwei Kinder. Die Große ist 4, da bin ich nach 20 Monaten EZ wieder TZ arbeiten gegangen weil ich dachte, ich bräuchte die Abwechslung zum Mama-/Hausfrauensein. Nach 6 Monaten wurde ich wieder schwanger, der Kleine ist jetzt fast 16 Monate und ich bin nach wie vor in EZ. Ich bekomme noch bis Ende des Jahres Elterngeld Plus aber an sich verdient mein Mann unseren Lebensunterhalt. Er macht es gerne und will auch für seine Familie sorgen.
Der Kleine kommt nächsten Sommer mit 2,5 Jahren in den Kindergarten. Da werde ich dann auch wieder ein paar Stunden machen und je nachdem wie es dann läuft und zeitlich passt eben nach und nach auch mehr machen. Die Eltern meines Mannes haben früher auch beide gearbeitet, er ist froh, dass er es seinen Kinder ermöglichen kann, dass die Mama daheim ist!
Wie man sieht, es ist ein geben und nehmen auf unterschiedlichen Ebenen und Wegen!

Ich hoffe ihr könnte das klären!

(17) 02.05.19 - 00:17

Du hast ja schon einige Antworten bekommen. Und ich kann mich da nur anschließen: Ihr müsst da miteinander reden. Aber das sagst du ja selbst.

Mein Mann und ich haben nur ein gemeinsames Konto. Fertig. Aber ob dir das jetzt was bringt, das zu wissen...?

Was mich allerdings stutzig macht: Wenn ihr euer Geld nicht zusammen legt, wieso zahlt er dann keine Miete an dich? Wieso tut ihr dann so, als sei es gemeinsames Eigentum?
Das finde ich irgendwie unpassend.

Ich finde es schon seltsam, wie ihr es auch bisher gemacht habt.
Strickt halbe halbe - aber der Punkt Miete wurde immer ausgespart?

Als eine Freundin von mir zu ihren Freund mit Eigenheim zog, wollte er keine "Miete" von ihr. Ihr war das total unangenehm.... so kam es zu dem Kompromiss, dass sie jeden Monat Summe X (weniger als Miete, aber auch nicht wenig) weg spart, und von diesem Geld Urlaube, Konzerte etc gezahlt werden.
Find ich total gut.

Aber da bei euch jetzt Nachwuchs ansteht, macht natürlich alles komplizierter....
Es kann ja nicht sein, dass du jetzt auch erstmal beruflich zurück steckst, um dich um den Nachwuchs zu kümmern, und er weiter Kohle scheffelt.... Ich finde auch Buch, dass Kinder anfangs so günstig sind.
Kinderwagen, Bettchen, Klamotten... Hochstuhl, Babywippe... man braucht ständig was.

(19) 02.05.19 - 00:38
Klingt nicht gut

Ich will ja nicht unken, aber die Mehrzahl aller geschiedenen Ehen geht an Geldfragen zugrunde.

Er IST sparsam/ geizig (= zwei Seiten der gleichen Medaille), war das aber sicher schon immer, hätte dir dir also klar sein müssen, dass das nicht zu deiner "leichten"/ bequemen (= ebenfalls zwei Seiten der gleichen Medaille) Lebenseinstellung passt. Da nun schon ein Kind unterwegs ist bleibt nur: reden, reden, reden. Bis ihr eine Lösung habt, die beide als gerecht empfinden.

  • (20) 02.05.19 - 10:44

    Ja, er war sicher schon immer sehr sparsam, aber anfangs ist das wenig aufgefallen, da wir viel ausgegangen sind und alles geteilt haben. Allerdings hatte ich da noch einen Vollzeitjob mit ganz moderater Bezahlung, da habe ich gar nicht darüber nachgedacht. Das hat sich aber geändert und mir gefällt es auch nicht, dass ich wenig zur Verfügung hab.
    Früher bei meinem Ex war es andersherum, da hab ich besser verdient und oft bezahlt und ihn eingeladen, aber das hat mich nicht gestört.

    • (21) 02.05.19 - 10:59

      Aber habt Ihr nicht vor Deinem Start in die Selbständigkeit über die Finanzen geredet? In einer Beziehung kündigt man ja nicht einfach seinen Vollzeitjob und macht sich mit seinem Hobby selbständig, wenn nicht mit dem Partner geklärt ist, wie die laufenden Kosten weiter bestritten werden können.

      Deinen Anspruch, dass er den Lebensunterhalt verdient und Du das Geld verwaltest, finde ich übrigens sehr seltsam. Das mag grad noch so gehen, wenn man sich innerhalb der Familie auf eine "klassische Rollenverteilung" geeinigt hat und einer sich um die häusliche Arbeit kümmert, während der andere den Lebensunterhalt verdient. Aber bei Eurem Levensmodell finde ich das unangebracht.

      Davon ab: Es muss sichergestellt sein, dass für notwendige Reparaturen am Haus Rücklagen vorhanden sind. Wenn er seine Ersparnisse dafür einsetzen würde, würde ich das mit der Mietzahlung an Dich auch entspannt sehen. Kostenfrei wohnen und dann von Dir erwarten, dass Du die Heizung auf Deine Kosten erneuerst, das geht natürlich nicht.

      (22) 02.05.19 - 13:52

      Hallo,

      ich denke, da hättest Du mit ihm drüber sprechen sollen, bevor Du Deinen Vollzeitjob aufgegeben hast.

      Du schreibst ja auch, er möchte sich in Zukunft auch selbstständig machen und benötigt u.a. dafür seine Ersparnisse. Was machst Du denn, wenn er dann plötzlich auch weniger verdient/zur Verfügung hat??

      Viele Grüße
      H.

(23) 02.05.19 - 01:55

Ich finde deinen Freund sehr geizig, für mich ein absolutes NoGo in einer Partnerschaft. Aber das bringt dir ja nix das zu wissen wie andere das finden. Er ist es ja nicht erst seit gestern und du hast dich trotzdem dafür entschieden mit ihm eine Familie zu gründen.
Das Thema Geld ist leider keine Kleinigkeit in einer Partnerschaft, daran sind schon viele Beziehungen zugrunde gegangen. Ich hoffe ihr könnt das klären bevor das Kind kommt, aber wirklich ändern kann man solche Menschen nicht, das „Sparen“ bzw. der Geiz liegt in seinem Blut so wie du das beschreibst. Was du tun kannst ist mit ihm definitiv über die Wohnsituation zu reden, das ist nicht fair wie es gerade läuft, da könnte man ansetzen.

Bei uns verdient mein Mann doppelt so viel wie ich, weil ich wegen unserem Kind nur 60% arbeite. Wir haben beide unsere eigenen Konten und ein gemeinsames Sparkonto, das er verwaltet. Ich bekomme das Kindergeld und kaufe fast alles für unser Kind, was es täglich so braucht einfach weil ich einen besseren Überblick habe. Sparen kann ich nichts am Ende des Monats, oft bin ich eher im Minus. Aber mein Mann zahlt alles was bei ihm am Ende des Monats übrig bleibt auf das gemeinsame Sparkonto ein (so um die 1200 Euro), Weihnachtsgeld und Bonus gehen auch auf das Sparkonto.
Wenn ich dann mal shoppen will oder wir in Urlaub fahren oder jetzt die ganzen Anschaffungen für das Baby, wird das Geld vom Sparkonto genommen.
Wir sind beide nicht besonders sparsam, weil wir es nicht sein müssen, ein geiziger Mann käme für mich nie in Frage weil das einfach unglaublich viel Streit- und Frustpotential bietet. Aber wie gesagt, es bringt Dir nichts zu wissen wie es bei anderen läuft.
Rede offen mit ihm und äußere deine Bedenken bezüglich der Elternzeit.
Alles Gute!

(24) 02.05.19 - 05:26

Ich finde bei solchen Konstellationen kommt, wenn man es mal ausrechnet, sehr häufig raus, dass der besserverdienende Partner tatsächlich den größeren finanziellen Nutzen hat.

Tu mal so als würdet ihr euch nicht kennen und beide Single sein.
Schreibe Dein Gehalt auf.
Würdest Du als Single auch im Eigentum wohnen oder das eventuell sogar vermieten und günstig zur Miete wohnen und sogar mit dem Eigenheim Gewinn machen? Oder eine Mitbewohnerin haben? Dann schätze was Du monatlich an Mieteinnahmen übrig hättest und addiere das zu Deinem Gehalt.

Ziehe nun alles ab was Du an Fixkosten hättest. Gas, Wasser, Auto, Telefon, Bahnticket usw. Dabei bleibt eine Summe übrig. Nun vergleichst Du es mit der Summe die Du jetzt mit Partner pro Monat übrig hättest. Dadurch, dass ihr Kosten wie Telefon, Gas, Wasser als Paar zum Teil gemeinsam hättet wird dabei vermutlich rauskommen, dass Du unterm Strich MIT Partner etwas mehr übrig hast. Du also in der jetzigen Situation einen finanziellen Vorteil durch das Zusammenleben mit ihm hast.

Interessant wird es aber, wenn Du das gleiche für ihn durchrechnest. Als Miete wählst Du einfach einen normalen Mietpreis einer Singlewohnung. Vor allem die gesparte Miete wird da ziemlich ins Gewicht fallen. Und es wird vermutlich rauskommen, dass er einen deutlich höheren finanziellen Vorteil pro Monat durch das Zusammenleben mit Dir hat als umgekehrt.

Das würde ich ihm dann vorrechnen und zumindest erwarten, dass er es so ausgleicht, dass ihr den gleichen Vorteil habt. Und die Rechnung ist vollkommen unabhängig davon wie viel Du arbeitest und verdienst. Denn selbst, wenn Du 3000€ im Monat mehr verdienen würdest würde bei Dir unterm Strich mit ihm und ohne ihn die gleiche Summe stehen.

Ich war selber mal mit einem Geizhals zusammen der wesentlich mehr verdiente und immer halbe/halbe machen wollte. Dass er sich dabei an mir bereicherte hat er allerdings nicht verstanden. Ich hoffe Dein Freund ist da einsichtiger und schlauer.

Viel Glück!

  • (25) 02.05.19 - 10:50

    Das ist mal eine gute Idee, ich hab neulich angefangen, das alles aufzuschreiben (wer wann was eingezahlt hat usw). Finde ich eigentlich fruchtbar, das so penibel aufzuzählen, aber er ist nun mal so und ich brauche Fakten für das Gespräch mit ihm. Er ist da eher Stratege, während ich solche Dinge lockerer sehe (was sicher auch viele nicht verstehen können).

    Unterm Strich kommt er ziemlich gut weg, denn wir wohnen in einer recht überteuerten Gegend, die er sich zwar selbst jederzeit leisten könnte, es aber nie tun würde, wenn er es alles selbst zahlen müsste!

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