Mann Alkoholiker?

    • (1) 03.05.19 - 05:11
      Lotta lieber so

      Guten Morgen zusammen,

      Ich hätte nicht gedacht, dass ich auch mal hier um Rat frage, denn ich bin eigentlich mehr stille Mitleserin. Was genau ich hören will oder ob ich mir das nur von der Seele schreiben muss kann ich im Moment nicht sagen. Und arbeitsbedingt kann ich tagsüber auch erstmal nicht antworten vermutlich. Es wird vermutlich auch etwas länger.

      Mein Mann und ich sind seit 6 Jahren ein Paar, seit 2 Jahren verheiratet und Eltern einer 16 Monate alten Tochter. Seit sie auf der Welt ist hat sich einiges verändert bzw ist deutlicher aufgefallen. Zum einen, dass ich deutlich belastbarer bin als mein Mann und dass er seitdem jeden Infekt mitnimmt. Er gehört generell eigentlich zu denjenigen, die einmal im Jahr krank sind, dann aber richtig (inklusive "Männergrippe"). Weil wir uns als Paar ein bisschen aus den Augen verloren haben, sind wir in einer Paarbertung. Dabei kommt jedesmal wieder heraus, dass wir grundsätzlich beide immer noch die gleichen Vorstellungen und Wünsche an unsere Beziehung haben, aber eben jeder durch sein eigenes Päckchen nur begrenzt in der Lage ist, den anderen aufzufangen (Stichwort Energie geben /nehmen zb.).
      Nun ist es so, dass bei mir beruflich in den nächsten zwei Wochen enorme Belastungen, die unter anderem über ein zweites Kind entscheiden (was definitiv wir beide woll(t)en), in Form von Prüfungen, anstehen. Das belastet mich sehr, sogar so, dass ich kaum schlafen kann. Ich habe seit einer Woche versucht mit ihm zu sprechen. Er weiß auch darum.
      Nun ist er mal wieder krank geschrieben seit gestern. Und als ich heim kam hat er erstmal noch an der PlayStation gespielt (generell ok für mich, mache ich auch) und als die Kleine im Bett war habe ich versucht in Kontakt zu treten. Dabei fiel mir auf, dass er irgendwie seltsam ist, als wäre er betrunken. Das hat er auf die Medikamente geschoben. Er hat sich dann immer mehr so benommen und musste dann auf einmal unbedingt ein Kabel für das Interface (Musik) bei einem Freund abholen. Um elf Uhr abends. Aus dem Bauchgefühl heraus bin ich in sein Zimmer, habe ein Schluck seines Getränks genommen und habe festgestellt, dass das fast purer Alkohol ist. Die leere Flasche war hinter seinem Sofa. Er hat früher oft deutlich zu viel getrunken, aber das ist seit Jahren nicht mehr so. Auch hatte er noch nie Probleme auch mal alleine das Feierabendbier zu trinken.
      Ich komme mir gerade so blöd vor, so verraten und naiv. Er hat mir ins Gesicht gelogen und mir fallen einige Situationen ein, bei denen ich ein komisches Gefühl hatte und er mir aber glaubhaft versichert hatte, dass nichts ist. Ich frage mich gerade, wie es so gekommen ist, dass die sprichwörtliche Brille so rosa war. Ich nehme ihn immer in Schutz wenn wieder irgendwas nicht ganz passt. Das ist mein Mann. Ich liebe ihn. Und vorher habe ich ihm gesagt, dass entweder er oder ich(mit Kind) heute während /nach der Arbeit erstmal eine Tasche packen soll und erstmal weg soll.
      Und ich frage mich, wie es nun weitergeht. Ich kann natürlich jederzeit zu meinen Eltern (wir sind beide Anfang 30),die würden ihm das allerdings nicht verzeihen und die Beziehung wäre vermutlich für immer durch, auch wenn wir es schaffen sollten.
      Wie geht es weiter? Er hat mich belogen und trinkt heimlich. Vermutlich gibt er in irgendeiner Form mir die Schuld bzw verleugnet, dass das schon mehrfach passiert ist. Das ist mir jetzt jedoch klar geworden. Abgesehen von einer räumlichen Distanz, die ich erstmal brauche im Moment (eigentlich wünsche ich mir nur, dass er mich in den Arm nimmt und alles ok ist), was passiert nun? Per Definition ist er wohl ein Alkoholiker. Hatvdas eine Chance? Ist es realistisch zu sagen, ohne Therapie gibt es keine Zukunft? Gibt es andere Möglichkeiten?
      Weder ich möchte so leben, noch möchte ich, dass unsere Tochter so aufwächst. Ich will aber auch nicht einfach mein ganzes Leben hinschmeißen. Ich bin im Moment vollkommen überfordert, denn eigentlich brauche ich gerade seinen Rückhalt und dass er mir den Rücken frei hält weil ich nicht weiß, wie ich das berufliche sonst schaffen soll. Und nun muss ich in einer Stunde aufstehen und dann unsere Tochter wegbringen, was eigentlich er macht, aber das kann ich im Moment nicht zulassen.
      Danke fürs Lesen und vielleicht kann mir jemand sagen, was nun sinnvolle nächste Schritte sind, die nicht nur ein Ende der Beziehung sind. Denn geheiratet habe zumindest ich mit de4 Vorstellung der guten und schlechten Tage. Heute fühlt es sich sehr schlecht an.

      • Guten Morgen

        Ja ich weiß es ist kein guter Morgen.

        Die gute Nachricht ist: eure Ehe hat eine Chance wenn er aufhört zu trinken. Das wird er wahrscheinlich nicht ohne professionelle Hilfe schaffen. Da er momentan auch nicht besonders motiviert ist, wird es darum gehen ihm deutlich zu machen, dass eure Ehe nur dann eine Zukunft hat.

        Dein Entschluss, eurem Kind ein Leben als Co-Alkoholiker zu ersparen, ist richtig. Auch du selbst würdest als Angehörige in die Abwärtsspirale geraten. Infolge der psychischen Belastung die damit einhergeht wirst du beruflich wie auch als Mutter schnell an deine Grenzen kommen. Möglicherweise bist du das bereits.

        In nächster Zeit wirst du wahrscheinlich alles allein stemmen müssen. Das ist die weniger gute Nachricht.

        Gute Beratung erhältst du bei Al Anon. Ich empfehle die ausdrücklich, weil es schon eine große Entlastung ist, zu merken dass andere gerade genau das selbe sind durchmachen und dass du in keiner Weise Schuld hast an der Sucht.

        Ganz liebe Grüße

        • Liebe Lotta,

          Um deine Frage noch zu beantworten: ja, ich schätze dass es ein Suchtproblem ist. Ich schätze dass ihr beide dazu neigt zu bagatellisieren (sorry, sollte ich da falsch liegen).

          Ob ein Suchtkranker tatsächlich aus freien Stücken dazu kommen kann, seine Sucht zu bekämpfen, halte ich für mehr als fraglich. Es dürfte eher so sein, dass ihm die sozialen Folgekosten irgendwann einmal zu hoch werden. Sprich so lange du ihm die Konsequenzen seines Trinkens vom Hals hältst und ihm hilfst den Schein nach außen zu wahren, gibt es absolut keinen Grund aufzuhören.

          Alarmierender als das heimliche Trinken, finde ich übrigens den Leistungsabfall. Das spricht für ein fortgeschrittenes Stadium.

          Besser als dass du die Wohnung verlässt, wäre es wenn du ihn dazu bewegen kannst, auszuziehen.

          LG

      Hallo


      Das ist natürlich grade eine scheiß Situation.

      Was mir nicht ganz klar ist weiß er jetzt schon das du weißt das er getrunken hat?


      Ich denke ihr habt ganz dringend redebedarf. Wenn dein Mann immer mal wieder heimlich trinkt und die Flaschen versteckt ist das ein Anzeichen ja, die Frage ist wie weit ist das vorangeschritten, kommt er da alleine raus? Was ist die Ursache?

      Bevor ihr eine räumliche Trennung veranlasst, egal wer letztlich geht würde ich an deiner Stelle das Gespräch suchen.
      Er muss endlich mal die Karten auf den Tisch legen und dir mitteilen was sein Problem ist. Sollte er weiter leugnen das er getrunken und irgendwelche Probleme hat habt ihr vermutlich keine Chance mehr, denn Ehrlichkeit ist in einer Partnerschaft für mich das A und O.

      Ich denke in nahezu jeder Familie gibt es mal schlechte Tage und auch Probleme die man zunächst versucht alleine zu regeln dennoch muss man gemeinsam eine Lösung suchen wenn man merkt das Problem lässt sich nicht alleine beheben. Aber dafür hat man ja eben auch einen Partner. Das man aufgefangen wird.


      Wie hoch ist der Konsum? Habt ihr ein gemeinsames Konto? Geht er den wocheneinkauf machen? Viel viel Geld gibt er für Alkohol aus ? Kannst du daran ableiten wie ernst es ist?


      Wie gesagt ich denke ihr solltet dringend reden. Über das was war. Über das was ist und wie es werden soll. Was jeder einzelne dafür tun muss. Und klären ob er das kann und will. Je nach Stadium würde ich eine therapie/ Entzug verlangen. Er hat schließlich auch Verantwortung und eine Vorbildfunktion für euer Kind.



      Das mit deinen Prüfungen ist jetzt zeitlich echt Mist. Was deine Eltern betrifft, vll kannst du sie einfach bitten dir bezüglich der kleinen den Rücken frei zu halten weil dein Mann aktuell krank ist? Man muss ihnen ja nicht zwangsweise das alkoholproblem auf die Nase binden wenn das die Beziehung zwischen ihnen und deinem Mann auf ewig ruinieren würde und du ihm ansich aber noch eine Chance geben willst.


      LG und viel Erfolg

    • Hi,

      naja, ob es schädlicher Gebrauch oder eine Abhängigkeit ist, sollten Fachleute bestimmen. So einfach ist die Definition auch nicht...

      .. auch wenn einiges dafür spricht, da sein Konsum sich bereits auf den Alltag auswirkt, er wahrscheinlich bagatellisiert und evtl kein Einsehen hat (?).

      Ich würde ihn auf den Pott setzen, dass ihr jetzt handelt müsst bzw er. Geht zu einer Suchtberatungsstelle und lasst euch weitere Schritte aufzeigen.
      Wenn du dich belastet fühlst, gehe zu einer Selbsthilfegruppe für Ängehörige, denn nicht selten werden diese co-abhängig.

      Wenn es so ist, dann ist es eine Krankheit und wenn ihr euch liebt und das Kind nicht zu Schsden kommt durch sein Verhalten, lohnt es sich vielleicht zu kämpfen. Könnte noch früh genug sein... dein Eigenschutz (sowie fürs Kind) ist nun am Wichtigsten.

      LG

      Guten Morgen,
      Ersteinmal drücke ich dich Visuell.
      Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst.
      Ein kleiner Gedankenanstoß von mir:
      Suchtkranke müssen selber erkennen das sie ein Problem haben. Wenn man sie zur Therapie etc. Selber quasi zwingt geht das 100% Tig nach Hibten los!
      Er muss selber für sich erkennen das er ein Problem hat,wenn er das erkannt hat und sich selbst Hilfe holen will ist das der erste Schritt in eben bessere Zukunft. Versuchen mit ihm zu reden wenn er nur abblockt und es nicht einsieht dann geh eine Weile mit deinem Kind notfalls zu deinen Eltern. Was sie denken ist fürs erste egal hier geht es um dich und um dein Kind das ihr zur Ruhe kommen könnt und du dir überlegen kannst wie es weiter gehen soll.
      Du Kannst deinen Mann natürlich unterstützen wenn er sich wirklich Hilfe holen möchte. Wie gesagt wenn er sich wehrt etc. Ist da fürs erste Hopfen und Malz verloren!
      Wenn du magst kannst du mich gerne über PN anschreiben.

      Liebe Grüße und Kopf hoch du schaffst das

    • Du hast deinen Mann jetzt einmal betrunken erwischt.
      Und deshalb schließt du daraus, dass er Alkoholiker ist und dich jahrelang belogen hat? Irgendwie fehlt mir da der Zusammenhang...

      Woher weißt du denn, dass er heimlich regelnmäßig trinkt? Hat er das zugegeben?
      Bekomm doch erstmal raus, was wirklich los ist. Sicher, heimlich Alkohol trinken ist verdächtig, aber das alleine macht erstmal keinen Alki. Es gibt genug Menschen, die heimlich rauchen und dies vehement abstreiten, einzig und alleine, weil sie keine Lust auf das Gezicke des Partners haben.
      Und du hast nichts davon bemerkt, also kann es so schlimm eigentlich gar nicht sein. Man merkt doch, wenn der Partner regelmäßig betrunken ist.

      Nur, wenn du genau weißt, welches Problem er denn hat (und ob überhaupt) , kannst du richtig entscheiden, was zu tun ist. Jetzt übereilt alles hinzuschmeißen, ist sicherlich der falsche Weg

      • (8) 03.05.19 - 13:04

        Hi,

        so ganz kann ich dir nicht zustimmen.

        Eine Freundin von mir ist (mittlerweile trockener) Alkoholiker. Ihr hat man das nicht angemerkt. Getrunken haben wir ja auch oft mal gemeinsam oder Wein zum Essen, Sekt zum Anstoßen beim Geburtstag (und nicht nur 1 Glas).

        Aufgefallen ist es mir, als ich ihre Wohnung gehütet habe und an allen möglichen und unmöglichen Stellen halbvolle / volle Sektgläser versteckt gefunden habe (z.B. bei den Kaffeetassen, im Badezimmerschrank bei den Handtüchern, etc.). Oder versteckt hinter dem Nachttisch eine Flasche Wein.

        Wir haben uns durch ein gemeinsames Hobby täglich gesehen und oft viele Stunden oder auch Wochenenden gemeinsam verbracht. Sie konnte es sehr gut verstecken.

        Meine Freundin war regelmäßig alkoholisiert, aber das fiel nur sehr selten auf, wenn man sie nicht so gut kannte. Sie ging zuverlässig und regelmäßig arbeiten, lallte nicht und man roch es auch nicht und ihre Wohnung war sauber und aufgeräumt. Es standen auch nicht übermäßig leere Flaschen herum (also im Altglas). Sie konnte auch durchaus mal einige Tage nichts trinken. Irgendwann war es aber auch bei ihr so weit, dass sie immer öfter und immer länger krank geschrieben wurde. Waren auch alles immer "Infekte" oder "Migräne" oder "Unwohlsein".

        Sie hat es geschafft, trocken zu werden, aber es hat lange gedauert. Vor allem, weil das Umfeld ihren Alkoholismus so gar nicht wahrgenommen hat. Es sah niemand die Notwendigkeit, irgendwie zu helfen.

        Gruß
        Kim

        • (9) 04.05.19 - 08:32

          Ein Partner ist ja schon noch mal etwas anderes als eine sehr gute Freundin, da bekommt man doch schon noch mehr mit und den kennt man auch noch besser...
          Ich merk meinem Partner jedes Bier an, und ist er definitiv kein bisschen betrunken oder auch nur angeheitert und verhält sich komplett normal, nur halt ein ganz kleines bisschen anders. Außenstehende würden das nicht merken, ich schon. Umgehkehrt ist es genauso.

          Aber keine Ahnung, vielleicht will man das dann ja auch nicht merken...

      (10) 03.05.19 - 19:36

      Sie schrieb doch, dass er früher schon mal Probleme damit hatte.

      • (11) 04.05.19 - 08:38

        Sie schrieb, dass er früher häufiger zu viel getrunken hat, sich das aber seit Jahren geändert hat.

        Das machen doch aber ganz viele junge Leute, wenn sie feiern gehen, ohne dabei ein Alkoholproblem zu haben. Das mag nicht ganz ok sein, ist aber doch nicht ungewöhnlich.

        • (12) 04.05.19 - 22:00

          Naja... aber Flaschen verstecken und verheimlichen deutet ka auch schon drauf hin, dass er sich grundsätzlich bewusst ist, dass sein Konsum nicht ok ist.
          Gerade auch alleine trinken ist für mich so ein Anzeichen. In Verbindung mit verstecken und verheimlichen schrillen bei mir alle alarmglocken.

          • (13) 05.05.19 - 10:06

            Stimmt, aber von den vielen kleinen Flaschen hat sie ja auch erst später geschrieben;-)

            Ursprünglich ging um ein einziges Vorkommnis.

(14) 03.05.19 - 08:29

Ich finde es arg übertrieben, weil du hast dein Mann jetzt Mal erwischt VL hatte er einen beschissen Tag und keine Lust noch zusätzlich auf das Gezicke. Und deshalb hat er dich angelogen einfach weil ervl seine Ruhe haben möchte. Ich hätte erstmal bis zum nächsten Tag gewartet und gefragt was denn los sei... anstatt ihm direkt so anzuplumpen.
Ganz ehrlich wäre er Alkoholiker würdest du es wahrscheinlich sonst jeden Tag mitbekommen...
Auch nicht schön ist es für einen Mann zuhören,dass seine Frau ja viel belastender ist er selbst. VL nagt ihn das auch am Selbstwertgefühl. Ich weiß ja nicht, wie oft du ihm sowas vor dem Kopf wirfst.
Rede erstmal mit ihm und dann kann man immernoch schauen aber ich finde, du warst unfair gegen über deinem Mann

Hm, hast du denn noch andere Hinweise, als die leere Flasche Schnaps und die Fahne? Hast du schon mit ihm geredet?

(16) 03.05.19 - 11:27

Ich habe in der Pause kurz die bisherigen Beiträge gelesen und sitze im Moment heulend auf dem Klo auf der Arbeit.
Bagatelliesiert habe ich wohl. Wohl schon eine Weile. Eine langjährige Beziehung ist natürlich etwas vielschichtiger als man übermüdet in einem kurzen Beitrag schreiben kann.
Das Thema Alkohol war schon öfter ein Thema, da er wenn er trinkt seine Grenze nicht kennt und es da schon häufiger auageartet ist. So dass er den folgenden Tag zu nichts fähig ist.
Es war nicht das erste Mal. Letzte Woche habe ich als Überraschung das neue Sofa in seinem Zimmer aufgebaut und dabei eine kleine Schnapsflasche gefunden. Angeblich vom letzten Umzug bei dem wir geholfen haben als dank. Leer.
Leere kleine Flaschen die immer mal wieder irgendwie auftauchen. Es gibt immer eine mehr oder weniger sinnvolle Erklärung, eie JGA, Geburtstag...
Er hatte auch schon in Streitsituationen heimlich alleine getrunken, das ist theoretisch aber schon zwei Jahre her und hatte einen einmaligen Eindruck.
Mein Bauchgefühl hat sich schon das ein oder andere Mal gemeldet. Aber nach einigen Beiträgen hier vermute ich, ich wollte es nicht früher sehen? Ich weiß es auch nicht.
Und mir zu unterstellen stressig zu sein, an einem Tag, an dem ich ihm, weil er (angeblich?) krank ist, Frühstück gemacht habe bevor ich zur Arbeit bin (kurz nach sechs), die Kleine weggebracht habe, er bis 18 Uhr alleine war, die Kleine um halb sieben da war und ich sie ins Bett gebracht habe um dann gegen halb neun mich mal uu ihm zu setzen... Nun ja, da muss ich ihn wohl fragen. Und ja, sprechen müssen wir. Auch wenn er das vermutlich abblockt.
Danke für die bisherigen Antworten!

  • Hi,

    ich würde mir VOR dem Gespräch mit deinem Mann erst mal einen Termin z.B. bei der Drogenberatungsstelle oder einer anderen entsprechenden Einrichtung geben lassen, es wahrnehmen (!!) und dort das Problem schildern. Die wissen eher einzuschätzen, was Sache ist als du selbst mit deinem "Bauchgefühl". Entsprechend kannst du danach in ein Gespräch mit deinem Mann suchen. DU bist dann nämlich vorbereitet und kannst seine Reaktionen entsprechend "einsortieren". Ansonsten glaubst du - garantiert - nur seinen Beteuerungen oder aber Abwiegelungen etc. etc. und du WILLST das ja sicher eher glauben als der Tatsache "mein Mann ist Alkoholiker und macht unsere Ehe kaputt bzw. NOCH schlimmer: die Seele unseresKindes!!!" ins Auge zu sehen. Denn die Azeptanz der Alkoholiker-Tatsache bedeutet, dass DU handeln musst, dein Nest aufgeben, evtl. ausziehen usw. usf. Dies geschieht leider immer erst, wenn der Leidensdruck schon über das erträgliche Maß gestiegen ist. Aber dann ist es schon zu spät, der Schaden ist angerichtet. Und das nur, weil die Co-Alkoholiker nicht aus der Abhängigkeit vom Alkoholiker rauskommen.

    Falls sich das Alkoholiker-Problem bestätigt (wie gesagt, durch ein Gespräch mit einer Drogenberatungsstelle wirst du rausfiltern können, was Sache ist), wird dir wahrscheinlich klar werden, dass du ebenfalls abhängig bist! Und wie willst du deinem Partner helfen können, wenn du selbst ein "Co-Alkoholiker"-Problem hast und da nicht rauskommst? Wieso sollte der Alkoholiker, der ja nicht nur psychisch, sondern tatsächlich körperlich abhängig ist, das dann wuppen? Du verstehst, was ich meine?

    Komm erst DU aus der Co-Abhängigkeit, falls wie gesagt die Alkoholabhängigkeit deines Mannes besteht. Alles wird nicht mehr besser, nur noch schlimmer, wenn du weiterhin alles seinen Gang gehen lässt (Beschwichtigungen auch gegenüber dir selbst, was total menschlich ist!!).

    Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass sich dein Bauchgefühl trügt.... Hole dir Hilfe, suche das Gespräch mit FAchleuten und dann mit deinem Mann.

    Ich bekomme das ganze Problem gerade bei einer Arbeiskollegin mit: deren Vater Alkoholiker - sie nicht - aber ihr Sohn. Das zieht sich wirklich durch die Familiengeschichte durch.

    LG
    Gael

    Fühl dich mal gedrückt unbekannterweise.

    Ich habe weiter oben von meiner Freundin geschrieben - das, was du nun schreibst, deckt sich sehr mit dem, wie ich meine Freundin erlebt habe.

    Lass Dich beraten, atme tief durch und überlege dir nach der Beratung und dem folgenden Gespräch mit Deinem Mann, wie DU weiter machen möchtest.
    Und ich würde euer Kind zu den Großeltern bringen, wenn du mit deinem Mann sprichst und nach Möglichkeit einen ruhigen, neutralen Ort aussuchen.

    VG
    Kim

(19) 03.05.19 - 11:47

Hallo,

also auch ich muss sagen dass ich echt finde, dass Du übertreibst. Dein Mann ist doch erwachsen und darf doch Alkohol trinken. Leere Flaschen in seinem Zimmer finden, für die er Ausreden parat hat - wieso braucht er dafür denn Ausreden? Solange er sich nicht regelmäßig besoffen trinkt (was sicher nicht der Fall ist, sonst wärst Du nicht aus allen Wolken gefallen, wenn jemand ehrlich betrunken ist, dann merkt man das - und mit regelmäßig mein ich nicht einmal im halben Jahr). So wie Du dem Thema Alkohol ggü stehst ist es klar, dass er ihn heimlich trinkt, welche erwschsene Person hat schon Lust, sich für ein Feierabendbier rechtzufertigen? Mein Mann trinkt auch an manchen Tagen gern ein Feierabendbier, am Wochenende auch manchmal eins über den Durst. Aber eben nicht immer und jedes Wochenende. Aber da kannst ihn am nächsten Tag auch in der Pfeife rauchen. Muss er dann durch.

Glaube mir, wenn er Alkoholiker wäre, gäbe es keinen Weg, dass Du das nicht schon längst wüsstest, wenn ihr euch jeden Tag seht. Das riecht man, das hört man, das sieht man. Mein Onkel ist langjähriger Alkoholiker, ich weiß wovon ich spreche.

Und dass er nicht so belastbar ist wie Du: Menschen sind unterschiedlich und haben eben andere Belastungsgrenzen. Ist bei uns auch so. Mein Mann würde glaub ich keine einzige Woche durchstehen, in der er alle 2 Stunden nachts aufstehen und die Kleine füttern muss. Dafür ist er körperlich viel kräftiger als ich.

Rede mit ihm! Vorallem bevor Du weitere Familienmitglieder einweihst in etwas, dass Du gar nicht sicher weißt. Aber sei vorsichtig mit Vorwürfen und Vermutungen. Das ist schon echt ein Ding.

Sei mir nicht böse, aber irgendwie hört es sich für mich nach gefundenem Fressen an.

LG

  • Ich finde deinen Beitrag allerdings auch etwas zu verurteilend... ich würde auch misstrauisch werden, wenn öfter irgendwo Schnapsfläschchen herumliegen. Und von Alkoholiker zu Alkoholiker gibt es auch noch viele Unterschiede.
    Es würde ja schon reichen, wenn er auf dem Weg dorthin ist... der TE sollte es da schon mal erlaubt sein, kritisch nachzufragen.
    Das hat mit Gezicke auch nichts zu tun (andere Beiträge hier). Es ordentlich zur Sprache zu bringen ist kein Gezicke. Ich glaube auch nicht, dass die TE etwas gegen ein Feierabendbier oder mal am WE etwas mehr hat.
    In einem Haushalt mit Kind müssen aber keine Fläschchen herumfliegen und er kann nicht einfach automatisch die Verantwortung fürs Kind abgeben, nur weil er grad Lust auf Bier/Schnaps hat.

    (21) 03.05.19 - 12:50

    Sehe ich auch so. Es ist schlimm, in letzter Zeit gibt es so viele solcher Posts und ich habe das Gefühl, Alkohol-trinkende werden langsam aber sicher immer mehr als Aussetzige behandelt, wie Raucher. Es ist doch genau so wie du beschreibst, wenn man weiss dass der Partner dem gegenüber anti-eingestellt ist, dann versucht man es auch nicht unbedingt vor seiner Nase zu machen und schon ist einer ein Alki.

    Auch finde ich, dass die TE hier ihren Mann ein bisschen als Depp hinstellt. "Ich bin viel belastbarer als er" "er ist dauernd krank" "Männergrippe". Das sind auch nicht gerade wertschätzende Kommentare und ehrlich, wenn du dich, TE, ihm gegenüber so verhältst wie du hier schreibst kann ich verstehen, dass er sich abschirmt von dir. Ihr seit Anfang 30.. vielleicht hat er einen über den Durst getrunken am Abend vorher und konnte/wollte deshalb nicht zur Arbeit. Kann passieren, nicht besonders klug aber kann passieren. Ist ER denn glücklich? Wenn er wirklich öfter mal krank ist kann das auch ein Zeichen dafür sein, dass ihm seine Arbeit nicht gefällt, er sich dort nicht wohl fühlt etc.. Ich hätte def. auch zuerst das Gespräch gesucht bevor ich alles hinschmeisse.. es kommt mir fast so vor, als hättest du nur auf eine Gelegenheit/Ausrede gewartet um das ganze zu beenden..

    • (22) 03.05.19 - 15:02

      Man geht davon aus das 5 % der Erwachsenen alkoholabhängig sind. Ich finde es eher erstaunlich dass hier so wenige schreiben.
      Und Rauchen ist genauso eine Suchterkrankung, nur dass sie gesellschaftlich anerkannter ist.

      Und nein, einem Erwachsenen Menschen der sich unter Kontrolle hat passiert es nicht dass er einen über den Durst trinkt, damit gehört er zumindest schon mal zur Risikogruppe.

      • (23) 03.05.19 - 17:38

        Ich finde es eher erstaunlich wie schnell hier Menschen einfach als Alkoholiker abgestempelt werden. Nicht jeder der regelmässig ein Bier oder ein Glas Wein trinkt ist Alkoholiker. Heutzutage wird viel zu schnell mit diesem Wort um sich geworfen. "Ui, sie trinken jedes Wochenende Wein zum Essen, das müssen Alkis sein".

        • (24) 03.05.19 - 20:45

          So isoliert ist das hier noch nie berichtet und auch nie verurteilt worden. Es kommen immer mehrere Aspekte zusammen wenn hier sowas geschrieben wird. Und wenn es z.B. schon Streit gibt und heimlich getrunken wird ist das schon ne andere Hausnummer. Dann sind wir eben nicht mehr bei "aus Genuss zum Essen", da steckt dann schon mehr dahinter.

          Wer kein Problem mit Alkohol hat hat auch kein Problem ohne Alkohol, und zwar in jedweder Situation. Sobald das Letzte nicht mehr gegeben ist trifft auch das erste nicht mehr zu. Ganz einfach eigentlich.

Ich finde es erschreckend, wie viel hier regelmäßigen Alkoholkonsum bagatellisieren. Eine Form der Abhängigkeit ist es schon, wenn jemand nicht in der Lage ist, auf sein Feierabendbier oder das Glas Wein am Abend zu verzichten. Oder regelmäßig seine Grenzen beim Alkoholkonsum überschreitet. Da wundert es mich nicht, dass Alkoholismus in so vielen Familien unter den Tisch gekehrt wird, Angehörige sich nicht trauen, nach Hilfe zu fragen - sie sind ja über empflindlich und gönnen dem Partner nach einem schweren Tag ja nichts... - denn diese Einstellung wird man nicht nur hier im Forum finden.

Ist euch bewusst, dass nicht jeder Alkoholiker ständig sichtbar besoffen ist oder nach Alkohol riecht? Ist euch bewusst, dass das Verstecken von alkoholhaltigen Getränken eines der ersten und oft sicheren Anzeichen ist? Das zu den Anzeichen fortgeschrittener Abhängigkeit auch durchaus "Infektanfälligkeit" etc zählt? Suchtkranke sind verdammt erfinderisch, wenn es darum geht ihre Sucht zu verstecken. Sie merken zumindest anfangs selbst, dass es eigentlich "falsch" ist, was sie tun, aber KÖNNEN nicht anders. Aber der Schein muss gewahrt werden. Also wird versteckt und vertuscht, was das Zeug hält. Und das betrifft nicht nur alkoholabhängige Menschen sondern alle Drogenabhängigen.

Wenn die Sucht nicht mehr zu vertuschen ist, dann ist schon sehr viel kaputt und verloren. Und die Angehörigen haben mehr gelitten als alle wahr haben wollen. Sie sind ja nicht selbst süchtig... :-(

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