Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen gefragt

    • (1) 07.05.19 - 08:41

      Guten Morgen ihr Lieben,

      ich hätte mal eine Frage und NEIN das ist kein Schwiegereltern-Bashing. Ich hoffe mir einfach Rat und muss mir auch mal was von der Seele schreiben. Sorry, es wird lang.

      Die Situation bei uns ist wie folgt:
      Mein Schwiegervater hat seit 22 Jahren Parkinson (die langsam, fortschreitende Variante). Er wurde bereits mit Mitte 50 diagnostiziert und ging dann bald in Frührente. Sie bauten ein Haus vor 15 Jahren NICHT pflegegerecht. (Gott weiß wieso!). Ich kannte sie da noch nicht so gut. Sie bewohnen jetzt die untere Wohnung, die nur über Treppen erreichbar ist.

      Jetzt ist es leider soweit, dass der Einsatz des Rollstuhls nur noch eine Frage der Zeit ist. Leider wird er jetzt im Alter von 77 Jahren auch noch dement. Meine Schwiegereltern lebten immer die klassische Rollenaufteilung. Mann macht die Bankgeschäfte, fährt Auto (seit seinem letzten "kleinen" Unfall vor 1 Jahr, als er sich unbemerkt den Schlüssel schnappte und 5000 Euro Schaden am eigenen Auto verursachte haben wir alle ein Machtwort gesprochen) fährt meine Schwiegermutter wieder. Nicht gut, aber sie fährt. Sie fahren einen Audi A3, in den er nur noch sehr mühsam reinklettern kann. Raus kommt er nur noch mit Hilfe.

      Gestern waren mal wieder nach langer Zeit 2 meiner Kinder für den Nachmittag dort. Der Opa sitzt aufgrund seiner Immobilität nur noch vor dem TV und guckt RTL2 und Co. Die Kinder scheinbar daneben. War dann ziemlich genervt... Meine Schwiegermutter sagte dann bei der letztwöchigen Überprüfung des Pflegegrads (er hat 4) kam raus, dass die Beraterin ihnen einen Rollstuhl empfohlen hat.

      ABER: Meine Schwiegermutter sagt, er braucht ihn nicht, so lange es noch geht, kein Problem, macht sie es. Nur, ich denke es geht nicht mehr. Oder jedenfalls nur noch eine kurze Zeit (Monate Wochen?) Er kann nicht alleine aufstehen, auf Toilette, etc. Er liegt in einem Pflegebett und spricht kein Wort mehr. Er vegetiert vor sich hin. Es ist sehr schwer für uns alle das so zu sehen. Meine Schwiegermutter sagt, er müsse sich einfach mehr anstrengen. Sie fahren fast täglich zu irgendwelchen Ärzten, Therapien, etc. Wenn er nicht so gut privat versichert wäre... wäre das schon lange viel schlimmer. Sagen auch die Ärzte.

      Mein Mann und seine Schwester (sie lebt in 500 km entfernt) machen da kaum was. Wenn irgendetwas beantragt werden muss, das Auto kaputt ist, Öl bestellt werden muss, mach ich das.

      Gestern ist mir aber erstmals der Kragen geplatzt. Ich hab da jetzt die Faxen dick. Meine Schwiegermutter (die ich wirklich wirklich sehr schätze) ist ein totaler Sturschädel und ein Meister im schönreden und ausblenden von unangenehmen Dingen. Sie erzählte mir, das ist ja kein Problem wenn er im Rollstuhl sitzt, sie würde das dann schon schaffen.


      Die Wohnung ist NICHT behindertengerecht, keine Tür ist groß genug, das Bad ist sehr klein, die Toilette in einem Eck. Ein Rollstuhl würde nicht in das Auto passen. Er müsste immer über den Rasen und über die Terrasse in das Haus geschoben werden. Im Winter (wir leben in Bayern) müsste jemand zuerst mal Schnee räumen.. Ich hab sie dann gefragt, wer das tun soll. Ja das macht dann sie.... Ja klar. Meine Schwiemu hat in ihrem Leben noch nicht EINMAL Schnee geräumt, oder Rasen gemäht, oder oder oder. Ich war gestern dann den Tränen nahe, weil sie es so komplett ausblendet das es nicht gehen wird. Sie ist 78 Jahre alt! Und die Pflege meines Schwiegervaters nimmt sie sehr mit. Letzte Woche hat er sie ausgesperrt um im Keller ein Tüte Gummibären essen zu können... Hört sich lustig an, aber was ist wenn er die Treppe runterfällt?


      Habe dann gestern meine Schwägerin und ihre Lebensgefährtin angerufen und meinen Mann ins Rennen geschickt, sie mögen endlich mal auf den Tisch hauen und einen Plan machen, was ist am Tag X wenn es nicht mehr geht. Musste mir dann von der Lebensgefährtin meiner Schwägerin anhören, dass ich alles zu schwarz sehe, läuft doch gut. oh Mann. Ja klar läuft das, weil ICH immer alles mache. Versicherungen, Rentenbescheide, Steuer, Ölbestellungen. Ich habe 3 kleine Kinder und ich arbeite auch 4 Tage die Woche und ich habe auch ein Leben. Bis jetzt ging es noch, aber es ist nicht MEIN Vater! und es wird schlimmer!


      Letztes Jahr habe ich (weil meine Schwiemu auf Kur wollte, Erschöpfungssyndrom, habe sie da total unterstützt) ungelogen 22 Pflegeheime angerufen wegen Kurzzeitpflege 4 Monate vor der Kur. Nicht EINS hatte Platz! Wir haben dann in der Kurzeinrichtung noch was bekommen. Das habe ALLES und ich meine Alles ich gemacht.

      Pflegedienst, will sie nicht, sie kassiert lieber selbst die 800 Euro, die sie bekommt für den Pflegegrad.


      Ich weiß bald nicht mehr weiter. Mir wird das Zuviel, ich weiß wen sie wieder anruft, wenn was ist. MICH!


      So jetzt konkret die Frage: Hat da jemand Erfahrung oder Rat was ich tun kann?


      vielen lieben Dank für soweit lesen.

      Marie

      • Vorweg eine Frage: was wird den mit dem Pflegegeld gemacht. Für PG 4 gibt es ja schon ne Summe. Kommt kein Pflegedienst zur Unterstützung?

        • Hallo,

          da bekommt sie ca. 800 euro die stecken sie selber ein! Pfelgedienst hatten wir mal (hatte ich organisiert nach einer OP meiner Schwiegermutter) den haben sie wieder abbestellt. kann sie alles selbst...

      Mein Rat ist dass du dich zurück nimmst. Es ist nicht dein Vater. Dein Mann und seine Schwester sollen den Arsch hoch bekommen und dich kümmern.

    • Hi,

      warum hängst Du Dich denn da so rein? Wenn ich das richtig sehe, hat Dich da letztlich keiner wirklich drum gebeten, sondern Du machst das, weil Du nicht zusehen kannst, das es sonst keiner macht.

      Wenn das so ist, liegt der Schlüssel alleine in Dir. Auch wenn Deine Hilfe nützlich ist, ist sie weder erbeten, noch Dir selbst angenehm. Deine Schwiegermutter ist eine erwachsene Frau. Sie wird feststellen, dass die Dinge nicht so funktionieren, wie sie sich das vorstellt und dann reagieren (müssen). Das mag dramatisch werden, aber das ist das Recht Deiner Schwiegermutter. Es ist ihr Leben. Ich empfinde Deine Ansätze zwar als sinnvoll, aber auch als übergriffig. Ich würde an Deiner Stelle zunächst mal überlegen, warum ich selbst da so drauf anspringe. Warum nimmst Du diese Verantwortung so schnell und umfänglich an? Dann würde ich mit meinem Mann reden und ihm offiziell die Verantwortung für die Fragen seiner Eltern übergeben. Wenn er Unterstützung benötigt, würde ich ihm die anbieten, wenn er konkret danach fragt. Und dann würde ich das an Zeit mit meinen Schwiegereltern verbringen, was ich gerne würde.

      Liebe Grüße
      die Landmaus

      • hallihallo,

        nein nein nein. Das ist so nicht. Ich mach das sicher nicht, weil ich mich wichtig machen will. Sie rufen konkret bei mir an! und nur bei mir! Ich sage es dann meinem Mann, bsp: Du, Deine Elter brauchen Öl... dann passiert nix. dann rufen sie wieder an, und wer einen Öltank hat, weiß dass wenn man warm duschen möchte, braucht man Öl. Also wer bestellt dann?
        Übergriffig? find ich jetzt starken Tobak. Ich versuche mich so wenig wie möglich in deren Leben einzumischen. nochmal SIE rufen MICH an.

        Warum ich die Verantwortung annehmen.... nun weil es sonst NIEMAND macht. NIEMAND! Mein Mann nicht, meine Schwägerin nicht, kein Nachbar niemand.

        Aber ICH bekomme dann auch Anrufe von Bekannten von ihnen aus der ganzen Bundesrepublik. Du Marie, du musst da was machen, die haben noch Sommerreifen drauf, morgen soll es doch schneien. aha. Übergriffig. Ich bin froh wenn ich meine Reifen selbst gewechselt bekomme. Ich hab überhaupt keine Zeit um übergriffig zu sein. Und auch keinen Bock. Ich hab auf den ganzen Mist keinen Bock mehr!

        Aber jetzt frag ich Dich, wenn Du zwei Menschen hast, der eine hilflos/sprachlos und die andere mit den einfachsten Alltagsdingen überfordert wie Reifen wechseln oder eine Überweisung machen, oder letzte Woche tataaaa "marie, wie ist die Adresse meiner Krankenkasse, ich muss da was einreichen" (bitte guck doch in deinen Ordner, nein da steht nix). Welche Krankenkasse bist du denn. hmmm…. weiß ich jetzt gar nicht. und Wiele Porto muss auf einen Brief und kannst du den einwerfen, wenn Du eh schon kommst und guckst wo ich versichert bin (Zusatzversicherung, was weiß ich wo sie die hat)
        Ja da sagst Du dann, hilf Dir selbst, ich will mich nicht aufdrängen oder wie?
        Sorry dein Beitrag hat mich jetzt echt verletzt.

        und dann habe ICH den Telefonterror. Und dann rufen auch meine Schwägerinnen an. Du, wie stellst du dir das vor, sollen wir das machen ?


        vielen Dank für Deine Antwort, aber ich glaub Du hast mich nicht verstanden, evtl hab ich mich auch falsch ausgedrückt.

        Vg Marie

        • Warum erledigt dein Mann das nicht? Du teilst ihm mit dass seine Eltern angerufen haben und xy zu erledigen wäre. Und dann macht er das. Und deinen SE sagst du dass sie ihn da mit konfrontieren sollen. Du siehst dich meiner Meinung nach als Opfer, lässt es aber mit dir machen.

          Nein, Du willst Dich nicht wichtig machen. Davon bin ich nie ausgegangen. Du kannst nicht nein sagen und nimmst die komplette Verantwortung an. Die, die Dir übertragen wird und die, die Du in den kommenden Problemen erkennst. Auf mich wirkt es, als habest Du Schwierigkeiten, Dich abzugrenzen und auch das ist eine Form der Übergriffigkeit. Du machst Dich unglücklich und verhinderst, dass die richtigen Menschen die Verantwortung übernehmen.

          Es tut mir Leid, dass Dich meine Gedanken dazu verletzen. Aber ich denke, ich habe Dich sehr gut verstanden und ich halte es immer noch für wichtig, dass Du dem ins Auge siehst.

          Das ganze hat ja scheinbar eine lange Geschichte. Sie rufen bei Dir ja nicht umsonst an, sondern weil sich das so eingebürgert hat. Du willst aber doch gar nicht der Ansprechpartner sein und bist ja auch nicht der richtige. Das wäre Dein Mann oder seine Geschwister.

          "Ja da sagst Du dann, hilf Dir selbst, ich will mich nicht aufdrängen oder wie? "
          Nein, Du solltest aber sagen, dass Du Dich darum nicht kümmern möchtest. Und, wenn Du das machen möchtest, ihr gemeinsam danach gucken könnt, dass sich der richtige kümmert.

          Wo ist eigentlich in der ganzen Sache Dein Mann? Deine Post lesen sich als wäre der quasi nicht vorhanden.

          Liebe Grüße
          die Landmaus

          • Hallo nochmal,

            vielen Dank nochmal für die Antwort,
            Mein Mann hält sich dezent im Hintergrund. Er ruft sie nie zurück, er sagt mir auch gar nicht, wenn sie angerufen haben. Ich erfahr dass dann über entweder dauerndes generve per WhatsApp von meiner Schwiemu, oder ein Nachbar/Freund oder sie selbst rufen dann an und beschweren sich, dass xy noch nicht gemacht ist.
            Es handelt sich aber halt oft um wichtige/eilige Sachen (Öl/Steuer/Beantragung für Rollator etc). Ich hab es schon oft einfach liegenlassen und gesagt, bitte ruft euren sohn an... Da passiert tatsächlich NICHTS! Sie haben kein wirklich gutes Verhältnis. Und alle denken immer ich bin die Tochter... Mein Mann ist ein super lieber, aber er redet von seinen Eltern (die ihn und seine Schwester immer abgeschoben haben, sagen sie beide, ich kann es nicht beurteilen) wie von Bekannten. Und scheinbar ist es ihm egal alles.

            Ich kann toben, heulen und zetern, er hört es sich an, sagt er macht es und tut … nix.

            Das ist aber wirklich nur in dem Fall so. Sonst ist er wirklich fleißig und bemüht. Ich denke da liegt viel im Argen. Und er fragt halt nie nach, wenn seine Mutter ihm sagt, das passt schon so, akzeptiert er es um dann nach 3 Wochen zu sage: ja, du die mama hat gesagt es passt, weiß nicht was sie jetzt wieder will. Er geht teilweise nicht mal ans Telefon wenn sie anrufen. (ich dann aber auch nicht, wenn er da ist )

            • (10) 08.05.19 - 07:47

              Da liegt dann wohl der Kern der Sache.

              Dein Mann und seine Schwester sehen sich nicht in der Verantwortung für ihre Eltern. Warum das Verhältnis im Innern zerrüttet ist, habt ihr scheinbar nie im Detail besprochen. Und wenn ich Deine Worte richtig deute, kannst Du Dir das auch nicht richtig erklären. Dein Mann hingegen hat offenbar seinen Frieden mit der Situation gemacht. Er lässt sich da ja nicht aus der Ruhe bringen.

              Du hast eine andere Vorstellung davon, wie man als erwachsenes Kind für seine Eltern sorgen soll. Die ist auch nachvollziehbar.

              Gleichwohl kannst Du Deinem Mann Deine Vorstellungen nicht aufbürden. Er hat das Recht auf seine eigenen. Als erstes würde ich wahrscheinlich versuchen, wirklich zu verstehen, warum da keine Bindung ist. Sprich mit Deinem Mann und lass Dir nochmal genauer erklären, was ihn da bewegt.

              Und dann musst Du für Dich klar kriegen, was Du machen kannst und machen willst. Wo sind deine Grenzen? Und die musst Du dann klar definieren und auch halten. Und bitte vergiss bei alldem nicht, dass Du es mit erwachsenen Menschen zu tun hast, die im Zweifel deutlich weniger hilflos sind als Du denkst.

              Ich würde ein offenes Gespräch empfehlen. Erst mit Deinem Mann darüber, dass er Dir die Last alleine überlässt. Und dann mit Deinen Schwiegereltern. Sag ihnen, dass Du nicht gewillt bist, ihre eigenen Kinder zu ersetzen. Dass Du nicht mit Deiner Zeit Dinge regeln wirst, die sie auch gegen Geld auf andere Dienstleister auslagern können. Und dann bleib stark.

              Nimm die Sache mit dem Heizöl. Was passiert im schlimmsten Fall? Es wird kalt oder teuer. Das sind natürliche Konsequenzen. Davon stirbt niemand.

              Gleiches gilt z.B. für den Rollator. Es mag ja eilig sein, aber es passiert auch nichts schlimmes, wenn es länger dauert.

              Die Frage ist, ob Du diese Spannung aushalten kannst. Verlangen, die Situation anders zu handhaben, kannst Du von keinem der Beteiligten. Wenn sie alle uneinsichtig sind, kannst Du nur Dein Verhalten umstellen. Und ja, wenn dann einem was passiert, liegt das nicht mehr in Deiner Verantwortung.

              Liebe Grüße
              die Landmaus

          (11) 08.05.19 - 09:23

          Einer meiner ersten Gedanken war auch, die Te übernimmt ja alles, was an sie rangetragen wird, wieso soll sich jdm. anderes, z.b. ihr Mann, kümmern? Es ist einfach Gewohnheit geworden, vor allem für die Anderen: Man sagt der TE BEescheid und dann läuft es , keiner muß sich kümmern.

          Wie du sehe ich es auch, dass die TE sich da zurücknehmen und ihrem Mann und Schwägerin als deren Kindern das Handeln überlassen sollte.

      (12) 08.05.19 - 09:28

      Sorry, wenn ich das so deutlich sage. Aber Du willst hier gar keine Hilfe! Bzw. nur das hören, was du willst. den Vorschlag dich da fast gänzlich raus zu nehmen, blockst du ja ständig ab oder meinst wir anderen User verstehen nicht, worum es dir geht.

      Aber bitte, dann arbeite dich für deine SCHWIEGEReltern weiterhin krumm, und klapp irgendwann zusammen.

      Nee, nee, nee, manchen Leuten kann einfach nicht geholfen werden!

      Selbst, wenn sie Dich in diesen Angelegenheiten einspannen, finde ich es nicht okay, ihnen ihr weiteres Leben planen zu wollen.
      Sie werden irgendwann sicher selbst einsehen, dass das Haus nicht behindertengerecht ist, der Schwiegervater einen Rollstuhl braucht oder was auch immer.

      Wenn Du keine Lust hast, ihnen Heizöl zu bestellen, gib den Auftrag an Deinen Mann weiter, der kann das sicher auch, genau wie er einen Termin zum Rädertausch vereinbaren kann...

(14) 07.05.19 - 09:31

Versicherungen, Rentenbescheide, Steuer, Ölbestellungen, Pflegeheim suchen...
Warum machst du das alles? Gerade das kann doch auch die Schwägerin in 500km Entfernung erledigen (oder dein Mann).
Schneeschaufeln und andere schwerere Tätigkeiten werden so oder so an euch hängenbleiben, aber da kannst du doch zumindest teilweise deinen Mann mit ins Boot holen.
Pflegebedürftige Angehörige sind eine echte herausforderung. Da müssen alle zusammenhelfen, es kann nicht sein, dass sich die Kinder (dein Mann und seine Schwester) komplett raushalten. Verteilt die Aufgaben.

Letztendlich hast du sicher recht, mit dem Rollstuhl wird es schwierig und er wird über kurz oder lang sicher notwendig. Aber man kann sich darauf einstellen, vielleicht was umbauen. Normale Wohnungstüren sind eigentlich breit genug für normale Rollstühle, jedenfalls war das bei uns nur bei einer einzigen Tür ein Problem. Das Bad bzw die Dusche war schwierig, aber irgendwie haben wir auch da eine Lösung gefunden. Ja, und auch meine Omas mussten mit Rolli immer durch den Garten über die Terrasse ins Haus, aber auch das war machbar.
Und auch wenn deine Schwiegermutter das jetzt noch nicht will, ein Pflegedienst hin und wieder kann schon auch hilfreich sein, evtl zB beim Baden helfen.
Wenn das absolut notwendig ist, wird sie das auch annehmen, vermute ich.

  • (15) 07.05.19 - 10:56

    vielen Dank für Deine Antwort,


    meine lieben Schwägerinnen (und ich mag die wirklich, aber da nerven sie mich) rufen einmal im Monat an und jammern die Schwiegis dann voll, wie viel sie arbeiten (beide im Vorstand von großen Unternehmen und nie zu Hause). Da wollen sie die natürlich nicht nerven. Die würden auch nichts machen. Das sag ich jetzt knallhart. die sagen Nein. und wahrscheinlich haben sie recht!
    Wir können nicht schneeräumen bei ihnen. Wir haben ein riesen Haus und müssen bei uns schon räumen, arbeiten in verschiedenen Städten müssen 3 Kinder wegbringen und Mittag wieder aufsammeln.
    ICH hatte ihnen mal einen Räumdienst organisiert, wollen sie nicht mehr, was der kostet. Wir wohnen außerdem 20 km entfernt. Da kann ich nicht mal eben schnell rübergehen (was sonst kein Problem wäre). Ich versuche immer Lösungen für sie zu finden, dass sie so lange wie möglich autark bleiben können. Das machen sie dann eine Zeitlang und dann wieder nicht mehr. Ist mir dann auch egal.
    Versteht mich nicht falsch, es ist wirklich nicht so, dass ich ihnen zum bsp. den Räumdienst aufdränge. Sie rufen an und jammern sie schaffen es nicht mehr. WIR können zeitlich nicht und dann muss eben ein Dienst her. Ist ja an sich kein Problem, sie bekommen ja Geld für solche Sachen.

    • (16) 07.05.19 - 11:24

      Das Schneeräumen ist doch nur eine kleine Sache von ganz vielen Problemen. Dafür findet sich sicher eine kostengünstige Lösung, Hilfe werden sie da annehmen müssen, wenn ihr nicht räumen könnt. Bei einem älteren Ehepaar bei uns ums Eck machen das zB Kinder, die sich ein bisschen was dazuverdienen wollen.

      Du musst dich da wirklich abgrenzen, die Kinder sind erstmal dran. Und gerade Organisatorisches kann man sehr gut von weiter weg erledigen. Zieh dir den Schuh nicht an, dass du alles machen musst.
      Rege doch mal ein Gespräch unter den geschwistern an. Evtl wissen die Schwestern gar nicht, wie es um die Eltern steht (oder wollen es nicht wahr haben).

      Erstmal Respekt, dass du die alten Leute so unterstützt. Du bist eine gute Haut. Vermutlich zu gut. Scheinbar ist genug Geld vorhanden. Mit Geld kann man Zeit kaufen.

      Mach deinen Schwiegis klar, dass deine Zeit auch eine endliche Ressource ist! Und dass du es langsam nicht mehr einsieht, stundenlang herumzuwerkeln, nur damit sie sich einen 10er sparen! Du hast Kinder, die sich über deine Zeit mehr freuen.

      Langfristig wäre der Umzug in eine hübsche Seniorenresidenz klug - die Warteliste sind aber lang - daher unbedingt rechtzeitig in die Wege leiten.

Du siehst die Defizite und fängst so viel wie nur möglich auf.

Dadurch brennst du dich aus, und die anderen sehen die Defizite NICHT. Für sie sieht es machbar aus. So wie du die Ist-Situation schilderst, tust du auch deinen Schwiegereltern keinen Gefallen (mehr) wenn du das System mühsam am Laufen hältst.

Zieh dich zurück, komplett. Brutal, aber die einzige Hilfe von dir die jetzt noch tatsächlich etwas bringen kann, da auf allen Seiten die Einsicht fehlt. Nur mit dem Wegfall deiner Hilfe kann für die anderen einsehbar werden, wie die Lage tatsächlich ist.

Meine Freundin befindet sich ebenfalls gerade in diesem Prozess, ist ein paar Schritte weiter, langsam setzt die Einsicht ein bei den Beteiligten, nun können echte Lösungen gesucht werden.

(22) 07.05.19 - 10:49

Hallo,

Ich kann dir nur den Rat geben das du dich im Moment aus allem raus ziehen musst. So schwer das auch ist. Deine Schwiegerfamilie muss leider vielleicht einmal auf die Nase fallen um zu begreifen das es so nicht weiter geht. Ich spreche aus Erfahrung. Mein Vater ist an einer schweren und frühen Form von Demenz erkrankt. Vermutlich so um die 60 Jahre, vielleicht auch ein wenig früher. Die Diagnose bekamen wir als er 63 war. Rückblickend haben wir als Familie lange die Augen verschlossen. Und selbst als die Diagnose kam war es schwer dies zu begreifen. Ich möchte deine Familie jetzt nicht verteidigen aber dadurch das du diese Dinge alle erledigst verschließen sie vielleicht die Augen vor Angst sich damit auseinander zu setzen. Mein Vater bekommt nun seit ein paar Jahren alles was ihn zu steht. Dafür haben wir dann gesorgt nachdem wir begriffen haben wie es um ihn steht. Nun ist er auf den letzten Metern seines Lebens. Wird dreimal am Tag vom Pflegedienst versorgt und wir als Kinder und unsere Mutter versuchen es so gut wie es geht ihm es angenehm zu machen. Was ich damit sagen möchte das deinen Familie der Wahrheit ins Gesicht sehen müssen und ich denke das geht nur wenn du dich nicht mehr darum kümmerst. Die Pflege eines Angehörigen kostet wahnsinnig viel Kraft und das müssen sie einsehen das ihre Mutter dies nicht alleine schaffen wird. Ich wünsche dir alles Gute auf diesem nicht leichtem Weg. LG

  • hallo Tinker,

    vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich wünsche euch ganz viel Kraft für das was vor euch liegt! #herzlich

    Das Problem bei uns ist diese unheimliche Sturheit meiner Schwiemu, die es einfach nicht sehen will. Ihre Freundinnen reden auf sie ein, ich tue es, aber sie macht die Augen zu, schimpft meinen Schwiegervater und sagt er solle sich nicht so anstellen und sich anstrengen... Aber das geht nicht mehr.

    Ich habe so furchtbare Angst, dass wenn ich jetzt wirklich mal sage, ich bin raus. Dass in 3 Monaten jemand anruft und sagt, so jetzt muss er ins Heim. Und wir bekommen keinen Platz und zu Hause pflegen geht nicht mehr. Oder dass sie einen weiteren Schlaganfall bekommt und nichts ist geregelt. Mir graut es deshalb, weil damals als das mit ihrer OP war, hat das auch niemand kommen sehen. Ich musste mit einem Säugling, einer gerade sich im totalen Schub (Rheuma) befindenden 3 jährigen und meiner Großen von Pontius zu Pilatus hecheln und versuchen einen kurzzeitpflege platz zu bekommen und einen Pflegedienst organisieren für die Zeit danach.

    Ich schätze ich hab einfach Panik dass es wieder so kommt, plötzlich und unerwartet und keiner tut was. und ich werde bombadiert von Freunden, Nachbarn und und und

    und ja ich weiß mein Mann gibt da keine gute Figur ab !

    viele Grüße
    Marie

    • Danke für deine lieben Worte.
      Ob deine Schwiegermutter stur ist oder vor Angst Blind kann ich dir natürlich nicht sagen. Ich weiß nur das meine Mutter auch oft gesagt hat warum mein Vater das nicht machen würde oder das nicht kann. Ich erklärte ihr immer wieder das es durch seine Krankheit nicht ginge. Ich wusste aber auch das meine Mutter nur Angst hatte und verzweifelt war.
      Hinzu kommt natürlich das du "nur" die Schwiegertochter bist. Nicht bös gemeint, aber zu seinen eigenen Eltern hat man ja doch öfters eine tiefere Verbundenheit, als zu den Schwiegereltern.
      Vielleicht hilft es ja erstmal alles aus der Ferne zu beobachten und das für ein paar Wochen. Sollte es zu brenzlig werden könntest du immer noch eingreifen.
      Wichtig ist das dein Mann mit ins Boot geholt wird. Die eigenen Eltern so zu sehen ist oft schwer. Aber es bringt ja nichts die Augen zu verschließen.
      Ihm muss bewusst werden das es mit seinem Vater nicht besser wird, sondern höchstwahrscheinlich nur noch schlecht. Und es bringt ja auch alles nichts, wenn du dich zu sehr ausbrennst. Du hast ja auch noch deine Kinder zu versogen und solltest du dann auch mal ausfallen, weil du nicht mehr kannst. Dann kann dein Mann aber mal routieren. Such nochmal das Gespräch mit ihm und das du so nicht weiter machen kannst und er nun auch Verantwortung dafür übernehmen muss.
      Liebe Grüße

      Ach und was ich noch schreiben wollte, dass das Pflegegeld natürlich nicht da für da ist um ich nenn es jetzt mal böse sich zu bereichern ist ja eigentlich klar. Es ist ja nun mal vorgesehen den pflegenden und die Angehörigen zu unterstützen. Sollten alle Stricke reißen kannst du dir auch mal eine Beratung bei der Caritas oder beim DRk holen. Oft werden auch Themenabende für pflegende Angehörige in örtlichen Krankenhäuser angeboten. Vielleicht findest du da auch noch Tipps.

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