Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen gefragt

Guten Morgen ihr Lieben,

ich hätte mal eine Frage und NEIN das ist kein Schwiegereltern-Bashing. Ich hoffe mir einfach Rat und muss mir auch mal was von der Seele schreiben. Sorry, es wird lang.

Die Situation bei uns ist wie folgt:
Mein Schwiegervater hat seit 22 Jahren Parkinson (die langsam, fortschreitende Variante). Er wurde bereits mit Mitte 50 diagnostiziert und ging dann bald in Frührente. Sie bauten ein Haus vor 15 Jahren NICHT pflegegerecht. (Gott weiß wieso!). Ich kannte sie da noch nicht so gut. Sie bewohnen jetzt die untere Wohnung, die nur über Treppen erreichbar ist.

Jetzt ist es leider soweit, dass der Einsatz des Rollstuhls nur noch eine Frage der Zeit ist. Leider wird er jetzt im Alter von 77 Jahren auch noch dement. Meine Schwiegereltern lebten immer die klassische Rollenaufteilung. Mann macht die Bankgeschäfte, fährt Auto (seit seinem letzten "kleinen" Unfall vor 1 Jahr, als er sich unbemerkt den Schlüssel schnappte und 5000 Euro Schaden am eigenen Auto verursachte haben wir alle ein Machtwort gesprochen) fährt meine Schwiegermutter wieder. Nicht gut, aber sie fährt. Sie fahren einen Audi A3, in den er nur noch sehr mühsam reinklettern kann. Raus kommt er nur noch mit Hilfe.

Gestern waren mal wieder nach langer Zeit 2 meiner Kinder für den Nachmittag dort. Der Opa sitzt aufgrund seiner Immobilität nur noch vor dem TV und guckt RTL2 und Co. Die Kinder scheinbar daneben. War dann ziemlich genervt... Meine Schwiegermutter sagte dann bei der letztwöchigen Überprüfung des Pflegegrads (er hat 4) kam raus, dass die Beraterin ihnen einen Rollstuhl empfohlen hat.

ABER: Meine Schwiegermutter sagt, er braucht ihn nicht, so lange es noch geht, kein Problem, macht sie es. Nur, ich denke es geht nicht mehr. Oder jedenfalls nur noch eine kurze Zeit (Monate Wochen?) Er kann nicht alleine aufstehen, auf Toilette, etc. Er liegt in einem Pflegebett und spricht kein Wort mehr. Er vegetiert vor sich hin. Es ist sehr schwer für uns alle das so zu sehen. Meine Schwiegermutter sagt, er müsse sich einfach mehr anstrengen. Sie fahren fast täglich zu irgendwelchen Ärzten, Therapien, etc. Wenn er nicht so gut privat versichert wäre... wäre das schon lange viel schlimmer. Sagen auch die Ärzte.

Mein Mann und seine Schwester (sie lebt in 500 km entfernt) machen da kaum was. Wenn irgendetwas beantragt werden muss, das Auto kaputt ist, Öl bestellt werden muss, mach ich das.

Gestern ist mir aber erstmals der Kragen geplatzt. Ich hab da jetzt die Faxen dick. Meine Schwiegermutter (die ich wirklich wirklich sehr schätze) ist ein totaler Sturschädel und ein Meister im schönreden und ausblenden von unangenehmen Dingen. Sie erzählte mir, das ist ja kein Problem wenn er im Rollstuhl sitzt, sie würde das dann schon schaffen.


Die Wohnung ist NICHT behindertengerecht, keine Tür ist groß genug, das Bad ist sehr klein, die Toilette in einem Eck. Ein Rollstuhl würde nicht in das Auto passen. Er müsste immer über den Rasen und über die Terrasse in das Haus geschoben werden. Im Winter (wir leben in Bayern) müsste jemand zuerst mal Schnee räumen.. Ich hab sie dann gefragt, wer das tun soll. Ja das macht dann sie.... Ja klar. Meine Schwiemu hat in ihrem Leben noch nicht EINMAL Schnee geräumt, oder Rasen gemäht, oder oder oder. Ich war gestern dann den Tränen nahe, weil sie es so komplett ausblendet das es nicht gehen wird. Sie ist 78 Jahre alt! Und die Pflege meines Schwiegervaters nimmt sie sehr mit. Letzte Woche hat er sie ausgesperrt um im Keller ein Tüte Gummibären essen zu können... Hört sich lustig an, aber was ist wenn er die Treppe runterfällt?


Habe dann gestern meine Schwägerin und ihre Lebensgefährtin angerufen und meinen Mann ins Rennen geschickt, sie mögen endlich mal auf den Tisch hauen und einen Plan machen, was ist am Tag X wenn es nicht mehr geht. Musste mir dann von der Lebensgefährtin meiner Schwägerin anhören, dass ich alles zu schwarz sehe, läuft doch gut. oh Mann. Ja klar läuft das, weil ICH immer alles mache. Versicherungen, Rentenbescheide, Steuer, Ölbestellungen. Ich habe 3 kleine Kinder und ich arbeite auch 4 Tage die Woche und ich habe auch ein Leben. Bis jetzt ging es noch, aber es ist nicht MEIN Vater! und es wird schlimmer!


Letztes Jahr habe ich (weil meine Schwiemu auf Kur wollte, Erschöpfungssyndrom, habe sie da total unterstützt) ungelogen 22 Pflegeheime angerufen wegen Kurzzeitpflege 4 Monate vor der Kur. Nicht EINS hatte Platz! Wir haben dann in der Kurzeinrichtung noch was bekommen. Das habe ALLES und ich meine Alles ich gemacht.

Pflegedienst, will sie nicht, sie kassiert lieber selbst die 800 Euro, die sie bekommt für den Pflegegrad.


Ich weiß bald nicht mehr weiter. Mir wird das Zuviel, ich weiß wen sie wieder anruft, wenn was ist. MICH!


So jetzt konkret die Frage: Hat da jemand Erfahrung oder Rat was ich tun kann?


vielen lieben Dank für soweit lesen.

Marie

Mein Rat ist dass du dich zurück nimmst. Es ist nicht dein Vater. Dein Mann und seine Schwester sollen den Arsch hoch bekommen und dich kümmern.

Vorweg eine Frage: was wird den mit dem Pflegegeld gemacht. Für PG 4 gibt es ja schon ne Summe. Kommt kein Pflegedienst zur Unterstützung?

Hallo,

da bekommt sie ca. 800 euro die stecken sie selber ein! Pfelgedienst hatten wir mal (hatte ich organisiert nach einer OP meiner Schwiegermutter) den haben sie wieder abbestellt. kann sie alles selbst...

Hi,

warum hängst Du Dich denn da so rein? Wenn ich das richtig sehe, hat Dich da letztlich keiner wirklich drum gebeten, sondern Du machst das, weil Du nicht zusehen kannst, das es sonst keiner macht.

Wenn das so ist, liegt der Schlüssel alleine in Dir. Auch wenn Deine Hilfe nützlich ist, ist sie weder erbeten, noch Dir selbst angenehm. Deine Schwiegermutter ist eine erwachsene Frau. Sie wird feststellen, dass die Dinge nicht so funktionieren, wie sie sich das vorstellt und dann reagieren (müssen). Das mag dramatisch werden, aber das ist das Recht Deiner Schwiegermutter. Es ist ihr Leben. Ich empfinde Deine Ansätze zwar als sinnvoll, aber auch als übergriffig. Ich würde an Deiner Stelle zunächst mal überlegen, warum ich selbst da so drauf anspringe. Warum nimmst Du diese Verantwortung so schnell und umfänglich an? Dann würde ich mit meinem Mann reden und ihm offiziell die Verantwortung für die Fragen seiner Eltern übergeben. Wenn er Unterstützung benötigt, würde ich ihm die anbieten, wenn er konkret danach fragt. Und dann würde ich das an Zeit mit meinen Schwiegereltern verbringen, was ich gerne würde.

Liebe Grüße
die Landmaus

hallihallo,

nein nein nein. Das ist so nicht. Ich mach das sicher nicht, weil ich mich wichtig machen will. Sie rufen konkret bei mir an! und nur bei mir! Ich sage es dann meinem Mann, bsp: Du, Deine Elter brauchen Öl... dann passiert nix. dann rufen sie wieder an, und wer einen Öltank hat, weiß dass wenn man warm duschen möchte, braucht man Öl. Also wer bestellt dann?
Übergriffig? find ich jetzt starken Tobak. Ich versuche mich so wenig wie möglich in deren Leben einzumischen. nochmal SIE rufen MICH an.

Warum ich die Verantwortung annehmen.... nun weil es sonst NIEMAND macht. NIEMAND! Mein Mann nicht, meine Schwägerin nicht, kein Nachbar niemand.

Aber ICH bekomme dann auch Anrufe von Bekannten von ihnen aus der ganzen Bundesrepublik. Du Marie, du musst da was machen, die haben noch Sommerreifen drauf, morgen soll es doch schneien. aha. Übergriffig. Ich bin froh wenn ich meine Reifen selbst gewechselt bekomme. Ich hab überhaupt keine Zeit um übergriffig zu sein. Und auch keinen Bock. Ich hab auf den ganzen Mist keinen Bock mehr!

Aber jetzt frag ich Dich, wenn Du zwei Menschen hast, der eine hilflos/sprachlos und die andere mit den einfachsten Alltagsdingen überfordert wie Reifen wechseln oder eine Überweisung machen, oder letzte Woche tataaaa "marie, wie ist die Adresse meiner Krankenkasse, ich muss da was einreichen" (bitte guck doch in deinen Ordner, nein da steht nix). Welche Krankenkasse bist du denn. hmmm…. weiß ich jetzt gar nicht. und Wiele Porto muss auf einen Brief und kannst du den einwerfen, wenn Du eh schon kommst und guckst wo ich versichert bin (Zusatzversicherung, was weiß ich wo sie die hat)
Ja da sagst Du dann, hilf Dir selbst, ich will mich nicht aufdrängen oder wie?
Sorry dein Beitrag hat mich jetzt echt verletzt.

und dann habe ICH den Telefonterror. Und dann rufen auch meine Schwägerinnen an. Du, wie stellst du dir das vor, sollen wir das machen ?


vielen Dank für Deine Antwort, aber ich glaub Du hast mich nicht verstanden, evtl hab ich mich auch falsch ausgedrückt.

Vg Marie

Warum erledigt dein Mann das nicht? Du teilst ihm mit dass seine Eltern angerufen haben und xy zu erledigen wäre. Und dann macht er das. Und deinen SE sagst du dass sie ihn da mit konfrontieren sollen. Du siehst dich meiner Meinung nach als Opfer, lässt es aber mit dir machen.

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Versicherungen, Rentenbescheide, Steuer, Ölbestellungen, Pflegeheim suchen...
Warum machst du das alles? Gerade das kann doch auch die Schwägerin in 500km Entfernung erledigen (oder dein Mann).
Schneeschaufeln und andere schwerere Tätigkeiten werden so oder so an euch hängenbleiben, aber da kannst du doch zumindest teilweise deinen Mann mit ins Boot holen.
Pflegebedürftige Angehörige sind eine echte herausforderung. Da müssen alle zusammenhelfen, es kann nicht sein, dass sich die Kinder (dein Mann und seine Schwester) komplett raushalten. Verteilt die Aufgaben.

Letztendlich hast du sicher recht, mit dem Rollstuhl wird es schwierig und er wird über kurz oder lang sicher notwendig. Aber man kann sich darauf einstellen, vielleicht was umbauen. Normale Wohnungstüren sind eigentlich breit genug für normale Rollstühle, jedenfalls war das bei uns nur bei einer einzigen Tür ein Problem. Das Bad bzw die Dusche war schwierig, aber irgendwie haben wir auch da eine Lösung gefunden. Ja, und auch meine Omas mussten mit Rolli immer durch den Garten über die Terrasse ins Haus, aber auch das war machbar.
Und auch wenn deine Schwiegermutter das jetzt noch nicht will, ein Pflegedienst hin und wieder kann schon auch hilfreich sein, evtl zB beim Baden helfen.
Wenn das absolut notwendig ist, wird sie das auch annehmen, vermute ich.

vielen Dank für Deine Antwort,


meine lieben Schwägerinnen (und ich mag die wirklich, aber da nerven sie mich) rufen einmal im Monat an und jammern die Schwiegis dann voll, wie viel sie arbeiten (beide im Vorstand von großen Unternehmen und nie zu Hause). Da wollen sie die natürlich nicht nerven. Die würden auch nichts machen. Das sag ich jetzt knallhart. die sagen Nein. und wahrscheinlich haben sie recht!
Wir können nicht schneeräumen bei ihnen. Wir haben ein riesen Haus und müssen bei uns schon räumen, arbeiten in verschiedenen Städten müssen 3 Kinder wegbringen und Mittag wieder aufsammeln.
ICH hatte ihnen mal einen Räumdienst organisiert, wollen sie nicht mehr, was der kostet. Wir wohnen außerdem 20 km entfernt. Da kann ich nicht mal eben schnell rübergehen (was sonst kein Problem wäre). Ich versuche immer Lösungen für sie zu finden, dass sie so lange wie möglich autark bleiben können. Das machen sie dann eine Zeitlang und dann wieder nicht mehr. Ist mir dann auch egal.
Versteht mich nicht falsch, es ist wirklich nicht so, dass ich ihnen zum bsp. den Räumdienst aufdränge. Sie rufen an und jammern sie schaffen es nicht mehr. WIR können zeitlich nicht und dann muss eben ein Dienst her. Ist ja an sich kein Problem, sie bekommen ja Geld für solche Sachen.

Das Schneeräumen ist doch nur eine kleine Sache von ganz vielen Problemen. Dafür findet sich sicher eine kostengünstige Lösung, Hilfe werden sie da annehmen müssen, wenn ihr nicht räumen könnt. Bei einem älteren Ehepaar bei uns ums Eck machen das zB Kinder, die sich ein bisschen was dazuverdienen wollen.

Du musst dich da wirklich abgrenzen, die Kinder sind erstmal dran. Und gerade Organisatorisches kann man sehr gut von weiter weg erledigen. Zieh dir den Schuh nicht an, dass du alles machen musst.
Rege doch mal ein Gespräch unter den geschwistern an. Evtl wissen die Schwestern gar nicht, wie es um die Eltern steht (oder wollen es nicht wahr haben).

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Du siehst die Defizite und fängst so viel wie nur möglich auf.

Dadurch brennst du dich aus, und die anderen sehen die Defizite NICHT. Für sie sieht es machbar aus. So wie du die Ist-Situation schilderst, tust du auch deinen Schwiegereltern keinen Gefallen (mehr) wenn du das System mühsam am Laufen hältst.

Zieh dich zurück, komplett. Brutal, aber die einzige Hilfe von dir die jetzt noch tatsächlich etwas bringen kann, da auf allen Seiten die Einsicht fehlt. Nur mit dem Wegfall deiner Hilfe kann für die anderen einsehbar werden, wie die Lage tatsächlich ist.

Meine Freundin befindet sich ebenfalls gerade in diesem Prozess, ist ein paar Schritte weiter, langsam setzt die Einsicht ein bei den Beteiligten, nun können echte Lösungen gesucht werden.

Bambuswald, ich wollte dir schon öfter sagen, dass ich deine klar formulierten Beiträge sehr schätze. Du bringst die Dinge meist knapp, präzise und auch hilfreich auf den Punkt. #pro

Danke vielmals.:-) Ich weiss aber auch, dass ich manchmal hart und desillusioniert sein kann....

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Hallo,

Ich kann dir nur den Rat geben das du dich im Moment aus allem raus ziehen musst. So schwer das auch ist. Deine Schwiegerfamilie muss leider vielleicht einmal auf die Nase fallen um zu begreifen das es so nicht weiter geht. Ich spreche aus Erfahrung. Mein Vater ist an einer schweren und frühen Form von Demenz erkrankt. Vermutlich so um die 60 Jahre, vielleicht auch ein wenig früher. Die Diagnose bekamen wir als er 63 war. Rückblickend haben wir als Familie lange die Augen verschlossen. Und selbst als die Diagnose kam war es schwer dies zu begreifen. Ich möchte deine Familie jetzt nicht verteidigen aber dadurch das du diese Dinge alle erledigst verschließen sie vielleicht die Augen vor Angst sich damit auseinander zu setzen. Mein Vater bekommt nun seit ein paar Jahren alles was ihn zu steht. Dafür haben wir dann gesorgt nachdem wir begriffen haben wie es um ihn steht. Nun ist er auf den letzten Metern seines Lebens. Wird dreimal am Tag vom Pflegedienst versorgt und wir als Kinder und unsere Mutter versuchen es so gut wie es geht ihm es angenehm zu machen. Was ich damit sagen möchte das deinen Familie der Wahrheit ins Gesicht sehen müssen und ich denke das geht nur wenn du dich nicht mehr darum kümmerst. Die Pflege eines Angehörigen kostet wahnsinnig viel Kraft und das müssen sie einsehen das ihre Mutter dies nicht alleine schaffen wird. Ich wünsche dir alles Gute auf diesem nicht leichtem Weg. LG

hallo Tinker,

vielen lieben Dank für Deine Antwort. Ich wünsche euch ganz viel Kraft für das was vor euch liegt! #herzlich

Das Problem bei uns ist diese unheimliche Sturheit meiner Schwiemu, die es einfach nicht sehen will. Ihre Freundinnen reden auf sie ein, ich tue es, aber sie macht die Augen zu, schimpft meinen Schwiegervater und sagt er solle sich nicht so anstellen und sich anstrengen... Aber das geht nicht mehr.

Ich habe so furchtbare Angst, dass wenn ich jetzt wirklich mal sage, ich bin raus. Dass in 3 Monaten jemand anruft und sagt, so jetzt muss er ins Heim. Und wir bekommen keinen Platz und zu Hause pflegen geht nicht mehr. Oder dass sie einen weiteren Schlaganfall bekommt und nichts ist geregelt. Mir graut es deshalb, weil damals als das mit ihrer OP war, hat das auch niemand kommen sehen. Ich musste mit einem Säugling, einer gerade sich im totalen Schub (Rheuma) befindenden 3 jährigen und meiner Großen von Pontius zu Pilatus hecheln und versuchen einen kurzzeitpflege platz zu bekommen und einen Pflegedienst organisieren für die Zeit danach.

Ich schätze ich hab einfach Panik dass es wieder so kommt, plötzlich und unerwartet und keiner tut was. und ich werde bombadiert von Freunden, Nachbarn und und und

und ja ich weiß mein Mann gibt da keine gute Figur ab !

viele Grüße
Marie

Danke für deine lieben Worte.
Ob deine Schwiegermutter stur ist oder vor Angst Blind kann ich dir natürlich nicht sagen. Ich weiß nur das meine Mutter auch oft gesagt hat warum mein Vater das nicht machen würde oder das nicht kann. Ich erklärte ihr immer wieder das es durch seine Krankheit nicht ginge. Ich wusste aber auch das meine Mutter nur Angst hatte und verzweifelt war.
Hinzu kommt natürlich das du "nur" die Schwiegertochter bist. Nicht bös gemeint, aber zu seinen eigenen Eltern hat man ja doch öfters eine tiefere Verbundenheit, als zu den Schwiegereltern.
Vielleicht hilft es ja erstmal alles aus der Ferne zu beobachten und das für ein paar Wochen. Sollte es zu brenzlig werden könntest du immer noch eingreifen.
Wichtig ist das dein Mann mit ins Boot geholt wird. Die eigenen Eltern so zu sehen ist oft schwer. Aber es bringt ja nichts die Augen zu verschließen.
Ihm muss bewusst werden das es mit seinem Vater nicht besser wird, sondern höchstwahrscheinlich nur noch schlecht. Und es bringt ja auch alles nichts, wenn du dich zu sehr ausbrennst. Du hast ja auch noch deine Kinder zu versogen und solltest du dann auch mal ausfallen, weil du nicht mehr kannst. Dann kann dein Mann aber mal routieren. Such nochmal das Gespräch mit ihm und das du so nicht weiter machen kannst und er nun auch Verantwortung dafür übernehmen muss.
Liebe Grüße

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Hallo.

Ich kann mich meinen Vorrednerinnen da nur anschließen.

Solange DU nichts änderst und immer parat stehst wird sich an der Sache nie was ändern.

Lass die Kinder ran und halt dich zurück.

LG

Guten Morgen mariechen,

entschuldige zuerst meine Schreibweise: Einige Tastaturen funzen nicht daher muss ich imbrovisieren ;)

Also zunaechst einmal ist das toll, wie Du dich reinhaengst. Ich selber (Ende 20) kuemmere mich zusammen mit meiner Mutter, einer Tante und jetzt eine Haushaltshilfe um meine beiden Grosseltern, die fast 90 Jahre sind. Und das schon seit gut 4 Jahren. Ich weis also, was Du durchmachst.

In Deinem Fall bist Du allerdings viel zu sozial eingestellt: Es sind nicht Deine Eltern! Auch wenn Deine Schwaegerin und wer auch immer am anderen Ende der BRD wohnt, sind SIE immer noch gesetzlich und moralisch verbflichtet, sich um ihre eigene Eltern zu kuemmern! Ohne Ausnahme!

So, wie Du es beschreibst, ist es fuer sie sehr angenehm, ihre ganze Verantwortung auf die abzuwaelzen. Vermutlich lachen die sich ueber Deine "Dummheit" auch noch kabutt. Ueberlege mal: Du machst Dir einen riesengrossen Stress und bekommst nichts! Weder jetzt noch sbaeter. Solche Leute, wie Deine Schwaegerin, wird dir sbaeter rein gar nichts auszahlen. Und gesetzlich hast Du auch keinen Ansbruch, weil es Deine SCHWIEGEReltern sind.

Kuemmere Dich statdessen um Deine eigene Gesundheit und helfe meinetwegen Deinen Schwiegereltern gelegentlich (aber nicht taeglich und nur, wenn Du es auch unbedingt willst!) bei Kleinigkeiten wie z.B. mal Schnee schaufeln, etwas zu essen mitbringen. Und vor allem kommuniziere das auch klar gegenueber Deiner Schwaegerinn!

Ich kann dir sagen was ich in einer solchen Situation vor einigen Jahren getan habe. Ich habe die (kleine) Familie zusammen gerufen. Und klipp und klar gesagt das ich nicht mehr weitermachen werde. Das es mir zuviel ist. Und das wir hier und jetzt besprechen wie es weitergeht. Ende der Durchsage.

Dann haben wir alles auf den Tisch gepackt was so anfällt. Und aufgeteilt. Bzw wir haben damals beschlossen das die Oma eine Betreuung vom Amt bekommt (ich wurde aufgefordert es zu übernehmen und habe rundheraus abgelehnt). Mann, war ich nach dem Gespräch erleichtert.

Sowas würde ich dir auch raten. Leg die Arbeit nieder. Und bleib konsequent. Es ist nicht deine Aufgabe. Deine Kinder etc sind deine Aufgabe. Dein Mann und seine Schwestern sollen sich überlegen wie sie es wuppen können.

Ich kenne das Drama mit Pflegeheim, Demenz, dem Abklappern von zig Einrichtungen etc. Boah, was ein Stress. Aber du solltest akzeptieren das es wahrscheinlich darauf hinausläuft das irgendwann die Hütte brennt weil Schwiegermutter nicht einsichtig ist. Eigentlich unnötig, man könnte da Vorkehrungen treffen solange noch Zeit ist. Aber wenn sie nicht will.......auch das kenne ich. Glaub mir, wir warten eigentlich nur drauf das es bei meinen noch lebenden Großeltern gegen die Wand geht. Beide sind der Meinung (mit 85 und massiven Erkrankungen) das sie bis zum Tod ohne Hilfe in ihrem Haus bleiben werden......absolut beratungsresistent. Aber das ist dann das “Problem” meines Papas.

Hi,

Du machst so viel - und ich finde es wirklich total klasse von dir. Allerdings passiert dir genau das, was vielen Angehörigen passiert: sie übernehmen sich.

Mein Rat an Dich ist, da beide Kinder kein Interesse daran haben, wie es den Eltern geht und du das einfach auf Dauer gar nicht schaffen kannst:

Mach einen Termin beim Pflegestützpunkt. Lass Dich über Hilfsmaßnahmen beraten - ein Rolli nutzt nichts, wenn dein Schwiegervater damit nicht aus dem Haus kommt. Es gibt von Krankenkassen Unterstützung beim Behinderten gerechten Umbau der Wohnung, für Rampen, Lifter etc. Dazu lass Dich beraten wegen evtl. einem amtlich bestellten Betreuer. Welche Bereiche dieser übernehmen soll, könnt ihr selbst festlegen - das kann alle Bereiche es Lebens betreffen, aber auch nur das vertragliche / amtliche oder dazu das medizinische etc. Auch damit würdest Du für Dich Entlastung schaffen.

Mach Deiner Schwiegermutter nicht so viele Vorwürfe, weil sie die Probleme nicht sehen will. Sie gehört zu einer Altersklasse, in der es selbstverständlich ist, dass der "gesunde" Partner selbst pflegt. Und es ist auch verständlich, dass sie nicht wahr haben möchte, dass ihr Mann sich durch die Demenz zurück entwickelt und nicht mehr kann. Es ist einfacher für sie, wenn sie sagt "du musst dich anstrengen, du kannst das" als sich damit auseinander zu setzen, dass das Leben ihres Mannes immer eingeschränkter, immer endlicher wird.

Vielleicht kannst du dich auch einfach mal mit ihr (und jemandem vom Pflegestützpunkt) zusammen setzen und ihr ganz ruhig die Vorteile erklären, wenn sie Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nimmt. Versuche ihr zu verdeutlichen, dass das nichts mit versagen oder Schwäche zu tun hat sondern von Stärke zeugt, denn ihr Mann wird sie noch lange brauchen und um für ihn da sein zu können, braucht sie Kraft - physisch und psychisch. Zeigt ihr die Vorteile eines Rollis auf, wenn sie damit ihren Mann z.B. wieder auf die Terrasse fahren kann, damit er Sonne genießen kann. Wieviel leichter es für sie wird, weil sie weder Angst haben muss, dass er noch sie hinfällt. Sie wird auch dann noch genug zu tun haben, wenn 2x täglich ein Pflegedienst kommt, aber sie kann dann mal durchschnaufen, Kraft tanken - und trotzdem bei ihrem Mann sein.

Vielleicht zeigst du ihr mal diese Folge von Martin Rütter (ja, ich weiß, er ist Hundetrainer ;-)), aber in der Folge geht es um die Demenz bei Menschen (weil seine Mutter dement ist), wie sie etwas wahr nehmen etc - und es ist wirklich sehr liebevoll und anschaulich gezeigt. Ich war von dieser Folge echt sehr angetan. Obwohl ich schon lange und viel mit demenzkranken Menschen zu tun habe, hat es auch mir für vieles die Augen geöffnet und Verständnis geweckt. Auch meiner Mutter, die lange nicht wahr haben wollte, dass meine Oma Demenz hat, konnte ich so mehr Verständnis und Akzeptanz für meine Oma näher bringen.

Ganz furchtbar finde ich die Ratschläge, dass Du dich komplett zurückziehen sollst. Ja, es sind nicht Deine Eltern, aber wen haben sie denn? Kannst du damit leben, wenn deine Schwiegermutter zusammenbricht, der Schwiegervater nicht mehr richtig versorgt wird, weil die Schwiegermutter den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht oder das Wasser kalt ist, weil sie nicht weiß, wo sie was erledigen muss? Ich könnte es nicht - und auch meine Mutter konnte es nicht.

Die Rollenverteilung war bei meinen Großeltern nämlich auch so: mein Opa machte alles, was "Verwaltung" und Papierkram, Steuererklärungen etc. war, meine Oma (arbeitete als Krankenschwester) machte Haushalt, Einkaufen etc. und ging eben auch Vollzeit arbeiten wie mein Opa. Meine Oma (95, lebt seit 3 Jahren im Seniorenstift) interessiert sich bis heute nicht für den Papierkram. Das alles macht meine Mutter seit mein Opa 1995 überraschend an Krebs starb (Oma pflegte ihn Zuhause). Und meine Mutter wohnte damals in Paris und ist auch jetzt 200km von meiner Oma entfernt. Ich bin 250km weit weg - würde aber helfen, wenn meine Mutter mich lassen würde...

Das wichtigste und schwerste bei solchen Gesprächen ist, dass verständliche Emotionen möglichst zurück gestellt werden müssen. Auch wenn der Gegenüber emotional und vielleicht auch unfair wird. Ich bin überzeugt davon, dass deine Schwiegermutter sehr dankbar ist, dass sie dich hat. Viele können das nur nicht zeigen. Vielleicht drückst du deinem Mann mal die Kinder in die Hand, schickst ihn zu seinem Vater zum Aufpassen und geht mit Schwiegermutter mal einen Kaffee trinken. Ganz in Ruhe und versuchst ihr Hilfe für euch beide "schmackhaft" zu machen. Erkläre ihr, dass Du siehst, was sie alles macht - versuche ihr aber auch zu erklären, was du alles Zuhause machen musst und sie gerne weiter unterstützt, aber sie dabei eben auch zusätzliche Hilfe annehmen sollte, weil du es sonst nicht schaffst und sie auch irgendwann nicht mehr - und dann muss ihr Mann ins Pflegeheim (was sie vermutlich genauso wenig will wie die meisten in diesem Alter).

Deinem Mann würde ich allerdings auch mal den Marsch blasen... Egal, ob er sich abgeschoben gefühlt hat oder nicht - es sind seine Eltern. Er muss sich nicht aktiv einbringen, wenn er das nicht will oder kann, aber Bitte um Hilfe zu ignorieren ist fahrlässig und nicht in Ordnung. Dir Bescheid zu sagen, ist für ihn ja wohl kein Problem. Er sollte dankbar sein, dass du das alles so machst - ich hätte absolutes Verständnis dafür, wenn du sagst, dass du mit einem chronisch kranken Kind alles hinwerfen willst, weil du selbst Zuhause keine Unterstützung hast um SEINEN Eltern zur Seite zu stehen. Pflegen kann nicht jeder, aber mal Heizöl bestellen - das sollte auch dein Mann können. Das ist ja kein Aufwand.

LG
Kim

Was sagt dein Mann dazu?
Unterstützt er dich dabei? Bei den Angelegenheiten, die seine Eltern betreffen / dich in eurer eigenen Familie?

Wenn er dich gut unterstützt, ist das schon mal etwas.

Wenn er dich da nicht unterstützt und dich da nur machen lässt, würde ich mit ihm Tacheles reden. Selbst eine Mutter-Kind-Kur machen, ihm sagen, dass er für die Zeit zuständig ist und an deine Gesundheit denken.


Für die anderen läuft es, weil du alles machst.
Warum sollten sie etwas ändern. Es läuft ja.

Fahre zur Kur, klinke dich vorübergehend aus.
Entweder klappt es ohne dich - dann kannst du langfristig entlastet werden.

Oder es klappt nicht ohne dich. Dann muss sowieso ein Umdenken her, weil du sonst selbst über Kurz oder lang zusammen klappst.

Ich muss dir einfach antworten und dir unbedingt sagen, dass ich das toll finde, was du alles machst.
Es ist immerhin die Familie.
Aber jetzt scheint ein Punkt erreicht zu sein, an dem es an deine Substanz geht.

Die Schwiegereltern sind in einem Alter, und einer davon noch schwer krank, dass es eben nicht mehr geht . Das muss die Schwiegermutter verstehen, aber das ist ein Prozess.
Alle müssen an einen Tisch und reden, sonst gehen mehrere Personen daran kaputt. Jemanden ins Haus holen? Umbauen? Umziehen ? Pflegeheim?
Das sind Optionen.

Ich wünsche dir alles,alles Gute!

Du hast ja schon viele Antworten bekommen. Mache einen Termin beim Pflegestützpunkt. Nehme deine Schwiegermutter und deinen Mann mit. Vor dem Termin erzähle dem Pflegestützpunkt, was bei euch zur Zeit los ist und das du dich völlig überlastet bist. Die vom Pflegestützpunkt sind geschulte Leute und können deiner Schwiegermutter und deinem Mann ins Gewissen reden, dass das so nicht weitergeht und eine andere Perspektive aufzeigen wie Tagespflege, Haushaltshilfe, Alltagsbegleitung. Alte Leute sind manchmal nicht so aufgeschlossen und brauchen einen Nachdenkstoß,

Bevor meine Mutter vor vielen Jahren ins Pflegeheim kam, kamen meine Geschwister auf die Idee, sie 24/7 zur pflegen. Natürlich sollte ich mitmachen. Das hieße damals für mich, dass ich jeden zweiten Tag mehr oder weniger komplett nicht zur Hause gewesen wäre. Ich arbeitete zwar nicht, aber ich habe einen autistischen Sohn mit Pflegegrad 4, der damals wenig schlief und die Nacht zum Tag machte. Mein Mann ging Schichten. Also wäre eine Betreuung eh nicht gewährleistet gewesen. Und der Pflegedienst redete dann auch Tacheles, dass wir so etwas nicht auf die Reihe bekommen.


Es wäre gut, wenn dir viele Dinge abgenommen werden könnten. Deine Schwester könnte den lästigen Papierkram machen. Das kann man auch 500 km weiter wegmachen. Und dein Mann würde ich mal den Marsch blasen, der kann helfen.


Und die Idee mit der Muki-Kur finde ich sehr gut. Beantrage sie recht schnell. Dann bist du weg. Und dann kann dein Mann zusehen, wie er mit seinen Eltern zurecht kommt. Das ist dann nicht mehr dein Problem.


LG Hinzwife

upss hier hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen, nicht deine Schwester, sondern seine
Schwester. Asche auf mein Haupt#klatsch

Solange Du das alles übernimmst, wird sich nichts ändern.
Warum auch, man braucht Dich ja nur anrufen.
Wenn Du ab sofort nichts mehr (oder sagen wir nur das ein oder andere) übernimmst, muss ja Bewegung in die Sache kommen.
Da die Geschwister weit weg wohnen, wäre für Deine Schwiegereltern vielleicht eine barrierefreie Seniorenwohnung mit Pflegemöglichkeiten ideal...

Hallo!

Nachdem ich ein paar Antworten und deine Reaktionen überflogen habe, würde ich sage, dass nicht deine Schwiegereltern das Problem sind.

Das Problem ist, dass sich deren Kinder so vollkommen raus halten.

An deiner Stelle würde ich mir nicht ständig sämtliche Horrorszenarien ausmalen. Was passiert, passiert. Die wenigsten von uns haben behindertengerechte Wohnungen oder sind für jede Situation in irgendeiner Form abgesichert. Deine Schwiegereltern haben das Recht zu fallen, ihre Grenzen allein zu finden, ihre Hilfsbedürftigkeit zu ignorieren. Ich verstehe, dass sie den Rollstuhl (noch) nicht wollen. Ich verstehe, dass sie irgendwie weiter machen wollen. Deine Schwiegermutter mag die Situation verkennen, aber sie wird seit Jahrzehnten so agieren, ihr Mann wird sie gut genug kennen und das lange genug mitmachen. Sie sind eingespielt. Das muss dir nicht gefallen.
(Und ja, das mit den Gummibärchen ist lustig. :-) )

Ihre Kinder aber haben nicht das Recht, das alles auf eine einzige Person -dich- abzuwälzen. Da würde ich sehr klar Aufgaben verteilen! Öl bestellen u.ä. ist wohl für jeden zu machen. Einer kann sich um das Finanzielle kümmern, reihum macht man "Telefondienst". Jeder ist mal dran!
Wenn sie unkooperativ bleiben (und das gilt auch für deinen Mann), dann würde ich in der Tat einfach mal nichts mehr machen. Wenn dich Leute darauf ansprechen, gibst die ihnen die Nummer der Angehörigen oder die deines Mannes.

Ihr könnt sie nicht zum Rollstuhl oder ins Heim zwingen, ihr könnt aber mal alle zusammen überlegen, wie man sich ein wenig absichert und abfedert. Welche Möglichkeiten gibt es, wen kann man um Rat und Hilfe bitten? Was ist mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung? So was eben. Wenn deine Schwiegis auch dann nicht mit euch allen (!) reden wollen, überlegt, wer ggf. die Betreuung übernehmen kann oder will, wenn das nötig sein sollte.

LG

Hallo!

Mein Großvater ist ebenfalls an Parkinson erkrankt gewesen. Von der Diagnose bis zum Tod waren es so um die 20 Jahre.

Da er mit Oma, Kind und Schwiegerkind in einem Haus gelebt hat war Pflege vor Ort möglich. Meine Oma hätte das niemals alleine geschafft!

Alle Behördengänge etc, Öl bestellen, Handwerker kommen lassen hat sowieso schon das Kind erledigt (Haus war bereits ans Kind überschrieben). Und dann kam peu a peu die Pflege dazu. Und da waren immerhin drei Erwachsene vor Ort die das gemacht haben, wobei die Großmutter auch recht schnell ausgefallen ist.

Die anderen Kinder haben zwar versucht ein wenig zu helfen, dass die absolute Hauptlast meine Tante getragen hat ist aber unbestreitbar!

Wie gesagt: Opa hatte Parkinson. Zuerst war die Mobilität betroffen. Gehen, ins Auto einsteigen, alles immer langsamer. Dass Essen wurde auch schwieriger. Durch das Zittern musste man ihm das Essen aufschneiden. Auch beim Anziehen helfen. Das Klo musste man auch immer öfter putzen, das pinkeln im Stehen war ihm nicht abzugewöhnen, und das mit zitternden Händen.... (das Problem hat sich erst gelöst als er nicht mehr gehen konnte).

Irgendwann war natürlich der Rollstuhl notwendig. Der hat natürlich einiges erleichtert, schieben ging schneller als (auch mit Unterstützung) zu gehen. Beim umsteigen vom Bett in den Rollstuhl hat er natürlich Hilfe gebraucht. Irgendwann konnte er gar nicht mehr unterstützen, also in den Rollstuhl heben. Einen Erwachsenen!

Beim Essen ging es natürlich auch bergab. Ein wenig helfen wenn er die Hand zum Mund geführt hat. Bis auch das nicht mehr ging. Also auf füttern umsteigen. Das ist jetzt nicht anstrengend, kostet aber Zeit! Die für andere Dinge abgeht. Körperpflege war natürlich auch nur noch mit Hilfe zu erledigen.

Schlucken wurde noch später dann auch problematisch. Vor allem bei Flüssigkeit, also Wasser in Gelform verabreichen. Wieder Loffelweise. Und zum Schluss auch in der Nacht, das heißt aufstehen, manchmal mehrmals.

Er war dann wie ein ganz kleines Kind, konnte nichts mehr. Und das heißt natürlich auch: Inkontinenz. Also wickeln. 5 mal am Tag. Nur halt nicht bei einem 5 kg Kind sondern bei einem Erwachsenen, der noch dazu seine Beine kaum noch bewegen kann...


Irgendwann wird es seine Frau nicht mehr schaffen!

Irgendwann wird es deine Schwiegermutter einsehen müssen. Auch wenn es noch dauert.

Grenz dich klar ab. Und überlege dir jetzt schon was und wie viel du tun kannst oder willst. Vielleicht mit einer Art Stundenplan. Jeden zweiten Mittwoch machst du halt Öl bestellen und so Zeug von 14 bis 16h. Einmal pro Woche einkaufen oder was auch immer. Aber zieh die Grenzen jetzt! Es wird nicht besser! Ganz im Gegenteil...

Je eher du verweigerst nach Bedarf zu springen, desto besser besteht die Chance, dass es die restliche Familie doch kapiert.

Und: lass auch deinen Mann machen.

Alles Gute!

Ja, hör auf zu helfen.

Dann sehen alle Beteiligten mal, wie gut es geht. Ich denke hier besonders an deinen Mann und seine Schwester.

Mein Uropa war aber auch so stur und hat meine Uroma bis zum Schluss betreut. Sie hatte 2 Schlaganfälle und wohl auch Demenz. Sie war teilweise auch garstig, das gehört leider zur Krankheit. Mein Uropa konnte es auch ñur mit Hilfe meiner Oma, sie wohnten auch im selben Haus, da ging das. Sie hat auch viel Zeit geopfert und oft vorgeschlagen einen Pflegedienst zu engagieren. Wollte er auch nicht. Er sagte immer: Es heißt in guten und in schlechten Zeiten.
Bevor es dann gar nicht mehr ging, ist meine Uroma dann aber verstorben.
Daher kann ich schon verstehen, dass deine Schwiemu sich das auch schön redet.

Und das mit der Kurzzeitpflege ist ein extremes Problem. Den Heimplatz für die Oma von meinem Mann haben wir auch nur mit Vitamin B bekommen, weil er und sein Bruder in dem Heim ihre Ausbildung gemacht haben. Die Kurzzeitpflege vorher hatten wir Glück, dass ein Heim gerade neu eröffnet hatte.
Das Problem ist, das die Kurzzeitpflege für Heime einfach zu teuer ist(Aufwand für Aufnahme, Einrichtung usw, )Langzeitplätze sind lohnbringender.

Solange du hilfst, wird sich nix ändern. Nimm dich aus der täglichen Pflege raus und spann die beiden mit ein. Vielleicht merken sie es dann.

Erstmal Hochachtung an dich !!
Ich schließe mich wahrscheinlich den meisten hier an, wenn ich sage, dass du deinem Partner einen Tritt in den Hintern gibst damit er mal in die pötte kommt!!

Ich weiß ja nicht was für ein Verhältnis er zu seinen eltern hat aber ich hab meinen Vater (obwohl er nur 3 Jahre meines Lebens da war und er sich sonst nie interessiert hat oder unterhalt gezahlt hat) als er seinen schlaganfall hatte auch gepflegt jeden tag besucht bus es ihm besser ging. Gottseidank kann er nur seine Hand nicht richtig bewegen. Damit will ich sagen es ist scheiß egal er ist sein Vater und irgendwann wird er in die selbe Lage kommen.

Ich weiß das ist ein heiß diskutiertes Thema aber wir haben einen "pakinson?" kranken in der Nachbarschaft. Manchmal war er ganz normal draußen ist Fahrrad gefahren und manchmal ging es ihm wieder schlechter. Auf meine Frage hin antwortete er mit einer beichte und sagte, dass er ein Rezept für "cannabis?" Hat. Es sei wohl das einzige was ihm hilft für ein paar Stunden normal leben zu können :/

Und er macht bei verschiedenen Kursen mit. Es gibt nicht viele aber mittlerweile mehr Varianten. Vielleicht mal zum Heilpraktiker gehen. Manchmal hilft es :)

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles erdenklich Gute ❤❤

Liebes mariechen1,

zunächst möchte ich dir Nahe legen, einge Kommentare hier einfach zu ignorieren.
Ich bin mal wieder echt entsetzt, wie du hier betitelt wirst (übergriffig???) und was man dir so rät....

DEN ultimativen Rat habe ich allerdings auch nicht.
Du musst deine Grenzen ziehen - aber das sagt sich natürlich leicht.

Mein Vater ist auch nicht mehr fit. Und dem hatten wir gemeinsam schließlich die Pistole auf die Brust gesetzt, nach dem Motto daß er kooperativ werden muss, da wir nicht der Meinung sind, dass er alleine zu Hause zurecht kommt.... oder die Alternative eben doch ein Heimplatz ist.
Seither kommt der Pflegedienst 2x am Tag usw....

Bei dir kommt erschwerend hinzu, dass du auch noch gegen Deinen Mann und deine Schwägerin kämpfen musst.
Wahnsinn....
:(

Alle an einen Tisch bekommst du vermutlich nicht?
Ist die Schwägerin mal zu Besuch?


Vielleicht schreibst du allen einen Brief?

Erkläre noch ein Mal allen die Situation und was du konkret leistest.
So wie ich dich verstehe, willst du auch gar nicht zwingend alle Hilfe einstellen, sondern ärgerst dich v.a. auch über die Ignoranz aller Beteiligten. Wie alle sehenden Auges in die Katastrophe schlittern.....

Zeig ihnen die Horrorszenarien auf.
Und stell Bedingungen.
Dass du dich gerne weiter bis zu einem gewissen Grad kümmerst, aber z.B. ambulante Pflege ein Muss ist.
Pflegegrad 4 - hallo??? - das ist ja echt schon eine hohe Pflegestufe.
Da könnte vielleicht auch Krankentransport zu Terminen mit drin sein?
Dein Schwieva muss auf Wartelisten für Heime....
und, und, und.....

Ich würde das alles an deiner Stelle so formulieren.... Bedingungen an alle stellen.
Wenn die nicht erfüllt werden.... müssen natürlich Konsequenzen folgen.
Und das ist der schwierige Part.... bei dem du dich natürlich vorab fragen musst, ob du bereit bist, das dann auch durch zu ziehen.

(Stundenweise) Verhinderungspflege (ca. 1600€ jährlich) ist das Zauberwort. Sie behält in voller Höhe ihr Pflegegeld und wird gleichzeitig entlastet.
Ebenso möglich sind die Entlastungsleistungen (1500€ jährlich).

Also einfach mal bei einem Pflegedienst anrufen, dass sie Unterstützung sucht über die Entlastungsleistungen. Da kommt dann ca. 3 mal im Monat jemand zum putzen, einkaufen,.... oder kann mit dem Schwiegervater einfach mal eine Runde Spazierengehen. Die Stundensätze sind der Wahnsinn, weil das wirklich nur Fachpersonal machen darf. Für die 125€ je Monat hat man also nicht wirklich mehr als 3 Stunden Entlastung.

STUNDENWEISE (!) Verhinderungspflege....der Vorteil: das Pflegegeld wird nicht gekürzt - ganz im Gegenzug zur normalen Verhinderungspflege. Machen darf das wirklich Jeder, nur Achtung, falls hier Familienangehörige bis zum 2. Grad in Aktion treten, gelten andere Regeln. Also...einfach mal in der Nachbarschaft herumhören, ob jemand Interesse hat, einen älteren Mann ab und an zu betreuen.

Aber nur mal aus Interesse...wieso hat dein Schwiegervater nur die 4? Stimmt das Gutachten? Mein jüngster Sohn hat auch die 4 (kein einzigster Punkt im ersten Modul), aber glaube mir, der ist besser drauf. Oder hat deine Schwiegermutter nur allzuoft (aus Scham?) erwähnt, er kann, er müsste sich nur mal anstrengen?
Ich bin bedeutend jünger als deine Schwiegermutter. Pflege eines Angehörigen kann einen völlig fertig machen, vor allem, über all die Jahre. Ich mache das jetzt seit 13 Jahren. Ich weiß, was das bedeutet. Meine Kur wurde auch sofort genehmigt damals...mit dem Hinweis, dass mir jährlich eine Kur zusteht. Soviel Zeit habe ich gar nicht. Aber in der Kur habe ich wenigstens gelernt, dass ich die mir zustehenden Gelder auch nutzen muss - das ist mein Urlaub. Laut Gutachten Pflege ich 70 Stunden/Woche (das sind insgesamt 2 Personen). Da weiß man, was man getan hat.

„Pflegedienst will sie nicht, lieber kassiert sie die 800€, die sie bekommt für den Pflegegrad.“
Also...ganz ehrlich finde ich es übertrieben 728€ auf 800€ aufzurunden. Und dann darfst du davon ausgehen, dass sie diese 700€ wohl ziemlich sicher in ihren Alltag fest verplant hat. Einen behinderten Menschen zu pflegen KOSTET GELD. Wo kommt denn all das Geld her, welches benötigt wird, damit er zu Therapien und zum Arzt kommt? Wer zahlt seine Medikamente (den Zuschuss oder Selbstbeteiligung oder Selbstbehalt)? Ich weiß nicht, was dein Schwiegervater so an krassen Dingen drauf hat, aber meine Jungs haben schon:
- mich ausgesperrt auf den Balkon und konnten die Tür nicht mehr öffnen, Schlüsseldienst musste das Sicherheitsschloss der Wohnung von außen „gewaltsam“ öffnen
- Essen von Kleidungsstücken - also ständig neu kaufen (das macht der Große noch heute)
- Essstörung und extrem selektiver Esser, d.h. ich koche 2-3 verschiedene Speisen pro Mahlzeit.
- Unsaubere Nahrungsaufnahme, Inkontinenz (ständig Wäsche waschen, wodurch natürlich auch die Maschine deutlich schneller kaputt geht)
- ständige Fahrten zu Ärzten, Therapien, Sanihaus, Krankenhaus ... teilweise auch mehrere hundert Kilometer entfernt (Benzin, Fahrzeugabnutzung, Werkstatt,...)
- ...
Es gibt unendlich viele solcher versteckten Extrakosten, die kaum ein Mensch sieht. Ja, das Pflegegeld ist dafür gedacht, die Pflege sicherzustellen. Der Pflegebedürftige kann sich damit eine Person/Pflegedienst nehmen, der ihn unterstützt. Nur muss man eben gerade im Bereich der Angehörigenpflege sagen, dass dort der Angehörige meist „kostenlos“ pflegt und das Geld genutzt wird, um die behinderungsbedingten zusatzkosten abzudecken. Die sind keinesfalls niedrig.
Mein Mann gehört zu der Gruppe der „Gutverdiener“, trotzdem könnten wir es uns nie leisten, auf das Pflegegeld zu verzichten. (Müssen wir auch nicht, solange die Kinder bei uns wohnen. Sie haben Besitzstandschutz.) Das sind bei uns deutlich über 1000€. Solange ich pflege, kann ich nicht arbeiten.

Hallo,
erst einmal Respekt dafür, dass du das alles so lange durchgehalten hast. Du hast ein weiches Herz und bist wahrscheinlich gerade deshalb ein "gefundenes Fressen" für Leute wie deine Schwiegermutter, ohne ihr Bösartigkeit unterstellen zu wollen.
Anscheinend war sie nie im Leben selbstständig, hatte immer jemanden, der ihr das Händchen gehalten und sie bemuttert hat. Nun, wo ihr Mann dies nicht mehr leisten kann, sieht sie nicht ein, dass sie aktiv werden muss, sondern sie verschiebt einfach die Verantwortung und bürdet sie dem auf, der sie annimmt - und das bist du.

Du musst einsehen, dass du dich mit der Zeit so, wie es jetzt ist, kaputt machen wirst. Du kannst das, was gefordert wird, nicht ewig leisten. Das musst du allen Beteiligten so mitteilen. Du musst dir auch vor Augen halten, dass du deinen Schwiegereltern nichts schuldig bist - sie sind nicht deine Eltern, haben dich nicht aufgezogen. Mitleid ist ein schlechter Ratgeber in deiner Situation.
Setz dich mit allen Beteiligten an den Tisch und REDE. Mach allen klar, dass es so nicht weitergeht und du dich zukünftig aus allem raushalten wirst. Und dann halt dich wirklich raus. So hart das auch klingt, aber es geht hier um deine Gesundheit und um die deiner Familie, denn du kannst mir nicht erzählen, dass du noch die gut gelaunte Heititei-Mama bist, wenn du Zeit mit deinen Kindern verbringst und dabei die Situation der Schwiegereltern wie ein Damoklesschwert über dir hängt.

Wir wohnen hier in einem Haus mit meinen Schwiegereltern, er knapp 77, sie 75. Ich habe von Anfang an klar gemacht, dass ich sie NICHT im Alter pflegen werde und daran werde ich mich halten. Selbstverständlich werde ich ihnen mal vorlesen, mich mit ihnen unterhalten, den Fernsehkanal wechseln o.Ä., aber ich werde hier nicht alles organisieren wie du es tust. Das schaffe ich nicht.

Ich wünsche dir alles Gute und vor allem die Kraft, nein zu sagen, denn ich glaube, genau daran hapert es.