Geschwisterkonstellation Mädchen - Mädchen - Junge

    • (1) 16.05.19 - 15:22

      Hallo,
      an alle, die entweder erst zwei Mädchen und dann einen Jungen in nicht allzu großem Zeitabstand bekommen haben oder in dieser Geschwisterkonstellation aufgewachsen sind: Mich interessiert, wie das Verhältnis unter den Geschwistern ist/war.
      Sind sie sich gleich nah oder stehen sich die Schwestern näher bzw. ist das eher alters- als geschlechtsabhängig?
      Glaubt Ihr, ein Junge wird auf eine bestimmte (welche?) Art und Weise davon geprägt, mit zwei älteren Schwestern aufzuwachsen, prägt sein Schwestern oder spielt das Geschlecht eher keine Rolle?
      Ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen.
      Liebe Grüße

      • Ich bin zwar nicht in einer solchen Konstellation aufgewachsen und habe auch nur eine Tochter, bin mir aber sehr sicher, dass das weder etwas mit dem Alter noch mit dem Geschlecht zu tun hat, sondern einzig und allein vom Charakter abhängig ist. Die Erfahrungen, die Du hier vielleicht beschrieben bekommst, wirst Du auf Deine Kinder nicht anwenden können, weil jedes Kind ein Individuum ist.

        • Naja, es gibt schon so etwas wie Geschwisterforschung und nach aktuellem Stand gibt es durchaus Evidenz dafür, dass die Konstellation eine Rolle spielt.
          Wie stark sie ist, wie genau sie aussieht, darüber ist vieles noch nicht völlig klar und dass es noch jede Menge andere Faktoren gibt, da stimme ich völlig zu und die Forschung auch.
          Aber spannend ist es allemal!

      Hallo,
      mein Mann ist mit 2 Schwestern aufgewachsen und das merkt man ihm an #pro!
      Wir haben 2 Mädchen (14 & 12) und einen Jungen (5). Alle drei sind innig miteinander, ich finde diese Kombi sehr schön. Mein Sohn ist sehr ausgeglichen, ruht in sich selber. Ich vermute, wenn er z.B. 2 wilde ältere Brüder hätte, ihn das schon anders prägen würde.
      Unsere Mädchen haben über die meisten Jahre ähnliche Interessen gehabt bzw. haben immernoch, es gibt aber auch Interessen, die alle 3 teilen, von daher gibt es hier die unterschiedlichsten Kombinationen zu zweit und auch zu dritt.
      VG

    • Wir haben Junge, Mädchen, Junge (14, 9 und 5 Jahre) und alle lieben und Kloppen sich gleichermaßen 😅

      Alle gehen ihren eigenen Interessen nach und sind was das angeht auch voneinander völlig „unabhängig“ (falls das jetzt der richtige Begriff ist)

      Können oftmals sehr gut miteinander und genauso oft auch nicht 🤣

      Sie prägen sich sicherlich gegenseitig durch ihre völlig unterschiedlichen Charaktere aber das Geschlecht spielt dabei meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle.

      LG

      (6) 16.05.19 - 17:20

      Juhu,

      ich bin in so einer Konstellation aufgewachsen. Wir haben einen sehr geringen Altersabstand. Zuerst kam ich als älteste Schwester, 14 Monate später meine jüngere Schwester und mein Bruder ist 3 Jahre jünger als ich. Auch in Schulzeit waren wir in aufeinander folgenden Klassen. Für die Jüngeren war das immer sehr praktisch!

      Zu meinem Bruder habe ich ein sehr inniges Verhältnis, obwohl uns inzwischen 600 km trennen. Er war immer das Nesthäkchen und hatte gerade bei meiner Oma einen Sonderstatus als Stammhalter. Er ist sehr sozial und vermittelt bis heute (alle Ü30) noch bei Streitigkeiten. Das Verhältnis zur Schwester ist eher schwierig, dass liegt einfach an unseren sehr gesetzlichen Charakteren. Wir wurden oft für Zwillinge gehalten, wurden gleich angezogen, mussten alle Hobbys gemeinsam machen. Unsere Eltern hatten wohl die Vorstellung, dass wir unser Leben lang als beste Freundinnen verbunden sind. Der Plan hat nicht funktioniert. Uns trennen nur 300 km, sehen uns nur zu Familienfesten und haben uns auch sonst nicht viel zu sagen. Wir leben beide sehr unterschiedlich, sie scheint oft das genaue Gegenteil von mir zu sein.

      Naja, das hat aber wenig mit der Geschwister-Konstellation zu tun. Eher eine Typ und Charaktersache.

      Liebe Grüße

      • (7) 16.05.19 - 21:39

        Hallo-
        Krass. Gleiche Konstellation, ähnliche Erfahrung. Ich sollte nach dem ersten, so heiß ersehnten Kind, bei dem das Geschlecht noch egal war, ein Junge werden- würde nix draus. Der Stammhalter kam dann erst nach mir. Der wird bis heute verwöhnt- ebenso die älteste Schwester, sie muss nur einmal mit dem Finger schnipsen und schon springt alles. Wir Mädels wurden auch oft für Zwillinge gehalten, meine Mutter und meine Schwester sind auch bis heute der Ansicht, dass wir uns super verstehen. Da mangelt es einfach an etwas selbstkritischer Selbstwahrnehmung.
        Als wir Kinder waren, hab ich mich auch oft rausgehalten, wenn wir uns gestritten haben, waren es die beiden andren gegen mich.das Verhältnis der beiden war auch bis vor drei Jahren super. Dann hat sich meine Schwester mit unserer Schwägerin gezofft, seit dem ist’s da ein bisschen weniger geworden. Ohne meine Schwägerin hätte ich aber auch keinen häufigen Kontakt zu meinem Bruder. Den Kontakt zu Schwester versuche ich, so gering wie nötig zu halten. Zum Glück wohnt sie 800 km weit weg.
        Also ich fand die Konstellation jetzt nicht so prall, habe daher auch nur zwei Kinder ....
        Aber wenn man meine Schwester fragt, war alles prima 😉

        Viele Grüße
        Mittelkind

    (8) 16.05.19 - 18:00

    Ich war die Älteste in der Konstellation.
    Meine Schwester ist drei Jahre, mein Bruder 8 Jahre jünger.
    Zu meiner Schwester hätte ich aufgrund unseres unterschiedlichen Charakters nie eine enge Beziehung.
    Wir haben nie zusammen gespielt, unsere Interessen waren zu unterschiedlich und seit wir erwachsen sind, auch unsere Lebensentwürfe.
    Da fehlt einfach die gemeinsame Basis.
    Mein Bruder war mir allerdings auch nie besonders nah...er war 8 Jahre jünger, als ich mit 18 auszog war er 10.
    Heute sehen wir uns an Weihnachten, das war's.

    (9) 16.05.19 - 18:25

    Es kommt auch viel darauf an, was die Eltern daraus machen.

    Ein paar Beispiele aus dem Verwandten/Freundeskreis:
    ein Junge, zwei oder mehr Mädchen

    Junge: verhätschelt, Pascha
    Junge: integriert, ebenso rangenommen bei Haushaltsdingen
    Junge/Mädchen: gleichermaßen ins Handwerkliche und Jungssachen mitbegeistert. Das ist nicht nur Jungssache, sondern Mädchen sollten es auch können
    Mädchen haben in der Jungsecke nichts zu suchen. Handwerk ist reine Männersache.


    Vater verhätschelt Mädchen, Mutter den Jungen.

    Vater genießt es, das "männliche" weitergeben zu können, etwas individuelles mit dem Sohn zu haben, Mutter ist den Mädchen näher

    Ist egal: beide Elternteile geben alles an ihre Kinder weiter und stärken sie nach ihren Interessen und nehmen sie bei Regeln genauso ran (Haushalt, Ausgehen usw.)


    Wie die Kids zusammen umgehen, hängt auch von Charakter, Lebensentwicklung und auch ein Stück von den Eltern ab (siehe oben, wenn es offensichtlich ist).
    Aber eben nicht nur von den Eltern.

    Bei den Geschwistern meiner Eltern, wechselte die Innigkeit öfter mal durch. Wer als Kinder dicke war, trifft sich heute kaum. Wer sich in der Kindheit kaum miteinander beschäftigte, ist heute total eng.

    (10) 16.05.19 - 20:26

    Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Also genau so wie du es brauchst 😅
    Meine Schwester und ich hatten immer Konkurrenzkämpfe und uns nie wirklich verstanden. Mittlerweile haben wir gar keinen Kontakt mehr.
    Unser Bruder war unser Opfer. Wir haben ihn verprügelt, gedemütigt, nicht mitspielen lassen oder komplett ignoriert.
    Heute hab ich Kontakt zu ihm, man sieht sich ab und zu aber es is nix enges. Vielleicht eher so, wie man einen Nachbarn behandelt. Bestimmt war es für ihn nicht schön mit 2 älteren Schwestern wie uns. Ob es ihn geprägt hat kann ich nicht sagen.
    Wir sind 88/89/91 Baujahr.

    (11) 17.05.19 - 06:54

    Hallo,

    ich kenne nicht die Konstellation Mädchen, Mädchen, Junge, sonder Junge, Junge, Mädchen. Aber im Prinzip ist es das gleiche. Ich bin mit 2 großen Brüdern aufgewachsen und habe selbst erst 2 Söhne und dann eine Tochter bekommen. Zum einen ist es schon so, dass die gleichgeschlechtlichen Geschwister sich in der Kindheit und Jugend besser verstehen. Die Erfahrung habe ich auch bei Freundinnen gemacht, die 2 ältere Geschwister anderen Geschlechts hatten. Ganz einfach weil die Interessen unterschiedlich sind. Auch wenn viele Gender neutral erziehen wollen etc. merkt man, meiner Meinung nach, den Unterschied zwischen Junge und Mädchen. Und der Bruder tickt halt eher wie der Bruder. Ich finde auch, dass mich das Leben mit 2 großen Brüdern geprägt hat und meine Tochter merkt es auch. Man muss sich mehr durchsetzen. Jungs sind nicht ganz so diplomatisch wie Mädchen. Ich musste mir meinen Platz suchen und den auch irgendwie erkämpfen. Das geht meiner Tochter ähnlich. Auf der anderen Seite haben große Brüder einen Beschützerinstinkt. Der kleinen Schwester mehr gegenüber als dem jüngeren Bruder. Der Satz: "Wenn du mich ärgerst, hol ich meine Brüder" trifft zu. Ich gehe tatsächlich bei Problemen zuerst zu meinen Brüdern. Ich war immer sehr stolz auf sie und habe zu ihnen aufgeblickt. Meine Tochter tut dies ebenfalls bei ihren Brüdern. Die Brüder vermitteln aber auch "ganz viel Junge" an die Schwester. Ein guter Freund hat 2 große Schwestern. Auch er sagt, dass er das gemerkt hat. Er wurde verwöhnt und betüddelt. Er war so ein bisschen wie der Prinz. Ich arbeite an einer Grundschule und finde es immer total süß und rührend, wenn Erstklässler große Schwestern in den höheren Klassen haben. Die Schwestern kümmern sich, trösten und sind für die kleinen Brüder da. Wäre ich früher am Schulhof hingefallen und wäre zu meinem Bruder gegangen, hätte ich zu hören bekommen: "Dann hol dir halt ein Pflaster."
    Fazit: Ich bin der Meinung, dass es schon prägend ist ob man als Bruder mit 2 Schwestern oder als Schwester mit 2 Brüdern aufwächst. Und meine Erfahrung sagt mir auch, dass die gleichgeschlechtlichen Geschwister eher eine Einheit sind. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    LG
    Michaela

    (12) 17.05.19 - 11:01

    Hallo,

    wir haben ein Mädchen (12) und einen Jungen (9).

    Ich glaube, direkt prägen, ist zuviel gesagt, aber wenn die Kinder Geschwister vom anderen Geschlecht haben, ist es leichter, sich unverbindlich mit Dingen zu befassen, die die Umgebung beim eigenen Geschlecht als nicht passend empfindet.
    Unser Sohn hat sich z.B. Sternenschweif-Bücher bei seiner Schwester ausgeliehen.

    Bei uns haben beide Kinder gemischte Interessen. Sie sind kein typischer Junge und kein typisches Mädchen.
    Aber unsere Tochter war das auch nicht, bevor unser Sohn eine Chance hatte, sie zu prägen. ;-)

    Ich finde, solche Kinder kommen meistens besser mit Kindern vom anderen Geschlecht klar, weil sie besser wissen, wie die ticken.
    Das fällt Kindern aus Familien, wo nur Jungs oder nur Mädchen sind, häufiger schwer.

    Ich denke, wie eng das Verhältnis von Geschwistern untereinander ist, hängt mehr vom Charakter und dem Verhalten der Eltern ab, als vom Geschlecht.

    LG

    Heike

    (13) 17.05.19 - 14:21

    Ich bin als Sandwichkind in genau der Konstellation aufgewachsen. In unserer engeren Familie gibt es auch genau diese Konstellation noch mal. Von daher kann ich sagen, dass das einfach von so viele Faktoren abhängt.
    Eins haben aber beide Jungs gemeinsam. Sie sind verhätschelt worden. Sowohl von der Mutter als auch von den großen Schwestern. Beide sind spät ausgezogen und kamen relativ spät auf eigene Füße. Mein Bruder musste zu hause genauso mithelfen wie wir Mädchen. Trotzdem ist er nicht so schnell selbstständig geworden.
    Aber ein Fazit kann ich ziehen. Egal wie oft wir uns gestritten, geschlagen oder sonst was haben. Ich habe heute ein sehr gutes Verhältnis zu beiden Geschwistern und möchte auf keinen davon missen. Ein enges Verhältnis prägt allerdings auch unsere ganze Kernfamilie. Von daher wäre es bei 2 oder vier Kindern wahrscheinlich ähnlich.

    Ich kann dir aber auch nicht sagen, ob ein drittes Mädchen nicht genaus verhätschelt worden wäre.

    Bin auch die älteste in so einer Konstellation. Meine Schwester ist 4 Jahre, mein Bruder 9 Jahre jünger als ich. Mit meiner Schwester hab ich mich am Anfang so gar nicht verstanden. Wir hatten nix gemeinsam und sie ist mir immer auf die Nerven gegangen. Als sie dann so 10 wurde hat sich das gewandelt. Wir waren dann auf der gleichen Schule und konnten gemeinsam über Lehrer lästern und haben uns auch in den Schulpausen mal gesehen. Meine Schwester ist auch komplett anders als ich: Ich lege nicht soo viel Wert auf Shoppig und make-up (oder Ordnung im Kleiderschrank) Meine Schwester dagegen ist so ein richtiges Mädchen und auch mega pingelig was Sauberkeit angeht. Ich muss sagen, wir schreiben uns zwar nicht soo oft und telefonieren fast gar nicht. Aber da sie in der Nähe meiner Eltern wohnt sehen wir uns schon oft und ich genieße es Zeit mit ihr zu verbringen. Trotz Unterschiede finden wir immer gemeinsame Themen. Und als ich das angefangen hab Strampler zu kaufen für mein Krümelchen hat sie direkt mit Schnuffeltüchern nachgelegt. :-D Mit meinem Bruder (16) hab ich eigentlich nur über meine Eltern Kontakt, aber der ist gerade in Mitten der Pubertät und wenn wir uns sehen verstehen wir uns auch immer gut. Das interessante bei uns ist, dass ich zunächst immer die babysitterin war und bei den Hausaufgaben helfen musste. Als ich ausgezogen bin hat meine Schwester das übernommen und ist dabei sogar strenger gewesen als meine Mutter. Wir sind für unseren Bruder quasi wie zusätzliche Mütter in manchen Dingen. Auch heute noch.

    Wow, vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte! #danke
    Total spannend, finde ich!
    Gerne noch mehr davon #winke

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