Sich um alte Eltern- oder Schwiegereltern kümmern?

    • (1) 17.05.19 - 15:21

      Liebe Forengemeinde,

      anläßlich der großen Diskussionen hier, ob sich die Omas genügend um die Enkelkinder kümmern oder nicht, wie schaut es denn aus, wenn diese in einem Alter sind , wo sie selber mehr Hilfe brauchen. Viele Omas kümmern sich ganz rührend um die Enkelkinder, gibt man dann an denen etwas zurück, wenn sie so nicht mehr richtig können.?Oder die sich gar nicht kümmern bzw. kein Interesse haben , sagt man, sieh zu wie du im Alter zurecht kommst? Oder die übergriffigen Omas, die nicht um Hilfe bitten im Alter, sondern diese permanent einfordern, hier und nicht weiter?

      Man hat ja auch noch sein eigenes Leben, was die Omas/Opas im fitten Zustand ja auch noch hatten.

      Meine Mutter hat sich immer sehr um uns Kinder gekümmert. Bei den Enkelkinder war es genauso. Und man gibt dann auch gerne etwas zurück. Im Alter wurde sie unterstützt, wenn ihr etwas schwerfiel oder nicht mehr konnte. Sei es beim Rasenmähen, Großputz machen, zum Arzt fahren. Bis es dann nicht überhaupt nicht mehr ging. Als sie 24 Stunden richtige Pflege benötigte, musste sie schweren Herzen ins Pflegeheim. Pflegen konnten wir sie nicht. Ich selber habe Kind mit Mehrfachbehinderung, damit überhaupt nicht leistbar. Und meine Geschwister teilweise wie ich noch berufstätig bzw. nicht richtig gesund. So besuchen wir sie abwechselnd mehrmals die Woche.

      Färbt sich bei euch da etwas ab ? Gibt man etwas wieder ja oder nein? Da jeder hier andere Gedanken.


      LG Hinzwife

      • (2) 17.05.19 - 15:42

        Ich denke schon, dass man gerne etwas wieder gibt, wenn man Eltern/Großeltern hat/hatte, die sich auch liebevoll gekümmert haben.

        Heutzutage ist es ja nun leider so, dass viele Familien der Meinung sind "Familie" ist Vater, Mutter, Kind/Kinder.
        Zum Beispiel, wenn es hier um die Weihnachtsdiskussion geht...Da möchten viele in der "Kernfamilie" ( ich finde dieses Wort furchtbar!!!) feiern und wenn Geschwister, Oma Opa etc auch mit feiern wollen, dann wird es gleich als übergriffig oder sonst was empfunden.
        Auch wenn die Mutter/Schwiegermutter Tipps oder Ratschläge hat, wird sich hier gleich darüber ausgelassen.
        Ich finde das nicht schön.
        Es ist doch toll, wenn alle zusammen leben ( damit meine ich nicht unter einem Dach, feiern und Kinder großziehen.
        Und dann ist es auch selbstverständlich, dass, wenn jemand alt ist und nicht mehr alles kann, ihm geholfen wird.

        (3) 17.05.19 - 15:48

        ...ich denke, das färbt ab, wenn gleichzeitig auch noch die Erziehung und der aktuelle eigene Lebensweg passt. Und in der Vergangenheit keine zu grossen Kluften oder Zugeständnisse erzwungen wurden...

        Um Eltern kümmern, wenn man gerade eine Familie gründet, wird schwer. Dass die Enkel sich kümmern, wenn sie gerade mal in der Pubertät sind oder gerade die erste Freundin/ersten Freund haben, sehe ich auch nicht so plastisch.... ich selber habe mich erst als Erwachsene wieder auf Grosseltern besonnen. Ich hatte genug mit "erwachsen werden" zu tun, dem ersten spannenden Job... Klar, Höflichkeitsbesuche bekam ich immer hin, aber mehr nicht.

        Ich habe selber nicht vor, mich um meine alternden Eltern zu kümmern. Ich habe viele Mütter und Väter... ich habe aber auch sehr darauf geachtet, nicht zu viel zu verlangen in Sachen Kinderhüten und so. Da finde ich ehrlich gesagt: Meine Schwester ist mehr als ich in der Pflicht. Sie hat 15 Jahre die Kinder von der Mutter hüten lassen. Ich habe eine gute, teure Krippe bezahlt... somit finde ich, bin ich eigentlich nicht viel schuldig. Klingt sicher undankbar, aber für meine Kindheit gibt es sehr wenig zu verdanken, als Grosseltern sind sie toll - daher kamen wir uns überhaupt wieder nah.


        Somit: nein, einen POI (Punkt, an dem deine Investition wieder reinkommt) erreichst du wohl nie.

        Aber wie das Leben so spielt: Zur Zeit schaue ich eher. Weils für mich gerade stimmt. Ich arbeite nur 60%, meine Kinder sind selbständig für ihre 10-12 Jahre und gehen auch gerne mal mit, wenn wir bei den Omas/Opas was umtopfen, einpflanzen, aufhängen oder reparieren müssen.
        Es ist keine Last sondern Freude - und daher tu ich das auch. Ausserdem finde ich es schön zu sehen, dass sie mit dem Alter nett wurden. Das relativiert viel.
        Aber: Es sind keine Pflegefälle. Sie sind nur ab und an auf etwas Hilfe und Gesellschaft angewiesen. Pflegen würde ich nicht.

        Ich bewundere meine älteste Schwägerin, die jede Woche dreimal zur Mutter (meiner Schweigermutter) fährt, um was zu helfen. Gut ja - von uns erwartet es rein von der Distanz her keiner. Aber ich finde das sehr nett von ihr.

        Ich erwarte nicht, dass meine Kids mich mal pflegen. Aber ganz ehrlich: Es wäre schon mega schön, wenn sie in der Nähe wären... aber das kommt, wie es kommt.

        Natürlich färbt das ab. Mir würde es mein Anstand verbieten, meiner Mutter nicht zu helfen, wenn sie nicht mehr kann. Ist selbstverständlich für mich 🙂

        Wie heißt der Spruch so schön....Meine Mutter ging mit mir meine ersten Schritte und ich werde ihre letzten mit ihr gehen.

        Deshalb kommt auch ein Pflegeheim nie in frage. Egal wieviel Pflege sie braucht.
        Ich hab zu viel im TV gesehen, und bekomme bei Pflegeheimen manchmal Brechreiz.
        Es gibt Pflegedienste, die sie und mich unterstützen.

        • "Deshalb kommt auch ein Pflegeheim nie in frage. Egal wieviel Pflege sie braucht."

          Auch auf die Gefahr hin, dass du daran kaputt gehst? Ich hoffe ja inständig, dass ich nie so senil werde, das von meinen Kindern zu verlangen...

          Ich verstehe, dass du ein Heim als Zumutung empfindest, aber wenn man nicht gerade Hausfrau ist, kann man nicht so einfach pflegebedürftige Angehörige aufnehmen. Würdest du im Fall der Fälle deinen Job kündigen? Kämt ihr mit einem Einkommen hin? Müsstest du umziehen, damit das möglich ist?

          Seine Eltern zu pflegen ist für den einen leichter als für den anderen. Davon ab, dass das nicht jeder kann, hat auch nicht jeder die Rahmenbedingungen (Platz, behindertengerechte Wohnung, ausreichend Zeit und Kraft). Es hat nicht zwingend etwas mit Desinteresse und Lieblosigkeit zu tun, wenn man seine Eltern nicht pflegt. Jeder hat andere Möglichkeiten und andere Grenzen.

          Es ehrt Dich, dass Du die Pflege komplett auf Dich nehmen willst, aber sei Dir nicht sicher, dass es so geht. Komplett die Berufstätigkeit aufgeben, mindestens ein Zimmer und ein Bad behindertengerecht umbauen und zur Verfügung stellen, körperliche Voraussetzungen müssen Pflegepersonen auch erfüllen (einen stabilen Rücken mindestens, eine hohe psychische Belastbarkeit auch), ggf für mehrere Jahre. Bei einem Menschen, der sich dank Demenz immer mehr verändert und immer weniger mit dem zu tun hat, den man mal geliebt hatte. Es ist nicht immer so einfach, im Zweifel besser ein sehr gutes Heim und sehr häufige besuche - lieber 3x pro Woche spazieren gehen und Kuchen mitbringen, als zu Hause weit jenseits der Belastungsgrenze die Nerven verlieren.

          • Ich weiß das das sicher nicht einfach werden würde. Kommt ja auch auf den Pflegeaufwand an.
            Um kurz die Fragen zu beantworten....ich bin Hausfrau, haben nur ein Einkommen, umziehen müssten wir nicht, belastbar bin ich...ich habe einen schwer behinderten 15 jährigen und weiß was es Kraft und Nerven kostet. 🙂
            Momentan ist das so meine Meinung. Vielleicht ändert sich diese noch, wovon ich jetzt mal nicht ausgehe.

            • Zusatz zu meinem Beitrag (hatte deine Antwort zu spät gesehen)
              "m kurz die Fragen zu beantworten....ich bin Hausfrau, haben nur ein Einkommen, umziehen müssten wir nicht, belastbar bin ich...ich habe einen schwer behinderten 15 jährigen und weiß was es Kraft und Nerven kostet. 🙂 "

              Wenn es soweit wäre mit deiner Mutter mit der Pflege, willst du die das wirklich zusätzlich antun mit deinem schwerbehinderten Sohn.

              Mein autistischer Sohn (körperlich fit allerdings, Pflegegrad 4) raubt mir manchmal mit seinem Lautsein, Weglauftendenzen, Schlafstörungen, hin und wider Autoagressionen den letzten Nerv. Und dann noch die Mutter zusätzlich pflegen über einen langen Zeitraum. Dann kann man mich in Psychiatrie stecken.Übrigens mein Sohn ist auch 15 Jahre alt und es wird nicht einfacher.

              LG Hinzwife

              • Meine Mutter wird jetzt 61, und wenn es das Universum will, bleibt sie noch eine Weile fit und gesund.
                Was in 10/15 Jahren ist, weiß keiner.
                Mein Sohn ist eigentlich ein Baby und das wird sich auch nicht ändern.
                Ich sträube mich gegen den Gedanken, sie in ein Heim zu geben, genauso wie bei meinem Sohn. Solange ich es kann, tue ich was möglich ist.

        "Deshalb kommt auch ein Pflegeheim nie in frage. Egal wieviel Pflege sie braucht."

        In allen Ehren, wenn man pflegen möchte. Vor einigen Jahren, meine Mutter hatte einen Wirbelbruch gehabt, mein Bruder ist wegen Erkrankung ausgefallen. Der Bruch musste so heilen, Ma war voller Schmerzen. Ich war damals eingesprungen für meinen Bruder. War damals zwangsweise zu Hause (das Erzählen würde hier den Rahmen sprengen). Ich musste unsere Ma aus dem Bett holen, waschen anziehen, Frühstück richten, Haushalt machen. Ich war 3x die Woche von 8 bis 12:30 Uhr da und zeitweise auch 2x mal abends. Meine Mutter brauchte aber keine 24 Stundenbetreuung. Wenn die Schmerzmittel wirkten, dann konnte sie auch ein paar Stunden alleine bleiben bis meine Schwester von der Arbeit kam. Das ging über Wochen. Ich hatte auch noch meine beiden Kinder. Mein Jüngster ist mehrfachbehindert durch frühkindlichen Autismus. Das hieß von meiner Mutter zurück, schnell essen machen. Dann auch noch 3x die Woche zur Therapie mit dem Jüngsten. Der Große brauchte auch zwischendurchmal Ansprache. Mein Mann im Schichtdienst, kaum Zeit wegen Überstunden. Ich hatte es immer eilig gehabt in der Zeit. In dieser Zeit wurde ich weder meinen Kindern noch meiner Ma gerecht. Für großen Klönschnack mit meiner Mutter war keine Zeit, außer die 15 bis 20 Minuten wo sie frühstückte morgens. Sie meckerte nicht, fand es nur schade, dass ich zu wenig Zeit hatte. Mein Großer fand es auch nicht prickelnd. Und nach vielen Wochen,als mein Bruder wieder genesen war, setzte ich meinen Geschwister die Pistole auf die Brust, ich helfe nur weiter, wenn hier morgens eine Pflegedienst kommt. Das versuchten das meiner Mutter schmackhaft zu machen. Nein, so etwas wollte sie nicht. Und 14 Tage später ging es ihr soweit besser, dass sie sich morgens selber waschen und anziehen konnte und das Frühstück richten. Der Schmerztherapie schlug an und der Wirbelbruch verheilte.

        Und als dann vor 5 Jahren eine 24-Stundenpflege bei meiner Mutter anstand. Absolut nicht machbar. Überspitzt gesagt, auch mit zwei Geschwistern zusammen, da hätte ich meine Berufstätigkeit an den Nagel hängen können und meinen Jüngsten in ein Heim für behinderte Kinder stecken müssen, weil ich seine Betreuung nicht mehr hätte gewährleisten können, weil ich bis zu zwei Tage durchgehend bei meiner Mutter hätte verbringen müssen. Und mein Mann geht Schichten arbeiten.Auch wenn wir einen Pflegedienst gehabt hätten. Der Gesundheitszustand meiner Mutter war dermaßen instabil. Wesentlich schlimmer als beim Wirbelbruch. Die konnte man nicht alleine lassen. Und da ist für mich echt Schluss mit lustig.

        Das sollte man sich wirklich 3x überlegen. Und es gibt auch noch gute Pflegeheime. Mit meiner Mutter, da hatten wir echt Glück.

        Aber schlussendlich muss es jeder selber wissen, ob er Pflege von Angehörigen leisten kann. Mit einem alten Menschen sieht es noch anders aus als wenn man ein behindertes Kind hat.

        LG einem nachdenklichen Hinzwife

    Wie auch in dem anderen Post geschrieben sehe ich meine Eltern jeden 2 Tag...sie sind noch nicht Hilfebedürftig aber zb meine Mutter soll keine Gardinen mehr aufhängen,dass mach ich dann natürlich. Ist für mich selbstverständlich...ich finde es immer schade, wenn man sich von seinen Eltern entfernt. Zumindest telefonieren kann man falls man weiter entfernt ist. Man hat dich nur diese leben und irgendwann fragt man sich immer warum hatte man so wenig Zeit zusammen. Meine Eltern waren immer für mich da warum sollte ich es nicht zurück geben. Mache es aber gerne...
    Meine Mama wird mir auch mit dem Kind helfen was im November kommt und bin froh drum. Bei uns ist es echt ein nehmen und geben einfach toll...

    (13) 17.05.19 - 16:33

    Hey!
    Meine Mutter hat sich immer darum gekümmert, dass sich jemand um mich kümmert. Ihre Termine/ Bedürfnisse gingen und gehen jetzt bei den Enkeln aber vor. Sie wollte nie familiäre Verpflichtungen, die einengen könnten und unser Verhältnis ist so distanziert, dass mir selbst mittlerweile auch nicht viel daran liegt. Wir haben einen normalen Umgang, solange es nicht um Emotionen geht. Wenn sie irgendwann (sie ist jetzt 74, mein Vater 78) mehr Hilfe braucht, als mal ein Arztbesuch oder einen Einkauf, werde ich mich darum kümmern, dass sich jemand um sie kümmert. Etwas anderes lässt unser Verhältnis nicht für mich zu und gleichzeitig denke ich auch, dass das völlig in Ordnung ist. Natürlich würde ich sie regelmäßig besuchen, aber selbst wenn ich ihr sage, dass man bei einer eitrigen Bronchitis keinen Hustenstiller nehmen sollte, fühlt sie sich bevormundet und reagiert sehr verletztend (sie kämpft mit mir die Kämpfe, die sie mit ihrer Mutter hätte kämpfen sollen. Seit mit das klar ist, ist es für mich leichter, mit ihrer Art umzugehen).
    Meine Schwiegermutter ist eine ganz Liebe, die viel für uns tut, ohne dass wir darum bitten müssen. Emotional steht sie mir näher und da könnte ich mir vorstellen auch einzelne Teile der Pflege o.ä. zu übernehmen (wie es eben mit Beruf und 3 eher kleinen Kindern möglich ist).
    #winke

    (14) 17.05.19 - 16:37

    Ich würde meine Mutter soweit unterstützen wie sie es möchte. Ich habe eine Pflegeausbildung und am meinem ersten Tag sagte sie das erste mal zu mir: das sie nicht möchte das ich mich um sie kümmere wenn sie es mal braucht (ich muss sagen meine Mutter hat eine MS usw.)
    Als sie mir vor 3 Jahre verkündet, das sie in die Schweiz möchte wenn es soweit ist - war es sehr schwer für mich aber ich werde sie bei diesem Schritt natürlich begleiten.

    Ich finde jeder muss es für sich entscheiden ob er sich um die Eltern/Großeltern kümmern möchte und ich verurteile niemand der sagt er kann es nicht.

    (15) 17.05.19 - 17:00

    Meine Mutter hat zuerst ihren Vater und dann ihre Schwiegermutter gepflegt bis zu deren Tod.
    Sie sagte immer, dass wenn es mit ihr mal soweit sei, dass sie nicht will, dass ich oder mein Bruder sie pflegen. Sie wollte, dass wir unser Leben leben. Die letzten 8 Jahre in ihrem Leben hat sie niemanden mehr gepflegt bis sie selbst in jungen Jahren (Anfang 50) an Krebs verstarb.


    Wenn ich mir jetzt meine Kinder ansehe, dann will ich auch nicht, dass sie für mich jemals ihr Leben aufgeben müssen.
    Wenn ich alleine nicht mehr für mich sorgen kann, gehe ich freiwillig in ein Heim.

    (16) 17.05.19 - 17:01

    Vorab: ich hab noch keine Kinder, eben sowenig meine Geschwister. Daher spielt die Frage nicht "Rechtfertigt das großelterliche Engagement eine spätere Hilfe im Alter?"

    Ich bin kein Freund von Aufrechnen. Ich tue "Gutes" (Zeit, Geld, Geschenkle,...) nicht in der Hoffnung, dass ich "Gutes" zurückbekomme, sondern weil es mir einfach ein intrinsisches Anliegen ist.

    Wir Geschwister sind unseren Eltern sehr dankbar, sie haben uns wirklich vieles ermöglicht. Wir verstehen uns alle gut, treffen uns ca. 1x pro Monat (manchmal seltener), glucken aber nicht aufeinander. Wir sind alle eher wenig emotional und leben unser eigenes Leben. Wir wohnen auch je 1-2 Autostunden voneinander entfernt. Alle sind bisher glücklich damit.

    Unsere Eltern haben uns eine gute Ausbildung ermöglicht, wir verdienen entsprechend gut. Der Deal ist klar kommuniziert:
    1. Die Eltern wollen keinesfalls ins Pflegeheim. Daher kommen sie auch in keines. Ausnahme: sie bauen geistig so ab, dass sie eh niemanden mehr erkennen (dann sollen wir sie ins Pflegeheim stecken).
    2. Wir Geschwister werden die Eltern nicht pflegen. Die Pflege von Angehörigen ist bekanntermaßen psychisch wahnsinnig belastend. Das wollen weder die Eltern, noch wir. Natürlich helfen wir bei Computer-Problemen, etc. Bzw. besorgen wir Hilfe, wenn sie nötig ist.
    3. Geld ist glücklicherweise kein Problem. Ihre Pension ist gut, wir Kinder verdienen gut. Ersparnisse sind da. Pflege zu Hause ist finanzierbar.

    Ich bin sehr froh, dass wir über dieses Thema innerhalb der Familie so offen reden können und wir da alle auf einer Wellenlänge sind.

    Meine Eltern waren und sind immer für uns da. Noch sind sie fit aber bei meinem Papa merkt man es langsam. Meine Schwester und ich werden Ihnen das zurückgeben was sie uns jahrelang gegeben haben. Mein Mann hat immer gesagt dass er keinen finger für seine Eltern rühren wird. Ab ins Pflegeheim und einmal im Monat besuchen. Früher fand ich das krass, jetzt kann ich ihn verstehen.

    (18) 17.05.19 - 17:59

    Hallo!

    Wenn es einen guten familiären Zusammenhalt gibt, dann liegt es Nahe, im Alter zu helfen. Zum guten familiären Zusammenhalt gehört natürlich auch Hilfe mit den Kindern.

    Es gibt aber auch pflegende Angehörige, die kein so gutes Verhältnis zu der Person hatten, sich aber dennoch aus moralischem Empfinden heraus dazu verpflichtet fühlen - so ging es mir mit meinem Vater, der hatte sich nämlich etwa ab meinem 10. Lebensjahr praktisch nicht mehr für mich interessiert. Aber ich habe ihn für mich, mein Gefühl dabei, mein Gewissen, dennoch jahrelang gepflegt. Sonst hätte es niemand gemacht und er wäre einfach sich selbst überlassen gewesen mit seiner Verweigerung gegenüber Hilfe von Außen.

    Meine Mutter baut schon vor für den Fall, dass sie später Hilfe brauchen könnte und will explizit nicht von mir gepflegt werden, sondern dass ich endlich an mich denke. Das finde ich eine sehr gute Einstellung. Schließlich ist Pflege auch eine große Belastung.

    (19) 17.05.19 - 18:11

    Meine Schwiegermutter war die liebevollste Person, sie hat in jeder Hinsicht gegeben, geholfen wo sie nur konnte. Eine ganz bescheidene Frau, eine unermüdliche Krampferin.
    Als sie immer pflegebedürftiger wurde, Tag und Nacht Betreuung brauchte und nicht mehr alleine wohnen konnte, durften wir sie zu uns nehmen. Es war ihr größter Wunsch und ihr größtes Geschenk an uns.
    Fünf gemeinsame intensive Monate, anspruchsvollste 24 Stunden Pflege. Mein Mann und ich sind beide Pflegefachleute und unsere Teenager lernten sehr schnell und sehr viel.
    Aussenstehende meinen wir hätten etwas zurückgegeben. Ja haben wir vielleicht. Aber wir durften die schönste und innigste Zeit erleben. Sie ist vor drei Wochen bei uns zuhause gestorben, das friedvollste Sterben das wir je erlebt haben.
    Ja wir hätten gerne noch viel mehr gemeinsame Zeit gehabt. Wir vermissen sie und sind voller Dankbarkeit für jeden Augenblick, früher, aber ganz besonders die letzten Monate.

    (20) 17.05.19 - 18:35

    Hi
    Ich habe mir nicht alle Antworten durchgelesen aber die meisten scheinen ja die ehrenvolle Absicht zu haben, ihren Eltern im Alter zu helfen.
    Meine Eltern sind noch nicht so alt und fit. Sie wollen nicht von mir gepflegt werden. Wenn es was gibt was ich bereits jetzt für sie tun kann (Fremdsprachen, Technik, Ratschläge auf meinem Berufsfeld) tue ich das natürlich gerne für sie.
    Ich antworte dir eher wegen den Erfahrungen mit meiner Großmutter .
    Mein Vater war ihr jüngstes Kind und lief immer so mit. Er hat nie Probleme gemacht, sie hat sich nie besonders engagiert.
    Der älteste Sohn war eine Enttäuschung (falsche Freundin, die auch noch unverheiratet geschwängert) und die mittlere das große Los.
    Das setzte sich dann bei den Enkeln fort. Die Kinder vom ersten Sohn wurden kritisiert, die KInder der Tochter waren Engelchen und wir liefen halt so mit. Nix was wir machten war besonders toll, klar, wir waren die jüngsten und die anderen hatten das ja alles schon mal gemacht.
    Als die Söhne der Tochter Ausbildungen anfingen gab es kein Taschengeld mehr...sind ja jetzt alle groß. Zeugnisse waren uninteressant.... Schule ist ja vorbei. Hobbies sind jetzt nicht mehr wichtig...das wahre Leben fängt ja jetzt an. Das die jüngste Enkelin gerade mal in der 7. Klasse war, wurde übersehen.
    Wir haben uns daran gewöhnt, hatten noch andere Großeltern.
    Jahre später komme ich aus der Uni für ein WE und besuche sie wie immer bevor ich wieder zurück muss, da fängt sie an zu weinen, dass sich niemand um sie kümmert.
    Der älteste Sohn und Frau kümmern sich zwar um Versicherungen usw, aber mehr nicht. Jahrzehntelanges Kritisieren führt zu so etwas. Die Enkel haben nie eine besondere Bindung aufgebaut.
    Mittlere Tochter hilft einmal die Woche im Haushalt, das wars. Ist jetzt bald selber Oma. Musste nie mehr Verantwortung übernehmen...war ja immer das Goldkind.
    Söhne von ihr weggezogen.
    Meine Eltern fahren 2-3 die Woche vorbei und wir kommen wenn wir da sind auch immer vorbei. Aber es ist einfach keine herzliche Beziehung da.
    Woher auch?

    • Deine Oma weiß gar nicht, wie gut sie es hat. Da kümmern sich viele leute reichlich. Dass keine große Herzlichkeit vorhanden ist, bedeutet ja nicht, dass sich niemand um sie kümmern würde.

(22) 17.05.19 - 19:08

Hallo,

ich habe da ganz klare Grenzen und das hat wenig damit zu tun, wie mein Verhältnis zu meinen (Schwieger-)Eltern ist.

Zum Beispiel würde ich sie nicht pflegen, das kann ich einfach nicht und dazu zwinge ich mich auch nicht. Im Fall der Fälle müssten sie also in ein Heim. Ich bin außerdem berufstätig und habe ein eigenes Leben. Das würde ich nicht auf den Kopf stellen, mich kaputt machen und aufopfern. Ich finde auch nicht, dass man das von seinen Kindern verlangen kann, nur weil man sie geboren und aufgezogen hat.

Natürlich würden wir die Großeltern weiter besuchen, hier und da helfen, so wie jetzt auch, aber alles in einem Rahmen, bei dem wir als Familie gesund bleiben und noch Zeit für uns haben. Das brauche ich als Kraftquelle auch einfach.

LG

(23) 17.05.19 - 19:47

Hallo, ich wohne viel zu weit entfernt von meiner Herkunfstfamilie, kümmern ist da schwierig.
Meine Schwiegermutter wohnt in der Nähe und hat den Kontaktabbruch selbst verschuldet. Pflege kann sie vergessen.

Gruß Sol

(24) 17.05.19 - 20:33

Meine Schwiegermutter bevorzugt ihre Tochter und deren Kinder dermassen und ihr Sohn (mein Mann) und unsere Kinder (ihre Enkel) werden links liegen gelassen. Ich habe mich lange darüber aufgeregt, habe mich dann aber für folgendes entschieden: Sollte sie im Alter jemals Hilfe benötigen, bekommt sie diese garantiert nicht von uns. Ich verweise sie höflich an ihre bevorzugte Tochter.
Grundsätzlich denke ich, dass alles irgendwie zurück kommt. Bemüht sich die Grossmutter um die Enkel, werden diese ihr später auch helfen, wenn sie mal Hilfe braucht. Wenn eine Grossmutter sich nicht um die Enkel kümmern will, ist das ihr gutes Recht. Sie muss sich aber auch im Klaren sein, dass sie irgendwann nicht mehr so selbständig sein wird wie heute und sie dann auch nichts erwarten darf.

(25) 17.05.19 - 21:51

Ich finde schon, dass man ein Stück wieder zurück geben sollte, was uns unsere Eltern gegeben haben. Auch sie haben auf vieles verzichtet und gegebenenfalls ein härteres leben geführt, eben weil sie uns hatten. Warum sollte man, wenn die Beziehung intakt ist, nicht etwas zurück geben? Natürlich ist das gewiss nicht einfach und vielleicht kann es auch nicht jeder, das ist aber jedem selbst überlassen.
Bei uns werde ich meine Eltern übernehmen, wenn es soweit ist, das sie nicht mehr können. Noch sind sie recht „jung“ und noch fit. Aber meine Geschwister und ich haben uns da schon abgesprochen, um irgendwann einfach vorbereitet zu sein. Da ich selbstständig bin und recht gut verdiene und daher auch nicht länger als 6 Stunden täglich arbeite, werde ich den größten Part übernehmen. Wir haben auch den Platz. Meine Geschwister sind dafür bereit zu unterstützen, wenn wir z.b mal im Urlaub sind oder ich mal nicht kann oder auch mal für Arztbesuch etc. Verdienstausfälle würden mir alle 3 anteilig bezahlen, bzw. Bist zu meinen Regelsatz aufstocken, damit mir keine finanziellen Nachteile drohen. Sollte es zum Pflegefall kommen, denken wir über einen ambulanten Pflegedienst nach, der neben unserem Anteil den Rest macht... so der Plan bisher. Mein Mann findet das vollkommen ok so.
Bei meinen Schwiegereltern wird mein Schwager den „Hauptanteil“ übernehmen, da er seit über 20 Jahren, mietfrei in ihrer Anliegerwohnung lebt und sie 60 km von uns entfernt sind, es für uns also im Alltag umständlicher ist, als für ihn. Außerdem haben wir noch kleine Kinder, eins unter drei und sein Sohn ist bereits 23... mein Schwager ist eine Ecke älter, als mein Mann. Da werden wir dann am Rande mithelfen. Da seine Frau sowieso Hausfrau ist und seit der Geburt meines Neffen nicht arbeitet, hat sie auch die Zeit sich um meine Schwiegereltern zu kümmern.
Meine Schwiegereltern sind mittlerweile über 70 und man merkt, dass sie so langsam. Ich mehr können. Wir fahren alle zwei Wochen zu ihnen und schauen, was gemacht werden muss. Ich putze vierteljährlich die Fenster und putze das Haus mal gründlich und übernehme die Steuererklärung. Mein Mann mäht den rasen, schneidet die Hecke etc. Meine Schwiegereltern sind nicht die einfachsten Menschen, nörgeln ständig rum und gerade meine Schwiegermutter ist sehr übergriffig. Dennoch unterstütze ich sie, wo ich kann. Sie war meinem Mann eine liebevolle Mutter, die für ihn auf so einiges verzichtet hat. Sie hat sich nie beklagt und auch für unsere Kinder hat sie reges und liebevolles Interesse, auch wenn sie gern mal über das Ziel hinausschießt und nicht immer mit unseren modernen Erziehungsmethoden einverstanden ist. Ich nehme beide wie sie sind, das ist für mich kein Grund sie nicht zu unterstützen. Dabei haben sie meinem Schwager z.b schon immer alles in den Allerwertesten geschoben, während wir nie etwas bekommen haben. Wollten wir auch nie, ist auch ein anderes Thema. Aber deshalb darf er dann auch jetzt die intensivere Arbeit leisten, was ihm nicht so ganz schmeckt, aber wer das Fleisch frisst, muss auch die Knochen entsorgen oder, wie heißt es so schön. Ich weiß zwar, dass es meinen Schwiegereltern lieber wäre, wenn wir sie versorgen, sie kommen mit meiner Schwägerin nicht gut klar, aber so ist es nun einmal.
Das ist der grobe Plan. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Aber ich bin davon überzeugt, das Familie mehr ist, als nur ein angeborener Titel. Mir ist meine Familie sehr wichtig, selbst meine Tante und mein Onkel, die leider kinderlos blieben und jetzt schon älter sind, werden von uns unterstützt. Auch da schaue ich regelmäßig vorbei und sehe nach dem rechten. Erledige Papierkram oder was sonst so anfällt. Finde ich völlig normal, dass man sich unterstützt, wenn man kann. Natürlich Ist es manchmal etwas anstrengend, aber man bekommt auch immer was zurück. Wenn ich mal in Not bin und nicht weiß wohin mit meinen Kindern oder etwas brauche, sind alle da und helfen oder packen mit an. Ich brauche mir keine Gedanken machen, wie ich was machen soll, weil ich weiß, dass ich auf meine Familie zählen kann. Ich denke, man bekommt immer wieder etwas zurück...

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