Emanzipation ist schlecht....?

    • (1) 19.05.19 - 07:35

      Vorweg, mir ist jetzt spontan kein besserer Titel eingefallen...
      Und es wird lang werden.

      In einem anderen Unterforum ist gerade eine rege Diskussion über die Kinder-Krippe am laufen. Das driftet gerade in Richtung Mama gehört zum Kind früher war alles besser ab. Um dort nicht alles zu sprengen wollte ich hier mal aus reinem Interesse fragen wie es bei euch läuft und wie ihr das seht.

      Zu uns: wir sind nicht verheiratet, beide 27, unser Sohn ist jetzt 13 Monate. Wir leben in einem Einfamilienhaus mit meinen Eltern. Es gibt getrennte Wohneinheiten, aber natürlich verbringen wir sehr viel Zeit miteinander und der Garten wird auch geteilt. Wir wechseln uns mit dem Kochen ab, greifen uns auch beim Wäsche waschen mal unter die Arme. Meine Eltern passen natürlich auch mal auf den Zwerg auf, damit wir was alleine unternehmen können. Es läuft größtenteils harmonisch.
      Ich bin noch bis zum zweiten Geburtstag in Karenz. Geld habe ich nur 1 Jahr bekommen und halt die Hälfte zur Seite gelegt.

      So... Ich bin gerne so lange Zuhause, werde auch erstmal nur Teilzeit arbeiten wenn ich nächstes Jahr wieder einsteige. Geplant bis zum Schuleintritt dann wieder Ganztags (gehe in Elternteilzeit).
      Wir nehmen bewusst einige (kleine) Einschränkungen in Kauf, damit ich eben beim Zwerg sein kann.

      Aussage anderes Forum: Früher konnten es sich Familien leisten wenn nur der Mann arbeiten ging. Die Kinder waren bei der Mutter denen ging es gut.

      Ich kenne das so nicht. Wenn ich in der Generation meiner Großmutter rumfrage MUSSTEN beide arbeiten gehen, sonst wären alle "verhungert". Meine Mutter blieb damals länger zuhause, allerdings stand sie damals schon ziemlich alleine da. Alle anderen gingen gleich wieder arbeiten.


      Wie ist das bei euch?
      Seid ihr gerne daheim?
      Wollt ihr gleich wieder arbeiten, oder müsst ihr?
      Würdet ihr etwas anderes machen wenn ihr finanziell auf nichts achten müsstet?

      An die ältere Generation, wie habt ihr das gemacht?
      Wer hat die Kinder betreut wenn ihr arbeiten wart?
      Würdet ihr es wieder so machen?

      • (2) 19.05.19 - 07:56

        Meine Mutter musste wieder arbeiten gehen als ich 3 Monate alt war. Da wir hier keine Familie haben (Ich bin die erste aus der Familie, die in Deutschland geboren wurde), kam ich zu einer Tagesmutter.

        Bei meinem Sohn ging ich nach 10 Wochen (er kam 15 Tage vor Termin) wieder arbeiten, 2 Tage die Woche. In der Zeit betreuten der Papa und die Schwiegereltern im Wechsel das Kind. Mit knapp 17 Monaten ging er dann halbtags in die Kita.

        Meine Tochter kam eine Woche vor Termin, ich hab also 9 Wochen nach der Geburt angefangen zu arbeiten. Diesmal arbeite ich täglich 3 Stunden, im Home Office. Die kleine wird mit 16 Monaten in die Kita kommen.

        Wir könnten mit dem Gehalt meines Mannes leben, zwar mit Einschränkungen, aber es würde gehen. Nun will ich mich aber nicht abhängig machen. Ich arbeite bis sie zwei ist nur 15 Stunden und erhalte Elterngeld plus. Danach arbeite ich für 1 Jahr 25 Stunden und gehe dann wieder auf meine regulären 30 Stunden.

        Die Kinder brauchen, meiner Meinung nach, den regelmäßigen Kontakt zu anderen Kindern. Mein Sohn liebt es in die Kita zu gehen. In der Zeit wo er in der Kita gespielt hat, habe ich den Haushalt gemacht, war einkaufen und hab gearbeitet. Ich hatte also mehr Zeit für ihn, weil ich das eben nicht machen musste, während er allein hier zu Hause hockt.

        Und mich füllt das nicht aus, nur Mutter sein. Ich brauche die Arbeit auch für mich. Nur weil ich nun Kinder habe, bin ich als Mensch ja nicht weg 🤷‍♀️

        (3) 19.05.19 - 07:58

        Eine ganz schwere Frage :-) bzw so viele Fragen. Ich fang mal an :-)

        Ich war 1 Jahr daheim und arbeite vollzeit. Dazu muss man sagen, dass ich die Nachmittage home-office mit komplett flexibler Arbeitszeit machen kann.
        Das ist mir wichtig. Wenn Maus aus der Krippe kommt ist ihre Zeit.
        Warum ich vollzeit arbeite:
        Preisleistungsverhältnis.
        - ich würde in Teilzeit im Verhältnis mehr arbeiten
        - Rente
        - Lebensstil wollen wir halten
        - verdiene mehr als mein Mann
        - wollen für Nr 2 und die 2. EZ sparen
        - Krippenabholzeiten sind so, dass ich entweder drastisch reduzieren müsste, um sie zum Mittagessen und Mittagschlaf zu holen, oder zwar weniger arbeiten würde aber sie genau so lange in Betreuung wäre

        Wie regeln wir die Betreuung?
        100% Krippe
        Sie ist dort glücklich, hat ihre Bezugspersonen und wird nicht von Kiga zu Oma zu Tante zu Babysitter geschoben.
        Für uns die richtige Lösung.

        • (4) 19.05.19 - 10:05

          Wenn man von der „guten alten Zeit“ spricht finde ich das meist problematisch. Als wir mal wieder von entfernten Verwandten bemitleidet wurden, dass ich arbeiten muss, da haben mein Opa und mein Papa das hübsch erklärt:
          Meine Opa sah die Kinder nur am Sonntag und nach Feierabend, ab 18 Uhr. Meine Oma stand frühs um spätestens 5.30 auf und heizte schonmal. Während die Kinder schliefen stand sie in der Waschküche. Wenns doof lief sind sie aufgewacht und haben geweint... zum Einkaufen (zu Fuss) mussten sie jeden Tag mit und schließlich helfen. Während sie putze mussten die älteren mit den kleinen Kindern spazieren gehen. Viel Spiel fand unter der Nähmaschine, auf dem Küchenboden oder eben auch im Laufstall statt. Hätte mein Opa seine Arbeit verloren, dann wäre das der Bankrott der Familie gewesen. Gespart wurde aber trotzdem überall. Viele Frauen in der Familie waren des Krieges wegen Alleinerziehend, einige steckten in unglücklichen Ehen mit gewalttätigen Männern, vom Krieg traumatisiert.
          Klar, die andere Seite meiner Family wuchs mit Köchin, Dienstmagd und Kindermädchen auf...und mit unterschiedlich engagierten Eltern. Das war aber der weit kleinere Teil der Gesellschaft.

          So viel zur guten alten Zeit :-)

        • (5) 19.05.19 - 10:30

          Dem ist nichts hinzuzufügen. Bei uns das gleiche. Die Argumente lasse ich genauso stehen, akzeptiere aber jeden der es anders will. Leben und leben lassen. Aber bitte auch uns Vollzeit-arbeitenden Mütter!! ;)

      (6) 19.05.19 - 07:59

      Meine Oma hat, bis auf Mutterschutz und Wochenbett, durchgearbeitet, meine Mutter ist nach dem Elterngeld wieder arbeiten gegangen.
      Ich bin sogar nach 10 Monaten wieder arbeiten gegangen.
      Alles aus finanziellen Gründen.
      Hätte und könnte ich so, wie ich wollte:
      Ich wäre maximal bis zum 3. Lebensjahr zuhause, ABER ich würde in Krabbelgruppen, Spieletreffs etc gehen, damit mein Zwerg soziale Kontakte hat und dementsprechend früh soziale Kompetenzen erlangt.
      Nur und ausschließlich zuhause und mit Erwachsenen, halte ich für vollkommen falsch.
      Dementsprechend fand ich jetzt nicht allzu schlimm, dass er schon früh in die Kita geht, es sind ja nur wenige Stunden - ich arbeite in Teilzeit.

      Ich hoffe, ich hab die Frage überhaupt richtig verstanden, bin noch sooo müde 🙈🤭

    • (7) 19.05.19 - 08:16
      Jedem das seine

      Guten Morgen.
      Prinzipiell finde ich jeder sollte das so machen wie es ihm gefällt.

      Ich gehe seit mein Kind 2 ist halbtags arbeiten. Es geht bis maximal 14.00 in den Kindergarten. Ich hätte es mit einem Jahr noch nicht abgeben wollen. Da war es noch zu sehr mein Baby 😅
      Kenner aber viele die es so gemacht haben und glücklich damit sind,das stört mich auch nicht. Unterschiede zwischen meinem Kind und deren Kindern konnte ich bis jetzt nicht feststellen.


      Bei mir waren meine Mutter tatsächlich bis fast zur Grundschule daheim. Irgendwann hat sie angefangen nachts zu arbeiten.

      Meine Großeltern hatten eine Wirtschaft. Meine Oma ist im Grunde von Anfang an wieder arbeiten.
      Meine Mutter war einfach mit dabei.

      Meine Urgroßmutter musste während ihr Mann im Krieg war arbeiten um die 5 Kinder zu ernähren. Die älteste Schwester hat die jüngeren gehütet.
      Bei einer anderen hat die Großmutter aufgepasst.

      LG

      (8) 19.05.19 - 08:21

      Bei meinen Eltern war es vor 30 Jahren so dass meine Mutter nach ca einem halben Jahr wieder arbeiten ging. Sie machte Nachtschichten in Teilzeit und mein Vater arbeitete tagsüber Vollzeit. Außerdem wohnten die Großeltern direkt im Haus nebenan. Die anderen Großeltern wohnten im Ort in dem meine Mutter arbeitete. Ich glaube finanziell wäre es auch gegangen dass meine Mutter zuhause bleibt, aber dann eben mit Einschränkungen. Das Haus war zwar abbezahlt bzw seit Jahren im Familienbesitz, aber wir waren jedes Jahr zusammen im Urlaub, unterhielten zwei Autos (in unserer ländlichen Region gar nicht anders möglich und haben auch gerne mal was unternommen was etwas Geld kostete.
      Ich wurde zuhause von meinem Vater betreut während meine Mutter arbeiten war. Mit 3 Jahren ging ich dann ganz normal in den Kindergarten.

      Mein Sohn ist jetzt 5 Monate alt und ich werde wieder arbeiten gehen sobald er etwas älter als ein Jahr ist. Dann kommt er in die Krippe, die hier Teil des örtlichen (kirchlichen) Kindergartens ist. Wenn er dann 3 Jahre alt ist wird er ohne weitere Eingewöhnung in den Kindergarten „umgesiedelt“, die anderen Kinder, die Betreuerinnen und die Ungebung kennt er dann schon.
      Wir haben gar nicht genau nachgerechnet, aber vermutlich könnten wir es uns gerade so leisten dass ich länger zuhause bleiben könnte. Ich beziehe das „normale“ Elterngeld über 12 Monate. Wir haben aber eine Baufinanzierung abzubezahlen (ca 1.000 Euro monatlich) und möchten gerne unseren Lebensstandard so weit halten dass wir uns mal was leisten können; Essen gehen, Kino, Ausflüge als Familie, Familienurlaube oder uns natürlich auch mal was für unseren Sohn leisten. Außerdem haben auch wir zwei Autos die unterhalten werden wollen, genau so wie das Haus (Versicherungen etc).

      In unserer Krippe gibt es zwei Modelle: verlängerte Öffnungszeit bis 14 Uhr (das werden wir machen) und Ganztagesbetrieb bis 17 Uhr. Ich werde entsprechend dann 40% bis 50% arbeiten. Wir denken dass er von der Krippe profitiert, und wenn ich ihn zwischen 13 und 14 Uhr abhole haben wir auch noch ausreichend Zeit als Familie. Ich sehe da nichts schlechtes dran.

      Wenn wir es uns leisten könnten ohne uns dadurch einzuschränken würde ich gerne zwei oder drei Jahre bei ihm zuhause bleiben.

      (9) 19.05.19 - 08:21

      Meine Mutter war als Hausfrau lange zu Hause und Unglücklich. Jetzt mit 70 arbeitet sie immer noch zwei halbe Tage, genießt ihre Rente und Unabhängigkeit
      Vater ist noch vom alten Schlag und macht im Haushalt keinen Finger krumm. Trotzdem hat er mich und meine Schwester sehr emanzipiert erzogen. Wir können Bohrmaschine und Co bedienen, Öl nachfüllen, Reifen wechseln, Mauern etc.
      Achtete auf die Ausbildung

      Meine Großmütter mussten arbeiten. Meine Urgroßmütter auch. Krieg, Inflation, arme Region, Landwirtschaft da blieb einem nichts anderes übrig.
      Meine Uroma ist in den 20ern sogar den ganzen Sommer über als Dienstmädchen in die Kreisstadt gegangen. Kaum Freie Tage, nur Kost und Trinkgeld, wochenlang die eigenen Kinder nicht gesehen. Den einen Sommer hatte sie Stoff bekommen. Musste ein teurer sein. War ein Webfehler drinnen. Ihre Kinder waren angezogen

      Er Arbeitet und die Frau kümmert sich um den Haushalt und Kinder gab es schon immer selten. Früher war die Hausarbeit viel aufwändiger und die Kinder liefen ehr nebenbei trotz Vollzeitmama.

      (10) 19.05.19 - 08:25

      Ich war 18 als mein Sohn geboren wurde, hab dann mein Abi gemacht und studiert.
      Mein Sohn war quasi ab Geburt tagsüber bei einer Tagesmutter, als ich dann studiert habe, war er 1 Jahr und ging in die Kita.
      Da ich oft bis 18.00 Praktika hatte, blieb er nach der Kita noch bei einer Tagesmutter.
      Ich hab ihn dann spätestens gegen 20.00 dort abgeholt.
      Nach dem Studium, da war er 6, und ich fing den ersten Job an, war er nach der Schule im Hort, der ging bis 17.30.
      Danach ging er selbst nach Hause, und musste noch 1 Stunde allein bleiben, bis ich dann gegen 19.00 da war.
      Ich habe zwar mit 20 meinen ersten Mann kennen gelernt, aber auf die Idee dass einer von uns zeitweise nicht arbeitet, sind wir nicht gekommen.
      Wir brauchten das Geld.
      Meine Eltern haben auch immer beide gearbeitet, ich habe noch 2 Geschwister und länger als 8 Wochen war meine Mutter nicht zu Hause.
      Sie war Ärztin und ihr Beruf auch ein Stück Berufung.
      Außerdem war klar, dass Kinder nun Mal Geld kosten und die Finanzierung Aufgabe beider Eltern ist.
      So haben meine Eltern es gesehen und uns vorgelebt.
      Wir waren durch eine Kinderfrau betreut

      (11) 19.05.19 - 08:31

      Ich bin zuhause und bleibe auch zuhause, bis beide Kinder mit 3 Jahren in den Kindergarten kommen.

      Für meinen Mann und mich war das sofort klar. Meine gründe: ich habe zuvor in Kiga und Krippe gearbeitet, klar ich weiß, den Kindern geht's da gut. Aber man verpasst eben einiges vom Kind, sie entwickeln sich so schnell und ich will davon eben nichts verpassen!
      Die Gründe meines mannes: er kennt es von seiner Kindheit nicht anders, er und sein Bruder kamen auch er mit 3 in die fremdbetreuung und er findet es besser, wenn unsere Kinder die ersten drei Jahre zuhause sein können.

      Mein Mann hat mich aber nicht dazu gedrängt. Und wir haben kein Problem damit, dass wir uns in dieser Zeit eben nicht so viel leisten können. Wir sparen wirklich an jedem Ende, aber sind dennoch glücklich.
      Meine Söhne sind nun 21 Monate und 8 Monate alt, ich habe die Entscheidung noch nicht bereut und genieße die Zeit, auch wenn sie phasenweise sehr anstrengend ist. Mir gibt keiner diese intensive Zeit zurück, ich will sie jetzt genießen. Arbeiten kann ich auch später noch.

      Wenn sie in den Kiga gehen, wird das halbtags sein, dementsprechend werde ich nur in Teilzeit arbeiten, ebenso, wenn sie dann in die Grundschule gehen. Wir haben Berufe der Mittelschicht, wir sind nicht reich. Aber wir sehen das nicht dramatisch an, wir sind zufrieden mit dem, was wir haben.

      (12) 19.05.19 - 08:33

      Oohh, eine ähnliche Diskussion führe ich derzeit mit meinen Eltern 🙈
      Meine Tochter ist jetzt sechseinhalb Monate alt und es war von Anfang an klar, das ich nach einem Jahr wieder Teilzeit arbeiten gehe. Mein Mann verdient 1. nicht genug um für mich eine längere Auszeit zu gewähren (bei annähernd gleichem Lebensstil) und 2. möchte ich mich tatsächlich nicht so abhängig machen von ihm. Ich verdiene gerne mein eigenes Geld und von Elterngeldplus hätte ich nicht leben können, hätte ständig meinen Mann um Geld bitten müssen und das wollte ich so alles nicht.

      Nun gehe ich seit Anfang Mai wieder ein paar Stunden die Woche arbeiten und meine Eltern passen auf die Kleine auf. Zuerst hatten wir keine Betreuung für November bekommen, so das meine Eltern sich bereit erklärten, auch dann wie Betreuung unserer Tochter zu übernehmen. Jetzt haben wir kurzfristig doch einen Platz in der KiTa bekommen und mein Papa ist regelrecht ausgeflippt! 😱 Seiner Meinung nach gehört so ein kleines Kind nicht in Fremdbetreuung und es fiel der typische Satz "früher hat das auch alles geklappt!".

      Als ich geboren wurde, gab es noch kein Erziehungsgeld. Mein Vater war über 10 Jahre Alleinverdiener und meine Eltern hatten für uns vier ein kleines Haus gebaut. Es waren, so weiß ich im Nachhinein, oft finanzielle Schwierigkeiten da und Urlaub gab es nie! Ausflüge auch so gut wie gar nicht, ich kann mich an genau drei Familienausflüge erinnern!
      Er meint halt, man müsse sich eben einschränken wenn Kinder da sind, das ist normal. Es kamen auch schon so Sätze wie "wenn man ein Jahr nach der Geburt wieder arbeiten gehen will, dann braucht man gar keine Kinder kriegen!" 🙄 Er ist unfassbar verbohrt was sowas angeht und hängt gedanklich in den 80er fest.
      Ich freue mich aber, wenn meine Tochter ab 1 Jahr in die KiTa geht und Kontakt zu Gleichaltrigen knüpfen kann. Ich denke sie kann davon viel profitieren und, ich muss ganz ehrlich sein, ich freue mich auch finanziell wieder besser dagestellt zu sein, denn mein Elterngeld reicht mir vorne und hinten nicht. Ich möchte mich tatsächlich von meinem Mann finanziell emanzipieren.

      Ich gönne es jedem, der 3 Jahre oder mehr zu Hause bleiben kann! Würde mein Mann entsprechend verdienen, würde ich natürlich liebend gerne noch Zeit mit meinem kleinen Schatz verbringen, denn ich bin sehr gerne bei ihr zu Hause! Und auch wenn ich tatsächlich gerne arbeiten gehe, ist Zeit mit dem eigenen Kind verbringen natürlich wichtiger und schöner 😉 Mehr als 2 Jahre würde ich aber nicht aussetzen, egal was finanziell rein kommt.

      • (13) 19.05.19 - 09:02

        Das passt aber nicht. Dein Elterngeld reicht dir nicht, aber wenn dein Mann mehr verdienen würde würdest du es tun, da nn aber dich wieder nicht weil du dich emanzipieren willst? Du musst deinen Mann um Geld bitten? Du versorgst ger asde sein Kind, bezahlt er dich nicht dafür dass du seinen Anteil daran übernimmst? Sorry diese denke ist mir völlig unverständlich und hat mit 'eine Familie sein nix zu tun.

        • (14) 19.05.19 - 09:26

          Die TE fragte, ob wir etwas anders machen würden, wenn die Grundbedingungen anders wären. Ein Gedankenspiel... Und ja, ich würde zwei Jahre zu Hause bleiben, wenn es finanziell bei uns anders aussehen würde! Wenn mein Mann so viel Geld nach Hause bringen würde, das wir nicht drauf achten müssten, dann würde ich mir zwei Jahre Auszeit gönnen. Dann könnte er meinen finanziellen Verlust durch die Elternzeit auffangen und ich hätte kein schlechtes Gewissen, ihn für alles alleine aufkommen zu lassen. Würde ich im Lotto gewinnen, könnte er ja genauso seinen Job hinschmeißen, wenn er das will. Für mich ist und bleibt es aber ein Gedankenspiel. Nach dem Motto "was würdest du machen, wenn genug Geld da ist?".

          Und nein, mein Mann "bezahlt" mich nicht dafür, das ich SEIN Kind versorge! Ich bin nämlich kein Kindermädchen sondern die Mutter, ich versorge MEIN Kind gerne ohne mich dafür bezahlen zu lassen 😉
          Mein Mann übernimmt dafür andere finanzielle Pflichten rund um Haushalt und Co während meiner Elternzeit, und das finde ich selber blöd, kann es aber derzeit nicht ändern. Und genau hier setzt doch der Punkt der Emanzipation an! Frauen wollen immer unabhängig sein und Gleichberechtigung, aber wenn sie die große Aufgabe gemeistert haben, ein Kind geboren zu haben, dann kann der Mann jahrelang den Versorger spielen und für alles alleine aufkommen. Genau diese Denke passt für mich halt nicht zusammen! Wenn ich mich emanzipieren möchte, dann nicht nur in den Bereichen wo es mir in den Kram passt, so denke ich halt, und wenn du anders denkst, dann ist das vollkommen in Ordnung so! 😊
          Mein Mann und ich haben ein Haushaltskonto und dazu noch jeder unser eigenes Konto. Es wird nicht alles in einen Topf geschmissen, wir teilen gerecht auf und jeder kann mit seinem restlichen Geld machen was er will. Ich weiß, es gibt viele Haushalte wo es anders gehandhabt wird, aber wir kommen mit dieser Regelung gut zurecht. Musst du ja nicht nachvollziehen können.

          • (15) 19.05.19 - 09:47

            Für mich heißt Emanzipation erst mal dass-es nicht MEIN Kind ist sondern UNSER Kind und dass dem Mann erst mal 50 % der Rechte und Pflichten zuteil sind. Gelebte Emanzipation hieße dass Frau nur 50 % daheim bleibt und der Mann auch. Du übernimmst gerade unentgeltlich 50% seiner Pflichten und verzichtest dafür auf Lohn. Dass du das machst weil du es gerne tust hat nichts damit zu tun dass es dein finanzieller Nachteil sein darf.

            • (16) 19.05.19 - 11:47

              Ich habe MEIN und SEIN Kind geschrieben, weil ich deine Worte verwenden wollte. Du schreibst "bezahlt dein Mann dich nicht dafür, das du sein Kind erziehst?". Sorry, aber so eine Aussage geht für mich nun mal komplett am Thema Emanzipation vorbei! 🤷‍♀️
              Es ist UNSER Kind, wir erziehen es gemeinsam. Wir vermitteln gemeinsam Werte und Normen. Das empfinde ich als wichtiger, als mich von meinem Mann für die Erziehung UNSERES Kindes bezahlen zu lassen.
              Und im übrigen teilen wir das Kindergeld nicht durch zwei, das nutze ich alleine um die wichtigsten Anschaffungen für unser Kind zu tätigen. Mein Mann leistet ähnlich viel Erziehungsarbeit wie ich, wenn auch leider nur nach Feierabend oder am Wochenende. Stünde ihm dann nicht fairer Weise auch Anteil vom Kindergeld zu? 🤔

              • (17) 19.05.19 - 12:05

                Die Frage war mit Absicht so überspitzt. Und genau, wem steht das Kindergeld zu? Deswegen finde ich dieses getrennte Kassen und Gemeinschaftskasse immer ungerecht und nicht emanzipiert. Man kann nicht aufrechnen wer wieviel bezahlte und unbezahlte Arbeit macht, deswegen sollte es Familiengeld geben und Punkt.

                • (18) 19.05.19 - 12:15

                  Es gibt ja Familiengeld, wir geben beide den gleichen Anteil in die Familienkasse und davon wird das tägliche Leben bezahlt. Was der Einzelne dann zusätzlich erwirtschaftet, das steht ihm alleine zu.
                  Und das Kindergeld steht streng genommen meinem Kind zu. Ich verwalte es, schaffe Dinge wie Windeln usw davon an, und spare den Rest für später.
                  Emanzipation heißt eben nicht, einer schafft das Geld herbei und der andere gibt es aus, Punkt.

    (19) 19.05.19 - 08:44

    Jedes Land und jede Region hat da seine eigene Geschichte.
    In manchen war und ist es üblich, dass Mütter die Kindererziehung übernehmen. Aber es gibt auch echt Horrorstories. Früher gab es sogar in Deutschland teilweise Krippen, bei denen das Kind 5 Werttage verbrachte und nur am Wochenende bei den Eltern war. In China verlassen viele Mütter ihre Kinder, bevor diese ein Jahr alt sind, da sie in die Stadt ziehen müssen um Geld zu verdienen, in den USA gibt es viele Kitas mit 24h-Service...

    Für mich macht die Emanzipation hier vor allem eines: psychischen Druck. Denn selbst wer den finanziellen Druck nicht hat, muss sich ja einiges anhören, wenn er "nur" Hausfrau sein möchte.

    Es ist aus wissenschaftlicher Sicht zweifelsfrei klar, dass Krippe also Fremdbetreeung für Kinder unter 3 Jahren nicht sinnvoll ist. Das ist es NUR, wenn diese Kinder zuhause keine Betreuung oder Gewalt erfahren und auch dann NUR, wenn die Einrichtung sehr gut ist und gewisse Standards erfüllt (was auf 10% der Kitas in Deutschland zutrifft).

    Also nein, wenn ich die Wahl haben und es finanziell und für unser Wohlergehen als Familie tragbar ist, würde ich Fremdbetreuung immer erst ab 3 Jahren in Erwägung ziehen.

    • (20) 19.05.19 - 09:18

      Woher hast du denn diese wissenschaftlichen Erkenntnisse? Würde ich ja gerne Mal wissen, wo man das nachlesen kann. Ich finde diese ganze Diskussion auch in dem anderen Thread, den die TE angesprochen hat einfach nur bescheuert. Als ob man pauschal sagen könnte, was für jedes Kind das Allerbeste ist. Als ob es nicht bei jedem einzelnen zig Faktoren gibt die Einfluss haben, ob ein Kind behütet aufwächst, soziale Kompetenz erlangt, eine liebevolle, aber stringente Erziehung genießt, psychisch ausgeglichen wird und auch von Menschen aufgezogen wird, die diese Kriterien auch noch selbst erfüllen. Wenn eine Mama das Bedürfnis und auch die Möglichkeit hat, solange sie möchte Zuhause zu bleiben und ihr Kind aufzuziehen, ist das vollkommen richtig und wunderbar. Sich hier aber als Übermutter darzustellen, die lieber hungern würde, als einen kostbaren, unwiederbringlichen Moment mit dem heiligen Sprössling zu verpassen und die Moralkeule zu schwingen, um sich anderen überlegen zu fühlen, ist einfach nur armselig. Damit meine ich nicht dich, sondern z. B. die TE des anderen Thread, die sich über arbeitende Mamas echauviert. Diese Frauen haben überhaupt kein Recht, in irgendeiner Weise über andere zu urteilen. Man könnte Mamas, die drei Jahre Zuhause bleiben genauso gut vorwerfen, sich lieber einen faulen Lenz zu machen, lieber schön mit ihren Freundinnen täglich ein Kaffeekränzchen zu zelebrieren und ihre Kinder als Grund vorschieben, um nicht arbeiten gehen zu müssen. Dieser Vorwurf ist genauso an den Haaren herbeigezogen, wie der, dass einer arbeitende Mama ihr Kind nicht wichtig genug ist und sie ihr Kind nur abschieben will. Als ob die Eigenbetreuung ein Garant für eine glückliche Kindheit ist. Wie gesagt, diese Diskussion ist in meinen Augen nur noch armselig

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