Emanzipation ist schlecht....? Seite: 2

            • (35) 19.05.19 - 11:40

              Ich habe mir jetzt die Zusammenfassungen von 2 der Studien angeschaut, auf die dieses 'Infomationsblatt' verweist: Die haben aber mal gar nix mit der im 'Informationsblatt' aufgeführten Zusammenfassung zu tun und kommen zu anderen Schlussfolgerungen.

              Das erinnert mich an die Publikationen der AfD zum Klimawandel. Picke dir 3 Zeilen aus einer Studie, packe sie in einen anderen Kontext, verschweige den Rest der dir nicht in den Kram passt und präsentiere das als wissenschaftlich.

              Grüsse
              BiDi

              • (36) 19.05.19 - 11:54
                Und.was.ist.das.Erge

                Danke für deine Mühe! Mich würde das Ergebnis auch interessieren

                • Dann versuch' ich es mal - wie gesagt, ich habe nicht alle gelesen.

                  Studie 1)
                  Baker M., Gruber J., Milligan K. (2008), Universal Child Care, Maternal Labor Supply, and Family Well‐Being, Journal of Political Economy
                  Ja, die finden ausserhäusische Kinderbetreuung scheisse. Allerdings sind die Autoren samt und sonders Wirtschaftswissenschaftler und Grundlage ihrer Ausführungen ist die Einführung eines steuerfinanzierten Kinderbetreuungssystems in Quebec. Alle Daten, die sie zur Untermauerung ihrer Thesen anführen, sind immer Quebec im Vergleich zum Rest von Kanada. Allerdings waren nicht mal die Hälfte der Quebecer Kinder tatsächlich in Betreuungseinrichtungen untergebracht...

                  Studie 2)
                  NICHD Study of Early Child Care
                  Im Grunde genommen sagt die Studie, das es immer auf die Qualität der Betreuung ankommt, ob die Kinder im sprachlichen oder kognitiven Bereich Vor- oder Nachteile gegenüber zuhause betreuten Kindern haben.

                  Studie 3)
                  Ahnert L. et al. (2000), Shared caregiving: Comparison between home and childcare settings
                  Da wurde untersucht, wer dem Kind wieviel Aufmerksamkeit schenkt. Kinderbetreuer in Einrichtungen weniger, dafür schenken die Mütter der fremdbetreuten Kinder ihnen zuhause mehr Aufmerksamkeit, als Mütter die ihre Kinder zuhause betreuen.
                  Von der einen Autorin gibt es auch ein Interview zum Thema Fremdbetreuung:
                  https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69407397.html

                  Studie 4)
                  Averdijk M., Besemer S., Eisner M. et al. (2011), The relationship between childcare and problem behaviour in Switzerland.
                  Die betrachten die Schweiz und weisen ausdrücklich darauf hin das man nationale Untersuchungen womöglich nicht übertragen kann. Schwedische Untersuchungen weisen z.B. bei Kindern in Kinderbetreuungseinrichtungen Vorteile aus, während in Texas das Gegenteil der Fall ist.

                  Die ganzen Links, die sich auf 'www.fuerkinder.org' beziehen, habe ich nicht gelesen. Der Verein verschreibt sich ganz dem traditionellen Familienmodell - ich denke nicht, das sich da objektive Studien finden.

                  Grüsse
                  BiDi

                  • (38) 19.05.19 - 17:30
                    Und.was.ist.das.Erge

                    Nochmal danke. Also mal wieder viel Studie für wenig Erkenntnis. Schade :) Habe auch schon viele Studien gelesen. Mitgenommen habe ich die sehr pauschalisierte, vage wie komplett vereinfachte Erkenntnis: Früh fremdbetreute Kinder sind asozial aber erfolgreich. Irgendwie ein logischnachvollziehbarer Zusammenhang. Wer sich nicht um die Belange anderer kümmert , findet für sich den besten Weg.

                    Nun wünsche ich meinem Kind, dass es glücklich ist. Ob es das ist, wenn es erfolgreich und asozial ist oder aber sozial und erfolglos.... wenn ich mir diese Diskussionen durchlese denke ich, dass keiner der beiden Wege ein Patenrezept enthalten ;)

              (39) 19.05.19 - 17:16

              Der Vergleich mit der AFD passt perfekt, genauso arbeiten die nämlich. Und die Gesinnung ist auch die gleiche

        (40) 19.05.19 - 10:30

        Zumindest ist es kein echter Grund der für eine Krippenbetreuung spricht

        • (41) 19.05.19 - 10:56

          Und was ist mit all den anderen Gründen, die individuell für eine Krippenbetreuung sprechen können? Hälst du dich jetzt für ne bessere Mutter, weil du zuhause bleibst? fühlst du dich den arbeitenden Müttern überlegen?

          • (42) 19.05.19 - 12:07

            Nein natürlich gibt es andere Gründe die für eine Familie dafür sprechen. Aber da Kinder davon entwicklungstechnisch nicht wirklich profitieren sondern nur momentan im elterlichen Schwanzvergleich vorne sehen, aber langfristig die spät in den Kindergarten gehenden locker bis zur Einschulung aufholen ist dieser Punkt eben keiner,

            • (43) 19.05.19 - 12:14

              Es ist doch wunderbar, dass du gerne zuhause bleiben möchtest und die Zeit mit deinem Kind genießen willst. Aber es gibt auch keinen Grund anzunehmen, dass es Kindern in der Kita pauschal schlechter geht. Warum kannst du nicht akzeptieren, dass es mehrere Möglichkeiten gibt und eine nicht schlechter als die andere ist? Wieso willst du dich hier moralisch über andere stellen?

(44) 19.05.19 - 21:58

Ich kopier einfach mal, was ich schon vier anderen Usern schrieb:
"Oft sind die einzelnen Studien kostenpflichtig, die Zusammenführung und Auswertung von diversen Instituten jedoch meist kostenlos und öffentlich erhältlich.

Zuletzt gelesen habe ich davon in dem Buch "Erziehung prägt Gesinnung" von Herbert Renz-Polster. Er beschreibt den Sachverhalt recht ausführlich und zitiert zu der mangelnden Qualität der Betreuungseinrichtungen die NUBBEK-Studie, Forschungsbreicht von 2013 (Hier eine kurze Broschüre dazu http://www.nubbek.de/media/pdf/NUBBEK%20Broschuere.pdf)

Außerdem das Deutsche Jugensinstitut, das den wissenschaftlichen Stand immer wieder neu zusammenträgt uns auswertet. Der Band, auf den er sich bezieht ist dieser:
https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs/Vergriffene_Buecher_Open_Access/Sachverstaendigenkommission%2012Bericht%20Bildung%20Betreuung%20und%20Erziehung

Da kannst du dich weiter durchklicken durch die verschiedenen Quellen. "

Du hast ja schon gesagt, dass du damit die TE und nicht mich meintest, aber ich möchte das nochmal betonen: Ich bewerte nicht, ich informiere nur.
Die Wissenschaft ist so ein mächtiges Werkzeug!! Wir sollten es nutzen. Mir ist es völlig recht, wenn jemand sich informiert, sich Gedanken macht und dann eine Schlussfolgerung zieht, und sei es nun die, dass das Kind mit 9 Monate in die Krippe kommt und mit 6 abgestillt wird oder sonstwas. Jeder hat ja andere Gründe, Prioritäten, Lebensweisen etc.
Aber dieses naive die Augen verschließen, blind der Werbung und dem Angebot vertrauen, was es heute gibt und sich das dann schön reden, dass man ja sicher das beste für sein Kind tut aber keine Ahnung hat... ja das kotzt mich schon an.

  • (45) 21.05.19 - 13:35

    "Die Wissenschaft ist so ein mächtiges Werkzeug!! Wir sollten es nutzen."

    Im Grunde gebe ich dir recht, allerdings finde ich das Thema "Fremdbetreuung" aus wissenschaftlicher Sicht zu betrachten, schwierig! Fremdbetreuung ja oder nein, hat in erster Linie viel damit zu tun, was sich Eltern leisten können oder leisten wollen. Es mag ja nett sein, sich sein Lebensmodell wissenschaftlich untermauern zu können, aber bei all diesen Diskussionen wird ein wesentlicher und unglaublich wichtiger Punkt ausser Acht gelassen! Das KIND!

    Ich bin keine Wissenschaftlerin und ich habe dazu auch keine Studien gelesen, weiß auch nicht, ob es sie gibt, ABER ich habe die Erfahrung gemacht, dass ob eine frühe, oder überhaupt eine Fremdbetreuung, schädlich oder förderlich ist, sehr stark vom Charakter des jeweiligen Kindes abhängt!

    Ich habe Kinder erlebt, die dringend die Nähe zu ihren Eltern gebraucht haben und die Krippen-/Kindergartenzeit für sie die reinste Hölle war, ich habe Kinder erlebt, die man nicht früh genug in eine Krippe hätte stecken können. Es gibt sehr schüchterne, schnell überreitzte Kinder, es gibt unglaublich offene, kommunikative Kinder. Was für das eine Kind der richtige Weg ist, ist für das andere Kind die reinste Katastrophe!

    Ich bin 3 Jahre zu Hause geblieben, weil ich es dringend so wollte und wir es uns leisten konnten. Als mein Kind 1 Jahr alt war, habe ich gemerkt, dass er eigentlich in eine Krippe gehört. Er hat regelrecht den Kontakt zu anderen gesucht. Ich war nur noch auf Spielplätzen, Spielgruppen unterwegs um dem noch gerecht zu werden. Habe ständig geschaut, dass er unter so viel Kindern wie möglich ist. MICH hat mein Kind über den Tag garnicht gebraucht, er war zu sehr mit "Weltentdecken" beschäftigt.
    Dieses Verhalten hätte ich garnicht erwartet, weil ich genau das Gegenteil war und das auch mein Grund war, warum ich unbedingt zu Hause bleiben wollte.

    Ich kenne allerdings auch Kinder, die so schüchtern und unsicher sind/waren, dass sie die Krippe oder den Kindergarten als ihre persönliche Hölle erlebt haben. Zu diesen Kindern habe ich auch gehört und bin meinen Eltern heute noch unglaublich dankbar, dass sie einen Weg gefunden haben mich aus dem Kindergarten zu nehmen. Das war damals alles andere als leicht, da meine Eltern auf beide Gehälter angewiesen waren.

    Auch im Kindergarten meines Kindes, habe ich Kinder erlebt, die 3 Jahre lang, fast jeden Morgen ein Problem mit der Trennung hatten und geweint haben, teilweise sogar noch mit 5 Jahren!

    Das Problem ist leider nur, dass die meisten Eltern nicht wirklich die freie Entscheidung haben, sie können nicht allein danach gehen, was wirklich das Beste für ihr Kind ist, sie müssen schließlich auch für das Dach überm Kopf sorgen und das Essen auf dem Teller.

    Keine wissenschaftliche Studie, sollte für die Entscheidung "Fremdbetreuung oder keine Fremdbetreuung" der Ratgeber der Eltern sein, die vor dieser Entscheidung stehen. UND, was mir sehr wichtig ist an dieser Stelle, KEINER hat das Recht andere Eltern für ihre Wahl zu kritisieren, erstrecht nicht mit wissenschaftlichen Studien!

    #winke

(46) 19.05.19 - 09:27

Gib doch bitte mal deine wissenschaftlichen Quellen an.

(49) 19.05.19 - 21:49

Ich habe schon viele Arbeiten und Bücher dazu geblättert, aber weiß das sicher nicht alles auswendig.
Zuletzt gelesen habe ich davon in dem Buch "Erziehung prägt Gesinnung" von Herbert Renz-Polster. Er beschreibt den Sachverhalt recht ausführlich und zitiert zu der mangelnden Qualität der Betreuungseinrichtungen die NUBBEK-Studie, Forschungsbreicht von 2013 (Hier eine kurze Broschüre dazu http://www.nubbek.de/media/pdf/NUBBEK%20Broschuere.pdf)

Außerdem das Deutsche Jugensinstitut, das den wissenschaftlichen Stand immer wieder neu zusammenträgt uns auswertet. Der Band, auf den er sich bezieht ist dieser:
https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs/Vergriffene_Buecher_Open_Access/Sachverstaendigenkommission%2012Bericht%20Bildung%20Betreuung%20und%20Erziehung%20von%20Kindern%20unter%20sechs%20Jahren.pdf

Man kann sich natürlich dann durch einzelne Studien klicken, die Zusammenfassung mehrerer Studien ist aber natürlich viel aussagekräftiger.

(50) 19.05.19 - 08:50

Hallo

ich bin auch gerne zu Hause, vermisse aber auch meinen Job. Trotzdem überlege ich, ob ich nicht noch ein halbes Jahr länger daheim bleibe.
Durch Schichtarbeit muss ich auch nachts arbeiten. So könnten wir die Fremdbetreuung mit den Großeltern noch länger üben gemütlich. Wobei da eher ich die Zeit brauche als die Kleine. 😅

Meine Mutter hat immer schon weniger gearbeitet, da meine Großeltern entfernungsbedingt nicht greifbar waren und sie mich nicht in einen U3 Kindergarten geben wollten.

Meine Eltern sind von ihren Großeltern großgezogen worden, da ihre Eltern arbeiten mussten. Meine Mama ist ein Bauernkind, da gab es das Thema Mutterschutz und Karenz sowieso nicht.

lg lene

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