Immer diese „Guten Ratschläge“

    • (1) 21.05.19 - 18:30

      Hallo ihr lieben,

      ich brauche mal etwas Hilfe, im Bezug darauf wie mein Mann und ich mit den „gut gemeinten Ratschlägen“ unserer Familien umgehen können.

      Im wesentlichen geht es darum, dass mein Mann und ich nicht ständig hören möchten, wie wir was am besten machen sollten & worauf mein Mann und ich uns in Zukunft einstellen sollen, wenn das Kind da ist (Bin aktuell und er 17. SSW).
      Es handelt sich nicht ausschließlich um Tips was Kind und Schwangerschaft angeht, aber ihr könnt euch sicher denken, dass diese sich aufgrund der neuen Situation häufen.

      Wir haben schon viel probiert, uns für die Ratschläge freundlich bedankt und drauf hingewiesen das wir uns auf jeden Fall an XYZ wenden, wenn wir Hilfe brauchen.
      Mein Mann und ich haben öfter betont, dass wir die meisten Erfahrungen gerne selber sammeln würden, sei es die Schwangerschaft, Ehe, Haus o.ä. und das wir der Meinung sind, dass man durch das selbst ausprobieren am ehesten lernt, was auf einen persönlich am besten zutrifft, oder wie man mit Situationen umgeht.
      Ich bin auch schon (leider) etwas ungehalten geworden und habe meinen Unmut deutlich ausgedrückt, in dem ich auch ganz ehrlich und ungeschönt gesagt habe, das ich einfach keine Ratschläge, egal um welches Thema es sich handelt, haben möchte.
      Natürlich hatte ich im Nachhinein ein schlechtes Gewissen & auch die Befürchtung das, sobald ich dann Ratschläge benötige, mir bzw. uns niemand mehr zur Seite steht.

      Aber im Gegenteil, meine Bitte wurde gänzlich ignoriert, als wären sie alle resistent gegen diese einfache Bitte.

      Wir möchten bei unseren Familien keineswegs den Eindruck erwecken, als würden wir sie ausschließen. Wir sehen uns regelmäßig, es besteht ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Besuchen bei meinen Eltern, Schwiegereltern und auch Geschwistern. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich durch die oben erwähnten Situationen schon etwas zurückgezogen haben, um eben diesen aus dem Weg zu gehen.

      Habt ihr noch Tipps für mich, was man noch tun könnte? Ich bin momentan einfach sehr ratlos.

      Schlumo

      • Wenn freundliche, dankende Reaktionen und auch die Bitte, keine Ratschläge mehr zu erteilen, nicht funktionieren, dann hilft nur noch Kontaktabbruch.

        Nein mal im Ernst. Mein Rat (😜): Versucht, auf Durchzug zu schalten, wenn es euch stört. Gar nicht reagieren oder einfach „ja ok“ und Thema wechseln. Ich denke, das mit den ungefragten Ratschlägen (vor allem zum Thema Baby) kennt jeder und vermutlich werden wir es mal genauso handhaben. Eigentlich möchte man ja wirklich nur helfen.

        • Auf Durchzug zu schalten fällt mir bei den meisten Ratschlägen meistens sehr schwer. Selbst wenn ich dazu nichts weiter sage & versuche das Thema zu wechseln, landet das Gespräch doch immer wieder an diesem Ausgangspunkt. Ich habe teilweise schon versucht das Thema Baby, was jetzt natürlich brandaktuell ist, komplett außen vor zu lassen, nicht von mir aus drüber gesprochen & Fragen zu dem gabz knapp beantwortet, aber gerade meine Schwester sieht sich da (leider) als „Schwangerschaftspolizei“ da sie vor kurzem selber erst entbunden hat & frisch gebackene Mama ist. 😪

          • Oje Schwestern... 😂
            Ich kann dir nur sagen, wenn das Baby da ist, wird’s noch schlimmer. 😅
            Wiederhole vielleicht einfach immer wieder, dass du keine Ratschläge möchtest. Vielleicht verstehen sie es irgendwann.

            • Ja, bei meiner Schwester zumindest habe ich sie gefragt, wie sie sich fühlen würde, würden wir die Rollen tauschen, da war sie ganz schnell still 🙈 ich bin ja ehrlich froh, dass sie schon Erfahrungen sammeln konnte, die mir mit Sicherheit in manchen Dingen helfen, gerade beim Thema Anschaffungen, war ein Rat, den ich definitiv beherzigen werden, nicht gleich alles mögliche für das Kind zu besorgen, sondern einfach mit der Zeit zu schauen, was man wirklich gebrauchen kann und dann kaufen. Weil sie so viel Kram gekauft hat, was der kleine nicht mag oder das eben einfach nicht benutzt wird 🤷🏼‍♀️

      (6) 21.05.19 - 19:00

      Hallo Schlumo,

      na ja, ihr habt ja nun schon gesagt, dass ihr keine Ratschläge mehr möchtet. Was anderes fällt mir dazu jetzt auch nicht ein...

      Was stört dich denn besonders an den Ratschlägen? Gelingt es dir nicht einfach "auf Durchzug" zu schalten? Denn wenn du die Familie nicht ändern kannst, musst du an dir selbst arbeiten.

      Wenn das Baby erst mal da ist, wird es (erfahrungsgemäß) eher "schlimmer" mit den guten Ratschlägen bezügl. Stillen, Ernährung, Schlaf, schreien lassen, Erziehung allgemein etc. Dann kommt gerne mal: "Früher haben wir das aber so gemacht." usw.
      Wenn du dich da innerlich nicht von abgrenzt, wird das sehr stressig für dich.

      Alles Gute!

      • (7) 21.05.19 - 19:12

        Am meisten stören mich die Reaktionen im Nachhinein. Wenn wir dann eben gewisse Ratschläge nicht berücksichtigt haben, weil wir unseren eigenen Weg gefunden haben. (Jetzt vor kurzem ging es um dasThema Versicherung & wir haben uns für eine private Krankenzusatzversicherung entschieden die auch abgeschlossen wurde, Schwiegerelten fanden das total überzogen und meinten sowas braucht man nicht, das Geld müsse fürs Kind gespart werden.)
        Als das Thema dann noch mal aufkam & wir ehrlich gesagt haben, dass wir diese Versicherung jetzt haben, gab es üblen Spott und Hohn. 😕

        • (8) 21.05.19 - 19:30

          Ganz ehrlich, ich würde in großer runde ganz deutlich sagen, dass ihr euch zurückziehen werdet, wenn weiterhiin jeder ungefragt seine Ratschläge macht und vor allem erwartet wird, dass diese auch noch befolgt werden sollen.

          Weist mal drauf hin, ihr brecht den Kontakt ab, wenn sich nichts ändert und sie dann auch nicht das Baby sehen werden. Entweder sie halten sich mit Ratschlägen zurück oder sie erfahren nichts mehr von eurer Familie.

          Wenn das nich helfen sollte, (die Androhung vom Kontaktabbruch) dann solltet ihr den wirklich durchziehen, so schwer es auch sein wird..

          Warum müsst ihr sowas popliges wie eine Versicherung erzählen?.vielleicht wirkt ihr beide einfach wahnsinnig unerfahren und naiv und ihr bekommt deswegen all dieses Ratschläge?
          Ich find das ehrlich gesagt nicht normal dass man von allen Seiten permanent beraten wird. Das wird schon auch mit eurer Art zu tun haben. Je weniger ihr erzählt umso weniger Angriffsfläche bietet ihr.

          • (10) 22.05.19 - 14:15

            Wir sind auf das Thema zu sprechen gekommen, da wir im Bezug auf Versicherungen (wir arbeiten beide im Banken-/Versicherungsbereich) etwas gefragt wurden, von einem Familienmitglied. Soll ich jetzt keine Fragen mehr beantworten, weil ein anderes Familienmitglied seinen Senf dazugeben könnte? Rückschlüsse auf meine Persönlichkeit oder Naivität aus einer einfachen Aussage zu ziehen, finde ich persönlich eher unreif von dir. Ich biete niemanden angriffsflöche und bin mit meinen 26 Jahren und 7 jähriger Berufserfahrung bestimmt nicht naiv.
            Konstruktive Beiträge sind für mich übrigen was anderes. 🙃😉

        (13) 21.05.19 - 22:05

        Ja, ich weiß genau was du meinst.
        Im Nachhinein macht man sich dann noch voll den Kopf, was man hätte antworten können und regt sich darüber auf, dass man sich darüber aufregt.🙈

        Ich hatte nach der Geburt unseres Kindes auch große Probleme, wie ich damit umgehen soll.
        Es waren nicht nur die "guten Ratschläge" sondern auch Übergrifflichkeiten und überhöhte Erwartungshaltungen was die Betreuung des Babys betrifft etc.
        Ähnlich wie bei euch.

        Irgendwann habe ich gemerkt, dass sich die Verwandtschaft nicht ändern wird, sondern dass ich mich ändern muss und mir das alles nicht so zu Herzen nehmen darf.

        Daran arbeite ich immer noch, aber es ist schon viel besser geworden.

        Nicht auf diese Dinge einzugehen, ist schon mal sehr gut.
        Versuche dich auch nicht, mit Argumenten zu "verteidigen" und dich somit auf eine Diskussion einzulassen. Das hat sonst den Anschein, als dürfe jeder mal seinen Senf dazugeben.
        Ein "Wir möchten das so." reicht.

        Bei Hohn und Spott darf man aber auch mal etwas deutlicher werden und sagen, dass solche Reaktionen zu weit gehen und nicht erwünscht sind. Ein deutlicher Hinweis, dass das ausschließlich eure Sache ist und niemanden sonst was angeht, sollte sitzen.

        Generell könntet ihr darauf achten, solche Dinge im Beisein ratschlaggebender Verwandtschaft, einfach nicht mehr zu erzählen. Und falls ihr Sachen gefragt werdet, die ihr nicht diskutieren möchtet: direkt abblocken!

        Versuche dich nicht mehr so sehr auf das Gerede von anderen einzulassen oder dich gar zu ärgern. Das zieht dir unglaublich viel Energie! Energie die du für dein Baby noch brauchen wirst.

        Alles Liebe

(14) 21.05.19 - 19:02

Schwangerschaft ist doch der Klassiker, wo die Verwandtschaft aufdreht und alles besser weiß.

Abstellen? Geht nicht!

Auf Durchzug schalten? Geht immer!

Macht Euch einfach nicht so viel daraus und lasst sie labbern. Solange es nur verbaler Unfug ist und nicht in irgendwelche Aktionen ausartet (unnötiges Zeugs für das Kind kaufen, horten, sammeln), würde ich es an mir abprallen lassen.

  • Die anfänglichen Hirngespinste das das Kind bei meinen Schwiegereltern aufwachsen und wohnen soll, wurden direkt im Keim erstickt! 🙈 das ist jetzt kein Scherz, hatte dazu auch einen Beitrag eröffnet! 😅 Da kam jetzt Gott sei dank nichts mehr, was darauf hindeutet!

(17) 21.05.19 - 19:20

Ich kann dich verstehen, meine Mutter und meine Schwiegermutter sind auch gerne dabei, Ratschläge zu verteilen.
Allerdings ändern kann ich das nicht. Meine Strategie ist, mich bedanken, sowas sagen wie : das ist ja interessant und dann das Thema wechseln.
Und ich mache mir immer wieder bewusst, dass sie es ja dürfen und ich nicht das Recht habe, ihnen das zu verbieten. Denn das ist ja auch für sie eine Möglichkeit, Teil zu haben an meinem Leben.

(18) 21.05.19 - 19:49

Hachjaa, da dreht die liebe Familie wohl etwas durch!
Ich würde denen gar nichts mehr erzählen. Warum erzählt ihr denen von der Versicherung überhaupt?
Klar sind das alles Experten, denn sie haben ja schon selbst Kinder groß gezogen... es ist bestimmt auch nicht böse gemeint, aber es nervt natürlich trotzdem. „Ratschläge sind auch Schläge“ heißt es ja.
Macht euch doch etwas rar und wenn jemand fragt, warum man nichts mehr von euch hört, dann geigt ihr denen mal respektvoll die Meinung

LG

Mein Mann hat mal meinen Eltern ein ganz großes Kompliment gemacht:
Sie können Ratschläge so erteilen, dass es wirklich Vorschläge und keine Anweisungen sind. Und sie können meistens gut damit leben, wenn man den Ratschlägen dann doch nicht folgt.

Das scheint mir häufig das Problem zu sein: die Erwartungshaltung, dass Ratschläge auf jeden Fall befolgt werden.

Ergo würde ich es unbedingt für mich behalten, wenn ihr einem Ratschlag nicht folgt. Aber gerne und häufig darauf hinweisen, dass ihr ja soooo dankbar seid für den Tip, bloß nicht zu früh zu viel zu kaufen.

Wenn es dann "hart auf hart" kommt, und jemand bemerkt, dass ihr seinen Ratschlag nicht befolgt, könnt ihr sogar darauf verweisen, dass ihr doch schon oft Tipps befolgt habt aber diesmal eben anderer Meinung seid. Immer dieselbe Meinung geht eben nicht.

Ich denke, wenn man keine Konfrontation will ist das die diplomatischste Lösung. Allerdings bekommt man weiter gute Ratschläge ;-). Ob man das will,muss man selbst wissen.

LG!

Seit ich selbst verheirateter Familienvater bin und meine Schwägerin demnächst auch soweit ist, habe ich an mir selbst gemerkt, wie leicht einem ein ungefragter Tipp über die Lippen rutschen könnte. Fallbeispiel: Sie will sich eine ganz bestimmte Wickelunterlage kaufen. Meiner Meinung nach herausgeschmissenes Geld, viel zu teuer und abgesehen davon ist es meiner Meinung nach viel wichtiger, dass sie leicht zu reinigen ist, als dass sie ein bestimmtes Design hat. Aber eben, das ist meine Meinung, sie hat ja nur gesagt, welche Wickelunterlage sie kaufen will, nicht mich um Rat gefragt, welche ich empfehlen würde.

Die meisten Leute meinen es gut, sofern es möglich ist, würde ich nicht allzu viel Geschirr zerschlagen. Wenn ihr mal wirklich anderer Meinung seid, sagt halt, dass ihr euren eigenen Stil finden müsst und dass ihr beabsichtigt, dieses eine Ding, worum sich die Diskussion gerade dreht, anders zu tun als vorgeschlagen. Viele kapieren das und hören irgendwann auch auf, herumzudiskutieren.

(21) 21.05.19 - 23:33

Sorry aber das wird noch schlimmer wenn das Kind da ist. Sag mir Bescheid wenn du ne Lösung gefunden hast.. Ich versuch schon seit 1 Jahr den Leuten klar zu machen, dass ich das nicht will und es interessiert niemanden. Ich hatte am Anfang auf alle gehört und es war falsch, Fehler die ich bis heute sehr bereue. Was ich damit sagen will: Egal wieviel Leute dir sagen, dass du es so oder so machen musst, wenn du dich nicht 100% sicher damit fühlst dann mach es nicht so. Hör auf dich!

(24) 22.05.19 - 06:52

Worüber ich beim Lesen gestolpert bin ist der Spott weil ihr die Versicherung abgeschlossen habt. Grenzüberschreitungen in Form von reinreden ist das eine. Das kennen glaub die meisten. Aber dieses abwerten stößt mir auf. Das sind sehr ungute Kommunikationsmuster.
Wie ihr das löst, puh, da hab ich leider kein Geheimrezept. Aber das ist eine andere Kategorie an Grenze die da fällt.

Wenn das Kind da ist wird alles noch schlimmer. Das kann ich bestätigen. Gerade wurde der Geburtstag meines Sohnes geplant. Mit allen abgestimmt. Nur mit uns Eltern nicht. Wir haben dann den "fertigen Plan" zum abnicken gekriegt. Schön, oder?
Mein Geduldsfaden neigt sich akut dem Ende. Ich gebe da inzwischen deutliches bis hartes Feedback. Frag mich in 3 Monaten ob Samthandschuhe ausziehen geholfen hat.

(25) 22.05.19 - 07:34

Guten Morgen,

die Ratschläge wird es immer geben.
Bei unserem ersten Kind oder beim Haus kamen sie auch von allen Seiten - wer sich was nicht angeschafft hätte, weil nicht nötig/zu teuer/zu whatever oder wer was wie gemacht oder wo gekauft hat.

Manche der Ratschläge waren im Nachhinein auch gar nicht mal so blöde, besonders beim Haus.
Da konnten uns die Leute, die das Procedere schon hinter sich hatten, wirklich super helfen.

Ich denke, die Summe der Ratschläge die auf einen einprasseln, macht es aus.

Ich würde z.B. solche Dinge wie die Versicherung überhaupt nicht im Freundes- oder Familienkreis diskutieren. Das ist Eure Entscheidung und gerade bei solchen Themen hat meistens jeder eine andere Ansicht.
Das mag schon sein, dass Ihr da vl etwas naiv rüberkommt, wenn Ihr das so erzählt und es bei den anderen den Anschein erweckt, dass Ihr da Beratung braucht.

Wo ich nur genervt reagiere ist, wenn ich z.B. einer Bekannten begegne und wir sind gerade auf dem Weg ins Kino. Sie fragt "Welcher Film?" - "Drachenzähmen leicht gemacht!"
--> ACH, SCHAUT DOCH LIEBER STATTDESSEN XXXX AN!#augen

Oder "Warum macht Ihr da Urlaub? Fahrt doch lieber DORT hin!", "Ihr geht auf das Stadtfest? Geht doch lieber in den Zoo!"

Wenn es so kommt, dann werde ich mal etwas unwirsch, denn meine Kinder und ich haben uns für diesen Film entschieden, meine Kids wollen ihn sehen und freuen sich drauf und da mag ich es gar nicht, wenn jemand mir dann SEINE Meinung aufdrücken will, eil ER/SIE den Film jetzt doof fand und mich überreden will, umzuschwenken.
(Obwohl er/sie gar nicht mitkommt).

Davon gibt es aber zum Glück nur zwei Leute in unserem Umkreis und denen erzählen wir einfach nicht mehr so viel! ;-)

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