Jobangebot und Familienleben...

    • (1) 24.05.19 - 07:34
      FamilieundBeruf

      Hallo zusammen,

      Heute mal in grau. Bin total verwirrt.
      Mein Erstgeborenes ist 20 Monate alt, mein Jüngstes 6 Wochen. Ich bin verheiratet. Mein Mann hat einen unbefristeten Vertrag als Handwerker und verdient untertariflich mit vielen Überstunden und wenig Planungssicherheit. Er ist unzufrieden. Ich bin befristet, verdiene ordentlich in leitender Position und derzeit in Elternzeit.
      Gestern dann der Schockmoment: ein Headhunter kam auf mich zu und bot mir einen ziemlich guten Job an, ein Riesensprung in Sachen Karriere. Geschäftsführung einer kleineren Gesellschaft.
      Ich war nie auf Karriere aus, aber irgendwie kommt sie mir zugeflogen. Inhaltlich spannend und herausfordernd, Gehalt verführerisch. Mein Mann könnte bequem aufhören zu arbeiten und sich in aller Ruhe neu orientieren.
      Jetzt bin ich total überfordert.

      Habt ihr Anregungen oder Anmerkungen oder Fragen, die mir helfen, meine Gedanken zu sortieren?

          • Würde der man über eine Milchbar verfügen, wäre es optimal.
            So fällt Stillen flach inkl intensive Mama/Baby Bindung. Die ersten paar Jahre sind prägend für's Leben.
            Und so gut die Pre Nahrung auch sein mag, die Muttermilch ist einfach das Beste für das Baby. Bei schwerwiegenden Stillproblemen (zu flache Brustwarzen, ständiger Stau o. Ä) sind Fläschchen eine gute Alternative, aber bewusst auf das Stillen verzichten würde ich persönlich nicht.

            • Meine Güte!

              Selbst wenn sie jetzt stillt, dann kann sie das erst einmal auch weiterhin tun. Muttermilch kann man auch abpumpen. Immerhin wird sie eine Kündigungsfrist einzuhalten haben und in leitender Position sind das gerne mal 3-6 Monate zum Quartalsende. Und selbst bei 4 Wochen zum Monatsende - dann könnte sie vermutlich auch frühestens zum 31.07. kündigen (Vertrag muss ja erstmal verhandelt und unterschrieben werden). Damit könnte sie noch einige Wochen weiter stillen, bis das Baby auf eine Flasche umgestellt wird.

              • Wenn man das Stillen auf simple Nahrungsaufnahme reduziert, geht auch Abpumpen. Wer's will...

                • (8) 24.05.19 - 19:26

                  Ich als Stillberaterin begleite viele arbeitende Frauen. Im Mutterschutzgesetz sind feste Stillzeiten usw. verankert. Eben genau damit es vereinbart werden kann. Ich weiß natürlich jetzt nicht, inwiefern das in dem konkreten Fall aussieht, aber Erwerbstätigkeit und Stillen schließen sich keinesfalls aus. Mit solchen Pauschalaussagen sollte man aufpassen.

            Bei arbeitenden Vätern ist es nicht so schlimm, wenn die keine so enge Bindung zu ihrem Baby aufbauen?

            Falls die TE stillt, findet sich schon eine Lösung.
            Falls die TE nicht stillt, ist mir nicht ersichtlich, wo der Unterschied sein soll, ob das Kind nun vom Vater oder der Mutter betreut wird.

      Sie schreibt doch, dass ihr Mann dann aufhören könnte zu arbeiten.

(11) 24.05.19 - 08:13

Wenn du jetzt wieder arbeitest soll dein Mann vermutlich erst mal die Betreuung übernehmen?

Ein Kleinkind und ein Neugeborenes... bleibt die Frage WANN er sich neu orientieren kann wenn er erst mal die volle Betreuung übernimmt ?!

Eine Umorientierung mit Schulungen, evtl. Ausbildung etc erfordert meist ebenfalls Vollzeit Einsatz.

WANN soll das alles denn starten? Für wann hast du das Job Angebot ?

So ein zwei Gedanken ob man jetzt eine große Karriere möchte oder 2 Kinder knapp nacheinander sollte man sich schon vorher machen.
Jetzt sind die Kinder da, das Job Angebot winkt und die Kinder sollen „abgestellt“ werden.

Es spricht nichts dagegen Karriere UND Familie zu haben aber dein Baby ist gerade neu geboren 🤷🏼‍♀️

Wenn man sich für 2 Kleinkinder nacheinander entscheidet steht Karriere halt erst mal hinten an.

  • Umorientierung kann auch heissen, im erlernten Beruf eine Anstellung in einer anderen Firma zu suchen, sich in Ruhe bewerben zu können, ohne Druck das nächstschlechteste Angebot annehmen zu müssen.
    Du interpretierst sehr viel und ziehst wertende, übergriffige Schlüsse.

    • (13) 24.05.19 - 09:01

      Umorientierung heißt konkret, dass er schon weiß, wohin die Reise gehen soll, er aber noch eine entsprechende Stelle ergattern muss. Start wäre frühstens im April 20 für ihn und auch nur mit viel Glück. Wahrscheinlicher wäre April 21.
      So lange könnte er Elternzeit nehmen, Elterngeld plus nehmen und sich vorbereiten.
      Der Große hat bereits einen Betreuungsplatz und die Kleine hat einen zugesagt, da ich nach einem Jahr ohnehin wieder arbeiten gehe.

(14) 24.05.19 - 08:41

Du schreibst ja eingangs selbst, dass der Mann vermutlich die Betreuung übernimmt. Wieso interpretierst du das als "abgestellt werden"? Warum genau sollte das schlechter sein als wenn die Mutter sich kümmert?

Wenn ich wüsste, dass meine Kinder gut betreut sind (und beim Vater meiner Kinder wären sie das absolut), würde ich wohl annehmen, wahrscheinlich nicht sofort mit sechs-Wochen-Baby, aber in absehbarer Zeit, warum nicht?

  • In Anbetracht von Kündigungsfristen käme wohl frühstens der 1.10.19 als Einstieg in Frage. Evtl auch der 1.1.20 erst.

    Danke für deinen Beitrag - du sprichst mir aus der Seele! Es ist doch einfach unglaublich was hier so alles an Argumenten aufgefahren wird... Würde ein frischgebackener Vater die gleiche Frage stellen, sähen die Antworten mit Sicherheit anders aus. So viel zum Thema Emanzipation/ Gleichberechtigung.

Manche Chancen muss man ergreifen, wenn sie sich bieten.

Und wo ist das Problem, dass der Mann sich um die Kinder kümmert?

Den Beitrag finde ich der heutigen Zeit nicht entsprechend.

Klar, das 2. Kind ist erst 6 Wochen alt, aber ein neuer Job heißt nicht 24stündige Abwesenheit der Mutter und außerdem wäre der Vater als gleichberechtigter Elternteil zu Hause.

Im Handwerk ist es zur Zeit doch leicht etwas Neues zu finden und wie es scheint kann er sich Zeit dabei lassen!

Das heißt doch nicht, dass die TE ihre Kinder abstellt - und warum muss sich immer nur die Frau Gedanken darüber machen, ob Kinder oder Karriere?

Soweit ich weiß benötigen nahezu alle Menschen auf der Welt Geld zum Leben und wenn der Mann aktuell untertariflich entlohnt wird und überdurchschnittlich viel Zeit opfern muss bzw alles nicht planbar ist - ja da liegt doch der Gedanke nahe, dass die Mutter für ein viel höheres Gehalt arbeiten geht. Dann sind womöglich alle zufrieden, es gibt keine finanziellen Sorgen und das in der Summe kommt den Kindern auch wieder zugute.

  • Das ganze emanzipierte Gerede hört bei den Frauen dann auf, wenn sie für sich Vorteile sehen, z.B. nach einer Trennung, bei der SIE automatisch die Kinder bekommt, während der Mann brav zahlen und sich an IHRE Bedingungen halten muss. Diese Regelung kommt aus der Annahme Zustande, daß die Mutter den Kindern an Nächsten steht. Ist das etwa Gleichberechtigung? Wenn emanzipieren, dann bitte auch volle Kanne! Wie ein Typ schuften, wie ein Typ den gesellschaftlichen Erwartungen standhalten - top Verdiener, der bester Vater, bester Lover, mal zart, mal hart... und am besten ein modebewusster Allroundhandwerker mit Qualitäten eines Psychoanalytikers...
    ...bin ich froh kein Mann zu sein!

    Hä? Für mich grad voll am Thema vorbei, aber naja.
    Ich für meinen Teil sehe es selbstverständlich auch so, dass der Vater im Falle einer Trennung die Kinder bekommen kann und die Frau Unterhalt zahlt usw. aber was das nun mit dem Thread zu tun haben soll.... ?!

Und warum genau steht die Karriere nur für die Frau erstmal hinten an?

Wenn die Frage jetzt gewesen wäre "Nun hat mein Mann unerwartet ein tolles Angebot bekommen. Ich könnte dann aber aufgrund der Arbeitszeiten nicht mehr in meinen Beruf zurück. Dh ich würde erstmal zuhause bleiben und mich dann in Ruhe umorientieren"?

Da würden die meisten sicher sagen "Tolle Chance für deinen Mann, du kannst die Zeit mit den Kindern genießen. Und was anderes suchen kannst du immer noch, wenn das Baby älter ist."

>> Ein Kleinkind und ein Neugeborenes... bleibt die Frage WANN er sich neu orientieren kann wenn er erst mal die volle Betreuung übernimmt ?! <<

Bewerbungen schreiben kann er dann wohl, wenn er zu Hause ist. Mütter kriegen das ja auch hin oder nicht?

>> So ein zwei Gedanken ob man jetzt eine große Karriere möchte oder 2 Kinder knapp nacheinander sollte man sich schon vorher machen. <<

In diesem Fall war das schlichtweg nicht möglich, weil das Angebot nicht bereits vor 11 Monaten vorlag, sondern eben jetzt.

>> Jetzt sind die Kinder da, das Job Angebot winkt und die Kinder sollen „abgestellt“ werden. <<

Nein, die Kinder sollen durch den Vater betreut werden. Traut man Vätern denn do gar nichts zu, dass man die Kinder als "abgestellt" betrachten muss? Und wenn Väter ihre Kinder "abstellen", um ihre Familie zu nähren ist das ok? Verstehe deine Logik nicht.

>> Wenn man sich für 2 Kleinkinder nacheinander entscheidet steht Karriere halt erst mal hinten an. <<

Genau das ist der Grund, warum so viele Fragen zu Hause, in Teilzeit oder schlechteren Positionen versauern... Fürchterliche Einstellung.

"bleibt die Frage WANN er sich neu orientieren kann wenn er erst mal die volle Betreuung übernimmt ?! "

Warum?
Wieso soll er sich neu orientieren? Und wieso geht das vor?

"Eine Umorientierung mit Schulungen, evtl. Ausbildung etc erfordert meist ebenfalls Vollzeit Einsatz. "

Und dafür ist es selbstverständlich, dass die Frau zuhause bleibt und dem schlecht-verdienenden Mann den Rücken frei hält?

"So ein zwei Gedanken ob man jetzt eine große Karriere möchte oder 2 Kinder knapp nacheinander sollte man sich schon vorher machen. "

Weißt du, manchmal macht man sich Gedanken und dann kommt es anders. Passiert.

"Jetzt sind die Kinder da, das Job Angebot winkt und die Kinder sollen „abgestellt“ werden. "

Ja! Abgestellt beim Vater. Die Armen Kinder, der arme Vater!

"Wenn man sich für 2 Kleinkinder nacheinander entscheidet steht Karriere halt erst mal hinten an."

genau so ist es. Jeder sollte das tun! Immer! Ich liebe so generalisierte, einfache Sichten auf das leben. DU kennst di wallgemeingültige Wahrheit.

Ich weiß ehrlich nicht, WAS mich an deiner Antwort am meisten aufregt? Dass du deine Ansichten als MUSS für jeden verkaufst? Dass du mit deiner "einfachen" Antwort jede Frau diskreditierst, die nicht bei ihren Kindern bleibt? Dass du scheinbar Lebensmodelle, die nicht deinem eigenen entsprechen, als nicht gangbar darstellst?

#zitter

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