Familie zerbricht

    • (1) 26.05.19 - 21:07
      mademyday

      Hallo in die Runde.

      Ich schreibe, weil mir einiges was meine Herkunftsfamilie angeht auf den Nägeln brennt. Zu der gehören meine Mutter, mein Bruder und ich im engerem Kreis- im und geht es auch.
      Irgendwie zerbricht es immer mehr - wobei schon seit Jahren einiges im Argen liegt. Nun weiß ich nicht, ob ich den Kontakt gänzlich abbrechen soll... Daher schreibe ich in die Runde. Ich versuche es kurz zu fassen:
      Nach dem Tod meines Vaters fing es an. Mein Bruder damals mit 14 in Drogen und Alkohol geflüchtet, meine Mutter heute immer noch so viel Wut im Bauch, weil mein Vater sich suizidiert hat und ich hab das eigentlich alles gut verarbeitet und ihm verziehen. Nun ist es so, dass ich mein Bruder Jahre später aus dem Mist heraus ziehen konnte. Er hat ne Therapie gemacht und geht nun seinen Weg. Ist Vater eines Kindes. Ich hab viel für ihn gekämpft und ihn auch aufgefangen, begleitet und war für ihn da. Meine Mutter ist eher eine hilflose und teilweise in Lethargie verfallene Person. Sie hat ihn eigentlich nur aus seinen finanziellen Schwierigkeiten geholfen, den Rest hat sie irgendwie nicht auf die Reihe bekommen. Nun ist es so, dass wir alle ziemlich weit entfernt wohnen. Uns selten sehen. Mein Bruder zeigt jeher sehr wenig Interesse an mir oder meiner Familie oder an meiner Mutter. Ist eben nur einseitige Kontaktsuche. Nun ist es so, dass bei seiner neuen Frau sich überwiegend nur um ihre Familie und Freunde dreht. Meine Mutter und ich sind eher außen vor, wie Zuschauer in einer Manege... Daneben sitzend. Ich versuchte mit meiner Mutter zu reden, doch sie blockt ab und kehrt es untern Teppich. Sie scheut Konflikte und Aussprache... Läuft schon irgendwie, trotz derber Spannungen (die auch andere mitbekommen). Kein Bruder schiebt seine Frau vor (entscheidet nichts ohne sie, muss sie erst fragen, wendet sich auch an die, wenn es um vertraute Sachen geht). Also irgendwie stoße ich da auf taube Ohren. Vom Gefühl her würde ich zu meinem Bruder am Liebsten gänzlich den Kontakt abbrechen, weil es nur auf Einseitigkeit beruht was Interesse angeht und er lässt sich von seiner Frau echt einlullen. Sie wurde auch mir gegenüber ziemlich giftig und schlug unter die Gürtellinie. Für sie sind die Schuldigen die anderen. Meint aber man könne ja über alles offen reden, nur wird mein Anliegen entweder runter gespielt oder eben dann nur über sie geklärt, obwohl ich mehrfach betonte, dass hier mein Bruder in der Pflicht und mein Ansprechpartner ist. Mein Bruder drückt sich vor den Aussprachen und überlässt ihr das Wort.

      Mir bereitet das alles irgendwie Kummer und ich weiß, dass meine Mutter drunter leidet, wenn ich den Kontakt zu meinem Bruder abbrechen würde. Nur ich leide darunter, wenn es so weiter geht und da schweelende Spannungen bestehen, die nicht gelöst werden.

      Was meint ihr?

      Danke für das Lesen meines Posts.

      Schönen Abend euch

      • (2) 26.05.19 - 21:48

        Ich würde den Kontakt nicht aktiv abbrechen, aber aufs nötigeste(zum Geburtstag gratulieren u. ä.) reduziert.

        Euch alles Gute

        Sehe ich wie meine Vorschreiberin.

        Wenn du nicht aktiv den Kontakt suchst, wird sich das von allein erledigen.

        Hallo, schreibe einen Brief an ihn , erkläre dich und mache deutlich, was dir auf dem Herzen liegt. Ich persönlich würde ihm schreiben, dass du dich zurückziehst bis er sich meldet. Das aber nur aus der Ferne. Du musst damit rechnen, dass er sich nicht mehr meldet. Aber zum Affen machen würde ich mich nicht. Er versteckt sich hinter seiner Frau, braucht evtl jemand, der ihn beschützt und die Entscheidungen für ihn fällt.

      • Naja er hat sich ja bereits entschieden - gegen seine Ursprungsfamilie, leider. Ich finde es verständlich, dass er nicht Salz in die Wunde streuen will und seine Frau vorschiebt. Willst du denn wirklich, dass er dir die traurige Wahrheit ungeschönt ins Gesicht sagt?

        Darauf könnte ich verzichten. Wenn du unbedingt willst, kannst du ihm ja weiterhin zum Geburtstag gratulieren - als Zeichen dafür, dass von deiner Seite ais die Tür angelehnt bleibt.

        Dein Bruder drückt sich vor Aussprachen, schiebt seine Frau vor, hält sich zurück, lässt seine Frau für ihn Entscheidungen treffen...
        So wie dein Text geschrieben ist erinnert mich das am das, was du weiter oben über deine Mutter schreibst - nur, dass die keinen hat, den sie vorschieben kann.

        Problem: du kommst mit der Frau, die dein Bruder vorschiebt, nicht klar. Sonst wäre wahrscheinlich alles in Butter.
        Ich würde versuchen, losen Kontakt zu halten, immer dann, wenn es dir gerade passt. Und halt möglichst direkt zum Bruder, per Handy, WhatsApp o.ä.
        Warum gleich so dramatisch? Kontaktabbruch? Das klingt nach geklauten Goldreserven... Ihr müsst euch doch nicht dauernd treffen oder ständig telefonieren. Aber so ungefähr wissen, was bei ihm los ist. Und zeigen, dass man da wäre, falls der andere Hilfe braucht... Wenn er die Hilfe momentan von seiner Frau bekommt: prima, freut euch. Ab und zu schreiben oder Mal telefonieren sollte doch trotzdem drin sein?

        LG!

      (8) 27.05.19 - 00:15

      Hallo, du stehst da in einer sehr blöden Situation. Helfen kann die wohl keiner so genau, letztendlich bleibt es ja deine Entscheidung.

      Ihr habt da wirklich eine Menge Mist hinter euch! Meist ist es so, dass sich diejenigen von den Menschen am meisten entfernen, die ihnen auch am meisten geholfen haben. In deinem Fall distanziert sich dein Bruder vielleicht von Dir, weil du ihn an eine sehr schlimme Zeit in seinem Leben erinnerst, die er lieber vergessen oder verdrängen würde. Dementsprechend wirst auch du verdrängt und der Kontakt zu dir ist ihm evlt. Unangenehm. In deiner Nähe wird ihm diese Zeit vielleicht ständig vor Augen gehalten und er spaltet es von sich ab, mit der Konsequenz, dass auch du von ihm abgespalten wirst.
      Vielleicht solltest du ihm mal fragen, ob ihr die Situation vielleicht miteinander klären könnt. Ein klärendes Gespräch führen könnt und danach entscheidet, ob ihr gänzlich getrennte Wege geht oder ob ihr eure Vergangenheit vielleicht mit der Zeit positiv überschreiben könnt. Sodass du ihn irgendwann nicht mehr an diese Zeit erinnerst.
      Ist aber von mir nur mal ein Denkanstoß, vielleicht liege ich aber auch völlig falsch.

      Irgendwie habe ich meinen Nick versehentlich überschrieben und weiß nicht wie ich es rückgängig machen kann.

      (9) 27.05.19 - 00:19

      Klingt so als würdest du deinem Bruder Daumenschrauben verpassen wollen. Damit er so handelt wie du es dir wünscht. Das wird nicht funktionieren

    (11) 27.05.19 - 08:28

    Hallo!

    Wir kennen nur deine Version der Geschichte. Ich finde es toll, dass du deinem Bruder so geholfen hast. Sei froh, dass er auf eigenen Beinen steht und sein eigenes Leben lebt. Lass ihn doch die Sachen mit seiner Frau besprechen, wenn es für die beide passt, muss du es akzeptieren. Den Kontakt deswegen würde ich nicht komplett abbrechen.

    Gabi

    (12) 27.05.19 - 08:59

    Ich seh dein Problem nicht so ganz.
    Dein Bruder hatte eine schwere Zeit und hat sich jetzt gefangen, auch durch deine Hilfe. Er hat jetzt eine eigene Familie, dadurch Struktur. Im Prinzip ist also alles gut.

    Wo jetzt genau das Pronblem mit deiner Schwägerin liegt, beschreibst du nicht genau, man kann also auch nicht sagen, ob dein Groll ihrgegenüber berechtigt ist. Aber, dass dein dein Bruder auf der Seite seiner Frau steht, sollte klar sein. Auch dass seine Schwiegerfamilie gerade eine wichtiger Rolle spielt, als seine Herkunftsfamilie finde ich nicht ungewöhnlich, schließlich seid ihr ziemlich weit weg.

    Ich glaube, du empfindest deinen Bruder als undankbar. Du hast ihm geholfen, als es ihm wirklich schlecht ging und jetzt kommt so wenig zurück. Aber ist das nicht ein bisschen normal?
    Seh es doch einfach so: Im Prinzip musst du doch froh sein, dass er jetzt so selbstaändig leben kann ohne dass du dir immer Gedanken machen musst, was passiert oder wie es ihm geht. Du musst den Kontakt nicht beleidigt abbrechen (so etwas ist doch ohne wirklich triftigen grund immer etwas kindisch), dann ist es eben momentan nur sporadisch und etwas oberflächlich, kann sich ja wieder ändern. Genieße doch einfach, dass du nicht gebraucht wirst und so eine Sorge weniger hast.

    • (13) 27.05.19 - 09:52

      Danke für deinen Beitrag mit dem veränderten Blickwinkel. Das hilft. Ich möchte keine Dankbarkeit, sondern einfach nur mal Kontakt. Wir hören monatelang gar nichts voneinander. Oder wir sind zu Veranstaltungen einfach nicht eingeladen oder bedacht. Beispiel: Wir haben bei ihrem Umzug trotz kleiner Kinder, mit Baby, bei ihrem Umzug 2 mal geholfen. Haben wir gern gemacht. Sind für eine Strecke 160 km gefahren. Das mal 4 dann. Nur zur Einweihung wurden eben dann Freunde eingeladen und die restlichen Helfer (waren nur 2)... Nur eben bei uns nicht mal gefragt. Das finde ich so schade. Bin wirklich froh, dass er die Kurve bekommen hat und alles. Aber er nimmt halt nur und es kommt nichts zurück. Ja, es ist ein Stück weit undankbar. Nur auf uns ist Verlaß... Bei ihm sind wir leider verlassen.

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