Mein Sohn (6 Jahre) dreht total durch...

    • (1) 27.05.19 - 20:01
      Verzweifelt...

      Hallo ihr Lieben, ich bin gerade wirklich total verzweifelt. Mein Sohn 6 Jahre dreht seit einigen Wochen total durch. Es ist für mich die absolute Katastrophe. Ich habe ihn überhaupt nicht mehr im Griff. Er wird wegen den kleinsten "Anweisungen" die ich ihm gebe unfassbar sauer, dass er mir gegenüber sogar handgreiflich wird. Treten, Schlagen, Boxen und auch an den Haaren ziehen ist leider schon alles vorgekommen. Auslöser sind ganz normale Dinge wie das ich ihn bitte Duschen zu gehen, Zähne zu putzen oder aufs Klos gehen wenn er ganz offensichtlich muss. Auch wenn ich ihm etwas nicht kaufe, sind solche Situationen schon vor gekommen. Auch in der Öffentlichkeit. Es ist so als ob er ein anderer Mensch wäre, er ist dann minutenlang rasend vor wut. Reden hilft da auch nicht mehr, wird nur schlimmer. Mir ist das derart peinlich und macht mich in den Situationen so sauer, daß ich ihm am liebsten eine klatschen würde. Kam zum Glück noch nicht vor, aber festhalten habe ich schon gemacht, um mich selbst zu schützen. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Heute sollte er Duschen gehen, da er vom Sport total verschwitzt war und auch schon seit einer Woche nicht geduscht hatte. Er wollte nicht und ist wieder durchgedreht. Ich habe es erst mit freundlichen Worten versucht, bin aber bestimmt geblieben, denn duschen musste sein. Er fing an zu treten und zu schlagen. Da habe ich ihn genommen und mit seinen Anziehsachen in die Dusche gestellt. Da ist es natürlich schlimmer geworden und er hat das ganze Badezimmer mit der Duschbrause nass gemacht. Letzendendlich hat er sich dann schnell beruhigt, sich ausgezogen und auch geduscht. Er war sehr reumütig, hat sich entschuldigt und sogar das Bad geputzt. Im Endeffekt gut. Aber was mache ich denn nur, damit die Situationen nicht mehr so eskalieren? Wie soll das denn werden, wenn er 10 oder noch älter ist. Da habe ich ja gar keine Kraft mich durchzusetzen und soweit soll es ja auch gar nicht kommen. Bin eine zierliche Frau von 1,60 und 55 Kilo. Ich muss dazu sagen, dass er in öffentlichen Einrichtungen überhaupt nicht so ist. Er ist bei Erziehern immer beliebt und hält sich an Regeln und es kamen noch nie Beschwerden. Nur zuhause dreht er so durch. Bei mir und meinem Mann übrigens gleichwertig. Wenn ich anderen Menschen davon erzähle, glauben sie mir meist nicht, da mein Sohn sonst überall wohlerzogen wirkt. Ich habe wahnsinnige Angst, dass er bald auch in anderen Situationen und bei anderen Menschen so ist. Er kommt ja auch bald in die Schule und das macht mir große Sorgen. Was würdet ihr bei so einem Kind machen? Vielleicht habt ihr ja Tipps und Ratschläge oder einfach nur ein paar liebe Worte.

      • (2) 27.05.19 - 20:14

        Hallo,
        Ich habe gerade einen ähnlichen Beitrag über dir verfasst!!! Ich hoffe es kommen hilfreiche Tipps, aber zumindest haben andere das Problem wohl auch!

        Hallo,
        ich habe keinen echten Tipp, aber bei uns war es phasenweise ähnlich. Ich habe versucht die Situationen zu ändern, auch bei banalen Dingen wie Duschen. Statt "geh bitte duschen" zB, "wetten, dass ich schneller dies oder jenes getan habe als du mit duschen fertig bist?"
        Weshalb es so bei uns war, weiß ich nicht, aber es wurde irgendwann besser und verschwand wieder. Vielleicht ist es eine Aet Autonomiebestreben, das nicht so gefühlskontrolliert ablaufen kann. Bei uns war es so, dass das Kind am meisten gelitten hat. Mich hat es genervt und mit der Zeit wütend gemacht. Es hilft leider nichts laut zu werden. Deswegen, atmen... immer atmen! ;)

        Ich habe mit unserem Kind oft nochmal kurz darüber gesprochen, wenn es sich beruhigt hat so a la: "ich weiß, das hat dir gar nicht gefallen, dass du dich so geärgert hast und wahrscheinlich weißt du auch wieder gar nicht warum. Echt doof. Da würde ich mich auch ärgern. Für mich ist das auch unangenehm, wenn du so tobst. Fällt dir was ein, wie wir es anders machen können, damit du nicht so viel Wut im Bauch hast?"

        Meinem Kind fiel meist nichts ein, aber es sagte oft, ich soll einfach da sein.

        Also.... einfach da sein, das Kind begleiten. In Ruhe reden und nicht während der Wut.

        Manchmal klappt die Auswahltaktik bei Kindern ganz gut. "Möchtest Du lieber vor oder nach dem Abendessen duschen?" - "Möchtest Du erst Zähne putzen und dann Sandmännchen schauen oder umgekehrt?". Das klingt schon ganz anders als "So, jetzt dusch mal". Und vielleicht fühlt er sich dann auch ernster genommen und verweigert nicht mehr alles.

        Einzige Ausnahme wäre bei mir das Klo. Wenn er da nicht draufgeht obwohl er muss dann ist die Folge sein Problem. :-)

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