Vater meines ungeborenen Kindes möchte uns vor seinen bisherigen Kindern verschweigen - über Umwege von weiteren Kindern erfahren - großer Vertrauensbruch - was tun?

    • (1) 27.05.19 - 21:41

      Hallo zusammen!

      Ich bin gerade etwas ratlos, wie ich mit dem Vater meines ungeborenen Kindes umgehen soll.
      Kennengelernt haben wir uns vor etwa einem Jahr. Er erzählte mir direkt zu Beginn von seinen zwei Töchtern (16 und 6, aus verschiedenen Beziehungen), mit denen er viel Zeit verbringt und auch, dass er mit der Mutter der jüngeren zwar noch verheiratet, aber schon seit geraumer Zeit getrennt sei.
      Er war auch aus der gemeinsamen Wohnung aus- und in eine kleine 1-Zimmer-Wohnung eingezogen, weshalb ich die Sache mit der Trennung für sehr glaubwürdig hielt.

      Jedenfalls ließ ich mich sehr schnell auf ihn ein. Von Verliebtheit zu sprechen, wäre wohl falsch, eher das Gefühl totaler Vertrautheit, gegenseitiger Zuwendung und einer Innigkeit, die ich bis dahin nicht kannte. Nach kurzer Zeit war ich schwanger (ungeplant, ja, aber -da bin ich mir sicher - nicht absolut ungewollt, denn dann wäre es nicht dazu gekommen - wir haben BEIDE eine Schwangerschaft in Kauf genommen, auch wenn wir weit davon entfernt waren, uns als Paar zu bezeichnen) und wir entschieden uns gemeinsam dafür, uns darüber zu freuen und uns unabhängig davon, ob wir noch zu einem Paar würden oder nicht, um das gemeinsame Kind kümmern zu wollen. Wie gesagt, es gab ein immenses Grundvertrauen, dass wir in jedem Fall miteinander reden können und prinzipiell dazu in der Lage wären, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

      Mit der Zeit kam dann wirklich noch die Liebe dazu (zumindest fühlte es sich so an, auch und sogar zuerst von seiner Seite), er lernte mein Umfeld kennen, meine Freunde, Eltern usw.
      Alle waren angetan von dem Umgang zwischen uns und der sichtbaren Freude auf unser Kind.

      Dass seine bisherigen Töchter von uns erfahren sollten, war für mich sonnenklar und soviel wie er von ihnen erzählte, dachte ich, das sei es auch für ihn - natürlich unter der Voraussetzung erst der Frau/ Mutter der jüngeren davon zu erzählen.
      Dieses Gespräch wurde dann auch ordentlich hinausgezögert (da war ich schon im 5. Monat und wunderte mich bereits etwas, warum das so schwer ist, wenn die beiden doch schon seit längerem getrennt sind) und noch viel länger dauerte es, dann endlich mal ein Kennenlernen der Kinder ins Auge zu fassen.
      Jetzt bekomme ich in zwei Monaten unser Kind und habe vor vier Wochen erfahren, dass der 6-Jährigen nichts von uns erzählt werden soll, weil sie -ächäm- diesen Sommer eingeschult wird und man ihr diese Information deshalb nicht zumuten könne - nachdem ich in den Wochen zuvor mit Fotos von ihr und ihrem Vater quasi überhäuft wurde!
      Dass mich das verletzt und daran zweifeln lässt, ob der Vater meines Kindes uns überhaupt mit seinen Kindern bekannt machen will, die Frage, ob die Trennung von seiner Frau überhaupt real ist (oder nicht vielmehr das eigentliche Problem, das man der Tochter erklären müsste) - all das wurde mir nicht zugestanden und machte mich misstrauisch.
      Und siehe da: einmal ordentlich das Internet durchforstet stellte sich heraus, dass es noch zwei weitere Kinder gibt - eins davon vermutlich gerade mal drei Jahre alt.
      Mit dieser neuen Information sehe ich die Verweigerung eines Kennenlernens in völlig neuem Licht: natürlich ist das schwierig, man müsste ja nicht nur die Tochter über die Trennung der Eltern/ einen Seitensprung des Vaters aufklären, ggf sogar über die Existenz eines schon vorhandenen kleinen Halbbruders, man müsste auch mich darüber aufklären, dass es nicht nur zwei sondern vier Kinder gibt!

      Die Frage nun: wie gehe ich damit um?
      Ich möchte nicht, dass mein Kind in der Annahme aufwächst, einen tollen (Wochenend-)Papa aber keine Geschwister zu haben um irgendwann zu erfahren, dass es sogar eine ganze Reihe hat, aber der Vater es vor den anderen verheimlicht hat - weil unser Kind nicht sein durfte.
      Ich wollte auch nie ein Kind ohne Vater groß ziehen - zumal ich einen Umgang überhaupt nicht verhindern kann, sofern er darauf bestehen sollte - aber ich frage mich allen ernstes, was für das Kind schlimmer ist: irgendwann festzustellen, vom Vater, der ja ach so toll ist, verheimlicht worden zu sein oder diesen Vater von vornherein so unbeteiligt wie möglich zu lassen. Und von Anfang an damit offen umzugehen, dass es Geschwister gibt, die aber nichts von meinem Kind wissen (sollen).

      Ich bin wirklich überfordert - hat jemand einen Rat?
      Oder selbst erfahren, wie es ist IRGENDWANN von diversen Halbgeschwistern zu erfahren?
      Oder einen konstruktiven Ratschlag, wie man einer 6-Jährigen von einem baldigen Halbgeschwister erzählt?

      • (2) 27.05.19 - 22:11

        Was sagt er denn zu den weiteren Kindern und wie er sich das vorstellt wird es weiter geht?
        Ich persönlich würde es wohl als schlimmer ansehen ein Geheimnis zu sein.

        • (3) 27.05.19 - 22:51

          Wir haben seitdem ich von den anderen Kindern weiß noch nicht wirklich wieder miteinander gesprochen (weil mich das ganze total fertig macht und ich gerade erstmal eine Kontaktpause brauchte), aber in einer mail rechtfertigte er das Verschweigen der anderen beiden damit, dass ich bei unserem Kennenlernen gesagt hätte, ich wolle nicht in die Situation kommen, mich um seine Kinder kümmern zu müssen.
          Was so nicht stimmt.
          Irgendwann NACHDEM er mir von seinen zwei Kindern erzählt hat, sagte ich ihm, dass ich nicht in die Rolle einer neuen Mutter geraten wolle - was für mich meilenweit von einem Desinteresse entfernt ist. (Mal ganz davon abgesehen, dass sich die Situation in der Zwischenzeit erheblich geändert hat...)

          Wie er sich das für die Zukunft vorstellt, frage ich mich auch.

          (4) 27.05.19 - 23:24

          „Ich persönlich würde es wohl als schlimmer ansehen ein Geheimnis zu sein“

          Heißt? Du würdest lieber gar nichts von deinen Halbgeschwistern wissen wollen?
          Ich kann ihn (und auch die Mütter) ja leider nicht dazu zwingen, den anderen Kindern davon zu erzählen.

          • (5) 28.05.19 - 08:36

            Doch, dass würde ich wollen.
            Ich(!) würde wahrscheinlich dem Kind erzählen wer der Vater ist (im Idealfall kümmert er sich aber sowieso) und von den Kindern erzählen. Dann hat das Kind die Möglichkeit den Vater danach zu fragen. Und dann muss der Vater reagieren.
            Ich stelle es mir schlimm vor, wenn dein Kind das plötzlich durch Zufall erfährt (durchs Internet oder andere Personen) und dann auch noch erfährt, dass du davon wusstest. Dann würde es dir wahrscheinlich nicht mehr so vertrauen.

      >>>wir haben BEIDE eine Schwangerschaft in Kauf genommen, auch wenn wir weit davon entfernt waren, uns als Paar zu bezeichnen)<<<

      An der Stelle habe ich aufgehört zu lesen...

    (9) 27.05.19 - 22:31

    Der Typ hat also 4 bzw. bald 5 Kinder von 4 oder 5 verschiedenen Frauen? 😨

    wieso schreibst du immer nur von der 6-jährigen? Weiß die 16-jährige von dir und der ss und wissen alle 4, die schon da sind, überhaupt voneinander, wenn du das Internet deswegen durchforsten musst?

    Der Typ muss ein wahrer Großverdiener sein bei den Alimenten, die er
    ------
    - wir haben BEIDE eine Schwangerschaft in Kauf genommen, auch wenn wir weit davon entfernt waren, uns als Paar zu bezeichnen---

    Wie passt das zu deiner Aussage, dass du nie ein Kind allein ohne Vater großziehen wolltest? Ihr wart kein Paar und lasst es drauf ankommen? Schräg......

    Ich glaube, dass du ganz andere Baustellen hast als die Frage, wie man einer 6jährigen von Halbgeschwistern erzählt. Er unterschlägt dir noch 2 Kinder und vermehrt sich fröhlich weiter......
    Wenn du im Internet fündig geworden bist, dann schreib jeweils den Müttern der ganzen anderen Kinder eine Geburtsanzeige und überlass es ihnen, wie sie ihren Kindern die Tatsache vermitteln.

    • (10) 27.05.19 - 23:04

      4, bald 5 Kinder von 3-4(?) Frauen - zwei Töchter sind „volle“ Schwestern. Und die stehen auch in Kontakt zur 6-jährigen.
      Das vierte Kind ist mir ein Rätsel, auch wenn seine Frau davon zu wissen scheint (fragt jetzt bitte nicht nach Details, das sind (fast) alles Schlussfolgerungen aus verschiedenen Ecken des Internets)

      Seine Frau weiß von mir (ich habe sie irgendwann angerufen), will aber -verständlicherweise - nichts von mir wissen.
      Ansonsten scheint er niemanden von uns erzählt zu haben. Zumindest würde mich das mittlerweile wundern.

      Und, tja, dass wir es beide darauf ankommen lassen haben - es hat sich eben trotzdem richtig angefühlt. Wie gesagt, es gab ein Grundvertrauen.

      In der Tat habe ich andere Baustellen als die Frage, wie man das einer 6-jährigen erzählt - aber das ist eben auch eine.

      • (11) 27.05.19 - 23:21

        Das alles ist, wie oben schon erwähnt, nicht nur schräg sondern kaum zu fassen.

        Kein paar, trotzdem fröhlich ungeschützt liebe machen?

        Du sprichst von Grundvertrauen, und das dauernd. Aber wie passt das zusammen, dass du übers Internet von zwei weiteren Kindern erfahren musstest?! Das hat doch rein gar nichts mehr mit vertrauen zutun, sondern damit, dass du im Prinzip nichts über diesen Typen weißt, geschweige denn ob er wirklich von seiner Frau getrennt ist.

        Kurz und knapp: an deiner Stelle würde ich laufen, und zwar schnell.

        Und: nach der ss schön verhüten, denn laut deinem Grundvertrauen-Wissen sieht man, dass du überhaupt keines hast.

        LG

        • (12) 27.05.19 - 23:32

          Naja, das Vertrauen liegt ja auch in der Vergangenheit.
          Und zwar deutlich.
          Aber da war es eben.
          Wie gesagt, mein gesamtes Umfeld war total angetan von unserem Umgang miteinander - es scheint Menschen zu geben, die tatsächlich ziemlich gut darin sind, andere von sich zu überzeugen. Das jetzt als reinste Naivität meinerseits hinzustellen halte ich für nicht ganz den Umständen entsprechend.

          • (Zumal mir diese ganze Geschichte mit keinem anderen Mann passiert wäre. Weil ich mich mit einem anderen niemals darauf eingelassen hätte.
            Aber danke für den Hinweis..)

            (14) 27.05.19 - 23:35

            Und ich sage: doch, reinste Naivität.😄

            • Wie geschmacklos sich darüber lustig zu machen! Nah, wer’s nötig hat ...

              • (16) 27.05.19 - 23:58

                Das finde ich auch. Wenn man sich selbst nur überlegen fühlen kann indem man andere runtermacht ist das sehr traurig.

                Ich hoffe die TE nimmt es nicht so ernst, was da evt. schief gelaufen ist weiß sie inzwischen schon selbst.

                • (17) 28.05.19 - 07:05

                  Also ich bin nicht die, die in schwarz schreibt und sich „versteckt“. Also wenn, dann ganz oder gar nicht. Ich muss zu dir und zu der Frau über Dir (Die kommentiert hat) sagen, dass ihr euch total lächerlich macht. Ich mein genau aus solchen Gründen, mit solch einem Verhalten und Naivität gibt es immer unnötige Abtreibungen. Die zwei konnten sich nicht mal als paar bezeichnen, geschweige denn „kannten“ sich richtig und herzeln ungeschützt, ich mein sie „wussten ja worauf sie sich einlassen“. Ernsthaft jetzt? Und sowas redet ihr noch gut?

                  Sorry, aber da fehlen mir die Worte. Kinder machen ist jetzt Mode oder wie? Einfach mal machen, warum nicht. Der Vater ihres noch ungeborenen Kindes hat ja schon 4 von verschiedenen Frauen, was soll’s, ne?😂

                  • (18) 28.05.19 - 08:17

                    Die Anonymität des Internets ist schon was Feines. Da kann man herrlich auf andere einprügeln und sich moralisch überlegen fühlen und andere als lächerlich bezeichnen. Ob mit Graunick oder ohne ist doch völlig wurst.
                    Das Leben geht nunmal nicht nur nach Plan und geradeaus. Die TE hätte sehr wahrscheinlich nicht ein Kind mit dem Mann in die Welt gesetzt, wenn sie seine ganze Geschichte gekannt hätte. Und ich habe nicht das Gefühl, dass das bald zur Welt kommende Kind in prekären Verhältnissen aufwachsen muss, nur weil der Vater sich nicht wie in der heilen Welt um das Kind kümmern wird.
                    Gut, wenn bei anderen immer alles paletti läuft und nach "Norm". Foren sind genau dazu da, nach Lösungen zu fragen, wenn man selbst nicht weiter weiß. Vielleicht wirst du eines Tages auch mal in eine Situation geraten, in der du froh bist, anonym nach Meinungen zu fragen. Und dann sag ich schonmal herzlichen Glückwunsch zu solch empathischen und völlig konstruktiven Hilfen wie deiner.

                    • (19) 28.05.19 - 08:48

                      "Die TE hätte sehr wahrscheinlich nicht ein Kind mit dem Mann in die Welt gesetzt, wenn sie seine ganze Geschichte gekannt hätte."
                      Wie soll man nach 4-6 Wochen Kennen und nichtmal zusammen leben "jemandes ganze Geschichte kennen"?

                      • Mach mal aus den Wochen bitte Monate und denk dann nochmal drüber nach.

                        Im übrigen kannten sich meine Eltern tatsächlich erst 6 Wochen, als sie meinen Bruder zeugten - und es folgten immerhin 15 Jahre Ehe und ich.
                        Ich würde nicht behaupten, dass ein kurzes Kennen grundsätzlich zum Scheitern verurteilt.

                    (21) 28.05.19 - 09:46

                    🤦🏻‍♀️

                (22) 28.05.19 - 11:17

                Na das ist ja wirklich eine komische Aussage mit dem GrauNick... und du schreibst wohl mit deinem vollständigen Namen aus den echten Leben? Falls ja, dann ist hier wohl jemand anderes Naiv als die TE.

                Ich bleibe bei meiner Aussage. Die TE weiß jetzt selbst das was schief gelaufen ist. Sie wollte wissen wie sie jetzt nachdem das Kind schon im Brunnen liegt am besten machen soll. Vielleicht verwendest du deine Energie lieber darin ihr bei der Lösung ihres Problems zu helfen statt ihr zu sagen das sie Probleme hat.🤔

                Alles Liebe für dich. Ich hoffe in deinem Leben machst du nie einen Fehler, ich für meine Teil bin nicht Fehlerfrei und deswegen schwinge ich die Moralkeule auch nicht über andere. Und nein, nur weil ich niemanden runtermache, unterstütze ich keine Abtreibungen. Ich denke das fördern eher so empathielose Beiträge wie deiner.

      Das was du als Grundvertrauen bezeichnest nennt man andernorts Pheromone.

(24) 28.05.19 - 11:03

Und, tja, dass wir es beide darauf ankommen lassen haben - es hat sich eben trotzdem richtig angefühlt. Wie gesagt, es gab ein Grundvertrauen. 
-------

Naja, Heiratsschwindler funktionieren nach ähnlichem Strickmuster. Blender, die Frauen mit ordentlich Schmalz einwickeln. Dazu das hormonumnebelte Hirn der Damenwelt im ersten Jahr der Kennenlernphase und schon ist es passiert. Damit bist du nicht alleine.....


------In der Tat habe ich andere Baustellen als die Frage, wie man das einer 6-jährigen erzählt - aber das ist eben auch eine.------

Wieso ist das DEINE Baustelle? Das geht dich nichts an und steht dir nicht zu, einer 6jährigen irgendwas zu erzählen. Wenn sie bei euch ein- und ausgeht, wird sie deinen dicken Bauch irgendwann sehen. Dann kann der Typ situationsbedingt eine Erklärung abgeben.

Kümmer dich um dein Kind. Dem kannst du natürlich irgendwann von der üppigen Geschwisterschar erzählen. Das sollte ein Kind wissen und kann dann selbst später entscheiden, wie es damit umgeht.. Immerhin hat es mit dem Erzeuger schon Pech gehabt.

  • (25) 28.05.19 - 18:54

    Dass mir das nicht zusteht, ist mir klar. Hatte auch nicht vor, ihr das zu stecken.
    Nur versuche ich immer noch eine (auch für andere Kinder) gute (oder zumindest weniger beschissene) Lösung zu finden, wie sich die Situation klären ließe.

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