Gestörte Familienmitglieder, Kontakt abbrechen?

    • (1) 29.05.19 - 19:23

      Guten Abend, ich bin leider zwiegespalten und extrem leicht zu beeinflussen, daher hätte ich gerne Meinungen von Aussenstehenden.

      Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, wovon mein Großvater allerdings gewalttätig war und meine Großmutter narzisstische Züge zeigte. Das Problem ist, dass diese gewollt ihre Söhne und mich von sich abhängig machen (finanziell sowohl wie emotional), sodass man nicht von ihnen loskommt.
      Meine Großmutter ist ein charakterlich fürchterlicher Mensch, wie ich noch nie jemandem begegnet bin. Sie ist trotzig, benimmt sich wie ein Kleinkind, wenn sie ihren Willen nicht bekommt, sie spielt andere gegeneinander auf, sie erzählt Lügen und lässt einen schlecht darstehen, sie hat mir alles abgenommen, sodass ich mir Selbstständigkeit von Kleinauf beibringen musste, als ich auszog. Egal, wie man es versucht, ihr recht zu machen, man macht IMMER alles falsch und wird dann angeschrien, man sei nutzlos.

      Leider ist sie immer noch so und mir kommt es so vor, als sähe sie mich immer noch als Kind und geht auch so mit mir um.

      Ich wohne mit Freund und Kind zusammen, meine Großeltern sind diese Woche zu Besuch zum Glück mit eigener Ferienwohnung.

      Meine Kleine ist vernarrt in meinen Opa, meine Oma kann sie nicht wirklich leiden (schon lustig, wie Kinder Charakterschweine erkennen:-D)
      Leider halten sie sich auch im Umgang mit ihr nicht an unsere Regeln, auch wenn es Kleinigkeiten sind. Ich will z.b. nicht, dass sie im Einkaufswagen drin sitzt, da ja andere ihr Gemüse dort drin haben und das unhygienisch ist. Zum anderen ist sie alt genug, im Supermarkt selber zu laufen. Wenn man meiner Oma das ruhig erklärt, ist sie sofort angepisst und sagt: Dann nehme ich sie halt nicht mehr mit einkaufen!.

      Leider bin ich sehr stark abhängig von meinen Großeltern, obwohl diese seit der Geburt meiner Tochter noch weniger Interesse an mir als Person haben. Ich weiß nicht, wie ich den Kontakt abbrechen kann.

      Dann ist da noch meine Mutter, sie hat Borderline und ihr wurden meine Brüder vom Jugenamt in ein Heim gesteckt. Sie meldet sich so gut wie nie und wenn doch, dann macht sie Stunk und die typischen borderliner-dinge eben. Es fällt mir auch da schwer, den Kontakt abzubrechen, da ihre Mutter (meine andere Oma) ich sehr gern habe, diese aber leider keine Gefühle zeigen kann.

      Mein Vater hat seit einiger Zeit die Diagnose atypischer Autismus und leider ist er an mir und meiner Tochter nicht interessiert.

      Ich habe leider niemanden in beiden Familien, denen ich vertrauen kann und die ein bisschen normal sind.

      Kann mir jemand sagen, wie ich am besten den Kontakt komplett abbrechen kann? Soll ich vorher noch einen Brief schreiben oder die Menschen einfach blockieren?

      Das Problem ist nämlich bei dem bisschen Kontakt, den wir zurzeit pflegen, dass es mir psychisch immer nach Treffen schlecht geht.

      Ich weiß nicht, ob jemand das Gefühl kennt, wenn man so gar keine Bezugsperson hat, es ist sehr schlimm :(

      Wenn ich höre, dass von Klassenkameraden die Mutter oder der Vater tot ist, dann frage ich mich immer, warum es nicht endlich meine Eltern und Großeltern trifft, damit diese komplett aus meinem Leben und Gedanken verschwinden und ich endlich Ruhe habe.

      Danke fürs Lesen.

      • Wenn du den Kontakt nicht willst, dann solltest du das den Personen mitteilen, zumindest bei den Personen, mit denen du sonst regelmäßig Kontakt hast. Stell dir mal vor, deine Enkeltochter, mit der du regelmäßig sprichst, geht plötzlich nicht ans Telefon. Ich würde mir sonstwas ausmalen.
        Übrigens finde ich allerdings sehr befremdlich, deine Oma dafür zu kritisieren, dass sie Kinder im Einkaufswagen sitzen lässt. Meine Meinung dazu: Wenn man sich über so kleine Sachen aufregt, dann will man sich über die Person ärgern. Unhygienisch ist es definitiv nicht. Unhygienisch hat nichts mit dem persönlichen Sauberkeitsempfinden zu tun.

        • Es finden viele unhygienisch, wenn Kinder mit dreckigen Schuhen im Einkaufswagen sitzen (nicht im speziellen Sitz darin sondern richtig im Einkaufswagen) und das war auch nur ein Beispiel. Und wenn mein Kind später das nicht möchte, dass ich etwas bei meinem Enkel mache, dann habe ich das zu akzeptieren.
          Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass sie sich über jegliche Grenzen hinwegsetzt.

          Trotzdem danke für die Antwort, dann werde ich das so versuchen

          (4) 30.05.19 - 07:25

          Sorry, aber ich finde es auch unmöglich Kinder in Einkaufswagen sitzen zu lassen. Dafür gibt es den Sitz.
          Passen sie nicht mehr rein, müssen sie halt laufen.
          Bei ist es in manchen Läden sogar "verboten".

      (5) 29.05.19 - 20:06

      Fang mit einer Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe für Angehörige von psychisch Kranken an.

      Direkt abbrechen geht natürlich auch. Die Frage ist dann eher, wie kommst du damit klar, wenn sie dich zurückholen (durch psychischen Druck, Erpressung, bestehende Abhängigkeit).

      Wie oft kannst du dich losreißen?

      Klar, es geht auch mit mehreren Anläufen. Die Frage ist, wie viele man selbst aushält.

      Daher mein Rat direkt Begleitung dazu zu suchen und dann Unterstützung zu haben, wenn der Kontakt abgebrochen ist. Wenn Vorwürfe kommen (auf welchem Weg auch immer), wenn die Abhängigkeit dich wie eine Sucht zu etwas treibt, was du gar nicht willst.

      Mit Begleitung kann das einfacher sein.

    Das mit dem Einkaufswagen lädt natürlich dazu ein, dass sich jeder jetzt genau an diesem Beispiel aufhängen und es am Thema vorbei gehen könnte.

    Alles andere klingt aber tatsächlich alles andere als schön.
    Ich selbst habe sehr wenig Kontakt zu vielen meiner Verwandten. Ich habe es damals mitgeteilt, dass ich erstmal keinen Kontakt haben will und falls es sich ändert, ich mich dann melden werde. Ich müsste aber erstmal für mich persönlich einiges ordnen.
    So in der Art habe ich es ausgedrückt.

    Bleib bei dir, mach so wenig Vorwürfe wie möglich und dann zieh es aber auch durch, selbst wenn es schwer ist.

    Meine Mutter hat damals immer wieder den Kontakt gesucht und jedes mal eskalierte es dann, obwohl ich einfach nur meine Ruhe haben wollte.

    Es hat fünf Jahre gedauert, bis ich zumindest oberflächlichen Kontakt wieder zulassen konnte. Zu mehr wird es zwischen uns auch nicht mehr kommen, dafür Sorge ich.
    Und so ist es gut.
    Kontakt zu meinen Großeltern habe ich weiterhin nicht, weil die mir einfach nicht wichtig genug sind, um das Risiko einzugehen, dass es wieder eskaliert.


    Was ich dir raten würde : wenn du den Kontakt abbrichst, dann bleib standhaft dabei. So wenig Vorwürfe und Erklärungen wie möglich. Und nimm den Kontakt erst wieder auf, wenn du stark genug bist mit eventuellen blöden Situationen zwischen euch gut umzugehen und es nicht mehr so an dich ran zu lassen.

    Hast du vielleicht therapeutische Unterstützung?

    • Vielen Dank und ich wünsche dir auch weiterhin sehr viel Kraft. Das motiviert mich extrem, dass es noch andere Personen geschafft haben!

      Ich bin seit meiner Kindheit in therapeutischer Behandlung, aber immer mit Unterbrechungen und vor 1 Jahr das letzte Mal. Seit Beginn der Ausbildung habe ich wenig Zeit und in der Nähe auch keinen Therapeuten.

(9) 29.05.19 - 20:14

Therapie?!! Um den umgang damit zu lernen, Kann sich sonst auch aufs kind übertragen

(12) 29.05.19 - 21:55

Ich kenne mehrere Personen, die den Kontakt zu psychisch kranken Familienmitgliedern zunächst abgebrochen haben, dann in einer Therapie gelernt haben, ihre Kindheit und den Umgang mit diesen Personen zu verarbeiten und dann teilweise den Kontakt wiederhergestellt haben.

Meistens geschah das nach einer Eskalation einfach von heute auf morgen, ohne Ankündigung oder Erklärung. Es ist auch nicht so, dass man sich dabei irgendwie rechtfertigen muss. Die Frage ist also nicht, was sollst Du tun, sondern wie willst Du es tun. :-)

(13) 30.05.19 - 06:21

Ich würde den Kontakt an deiner Stelle abbrechen !

Bei dem Beispiel mit dem Einkaufswagen dachte ich mir auch erst, ok; die ist aber kleinlich.
Aber ich glaube du meinst es nicht so, dass es für deine Tochter unhygienisch ist sondern für alle anderen, die ihre Tomaten da hinlegen wo deine Tochter mit ihren dreckigen Schuhen gestanden ist. Und damit hast du vollkommen recht.
Und selbst wenn nicht - ja, du bist die Mama und andere sollten sich an deine Regeln halten !!

Aber was meinst du damit dass du abhängig von deiner Oma bist ? Inwiefern anhängig ?

(17) 30.05.19 - 07:26

Hallo

Wieso bist du abhängig von ihr?

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