Das Papa Rollenbild

    • (1) 01.06.19 - 10:27

      Hallo, regelmäßig bin ich entsetzt über das Paparollenbild.
      Eine Mama kann nur (mehr) arbeiten, wenn der Papa bereit ist xyz zu erledigen und die Fähigkeiten abc hat.

      Warum? Was haben die entsprechenden Frauen für Männer zu Hause? Unfähige Idioten?
      Es ist der Job eines Elternteils sich um sein Kind zu kümmern pupsegal welches Geschlecht das Elternteil hat.
      Wenn sich beide kümmern können auch beide arbeiten gehen.
      Wenn eine Familie das kümmern ins Ungleichgewicht bringt, sollten beide Elternteile damit einverstanden sein. Und dann ist es vollkommen okay so.

      Gruß Sol

      • (2) 01.06.19 - 10:42

        Amen. In jeder Beziehung kann man sich Aufgaben teilen. Wenn es perfekt läuft dann auch nach Neigung und Talent.

        Aber beide Elternteile können den Kids bei Hausaufgaben helfen. Wenn Papa es in Mathematik tut und Mama übt Diktat ist doch alles prima.

        Man kann nicht den Mann in die Alleinverdienerrolle zementieren und sich dann wundern wenn er nach Jahren die Kids nicht ins Bett bringen kann.

        Gleichberechtigung ist eine Chance auf Bereicherung für alle, Mutter, Vater und Kinder!

        LG
        Muriel 🐇

        Deinem Beitrag stimme ich an und für sich völlig zu.

        Hier musste ich allerdings schlucken:
        "Wenn Papa es in Mathematik tut und Mama übt Diktat ist doch alles prima."

        Die Fachbereiche wurden sicher nicht zufällig dem jeweiligen Geschlecht zugeordnet.

        Ich erinnere mich noch an meine praktische Ausbildung. Als ich während der Referendarzeit einem kurz vor der Pensionierung stehenden Familienrichter zugewiesen wurde, erzählte der was vom Umgang mit Großeltern. Der Opa spielt mit dem Enkel Fußball und die Oma macht mit der Enkelin Handarbeiten. Ich sah vor meinem inneren Auge einen Dinosaurier und bin heute immer wieder negativ überrascht, wie wenig sich getan hat und sich die Uhren mittlerweile sogar rückwärts drehen. Leider nicht nur bei Urbia.

        • Ich glaube, solche Aussagen sind gar nicht böse gemeint, aber entsprechen doch nun mal der Mehrheit. Natürlich gibt es auch Frauen, die ein Matheass sind und Naturwissenschaften toll finden. Ich habe eine Freundin, die gerade ihren Doktor in Physik macht. Genauso gibt es Männer, die totale Sprachtalente sind und mit Mathe nichts anfangen können. Aber wenn man sich die Studiengänge anschaut, sitzen nun mal wirklich mehr Frauen in den Sprachen und mehr Männer in den Naturwissenschaften. Zumindest an meiner Uni war das so. 😉 Also ich würde solche Aussagen nicht auf die Goldwaage legen und nicht gleichsetzen mit „Frauen können kein Mathe und Männer keine Sprachen“.
          Bei uns zu Hause ist es übrigens die Wahrheit. Ich super Gespür für Rechtschreibung und Grammatik, lerne schnell Sprachen, aber logisches Denken und Mathe? Nee dafür ist mein Freund zuständig. 😅

          • Danke für deine nette Antwort!

            Mir ist klar, dass das einen Teil der Realität abbildet, aber da sehe ich auch gleichzeitig das Problem. Die Erwartung prägt das Verhalten. Bleibt es dabei und die Muster werden nicht aufgebrochen, werden wir auch künftig zu wenig Frauen in MINT-Fächern erleben.

            Das ist nicht naturgegeben. In arabischen Ländern ist der Anteil an Frauen nicht nur wesentlich höher, sondern es gibt teilweise sogar Quoten für Männer. Die damit verbundenen Berufsbilder sind dort aber mit viel weniger Prestige verbunden als bei uns. Typisch also, dass sie von Frauen belegt werden.

            Interessant, wenn auch nicht gerade überraschend, finde ich auch, dass Mädchen mit zunehmendem Abbau von Benachteiligungen besser in Mathematik werden.
            https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/mathematik-leistungen-in-der-schule-die-maedchen-holen-auf-a-1118988.html

            Kurz: Ich möchte nichts auf die Goldwaage legen, aber gerade wenn es in einem Thread um Rollenbilder geht, wäre es doch schön, nicht Klischees zu bedienen.

            • Okay, das klingt wirklich interessant. Mir ist nicht ganz klar, wie man jemanden dazu erziehen kann, kein Mathe-Überflieger zu sein, aber wahrscheinlich nur deshalb, weil ich es selbst nicht erlebt habe. Bei mir waren die Erwartungen groß: die Großeltern Mathelehrer, Eltern beide Mathe studiert und dann kam ich mit meinem fehlenden Matheverständnis. Gerade meinem Papa fiel es sehr schwer, einzusehen, dass meine Stärken einfach woanders liegen. Wenn ich mit ihm Hausaufgaben gemacht habe, habe ich regelmäßig geheult, weil er keine Geduld hatte und nicht verstehen konnte, warum ich es nicht verstehe. Es folgte dann Mathenachhilfe bei Oma. 😂 Aber ein Überflieger ist aus mir zur Enttäuschung aller nicht geworden.

              • Du meine Güte, das war sicher nicht einfach für dich. Ich stelle es mir sehr belastend für ein Kind vor, wenn solche Erwartungen gestellt werden, die dann nicht erfüllt werden können.

                Dass Eltern sich wünschen, der eigene Weg werde dann von den Kindern fortgesetzt, kann ich ja noch verstehen. Das geht ja vielen Eltern bezogen auf die Übernahme des Familienbetriebs so. Wünsche sollten aber nicht zu Erwartungen werden und wen das Kind andere Neigungen hat, sind diese nicht schlechtere, sondern eben andere.

                Hoffentlich hast du trotz der fehlenden Unterstützung einen beruflichen Weg gefunden, der dir entspricht.

                In meinem Beruf ist der Frauenanteil jetzt schon fast ausgewogen, das war noch bei Beginn meiner Ausbildung noch ganz anders und vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar.

                • Ja gute Schulnoten waren bei uns in der Familie das A und O, in jedem Fach. Bei einer 2 hat mein Papa geguckt, warum es denn keine 1 geworden ist und nächstes Mal müsste ich mich dann mehr anstrengen. Naja ab dem Gymnasium waren 2en in Mathe dann auch okay. 😅
                  Aber alles gut. Ich weiß ja, dass er nur mein Bestes wollte, auch wenn er nicht den besten Weg gewählt hat, mir das zu zeigen. Bei meinen Kindern werde ich das anders halten. Ich bin übrigens Grundschullehrerin geworden, für Englisch und Deutsch vorrangig. 😉 Frauenanteil geschätzt 90%. 😆
                  In welchem Beruf arbeitest du denn?

                  • Eine 2 war schon ein Problem? Da wurde aber ordentlich viel Druck aufgebaut.

                    Bei uns war das nicht so. Das hatte bei uns allerdings den Hintergrund, dass die Eltern sich gegenseitig das Leben so schwer gemacht haben, dass schulische Belange nicht von Interesse waren. Das liest sich jetzt bestimmt sehr unschön. Ich habe liebe Eltern, bzw. hatte sie, nachdem mein Vater nicht mehr am Leben ist. Sie haben aber nicht gut zusammengepasst.

                    Ich bin Juristin.

              (14) 01.06.19 - 20:18

              Ein Mädchen bringt eine schlechte Mathearbeit nach Hause. Anschließend bekommt es von vielen Personen Sprüche dazu zu hören. Wenn genug Sprüche lauten : Naja ist halt ein Mädchen
              Dann glaubt das Mädchen manchmal den Sprüchen.

              Sprüche reichen vollkommen aus um jemanden klein zu halten. Leider

(15) 01.06.19 - 10:49

Jeder das seine! Ich bin gerne zu Hause bei den Kindern mein Mann geht gerne arbeiten und ist einfach kein Hausmann! Aber wir sind beide zufrieden mit unseren Rollen, ich arbeite momentan in Elternzeit nur 7 Stunden. Dann irgendwann wieder mehr. Wir haben diese Entscheidung gemeinsam getroffen und für uns ist sie perfekt!
Keiner fühlt sich schlecht, natürlich manchmal fällt einem die Decke auf den Kopf aber das gibt es im Arbeitsalltag denke ich auch Höhen und Tiefen gehören dazu.
Und das Wochenende gehört uns ab ins Wohnmobil und los😊

(17) 01.06.19 - 11:58

Ich sehe es auch so.
Meine Überlegung dazu ist, dass häufig eben die Mama allein das erste Jahr mit Baby zu Hause bleibt, was ja auch fast nicht anders möglich ist, wenn man stillt. Dadurch sind viele Babys/Kleinkinder dann vielleicht doch eher mamageprägt, weshalb die Papas dann Angst bekommen, zu viel Zeit mit dem Kind zu verbringen. Es könnte ja dann weinen, weil Mama nicht da ist. 🤷🏾‍♀️
Bei uns war es zwar auch so, dass ich ein Jahr mit der Kleinen zu Hause blieb, aber mein Freund war trotzdem mit Leib und Seele Papa und hat schon immer darauf geachtet, viel Zeit mit Kind zu verbringen. Als ich dann nicht mehr so viel gestillt habe, konnte ich die beiden super allein lassen. Und bei uns klappt es auch sehr gut, dass beide arbeiten gehen.

(18) 01.06.19 - 12:10

Ich habe mich in dem Thread unglücklich ausgedrückt. Es geht nicht darum was "Papa" oder wer auch immer bereit ist zu tun sondern was egal wer denkt dass zu tun ist. Das war nur ein Beispiel auf den Fall der TE bezogen. Die selbe Frage muss sich natürlich auch eine Mutter stellen die das Kind betreut!

Und die Frage stelle ich aus gegebenem Anlass, weil hier im Ort gerade im Kindergarten und Schule große Aufregung herrscht weil Eltern sich beschweren was der Kindergarten und die Schule den Kindern alles beibringen müssen und man sich darüber aufregt was man nicht alles noch zu Hause tun muss. Ich will jetzt auch gar nicht "bewerten" ob nun die Eltern zu wenig tun oder der Kindergarten wirklich zu wenig macht, die Debatte hier zeigt aber in meinen Augen dass die Frage der "Betreuung" eben nicht dadurch geklärt ist dass man die Zeiten abgedeckt hat sondern dass das Thema viel komplexer ist und dass die wichtigen Fragen, die nach der Qualität egal durch wen, in diesen ganzen Threads oft kein einziges Mal gestellt wird! Es wirkt immer so als ginge es nur darum dass das Kind in den fraglichen Zeiten "aufgeräumt" ist. Nie darum ob in diesen Zeiten auch das getan wird was getan werden muss.

  • (19) 01.06.19 - 13:48

    Ich glaube, du hast da einen erheblichen Denkfehler. Mehr Quantität bedeutet ja nicht automatisch mehr Qualität, wie auch das Gegenteil nicht zwangsläufig ist.

    Ob ich Vollzeit arbeite oder Vollzeitmutter bzw. -Vater bin, ich habe eigene Vorstellungen davon, was meinem Kind mitgegeben werden muss. Und dafür kann ich auch Sorge tragen, wenn mein Kind nicht ausschließlich von den Eltern betreut wird. Es ist ja auch nicht so, dass ein Kind, welches ganztags im Kindergarten ist, keine Zeit mit den Eltern verbringt und die Eltern keinerlei Einfluss aufs eigene Kind mehr hätten.
    Zugleich sollte man sich davon verabschieden, allein zu wissen, was gut für mein Kind ist. Ein Kind wächst vielmehr an verschiedensten Einflüssen. Während die Großeltern, gerade auch, weil die nicht mit permanenten „Förderanspruch“ das Kind im Alltag mitlaufen lassen, eben genau dadurch viele Dinge vermitteln, die im Leben der Eltern keine große Rolle spielen, lernen sie in Krippe/Kindergarten/Ganztagsschule andere Dinge, zu denen man zuhause ggf. gar keine Möglichkeit hat, weil eigenes Talent, die Gruppe Gleichaltriger oder schlicht das entsprechende Material fehlt.

    Sicher, auch ich kenne Kinder, die grundlegende Dinge nicht beherrschen. Jedoch gibt es das sowohl bei arbeitenden als auch bei gar nicht arbeitenden Kindern. Das Problem ist hier nicht die Betreuungssituation sondern die grundsätzliche Haltung der Eltern.

    Daher halte ich es für falsch, derartige Defizite in irgendeinen Zusammenhang mit dem Thema Fremdbetreuung zu bringen. Es gibt ihn nicht. Vielmehr scheint hier eine Scheinargumentation das ewige Thema Fremdbetreuung mal wieder diskreditieren zu wollen und den auch nicht ganz neuen Punkt von der bloßen Kinderverwahrung mal wieder zu bemühen versuchen.

    • (20) 01.06.19 - 13:54

      Super auf den Punkt gebracht 👍

      Endlich! Super Beitrag!

      (22) 01.06.19 - 17:19

      Ob Fremdbetreuung gut oder schlecht ist hängt von ganz vielen Faktoren ab und wird sich nie verallgemeinern lassen.
      1. Das Alter des Kindes. Ob das Kind unter 2 Jahre ist oder über 3 spielt für die Betreeung eine große Rolle. Da kommt es auch auf das jeweilige Kind an wie es mit der Situation zu recht kommt.
      2. Der Kindergarten und ihre Betreuer. Je jünger das Kind ist umso wichtiger ist es natürlich eine feste Bezugsperson und Struktur dort zu haben. Viele Kindergärten können es personell nicht leisten.
      3. Zeit. Je mehr ich arbeite umso weniger habe ich nunmal Zeit für mein Kind. Ich weiß nicht wie man wenig Zeit mit Qualität aufwerten soll, wenn man jetzt nicht gerade das negativste Beispiel raussucht.

      Ich denke, das größte Problem ist es das passende Kind für den in Frage kommende Kindergarten zu haben. Und wenn ich dabei ein schlechtes Gefühl habe, dass sich mein Kind dort wohlfühlt, dann muss ein Elternteil nunmal noch etwas länger zu Hause bleiben. Diese Dinge sind nunmal nicht planbar und müssen dann zum Wohle des Kindes entschieden werden.

      (23) 01.06.19 - 17:48

      "Mehr Quantität bedeutet ja nicht automatisch mehr Qualität, wie auch das Gegenteil nicht zwangsläufig ist."

      Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Dein Satz ist wahr, trifft aber auf ALLE Betreuenden zu. Deswegen muss man jeden "Fall" einzeln betrachten. Was mir hier aufstößt ist dieses "Ach die Kita hat bis 17 Uhr auf und dann hat die Oma noch ne Stunde, ja dann ist doch alles super". Keiner weiß welche Qualität die Kita hat und dass das Kind da bis 17 Uhr hinkann bedeutet eben nichts. Genauso die Oma, ich kenne einige Omas die die Enkel schön vorm Fernseher parken, andere beteiligen sich an der Hausaufgabenbetreuung, andere kochen eben Spätzle und backen Kuchen. Da keiner weiß was in der "Omastunde" passiert kann man auch keine Aussage treffen ob das nun gut oder nicht gut ist.

      Ich gebe Dir völlig Recht, es liegt an der grundliegenden Haltung der Eltern, der Kita und der Grosseltern ob und in welchem Verhältnis zueinander das alles gut wird. Ne Fernsehoma passt am besten nur ne Stunde auf, ne Garten - Koch - Geschichtenvorleseoma kann stundenlang auf ein Kind aufpassen ohne dass man ein schlechtes Gefühl haben muss.
      Nur hier stellt nie jemand die Frage was macht denn die Mama, die Oma, was macht denn der Papa, wie gut ist denn die Kita. hier wird die Frage nach der Qualität nie gestellt.Gehen alle immer davon aus dass alle Beteiligten das super machen? Oder ist es egal?
      DAS wollte ich mal zum Ausdruck bringen. Egal wessen Betreuung man jetzt anschaut.

      • (24) 02.06.19 - 09:53

        Richtig, niemand stellt hier die Frage, was Mama, Oma, Papa, der Kindergarten etc. macht.
        In diesem Thread geht es um das Rollenbild des Vaters. Warum soll man hier darüber reden? Nun, wer ernsthaft mit einem Mann Kinder in der Welt setzt und dann die Betreuungsqualität desselben infrage stellt, den kann ich ohnehin nicht verstehen und ich bin doch recht verwundert, dass unter der Überschrift „Papa Rollenbild“ sowas diskutiert wird. Was hast du denn für einen Mann?

        Weiter unten geht es in einem anderen Thread darum, ob man eine Vollzeitstelle annehmen soll oder nicht. Das Thema ist nicht, wie gut wo betreut wird und schon gar nicht mit dem Schwerpunkt vorschulische Bildung. Weshalb sollte man dort solche Fragen stellen und in welchem Umfeld bewegst du dich? Deine Anmerkungen diesbezüglich implizieren nämlich ein Desinteresse der Eltern. Ich kenne jedoch niemanden, der sich nicht im Vorfeld solche Fragen stellen würde und der nicht sehr viel Zeit darauf verwendet, die optimale Betreuung fürs Kind sicherzustellen.
        Und dennoch gilt auch hier, Fragestellung verfehlt und so hat es den Anschein, es geht dir vor allem darum, die nicht mütterzentrierte Betreuung schlecht zu reden. Sei es, weil du dringend Argumente brauchst, um deinen Weg zu rechtfertigen oder weil dein Umfeld eher problematisch ist, was gute Kinderbetreuung angeht. Das kann und will ich nicht beurteilen.

    Abgesehen davon ist das Problem nicht neu. Als ich zur Primarschule gegangen bin, hat man die "schwierigen" Fälle in eine eigene Klasse aussortiert und ab Sekundarstufe in einem gesonderten Gebäude aufkonzentriert und von Lehrern unterrichten lassen, die auch bei der Fremdenlegion als Instruktoren hätten Karriere machen können. Das hat die Sichtbarkeit des Problems minimiert, die betroffenen Schüler aber von Anfang an auf Karriere mit Mindestlohn oder Sozialhilfe festgenagelt.

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