Internationale Familie,beleidigt auf Straße

    • (1) 03.06.19 - 21:11
      Gerkorea

      Hallo liebe Muttis und Schwangere oder auch Männer,

      Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin und möchte einfach mein Frust irgendwo rauslassen.

      Mein Mann, stammend aus Südkorea, gab alles für mich auf und kam nach Deutschland für mich, da ich selbst in einer schwierigen Situation steckte wo ich nicht wegkonnte.
      In sein Land hat er ein Bachelor-Abschluss absolviert und besucht derzeit die Deutschschule.
      Außerdem bin ich in der 39SSW. *Freu*

      Nun heute als wir draußen spazieren gingen, Hand in Hand und total glücklich waren dort betrunkene Idioten die lautstark “Ihhhhhh” ruften sowie “Rassenschande” und sowas.
      Das Gebabbel war leider schwer zu verstehen, aber diese Wörter hörte ich ganz klar raus.
      Davon abgesehen, dass mein Vater selbst spanische/italienische Wurzeln hat obwohl man es mir nicht ansieht -.-

      Da mein Mann diese Wörte noch nicht versteht und ich geschockt war, habe ich es auch nicht übersetzt.

      Jedenfalls kann ich es nicht glauben, dass es solche Personen gibt.
      Ich weiß einfach nicht wie ich reagieren soll.

      Und ich möchte ungern mein Mann es mitteilen, da ich Angst habe er macht sonst Probleme.

      Was würdet ihr in so einer Situation machen oder wie würdet ihr reagieren??

      Mit freundlichen Grüßen

      • (2) 03.06.19 - 21:14

        Hallo!

        Das ist natürlich nicht schön. Aber in der Situation in der Du/ihr wart, hätte ich vermutlich nichts gemacht. Es kann ja auch ganz schnell mal gefährlich werden und du bist auch noch schwanger...
        Ich weiß ja nicht, ob man solche Leute anzeigen kann. Sonst hättest Du die Polizei rufen können.

        (3) 03.06.19 - 21:23

        Hi

        Ich glaube Betrunkene ignoriert man am besten.
        Die wollen erreichen, dass ihr euch aufregt, wenn du das tust und dich auf ein Streitgespräch einlässt, wäre mir das Risiko zu hoch das es eskaliert.
        Wo lebt ihr denn?
        Ich finde es echt schockierend, das sich Menschen so in der Öffentlichkeit äußern.

        (4) 03.06.19 - 21:25

        Hi,
        Ignoriere doch sowas bitte einfach und geht weiter. Solche Idioten gibts überall auf der Welt. Und Betrunkene noch dazu... wenn du ein Mann wärst, hätten sie wahrscheinlich Schwuchteln oder so ähnlich gerufen. Solche Leute sind frustriert und haben doch an allem was auszusetzen.
        Lg

      • Ignorieren

        (6) 03.06.19 - 21:29

        Es gibt genug gestörte Leute auf dieser Welt. Einfach ignorieren und weiterlaufen😉

        Seh es doch selber. Du bist glücklich verheiratet und schwanger, bekommst bald dein Baby und dann kommen irgendwelche kranken ****vom urbia-Team editiert**** die sich am Montag morgen besaufen und meinen andere blöd anmachen zu müssen. Einfach ignorieren👍🏻

        Gestörte Leute lauern überall und man weiß nicht wo man welchen begegnet😂

        Vergessen es und Freund dich auf dein Baby😉

        Baldmama1997

      • Was für Probleme würde dein Mann denn dann machen wenn er es erfahren würde?

        Lg Lena

        (8) 03.06.19 - 21:54

        Sie waren betrunken, da hätte ich mich nur fremdgeschämt für sie und wäre weitergegangen. Du hättest die Polizei rufen können oder eine Szene machen, wäre aber in DER Situation nicht meine Wahl gewesen. VG

        (9) 03.06.19 - 22:19

        Ich kann Dich sehr gut verstehen ich finde es total verletzend, was Euch da passiert ist und wäre an Deiner Stelle auch verstört. Ich könnte es meinem Mann an Deiner Stelle nicht verschweigen, es läge mir zu sehr auf der Seele. Andererseits kann er ja auch nicht viel machen, und es müßte noch einer mehr leiden...
        Ansonsten, wenn Deine Frage war, ob Du denen hättest antworten sollen- klares Nein! Die haben offensichtlich schwer einen an der Waffel und sind dementsprechend gefährlich. Ich hab mal einem geantwortet, der meiner Freundin und mir, die Hand in Hand gelaufen sind, homophobe Beleidigungen nachgerufen hat. Der wollte uns dann verkloppen, war ziemlich offensichtlich auch betrunken oder auf Drogen (das hatte ich zunächst nicht gemerkt). Zum Glück hatte jemand die Polizei gerufen (die nie gekommen ist), was der Freund dieses Typen ihm gesagt hat, woraufhin er abgehauen ist. Ich fühle sehr mit Dir und finde es sehr schlimm, daß man für das Zeigen seiner Liebe so etwas erfahren muß. Ich habe seitdem nie wieder mit einer Freundin in der Öffentlichkeit Händchen gehalten und es fehlt mir. Aber dafür mein Leben oder meine Gesundheit riskieren will ich auch nicht. Euch beiden alles Gute mit Eurer kleinen Familie! (Der Vater meiner Tochter ist übrigens Halbmartinikaner, "Rassenschande" hätte ich also zusätzlich zu Homosexualität auch noch zu bieten...)

        (10) 03.06.19 - 23:39

        Hallo,

        es tut mir leid, was du da erlebt hast. Ich fürchte tatsächlich, dass Rassismus in unserer Gesellschaft viel verbreiterter ist, als wir es wahrhaben wollen. Solche Äußerungen sind m. E. auch nicht nur als dummes provokatives Gelaber streitlustiger Betrunkener abzutun, sondern weisen durch das Verwenden des Begriffs 'Rassenschande' auf ein tiefbraunes Gedankengut hin.
        Und hier bin ich im Zwiespalt: Mit Rassisten kann man nach meiner Erfahrung nicht konstruktiv diskutieren. Deren Weltbild ist in der Regel dermaßen zementiert, dass man da auch nicht durchdringt. Ignorieren ist aber irgendwie auch falsch, da man ihnen dadurch den Raum für ihre menschenverachtenden Theorien lässt. Tatsächlich würde ich an deiner Stelle - auch im Hinblick auf die Befürchtung, dass euch so etwas wieder geschehen könnte - mich darüber informieren, mit welchen Äußerungen/Drohungen Straftatbestände erfüllt wären, und die entsprechend zur Anzeige bringen - dass dies im Einzelfall kaum Wirkung zeigt, ist klar. Aber wenn man sich vorstellt, dass jede rassistische Beleidigung/Bedrohung bei der Polizei dokumentiert wäre, würde das m.E. den Dialog darüber verstärken, für welche Werte unserer Gesellschaft man sich einsetzen will und welche Probleme in welchem Ausmaß bestehen.
        Grundsätzlich bist du natürlich - vor allem in deinem hochschwangeren Zustand - besser dran, wenn du die Konfrontation mit aggressiven Menschen auf Drogen vermeidest, denn du musst dich schützen.

        Alles gute, c

        Tut mir leid was du erlebt hast, ich schließe mich der Antwort über mir an .
        Es gibt mehr Rassimus in Deutschland als man denkt , ich bin hier gross geworden komme aus einer Großstadt und bin Muslima .
        Mir schreien Leute vor meinem Kind ins Gesicht , dass ich und mein Kind aufs Gleis gehören ist mir auch schon zu Ohren gekommen.

        Momentan bin ich wieder kurzzeitig in Deutschland ( sind ausgewandert ) und es ist sehr störend und hat die letzten Jahre deutlich und stark zugenommen.

        Ich bin da nicht so zart beseitet , mir macht es generell nichts aus , eben wegen der Kinder ist es unschön .

        Ich würde dir auch raten nicht zu reagieren und dass du deinem Mann nichts gesagt hast verstehe ich .
        Er kann die Situation ja noch nicht einschätzen, kennt die Kultur hier nicht und ist dann vielleicht voreingenommen.

        Es sind nicht alles so , aber es gibt sie .
        Wie überall auf der Welt.

        (12) 04.06.19 - 06:13

        Wenn Dein Mann nicht komplett auf der Nudelsuppn dahergeschwommen ist, dann weiß er, dass es "so was" in Deutschland gibt. In der Regel informiert man sich ja vor der Auswanderung über das Zielland. Ich würde auch vermuten, dass er, auch wenn er die Wörter nicht verstanden hat, durchaus in der Lage ist, anhand der nonverbalen Kommunikation und spätestens aufgrund Deines Schocks zu erkennen, dass da was sehr Unschönes gelaufen ist.

        Ich fände es daher falsch, gar nicht über den Vorfall zu sprechen. Das Problem Ausländerfeindlichkeit gibt es in Deutschland (und anderswo), das ist Eure gemeinsame Herausforderung und es wird ggf auch mal Euer Kind betreffen. Ihr müsst für Euch eine Linie finden, wie Ihr damit umgehen wollt. Ob Ihr solche Schmähungen emotional an Euch ran lasst, oder ob Ihr drüber steht und auch Eurem Kind vermittelt, das "rechts rein und links raus" zu lassen.

        In der Akutsituation halte ich es aber für richtig, nicht in die Konfrontation mit den Beleidigern zu gehen. Damit eskaliert die Lage, und dem durchschnittlich sozialisierten Menschen fehlt vermutlich das Quäntchen Skrupellosigkeit, um in einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem betrunkenen Rassisten nicht zweiter Sieger zu werden.

        • (13) 04.06.19 - 20:46

          Ich stimme dir weitestgehend zu. Die Menschen, egal woher sie kommen, müssen überall darauf gefasst sein, mit Rassismuss konfrontiert zu werden. Das passiert auch oft genug deutschen, die für Ausländer gehalten werden, weil man inzwischen einigen nicht mehr ansieht, woher sie kommen.

          Aber... „in der Regel informiert man sich ja vor der Auswanderung über das zielland“ also ich finde nirgends, dass es für
          Deutschland üblich ist, dass alkoholisierte rassigsten Menschen auf der Straße anpöbeln. Ich glaube, da kann man schauen wie man lustig ist, sowas steht nicht als allgemeine Info über das Land nach der Einwohnerzahl. Ich würde nicht auf die Idee kommen, sowas explizit zu googeln!

          Und: „wenn dein Mann nicht komplett auf der Nudelsuppe dahergeschwommen ist“...
          Finde ich auch nicht sonderlich nett!
          Bei solchen Formulierungen benimmt man sich auch nicht besser, als Alkohol doofe idioten, die Nonsens sabbeln. Sorry, geht gar nicht!

      Meine Familie ist aus Südasien. Man sieht es mir an. Das wird nicht das letzte mal gewesen sein, dass dein Mann und dein Kind so etwas erleben. Tut mir leid, aber das ist die Realität. Gerade vor zwei Wochen hat mir eine Frau hinter hergerufen, dass Frauen wie ich abgeschlachtet gehören. Ich hatte nichts mit ihr zu tun und bin einfach die Straße entlang gelaufen. Ich könnte nicht zählen, wie oft mir Menschen derartige Beleidigungen nachgerufen haben.

      "Gerade vor zwei Wochen hat mir eine Frau hinter hergerufen, dass Frauen wie ich abgeschlachtet gehören."

      Unfassbar 😱. Ich bin total schockiert, dass es sowas überhaupt gibt.

      • Oh du, ich könnt Geschichten erzählen... Einmal hat ein Busfahrer mich wegen meiner Hautfarbe nicht mitfahren lassen und das in Berlin! Vor nicht allzu langer Zeit ist ein Mann aus dem Aufzug ausgestiegen, weil er diesen nicht mit einer Ausländerin zusammen nutzen wollten. Ich sage hier einmal eine Sache, die viele Weiße so vielleicht nicht erleben. Rassismus ist durch Pegida und die AfD wieder salonfähig geworden. Mir begegnet aktiver Rassismus, wie Menschen, die aus dem Aufzug aussteigen (mit Kommentar) oder Ähnliches mit einer deutlich gestiegenen Regelmäßigkeit, seit die AfD Erfolge verzeichnet. Es lässt mich manchmal einfach nur verzweifeln. Es macht mich so wütend.

        • Mich macht es auch sooo wütend, sowas zu lesen. Daß es Dir passiert, daß das offensichtlich immer salonfähiger wird, wie dumm muß man denn sein, einen Menschen allein aufgrund seiner Hautfarbe (Religion, Geschlecht, Sexuelle Orientierung, Körperfülle etc...) abzulehnen... Solche Leute sollten sich in Grund und Boden schämen, werden es aber leider nie tun, die sind doch völlig merkbefreit.

>> Jedenfalls kann ich es nicht glauben, dass es solche Personen gibt.<<

Dann frage ich mich ernsthaft, in welcher Welt du bisher gelebt hast #kratz
Ich persönlich würde gar nichts machen, einfach ignorieren, sonst eskaliert es nur.

  • Ich treffe immer wieder weiße Menschen, die absolut schockiert sind, dass mir in meinem Leben einiges an Rassismus in Deutschland widerfahren ist.

    • Meine Mutter ist aus Südasien. Ich habe mir auch schon von blütenweissen Deutschen erklären lassen, dass sie noch nie Rassismus erlebt hätten und es diesen folglich nicht geben könne. Erinnert mich daran, wie in der Schweiz unsere Regierung, ein Gremium aus drei alten Männern, einem mittelalten Mann und drei kinderlosen Frauen in ihren 50ern entschieden hat, dass es keine Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gebe.

(25) 04.06.19 - 07:19

Ich wäre auch weiter gegangen ohne zu mucken, alles andere würde ich für brandgefährlich halten.
Mein Ex konnte Kampfsport, richtig gut sogar - als er mir damals seine Großstadt gezeigt hat, hat er dieses "komm doch, wenn Du Dich traust" schon ausgestrahlt, aber letztlich hätte wohl auch er sich nicht mit 3 oder 4 Besoffenen angelegt.
Zur Polizei wäre ich allerdings schon gegangen, vermutlich sogar um die nächste Ecke rum, ins Geschäft/Restaurant rein (also unter Leute und damit sicher!), Handy raus und angerufen.

Ich hatte mal derartige Beleidigungen (bin nicht ausländisch, aber sehr adipös) verbunden mit Morddrohungen im Briefkasten liegen, anonym. Der nette Herr Polizist meinte, ich solle mich doch nicht so haben, es wegwerfen und jetzt hier kein Fass aufmachen, da hatte halt jemand schlechte Laune.
Damals, Anfang 20 habe ich mich damit zufrieden gegeben, war ja schliesslich jemand in Uniform. Heute würde ich mir den Vorgesetzten geben lassen und das auch gerne behördlich eskalieren lassen.

Denn wer ungestraft oder auch unbemerkt (im Sinne von persönlicher Ansprache durch die Polizei) immer wieder solche Dinger bringen kann, der hört doch nicht irgendwann auf, sondern geht siegessicher einen Schritt weiter, wird evtl körperlich und fühlt sich auf jeden Fall im Recht.

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