Vom Exmann enttäuscht

    • (1) 06.06.19 - 13:19
      Familylive

      Vorab: Es geht nicht um eine bös verlaufende Trennung, nicht um Umgangs- oder Sorgerechtskrieg, nicht um Eifersucht, Konkurrenz oder noch vorhandenen Gefühlen.

      Mein Exmann und ich sind seit 2013 im Guten getrennt und freundschaftlich auseinandergegangen. Wir haben eine gemeinsame Tochter die jetzt 20 geworden ist und bald zu studieren beginnt. Auch im Anschluss an die Trennung hatten wir ein gutes freundschaftliches Miteinanderauskommen. Damit ist nicht gemeint, dass es regelmäßige Treffen oder so ähnlich gegeben hat oder man sich noch weiter private Dinge im gegenseitigen Vertrauen erzählte, sondern einfach ein höfliches und respektvolles Miteinander. Als Vater unserer Tochter bezeichnete ich ihn noch zur Abifeier als Teil meiner Familie und umgekehrt.

      Leider ist es jetzt so das ich von seinem Verhalten etwas enttäuscht bin und mich zurückgezogen habe. Er hatte seit der Trennung immer wieder mal neue Partnerinnen, dann schien er eine feste neue Freundin zu haben mit der auch unsere Tochter gut klarkam, darüber habe ich mich gefreut. Anfang des Jahres zog er mich dann noch ins Vertrauen und sagte mir, dass es mit der Freundin nicht so gut laufe, diese habe wohl eine psychische Störung und müsse stationär in eine Klinik aufgenommen werden, und er werde die Beziehung beenden. Parallel vertraute er mir an, dass er sich seit ein paar Wochen wieder mit einer Ex aus Studienzeiten treffe. Diese war damals die Freundin vor mir und er hat mich in der Zeit in der wir zusammen waren (immerhin fast 17 Jahre) mit dieser mehrmals betrogen.

      Das war der erste Punkt der mich menschlich gesehen etwas enttäuscht zurück ließ da ich nicht verstehen konnte wie man seine Freundin in einer solchen Situation im Stich lässt und auch noch parallel anfängt zweigleisig zu fahren. Ich wollte dann auch weitere Details zu dem ganzen Geschehen vermeiden bzw mir nicht mehr anhören müssen.

      Zu Vatertag sind Großmutter, meine Tochter und ich essen gegangen und Tochter erwähnte dann beiläufig, dass heute Papas neue Freundin da sein werde, diese lerne sie gleich noch kennen. Habe ich mir nicht viel bei gedacht.
      Vorgestern kam die Große hierher um die zwei Wochen über Pfingsten Urlaub bei ihrer Mutti zu machen und erzählte dann völlig entnervt, dass Papas neue Freundin "total ätzend" sei und sie das nächste Mal wenn sie da zu einem treffen mitsolle abhauen werde. Die neue Freundin habe ihren achtjährigen Sohn dabei gehabt, Papa und sie hätten dann in Anwesenheit des Kindes gekifft und die Freundin sei dann bekifft nach Hause gefahren. So der Wortlaut unserer Tochter. Weiter sagte sie, "ich verstehe Papa nicht mehr der benimmt sich schlimmer als meine Freunde und die sind 19, 20 und ich habe da langsam keine Lust mehr zu, ständig neue Freundinnen und jetzt kifft der auch noch". Dann erzählte sie mir noch, besagte Freundin kenne Papa wohl noch aus dem Studium und sie heiße N, gut dann war alles klar.

      Ich weiß jetzt ehrlich nicht wie ich mich verhalten soll, er ist erwachsen und darf sein Leben gestalten wie er mag. Unsere Tochter ist erwachsen und muss nicht alles gut finden was ihre Eltern so tun und umgekehrt natürlich auch. :-)
      Menschlich bin ich trotzdem von meinem Exmann enttäuscht. Ich erkenne ihn nicht mehr wieder und muss auch ehrlich sagen das ich mit dem Ganzen jetzt nichts mehr zu tun haben will. Es fühlt sich trotzdem etwas doof und wie ein Verlust eines Familienmitglieds an. Weniger Verlust von Freundschaft sondern eben eher familie. Ich frage mich, ob das jemand kennt und nachvollziehen kann wie es mir damit geht.

      • Enttäuscht darfst Du sein - es wird nur nichts ändern, ausser dass Du schlechte Laune kriegst. Wie Du sagst, er ist erwachsen, Deine Tochter ist erwachsen. Ein Bekannter von mir hat sich nach Trennung mit 45 neu ins Leben verliebt und es mit der neuen Freundin (35) in vollen Zügen genossen: Party bis 5 Uhr morgens, saufen, kiffen, teuere Auslandsreisen, neues Auto...

        Er muss selbst sein Leben in den Griff bekommen. Eigentlich kannst Du nur froh sein, dass Deine Tochter schon erwachsen ist.

        LG
        Muriel #hasi

        Hallo,

        ich vermute, die Exmann ist in der Midlife-Crises angekommen.

        Ständig neue Freundinnen, kifft... Ein Motorrad hat er sich nicht zufällig gekauft??

        Deine Enttäuschung über das Verhalten bzw. das erneute Zusammensein mit N. kann ich durchaus nachvollziehen, allerdings würde ich mich entspannt zurücklehnen und die Sache beobachten. Du musst ja nicht wirklich "etwas damit zu tun" haben. Deine Tochter ist erwachsen und kann zum Glück selbst entscheiden, ob sie ihren Vater treffen möchte oder nicht.

        Von daher (auch wenn ich den Spruch doof finde): entspann dich mal.;-)

        LG

        Nici

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