Depressionen nach Geburt

    • (1) 06.06.19 - 13:42
      Sorgen02

      Hallo
      Meine Frage richtet sich an denjenigen von euch, die nach der Geburt ihres Kindes an Depressionen gelitten haben.

      Ich wünsche mir sehr noch ein Kind aber ich habe leider nach der Geburt meines ersten Kindes an sehr schlimmen Depressionen gelitten.
      Es fing schleichend schon nach der Geburt an und war mir damals gar nicht bewusst.
      Besonders schlimm, war es im ersten Jahr.
      Danach ging es Stück für Stück besser.
      Heute geht es mir wieder gut.

      Meine Frage
      Wird das bei dem nächsten Kind auch so sein? Schlimmer? besser?
      Natürlich kann das keiner bei mir wissen aber mich interessieren eure Erfahrungen.
      Hattet ihr das bei jedem weiteren Kind auch oder war es besser oder gar nicht vorhanden.
      Schreibt mir eure Erfahrungen.
      Vielen Dank fürs lesen.

      • (2) 06.06.19 - 19:18

        Was sagt denn dein behandelnder Arzt dazu?
        Wie war es mit den Medikamenten?

        Gab es Vorerkrankungen?
        Wurden die Hormone in der Zeit auch geprüft?


        Es gibt wohl Frauen, bei denen von einer erneuten Schwangerschaft/Geburt abgeraten wird. Vorgeschichte, Entwicklung, Hormonunterschiede
        Medikamentöse Behandlung nicht bei Schwangerschaft, nicht bei Stillen etc.

        Bei anderen könnte es von Vorteil sein, dass sie es schon mal hatte, schon in Behandlung ist. Dass feinste Anzeichen früher wahrgenommen werden.
        Hormone, Blutwerte usw. besser im Griff.


        Auch bei der Ursache: verändert ein erstes Kind so viel, dass es Ängste auslöst, sich nicht trauen, Hilfe zu suchen, Hebamme, die sich damit nicht so gut auskennt...
        beim zweiten dann schon einiges bekannt.

        Oder aber beim zweiten schwieriger, weil nebenbei noch ein Kind da ist. Es wieder anders läuft.

        Wie gut kannst du mit Veränderungen umgehen? Brauchst du Perfektionismus? Ein Kind wirft das leicht mal um. Ein paar in meinem Umkreis hat der eigene Perfektionismus, das eigene alles-tun-müssen bis zur Perfektion ohne Ruhe in die eine Depression oder Vorstufe davon getrieben.
        Bei anderen war es die pure Erschöpfung durch Schlafmangel, Schreibaby usw.

        Oft sind es mehrere Faktoren. Manchmal nur einer.

        Eine ungewünschte Schwangerschaft kann super werden, ein Wunschkind mit Depression einhergehen - und umgekehrt.
        Daher gibt es auch nicht DIE Faktoren, sondern individuelle.


        Bevor ich verschiedene Fallbeispiele anhöre (ähnlich wie Geburtsberichte), würde ich vor allem und intensiv mit dem behandelnden Arzt sprechen.

        Wie war dein Verlauf? Welche Faktoren gab es bei dir? Kann es bei früherem Erkennen früher behandelt werden? Solltest du dann im Zweifel abstillen, um rasch mit Medikamenten behandelt werden zu können? (ohne dass dich der Gedanke ans Abstillen stresst oder schlechte Gefühle auslöst)
        brauchst du familiär mehr Unterstützung, oder weniger, die dir auf die Pelle rücken?

        Wie hat sich deine Depression gezeigt? Aggression? Gefahr für's Kind? Gefahr für dich? Antriebslos?

        Wie läuft es mit den Hebammen vor Ort?
        Kennen sie sich aus?
        Gibt es eine, die dich betreuuen würde? Auch mit zusätzlichen Stunden? Bis zum ersten Jahr hatte man Anspruch auf eine Hebamme, als mein Kind geboren wurde. Es wurde oft nicht benötigt, aber wenn doch, ein Segen.
        Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es in der Nähe?
        Gibt es Unterstützung, falls du deine Kinder in der Zeit nicht versorgen könntest? Urlaub des Mannes, Hebamme etc.

        Selbst wenn es nicht wieder kommt, ein Hilfswerk im Hinterkopf zu wissen, kann bereits hilfreich sein.

        Manchmal reicht ein sehr gutes Netzwerk aber auch nicht aus und das Risiko nicht einzugehen, wäre sinnvoller....

        Haben sich bei dir Risikofaktoren inzwischen verändert? Hormone geprüft? Eisen ok? Kein Diabetis?


        Eine Freundin hat massive Schilddrüsenprobleme. Jede Behandlung bespricht sie mit dem Arzt, jede andere Medikation. Auch Kinderwunsch. Behandlung nach der Schwangerschaft, während der Schwangerschaft, Prüfen der Werte .... abstillen unter welchen Umständen ja, stillen, geht, wenn .....
        Es gab eine Zeit, da hat ihr Arzt ihr davon abgeraten, als alles wieder passte, unter medizinischer Betreuung ok.
        Bei ihr kamen depressive Phasen von Schilddrüsenproblemen. Manche Ärzte nahmen sie da anfangs nicht ernst.

        Bei Depressionen, die aus anderen Gründen entstanden sind, braucht es wiederum andere Medikamente und Vorgehensweisen.

        (3) 06.06.19 - 21:22

        Hallo,

        Erstmal schön, dass du alles überstanden hast❣

        Mir ging es nach meinem ersten Kind auch sehr sehr schlecht. Ich habe viel geweint, kam mit allem nicht zurecht, hätte keinen Antrieb und kam überhaupt nicht in diese Mutterrolle rein. Es war die Hölle. Bis ich mir Hilfe holte. Dann ging es Stück für Stück auch bei mir besser.

        Ich stelle mir auch immer die Frage, ob ich wieder so leiden werde. Meine Therapeutin sagte zu mir, dass es sehr wichtig ist, diese Gefühle aufzuarbeiten und auch die Angst, denn das ist das, was die nächste Schwangerschaft beeinflusst.

        Ich habe mir vorgenommen, dass wenn es soweit ist, viel entspannter an die Sache ranzugehen. Ich mache momentan viel Pilates und Meditation. Das hilft mir viel und diese entspannten Gefühle will ich so in mir verankern, dass sie mich über die nächste Schwangerschaft begleiten können.

        Ich wünsche dir alles Gute 💖

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