Ratlos und verzweifelt

    • (1) 06.06.19 - 19:51

      Hallo Ihr Lieben,
      ich brauche dringend Euren Rat, Eure Meinung.
      Meine 2 jährige Tochter hat letztes Jahr eine Anpassungsstörung diagnostiziert bekommen. Wir waren mit ihr beim Kinderarzt, dort wurde sie auf Herz und Nieren durchgecheckt. Er hat uns paralell zu einer Kinderpsychologen geschickt, die uns dann die Diagnose genannt hat. Sie hat uns auch gute Tips gegeben, nur helfen diese leider nicht mehr.

      Unsere Kleine hat Probleme mit Veränderungen, kann sich spontanen Situationen nicht gut anpassen. Sie braucht einen absolut regelten fast immer gleichen Tagesablauf. Frühstücken mit groß Tisch decken ist nicht, sie ist total überfordert mit dem Angebot usw.......
      Das schlimmste ist jedoch, das sie haut, kratzt,beißt, schupst und das alles aus dem nichts heraus. Ich beobachte sie schon nur noch um diese Situationen rechtzeitig zu vermeiden, aber darunter leidet unser ganzes Familienleben. Meine Große leidet unter den Ausrastern und darunter das ich fast nur mit der Kleinen beschäftigt bin. Nun bin ich schwanger mit Zwillingen und unser Haus ist auch nicht fertig.

      Ich gebe offen zu, ich bin momentan sehr überfordert, und weiß einfach nicht mehr was ich machen soll....
      Wenn du dann noch hörst, du musst das gleiche mit ihr machen, damit sie merkt wie weh das tut...Sorry das überschreitet alles...

      Geht es jemandem ähnlich? Habt ihr einen Rat für mich??

      • Liebe fairytale,,

        sei mal ganz lieb gedrückt. So wie du das schreibst könnte das mein Jüngster (15 Jahre inzwischen mit 18 Monaten sein mit seinen ständigen Ausrastern, kam mit Veränderungen nicht zurecht. War auch noch sehr in seiner eigenen Welt.

        Lass dir eine Überweisung geben zu einem sogenannten SPZ (Sozialpädiatrischen Zentren). Die sind Spezialisten für die Kindesentwicklung. Die machen mehr als ein normaler Kinderarzt. Die schreiben z.B EEG (um Epilepsie auszuschließen), machen Entwicklungtestungen: Kuck mal hier rein:

        https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/foerdern-unterstuetzen/sozialpaediatrische-zentren-spz/

        Und kuck mal unter Rehakids, da tauschen sich Eltern aus deren Kinder eine Entwicklungsverzögerung oder Behinderung haben

        https://www.rehakids.de/app.php/portal?sid=f4f7feba964aeacfd9027500d92ab9fb

        Im SPZ wird deine Tochter genauer diagnostiziert als beim Kinderarzt. Du kannst Untersuchungsergebnisse vom Kinderarzt, Augenarzt oder HNO-Arzt dort mit hinnehmen, dann brauchen diese nicht nochmal wiederholt werden.

        Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du mit allem überfordert bist. Hast du eventuell Unterstützung von den Großeltern?

        Mein Jüngster wurde vom SPZ buchstäblich auf den Kopf gestellt. Die schickten mir zum Augenarzt, HNO-Arzt wegen Hörtest. Vom normalen Kinderarzt bekam ich eine Überweisung zu einer Stoffwechselambulanz. Dort wurde Gentestung gemacht. Und in der Uni-Klinik waren wir auch noch um den starken autistischen Zügen auf den Grund zu gehen. Es wurde nichts festgestellt organisch, Epilepsie wurde ausgeschlossen. Zum Schluss war ich beim Kinder- und Jugendpsychiater. Da wurden dann frühkindlicher Autismus festgestellt.

        LG Hinzwife und viel Kraft und Nerven

        • Da eine Autismus-Spektrums-Störung nicht ausgeschlossen werden kann, so wie du die Besonderheiten benennst, würde ich dir raten, unter absolut keinen Umständen an ein SPZ zu gelangen. Auch keine weiteren "Allgemein-Psychologen" mehr. Dass ein SPZ befähigt und willens ist Autismus zu erkennen ist die absolute Ausnahme. Hinzwife scheint da grosses Glück gehabt zu haben.

          Gelange lieber direkt an eine Autismusfachstelle, die können Autismus sowohl diagnostizieren, aber auch ausschliessen wenn es das nicht ist.

          Was die Ausbrüche anbelangt: Ein Stück weit ist das völlig normales Verhalten vieler Kleinkinder. Es gibt nun mal KInder die gehen nach vorne los, immer direkt zum Angriff über. Auslösende Momente können unter anderem Angst sein, Gerechtigkeitsempfinden, Überforderung.
          Eins meiner Kinder war in dem Alter ein Beisskind, es kam zu wirklich üblen Verletzungen. Aus seiner Sicht hatte er Gründe, verbal erläutern konnte er die noch nicht. Diese Gründe entsprachen vielleicht nicht dem allgemeinen Denken und Empfinden, aber es wäre unangemessen zu sagen, seine Attacken wären grundlos und aus dem Nichts gekommen. Er ist übrigens Autist, mittlerweile erwachsen, mitten im Studium.

          • Wir haben heute einen Termin im SPZ wegen unserem Sohn (5) der auch verhaltensauffällig ist mit Verdacht auf Autismus. :-(

            Mein Vater ist Asperger Autist, und ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher das mein Sohn auch etwas in der Art hat, er ist schon ziemlich auffällig. Was genau kann man den machen wenn das SPZ nichts findet?

            Mein Zitat aus meiner Antwort an die TE:
            Mein Jüngster wurde vom SPZ buchstäblich auf den Kopf gestellt. Die schickten mir zum Augenarzt, HNO-Arzt wegen Hörtest. Vom normalen Kinderarzt bekam ich eine Überweisung zu einer Stoffwechselambulanz. Dort wurde Gentestung gemacht. Und in der Uni-Klinik waren wir auch noch um den starken autistischen Zügen auf den Grund zu gehen. Es wurde nichts festgestellt organisch, Epilepsie wurde ausgeschlossen. Zum Schluss war ich beim Kinder- und Jugendpsychiater. Da wurden dann frühkindlicher Autismus festgestellt."

            Das SPZ, wo ich war, diagnostiziert selber keinen Autismus. Der schickte mich zwecks Diagnostik Autismus (das kann nämlich auch durch eine Stoffwechselerkrankung oder Gendefekt ausgelöst werden). Und den Verdacht hatte mein Kinderneurologe (der das Mini-SPZ betreibt, da war übrigens auch mein großer Sohn, aber wegen einer ganz anderen Geschichte, mein Neurologe hat eher den Fachbereich Epilepsie, ADHS/ADS und Legasthenie/Dyskalkulie, geistige Behinderung)auf einen Gendefekt bzw. Stoffwechselstörung bei meinem Kind. Es gibt solche Erkrankungen wie fragiles X-Syndrom (Gendefekt) oder eine Kreatin-Synthese-Störung, wo häufig auch frühkindlicher Autismus festgestellt wird. Mein Sohn war übrigens nonverbal hat eine geistige Behinderung. Da kuckt man auch auf Gehirnschäden oder Epilepsie (gibt Formen, die machen das Kind autistisch. Organisch konnte man nichts feststellen, selbst das Gehirn war normal angelegt. Und dann schickte uns der Kinderneurologe zu einem SPZ, die angeblich Autismus diagnostizieren konnen. Problem, das Autismus-Institut machte keine Diagnostik mehr, schicken alle Verdachtsfälle dort hin. Und da gebe ich dir recht, ein SPZ ist kein richtiger Ort für eine reine Autismusdiagnose. Und da bekamen wir keine Autismusdiagnose (Kind kann ja Blickkontakt halten und macht ja ein wenig mit, Schlussendlich ein Kind was ein Buch mit 7 Siegeln war und im Bericht stand dann nur V. auf ADHS). Zum Schluss waren in einer speziellen Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie (vielleicht hätte ich in meinem letzten Satz Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie schreiben sollen, das wäre verständliche Abrgrenzung zum SPZ). Da wurde die Autismusdiagnose festgestellt.

            Gleich eine Autismusfachstelle aufsuchen kommt eher für ein Kind in betracht wo der V. auf Asperger Syndrom liegt. Bei frühkindlichen Autismus können vielen Sachen noch zusammen kommen, besonders wenn ein Kind nonverbal ist. Wie oben beschrieben.

            Ich schreibe dir das, weil ich das Gefühl habe, das meine Antwort auf die TE etwas unverständlich ist. Ein SPZ ist für andere Erkrankung der Kindesentwicklung eigentlich eine gute Sache, weil dort die Fäden in einer Hand sind.

            LG Hinzwife

      Hallo,
      Das gleiche würde ich (als Pädagogin) auf keinen Fall machen! Stattdessen würde ich die Situationen beobachten, dokumentieren und versuchen so den Grund des Verhaltens herauszubekommen. Vielleicht hat die Maus bestimmte Ängste oder oder.. es gibt ja evtl Zusammenhänge/Parallelen zwischen den Situationen, die man erst gar nicht so feststellen kann.
      Ist es eine 'einfache' Anpassungsstörung oder auch evtl Autismus o.ä.?
      Hör auf dein Herz, auf dein Bauchgefühl und deinen Muttiinstinkt! Und nicht auf andere (auch nicht immer auf alle Fachleute).
      Viel Erfolg & alles gute!

      • Danke für deine Antwort.
        Ich beobachte sie zum größten Teil des Tages. Manchmal kann ich vorhersehen das sie gleich wieder einen Kind leid zu fügt, den Grund dafür sehe ich aber nicht, denn es geschieht aus dem nichts heraus. In dem einen Moment lacht Sie, ist fröhlich und im anderen Moment haut oder beißt sie. Wie ein Schalter der sich umlegt. Eiben erkennbaren Grund hat sie für mich nicht.

    Für die ersten Wochen bis sechs Monate nach der Geburt der Zwillinge könntest du einen Antrag auf Haushaltshilfe stellen.
    Das hilft jetzt zwar nicht, die Probleme zu lösen, aber dadurch hast du mehr Kraft und Zeit, dies zu tun bzw damit klar zu kommen und bist nicht so fertig :)

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