Mutter am Ende

    • (1) 07.06.19 - 14:31

      Hallo,
      ich brauche euren Rat. Meine Mutter ist ständig gestresst, bemitleidet und beschwert sich dauernd und außerdem sieht sie alles negativ. Sie rennt nur von einem Termin zum anderen.
      Ich versuche die immer wieder aus ihrem Teufelskreis zu bekommen, die Sachen weniger dramatisch zu sehen und ihr zu helfen, wenn sie aber zum zehnten mal meckert ist meine Geduld irgendwann am Ende und ich werde Laut, was mir im Nachhinein immer Leid tut.
      Meine Mutter tut sich schwer damit das Leben passieren zu lassen und nicht in Kontrolle zu sein, so passiert es, dass sie mich(w, 16), meinen Bruder(13), Vater und Großvater managet. Sie kann aber auch nichts abgeben, weil sie denkt ohne sie liefe nichts.

      Ich versuche ihr so wenig wie möglich Anlass zu geben sich um mich kümmern zu müssen, wenn ich dann aber koche Stresst sie zum Beispiel die zwischenzeitliche Unordnung, oder wenn ich mich mit niemandem treffe, damit sie mich nicht fahren muss, macht sie sich Sorgen, dass ich nichts aus meinem Leben mache und so.

      Mein Bruder ist nicht gut in der Schule, das Stresst sie, außerdem ist er (meiner Meinung nach) bordeline Videospielsüchtig. Das kontrolliert sie mit meinem Vater, aber beides ist trotzdem stressig, sowie seine Fußballspiele und Training die er 1-3 mal die Woche hat (zum Glück ist die Saison bald um)

      Mein Großvater ist ziemlich alt, er wohnt bei uns und wird täglich gepflegt (von Pflegern), trotzdem muss er sehr oft zum Arzt und seit neustem ist er an der Dialyse, und meine Mutter macht ihm noch Essen, was gerade so zu ihren Arbeitszeiten passt. Die Hitze macht ihm zu schaffen und so hat er immer seine Wehwehchen. Natürlich macht sie sich unendlich viele Sorgen und will nur das Beste für ihn.
      Sie hat Geschwister (meine Tante wohnt mit Opa in der zweiten Hälfte des Hauses), aber demnach was sie immer sagt muss sie sich den Löwenanteil um meinen Großvater kümmern und deshalb streiten sie sich sehr oft.

      Sie fühlt sich auch dazu verpflichtet die Hobbys meines Vaters zu managen und dafür zu sorgen, dass er keinen Termin verpasst. Er hilft und tut, was ihm aufgetragen wird.

      Meine Mutter ist mit der Ganzen Situation maßlos überfordert, aber ich weiß nicht wie ich ihr helfen kann. Ich habe Angst, dass sie Burnout bekommt (wenn sie es nicht schon hat..) oder eine Herzinfarkt.

      Habt ihr Ideen oder Ratschläge?

      • (2) 07.06.19 - 14:40

        Es ist toll, dass Du dir Sorgen machst und auch verständlich.
        Aber sie ist erwachsen und es gibt Menschen die ihre Grenzen nicht sehen wolllen und zudem auch der Meinung sind sie machen es eh besser. Und es gibt Menschen die meckern gerne, daraus ziehen sie ihre Energie.
        Ich würde zum nächsten Anlass (Geburtstag etc.) versuchen sie einen Tag komplett rauszunehmen (Wellnesstag) - damit sie merkt, die Welt bricht nicht zusammen, wenn sie mal einen Schritt zurück tritt.
        Und ihr vielleicht ein Buch zum Thema Achtsamkeit schenken.

        Aber ganz wichtig ist, mach Dir keine Vorwürfe. Sie gestaltet ihr und wohl leider auch euer Leben.

        • (3) 07.06.19 - 14:50

          Danke für deine schnelle Antwort.
          Sie sieht ihre Grenzen und weiß, dass sie übertreten werden und wurden und Energie zieht sie aus ihren Unzufriedenheiten gewiss nicht, sie zehren eher von ihr.
          Das mit dem Buch habe ich versucht, aber sie hat es sich nicht einmal angesehen...
          "Sie gestaltet ihr und wohl leider auch euer Leben."- das ist wahr, aber es tut ihr bei Leibe nicht gut und sie geht daran kaputt, weshalb ich finde, dass es sich ändern sollte.

      (4) 07.06.19 - 14:56

      Eure Mutter befindet sich im Hamsterrad. Das ist die Pflege des Opas, die Erziehung von euch beiden Kindern und natürlich eurer Vater. Und da ist sie einfach drinne. Und das passiert pflegenden Angehörigen schnell. Vielleicht solltet ihr sie einfach mehr unterstützen. Einfach etwas im Haushalt helfen, das eigene Zimmer in Ordnung halten.
      Und meines Erachtens sind dein Bruder und du alt genug selber zu Freunden zu fahren.
      Wenn ihr sie entlastet, dann hat sie auch mehr Zeit über den Tellerrand zu kucken, was ist hier zu Hause los. Pflege, auch wenn der Pflegedienst kommt, ist oftmals sehr stressig. Da bleibt häufig, auch wenn es eigentlich nicht sein soll, wenig Zeit für die Familie und für einen selber.

      LG Hinzwife

      • (5) 07.06.19 - 15:28

        Wir sind 13 und 16 und leben in Deutschland, ich habe keinen Roller oder Mofa und wir leben ländlich. Die Busse fahren zur Schule und zurück, wir sind auf Autos angewiesen.

        Mein Zimmer ist für meine Ansprüche ordentlich genug und sauber, sie stört sich immer an etwas. Ich finde nicht, dass mein Zimmer ihre Angelegenheit ist, wenn nicht gerade Essen schimmelt oder Kerzen tagelang herum stehen.
        Aber ja, helfen könnten wir mehr, aber auch da ist das Problem, dass wir es oft nicht gut genug oder schnell genug machen und so ihren Plan durchkreuzen.

        • (6) 07.06.19 - 16:25

          Wir leben auch ländlich. Mein Großer ist in eurem Alter mit dem Fahrrad von A nach B gefahren. Bei uns fahren selten Busse. Allerdings sind die Freunde aber auch fußläufig

          Schlagt eurer Mutter doch einen Plan vor, wer an welchem Tag was im Haushalt macht. Das wird dann auf den Kalender/Planer geschrieben und muss dann eben von vorne bis hinten erledigt werden. Dann ist eure Mutter entlastet.


          LG Hinzwife

        • (7) 07.06.19 - 17:49

          Du hast das Problem deiner Mutter beschrieben: Sie will alles alleine machen und wahrscheinlich macht nur sie es in ihren Augen perfekt.
          Vielleicht hilft es sich einmal als Familie an einen Tisch zu setzen.

          Mit dem ländlichen Wohnen ist doof. Da hilft nur auf einen Roller sparen.

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