Bis zu welchem Alter gehen Kinder vor?

    • (1) 09.06.19 - 16:29

      Hallo meine Lieben,
      In meinem Bekanntenkreis ist momentan eine hitzige Debatte entflammt.

      Eine alleinerziehende Mami hat einen neuen Freund kennen gelernt. Diesen mag Töchterchen (5) so gar nicht.
      Mama trifft sich trotzdem weiter mit dem Herren und es werden auch Aktivitäten mit der Kleinen eingeplant.

      Jetzt gibt es hier die Meinungen ja richtig so, sie hat ihr eigenes Leben und verdient einen Mann der sie glücklich macht.
      Und
      Die Tochter ist noch so jung, man muss Rücksicht auf Ihre Wünsche nehmen und Mami sollte ihn in den Wind schießen.

      Jetzt ist bei mir die Frage aufgekommen, wie lange man wohl sein eigenes Wohl hinter den Kindern anstellen "muss".

      Was sagt ihr dazu?

      • (2) 09.06.19 - 16:34

        Spontan würd ich jetzt mal sagen ungefähr so lange, bis den Kindern ebenfalls ihre Freunde wichtiger werden als die Eltern. Dann aber auch ohne erzwungene gemeinsame Aktivitäten und in getrennten Wohnungen.

        (3) 09.06.19 - 16:45

        Ich finde, das kommt schon auf die Umstände an.
        Wie lange sie sich kennen, dem Kind direkt vor die Nase gesetzt oder lange genug gewartet... ist es für das Kind vtl der Gewissenskonflikt gegenüber dem Vater wenn es den neuen mögen würde und stellt es deswegen auf nö? Im Vorfeld erklärt das man ihn sehr sehr gerne hat, das aber er nicht den Papa ersetzen soll... usw...
        Grundsätzlich vertrete ich die Meinung, das auch eine Alleinerziehende Person das Recht auf glücklich sein hat. Da müssen natürlich auch Kompromisse eingegangen werden. Mit dem Kind in Ruhe nochmal darüber reden, das warum hinterfragen, wegen einem "ne mag ich nicht " aufgrund eines Gewissenskonfliktes würde ich mein Glück definitiv nicht hinten anstellen, sondern dem Kind verständlich erklären das Papa immer Papa bleibt und xyz eben nur xyz für sie sein muss,nicht mehr.

        Liebe Grüße

        Allgemein: ... Wenn die Ablehnung grundlos ist, gibt es auch keinen Grund darauf einzugehen.

        Persönlich: Ich persönlich halte wenig von Patchwürg etc. Sollte ich trotz aller Vorsicht bei der Partnerwahl mal als Alleinerziehende enden, würde ich mir vermutlich für sehr lange Zeit keinen Partner mehr suchen. Finde ich einfach nicht gut den Kindern gegenüber.

      • Hallo,

        Vor 10 Jahren hätte ich mich wahrscheinlich auf die Seite der Tochter gestellt, und erwartet das man als „Mutter“ seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt.

        Wir hatten damals seine Trennung im Freundeskreis, sie trifft alte Jugendliebe wieder, verlässt den Ehemann, zieht mit den Kindern zum neuen Partner, lässt sich schnell scheiden, heiratet wieder und bekommt mit dem neuen Ehemann ein weiteres Kind. Für die Kinder aus der ersten Ehe, war das eine schwere Zeit. Wir dachten damals alle, was tut sie ihren Kindern an.

        Jetzt 10 Jahre später hält die Ehe immer noch, die beiden großen machen Abi und studieren bald und lieben ihr Halbgeschwisterchen von Herzen. Zu ihrem Stiefvater besteht ein vertrautes Verhältnis (natürlich auch zu ihrem richtigen Vater)

        Am Ende wurde alles gut, hätte sie damals auf ihre Freunde gehört, und die Beziehung beendet, wäre sie wahrscheinlich unglücklich geworden.


        Ich würde sagen das man die eigen Bedürfnisse nicht hinten anstellen sollte, aber das Tempo muss den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden.

        (6) 09.06.19 - 17:43

        Hallo,
        ich bin eindeutig auf der Seite derer, die der Meinung sind, dass man auch als Mutter ein Leben hat.

        Kinder allgemein und eine 5-jährige erst recht sind sehr sprunghaft. Dann habe ich womöglich die Chance auf eine Partnerschaft vertan, wegen einer Laune, oder aufgrund Loyalität dem Vater gegenüber.

        Ist tatsächlich eine schwierige Frage, aber solange OBJEKTIV keine Gefahr von dem neuen Partner ausgeht und er sich ihr gegenüber passend verhält, würde ich die Wünsche des Kindes aufnehmen und besprechen, aber mich nicht ausschließlich davon leiten lassen.

      • Zwischen "in den Wind schießen" und einer gemeinsam mit der Tochter verbrachten Zeit gibt es ja noch Zwischentöne #aha

        (8) 09.06.19 - 18:14

        Ich verstehe nicht, was es da zu entscheiden gibt. Zwischen "in den Wind schießen" und gleich zusammenziehen könnte es ja noch was geben. Das Kind wird ja auch mal beim Vater, bei den Großeltern, bei Freunden sein.
        Und außerdem kann man ja auch erklären, dass ihre Freunde kommen dürfen, egal, ob die Mutter sie mag oder nicht, und Mutters Freunde dürfen auch...
        Ein Ersatzpapa soll er ja wohl nicht werden.

        (9) 09.06.19 - 18:29

        Also in dem hier beschriebenen Fall ist es so, dass der leibliche Vater seine Tochter gar nicht sehen will. Das wäre nämlich seiner Frau nicht recht. (von dieser wusste meine Bekannte aber damals nichts)

        Der neue Freund hat selbst keine Kinder und will soweit ich weiß auch keine.

        Ich persönlich wäre ja der Meinung "Treffen ja, aber ohne Kind".
        Die Mutter meint aber es gibt sie nur mit Kind und damit müssen die beiden anderen wohl irgendwie leben.

        • (10) 09.06.19 - 19:59

          Der Partner will also keine Kinder ... wie steht er denn dann zu dem "Anhängsel"? Kinder haben da feine Antennen! Ich seh da ehrlich viel mehr Konfliktpotential auf allen Seiten als nur dass das Kind ihn ablehnt ...

      Hallo ich bin da geteilter Meinung.

      Meine große und mein Mann haben sich Anfangs auch nicht so blendend verstanden.
      Es dauerte lang bis es besser wird und auch heute ist es manchmal schwierig da beide sehr dickköpfig sind. (5 Jahre später)

      Hätte es aber auf dauer nur zoff und krieg gegeben dann hätte ich mich irgentwann für meine Tochter entschieden.
      Ein Familien leben kann nur existieren wenn alle irgentwie mit einander klar kommen.

      Lg

      (12) 09.06.19 - 19:21

      Ich weiß, dass es bei urbia Meinungen gibt, dass man am besten bis zum Erwachsenenalter der Kinder alleine zu bleiben hat als Mutter (überspitzt formuliert) aber das ist nicht nur unsinnig sondern auch lieblos bis ins Letzte.
      Eine Frau soll also auf Partnerschaft, Liebe, Gemeinsamkeit und Glück verzichten, damit die Prinzessin, der Prinz nicht entthront werden? Ganz sicher nicht! Spätestens im Schulalter haben die Kinder eigene Freunde, Vereine, Interessen, sodass sie keine 24stündige Betüddelung der Mutter brauchen.
      Meine Kinder waren drei und sieben Jahre alt, als ich meinen zweiten Mann kennenlernte. Da war ich bereits drei Jahre alleine und habe mein Leben neu geordnet und in die Reihe gebracht. Als er zu uns zog, dann "auf Probe" für zwei Jahre, da ich sehen wollte, ob es passt - mit mir UND den Kindern. Nach zwei Jahren wollten diese von sich aus Papa zu ihm sagen und wollten, dass wir heiraten, da sie wieder eine "richtige" Familie haben wollten.
      Wir heirateten und das war auch alles in Ordnung so. Mein Mann hat seinen "Job" offenbar gut gemacht, denn meine Tochter wollte von ihm ganz selbstverständlich bei ihrer Hochzeit zum Altar geführt werden.
      Beide Kinder hatten und wollten nie Kontakt zum leiblichen Vater - ich hatte es ihnen immer freigestellt.
      Man kann mit Kindern selbst im Kindergartenalter manchmal vernünftiger reden als man denkt - und wenn ich diesen nicht alle paar Monate einen neuen Partner präsentiere, wird das auch klappen.
      Allerdings sehe ich Probleme, wenn Kinder in ein Gezerre zwischen Mutter und leiblichem Vater verwickelt sind. Der Neue wird von diesem ungern gesehen, die Kinder instrumentalisiert - das wäre sicher nicht einfach.
      Mit einigermaßen erwachsenem Verhalten müsste man das allerdings auch regeln können. Vom Vater erwartet man doch seltsamerweise auch nicht, dass er nie wieder eine Partnerin haben darf? Warum eigentlich von der Mutter?
      LG Moni

      • Darf ich fragen, wieso grade 2 Jahre Probezeit? Oder hat sich das einfach so ergeben.


        lg lene

        • Lach....das habe ich mir so vorgestellt, dass man in 2 Jahren merkt, ob man mit den Macken und Mucken des anderen gut leben kann, Kinder eingeschlossen. Meine Tochter hatte zu der Zeit ihre Brüll und auf den Boden schmeiß- Phase. Hätte mein Mann da hysterisch reagiert, hätte ich mir trotz Schmetterlinge im Bauch schon Gedanken gemacht. Er blieb aber sehr souverän und machte es wie ich.......weitergehen.....sie kam dann schon wieder nach #cool
          Zwei Jahre verstellt sich kaum ein Mensch, da merkt man schon, ob es passt - und bei uns hielt es imerhin 35 Jahre....bis er leider starb.
          LG Moni

    (15) 09.06.19 - 19:37

    Hier schreiben alle, was das Töchterchen "muss"....
    Aber wie verhält sich Töchterchen denn?
    Du schreibst, dass der neue Partner SIE nicht mag.
    Und das ist doch in meiner Welt schon etwas krass....

    Schwierig finden.... noch keinen Draht haben.... okeeee..... kann man dran arbeiten....
    Aber wenn man mir sagen würde, dass man meine 5 Jährige Tochter NICHT MAG....
    boah....

    Immerhin wird sie vermutlich noch 15 Jahre zu dieser Beziehung gehören....

(19) 09.06.19 - 20:08

Ich würde sagen, solange das Kind nicht ausziehen kann.

Aber sie muss ihn ja nicht in den Wind schießen, sondern kann sich mit ihm treffen, wenn ihre Tochter anderweitig untergebracht ist.

(20) 09.06.19 - 23:29

"Jetzt ist bei mir die Frage aufgekommen, wie lange man wohl sein eigenes Wohl hinter den Kindern anstellen "muss". "

Das Wohl sollte für beide passen.

Würde ich sehen, dass es meinem Kind nicht gut geht (und mein Kind noch auf mich angewiesen ist), könnte ich das Glück nicht genießen.

Manchmal haben Kinder auch feine Antennen und zeigen, was die rosa Brille ausblendet.


Mein Glück stelle ich nicht hinten an. Ich lebe mein Leben, mit Kind.
Ohne Partner, weil mir der Spagat zwischen vielen Bereichen zu anstrengend ist, bzw. die kennen gelernten Charaktäre zu anstrengend sind.


Es kommt auch auf die Gründe an.
Warum mag das Kind den Partner nicht?
Frische Trennung? Hat es mit ihm zu tun?

Ich kenne einige Familien, wo es gut klappt mit Kind und neuem Partner. Kind hat Begleitung bekommen bei der Trennung und neuer Partner akzeptiert die Situation. Mutter akzeptiert, dass nicht immer alles rosig ist und die Erwachsenen arbeiten an der Situation.


Es gibt Gründe, da stehe ich komplett zu meinem Kind.
Und es gibt Gründe, da muss mein Kind auch mal durch. Dies sind jedoch keine so lebensverändernden Hauruckaktionen, die bewusst herbei geführt werden.
Manches entwickelt sich oder entwickelt sich auch nicht. Mit Begleitung.

Beziehung ist ja auch nicht von heute auf morgen da.
Und wenn Beziehung mal da ist, ist die Frage, was an Beziehung bleibt, wenn die rosa Brille abgesetzt wird.

Natürlich ist Beziehung mit Kind am Anfang anders, als Beziehungsbeginn ohne Kind.

Eine Freundin hat ihren Partner anfangs in der kinderfreien Zeit getroffen. Schmetterlinge waren da. Euphorie und alles rosa, wie früher nicht. Sie ging bewusster an die Situation heran.

Eine Bekannte hat sich mit Kind in jede Beziehung als die große Liebe gestürzt. Auch das kommt vor. Glücklich wurde sie selbst damit allerdings nicht. Das meinte sie zwar in den ersten Wochen jedes mal neu, wirklich glücklich wurde sie erst, als sie sich eine Beziehungspause verordnete, selbst prüfte, was sie suchte und dann auch jemanden fand.


Ob ein Kind vorgeht oder die Mutter, ist schwer zu sagen in dem Alter.
Wir leben zusammen, Kind und ich. Da haben beide Wohlfühlbereiche, Grenzen und Regeln. Da geht weder mein Kind vor, noch ich. Ich prüfe, welche Bedürfnis das akut wichtigere ist, wie es sich langfristig auswirkt und ob es Kompromislösungen gibt.

Beinträchtigt es mein Kind nachhaltig, fühle ich mich auch nicht glücklich.

(21) 10.06.19 - 10:51

Das kann man so pauschal nicht beurteilen.

Ich als Mutter würde mich immer fragen, woher diese Antipathie kommt. Habe ich sie zu sehr vor vollendete Tatsachen gestellt? Das man von einem Kind nicht erwarten kann, dass es einen neuen Partner von jetzt auf gleich freudestrahlend akzeptiert sollte klar sein. Da spielt ganz viel Eifersucht mit rein, die ich als Mutter auffangen muss, wenn ich möchte dass es funktioniert.
Das ist auch völlig unabhängig vom Alter.

Spätestens wenn es ums zusammen ziehen geht, gibt es für mich keine Altersgrenze. Solange das Kind im Haushalt lebt, kann man es nicht zwingen mit jemand zu leben, den es absolut nicht mag. Das kann bei älteren Kindern sogar schwieriger sein als bei jüngeren.

Allerdings, wie gesagt. Für das Gelingen ist allein die Mutter verantwortlich. Klappt es nicht, hat sie es wahrscheinlich falsch angepackt.

Da gibt es keine Antwort, die für alle gilt.
Jeder Mensch ist anders, einige können gut alleine sein und Vertantwortung tragen, andere gehen daran zu Grunde.

Manchmal schlägt auch einfach die Liebe zu, auch wenn frau das so nicht will.

Es ist sicherlich die Frage, was man draus macht, wie man dann Situationen händelt, aber grundsätzlich hat jeder Mensch immer das Recht auf ein eigens Leben.

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