Alte oder kranke Eltern

    • (1) 12.06.19 - 15:48
      Karzum

      Hallo,
      Meine Eltern sind aufgrund ihrer gesundheitlichen Verfassung dauerhaft auf Hilfe angewiesen, mittlerweile hatte mein Vater seinen zweiten Schlaganfall und müsste und Heim, da er halbseitig gelähmt ist.
      Meine Mutter hat Krebs und kann sich nicht kümmern.
      Überall höre ich, kümmere dich um deine Eltern....ja...wie denn?
      Sie leben nicht gerade in der Nähe, sondern im Ausland.
      Ich sehe sie maximal zwei Mal im Jahr.
      Telefonieren natürlich regelmäßig aber ich kann nichts tun.
      Vollzeit Pflege könnte ich eh nicht leisten, bin Vollzeit berufstätig und alleine mit 4 Kindern, eins davon geistig behindert.
      Ich kann gerne dabei helfen ein Heim zu finden obwohl selbst das auf die Entfernung schwer ist.
      Wird immer davon ausgegangen dass man in der Nähe der Eltern wohnen bleibt?
      Ich persönlich kenne es nicht so....
      Die meisten ziehen irgendwann weg, die Kinder oder wie bei mir, die Eltern...

      • (2) 12.06.19 - 16:07

        Hallo :) also ich bin auch 120km weit weg gezogen 😊 meine Mama hat seit mindestens 31 Jahren MS aber sie sagte schon immer ich habe mein eigenes Leben und sie möchte nicht das ich mich dauerhaft um sie kümmere. Ich muss dazu noch sagen ich hätte damit kein Problem bin gelernte Altenpflegerin 😊
        Und ja, ich von froh das meine Mama das so möchte den sie hat recht 🌺😘

        (3) 12.06.19 - 16:12

        Und selbst wenn Du sogar im Haus Deiner Eltern wohnen bleibst, zerreissen sie sich irgendwann ihr garstiges Maul, wenn Du Deinen Vater mal in Kurzzeitpflege gibst oder gar in die Psychatrie, weil er alle im Haus, inklusive Deiner Kinder und seiner Frau körperlich angreift.

        Will sagen: hör nicht drauf. Natürlich wäre es schön, wenn sich jeder kümmern könnte, aber eine Pflege über mehrere hundert oder gar tausend Kilometer, wenn beide an ihrem Wohnort verwurzelt sind und Verpflichtungen haben - nicht machbar.

        Dir noch viel Kraft und leg Dir bei blöden Kommentaren ein echt dickes Fell zu und denk dran, dass es sich von aussen besonders komfortabel lästert.

        (4) 12.06.19 - 16:13

        Es stellt sich die Frage, ob deine Eltern zu dir in die Nähe in ein Pflegeheim ziehen. Wie sieht es bei denen aus mit Krankenkasse oder Pflegekasse? Sind sie im Ausland versichert? Wollen sie da bleiben wo sie sind? Das ist sicher nicht einfach. Klar, wenn sie in deine Nähe ziehen ins Pflegeheim, kannst du nach dem Rechten sehen. Hast du noch Geschwister.

        Man kann nicht immer davon ausgehen, dass man in der Nähe der Eltern wohnen bleibt. Viele Kinder ziehen aus beruflichen Gründen durch die halbe Bundesrepublik. Und wie du schon sagtest, Eltern ziehen ins Ausland, um dort z.B ihren Lebensabend zu verbringen.

        Meine Mutter ist 12 km von uns entfernt im Pflegeheim untergebracht. Wohnte aber auch schon ein paar Jahre in dem Ort bei meiner Schwester in der Nähe. Und pflegen konnten wir sie auch nicht. Nicht mal zu dritt, weil 24-Stunden-Betreuung angesagt war bei meiner Mutter. Und ich selber habe einen Sohn mit frühkindlichen Autismus und geistiger Behinderung. Und arbeiten tut man auch noch.

        Ich hoffe, dass du eine Lösung findest für deine Eltern

        LG Hinzwife

      • Vollzeitpflege kann sicher niemand von Dir erwarten. Gibt es noch andere Familienmitglieder, sodass ihr zusammen ein Heim suchen könntet? In Zeiten des Internets geht das ja auch durchaus, ohne dass man gleich überall hinfahren muss.Wollen die Eltern in dem Land bleiben oder möchten sie in Deine Nähe?Wenn sie dort bleiben wollen, wird's natürlich schwieriger.
        Sicher ziehen Kinder weg, aber wenn die dann sagen, Pech gehabt, sollen die Eltern zusehen, wie sie klarkommen, ist das auch nicht unbedingt familiär; vielleicht würdest Du Dir später doch auch mal Gedanken machen, wenn Du garnichts versucht hättest, behilflich zu sein. Man hat nunmal Eltern - und wenn diese nicht gerade komplett gruselig zu Dir waren, wäre wenigstens die Mithilfe bei der Heimsuche schon fair.
        LG Moni

        (6) 12.06.19 - 18:07

        Überhöre das Gerede.
        Ich habe meine Mutter anderthalb Jahre lang gepflegt, bevor sie an ALS starb.

        Mein Sohn wird mich niemals pflegen müssen. Kinder sind schlicht nicht zuständig für die Pflege der Eltern.

        Organisiere Was du kannst und besuche sie.

        Diejenigen die am lautesten danach schreien haben meist ein schlechtes Gewissen.

      • Was andere sagen, ist doch egal. Wichtig ist, dass ihr als Familie den Umgsng in solch einer Situation geklärt habt - egal wie.
        Du kannst nur das tun, was aus der Entfernung möglich ist. Das solltest du dir von niemandem zum Vorwurf machen müssen.

        (8) 12.06.19 - 22:07

        Das ist ja eine komplizierte Situation bei Euch :( Ich bin mit meinem Partner tatsächlich aus dem Ausland wieder in das Viertel meiner Eltern gezogen, als die Demenz meiner Mutter weiter fortgeschritten ist. Einmal, um da zu sein und zu helfen, aber auch, um einfach noch die Zeit mit ihr zu verbringen, in der sie und ich noch etwas davon haben.

        Das war schon ein großer Schritt, aber für mich in der Situation das einzig Richtige, wobei wir vorher die verschiedensten Möglichkeiten erwähnt haben. Es war nie mein Plan, nach Deutschland zurückzukommen oder nicht so bald, aber Demenz kann man leider nicht aufhalten und meine Familie braucht uns jetzt hier vor Ort! Habe den Schritt nie bereut. Ich habe sehr Glück, dass mein Partner ganz selbstverständlich mitgekommen ist und wir beide auch schnell Arbeit gefunden haben.

        Mittlerweile haben wir mehr Hilfe von freiwilligen und bezahlten Helfern und bald wird auch ein Pflegedienst mit einbezogen, aber ich verbringe immer noch wöchentlich mindestens einen Tag mit meiner Mutter.

        In deiner Situation könntest Du zumindest helfen, Pflegedienst und Heim etc zu organisieren, das kann man meist telefonisch regeln. Vor Ort finden dann Besuche statt, wer könnte da aushelfen? Nachbarn, Freunde, andere Familienmitglieder?

        (9) 13.06.19 - 08:16

        Genauso wie man immer alles falsch macht bei der Kindererziehung, ist es auch nie genug, wenn es darum geht, sich um die Elteen zu kümmern.

        Die Welt sieht, was sie sehen will. Da bist du machtlos.

        Und du kümmerst dich doch. Das bedeutet doch nichz zwangsläufig, nur am Bett sitzend Händchen halten. Du organisierst nach deinen Möglichkeiten, was meiner Meinung eine bessere Hilfe darstellt.


        lg lene

        (10) 13.06.19 - 09:50

        "Kümmere dich um deine Eltern" ist schnell gesagt.

        Natürlich wohnen nicht alle in der Nähe der Eltern. Haben selbst kinder, Haus und Arbeit.

        Davon ab ist nicht jeder in der lage seine Eltern zu pflegen, es ist eine hohe psyschiche Belastung die man neben seinem eigenen Leben stemmen können muss.
        Einfach mal vom Job eine Auszeit nehmen um die Eltern zu pflegen, muss man sich leisten können. Irgend ein Pflegegeld ist da lachhaft.
        Kümmern bedeutet für mich auch der Behördenkrieg mit der Krankenkasse/Gutachter für pflegestufe. Damit überhaupt ein pflegedienst in Anspruch genommen werden kann.
        Man sollte die Eltern nicht sich selbst überlassen und ob man helfen (Pflege...haushalt etc) leisten kann, hängt von vielen Faktoren ab.

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