Meine Tochter schämt sich weil wir nicht mithalten können

Hallo,
Meine Tochter ist 9 und bekommt natürlich mit dass ihre Freundinnen fast alle in einem Haus wohnen, einige sogar in einem Eigenheim mit Garten.
Dann gibt es dort sogar noch einen Pool oder einen Wintergarten.
Die Freundinnen haben ein großes Kinderzimmer was so groß ist wie unser Wohnzimmer.
Jetzt fragt sie warum wir so " arm" sind?
Warum wir nicht mehr verdienen, die anderen Eltern haben ja auch mehr Geld.
Warum unsere Berufe so " Scheisse" sind, die Papas der Freundinnen verdienen so gut dass die Frauen nur Teilzeit arbeiten oder ganz zu Hause sind.
Urlaub wird in Ferienhäusern oder Clubs gemacht, natürlich mit dem Flugzeug.
Mein Mann ist Koch und ich bin Frisörin.
Wir haben 2500 im Monat, unsere Wohnung ist 65 qm , kein Garten oder Balkon.
Miete warm 850 Euro, dazu kommt noch Strom 80 Euro.
Urlaub machen wir wenn mit dem Zelt oder gar nicht.
Ihr Zimmer hat 9qm.
Ich bin zufrieden, wir haben ein gutes Leben aber die Vorwürfe meiner Tochter machen mich traurig.
Hätten wir besser kein Kind bekommen sollen wenn wir uns das oben Gesagte nicht leisten können?

Hi
Ihr bietet eurer Tochter doch eh schon mehr als sie braucht und ihr verdient euer Geld mit ehrlicher Arbeit. Es gibt immer jemand der mehr hat als man selber. Damit muss man sich wohl oder übel abfinden. Mit 9 hat sie ja dafür noch Zeit und ihr geht ihr mit gutem Beispiel voran.

Ihr könnt versuchen das Selbstbewusstsein eurer Tochter zu stärken, ihr erklären, dass ihr nicht arm seid und es nichts gibt, wofür sie sich schämen müsste.

Das hast du treffend formuliert. Leider trifft es einen erst mal ins Herz wenn man sowas vom eigenen Kind hört. Aber mit 9 Jahren wird sie noch Erfahrung sammeln.

Ich wohne hier in einem Stadtteil der Extreme: Villen mit 20.000qm Grundstück neben Wohnghetto, viele Sozialwohnungen und dann wieder großzügige EFHs, auf der Straße siehst Du gefühlt entweder 15 Jahre alte Kleinwagen oder Porsche und Co.
Anstrengend finde ich persönlich die, die grade so "reich" sind. Die vielleicht ihre 4.000-6.000€ nach Hause bringen - was sich da die Weiber mit Wonne über die Armen/Flüchtlinge/Zustände aufregen und gleichzeitig jeden Cent zweimal umdrehen müssen, um die Raten für zwei ordentliche Autos aufzubringen, auch wenn man zuhause auf einem 30 Jahre alten Sofa sitzt, wichtig ist der äußere Schein... aber, ich schweife ab. Erklärt eurer Tochter, dass die Gesellschaft nicht fair ist. Dass manche Menschen schon reich geboren werden oder erben und dass jeder Beruf wichtig, aber nicht alle richtig bezahlt werden und dass ihr mit eurem Beruf zufrieden seid und mit eurem Leben und es ihr ja offen steht, wenn sie erwachsen ist, sich einen Job zu suchen, der mehr einbringt, auch wenn sie damit nicht glücklich ist.

Gleichzeitig würde ich mal in ihr Umfeld schauen, ob ihr da vielleicht ein Kind dieser "grade so"-Reichen habt, die das dumme Gerede ihrer Eltern übernehmen. Ich kann mich noch gut an ein Mädchen in meiner Klasse erinnern, da waren wir 11, ihr Mäppchen war weg und sofort hielt sie ein flammendes Pamphlet vor der ganzen Klasse darüber, dass ihre Eltern schon immer gesagt hätten, dass ihr sowas passieren kann, schliesslich ist sie Akademiker-Kind und die sind hier unter all den Armen in ernsthafter Gefahr.

Es soll auch Leute mit gutbezahlten Jobs geben die mit dem Beruf glücklich sind...

Ich finde, du pauschalisierst sehr. Wir und einige, die wir kennen, sind in genau der Einkommensklasse und definitiv nicht so. Es gibt in jeder Gehaltsklasse Dumme, Schlaue, Angeber, Geizkrägen, Leute, die auf's Äußere aus sind, andere wieder gar nicht und so weiter und so fort.

weitere 3 Kommentare laden

Hi, warum machst du dich selbst so schlecht? Aus deinem Text geht hervor, das ihr euer Leben als gut betrachtet. Darauf kommt es an!
Vielleicht solltest du deiner Tochter klar machen, dass es auch nach unten gehen kann. Es gibt viele Familien die nicht so viel haben.
Und wer weiß ob die offenbar reicheren Leute glücklich sind. Ich finde es super das du deiner Tochter vorlebst, dass man als Frau sein eigenes Geld verdienen kann.
Deine letzte Frage erübrigt sich damit. Natürlich war es richtig ein Kind zu bekommen. Ihr seit nicht zu arm dazu.
LG TanteLillifee

Hallo,

es ist natürlich nicht schön, wenn das Kind das eigene Elternhaus kritisiert...aber es ist natürlich nachvollziehbar, denn irgendwann vergleichen sich Kinder mit anderen Kindern.

Das Wichtigste zuerst:
Geld allein macht nicht glücklich!

Klar, es ist schön, wenn man finanziell unbesorgt leben kann, doch viel wichtiger ist eine liebevolle Familie.#herzlich

Ich spreche aus Erfahrung.
Ich bin in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und hatte eine beste Freundin, die aus sehr reichen Hause kam (Unternehmersfamilie mit Firma).

Es mangelte ihr nie an Geld und dennoch sprach sie immer davon, dass sie gerne von meiner Mutter adoptiert werden möchte.
Warum?
Weil ihre Eltern nie Zeit für sie hatten und statt Liebe und Aufmerksamkeit bekam sie Geld zugesteckt.
Da merkte ich, dass ich durchaus mit "Reichtum" gesegnet bin, weil ich eine liebende Familie habe.

Deine Tochter muss das vielleicht erst erkennen. Sprich doch mal mit ihr über die Dinge im Leben, die wirklich wichtig sind (Familie, Freunde, Bildung).

Ihr arbeitet beide Vollzeit und könnt stolz auf euch sein! Es ist natürlich etwas traurig, dass da netto nicht etwas mehr übrigbleibt... Das ist aber sicher kein Grund, die Zeugung eurer Tochter in Frage zu stellen.;-)

Alles Gute für euch!🌸

Ich hätte ganz einfach geantwortet: "Weil wir mit unseren 65qm und Campingurlaub zufrieden sind."
Da hätte sich für mich die Sache schon erledigt.
Und wenn Töchterchen nicht zufrieden mit eurem Lebensstandart ist, soll sie sich ihren gewünschten Lebensstandart selbst finanzieren sobald sie dazu in der Lage ist.

Ich glaube, wenn man so seinem Kind antwortet (Inhalt und Ton), dann ist die Beziehung zu den Eltern doch ganz schnell dahin #kratz

Das "Töchterchen" ist ein gleichwertiges Familienmitglied und hat das Recht auf eine respektvolle Antwort auf Augenhöhe. Dieses "ICH bin zufrieden und solange du deine Füße unter meinem Tisch hast..." ist eher kontraproduktiv und stärkt sicherlich nicht die Bindung zum Kind.

Finde ich sehr lieblos. Läuft bei Euch jeder Austausch so ab? Na da können die Kinder ja fürs Leben lernen...

Ich finde, das Thema ist ein guter Anlass, sich darüber zu unterhalten, was im Leben wichtig ist. Auch über soziale Gerechtigkeit. Ich glaube, es ist sehr wichtig, sich über solche Werte auszutauschen und den Kindern etwas mitzugeben. Sie müssen das ja nicht für sich annehmen. Aber ich möchte meinen Kindern diese Orientierung geben und sie nicht mit einem dahingerotzten Satz abspeisen.

Anstatt "Töchterchen" als undankbar abzustempeln, könnte man auch mal hinterfragen, woher ihr Anliegen kommt. Mal nachfragen, wie das im Freundeskreis so diskutiert wird. Oder auch mal sich selbst hinterfragen, ob man vielleicht auch selbst unbewusst etwas vermittelt, was man gar nicht so wollte.

Ich nehme mir gerne die Zeit für einen Austausch über solche wichtigen Themen und merke, dass es meinen Kinder Orientierung gibt. Deshalb weiß ich sicher, dass ihnen bewusst ist, warum unser Lebensstandard so ist, wie er ist und dass ein dickes Auto nicht glücklich macht, sehr wohl aber andere Dinge, die nichts kosten und die es bei uns gibt.

Werte, Respekt, Zeit füreinander, um nur einige zu nennen.

weitere 6 Kommentare laden

Rechnet Mal zusammen euren ökologischen Fußabdruck aus. Einmal mit eurer Wohnung und eurem Lebensstil und einmal mit dem Überfluss der Freundin.

Ja klar, das interessiert eine 9 Jährige sicher... #augen

Und geht damit leider am Thema vorbei...

Oh. Ganz offensichtlich interessiert es Kinder und Jugendliche mehr als Erwachsene. Kann man gerade sehr schön beobachten.
Dass das nicht das ganze Problem löst, klar. Aber es fügt eine Facette hinzu, die wichtiger ist als viele Erwachsene wahr haben wollen.

weitere 5 Kommentare laden

Ihr seid eine ganz normale Durchschnittsfamilie. Wir übrigens auch.
Antworte deiner Tochter offen und ehrlich.
Es gibt nichts wofür ihr euch schämen müsst. Deine Tochter muss lernen, dass eben nicht alle Menschen gleich viel haben. Und es geht noch deutlich schlimmer als bei euch. Also arm seid ihr keinesfalls.
Ist es ihren Freundinnen egal wie ihr lebt?

Es gibt auch genug Leute, die nach außen hin ihren Schein wahren, aber bis unters Dach verschuldet sind.
Ein ehemaliger Kollege meines Mann hatte eine Doppelgarage, die war so groß wie unsere Wohnung. Irgendwann sind ihm seine Finanzen um die Ohren geknallt, weil er völlig über seine Verhältnisse gelebt hat.

Hallo ,eventuell den nächsten Urlaub in ein armes Land organisieren .
Dann könnt ich euch schön Favellas anschauen etc.
Ich würde da ganz selbstbewusst sein und wie gesagt das Thema mehr thematisieren z.b auch Dokus gucken von Armut etc
Also das Thema etwas globaler gestalten

Na Gottseidank wohnen wir wohl in einer "normalen" Stadt... mit ganz wenig Superreichen und offenbar wenig Eingebildeten. Meine Kinder wussten immer, dass es Besserverdienende gibt, ich erklärte ihnen das auch. In dem Alter hat sie das noch wenig interessiert, eigentlich garnicht. Wir hatten schöne Urlaube in Deutschland und Österreich, sie waren in Vereinen samt Jugendfreizeiten und in schlechter Kleidung liefen sie auch nicht rum.
Erst 5,6 Jahre später wollte mein Sohn mit seinen "Freunden aus gutem Hause" mithalten.....ging eben nicht. Das sind Erfahrungen, die ein Jugendlicher eben machen muss. Meiner Tochter war es komplett egal. Meine 12jährige Enkelin weiß auch, dass es Reichere gibt, ihr ist das ebenfalls bisher egal. Wir haben ihr erklärt, dass es glücklich und traurig, gesund und krank in allen Schichten gibt.
Sie hat ja die Möglichkeit, einen guten Beruf zu erlernen, viel Geld zu verdienen und dann kann sie sich auch alle Wünsche erfüllen, die sie meint, zu haben. Das kannst Du Deinem Töchterchen auch vermitteln. Den Begriff, dass eure Berufe Scheiße sind, würde ich mir verbitten, da kannst Du etwas mehr Respekt einfordern, das kann man auch einer Neunjährigen klarmachen.
Sie darf sich gerne anstrengen in der Schule, damit sie später gut bezahlte Politikerin, Wissenschaftlerin oder sonstwas werden kann;-) Kritik an eurer Berufswahl steht ihr schlicht nicht zu. Klingt hart, hätte meine Tochter und ihr Mann ihrem Kind aber wohl auch so gesagt. Sie wohnen in einer ca. 85qm großen Wohnung mit Terrasse und Garten und Urlaube finden in Deutschland statt. Markenkleidung wird nur im Sonderangebot gekauft, ansonsten wird bei C&A oder ebay eingekauft. Die Berufe der Eltern entsprechen gehaltsmäßig euren, meine Tochter arbeitet halbtags, auch aus gesundheitlichen Gründen. Würde meine Enkelin hier zu motzen anfangen, gäbe es ganz sicher keine lange Diskussion. Weder Du noch Dein Mann müsst euch für eure Berufe rechtfertigen! LG Moni

Ich glaube dir das es dir weh tut. Kinder sind manchmal ungerecht. Aber deiner Tochter fehlt die Zeit die sie noch haben wird um sich zu entwickeln. Mein Sohn ist ein Sohn aus einem Elternhaus wie du beschreibst. Auch er hat ungefähr in dem Alter mir vorgeworfen das er nicht bekommt was er will. Den Zahn habe ich ihm schnell gezogen. Außerdem hat er miterlebt wie es ist eine Mutter mit burne out zu haben. Erkläre deiner Tochter das Glück nichts mit Haus und Geld zu tun hat. Wenn ihr sie so erzieht wird sie eine bodenständige Frau werden. Mein Sohn ist 15 und sehr vernünftig. Macht Ferienjob weil er es selbst wollte und wir keine Kuh zum melken sind. Ich möchte dir sagen, nimm es dir nicht so zu Herzen. Sie ist noch klein und kann die welt nicht kennen wie manches funktioniert.

Na da habt ihr euch aber ein Früchtchen ran gezogen 😨. Ich würde Madame da aber eine Ansage machen. Ich finde sie, bzw ihre Aussagen Euch gegenüber unverschämt. Ihr seid sich nicht arm sondern ehr Durchschnitt. Wenn es ihr nicht passt ist sie hoffentlich eine Musterschülerin, studiert und bekommt einen hochbezahlten Job😉.

Gehaltsmäßig liegen wir unter Euch, Sohn geht an eine Privatschule und sieht da auch das wir ehr am unteren Ende rumwuseln, das hat aber weder ihn noch seine Freunde gestört. Wenn es richtige Freunde sind würden die da auch nie darauf rumreiten.

Macht ihr Mal deutlich was arm wirklich bedeutet ,danach überlegt sie sich eventuell ihre ungerechtfertigten Aussagen.

LG
Visilo

So ein käse.

Ein kind was also vergleiche anstellt und fragt mit 9 JAHREN ist also ein Früchtchen???

Sicherlich hast du keine kinder in dem alter. Das hoffe ich stark

Wow, selten so viel Respektlosigkeit in einem Kommentar einem Kind gegenüber gelesen #kratz

Ein 9-jähriges Kind als "Früchtchen" und "Madame" zu bezeichnen, der man mal "deutlich klar machen soll... wenn es ihr nicht passt"... WOW #augen

Würdest du auch so mit deiner Frau/deinem Mann/deinen Eltern sprechen? Wenn ja, dann erklärt das einiges #kratz

weitere 19 Kommentare laden

Wir leben in einer Gesellschaft, in dem leider gilt, dass du dies das und jenes haben musst, um ein "gutes leben" zu haben.

Deine Tochter sieht also, dass ihr es "nicht so gut" habt und tappt damit in die Falle der Gesellschaft.

Das Ding ist, deine Tochter weiß gar nicht, wie gut sie es hat. Sie hat kein Gespür dafür, was für ein unglaubliches Glück sie hat, das sie zur Schule gehen kann, jeden Tag drei oder mehr Mahlzeiten hat, ein eigenes Bett mit Matratze hat. Deine Tochter ist 9 und versteht somit viel. Setz dich mal mit ihr hin und schau mit ihr eine Reportage aus ärmeren Ländern an. Es gibt auf YouTube echt tolle Dokus von 360° . Hab erst gestern eine sehr tolle geschaut, "überleben am manila express". Die Menschen leben quasi mit weniger als nichts, machen dennoch das beste daraus und sind dennoch zufrieden mit dem bisschen, was sie haben. Ich finde, erst wenn man weiß, wie schwer es andere Menschen in ihrem Leben haben, sieht man, wie gut man es hat. Dafür braucht es Maßstäbe. Deine Tochter sieht euren Lebensstandard als den momentan schlechtesten an, wie es scheint. Der ihrer Freunde liegt wesentlich höher, daher empfindet sie euren als schlecht. Geh mit ihr mal auf Entdeckungsreise und zeig ihr, wie es in der Welt aussieht.

Ich bin ja wirklich jemand der es nicht leiden kann wenn hier jemand rumtönt wieviel er verdient usw. Aber 2.5 für 2 vz verdiener ist wirklich nicht viel. Wird eure Arbeit gerecht entlohnt?

Kommt stark aufs Bundesland an. Was glaubst du was eine Frisörin "im Osten" so verdient?

2xmindestlohn - steuern....Was soll da groß übrig bleiben. Leider

Ich verstehe, dass das weh tut, total. Wir sind schon recht gut verdienend, haben aber immer sparsam gelebt und für alles, was wir haben, selbst gearbeitet. Als dann um mich herum gerade die Familien, die immer schon alles verschleudert haben, groß geerbt haben, hat mich das auch kurz gepikt. Ich verstehe die Gefühle deiner Tochter also auch ein wenig. Natürlich bin ich im Gegensatz zu deiner Tochter schon in meinen Werten und Haltungen auch gegenüber Geld gefestigt und konnte das schnell abtun. Eure Tochter kann das noch nicht. Es ist ein Prozess, der gehörige Reife benötigt, sich damit abzufinden, dass andere mehr haben. Darin könnt ihr sie unterstützen. Sprecht über das Thema, aber macht klar, dass ihr derartig respektloses Verhalten nicht akzeptieren werden, vonwegen eure Berufe sind scheiße. Natürlich spricht bei dem Geld nichts dagegen, ein Kind zu bekommen. Ich kam mir mit 2500 damals mega reich vor, also alles eine Frage der Perspektive. Ich erinnere mich eine Familie mit sehr gut verdienenden Eltern, die extra nicht in das Gutverdiender-Viertel gezogen sind, weil sie meinten, dass es ihnen so gut ginge. Wenn sie dort wohnen würden, würden sie sich wieder arm fühlen. Warum sollten sie also in die "gute" Gegend ziehen?

Hallo.

Ich weiß nicht so recht, was man raten kann ... wollte dir nur sagen, dass ich die Gefühle deiner Tochter kenne, meine Familie war auch eher „arm“ in meiner Kindheit. Ich kann mich noch gut erinnern, wie andere Kinder neue Fahrräder bekamen und wir immer dann, wenn Sperrmüll war, geschaut haben, ob wir etwas brauchen können da ... ist schon ein doofes Gefühl. Meine Mutter kann Geschichten erzählen, wie ich auf dem Spielplatz herzzerreißend geweint habe, weil ich unbedingt mit einem Puppenwagen spielen wollte, die anderen Kinder mich nicht gelassen haben, die anderen Mütter gesagt haben, Mensch, da muss deine Mama dir auch mal so einen Wagen kaufen und sie aber wusste, dass so etwas absolut nicht drin ist, meine Eltern mussten sich eine Zeit richtig einschränken.
Auf der anderen Seite kann ich aber auch sagen, dass das Gefühl vergeht und ich sehr stolz auf meine Eltern bin, dass sie sich getraut haben, mich zu bekommen und ich trotzdem eine wunderbare Kindheit hatte.
Vielleicht hat es geholfen, dass meine Eltern mich schon früh einbezogen haben. Ich kann mich noch gut an Tage erinnern, an denen es beim Abendessen hieß, okay, wir haben noch 200 Mark, das und das müssen wir noch zahlen und es muss noch für so viel Tage im Monat reichen, wie machen wir das? Ich kann mich auch sehr gut an den Tag erinnern, an dem mein Vater eine Gehaltserhöhung von 5 Mark am Tag bekommen hat, er kam mit einer riesigen Tafel Schokolade für mich nach Hause, das war unvergesslich.

Ich weiß nicht, ob dir mein Beitrag hilft, ich will dir nur Mut machen.
Hat deine Tochter Hobbies und Interessen, die nicht viel Geld brauchen? Bei mir war es Ballett, meine Eltern haben mir immer einen Ballettkurs irgendwie ermöglicht, das hat mir sehr viel gegeben. Und sie haben mir in ihrer Erziehung beigebracht, dass nichts so vergänglich ist wie Geld und auch nichts so wenig über den Charakter sagt.

Alles Gute für dich!

Zwei der unglücklichsten Kinder, die ich je kannte, hatten beide einen festen, gebauten Pool auf dem Luxusgrundstück. ;-)

Einmal trafen sie sich zur Spielverabredung, und der Gast sagte zum Gastgeber: "Puh, was für ein kleiner Pool! Unserer ist größer!"

Wurde mir von der Mutter des einen beim Elternsprechtag erzählt. ;-)

In dem Alter deiner Tochter vergleichen die viel, das gehört zum älter werden dazu. Sag einfach freundlich deine Meinung und lasse sie ihre Erfahrungen mit Geld und Status (Symbolen) machen.

Im übrigen finde ich persönlich Camping wahnsinnig erholsam. ;-)

Du kannst ja mal mit ihr RTL2 schauen, da gibt es doch immer so schöne Dokus! Danach wird sie hoffentlich etwas dankbarer und zufriedener sein;-)

Ich rate ja zu der Doku die gefährlichsten Schulweg der welt

Hallo

Ehrlich gesagt finde ich, ihr könnt eurer Tochter viel leisten. Ein eigenes Zimmer und Urlaub ist nicht selbstverständlich.

Erklär deiner Tochter wie das Leben funktioniert. Und das vieles auch nur Schein ist.


Wir gehören zur oberen Mittelschicht. Viele von unseren Freunden haben ein Haus. Und fahren tolle Autos. Aber alles nur auf Pump. Das Haus fällt entweder auseinander oder es sind billige materialen verwendet worden. Der Garten müsste riesig sein, aber verkommt. Die neusten und tollsten Autos sind entweder Firmen Autos oder geleast.

Wir haben uns es zum Ziel gemacht, das haus schnell abzubezahlen. Fahren alte Autos und Urlaub ist auch billo Urlaub. Für Außenstehende sieht das anders aus. Die sehen nur das wir 3 Wochen in Frankreich waren. Wir sind in der nebensaison gefahren, hatten eine Hütte auf dem Campingplatz. Viele Lebensmittel von zuhause mitgenommen. Kaum essen gegangen. Wir hatten einen super schönen Urlaub. Andere sehen nur“die waren 3 Wochen in Frankreich“ die müssen Kohle haben.

Da braucht man keine dokus. Da kann man einfach beispiele aus der Umgebung nehmen. Die wenigsten haben sich das selbst erarbeitet. Und wenn sie es selbst erarbeitet haben, haben sie vielleicht einen Erzeuger aber keinen Vater. Weil der ständig arbeiten muss m, auf Dienstreise ist und zuhause zu kaputt um was mit den Kindern zu machen. Bei den wenigsten läuft alles tipptopp.

Ganz anderer Gedanke...könnt ihr nicht ein paar Euro beiseite legen und mal urlaub jenseits eines Campingplatzes machen. Dann hätte eure tochter auch mal was zu erzählen .

Was wäre denn für dich ein Urlaub "wo die Tochter mal was zu erzählen hat?" 7 Tage auf Malle oder was? Ich weiß gar nicht, was hier so auf Camping rugehackt wird. Ich fand als Kind Camping toll und spannend und kann das gar nicht nachvollziehen.... die schönsten Urlaube (Erwachsene) haben am wenigsten Geld gekostet, da sind wir zu Fuss durch skandinavien/Irland/Schottland und haben im Zelt oder in Waldhütten umsonst oder in Jugendherbergen/Bed &Breakfast günstig geschlafen... mann, mann, mann... Da hatte ich danach IMMER jede Menge zu erzählen.

Jeder ist einfach anders... Was du toll und entspannend findest (z. B. Camping), finde ich z. B. hauptsächlich anstrengend und nicht erholsam :-D

So ist das bei Kindern auch. Und in einer Familie sollte man alle Bedürfnisse beachten, wenn es denn die finanzielle Situation irgendwie zulässt.

Ich glaube auch, dass sich die Zeiten stark geändert haben. Die frühen 90er waren im Vergleich zu jetzt meiner Meinung nach viel entspannter. Heute wird man durch die sozialen Medien so zugeballert mit "Konsum und Reichtum", dass es für Kinder immer schwerer wird sich an den "normalen Dingen" zu erfreuen. Ich glaube, es muss nun sehr viel stärker kommuniziert werden.

weitere 5 Kommentare laden

Hi.

Leider ist es in unser heutigen leistungs- und matrialistisch-orientierten Gesellschaft so, dass oft nach links und rechts geschaut wird. Wir haben nur unseren alten Zaun (der beim Kauf unseres Hauses (Gebraucht Immobilie) bereits bestand und fast auseinanderfiel, da fragte n Nachbar ob wir im Lotto gewonnen hätten. Es ist ein stinknormaler neuer Zaun... 😂 Oder lugten auf unser Grundstück als unser günstig erworbener Mähroboter vom Discounter übern Rasen fuhr. Es fängt teilweise schon im kleineren Kindesalter an (da werden von einem bestimmten Mädchen andere Mädchen ausgegrenzt weil sie keine Kleider an haben oder Zöpfe tragen - völlig daneben!)
Ich persönlich denke, dass man Kindern sehr viel mehr gibt, wenn man ihr Selbstwertgefühl stärkt und ihnen erklärt, dass jeder Mensch nackt auf die Welt kommt und auch so wieder gehen wird (natürlich kindgerecht erklärt). Deine Tochter ihre Chancen im Leben nutzen kann und ihre Wünsche erreichen, wenn sie daran glaubt und arbeitet.
Meine Tochter sagte mit 3,5 Jahren zu mir einmal, ein anderes Mädchen habe zu ihr gesagt, sie habe kein hübsches Kleid an... Sie wirkte sehr traurig darüber. Ich sagte zu ihr, dass es egal sei was sie anhabe oder wer was zu ihr sagt, es ist wichtig was sie von und an sich glaubt und was sie in ihrem Herzen hat... Und da kann sie anhaben und tragen was sie möchte.

Lg 🤗

Hallo.

Kinder vergleichen natürlich und hinterfragen Dinge.

Ich würde ihr sagen wie wichtig es ist das ihr EUCH habt. Und das es keine Rolle spielt wer wie wohnt. Es wird immer welche geben die "besser" sind und welche die "schlechter" sind. So ist das mit vielen Dingen im Leben.
Wichtig ist das man in seinem Beruf glücklich ist und nicht das man das riesen Geld nach hause bringt.
Es ist schön das sie bei anderen mit in den pool darf und dieses und jenes aber ZUHAUSE ist da wo Familie ist.

Rede mit deiner Tochter und vermittel ihr die wichtigen Werte.

Wir hatten früher auch oft kinder da (die große ist mittlerweile 15) die es immer ganz toll fanden im Garten zu spielen, in den pool zu springen, mit dem kleinen Hund zu Toben, das ich immer zuhause war.... Klar finden das kinder toll, woanders ist es eh immer schöner 😅 aber letztlich wussten alle IHR zuhause und IHRE Familie zu schätzen!

Hallo Gloffies,

ich bin ein Kind aus den Achzigern und wir waren auch nicht reich, als ich klein war. Hatten zwar einen Garten, aber keinen Pool... den hatten aber unsere Nachbarn. Die waren auch nicht reich und konnten sich z.B. keinen Poolboy leisten. Wer bei der Renigung des Pools im Frühjahr mitgeholfen hatte, der durfte den ganzen Sommer llang schwimmen kommen... war super ich hab geholfen und durfte schwimmen #winke a sieht man nämlich, dass so etwas tolles wie ein Pool im Garten auch Arbeit und Zeit kostet und sieht nicht nur das angenehme daran.

Wir sind auch bis ich 7 war nie in den Urlaub gefahren, dann mit dem Wohnmobil das wir gemietet hatten sind wir Verwandte in Ostdeutschland besuchen, als die Grenze aufgegangen ist. Das war ein Erlebnis sag ich dir. Wir haben bei denen im Garten gestanden mit dem Wohnmobil... keine Ahnung, was sich die Nachbarn dachtem, weil wir 14 Tage mit einem gemieteten Wohnmobil weg waren. Wir hatten echt nicht viel, aber die Verwandten im Osten, die hatten noch viel weniger...wir habn denen mein altes Kinderfahrrad und ein Trettauto mitgebracht, das ich auch schon geerbt hatte. Das war der Hammer dort. Die Jungs hin und weg.

Es kommt immer auf die Perspektive an... ich mußte über 30 Jahre alt werden, bis ich gemerkt habe, das es mich traurig und unglücklich macht, wenn ich mich mit anderen vergleiche, so wie es deine Tochter macht. Vorallem vergleicht man sich ja auch gerne mit denenen, denen es vermeintlich besser geht, als einem selbst.

Ich weiß nicht, ob es heute evtl. schwieriger ist mit Kindern und weniger Geld in den achziger hat kaum eine Mama gearbeitet, da war es auch normaler, dass nicht so viel Geld da war, aber die Mamas hatten Zeit mit den Kindern Dinge zu unternehmen.

Wenn ich heute sehe, dass 4 Jährige schon min. 4 Flugreisen hinter sich haben ( ich hatte meine erste Flugreise mit 23) dann ist es irgendwie verständlich, wenn sich Kinder schämen, die das nicht erleben können.

Ich habe keinen Rat an dich... außer, dass man dem Kind irgendwie beibringt, dass auch andere Werte zählen, als nur materielles. Z.B. dass es nicht selbstverständlich ist, dass man mit Mama UND Papa zusammen lebt, dass alle gesund sind, dass sie ein eigenesZimmer hat.

Bei uns hat das mit dem vergleichen auch erst später angefangen, und nicht schon mit 9. #gruebel Und trotzdem war es relativ gleich bei allen Familien. Fast alle hatten Häuser mit Garten (bin auf dem Land aufgewachsen) viele wohnten aber mit den Großeltern zusammen darin. Flugreisen waren extrem selten und Campingurlaube oder Balkonien die Regel.

Es tut mir leid, dass eure Tochter unter der Situation leidet.

Ach und... was nützt einem denn als Kind ein Pool im Garten, wenn man keine Freunde hat um darin zusammen zu planschen? Wir haben uns immer mit mehreren im Pool bei meinem Schulfreund getroffen.... da braucht doch nicht jeder seinen eigenen im Garten.#kratz

Leider musste ich hier einige Beiträge entfernen. Bitte bleibt beim Thema und bleibt sachlich.

Viele Grüße

Raffael vom urbia-Team