Wenn das Herz immer wieder weint

    • (1) 14.06.19 - 21:04

      Schon vor einiger Zeit habe ich einen ähnlichen Beitrag geschrieben. Aber mir geht es einfach nicht besser. Ich fühle mich so allen und einsam. Mein Mann und die Kinder sind mein einzigster Halt. Sonst würde ich, denk ich untergehen.
      Meine Eltern und mein Bruder interessieren sich nicht für mich. Alle führen ihr Leben, aus dem wir größtenteils ausgeschlossen oder nur zwangsweise kurzweilig eingebunden werden. Meine Kinder hatten Geburtstag. Mein Bruder hatte zu beiden Terminen keine Zeit. Auch nach zwei weiteren Einladungen. Meine Eltern sind in den Urlaub gefahren.
      Freunde habe ich ein paar. Aber auch die haben ihr eigenes Leben. Ich bin so einsam. Wie kann ich diese Lücke nur schließen... Mein ganzes Leben lang möchte ich doch nur dazu gehören... Und tue es nicht 😥

      • (2) 14.06.19 - 21:20

        Liebe Tini1234,

        mein Rat wäre, nehme dein Leben selber in die Hand. Vielleicht wäre eine ehrenamtliche Arbeit etwas für dich, damit du unter Menschen kommst. Plane mehr Aktivitäten, wenn es deine Zeit erlaubt, notfalls erstmal ohne Bekannte und Freunde. Und so eine egomanische Familie wie du hast, würde ich auch wenn es schwerfällt nicht hinterherbetteln. So etwas brauch man nicht.

        LG und viel Kraft
        Hinzwife

        Finde zu dir und liebe dich. Dann braucht es keine Bestätigung mehr von außen.

        Ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst.

        Hier ist es ähnlich. Ich hab mir aber nach und nach einen kleinen aber feinen Freundeskreis aufgebaut. Das hat allerdings gedauert und erfordert noch immer oft Mut von mir (, da ich eine Sizialphobie habe). Damit geht es mir besser, als zu versuchen, in eine Familie rein zu gehören, wo ich offensichtlich nicht dazu gehöre.

        Neulich hatte ich Geburtstag. Vom Bruder immerhin eine WhatsApp Nachricht, Schwester bzw ihr Sohn schrieb einen Tag später eine Nachricht.
        Mehr Kontakt besteht leider nicht mehr. Obwohl ich mir früher für die beiden den Hintern aufgerissen habe.

        Nun gut.
        Es lebt sich gut ohne sie.

        Aber manchmal vermisse ich sie noch.
        Heute hab ich einen ungeschickten Versuch der Kontaktaufnahme probiert, aber schlug Fehl. Und ja, an Tagen wie heute bin ich dann wieder geknickt und traurig und merke deutlich, dass mir dieses Gefühl der "Wurzeln" fehlt.

        Dann muss ich mich dazu zwingen, mich mit Freunden zu treffen, auch wenn ich mich am liebsten einigeln würde. Und danach geht's mir dann wieder besser :)

        Deshalb: ja, nimm dein Leben selbst in die Hand. Es ist schwierig und es gibt Rückschläge. Aber alles in allem lohnt es sich, sich eine freundschaftliche Ersatzfamilie zu suchen und zu merken, dass es Menschen gibt, die für einen da sind :)
        Und das macht Familie aus... Und nicht irgendwelche Blutsverwandtschaft :)

      • (5) 14.06.19 - 22:21

        Du hast deinen Mann, deine Kinder und Freunde. Wieso fühlst du dich dann einsamen? Natürlich haben Freunde ihr eigenes Leben, aber das ist doch normal oder? Ihr trefft euch ja trotzdem, oder ist das eher selten?
        Fühlst du dich hauptsächlich einsam weil du keine Familie im Sinne von Eltern und Geschwistern hast? Bzw. kein gutes Verhältnis zu denen.

        Du fühlst dich einsam weil du dir einbildet wie eine Familie auszusehen hat. So ist es leider nicht bei dir und das quält dich. Und diese Qual hält dich davon ab dein Leben mit DEINER Familie zu genießen.
        Bitte hole dir therapeutische Hilfe. Ruf mal bei der caritas usw. Und lass dich beraten. Alles gute

      • (7) 15.06.19 - 05:37

        Liebe Tini,

        Für mich klingt es so, als wäre ein Teil von Dir, der, den viele das 'innere Kind' nennen, in einer Vergangenheit verhaftet, die wenig zugewandt und wertschätzend war.
        Als wärst du immer noch auf die Ursprungsfamilie angewiesen. Als wäre die verantwortlich für Dich und Deine Gefühle.

        Nur: Du bist erwachsen, ausgeflogen, hast nun Deine eigene Familie gegründet. Du bist im Wesentlichen verantwortlich für Dein soziales Netz und Deine Beziehungen und wie Du damit umgehst.

        Eigentlich sind wir beide etwas ähnlich.
        Ich habe auch Eltern, die ihr kindfreies Leben leben, die Urlaube, Arbeit, Alltag usw. eben leben. Ok, da ich recht oft mit meiner Mutter telefoniere oder schreibe, erfahre ich meist irgendwann davon, aber eingebunden bin ich nicht. Meinen Vater sehe ich 1 bis 3 Mal im Jahr, wenn ich hinfahre, aber selbst dann ist er mit sich selbst beschäftigt und nimmt mich kaum wahr. Mich besucht hat er 2015 zuletzt. Meine Ma sehe ich darüber hinaus ca 2 Mal im Jahr, wenn sie uns besucht.

        Ich habe einen Bruder, der kaum Kontakt hält, er ist ein ziemlich verschlossener Mensch geworden, oder eigenbrötlerisch, wie man will. Der meldet sich quasi nie von selbst, möchte nicht besucht werden und besucht auch fast nie. Wenn, dann die Eltern. Ich glaube, wir haben uns vor 2 Jahren zuletzt gesehen.

        Aber weißt du, darauf kommt es gar nicht mehr an.

        Ich habe hier meine eigene Familie.
        Ich habe einen weitläufigen Bekanntenkreis, einige davon würde ich als gute bis großartige Freunde betrachten. Wir sind füreinander da, und halten Kontakt. Unsere Große hat ihre Freundschaften hier.
        Durch Hobby und Ehrenamt habe ich gut zu tun.
        Tja, nun gab es im Text eine Menge 'ich'. Trotzdem denke ich, er passt ganz gut. Denn der Punkt, warum Du tiefunglücklich bist, wo es mir trotz ähnlicher Lage ganz gut geht ist meiner Meinung nach, dass Du etwas suchst, was Du nicht bekommen kannst: eine ideale Ursprungsfamilie, wo Du auch als Erwachsene trotzdem von Eltern und Bruder als die Tochter viel Nähe bekommst. Aber wenn Du zufrieden sein möchtest, hilft es nur, diese Sehnsucht ad Acta zu legen. Vielleicht ist hier wirklich eine therapeutische Unterstützung hilfreich.

        Viele Grüße
        Aozora

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