Haus Krise

    • (1) 15.06.19 - 11:03
      Haus-Krise

      Ich brauche Rat. Zur Vorgeschichte: Wir haben ein Haus gekauft und mussten nun noch einige Monate warten bis wir es beziehen können. In dieser Zeit hat sich bei meinem Mann der Gedanke festgesetzt, dass der Kauf ein Fehler war, weil nun immer mehr kleine und größere Punkte aufgetaucht sind, die ihm und uns am Haus nicht gefallen bzw nicht aufgefallen sind.
      Er ist nun überzeugt, dass wir einen großen Fehler gemacht haben und würde den Kauf am liebsten rückgängig machen. Soweit so schlecht. Was mich aber wahnsinnig macht, ist dass er seit Wochen nun herumläuft als wäre jemand gestorben. Er ist einsilbig, starrt ins Leere und lässt sich zu nichts mehr motivieren. Ich bin nicht der Meinung, dass das Haus ein Fehlkauf war und kann mich mit manchen Dingen die nicht passen arrangieren. Ich habe ihm aber bereits vorgeschlagen, das Haus erstmal zu beziehen (was bleibt uns auch anderes übrig?) und wenn es uns in X Monaten immer noch nicht gefällt neu zu überlegen.
      Das kann mein Mann aber nicht als Lösung akzeptieren. Er macht sich unglaubliche Vorwürfe und kann es nicht abhaken. Ich will gar nicht, dass er jetzt super Happy ist, aber aktuell versaut er so unseren Alltag als Familie und an mir bleibt alles hängen. Ich habe es schon mit Verständnis und mit Wut "versucht". Aber nichts klappt. Er kann einfach nicht loslassen und ist über die falsche Entscheidung sooo unglücklich, das alles andere überschattet wird.
      Wie kann ich ihm und uns helfen? Immer positiv und verständnisvoll zu sein und noch den Alltag mit Kindern zu wupppen geht auch an meine Reserven.

      • Tja, ein Haus kaufen ist keine Tüte Bonbons und wenn man da nicht (mehr) 100 % hinter steht ist das schon ätzend! Da schleichen sich auch Ängste vor der Zukunft ein. Aber ihr werdet aus der Nummer wahrscheinlich nicht mehr raus können, gekauft ist gekauft, oder? Setz dich am besten mal mit deinem Mann zusammen und nimm ihn bitte Ernst. Vielleicht findet sich dann eine Lösung!

        • (3) 15.06.19 - 11:20

          Du hast natürlich Recht. Aber wie du sagst, raus kommen wir da erstmal nicht mehr. Ich habe mich schon mehrmals mit ihm zusammen gesetzt und es mit produktiven Vorschlägen oder nur zuhören versucht, aber er sagt so wenig dazu und wenn er sagt "Warum haben wir das damals gemacht?' oder "am liebsten würde ich alles rückgängig machen." Dann bleiben mir ja nicht viele Optionen.. oder sehe ich das falsch und müsste ihn ernster nehmen? Wenn ich frage was er denkt dass wir tun sollen weiß er nicht weiter. Wir werden das Haus dann im Notfall wieder verkaufen, aber mich stört eher dass er aus dieser Vorwurf-Spirale nicht ausbrechen kann - jetzt so durch zu hängen ändert nichts und macht den Alltag nur noch schwerer ☹️
          Vielleicht ist mein Problem dass ich die Macken des Hauses nicht als solche ansehe oder damit klarkomme? Er will immer alles 10000% perfekt haben.

          • Bei uns war das damals ähnlich. Wir haben vor 15 Jahren ein über 100 Jahre altes Haus gekauft. Mein Mann war sofort verknallt in das Haus, ich fand es schrecklich. Viel zu groß, viel zu viele Räume, alles alt und abgewohnt. Einzig der Garten war ein Traum. Aber mein Mann war so begeistert...und hat mir das Haus in schillernsten Farben "umgebaut", so dass ich dann auch zugestimmt habe.
            Ich weiß noch, als ich mit meinem 1,5 Jahre alten ältesten Sohn 3 Wochen vor dem geplanten Einzug im Wohnzimmer stand. Es zog sich ein metertiefer Graben durch das Zimmer, alle Wände waren nackt, überall hingen Kabel raus. Als ich dann abends wieder in unserer gemütlichen Wohnung war (mein Mann hat auf der Baustelle geschlafen) habe ich erstmal ne Runde geheult--weil ich auch so ein Perfektionist bin.
            Es kam dann wie es kommen musste--wir zogen ein und das Wohnzimmer, Schlafzimmer und das Zimmer von Großsohn waren fertig--der Rest war Baustelle! Nach und nach wurde dann alles fertig gemacht, das letzte Bad wurde vor einem Jahr renoviert #schwitz#zitter
            Aber wir haben jetzt ein tolles Haus und mit 3 Kindern sind es jetzt auch nicht zu viele Zimmer ;-) Der Wert des Hauses hat sich inzwischen verdreifacht.
            Vielleicht kannst du deinen Mann ja mit deinem Optimismus anstecken!

      Um welche Kriterien geht es konkret?
      Nur um es besser verstehen zu können was deinen Mann belastet?

      • (7) 15.06.19 - 11:49

        Die großen Punkte:
        Es fehlt ein Zimmer. Mein Mann hat einen sehr leichten Schlaf und ich mache Geräusche. Er hat Angst, dass das nicht durch oropax oder ähnliches auszugleichen ist.
        Es gibt noch mehr Zimmer, aber nicht auf der gleichen Etage wie die Kinderzimmer.( Dieser Punkt ist für mich nicht so kritisch, dann muss eben notfalls eine Person auf einer anderen Etage schlafen oder man lässt die Kinder in einem Zimmer schlafen wenn sie klein sind.)
        Das Büro ist sehr klein. Er arbeitet von Zuhause und denkt, dass der kleine Raum nicht ausreichend sein könnte, bzw er sich eingeschlossen fühlt. (Fand er okay bei Besichtigung).
        Die kleinen Dinge sind nichts wildes, kommen aber eben noch obendrauf.. für ihn.

        • Hallo!

          Wie wohnt ihr denn jetzt im Moment? Ist das Haus kleiner als eure jetzige Wohnung/Haus?
          Bezüglich der Oropax : Schläft ihr jetzt im Moment auch in einem Zimmer?
          Dein Mann könnte ansonsten doch auch in dem "zu kleinen" Büro schlafen und ein Zimmer in der oberen Etage als Büro nehmen oder geht das nicht?
          Ihr habt das Haus doch vor Kauf sicher besichtigt, da müsste das doch schon klar gewesen sein.
          Kann es vielleicht sein, dass nicht das Haus an sich das Problem ist, sondern dein Mann vielleicht Respekt vor der Veränderung und Verantwortung (auch finanzieller Natur) hat und vielleicht deswegen das Haus nicht genießen kann?
          Viele Grüße

          • (9) 15.06.19 - 12:26

            Wir wohnen in einer Wohnung, die kleiner als das haius ist. Es gibt hier weniger Räume, es kommt bald noch Kind Nummer 2 dazu und daher haben wir nach etwas größerem gesucht. Aktuell schlafen wir nicht in einem Zimmer.
            Ja ich denke auch die Veränderung ist für ihn schwer. Wenn er etwas macht dann immer mit 1000% und ich glaube es macht ihn fertig, dass es jetzt (potentiell, wir wohnen ja nicht einmal in dem Haus!) nicht perfekt ist. Ich habe mich jetzt schon mit oropax für ihn und so Antischnarchstreifen für mich eingedeckt, wir Probieren jetzt aus. Vorher war es für mich kein Problem, zum Schlafen in ein anderes Zimmer zu gehen.
            Habt ihr denn Tipps wie ich damit umgehen kann? Er schafft es nicht aus eigener Kraft, positiv zu denken.

            • Dann ist das Haus doch auf jeden Fall schon eine Verbesserung!
              Ich würde versuchen nochmal mit ihm zu sprechen, ob die Zimmersituation tatsächlich der Grund für sein Verhalten ist, oder ob nicht vielleicht etwas ganz anderes da hinter steckt. Von außen hört sich jetzt ein eventuell zu kleines Zimmer und eine "schnarchende" Ehefrau als nicht so dramatisch an.. Bei wie vielen Pärchen ist das so 🤷 mein Mann schnarcht auch und unser Baby schläft noch bei uns im Zimmer und schreit nachts.. Da zieht weder mein Mann noch ich, noch das Baby in ein anderes Zimmer.. Mein Mann macht sich unter der Woche Oropax rein weil er morgens auf die Arbeit muss, am Wochenende hilft er auch nachts so weit er kann.. Es kann ja vielleicht wirklich sein, dass dein Mann eine Depression entwickelt, vielleicht kann er mal mit einem Arzt sprechen wie der das beurteilt, oder vielleicht hilft es ihm auch schon sich mal beim Sport auszupowern oder so?
              Wenn das Haus jetzt nicht extrem baufällig oder massive vorher unbekannte Kosten aufgetaucht sind, würde ich wirklich nochmal eindringlich mit ihm reden.

        (11) 15.06.19 - 12:25

        Ach das sind ja glücklicherweise behebbare Dinge. Ich dachte an grossen Schimmelbefall etc. Ist wintergarten anbau möglich? Z.b als Arbeitszimmer? Ich drücke euch die Daumen.

        Wenn es noch mehr Zimmer gibt, dann soll er doch in der oberen Etage schlafen und gegebenenfalls dort in einem weiteren Zimmer sein Büro einrichten. Somit hat er gleich zwei Fliegen mit einer Klappe.
        Ich sehe da kein Problem. Mit Oropax und einer Etage dazwischen.

        Ich glaub aber auch, dass es nicht das Haus alleine ist, sondern die Verantwortung drum rum. Ein zweites Kind ist unterwegs. Kann es sein, dass er sich mit Veränderungen generell schwer tut?

Dein Mann benimmt sich wie ein Baby.

Film ihn mal ins spiel ihm vor wie er sich benimmt.
Du musst dich ja furchtbar fremdschämen.

Dass das was besser macht oder zu Einsichten führt, glaub ich nicht, dann kann sie auch gleich die Scheidung einreichen.

(17) 15.06.19 - 12:21

Kann das sein, dass das in Richtung Depression oder ähnliches geht, wenn man so gar nicht vernünftig mit ihm reden kann? Wenn er nur Ängste hat oder alkes nur schwarz aussieht und er auch nicht weiß, was er ändern will. Vielleicht mal ein Arztbesuch oder so?

  • (18) 15.06.19 - 12:45

    Ja, an ähnliches habe ich gedacht, aber Termine bei Ärzten sind ja ewig ausgebucht.. vielleicht ist ein Außenstehender aber eine gute Idee.

    • (19) 15.06.19 - 13:10

      Ich finde ja, man muss nicht alles pathologisieren. Das wird irgendwie Mode, wenn sich jemand aufgrund von Veränderungen mal mit einer neuen Situation auseinandersetzen muss.

      Was soll der Arzt machen? Er wird auch eine Anamnese erstellen und womöglich hinterfragen, ob seine schlechte Stimmung etwas mit persönlichen Veränderungen zu tun haben könnte.
      Und bis ein Medikament wirkt oder eine Therapie anschlägt, da wohnt ihr schon Monate drin. ...oder bis ihr überhaupt einen Termin beim Therapeuten bekommt...da isses Weihnachten.
      Dann sieht er vor Ort, ob die Zimmeraufteilung so tragisch ist oder was ihr noch optimieren könntet. Dafür fehlt ihm vielleicht jetzt die Fantasie.

      Wenn man unbedingt therapieren möchte, könnt ihr euch aus der Apotheke Johanniskraut-Präparate holen. Eine Freundin nimmt Laif900 schon längere Zeit. Das habe ich ihr mal aus der Apotheke geholt als sie krank war u. ihre Pack. leer war. Ich wunderte mich noch, dass da draufsteht "verschreibungspflichtig" und fragte, ob sie mir vielleicht etwas falsches gegeben haben. Der Apotheker u. die MA sprachen sich kurz ab über Wirkstoff usw. und etwas, das ich nicht verstanden habe und meinten, das sei i. O. Verstanden hab ich das nicht u. meine Freundin sagte, sie würde das immer dort holen.

      Sie sagt, bei ihr hilft das bei depressiven Verstimmungen.

      Vorerst würde ja mal der Hausarzt reichen. Der wäre ja schon außenstehend genug, und könnte vielleicht rausbekommen, wo das Problem liegt. Falls es nötig wäre, könnte er sicher schneller einen Termin organisieren, aber so weit wollte ich noch gar nicht denken.

(21) 15.06.19 - 12:30

Kann es sein, dass es gar nicht um DAS Haus geht?

Nach der ersten Euphorie dämmert ihm nun, was ihr euch für eine Verantwortung aufgeladen habt.
Oder müsst ihr nicht groß finanzieren?
Gibt es viel zu renovieren und er sieht kein Licht am Ende des Tunnels?

Mir hat das schnmal jemand erzählt, dass diese finanzielle Verantwortung - nachdem endlich alles unter Dach und Fach war - ihm den Schlaf geraubt hat. Wäre eine gute Fee des nachts daher gekommen mit einem Wunsch, hätte er wohl alles in den vorherigen Stand zurückversetzt.

Als sie umgezogen waren und sich eingelebt hatten, war wieder alles in Ordnung und die Freude darüber wieder da.

(25) 15.06.19 - 13:09

Das war auch mein erster Gedanke.

Ich erzähle mal von uns: wir hatten uns in meiner 2. Elternzeit ein Haus angeschaut und waren kurz vorm Unterschreiben. Ich hatte dann plötzlich schlaflose Nächte wegen der geplanten Finanzierung. Hat sich im Nachhinein als richtig herausgestellt. Das zur Finanzierung eingeplante Erbe aus dem Verkauf meines Elternhauses war später nicht so hoch wie gedacht, d.h. die Zwischenfinanzierung bis dieses Geld da gewesen wäre, hätte uns wirklich zugesetzt (das Haus lag leider nicht in einem der Gebiete, die im Moment zu utopischen Preisen gehandelt werden; das Kaufhaus dagegen schon). Wir konnten zum Glück noch zurücktreten und haben dann erst gekauft als das Elternhaus verkauft war und ich wieder gearbeitet habe (ich verdiene deutlich besser als mein Mann).
Der Gedanke an die laufende Finanzierung wenn bald Nr. 3 da ist und ich in Elternzeit bin, ist aber schon sehr präsent. Ich weiß, dass wir es schaffen, daher habe ich keine schlaflosen Nächte, aber es wird schon eine gewaltige Umstellung.

Liebe TE:
Kann es sein, dass dein Mann sich Sorgen macht, es finanziell nicht allein zu schaffen, wenn du daheim bist? Hat er vielleicht Sorgen um seinen Arbeitsplatz? Muss noch viel gemacht werden und er hat jetzt den Eindruck, es nicht schaffen zu können?
Irgendwie klingt das für mich nicht nur nach einer Frage der Raumsituation, wenn es deinen Mann so sehr mitnimmt.
Alles Gute

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