Haus Krise

Ich brauche Rat. Zur Vorgeschichte: Wir haben ein Haus gekauft und mussten nun noch einige Monate warten bis wir es beziehen können. In dieser Zeit hat sich bei meinem Mann der Gedanke festgesetzt, dass der Kauf ein Fehler war, weil nun immer mehr kleine und größere Punkte aufgetaucht sind, die ihm und uns am Haus nicht gefallen bzw nicht aufgefallen sind.
Er ist nun überzeugt, dass wir einen großen Fehler gemacht haben und würde den Kauf am liebsten rückgängig machen. Soweit so schlecht. Was mich aber wahnsinnig macht, ist dass er seit Wochen nun herumläuft als wäre jemand gestorben. Er ist einsilbig, starrt ins Leere und lässt sich zu nichts mehr motivieren. Ich bin nicht der Meinung, dass das Haus ein Fehlkauf war und kann mich mit manchen Dingen die nicht passen arrangieren. Ich habe ihm aber bereits vorgeschlagen, das Haus erstmal zu beziehen (was bleibt uns auch anderes übrig?) und wenn es uns in X Monaten immer noch nicht gefällt neu zu überlegen.
Das kann mein Mann aber nicht als Lösung akzeptieren. Er macht sich unglaubliche Vorwürfe und kann es nicht abhaken. Ich will gar nicht, dass er jetzt super Happy ist, aber aktuell versaut er so unseren Alltag als Familie und an mir bleibt alles hängen. Ich habe es schon mit Verständnis und mit Wut "versucht". Aber nichts klappt. Er kann einfach nicht loslassen und ist über die falsche Entscheidung sooo unglücklich, das alles andere überschattet wird.
Wie kann ich ihm und uns helfen? Immer positiv und verständnisvoll zu sein und noch den Alltag mit Kindern zu wupppen geht auch an meine Reserven.

Dein Mann benimmt sich wie ein Baby.

Film ihn mal ins spiel ihm vor wie er sich benimmt.
Du musst dich ja furchtbar fremdschämen.

Unnötig dein Kommentar. Ich schäme mich nie für meinen Mann und liebe ihn, sonst gäbe es diesen Thread nicht.

Dass das was besser macht oder zu Einsichten führt, glaub ich nicht, dann kann sie auch gleich die Scheidung einreichen.

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Tja, ein Haus kaufen ist keine Tüte Bonbons und wenn man da nicht (mehr) 100 % hinter steht ist das schon ätzend! Da schleichen sich auch Ängste vor der Zukunft ein. Aber ihr werdet aus der Nummer wahrscheinlich nicht mehr raus können, gekauft ist gekauft, oder? Setz dich am besten mal mit deinem Mann zusammen und nimm ihn bitte Ernst. Vielleicht findet sich dann eine Lösung!

Du hast natürlich Recht. Aber wie du sagst, raus kommen wir da erstmal nicht mehr. Ich habe mich schon mehrmals mit ihm zusammen gesetzt und es mit produktiven Vorschlägen oder nur zuhören versucht, aber er sagt so wenig dazu und wenn er sagt "Warum haben wir das damals gemacht?' oder "am liebsten würde ich alles rückgängig machen." Dann bleiben mir ja nicht viele Optionen.. oder sehe ich das falsch und müsste ihn ernster nehmen? Wenn ich frage was er denkt dass wir tun sollen weiß er nicht weiter. Wir werden das Haus dann im Notfall wieder verkaufen, aber mich stört eher dass er aus dieser Vorwurf-Spirale nicht ausbrechen kann - jetzt so durch zu hängen ändert nichts und macht den Alltag nur noch schwerer ☹️
Vielleicht ist mein Problem dass ich die Macken des Hauses nicht als solche ansehe oder damit klarkomme? Er will immer alles 10000% perfekt haben.

Bei uns war das damals ähnlich. Wir haben vor 15 Jahren ein über 100 Jahre altes Haus gekauft. Mein Mann war sofort verknallt in das Haus, ich fand es schrecklich. Viel zu groß, viel zu viele Räume, alles alt und abgewohnt. Einzig der Garten war ein Traum. Aber mein Mann war so begeistert...und hat mir das Haus in schillernsten Farben "umgebaut", so dass ich dann auch zugestimmt habe.
Ich weiß noch, als ich mit meinem 1,5 Jahre alten ältesten Sohn 3 Wochen vor dem geplanten Einzug im Wohnzimmer stand. Es zog sich ein metertiefer Graben durch das Zimmer, alle Wände waren nackt, überall hingen Kabel raus. Als ich dann abends wieder in unserer gemütlichen Wohnung war (mein Mann hat auf der Baustelle geschlafen) habe ich erstmal ne Runde geheult--weil ich auch so ein Perfektionist bin.
Es kam dann wie es kommen musste--wir zogen ein und das Wohnzimmer, Schlafzimmer und das Zimmer von Großsohn waren fertig--der Rest war Baustelle! Nach und nach wurde dann alles fertig gemacht, das letzte Bad wurde vor einem Jahr renoviert #schwitz#zitter
Aber wir haben jetzt ein tolles Haus und mit 3 Kindern sind es jetzt auch nicht zu viele Zimmer ;-) Der Wert des Hauses hat sich inzwischen verdreifacht.
Vielleicht kannst du deinen Mann ja mit deinem Optimismus anstecken!

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Um welche Kriterien geht es konkret?
Nur um es besser verstehen zu können was deinen Mann belastet?

Die großen Punkte:
Es fehlt ein Zimmer. Mein Mann hat einen sehr leichten Schlaf und ich mache Geräusche. Er hat Angst, dass das nicht durch oropax oder ähnliches auszugleichen ist.
Es gibt noch mehr Zimmer, aber nicht auf der gleichen Etage wie die Kinderzimmer.( Dieser Punkt ist für mich nicht so kritisch, dann muss eben notfalls eine Person auf einer anderen Etage schlafen oder man lässt die Kinder in einem Zimmer schlafen wenn sie klein sind.)
Das Büro ist sehr klein. Er arbeitet von Zuhause und denkt, dass der kleine Raum nicht ausreichend sein könnte, bzw er sich eingeschlossen fühlt. (Fand er okay bei Besichtigung).
Die kleinen Dinge sind nichts wildes, kommen aber eben noch obendrauf.. für ihn.

Hallo!

Wie wohnt ihr denn jetzt im Moment? Ist das Haus kleiner als eure jetzige Wohnung/Haus?
Bezüglich der Oropax : Schläft ihr jetzt im Moment auch in einem Zimmer?
Dein Mann könnte ansonsten doch auch in dem "zu kleinen" Büro schlafen und ein Zimmer in der oberen Etage als Büro nehmen oder geht das nicht?
Ihr habt das Haus doch vor Kauf sicher besichtigt, da müsste das doch schon klar gewesen sein.
Kann es vielleicht sein, dass nicht das Haus an sich das Problem ist, sondern dein Mann vielleicht Respekt vor der Veränderung und Verantwortung (auch finanzieller Natur) hat und vielleicht deswegen das Haus nicht genießen kann?
Viele Grüße

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Kann das sein, dass das in Richtung Depression oder ähnliches geht, wenn man so gar nicht vernünftig mit ihm reden kann? Wenn er nur Ängste hat oder alkes nur schwarz aussieht und er auch nicht weiß, was er ändern will. Vielleicht mal ein Arztbesuch oder so?

Ja, an ähnliches habe ich gedacht, aber Termine bei Ärzten sind ja ewig ausgebucht.. vielleicht ist ein Außenstehender aber eine gute Idee.

Ich finde ja, man muss nicht alles pathologisieren. Das wird irgendwie Mode, wenn sich jemand aufgrund von Veränderungen mal mit einer neuen Situation auseinandersetzen muss.

Was soll der Arzt machen? Er wird auch eine Anamnese erstellen und womöglich hinterfragen, ob seine schlechte Stimmung etwas mit persönlichen Veränderungen zu tun haben könnte.
Und bis ein Medikament wirkt oder eine Therapie anschlägt, da wohnt ihr schon Monate drin. ...oder bis ihr überhaupt einen Termin beim Therapeuten bekommt...da isses Weihnachten.
Dann sieht er vor Ort, ob die Zimmeraufteilung so tragisch ist oder was ihr noch optimieren könntet. Dafür fehlt ihm vielleicht jetzt die Fantasie.

Wenn man unbedingt therapieren möchte, könnt ihr euch aus der Apotheke Johanniskraut-Präparate holen. Eine Freundin nimmt Laif900 schon längere Zeit. Das habe ich ihr mal aus der Apotheke geholt als sie krank war u. ihre Pack. leer war. Ich wunderte mich noch, dass da draufsteht "verschreibungspflichtig" und fragte, ob sie mir vielleicht etwas falsches gegeben haben. Der Apotheker u. die MA sprachen sich kurz ab über Wirkstoff usw. und etwas, das ich nicht verstanden habe und meinten, das sei i. O. Verstanden hab ich das nicht u. meine Freundin sagte, sie würde das immer dort holen.

Sie sagt, bei ihr hilft das bei depressiven Verstimmungen.

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Kann es sein, dass es gar nicht um DAS Haus geht?

Nach der ersten Euphorie dämmert ihm nun, was ihr euch für eine Verantwortung aufgeladen habt.
Oder müsst ihr nicht groß finanzieren?
Gibt es viel zu renovieren und er sieht kein Licht am Ende des Tunnels?

Mir hat das schnmal jemand erzählt, dass diese finanzielle Verantwortung - nachdem endlich alles unter Dach und Fach war - ihm den Schlaf geraubt hat. Wäre eine gute Fee des nachts daher gekommen mit einem Wunsch, hätte er wohl alles in den vorherigen Stand zurückversetzt.

Als sie umgezogen waren und sich eingelebt hatten, war wieder alles in Ordnung und die Freude darüber wieder da.

Das ist das verrückte: wir sind finanziell ziemlich gut aufgestellt und müssen uns keine Gedanken machen.

Das war auch mein erster Gedanke.

Ich erzähle mal von uns: wir hatten uns in meiner 2. Elternzeit ein Haus angeschaut und waren kurz vorm Unterschreiben. Ich hatte dann plötzlich schlaflose Nächte wegen der geplanten Finanzierung. Hat sich im Nachhinein als richtig herausgestellt. Das zur Finanzierung eingeplante Erbe aus dem Verkauf meines Elternhauses war später nicht so hoch wie gedacht, d.h. die Zwischenfinanzierung bis dieses Geld da gewesen wäre, hätte uns wirklich zugesetzt (das Haus lag leider nicht in einem der Gebiete, die im Moment zu utopischen Preisen gehandelt werden; das Kaufhaus dagegen schon). Wir konnten zum Glück noch zurücktreten und haben dann erst gekauft als das Elternhaus verkauft war und ich wieder gearbeitet habe (ich verdiene deutlich besser als mein Mann).
Der Gedanke an die laufende Finanzierung wenn bald Nr. 3 da ist und ich in Elternzeit bin, ist aber schon sehr präsent. Ich weiß, dass wir es schaffen, daher habe ich keine schlaflosen Nächte, aber es wird schon eine gewaltige Umstellung.

Liebe TE:
Kann es sein, dass dein Mann sich Sorgen macht, es finanziell nicht allein zu schaffen, wenn du daheim bist? Hat er vielleicht Sorgen um seinen Arbeitsplatz? Muss noch viel gemacht werden und er hat jetzt den Eindruck, es nicht schaffen zu können?
Irgendwie klingt das für mich nicht nur nach einer Frage der Raumsituation, wenn es deinen Mann so sehr mitnimmt.
Alles Gute

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Hallo.

Ich hätte es jetzt nicht so hart formuliert, aber ich finde auch, dein Mann stellt sich furchtbar kindisch an, ausgenommen, es steckt tatsächlich eine Erkrankung dahinter.

Du sagte, ihr könnt nicht rational darüber sprechen, weil er keinerlei Vorschlänge annimmt oder bringt. Das ist kindisch. Genauso, nun ewig trübe Tasse zu spielen.

Natürlich müsst ihr nicht einziehen, wenn er partout nicht möchte, ihr könnt es natürlich wieder verkaufen. Dass eine Kaufrückabwicklung möglich ist, halte ich nicht für ausgeschlossen, da müsstet ihr euch beim Notar erkundigen, allerdings wären alle geleisteten Gebühren verloren und auch weitere fällig. Wann wäre es denn soweit?

Dein Vorschlag, erstmal einzuziehen, ist aus meiner Sicht der sinnvollste. Vermutlich würden sich dann alle Bedenken mit der seit auflösen, die genannten Punkte sind ja alle recht gut lösbar.

Ich vermute auch, er steigert sich nun entweder in Ängste hinein, oder es steckt tatsächlich etwas pathologisches dahinter.

Tut mir leid. Ich kann auch nur schwer damit umgehen, wenn jemand so gar nicht für rationale Argumente zugänglich ist.

Alles Gute

Ich kenne die Gedanken deines Mannes ansatzweise von mir selber, aber bei mir hielten sie immer maximal wenige Tage an. Wir haben vor 4 Jahren ein Haus gekauft das wir Schritt für Schritt in Eigenarbeit sanieren. vieles wurde spontan wieder umgeplant, aus dem neu errichteten Kinderzimmer wurde dann doch unser Schlafzimmer und manches wurde einfach auch nicht so perfekt wie es ein Handwerker geschafft hätte. An manchen Tagen hätte ich heulen können und vor Erschöpfung dachte ich auch mal dass ich die Bude am liebsten in Brand stecken würde.
Nun sind viele Räume fertig (noch lange nicht alle) und wir verbinden so viele tolle Momente mit ihnen. Ja, die Tapete im Arbeitszimmer klebt schief und die Fußleisten im Wohnzimmer fehlen noch und der Garten ist noch lange nicht nutzbar. Aber wir sehen den Schweiß der in den Räumen steckte, die unzähligen Stunden mit all den witzigen und nervigen Momenten und nun füllt auch noch unser Kind die Räume mit Leben. Gebt euch doch Zeit. Zieht ein, verleiht den Räumen eure eigene Note und verbringt tolle Momente darin. Wenn dein Mann dann immer noch denkt, dass er nicht glücklich werden kann, könnt ihr immer noch weiter überlegen. Vielleicht könnt ihr anbauen? Oft denkt man ja, dass Wohneigentum perfekt sein muss. Aber ein perfektes Haus ohne Makel oder Mängel gibt es nicht, sogar wenn es selbst geplant wurde. Irgendwas findet man immer das vielleicht anders doch schöner gewesen wäre. Von dem Gedanken des perfekten Hauses muss man sich frei machen und wenn man mal drin lebt, sieht man über vieles hinweg oder findet neue Ideen und Lösungen.

Wir hatten in meinem Elternhaus übrigens unsere Kinderzimmer auch nicht auf der gleichen Etage wie das Elternschlafzimmer. Ab Kindergartenalter waren wir drei Kinder oben und Mama und Papa schliefen am anderen Ende des Hauses und wir fanden es mega! Eine ganze Etage nur für uns, wo man auch mal über drei Zimmer und den Flur verteilt was aufbauen konnte. Super Sache!

Ich sehe es wie Motzgurke, Guest usw. Es ist nicht gleich alles krankhaft und depressionsgefährdet. Wahrscheinlich stellt er gerade fest, dass er bei der einen oder andern Entscheidung vorschnell zufrieden war (Büro) und ärgert sich über sich selber. Das zuzugeben, geht nicht und man macht auf Drama. Schrecklich, aber solche Leute gibts. Hatte vor Jahren mal einen Kollegen, der tatsächlich mich volljammerte, warum ihn seine Frau nicht abgehalten hätte, das Haus zu kaufen....da wurde ich allerdings auch recht deutlich, wenn ihm das Haus nicht passt, solle er es eben passend machen und nicht rumheulen. Das Ende vom Lied war, dass seine Frau mit ihrem Vater und den Männern ihrer Familie das Haus renovierten und er "sich raushielt"....er machte tatsächlich...nichts! Als alles fertig war, gabs eine Helferparty, wo ER zuvorderst saß und sich fürs tolle Haus bewundern ließ. Allerdings sagten ihm die anderen dann schon, was sie davon hielten. Geht garnicht.
Frag ihn mal, ob Du nun alleine alle Handwerker bestellen und alles in Angriff nehmen sollst, damit ihr es schön habt und er sich vornehm zurückhalten will. Dann soll er am besten solange zu Mutti ziehen und nicht weiter nerven.
Ist ja schön, dass Du Deinen Mann liebst - hab ich meinen auch - aber Diejenige, an der man gar alles auslassen kann, sind wir auch nicht. Mein Mann war auch ein 1000prozentiger, aber wenn es zuviel wurde, sagte ich das auch.
Dein Mann ist weder todkrank noch hat er ein Bein verloren, er soll sich nun bitte mal zusammenreißen und sich konstruktiv einbringen - oder eben zum Arzt gehen, wenn er meint, dass er krank ist. LG Moni