Überfordert und verunsichert

    • (1) 15.06.19 - 21:01

      Hallo,
      Ich habe vor sechs wochen entbunden und habe eine tochter von knapp zwei Jahren.

      Ich habe mir beide kinder gewünscht, aber ich fühle mich total überfordert.

      Ich habe das Gefühl alles falsch zu machen. Ich bin gestresst, schnell genervt, ungeduldig und das bekommt gerade die Tochter ab.

      Das nimmt mich total mit. So will ich gar nicht sein. Und statt abends dann mut dem baby zz kuscheln gehe ich schon mal ins bett und lasse den papa aufpassen, bis ich wieder stillen muss.

      Ich will manchmal einfach nur wegrennen.

      Dann fällt die eine hin, der andere hat hunger und ich weiß nicht was ich zu erst machen soll. Tröste dann nicht richtig, renne mit halb heraushängender brust meiner Tochter hinterher.....

      Ich brauche mal ein Rat.

      • (2) 15.06.19 - 21:23

        Hey, hey, hey, Mal ganz ruhig....

        Punkt 1: Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!!!! Der Kleine ist noch neu und ihr gewöhnt euch gerade aneinander!

        Punkt 2: Du bist noch im Wochenbett. Schlafen gehen und dem Papa das Baby überlassen: Perfekt!!!!

        Punkt 3: Du hast 2 unter 2! Das gibt am Anfang zwangsläufig Chaos. Und es ist das schönste Chaos der Welt (hatte das auch) 😍....

        Punkt 4: So und jetzt entspannst du dich. Du WEISST, dass die nächsten Monate Chaos werden. Nimm es an. Schöne deine Kräfte, denn du wirst die nächsten 20 Jahre zwei wundervolle Kinder erziehen.

        Meine sind heute 14 und 12. Und sie sind die tollsten Kinder und die tollsten Geschwister der Welt! 😍

      (4) 15.06.19 - 21:27

      Hallo,

      ich kann gut verstehen, dass du gestresst bist, deine 'große' Tochter ist ja auch noch klein und braucht viel Aufmerksamkeit, und das Baby ist wahrscheinlich in der Dauerstillphase. Aber wie du ja sicher schon vom ersten Kind weißt: es ist alles eine Phase 😉
      Ich lese ein bisschen heraus, dass du selbst deinen Ansprüchen nicht gerecht wirst und dich gerade selbst nicht so magst ('so will ich gar nicht sein')
      Wenn ich mich so fühle, hilft mir am meisten Rückzug und Zeit für mich selbst - ist natürlich schwierig für sich zu realisieren in deiner momentanen Situation 😊
      Aber trotzdem: du musst bei dir anfangen, damit du anderen geben kannst. Im Flugzeug heißt es ja auch immer bei den Sicherheitsinstruktionen: 'Ziehen Sie erst Ihre Sauerstoffmaske an, bevor Sie anderen mit der ihren helfen.'
      Also an deiner Stelle würde ich versuchen:
      1. Ansprüche runterschrauben: das Nötigste genügt auch, dann funktionierst du halt ne Weile nur
      2. so viel wie möglich abgeben
      3. so viel Zeit wie möglich mit Dingen verbringen, die du nur für dich ( in deinem Tempo) tust
      4. generell versuchen, möglichst immer in deinem inneren Tempo zu bleiben und dich nicht hetzen zu lassen - ein paar Sekunden durchatmen können bei dir viel ausmachen, während sie den anderen nichts wegnehmen.

      Es wird ganz bestimmt anders, nur Geduld.

      Alles gute, c

      • (5) 16.06.19 - 12:14

        Ja da ist was wahres dran. Meine Ansprüche sind die, die ich auch vorher hatte und sind nun aber kaum noch zu halten.

        Das ist sehr schwer für mich. Ich möchte eine gute mutter sein und muss wohl akzeptieren, dass auch mit weniger Einsatz beim einzelnen kind man immer noch eine gute mutter sein kann.

    (6) 15.06.19 - 21:28

    Meine Kleine ist 9 Wochen alt, der Große 1 3/4 Jahre. Und es ist der Hammer. Die beiden lieben sich abgöttisch, zum Glück, aber es ist UNENDLICH anstrengend und ich bin laufend überfordert.
    Und ich schäme mich nicht. Wir müssen alle in die neue Situation herein wachsen und es wird tagtäglich besser!
    Bei euch bestimmt auch bald !! Auch ihr müsst euch erstmal ab die neue Konstellation gewöhnen. Viel Erfolg!

    • (7) 16.06.19 - 12:16

      Schön zu hören, dass dich auch überfordert fühlst. So fühle ich mich nicht so alleine damit. Sehe immer nur Mütter bei denen scheinbar alles funktioniert und die dabei.sogar gut aussehen und nicht vollgekleckert sind und noch mut den schwangerschaftspfunden kämpfen

      • (8) 16.06.19 - 18:21

        15kg zu viel und meine Tshirts kriege ich schon gar nicht mehr richtig sauber. Mir tut alles weh und es unendlich anstrengend. ABER meine Kinder sind die tollsten Kinder auf der Welt und ich bin für sie die beste Mama auf der Welt - genau so, wie du für deine Kinder die beste Mama auf der Welt bist ♡
        Meine Hebamme sagte mor mal, ihr sind bekleckert e Tshirts lieber als aufgemalte Fassaden...

Huhu,

ich kenne das Gefühl. Meine beiden sind 11 Monate auseinander. Bei mir wurde es schlagartig besser, als die Kleine 3 Monate alt wurde. Gib dir Zeit. Alles muss sich einspielen :-) Inzwischen sind wir ein super Team.

Lg

  • Das macht mir wirklich Hoffnung, dass es bald besser wird. Es gibt ja auch bessere tage, nur die meisten sind gerade daneben und ich freue mich nur wenn das ältere kind schon mal im bett ist und ich nur noch stillen muss...

(11) 15.06.19 - 22:09

Sei gut zu dir selbst! Und verliere nie deinen Humor!
Du bist die beste Mutter für deine Kinder. Auch wenn es dir selbst gerade nicht so vorkommt. Aber auch Supermoms sind nur Menschen.
Verdrück dir ein Tränchen, dann richte dein Krönchen und weiter geht's im Wahnsinn!

Alles Gute

  • (12) 16.06.19 - 12:19

    Ja ich glaube das ist die wichtigste lektion. Auch an mich zu denken. Fängt schon beim essen oder trinken über den tag an und hört beim shoppen auf. Ich vergesse mich da.

    • (13) 16.06.19 - 12:53

      Das passiert schnell! Beim zweiten Kind konnte ich gar nicht so schnell gucken, da war der Tag schon wieder rum. Und permanent das Gefühl, dass eines der Kinder immer zu kurz kommt.
      Jedes Kind wirbelt die Familie erst einmal durcheinander. Aber das legt sich auch wieder, wenn jeder seinen Platz gefunden hat.

      • (14) 16.06.19 - 13:02

        Ja, und dann das kleine Kindergesicht, dass ein anblickt und gute Nacht sagen will. Und man aber schnell zurück zum baby muss. Herzzerreißend...

        • (15) 16.06.19 - 19:08

          Oh ja.
          Ich wollte meiner großen Tochter die Fingernägel schneiden, es kam aber ständig das Baby dazwischen und es war hier was und da was. Dann hatte ich endlich Zeit und sie sagte zu mir "Ach Mama, schon gut. Die habe ich mir schon abgebissen". Da musste ich sie erst mal ganz fest und ganz lange drücken.

(17) 15.06.19 - 22:52

Ich hab vor zwölf Wochen Nummer drei entbunden und im Baby - Bereich hier vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich eventuell das dritte Kind bereue..

Dienstag waren wir beim osteophaten, außerdem sind jetzt die ersten zwölf Wochen rum.. Und heute schrieb ich meinem Mann "also wenn wir nun so ein Baby haben, was auch mal ohne Brust im Mund schläft und nicht nur schreit, sondern lächelt.. Dann kann es doch noch irgendwann eine Nummer vier geben xD"

Du musst jetzt einfach Durchhalten.. Nicht durch drehen.. :)
Es wird besser. Auch wenn du es jetzt nicht glaubst.
Und hab Verständnis für dich :)

  • (18) 16.06.19 - 12:21

    😊 sehr schön deine Geschichte. Da musste ich richtig schmunzeln. Derzeit schließe ich noch kind nummer drei aus. Ich bin gespannt ob sich das ändert.

    Und respekt, dass du drei Kinder hast. Wahnsinn, wenn ich schon daran denke dass zwei schon zu viel sind. Richtig toll. Drei wollte ich ja auch immer. Bis die Realität mich gerade eingeholt hat.

    • (19) 16.06.19 - 13:21

      Die andere Realität wird dich aber auch wieder einholen : die, in der es mit Kindern einfach toll ist =)
      Und du dir wieder sicher bist, dass das alles seine Richtigkeit so hat :)

      Kinder sind schön anstrengend. Mal mit Betonung auf schön, mal auf anstrengend.
      Halte die nächsten Wochen durch und denk dran, dass du auch nur ein Mensch bist und zur Zeit an deine Grenzen kommst. Das ist normal und vergeht auch wieder :)

      Wir beantragen übrigens gerade eine Haushaltshilfe bei der Krankenkasse. Es geht zwar auch ohne, aber ich möchte nicht jeden Tag völlig fertig und erschöpft sein, sondern auch bisschen die Zeit mit den wundervollsten Geschöpfen der Welt genießen, so lang sie noch so klein sind. Vielleicht wäre das auch was für euch.

(20) 16.06.19 - 03:00

Mutter sein, bedeutet auch, sich verzeihen zu können. Das war für mich eine ganz wichtige Lernerfahrung in den letzten Monaten. Mein großer wird Ende Juli zwei, der kleine ist jetzt neun Monate alt. Es ist absoluter Wahnsinn, auch wenn ich beide abgöttisch liebe. Ich bin nur ein Mensch und irgendwann ist die Grenze nunmal erreicht. Wir haben uns mittlerweile eingespielt, aber perfekt kann ich das nicht nennen. Ich bin noch immer jeden Tag ziemlich erschöpft und es gibt Tage, an denen könnte ich echt mal raus aufs Feld und schreien. Es läuft nicht immer so toll, wie wir es gerne hätten, aber das gehört zum Leben dazu. Man muss es akzeptieren können, dass man eben nicht mehr 100% dabei ist, man kann nicht alles perfekt machen und manchmal läuft es, auf gut deutsch gesagt, einfach kacke. Aber das gehört mit Kindern dazu. Es macht vieles aus, wenn man das ganze entspannter sieht und sich selbst auch mal Fehler verzeiht. Du liebst deine Kinder und sie dich ebenso, egal, ob du gerade halbnackt rumläufst oder eben keine Zeit hast, weil du etwas anderes machen musst. Du brauchst auch Zuwendung (Schlaf, Erholung, mal eine Dusche, Klo...), dich darfst du dabei nicht vergessen. Denn was bringt deinen Kindern eine Mama, die irgendwann zusammen klappt? Zudem lernen beide hierbei auch, dass es nicht nur sie selbst gibt. Eine wichtige Erfahrung, die mehrlinge von Geburt an haben - denn eine Mama kann sich schlecht zweiteilen.

Sei gut zu dir, entspann dich und versuche, hin und wieder einmal bewusst tief durchzuatmen, um dich auf das zu konzentrieren, was genau in dem Moment nötig ist. Alles andere lässt du beiseite, das ist danach dran.

  • (21) 16.06.19 - 12:25

    Ja, ich muss meine Ansprüche runterschrauben, mir weniger am tag vornehmen und mich bei den kindern gerade auf das wesentliche konzentrieren.

    Das ist wirklich sehr schwer für mich den haushalt liegen zu lassen oder nicht mit den kindern rauszugehen, weil ich einfach müde bin ind die große immer wegrennt...

    Ich hab dann immer angst oder sorge, dass meine kinder sich nicht geliebt fühlen oder so. Ich habe schnell ein schlechtes gewissen, wenn ich nur rumliege...

    • (22) 16.06.19 - 12:35

      Ich habe auch vieles liegen gelassen und rausgehen war die ersten 5 Monate ohne Papa oder Oma unmöglich! Mach dir keinen Druck - reiß öfter mal die Fenster ganz auf und lass deine kleine rumtoben, schmeiß Kissen und decken auf den Boden, deck Tische mit Laken ab... Sie wird schon ihren Spaß damit haben :)
      Und nimm es dir selbst nicht krum, du bist keine Maschine!

      • (23) 16.06.19 - 12:40

        Ach wie schön, das zu hören. Ja! Rausgehen mit ner wilden zweijährigen und einem Säugling, der immer zu Mama auf den arm will.... wer schafft das????

        Tolle idee mit den laken und den decken. Ich berichte 😂

        • (24) 16.06.19 - 23:08

          Eben ;)
          Hol das draußen einfach zu euch rein! Notfalls lass sie mit Bobby car in der Küche unterm Tisch immer wieder durchfahren.... Du kannst auch mit Kreppklebeband Straßen auf den Boden kleben. Betrachte es als Abenteuer... jeden Tag aufs neue könnt ihr irgendwas verrücktes im Haus machen, die Zeit vergeht schneller, als man denkt. Mein sohn hat z.b. gerne Dinge hin und her getragen, ich hab am einem Ende des Fluges einen Korb aufgestellt und die Wäscheklammern am anderen Ende des Fluges verteilt (unser Flur ist ziemlich lang....), da war er eine Weile gut beschäftigt und ist immer wieder hin und her.... gerannt, gekrabbelt, gerobbt, gehüpft.... wir waren zwar selten draußen nach der Geburt des zweiten, aber Bewegung hatte er genug :)

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