Ein Kind von einem Vergewaltiger

    • (1) 16.06.19 - 21:32
      Seeleeee

      Hallo ihr Lieben,

      Ich schreibe mal in schwarz..
      Und zwar geht es darum, dass mein Mann und ich 3 Kinder zusammen haben und es gab eine Zeit in der ich mich getrennt hatte und Trost bei einem anderen gesucht habe. Ich war jung, er war alt und maipulativ. Als ich einmal nicht mit ihm ins Bett wollte hatte er mich vergewaltigt. Ich war danach so durch den Wind und allein darum hab ich meinem Mann doch noch eine Chance gegeben.
      Er wollte nie vaterschaftstest machen weil das Kind sein Kind ist, ohne wenn und aber.
      Wir haben Viel an uns gearbeitet. Das ganze ist viele Jahre her. Das Kind sieht seinen Geschwistern nicht wirklich ähnlich dafür aber zum Glück mir grob gesehen. Für alle um uns herum kommt das eine Kind eben nach mir und das andere nach dem papa.
      Und ich hab versucht mir einzureden dass mein Mann auch biologisch der Vater sein könnte.. Wobei ich weiß dass ich mir da was vor mache.
      Nun ist es aber so dass wir vor drei Wochen ein Baby bekommen haben und das sieht genau so aus wie unser ältestes Kind. Sie haben ja auch den gleichen Vater biologisch gesehen. Das mittlere Kind passt einfach überhaupt nicht da rein.
      Jetzt darf ich mir jeden Tag von anderen anhören, dass das Baby genau wie das älteste Kind aussieht.

      Und jedes mal denke ich "ja, weil das den gleichen Vater hat..." und keine Ahnung... Ich werde jedes mal dran erinnert an diese Zeit damals, meine Fehler usw :(
      War zwar in Therapie aber die Stunden waren irgendwann verbraucht und bis vor kurzem kam ich auch gut damit klar. Nur jetzt durch day tägliche erinnert werden.. Und das wird vermutlich noch Jahre lang so bleiben.. Denn Kind 1 und 3 sind blond blaue Augen, gleiche Gesichtszüge. Kind 2 ist braun, locking, dunkle Augen..

      Ich weiß nicht, was ich hören will. Ich möchte es nur mal von der Seele schreiben. Kann mit keinem reden weil es kaum einer weiß und bei meinem Mann will ich das nicht aufwärmen. Auch wenn er nie ein Thema draus gemacht hat und für ihn alles seine Kinder sind, glaube ich würde es ihn verletzen.
      Einfach nur von der Seele schreiben und mal kurz weinen :(
      Danke fürs zuhören :(

      • (2) 16.06.19 - 21:38

        Huhu,
        Aber es kann ja durchaus sein, dass ein Kind äußerlich aus der Reihe tanzt. Mein ältester und ich die jüngste sehen uns auch sehr ähnlich, wir gehen beide nach Mama. Der mittlere sieht aus wie Papa.
        Wir sind alle vom selben Vater, aber wenn man uns heute nur uns Kinder sieht, dann würde man den mittleren eben nicht als Familie sehen.
        Das war auch schon so, als wir klein waren.
        Ich glaube nicht, dass da jemand bei euch Verdacht schöpft und du solltest das vergangene natürlich auch ruhen lassen.

        Vielleicht hast du aus der Therapie auch noch etwas mitgenommen, was du nun wiederholt durchgehen kannst um wieder auf die Beine zukommen.
        Sonst würde ich dir raten nochmal eine Therapie zu machen.

        Danke. 😊

      (5) 16.06.19 - 22:15

      Es ist doch normal, dass Kinder unterschiedlich aussehen.
      Mein Mann sieht seinen Bruder auch nicht ähnlich. Ich sehe meiner Mutter am ähnlicher, meine Geschwister eher meinen Vater. Meine Tochter hat blaue Augen und mein Sohn hat dunkle Augen (Zwillinge!) und weder mein Mann, noch ich haben blaue Augen.
      Ich denke nicht, dass irgendjemand auf die Idee kommt, dass das Kind einen anderen Vater hat. Das einzige was zählt, ist doch dass dein Mann zu diesem Kind steht obwohl er die Wahrheit kennt.

      • (7) 16.06.19 - 22:21

        Lieb, das ihr antwortet.
        Es geht auch gar nicht darum, dass andere auf die Idee kommen, sondern nur darum, das ich jeden Tag mehrmals daran erinnert werde :(
        Und den anderen wieder vermehrt in dem Kind sehe und so :(

        Die Mitmenschen kommen nicht auf die Idee. Die sehen nur, ein Kind kommt nach mir, die anderen eher nach dem Vater.

        Aber ich muss jetzt jeden Tag mehrmals dran denken.. Lasse mir nichts anmerken aber bin trotzdem einfach.. Traurig.. Irgendwie.. Und so voller scham. Und hoffe das mittlere Kind wird das nie erfahren :( lieben tu ich alle drei sehr sehr doll

        • (8) 16.06.19 - 22:24

          Dann solltest du eventuell wieder zur Therapie gehen. Es gibt auch Gruppentherapien, wo man Leute kennenlernen kann mit denen man dann auch weiter drüber reden kann.

          Tu was für dich und Versuch dran zu arbeiten. 🍀

          (9) 16.06.19 - 22:31

          Dann würde ich dir tatsächlich auch nochmal zur Therapie raten. Sonst bekommt das Kind es leider doch irgendwann mit. Es kann ja nichts dafür. Auch dir vlt einfach mehr die Punkte raus, die es mit dir gemeinsam hat und konzentriere dich darauf. Man kann leider das Geschehene nicht rückgängig machen, aber so lange du das Kind liebst, kannst du auch sehen, dass nicht alles schlecht ist.

          (10) 17.06.19 - 08:17

          Hallo,

          Ich glaube ich weiß wie du dich fühlst. Auch ich habe das Kind meines Vergewaltigers groß gezogen. Allerdings mit dem Unterschied, dass es nicht aus der Vergewaltigung stammt. Diese fand statt als das Kind ca. ein halbes Jahr alt war.

          Trotzdem habe ich immer wieder den Mann in meinem Kind gesehen. Sie sind sich sehr sehr ähnlich. Unser Verhältnis war und ist dadurch belastet. Zu wissen dass das Kind absolut nichts dafür kann, macht es nicht leichter.

          Geholfen hat mir, die erlebte sexualisierte Gewalt in einer Traumatherapie aufzuarbeiten. Davor habe ich schon mehrere andere Therapien gemacht, geholfen hat bisher nur die gezielte Traumatherapie.

          Eine solche Therapie kostet enorm viel Kraft, der Moment, wenn die Last die du mit dir rumgetragen hast, nach und nach von dir abfällt, ist es aber wert.

          Ich wünsche dir alles Gute und pass auf dich auf

    Warum macht ihr keinen Vaterschaftstest? Anders wirst du nie Gewissheit haben. Hast du Angst dass dein Mann irgendwie dieses Kind weniger liebt als seine biologischen, wenn er wirklich nicht der Vater sein sollte?

    • (12) 16.06.19 - 22:39

      Mein Mann möchte keinen test und das akzeptiere ich und ich weiß die Antwort an sich jaschon.
      Therapie wäre vielleicht ganz gut aber ist schwer einen Platz zu bekommen

      • (13) 16.06.19 - 23:48

        Da das Kind die ähnlich sieht, kann es doch gut möglich sein das es auch von deinem Mann ist, oder? Vielleicht machst du dir umsonst Gedanken.
        Meine Eltern, meine Schwester und ich sehen uns alle vier NULL ähnlich, wirklich nicht im geringsten. Das ist zwar eher selten, aber kommt auch vor.

Ich kenne wenig Familien, wo alle Geschwister gleich aussehen, ich glaube, Du machst Dir da zuviele unnötige Gedanken.
Die beiden Söhne von Freunden von mir sehen komplett unterschiedlich aus, obwohl sie ganz sicher vom gleichen Papa sind.
Der Hammer: Mein zweiter Mann hörte bei Familientreffen wie auch von Fremden immer wieder, dass MEINE Kinder aus erster Ehe "der ganze Papa seien" - wäre ein medizinisches Wunder gewesen.
Hör auf, dauernd nach hinten zu schielen, gelebtes Leben kann nicht mehr wiederholt und nicht mehr korrigiert werden. Schau nach vorne mit Deiner Familie und fiesel nicht dauernd auseinander, wer wie aussieht.
Sollte Dich jemand Fremdes blöd ansprechen, gibt es nur eine Antwort: "Sieht man doch, Kevin ist vom Postler, Marie vom Kaminfeger und Hans vom Gasableser".
Was glaubst Du, wie schnell da Ruhe ist.
LG Moni

(15) 16.06.19 - 23:47

Hallo Seeleeee,


ich verstehe das dein Problem ist das du durch diese Aussagen an eine schlimme Zeit erinnert wirst.

Ein großes Problem ist in meinen Augen auch, das du so gut wie mit niemand darüber reden kannst. Dein Mann wird bei diesem Thema auch nicht der richtige Ansprechpartner sein.

Versuche jemand zu finden dem du dich anvertrauen kannst. Das Thema wird dich mit der Zeit innerlich auffressen wenn du es nicht von der Seele bekommst. Ganz sicher lässt sich die Zeit nicht zurückdrehen. Aber du kannst lernen dieser Zeit die Kraft zu nehmen.

Eine erneute Therapie kann dir helfen es weiter zu verarbeiten. Du kannst dich auch erkundigen ob es in deiner Gegend Beratungsstellen zu diesem Thema gibt. Wenn ja kann es auch sein das dort eine Selbsthilfegruppe mit angeschlossen ist.

Du kannst mich auch gern über VK anschreiben.


Ich schicke dir viel Kraft.


blaue-Rose

(16) 17.06.19 - 00:14
dasdarfmannichtdenke

Das was du beschreibst ist der Grund für mich, in solchen Situationen über eine Abtreibung nachzudenken. Jetzt wirst du täglich daran erinnert und enthältst deinem Kind auch noch die Wahrheit vor. Was, wenn es mal wegen einer medizinischen Sache rauskommt? Nur Probleme...

Ich weiß wovon ich spreche, hatte mal einen anderen Mann in einer Beziehungspause. Manchmal denke ich ein ganzes Jahr nicht mehr an die Abtreibung, ich bin wirklich froh über meine Entscheidung von damals. Das jetzt mal für Frauen, die diese Entscheidung noch vor sich haben. Wir haben danach drei Kinder bekommen, man muss sich da auch nicht reinsteigern, dass man dafür mit Kinderlosigkeit bestraft werden könnte. Und du hattest ja auch schon ein Kind. Rationale Entscheidungen sind nicht jedermanns Sache. Ich höre schon herzlos usw. Muss jeder selber wissen und du musst jetzt dein ganzes Leben mit der Konfrontation leben.

Mein Rat: mach den Test und steh dazu. Das Kind anzulügen ist feige. Bei Kindern von Samenspendern wird auch zur Ehrlichkeit geraten. War zwar etwas anders bei euch aber das Ergebnis ist ja dasselbe.

  • (17) 17.06.19 - 07:03

    Vielleicht ist der Abbrauch für viele Frauen in so einer Situation das Beste, aber das trifft nicht für jede zu. Aus deiner Botschaft habe ich eigentlich nur heraus gelesen, dass die TE doch einfach hätte besser abtreiben soll. Außerdem unterstellt du ihr dabei nicht rational gewesen zu sein, ohne zu wissen, wie sie die Entscheidung für sich abgewogen hat und wie der Hintergrund aussieht. Das Kind ist da, der Mann nimmt das Kind an wie sein eigenes und sie liebt es wie die anderen Kinder. Das Erlebte kann man nicht ungeschehen machen, die Erinnerungen werden immer wieder kommen, das völlige Ausblenden wäre wahrscheinlich auch noch ungesünder. Das muss natürlich immer wieder aufgearbeitet werden, aber mal ehrlich, das ist auch so, wenn kein Kind vorhanden ist.

    Dem Kind davon erzählen? Ich bin wirklich ein Fan davon, seinen Kindern nicht die Wahrheit vorzuenthalten aber dass das Kind aus einer Vergewaltigung entstanden ist, würde ich sicher nicht erzählen. Es reicht, wenn man (zu gegebenen Zeitpunkt) erklärt, dass es in einer Beziehungspause entstanden ist und keine gute Verbindung zu diesem Mann besteht.

    (18) 17.06.19 - 12:04

    Ich muss zugeben ich finde deinen Text ziemlich verletzend.
    Klar hab ich am Anfang über eine Abtreibung nachgedacht und die gesamte Schwangerschaft drüber nachgedacht ob es nicht ein Fehler war, dass ich mich für das Kind entschieden habe.
    Aber seit das Kind da ist hab ich es nicht ein einziges mal bereut und es macht mir so unendlich viel Freude, durch und durch ein Sonnenschein. Ich könnte nicht sagen, wer der drei Kinder mein Lieblingskind ist weil ich alle unendlich doll liebe. Der Gedanke, dass mittlere Kind wäre nicht hier weil ich es abgetrieben hätte, macht mich gerade richtig traurig. Klar, dann wäre es ein anderes geworden, aber ich möchte dieses Kind... Und wie hier schon geschrieben wurde, eine Abtreibung hätte das erlebte selbst nicht rückgängig gemacht

    • (19) 17.06.19 - 22:30

      Ich finde, du bist eine sehr starke und bewundernswerte Frau.
      Es tut mir leid, dass du immer noch an die schlimme Tat zurückdenken musst. Ich wünsche dir von Herzen, dass du eines Tages loslassen und es einfach als Teil deines Lebens akzeptieren kannst.
      Alles Gute und viel Kraft.

(20) 17.06.19 - 05:35

Auch wenn es schwer ist, aber vielleicht ist der Rat, den du hier bekommen hast, gar nicht so verkehrt: Vaterschaftstest machen (in Absprache mit deinem Mann) und dann mit dem Ergebnis offen umgehen. Auch dem Kind gegenüber.

Wann und wie mit dem Kind kommuniziert wird würde ich vom Alter und vom Charakter abhängig machen und am besten mit therapeutischer Unterstützung.

Du trägst allein die Last eines Geheimnisses mit dir herum, bist traumatisiert von der Erfahrung an sich und erlebst immer wieder eine Erinnerung an diese schlimme Zeit, über die Du nicht reden willst und irgendwie auch nicht "darfst", um deinen Mann nicht zu verletzen. Und die Erinnerung kannst du nicht "abstellen", weil du ja immer wieder auf Menschen treffen wirst, die ohne böse Hintergedanken Sachen sagen, wie: "Oh, 2 Kinder wie der Papa und eins ganz die Mama."

Das kann ein Mensch alleine nicht aushalten!

Unbedingt noch mal versuchen, in Therapie zu kommen. Am besten den Ehemann mit einbeziehen und wie oben beschrieben vielleicht auch den Rest der Kernfamilie. Auch eine Selbsthilfegruppe kann gut sein. Hören, dass auch andere deine Erfahrungen teilen und erfahren, wie sie damit umgehen.

Ich bin überhaupt nicht dafür, jeden Mist immer bis ins Kleinste aufzuarbeiten und manchmal ist es wirklich besser einen klaren Cut zu machen und sich nur nach vorne zu orientieren. Aber du scheinst noch gar nicht an dem Punkt zu sein, das zu können. Also hol dir ruhig Hilfe. Und schweig das Thema nicht aus Scham und Rücksicht auf deinen Mann tot.

Hallo,

Mein erster Gedanke war auch, das es für dich besser wäre einen Vaterschaftstest zu machen. Du sagst, das du die Vermutung hast, das dein Mann nicht der leibliche Vater ist. Du machst dir sehr viele Gedanken über dieses Thema - wahrscheinlich tagtäglich 🙄
Vielleicht würde es dir Erleichterung bringen, wenn du Gewissheit hast wer der biologische Vater wirklich ist.

Sprich bitte mit deinem Mann darüber. Ich denke insgeheim ahnt er, das es dir "mit diesem ganzen Thema" nicht gut geht.

Und wie es andere schon geschrieben haben - eine weitere ) neue Therapie wäre vielleicht auch ganz sinnvoll.

Alles gute dir 🍀

(22) 17.06.19 - 12:45

Obwohl mein Bruder und ich von den gleichen Eltern sind, ist er blond und blauäugig, ich habe braune Augen und einen dunkleren Hauttyp.. manchmal ist es eben so.

(23) 17.06.19 - 13:41

Diese täglichen Erinnerungen kommen daher, dass du gerade ein drittes Kind geboren hast. Das wird mit der nächsten Zeit wieder abflachen. Vorher wurden die Unterschiede zwischen beiden Kindern ja auch nicht täglich thematisiert. Halte noch etwas durch, bald interessiert das keine Sau mehr.

  • Achso.. wenn ich das richtig verstehe bist du dir sicher dass das Kind nicht von deinem Mann sein kann. Hattest du definitiv im ganzen Zyklus keinen Sex mit ihm? Oder nur kurz oder vor der Periode? Dann würde ich keinen Test machen bzw bei deinem Mann nichts aufwecken. Ihr habt keine Probleme miteinander und das letzte was du jetzt gebrauchen kannst, ist Stress mit deinem Mann. Am besten noch eine Trennung, wer weiß wie er das auffasst.
    Eine Therapie kannst du nochmal anstreben, aber ich würde jetzt keine Familienkriese heraufbeschwören.

(25) 17.06.19 - 22:49
JustinFinchFletchley

Ich habe großen Respekt vor dir und deinem Mann, dass ihr das Kind mit genauso viel Liebe großzieht wie die anderen auch.
Dass sich Geschwister nicht immer ähnlich sehen ist normal, auch wenn sie die gleichen Eltern haben. Der Bruder meines Ex-Stiefvaters und seine Frau sind beide gut gebräunt und haben dunkle Haare, ihre 4 Söhne auch und die Tochter ist blass, hat orange Haare und sogar Sommersprossen und sie haben alle den selben Vater und die selbe Mutter.
Ich würde dir auch empfehlen eine Therapie zu machen, solange bis du das alles verarbeitet hast.

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