Neue Familie und Planung im Job

    • (1) 17.06.19 - 06:18
      singlemumforever

      Mal eine Frage, vielleicht ist jemand in einer vergleichbaren Situation.

      Ich habe zwei Kinder und bin vom Vater ihrer Kinder geschieden, war vier Jahre alleinerziehend und bin seit zwei Jahren in einer neuen Partnerschaft.
      Mein Partner arbeitet als IT-Berater. Meistens im eigenen Unternehmen, aber immer wieder auch auf Projekten vor Ort bei Kunden. Aktuell ist er gerade viel unterwegs. Prinzipiell kein Problem - ich muss nicht immer aufeinander sitzen, war ja auch lange allein und schätze auch mal meine Ruhe. Organisiert bin ich mit meinen beiden Kindern sowieso, es hat jahrelang auch allein funktioniert. Allerdings ist es aktuell so, dass er über die kommenden paar Wochen überhaupt keine Vorhersage treffen kann und überhaupt nicht planbar ist, ob er bei uns sein wird oder beim Kunden. Am Samstag konnte er klären, dass er heute weg muss. Wann er zurück ist weiß er nicht - maximal bis Mittwoch (dann ist ja auch Feiertag). Wie es danach weitergeht wissen wir nicht.
      Ich finde das familien-technisch - und als solche leben wir inzwischen - echt unbefriedigend. Von mir wird permanent verlangt, dass ich auf Zuruf wieder in Single-Modus schalte und die Kinder und den Haushalt allein schmeiße. Das kann ich, wirklich kein Problem. Aber es ist doch deutlich stressiger und mehr organisatorischer Aufwand, als wenn noch jemand zu Hause ist. Und ich frage mich, wie andere Familien das machen würden, die vielleicht nicht so aufgestellt sind wie wir, wo vielleicht die Frau auch jobmäßig auf einen gleichwertig mitbetreuenden Partner angewiesen ist, der bestimmte Aufgaben übernimmt und der nicht einfach von heute auf morgen ausfallen kann. Ich kenne solche Familien aus dem Unternehmen in dem ich arbeite, da werden solche Einsätze familienverträglicher (langfristiger) geplant. Vielleicht nicht die Regel - aber sollte es das nicht sein?!

      Mein Partner denkt, dass wir uns mit diesen Familien schon deswegen nicht vergleichen können, weil es nicht seine Kinder sind und er sich bei seinem Arbeitgeber nicht auf sie berufen kann, wenn Termine zu knapp geplant werden. Das verstehe ich irgendwie - aber dann bleibe ich letztlich für immer alleinerziehend, denn das wird er dann niemals können. Verheiratet sind wir auch nicht und das wollen wir auch nicht. Aber davon darf es doch nicht abhängen, ob er auch Rechte als Teil einer Familie beanspruchen kann - wenn auch nicht als leiblicher Vater?!

      Wie sehr ihr das?

      • Guten Morgen,

        dein Freund hat recht. Es sind nicht seine Kinder. Deswegen zieht das nicht.

        Und immer alleinerziehend bist du auch nicht. Es gibt ja noch den biologischen Vater. Vorausgesetzt es besteht Kontakt.

        Aber du kannst nicht von deinem Freund erwarten, dass er zu 100 % die Vaterrolle übernimmt. Aktuell ist er ja noch nicht einmal Stiefvater. Er ist nur dein Lebensgefährte.

        Gruss
        KSC.2015

        • (3) 17.06.19 - 06:38

          Es besteht Kontakt zum Vater. Drei Stunden/Woche, in denen nur sehr begrenzt Erziehung stattfindet.

          Eine Adoption der Kinder durch meinen neuen Partner ist genauso wenig ein Thema wie eine Hochzeit. Und es geht auch nicht darum, was ich von meinem Freund fordere - ich fordere nicht von ihm, sondern wünsche mir von der Gesellschaft und in der Arbeitswelt mehr Akzeptanz alternativer und gut funktionierender Familienmodelle abseits von Vater-Mutter-Kind mit Ehe-Stempel (oder alternativ Adoptions-Stempel) drauf. Das finde ich einfach nicht mehr zeitgemäß! Es gibt so viele Familien, die anders leben!

          • (4) 17.06.19 - 07:03

            Ich verstehe dich voll und ganz.

            Aber vom Gesetz her bist du alleinerziehend.

            Das klingt jetzt vielleicht böse, aber es gibt den biologischen Vater und dich. Warum soll jetzt noch eine dritte Person mit in die Betreuung eingespannt werden? Vor allem schreibst du selbst, dass die Betreuung alleine bisher ganz gut geklappt hat.

            • (5) 17.06.19 - 07:35

              Klar ging es, weil es gehen musste. Geht entsprechend auch immer noch. Wenn es muss. Aber schön ist echt anders, ich weiß nicht, ob Du irgendeine Vorstellung davon hast. Ich bin selbst ja auch berufstätig.
              Und meiner Meinung nach sollte es so eigentlich nicht laufen in einer familienfreundlich es Arbeitswelt.

              • Ich bin durchaus der Meinung, dass auch auf die Bedürfnisse alternativer Familien eingegangen wird. Es gibt in größeren und kleineren Unternehmen die Möglichkeit, für im gemeinsamen Haushalt lebende Kinder z.B. Kindkrank-Tage zu nehmen. Völlig unabhängig von Ehe, Adoption oder sonstigen Blutsverwandtschaften. Dass muss der "Stiefelternteil" aber auch annehmen.

                Genauso kann ein Arbeitnehmer um längere Vorlaufzeiten für Dienstreisen und Entsendungen bitten. Dafür muss er keine Kinder haben, dafür muss seine Partnerin keine Kinder haben, dafür muss er sich nur auf die Hinterbeine stellen.

                Aktuell liegt das "Problem" meiner Ansicht nach bei deinem Freund. Er ist kinderlos, er kann das Leben eines Kinderlosen führen, er kann dafür Bonuspunkte bei seinem Chef sammeln. Ich kann auch verstehen, dass er nach nur 2 Jahren Beziehung nicht alle Rechte und Pflichten eines Vaters umgehängt haben möchte.

                Wenn dein Partner dir nun fix zusagt, an gewissen Tagen (z.B. wegen Fortbildung) auf die Kinder aufzupassen, kann man von ihm aber durchaus verlangen, diese Interessen auch gegenüber seines Chefs durchzusetzen. Dann muss er diese Tage halt in seinem Terminkalender blocken. Wenn er das nicht will, musst du eine Alternativ-Betreuung organisieren als Sicherheit. Ja, das ist nervig.

                • Dazu: "Dann muss er diese Tage halt in seinem Terminkalender blocken. Wenn er das nicht will, musst du eine Alternativ-Betreuung organisieren als Sicherheit. Ja, das ist nervig. "

                  denke ich... Wenn er das nicht will, dann ist er einfach eine Art "Babysitter" der mal nach den Kindern schaut, wenn er gerade sonst nix vor hat... also dann hätte er für mich nicht den Statuse "Stiefvater" wenn er nicht zuverlässiger ist, was das angeht, als eine Studentin, die für einen Lohn bei den Kindern bleibt und absagt, wenn Sie für ein Referat lernen muß....

                  • (8) 17.06.19 - 10:19

                    Naja, den Status "Stiefvater" muss und soll er wie gesagt auch nicht unbedingt haben. Für mich ist er ein Partner, und ich finde es toll, was er darüber hinaus alles leistet in unserer Familie. Er macht viele Sachen wirklich so schön mit den Kindern, lernt mit der großen für Mathe oder übt mit ihr Geige, geht mit dem kleinen Fußball spielen und übernimmt auch viele Aufgaben im Haushalt. Ich weiß das alles zu schätzen und ich verstehe, dass nach zwei Jahren da noch nicht alles zusammengewachsen ist wie in einer "Geburts"-Familie. Das war nie meine Intention, und ich erwarte das nicht von ihm. Ich nehme, was kommt, da ist für mich nichts selbstverständlich.

                    Aber doch, die Dissonanz irritiert mich - wie leichtfertig er mich andererseits dann wieder in meinem alleinerziehenden-Leben allein lässt.

                    • (9) 17.06.19 - 11:49

                      Ich denke... ganz tief im inneren stört es dich doch etwas, dass er nicht recht zu dir ( und deinen Kindern) steht nach außen und im Job.
                      Geht es dir da um mehr Wertschätzung? Verbundenheit?

                      Weil, alles, was er für ich und die Kinder tut tritt etwas in den Hintergrund, wenn er kurzfristig ausgemachte Termine absagt.

                      Frage dich mal... würde es dich auch so ärgern, WENN er der leibliche Vater wäre und er sich so verhalten würde?

                      • (10) 17.06.19 - 12:01

                        Natürlich! Dann würde es mich sogar noch viel mehr stören! Das weiß ich übrigens deshalb so genau, weil der leibliche Vater immer nur gemacht hat worauf er Lust hatte, und ich musste zusehen.

                        Ich erkenne das an, dass er für uns da ist. Es ist mir deutlich bewusst, dass es alles andere als selbstverständlich ist, was er tut. Dass er überhaupt eine Frau mit zwei Kindern genommen hat. Dass er sich so engagiert.

                        Aber dann einfach zu gehen, wenn der Chef pfeift, das passt irgendwie nicht dazu, finde ich. Das würde ich auch bei Singles nicht schön finden, die Arbeit so bedingungslos über die Beziehung zu stellen. Ich finde schon, dass er auch mal sagen könnte, hey, so kurzfristig passt das nicht, wir haben hier auch noch ein Leben, und da kann ich nicht einfach abhauen. Oder zumindest zu versuchen, eine verbindliche Planung zu bekommen, wann er zurück sein wird.

                        • Hi,
                          bei uns ist es ähnlich. Ich bin nicht alleinerziehend nach dem Gesetz, allerdings ist mein Mann auch IT-ler und viel beruflich unterwegs auch mit Übernachtungen. Somit bin ich dann trotzdem alleine mit den Kindern. Es ist nunmal so. Es ist sein Job. Er macht ihn auch gerne. Klar nervt mich das und es ist anstrengend alles alleine machen zu müssen. Kinder wecken, zum Bus/Kita bringen, arbeiten, kochen, Sport der Kids etc etc etc... Aber andersrum bringt er gutes Geld mit nach Hause. Wenn die Kinder krank sind bin ich immer mindestens den ersten Tag zu Hause (er ist morgens dann ja schon auf der Arbeit(die Kinder werden gefühlt immer morgens krank oder wenn er beruflich auswärts ist)) aber es ist einfach so.
                          Dein Freund ist eben nicht der Vater. Er kann auch nicht seinem Chef sagen das er zu Hause bleiben muss weil deine Kinder krank sind. Es sind ja nunmal deine. Dann muss eben der leibliche Vater einspringen. Es ist auch nicht immer Planbar als IT-ler wann man auswärtige irgendwo übernachten muss. Klar ärgert einem das, aber man muss es eben hinnehmen und das beste draus machen. Vg

                          • Also Kind-krank-Tage sind wirklich mein kleinstes Problem - davon habe ich im letzten Jahr ganze zwei gebraucht. Aber vielleicht kannst Du Dir vorstellen, dass ein Alltag allein anstrengender ist als ein Alltag zu zweit. Da kann dann schonmal mein Partner anfangen mit der Großen Mathe zu üben während ich noch mit dem Kleinen beim Schwimmkurs bin. Mal auf dem Weg was einkaufen, wenn was fehlt. Oder auch nur mal in der Küche die Trümmer wegräumen, während ich die Kinder fürs Bett fertig mache.
                            Ja, ich kriege das auch alles hin. Ich mache das seit Jahren. Ganz allein. Aber es ist anstrengend.

                            Und ich bin nicht der Typ, die Dinge einfach hinnimmt. Ich hinterfrage und versuche Dinge zu verändern, wenn es mir möglich ist.

                    Ich kann deine Dissonanz verstehen - einerseits die rationale, reflektierte Seite in dir, der bewusst ist, dass es nun mal deine Kinder sind und nicht die deines Partners. Dass er zu nichts verpflichtet ist. Andererseits eben die bittere Erkenntnis, dass du trotz Partnerschaft und gemeinsamen Zusammenlebens keine gemeinsame Elternschaft erlebst, ihr keine Familie seid und in letzter Konsequenz du allein die Verantwortung für deine Kinder trägst.

                    (Ich bin nicht patchwork-erfahren und weiß von mir selbst, dass ich für solche Konstrukte nicht geschaffen bin. Vielleicht sind meine Gedankenanstöße dennoch nützlich für dich.)

                    Es mag Männer geben, die "fremde" Kinder sofort und ohne zu Zögern wie ihre eigenen annehmen und auch willens sind, die entsprechenden Pflichten zu tragen. Das ist wohl der Idealfall für eine Patchwork-Konstellation. Nun ist die Zahl dieser Männer begrenzt, wie geht man also mit den "Normalos" um? Außerdem schreibst du ja mehrmals, dass er hauptsächlich dein Partner sein soll und nicht Ersatz-Papi.

                    Überlegung für die Hypothese: "AE sucht keinen Ersatz-Vater, will sich aber auf ihren Partner verlassen können. Mann will kein Ersatz-Vater sein aber im Rahmen seiner Möglichkeiten für Partnerin und deren Kinder da sein, ohne Einschnitte in seine berufliche Zukunft zu riskieren."

                    Ich nehme mal an, er versteht durchaus, dass seine kurzfristigen Absagen echt doof für dich sind und dir keinerlei Planungssicherheit bieten. Dann soll er bitte nur mehr Zusagen machen, die er auch einhalten kann. Diese Zusagen muss er dann auch vor seinem Chef verteidigen. Dabei geht es auch gar nicht um die nicht-leiblichen Kinder - wie schon andere schrieben, jeder hat so seine Verpflichtungen (Verein, Ehrenamt, Haustiere, gebuchter Urlaub,...). Da hat normal jeder Chef Verständnis dafür. Solange der Mann aber springt, wenn Chef pfeift, wird der Chef nicht von selbst zu pfeifen aufhören.

                    Das ist mMn der 1. und wichtigste Punkt.
                    1. Sein Verständnis für dich, dass es echt doof ist, wenn auf seine verbindlichen Zusagen kein Verlass ist.
                    2. Ergründen, ob er a) daran wirklich was ändern will oder ob b) der Beruf nur eine bequeme Ausrede ist
                    Falls a) Er (nicht IHR, wie hier irgendwo vorgeschlagen wurde...) muss das Gespräch mit dem Chef suchen. Er kann ja weiterhin flexibel sein, aber halt nicht ausgerechnet dann, wenn er bereits fixe anderweitige Verpflichtungen hat.
                    Falls b) Überleg dir, ob das für dich ok ist.

                    Der Rest wird sich mit der Zeit einspielen.

                    Übrigens würde ich nicht darauf drängen, dass er den Job wechselt wegen der Betreuung der Kinder seiner aktuellen Freundin (überspitzt formuliert). Solche Wünsche müssen aus ihm selbst kommen. Und wenn sie nicht von selbst kommen, ist es auch ok. Eventuell passt ihr beiden dann in dieser Lebensphase dann einfach nicht zusammen.

          (15) 17.06.19 - 08:41

          Ich weiß nicht, ob man das so stehen lassen kann... wenn sie bedürftig weren würde und Sozialhife beantragen würde, DANN wäre der Partner plötzllich doch gesetzlich verpflichtet finanziell für seine Lebensgefährtin einzustehen.... da sind die Gesetze dann auch etwas doppelmoralig.

Hallo,

Meine mama war mit mir auch elleinerziehend und neuer Partner war auch IT-ler. Er hatte viele überstunden gemacht, jedoch immer noch viel Zeit zu dritt gehabt bzw hat immer angegeben dass er wegen Kind Urlaub in Ferien braucht etc.
Er hat auch im lebenslauf später angegeben dass er 1 kind hat. Er war immer wie ein Papa und ist es auch heute noch.
Weil er es wollte.

  • (17) 17.06.19 - 08:32

    Ich denke auch, dass eher das der Punkt ist.. "Weil er es wollte"
    Hier scheint der Mann keinerlei Einschnitte in seine Karriere wegen der Kinder in Kauf nehmen zu wollen... Aber es geht ja auch nicht nur um die Kinder. Auch die Partnerin steht blöd da, wenn immer alles alleine zu wuppen ist. Wahrscheinlich würde insgesmat mehr Rücksicht genommen werden, wenn er Partnerin mit Kindern selbst auch nach außen Wie seine eigene Familie darstellt. #kratz

Er kann seinen Chef schon drauf hinweisen. Sobald ihr zusammen lebt, zählt ihr als Familie. Du bist dann nicht mehr alleinerziehend, sondern in einer Partnerschaft und musst in die 1er Steuerklasse wechseln. Meine Lebensgefährte konnte auch bevor wir unser gemeinsames Kind hatten schon Urlaub während der Ferien beantragen und hatte da den Vorzug. Auch wenn wir nicht verheiratet waren oder die Kinder adoptiert waren. Er kebt mit den Kindern im Haushalt und das hat gezählt. Sonst hätten wir als Paar nie gemeinsam Urlaub machen können...

"Mein Partner denkt, dass wir uns mit diesen Familien schon deswegen nicht vergleichen können, weil es nicht seine Kinder sind und er sich bei seinem Arbeitgeber nicht auf sie berufen kann, wenn Termine zu knapp geplant werden."

Sorry, aber für mich klingt das eher danach, dass dein Partner an der Situation gar nichts ändern will. Hat er denn schon einmal mit dem AG gesprochen oder einen Termin abgesagt?

  • (21) 17.06.19 - 07:38

    Ist vielleicht tatsächlich ne Frage die ich ihm mal stellen muss. Ich habe allerdings eher das Gefühl, dass er sich bei seinem Chef nicht aus dem Fenster lehnen will.

    Vielleicht auch eine Frage der Kultur in dem Unternehmen, in dem er ist - wie gesagt, bei uns ist es anders. Und auch der Teamzusammensetzung. Bei uns haben alle Familie. Bei ihm sind nur Singles im Team.

(22) 17.06.19 - 07:42

Hallo,

also in der Geschichte gibt es zwei Seiten:

1. Ich kann deinen Freund schon verstehen. Du hast ihn so kennengelernt, er hat sich sein Leben als IT-Berater für sich passend eingerichtet. Fertig.

2. Ich selbst bin IT-Beraterin und Mutter von 2 Kindern. Und glaube mir: Nirgendwo hat man gerade so viel (eigenen) Gestaltungsspielraum wie in dieser Branche. Geeignetes Personal ist gefragt und die größte Ressource. Deswegen zählen gerade die Bedürfnisse der Mitarbeiter mehr denn je.

Die Frage ist also: WILL dein Freund etwas ändern. Glaube mir, man kann in der Freiheit dieses Jobs endlos aufgehen. Aber es gibt eben auch immer andere Bedürfnisse (zum Beispiel die der Familie), die ICH nicht vernachlässigen darf. Dein Freund sieht das noch anders. Mit dem Anspruch einer radikalen Änderung wirst du nicht viel weiterkommen...

  • Wie ich weiter oben geschrieben habe, geht meine Forderung gar nicht in erster Linie an meinen Partner. Ich frage mich einfach nur, wie die gesellschaftliche Akzeptanz oder die in der Arbeitswelt in solchen Fällen eigentlich ist. Ich kenne dazu nur mein eigenes Unternehmen, wo alle Familie haben und dafür einstehen, wo es aber auch entsprechend akzeptiert ist und gelebt wird. Und seins, wo das Gegenteil der Fall ist.

    Ich glaube schon, dass er Hemmungen hat, seinem Chef gegenüberzutreten mit Wünschen nach Anpassung an seine neue Familie. Vielleicht sind wir da auch einfach noch nicht weit genug miteinander als Familie, was ich völlig ok finde. Deswegen will ich eben auch nichts fordern, ich will ihn ja als Partner und nicht als Ersatz-Vater. Aber ich denke, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz - oder eben die in seinem Unternehmen - mehr da wäre, würde er sich vielleicht auch anders trauen. Vielleicht ist es aber auch sein eigenes Arbeits-Ethos, das dafür sorgt, dass er es immer ohne Debatte hinnimmt, wenn er mal wieder den Koffer für morgen und bis mal sehen packen muss. Da werde ich durchaus mal nachhaken.

    Ok, aber wie ich hier lese geht es ja durchaus auch anders. Ich habe eben keine vergleichbaren Konstellationen in meinem Umfeld, deshalb frage ich hier.

    • (24) 17.06.19 - 10:06

      Das Problem liegt bei deinem Freund, nicht bei seinem Chef.
      Selbst ohne Kinder hätte ich ein Privatleben und möchte mir nicht immer von der Arbeit diktieren lassen wo ich morgen sein muss. Da habe ich doch auch Verabredungen und Termine, bspw. Sportverein etc.
      Man kann auch längerfristig planen, nur dein Freund lässt es ja mit sich machen. Gut für den Chef.
      Gerade in der IT stehen ihm doch alles Möglichkeiten offen.
      Er muss bei sich anfangen, sein Verhalten ggü. dem Chef ändern zu WOLLEN!

      • (25) 17.06.19 - 10:10

        Mein Kollege hat auch 2 Stiefkinder und sagt 2x die Woche 15:30 ist Feierabend, ab da nimmt er keine Meetings mehr an. Und keiner meckert a la „das sind doch gar nicht deine leiblichen Kinder“. Er wird genauso hier behandelt wie andere Eltern auch. Ich denke nicht es ist ein gesellschaftliches Problem.

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