Neue Familie und Planung im Job Seite: 2

          • (26) 17.06.19 - 12:59

            Hallo,

            ich glaube es geht bei dir gar nicht darum, wessen Kinder es sind, sondern um das leider immer noch traditionelle Rollenbild vieler Männer und Arbeitgeber.

            Bei uns hat mein Mann die Kinder mit in die Ehe gebracht. Trotzdem war es anfangs selbstverständlich, dass er auf Fortbildung geht, wie er möchte. Ich wurde lediglich über die Termine informiert. Dass ich mich in der Zeit um seine Kinder kümmere, war selbstverständlich.

            Es hat viele Gespräche gebraucht um das so zu lösen, dass es für alle Seiten befriedigend ist.

            Du musst nur mal im Baby-Forum lesen, wie viele Frauen sich beschweren, dass ihr Leben Kopf steht, während der Mann (&Vater) weiter macht wie bisher.

            Das Einzige was hilft, ist reden, reden, reden...

            Und trotzdem tauchen dann wieder Punkte auf an denen frau denkt: „Ich dachte, das hatten wir geklärt...“

            Der Ansatz in den Köpfen aller ist durchaus vorhanden, aber im Alltag läuft dann doch vieles im alten Fahrwasser...

            Alles Gute!
            Beerle

            • (27) 17.06.19 - 13:09

              Ja, das ist tatsächlich zumindest ein Aspekt, der mich stört.

              Aber das Problem hat so viele mögliche Ansatzpunkte, dass ich mich nur schwer zurecht finde.

              Hier nur einige:
              - traditionelle und moderne Rollenbilder
              - wie sind alternative Familienformen anerkannt/rechtlich gestellt
              - Wie sieht sich eigentlich mein Partner in unserer Beziehung/In unserer Familie?
              - Wie sieht er die Prioritäten verteilt zwischen Job, Beziehung und Familie?
              - wie sehe ich meinen Partner - nur als meinen Beziehungspartner, oder auch als Familienmitglied mit Verantwortung den Kindern gegenüber?

              Was kann man erwarten, was auch wieder nicht - da gibt es schon einiges, worüber man sich den Kopf zerbrechen kann.

              Ich denke: wir müssen w0hl mal reden...

        Und es ist halt schon schwierig: Ich akzeptiere, dass ihm sein Job wichtig ist und ich möchte nicht von ihm verlangen, dass er für meine Bande alles stehen und liegen lässt. Das sind meine Kinder, völlig klar, und dafür kann er nur begrenzt verantwortlich sein - gemacht hab ich sie, und mich bewusst dafür entschieden. Dazu stehe ich auch.

        Trotzdem nagt es ein bisschen an mir, dass durch solche kurzfristige Planungen bei mir echt manchmal doofe Situationen entstehen. Ich musste zum Beispiel vor kurzem eine Schulung absagen, obwohl er zugesagt hatte, dass er da sein würde und dann doch weg musste. Das war meinem eigenen Chef gegenüber mehr als unangenehm. Aber ok - meine Kinder, mein Problem.

        Und ich finde es ein bisschen traurig, dass er sieht, wie stressig mein Alltag allein manchmal ist, und wie stressig er vor allem durch kurzfristige Planung manchmal wird, und er nie für mich aufsteht und sagt: nee, so nicht. Ich hab hier auch ne Verantwortung - wenn nicht den Kindern, dann doch mir gegenüber.

        • (29) 17.06.19 - 09:44

          Da hätte er auch tatsächlich was zum Chef sagen können. Denn auch ein Chef darf nicht einfach so über die Zeit seiner Mitarbeiter verfügen. Egal ob alleinstehend oder nicht. Denn jedem steht auch Freizeit zu und über die kann und darf der Chef nicht verfügen. Es gibt ja auch alleinstehende mit Haustieren, die kann man ja auch nicht plötzlich so von jetzt auf gleich ohne Betreuung mal tagelang zu Hause lassen. (nur mal so als Beispiel)

        • (30) 17.06.19 - 11:42

          Ja, es ist schwierig.

          Es ist ja auch so dass Dinge die man rational einsieht, dann doch gefühlsmäßig an einem nagen.
          Ich habe gerade ein ähnliches Problem mit meinem "Freund". Er weiß seit Dezember letzten Jahres (!) wann die Kinder in den Sommerferien bei mir sind und auch, dass ich in der ersten Ferienwoche Prüfungen an der Uni habe und mit beiden Kindern hier allein nicht auf diese lernen kann.
          Da erzählt er mir letzten Freitag, dass er genau die Woche vor den Ferien und die erste Ferienwoche (= Prüfungswoche) Urlaub genommen hat und nach Holland fährt.
          Ich finde das eine Riesenunverschämtheit, er ist sich keiner Schuld bewusst, er sagt er hätte keinen anderen Urlaub mehr gekriegt und bräuchte ja auch nichts absprechen.
          Nächstes Jahr verlasse ich mich nicht auf ihn in der Hinsicht, denn ich musste jetzt meinen eigenen Urlaub im September (den ich mit ihn abgesprochen hatte, da kann er sich aber nicht mehr erinnern) stornieren um in der zweiten Prüfungsphase zu schreiben, da ist ja dann wieder Schule und Ruhe.
          Du siehst, es geht noch schlimmer, wobei für mich inzwischen ein Punkt erreicht ist an dem ich sage er kann bald seine Klamotten packen und gehen. zum Glück gehören alle Möbel mir #cool

    Ich finde auch, dass es wenn dann an deinem Partner wäre, ggü. der Firma für euch als familie einzustehen. Ein Chef wird kaum vorauseilend sonderrrechte einräumen, im übrigen auch nicht unbedingt bei einer „normalen“ familie. In der Regel muss man seinen Mund aufmachen, wenn man etwas braucht.

  • Also mein Stiefpapa hat mich immer wie seine Kids behandelt. Und in seiner Firma hiess es immer dass er eben mit mir zum Arzt usw muss und gut wars. Dein Freund müsste es eben mal in die Hand nehmen und von sich aus erklären. Weisst du wie ichs meine?
    Leider hört sich das so an als würde es ihm es eh passen...

    Ich habe eine Tochter und lebe mit einem Mann zusammen, der nicht ihr Vater ist. Ich habe ihm von Anfang an klar gemacht, dass es mich nur mit Kind gibt. Ich erwarte von ihm keine Betreuungsleistung, aber er muss einsehen, dass mein Leben anders ist als bei einer Frau ohne Kinder.

    Für ihn war das von Anfang an klar. Er liebt meine Tochter und er möchte für sie Verantwortung übernehmen. Auch bei seinem neuen Arbeitgeber hat er sofort deutlich gemacht, dass wir eine Familie sind, obwohl es nicht seine leibliche Tochter ist. Dies wird auch akzeptiert, die Kollegen und der Chef fragen auch, wie es "unserer Kleinen" geht.

    Ich finde, wenn man zusammen lebt, muss man sich auch aufeinander verlassen können. Wenn mein Freund mir zusagt, dass er beim Kind bleibt, weil ich z. B. einen Arbeitstermin habe, dann wäre ich auch sauer, wenn er kurzfristig absagt. Er kann von vornherein "nein" sagen, weil es eben nicht sein Kind ist. Dann kann ich mich um eine Alternative kümmern.

    Aber ich finde, die schönen Seiten des Familienlebens mitnehmen, die Pflichten aber alle von sich weisen, geht nicht.

    Von daher: ich sehe deinen Freund mehr in der Pflicht. Der Arbeitgeber wird nicht von alleine anders agieren. Der ist doch froh, dass sein Mitarbeiter so flexibel ist.

    Egal ob Stiefkind, leibliches Kind, kranke Eltern, Partner, Haustier... natürlich kann man vom AG Toleranz, Rücksicht und soziales Fingerspitzengefühl erwarten für private Belange! Diese sehe ich auch fast überall , werden aber nie ungefragt angeboten! Will sagen: wenn dein Freund diese nicht einfordert, passiert auch nichts! Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass irgendein AG sagen würde :“ ne, also dieses und jenes gibt es für Dich nicht, das sind doch gar nicht deine biologischen kinder!“ mir scheint, dein Freund will es einfach nicht!
    Das finde ich auch total ok!
    Ich verstehe dich, dass es mit zwei Kids nicht immer leicht ist. Meine erste Ansprechperson wäre aber der leibliche Vater!
    Es sei denn, du möchtest einen Vater-Ersatz? Dann muss dein Freund das aber auch wollen!!

    Als selbständiger Unternehmer hat er seine Planung doch eh noch viel besser selbst in der Hand, als die zig tausenden Angestellten/Arbeiter, denen es teilweise ebenso geht.

    Wenn bei euch alles organisatorisch gut aufgestellt ist, dann spielt es doch eigentlich keine so große Rolle, ob du für 3 oder für 4 Personen kochst, wascht, bügelst. #gruebel

    Und bei der Familienfreizeit ist es doch genau so. Mein Mann arbeitet auch sehr viel und zu unterschiedlichen Zeiten. Wenn er Zeit hat, dann geht er mit zu den Freizeitunternehmungen - und wenn nicht, dann geh ich mit den Kindern alleine und/oder wir nehmen Freunde mit. Wenn du schon seit 6 Jahren getrennt bist, sind deine Kinder ja nicht mehr im Kleinkindalter und sie verstehen die Situation doch. :-D

    • Er ist angestellt, nicht selbständig.

      Und klar machen drei Unterhosen mehr oder weniger den Kohl nicht fett bei mir. Aber die letzten Jahre allein waren anstrengend. Das muss man einfach sehen, zwei Kinder, einen Haushalt und einen Job ganz allein zu managen ist ein anderer Schnack als wenn abends der Partner heimkommt und auch mal was übernehmen kann.

      Ich bin gut organisiert, ja. Aber es ist und bleibt anstrengend, und ich freue mich über jede Unterstützung. Wenn die einfach so ausbleibt ist das für mich einfach eine ganz andere Arbeitsleistung. Und ich finde es irritierend, dass es da keine Verbindlichkeit gibt, dass er das einfach an- und abstellt und ich muss schauen.

      • "Mein Partner arbeitet als IT-Berater. Meistens im eigenen Unternehmen, aber immer wieder auch auf Projekten vor Ort bei Kunden."

        Deshalb dachte ich, er wäre selbständig.


        Klar ist es einfacher, wenn man sich gewisse Dinge aufteilen kann. Aber dann hilft auch nur ein klärendes Gespräch in seiner Firma.
        Entweder es lässt sich so einrichten, wie du es dir wünscht (weiß ja nicht, ober er sich das auch genau so erträumt.....), oder er muss sich wohl oder übel einen anderen Job suchen. Sucht doch mal das Gespräch mit seinem Vorgesetzten.

        viel Glück!

        (38) 17.06.19 - 12:29

        Mir geht es ähnlich, aber mit nur einem Kind.
        Für dieses bin ich verantwortlich und eben der Vater des Kindes.
        Reicht das nicht, kann mein Freund einspringen, muss es aber nicht.
        Habe ich z.B. ein Betreuungsproblem an 5 Tagen und er kann mir 3 davon zusagen, nehme ich das gern in Anspruch. Für die anderen 2 muss ich mir was einfallen lassen, nicht er.
        Allerdings erwarte ich schon, WENN er mir sowas fest zusagt, dass er es dann auch einhält.
        Also diese Situation, wo du eine Fortbildung abgesagt hast, weil er dann spontan doch weg musste - das geht gar nicht!!
        Man muss drüber reden können. Wenn er freiwillig was zusagt, muss er es auch machen. Hat er aber eigene Pläne, geht es halt nicht. Einmal gegebene Zusagen müssen dann aber eingehalten und auch vor dem Chef verteidigt werden. Könnte ja auch ein anderer privater Termin sein, würde er ja dann auch dem Chef sagen, es geht nicht...oder...??

        (39) 17.06.19 - 14:45

        Ich habe ja oben schon was geschrieben. Du sprichst hier aber noch einen wichtigen Punkt an: er lebt ja nun mal mit euch.

        Als ich mit meinem Partner zusammen gezogen bin, hatte ich das Gefühl, ich komme eher schlechter klar als besser. Weil natürlich ist noch eine Person mehr da und kann was übernehmen. Die stört aber auch ein bisschen den Ablauf.

        Alleinerziehend kam ich super klar, war aber auch komplett durch getaktet. Das ging, weil ich nur mein Kind und mich "mitdenken" musste. Unsere Abläufe waren perfekt eingespielt und ich musste auf niemandem Rücksicht nehmen.

        Und dann ist da noch jemand... Der will sich unterhalten. Der hat eigene Ideen für Unternehmungen. Der kann zwar den Tisch abräumen, braucht aber dafür viel länger als man selbst und gerade anfangs noch Anweisungen, was wohin kommt...

        Und ich denke, dass ist dein Problem. Ihr lebt wie eine Familie im Alltag. Aber wenn es deinem Freund passt, dann agiert er wie ein kinderloser Single.

        Und darüber solltet ihr sprechen. Es ist auch nicht leicht, "eine Familie zu heiraten". Mein Lebensgefährte musste da auch rein wachsen und lernt immer noch dazu.

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